2015 – Die Plätze 40 bis 31

Das Filmjahr 2015 ist fast vorbei und nach meinen Flops des Jahres ist es nun an der Zeit, auf all jene Filme zurückzublicken, die mir in den vergangenen zwölf Monaten die meiste Freude, die schönsten Kinoerlebnisse oder die bleibendsten Eindrücke beschert haben. Dabei möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich darauf hinweisen, dass es hier nicht um die aus objektiver Sicht besten Filme des Jahres geht, sondern um meine ganz persönlichen, vollkommen subjektiv ausgewählten Lieblingsfilme! Entgegen der Tradition habe ich mich angesichts des überaus starken Jahres dazu entschlossen, nicht bloß 30, sondern direkt 40 Filme zu ehren. Sie alle haben es verdient und sind in ihrer Bandbreite so außergewöhnlich, dass es schade wäre, sie lediglich mit einer ehrenwerten Nennung abzuspeisen. Hier kommen also meine ersten zehn Lieblingsfilme, die zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember hierzulande in Deutschland erschienen sind. Viel Spaß!

40

Star Wars: Das Erwachen der Macht

Ich gebe es ja zu: ich hab wirklich lange Zeit den Spielverderber gespielt. Dabei war das im Falle von STAR WARS: DAS ERWACHEN DER MACHT gar nicht böswillig. Was kann ich dafür, wenn ich für George Lucas‘ Weltraum-Franchise einfach mal nicht mehr übrig habe, als den Respekt, den sich die Reihe verdient hat? Ich hab mich also bis zuletzt nicht von dem Riesenhype anstecken lassen, doch als ich Anfang Dezember dann in den Genuss des lang erwarteten siebten Teils kam, musste auch ich zugeben: Das hier hat einfach einen enormen Spaß gemacht. Vermutlich liegt es an dem schnuckeligen Droiden BB-8, der mich um den Finger gewickelt hat. Aber sei es drum. Darüber hinaus trumpft der Film mit interessanten, schlüssigen Figuren auf, einem spitzenmäßigen Setting, bombastischen Effekten und einer dynamisch erzählten, mit vielen Twists ausgestatteten Geschichte, der auch ich mich tatsächlich nicht entziehen konnte. Nun kann ich wieder unter Leute gehen: „Star Wars“ ist bei mir angekommen!

39

Joy

Es ist nahezu unmöglich, sich der faszinierenden Aura von Jennifer Lawrence zu entziehen, die für ihre Hauptrolle in JOY – ALLES AUSSER GEWÖHNLICH ein weiteres Mal für den Golden Globe und mit großer Wahrscheinlichkeit auch für den Oscar in der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin“ nominiert ist. In dieser erneuten Zusammenarbeit zwischen ihr und Regisseur David O. Russell sowie Bradley Cooper und Robert De Niro spielt sie die Erfinderin des modernen Wischmops, die sich nicht nur gegen die Skepsis ihrer Familie, sondern auch die ihrer gesamten Umgebung durchzusetzen wusste. Es ist ein starker Film über eine starke Frau, die sich von der hoffnungsvollen Träumerin zu einer Matriarchin entwickelte. Das Drehbuch ist bittersüß und zum Schreien komisch zugleich. Und mit ihrer toughen Performance beweist sich JLaw – wieder einmal – in der Form ihres Lebens. Fraglich, was für Sphären die Schauspielerin noch erreichen wird, wenn jeder ihrer Filme eine solche Qualität besitzt, wie dieser hier.

38

4 Könige

Bemerkenswertes Kino aus deutschen Landen gab es 2015 zuhauf. Nicht, dass ich zu jenen Menschen gehöre, die nationalen Produktionen ohnehin wenig zutrauen, dennoch müssen sie für eine hiesige Auflistung ja auch immer meinen persönlichen Geschmack treffen. 2015 haben das ziemlich viele. Einer der Filme, dem hierzulande viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde, ist 4 KÖNIGE – ein ganz außergewöhnlicher Weihnachtsfilm. Es geht um vier Jugendliche, die den Weihnachtsabend in einer Psychiatrie verbringen müssen. Die Gründe dafür sind zwar vollkommen unterschiedlich, die Verdrossenheit gegenüber der Feiertage und der Außenwelt macht die jungen Menschen jedoch zu Leidensgenossen. Es entsteht ein ebenso einfühlsames wie raues Portrait, das in den richtigen Momenten Sentimentalität beweist, Stärke zeigt und für Gänsehaut sorgt. Und Jannis Niewöhner ist der deutsche Schauspieler der Zukunft.

