Zehn Filme, die mir das 1. Quartal 2018 versüßt haben

Zum Ende eines jeden Monats veröffentliche ich in den sozialen Netzwerken meine fünf ganz persönlichen Lieblingsfilme sowie meine Flops der vergangenen Wochen. Um diese Filme in Zukunft ein wenig mehr zu würdigen, oder zu erklären, weshalb mir Film XY eben so gar nicht gefallen hat, präsentiere ich in meiner ZEHN FILME-Rubrik nun nochmal meine zehn Lieblings- und Hassfilme des vergangenen Quartals inklusive Trailer, in der Hoffnung, Ahnungslosen einen kleine Orientierung zu geben, was man im Kino auf keinen Fall verpassen sollte und was man getrost links liegen lassen darf. Gern seid Ihr unterhalb des Postings dazu aufgefordert, Eure Lieblings- und Hassfilme der vergangenen drei Monate zu veröffentlichen. Viel Spaß!

Platz 10: RED SPARROW by Francis Lawrence

Beginnen wir die Top 10 meiner Lieblingsfilme mit einer echten Überraschung: Den Spionagethriller RED SPARROW mit Jennifer Lawrence in der Hauptrolle einer toughen, verführerischen Agentin hatte ich vorab nicht auf dem Schirm und nur als einen weiteren x-beliebigen Blockbuster abgespeichert. Umso leichter hatte es Francis Lawrences ultrabrutaler und betont freizügiger Film, in seiner Einzigartigkeit zu überzeugen. Es geht hier nämlich nicht um ausgedehnte Verfolgungsjagden, wilde Schießereien und den auf oberflächlichen Ebenen ausgetragenen Kampf zwischen Gut und Böse. Stattdessen entspinnt sich auf der Leinwand ein perfides, dialoglastiges Spiel um Schein, Sein, Lug und Trug. Dafür – und vor allem für den hohen Gewaltgrad – muss man nervlich gewappnet sein. Wer das ist, erlebt Jennifer Lawrence in ihrer bislang besten Rolle und einen lange nachwirkenden Spy-Thriller der Extraklasse.

Platz 9: WIND RIVER by Taylor Sheridan

Endlich meldet sich der klassische Crime-Thriller wieder auf der großen Leinwand zurück! Und wer „Sicario“ und „Hell or High Water“ gesehen hat, der weiß um die Qualitäten des Drehbuchautors Taylor Sheridan, der hier auch als Regisseur auftritt. Er inszeniert einen buchstäblich eiskalten Thriller aus der US-amerikanischen Einöde, in der eines Tages ein tragisches Unglück geschieht. Mit WIND RIVER geht Sheridan nicht bloß der Frage nach, wer dieses grausame Verbrechen begangen hat, sondern seziert auch eine ganze Gesellschaftsschicht und geht der Frage nach, was Menschen zu Mördern macht. Ein ruhiger, präziser Film, der gleichermaßen hochspannend ist und dessen Finale einem in seiner Brachialität im Halse stecken bleibt – schon jetzt ein Jahreshighlight in seinem Genre!

Platz 8: THELMA by Joachim Trier

Für Platz Nummer acht begeben wir uns in den hohen Norden und an die Seite von Norweger Joachim Trier, der sich mit seinem Mysterydrama THELMA erstmals in übernatürliche Gefilde begibt. Darin erzählt er die Geschichte einer jungen Frau, die während ihres Studiums in der Großstadt Oslo plötzlich von epileptischen Anfällen heimgesucht wird. Dass diese nicht körperlich bedingt sein können, offenbaren schon bald damit einhergehende, unheimliche Ereignisse, denen Trier in diesem hochatmosphärisch inszenierten Coming-of-Age-Film stilsicher auf den Grund geht und dabei sämtliche Genres ineinander verschmelzen lässt.

Platz 7: GAME NIGHT by John Francis Daley & Jonathan Goldstein

Nichts ist so subjektiv wie das Empfinden, ob etwas lustig ist, oder nicht. John Francis Daley und Jonathan Goldstein haben mit ihrer fantastisch gefilmten Komödie GAME NIGHT allerdings überdurchschnittlich viele Leute zum Lachen gebracht – unter Anderem auch mich. Und wie! Die Actioncomedy mit Rachel McAdams und Jason Bateman in den Hauptrollen lässt einen harmlosen Spieleabend völlig aus dem Ruder laufen und präsentiert uns dabei eine skurrile Situation nach der anderen. Ohne auch nur einmal unter die Gürtellinie zu gehen, mit kreativen Einfällen vollgestopft und mit einigen smarten Wendungen ist es „Game Night“ gelungen, sich auf Anhieb zur bislang (!) besten Komödie in diesem Kinojahr zu etablieren. Die nachfolgenden Produktionen dürften es da ganz schön schwer haben…

Platz 6: AUSLÖSCHUNG by Alex Garland

Der erste Film, der hierzulande nicht in die Kinos gekommen ist, tummelt sich direkt auf Platz sechs meiner Lieblingsfilme des ersten Quartals 2018. AUSLÖSCHUNG heißt das Ganze und stammt von „Ex_Machina“-Regisseur Alex Garland, dessen neueste Produktion den Begriff „Mindfuck“ im besten Sinne verdient. Sein Science-Fiction-Drama ist kein billiger Twistride, sondern eine intensive, voller philosophischer Fragen versehene Geschichte über die menschliche Existenz, das so viele Gedankenanstöße liefert, dass eine Sichtung alleine nicht ausreicht, um das ganze Faszinosum dahinter zu verstehen. Schade, dass der Film den deutschen Leinwänden vorenthalten blieb.