37

Der kleine PrinzDie Geschichte DER KLEINE PRINZ wurde bereits in vielerlei Ausführungen an den Zuschauer herangetragen. Ob als Film, Theaterstück oder klassisch in Schriftform – es gibt viele Möglichkeiten, die gegen die Verrohtheit der Erwachsenenwelt appellierende Story ansprechend aufzuarbeiten. In diesem Fall geschieht das im Gewand eines modernen CGI-Märchens, das den bekannten Plot als zweiten Handlungsstrang in eine Szenerie im Hier und Jetzt einbettet. Das ist nicht nur vom animationstechnischen Standpunkt aus interessant – beide Storyfäden sind von einem gänzlich unterschiedlichen Animationsstil – sondern auch vom inhaltlichen her. Die Thematik ist so aktuell wie seit der Entstehung der Buchvorlage nicht mehr, sodass es sich hervorragend mit den handelnden Figuren sympathisieren lässt. Darüber hinaus fangen die Macher die Poesie der Geschichte perfekt ein und machen aus dem Film einen solchen zum Träumen. Zeitlos!

36

Margos Spuren

Im vergangenen Jahr belegte das berührende Krebsdrama „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ Platz eins meiner Jahrescharts. 2015 kam mit MARGOS SPUREN nun die zweite Verfilmung eines John-Greene-Romans ins Kino und ist dabei weniger tragisch aber nicht minder gelungen. Die verspielte Mischung aus Coming-of-Age-Story und Roadmovie erzählt von einem Jungen, der seit jeher von seiner Nachbarin Margo fasziniert ist. Als diese plötzlich verschwindet, entwickelt sich eine spannende Schnitzeljagd von einem Bundesstaat zum nächsten. „Margos Spuren“ ist eine charmante Selbstfindungsstory, die sich mit der Zeit immer mehr zwischen den Zeilen entfaltet und dabei Themen des Erwachsenwerdens anschneidet, die andere Filme gern unter den Tisch fallen lassen. Ein rundum gelungenes Feelgood-Movie – geradeaus, ohne Hintergedanken, einfach schön. Auch so etwas braucht man als Filmliebhaber ab und an.

35

Die Coopers - Schlimmer geht immer

Es gibt Filme, die müssen gar keine bahnbrechenden Geschichten erzählen. Sie müssen keine innovativen Inszenierungsstile aufweisen, keine besonders beeindruckenden Schauspielleistungen beinhalten, sie müssen einen einfach nur glücklich machen. Und genau deshalb geht mein Platz 35 auch an die herzliche Familienkomödie DIE COOPERS – SCHLIMMER GEHT IMMER. Die Message, dass man die Höhen nur dann zu schätzen wissen kann, wenn man die Tiefen kennt, dass die Familie zusammenhalten muss und dass in allem Schlechten auch immer etwas Gutes steckt, ist eigentlich recht abgedroschen. Trotzdem schafft es der Film aus dem Hause Disney einen unheimlichen Spaß zu bereiten. Die perfekte Besetzung aus Steve Carell und Jennifer Garner trägt dazu ebenso bei, wie die Szenerie selbst. Hier passt einfach alles für einen harmlos-amüsanten Filmnachmittag, bei dem man für einen Moment einfach nur vergessen will, dass es die Realität nicht immer so gut meint, wie die Handlung in diesem Film.

34

Im Rausch der Sterne

Foodporn – dieser Begriff bezeichnet die verführerische In-Szene-Setzung von allem Schmackhaften. In diesem Jahr haben sich zwei Filme daran versucht und uns dieses Vorhaben auch sehr gelungen vorgeführt. Doch neben „Kiss the Cook“ hat es mir vor allem die hochkarätig besetzte Tragikomödie IM RAUSCH DER STERNE angetan. Der von „Love & Mercy“-Regisseur John Wells inszenierte Film mit Bradley Cooper, Daniel Brühl, Omar Sy und Sienna Miller in den Hauptrollen ist nicht bloß eine beeindruckende Ode an die Leidenschaft, sondern auch das fesselnde Portrait eines Mannes, der bereit ist, für ebenjene Passion alles zu geben. Dies mündet mitunter in Selbstaufgabe, treibt Menschen jedoch auch zu Höchstleistungen an. „Im Rausch der Sterne“ wandelt auf diesem schmalen Grat und trifft dabei sowohl die tragischen als auch komischen Töne. Hinzu kommen Bilder, von denen man nicht nur Hunger bekommt, sondern die in einem den Wunsch wach werden lassen, selbst solche Speisen zubereiten zu können.