Platz 5: I, TONYA by Craig Gillespie

Das muss man sich erst einmal trauen: Mit dem Biopic I, TONYA erzählt Regisseur Craig Gillespie eine wahre Geschichte nach, überhöht sie dank der vielen widersprüchlichen Aussagen aller Beteiligter allerdings zu einer die vierte Wand durchbrechenden Mockumentary, in der sich die Protagonisten permanent gegenseitig über den Mund fahren. Das alleine wäre schon eine so hohe Platzierung wert, doch darüber hinaus ist die Geschichte der von den Medien „Eishexe“ getauften Tonya Harding ein tragikomisches Auf-die-Fresse-Vergnügen über die Schattenseiten von krankhaftem Ehrgeiz und die falsche Vorstellung des American Way of Life. Und Margot Robbie ist ein Erlebnis!

Platz 4: MOLLYS GAME by Aaron Sorkin

Das nächste Schicksal einer streitbaren Frau findet sich auf Platz 4 meiner Top Ten: Hier schlüpft Jessica Chastain in die Rolle der Pokerlady Molly Bloom, die einst die ganz großen Hollywoodstars an ihren Spieltischen bespaßte und dabei ins Visier der Polizei geriet. Wer die Arbeit eines Aaron Sorkin kennt, der weiß, was ihn mit MOLLY’S GAME erwartet: Ein energiegeladener, dynamischer, spannender und zugleich hochemotionaler Blick hinter die Kulissen einer Branche, die unsereins normalerweise verwehrt bleibt. Die Poker-High-Society der USA hat offenbar so manch eine Leiche im Keller…

Platz 3: GREATEST SHOWMAN by Michael Gracey

Das Popmusical GREATEST SHOWMAN eröffnete die Kinosaison 2018 mit einem Knall und sorgte bei mir wie kaum ein anderer Film für Herzklopfen und Gänsehaut. Eingängige Songs, eine stringente Geschichte und liebevolle Charaktere bilden das Grundgerüst eines Films, der sich im besten Sinne Feelgood-Movie auf die Fahnen schreiben darf und dabei außerdem weitaus weniger platt ist, als es auf den ersten Blick den Anschein macht. Hugh Jackman in der Hauptrolle des Zirkusdirektors zieht uns neunzig Minuten lang in seinen Bann – doch spätestens, wenn er mit Zac Efron gemeinsam auf dem Tisch tanzt, möchte man einfach nur noch aufspringen und applaudieren. Kurzweilig, amüsant, atemberaubend – manchmal braucht man für einen Kinoabend einfach nicht mehr!

Platz 2: THREE BILLBOARDS OUTSIDE EBBING, MISSOURI by Martin McDonagh

Er galt als einer der sicheren Oscar-Anwärter und ist letztlich doch mit überraschend wenigen Trophäen nach Hause gegangen – das ist aber auch schon der einzige Wehrmutsrophen, den es bei Martin McDonaghs Tragikomödie THREE BILLBOARDS OUTSIDE EBBING, MISSOURI zu verzeichnen gibt. Davon einmal abgesehen, lässt sich der Film über eine Frau, die nach dem Verlust ihrer Tochter auf Konfrontationskurs mit der örtlichen Polizei geht, nur schwer in wenigen Sätzen wiedergeben. Die Art und Weise, wie der „Brügge sehen… und sterben“-Regisseur hier einmal die komplette Klaviatur sämtlicher menschlicher Emotionen spielt, muss man selbst erlebt haben!

Platz 1: CALL ME BY YOUR NAME by Luca Guadagnino

Gegen so viel leidenschaftliches Filmemachen kam im ersten Quartal 2018 nur ein einziger Film gegen an – und auch hier haben wir es gerechtfertigterweise mit einem Oscaranwärter zu tun: Das Liebesdrama CALL ME BY YOUR NAME erzählt wie im Vorbeigehen von der aufkeimenden Romanze zwischen einem Teenie und seinem doppelt so alten Schwarm – und zwar ganz ohne Effekthascherei oder künstlich heraufbeschworene Konflikte. Der von dieser Liebschaft ausgehende Zauber entsteht ganz allein durch die formidablen Hauptdarsteller und die federleichte Inszenierung, die ganz langsam von einer Decke aus bittersüßer Melancholie zugedeckt wird. Ich bin sehr gespannt, was die kommenden Monate da gegenzusetzen haben!

2 Kommentare

  • Ich habe Platz 1 bis 3 gesehen. Platz 5 sichte ich in Kürze. Bisher waren es sehr interessante Filme.

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  • filmifan@gmx.de

    „Auslöschung“ fällt gegenüber Tarkovskys „Stalker“ sehr ab. Von der Konzeption her interessant, aber von der filmischen Umsetzung eher mittelmäßig. Auch die Schablonenhaftigkeit der Figuren ist nicht besonders originell.

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