33

Regression

„The Others“ erschien damals im Fahrwasser von „The Sixth Sense“. Dadurch wurde ihm nicht im Ansatz die Aufmerksamkeit zuteil, die der Film von Alejandro Amenábar verdient gehabt hätte, wenngleich er sich trotzdem einen Platz in den Annalen der Filmgeschichte gesichert hat. Mit REGRESSION findet der Spanier nun endlich zurück zu seinen Genrewurzeln und präsentiert einen Sektenthriller, der sich voll und ganz auf seine sehr beklemmende Atmosphäre verlässt. „Regression“ baut wie die besten Thriller der Neunzigerjahre auf eine unheilvolle Stimmung, auf Suspense, ohne den schnellen Schock und auf eine Geschichte, die sowohl funktioniert, wenn man den Schlusstwist nicht kennt, als auch, wenn man das Geheimnis eben doch schon entschlüsselt hat. Amenábar lullt einen langsam ein und entführt den Zuschauer in eine finstere Welt, die uns mit unseren Urängsten konfrontiert. Eine Meisterleistung, die mich in den Kinosessel gepresst hat.

32

Fack ju Göhte 2

Diese Liste wäre einfach nicht komplett ohne jenen Film, der mich in diesem Jahr – tatsächlich – am meisten zum Lachen gebracht hat. Dabei ist FACK JU GÖHTE 2 gewiss nicht die beste Komödie 2015. Denn trotz meiner Zuneigung zu dem Franchise, aus der ich seit dem ersten Teil (der vor zwei Jahren den 18. Platz meiner Jahrescharts bekleidete) keinen Hehl mache, muss ich gestehen, dass die Macher inhaltlich ziemlich viel Mist bei diesem Film gebaut haben. Ehrlich gesagt stimmt an der Story tatsächlich vorne und hinten nichts, aber das ist in dieser Rangfolge schlussendlich egal. Womit mein Platz 32 nämlich besticht, ist der teils äußerst brachiale Witz, der es zumindest bei mir geschafft hat, mich für einige Stunden (insgesamt war ich zweimal im Kino) schlicht und einfach zu unterhalten. Und auch, wenn es manch ein Arthouse-Fetischist nicht einsehen möchte: Im Kino darf es auch mal ausschließlich auf den Spaß ankommen. Den hatte ich und hätte der Drehbuchautor ein wenig mehr Elan ins Skript gelegt, wäre hier noch weitaus mehr drin gewesen.

31

Marvel's The Avengers 2: Age of Ultron

Das zweite Aufeinandertreffen der Avengers-Heroen ist nicht ganz so spaßig inszeniert wie der Auftakt, doch die Geschichte in AVENGERS: AGE OF ULTRON offenbart ein kernig-komplexes Abenteuer, bei dem all jene erstmals überfordert sein werden, die bislang nichts mit dem Marvel Cinematic Universe anfangen konnten. Regisseur Joss Whedon erzählt von einem außer Kontrolle geratenen Computerprogramm, das in den Avengers eine Bedrohung für die weltweite Sicherheit sieht. Kurzerhand macht es sich selbstständig und Jagd auf die Helden. In der deutschen Fassung wird Widersacher Ultron phänomenal von Andreas Fröhlich gesprochen. Die Action ist spektakulär, die Charakterentwicklung glaubhaft und interessant, darüber hinaus wird mit Jeremy Renner, dem Hulk und Black Widow endlich auch jenen Figuren mehr Screentime gegönnt, die bislang eher untergegangen sind. Da freue ich mich doch auf das nächste Jahr und „The First Avenger – Civil War“.

In den nächsten Tagen präsentiere ich Euch meine Plätze 30 bis 21…

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