Schlagwort-Archiv: Ron Howard

Das startet am 27. September 2018

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um den Starttag des 27. September, an dem es an Michael Bully Herbig liegt, Til Schweigers „Klassentreffen“ die Nummer eins wegzuschnappen. Sein Thrillerdrama „Ballon“  erzählt eine spannende Geschichte und ist audiovisuell ein Ereignis. Doch ob die PR-Maschinerie laut genug gerattert hat, bezweifeln wir ein wenig. Ein Selbstgänger dürfte dagegen der zweite Teil von „Die Unglaublichen“ sein. In den USA ist der Film bereits durch die Decke gegangen und auch in Deutschland haben es Pixar-Filme generell sehr einfach, ihr Publikum zu finden. Der Rest wird unter „ferner liefen“ laufen.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

BALLON | Regie: Michael Bully Herbig | DE 2018

Im Sommer 1979 in Thüringen fassen zwei Familien einen aberwitzigen Plan: Sie wollen raus aus der DDR und heile in den Westen – und das alles in einem Ballon. Dafür nähen, basteln und tüfteln sie wochenlang, bis ihr erster Versuch fehlschlägt. Nur wenige Meter vor der westdeutschen Grenze wird dem Ballon das Wetter zum Verhängnis. Er stürzt ab und die beiden Familien können froh sein, nicht von der Polizei erwischt worden zu sein. Doch diese macht ab sofort Jagd auf sie. Und so fassen die beiden Familienoberhäupter Peter Strelzyk (Friedrich Mücke) und Günter Wenzel (David Kross) den Entschluss, es noch einmal zu versuchen. Sie müssen noch effektiver arbeiten und ihre Pläne noch einmal genau kontrollieren, eh sie eine zweite Flucht planen können. Doch die Regierung ist bereits auf die Pläne aufmerksam geworden. Das ganze Vorhaben wird zu einem irren Wettlauf gegen die Zeit… 

Michael Bully Herbig war schon immer ein guter Filmemacher, weshalb die inszenatorischen Qualitäten von „Ballon“ nicht überraschen. Das Drehbuch hält sich an gängige Erzählkonventionen, sodass Herbigs Regiedebüt im ernsten Fach letztlich einen absolut souveränen Eindruck macht.


DIE UNGLAUBLICHEN 2 | Regie: Brad Bird | USA 2018

Syndrome ist zerstört, das Haus der Parrs liegt in Schutt und Asche, doch die Superheldenfamilie ist so eng zusammengewachsen wie noch nie zuvor. In einem mit modernster Technik ausgestatteten Luxus-Haus kehrt bei Vater Bob, Mutter Helen sowie ihren Kindern endlich wieder Normalität ein. Da wird Helen eines Tages für die Politik rekrutiert, als die Geschäftsleute Winston und Evelyn Deavor ihr ein unschlagbares Angebot machen: Sie soll sich für die Rechte von Superhelden einsetzen und dafür wieder in den Anzug ihres Alter Egos Elastigirl schlüpfen, während Papa Bob zuhause auf die Kinder aufpasst. Das klingt zunächst wie ein totsicheres Ding und tatsächlich sorgt Elastigirl mit ihren halsbrecherischen Manövern für die erhoffte Publicity. Doch als plötzlich der sogenannte Screenslaver auftaucht, muss Elastigirl alles geben, um dem Superschurken den Garaus zu machen… 

„Die Unglaublichen 2“ ist ein durchweg sympathisches Sequel zum beliebten Superhelden-Blockbuster von 2004, doch erzählerische Innovation sucht man hier vergeblich. Dafür präsentiert Michael Giacchino einen der besten Scores des aktuellen Kinojahres und in Baby Jack-Jack werden sich vermutlich viele Zuschauer verknallen.


OFFENES GEHEIMNIS | Regie: Asghar Farhadi | ESP/FR/IT 2018

Anlässlich der Hochzeit ihrer Schwester Ana (Inma Cuesta) reist Laura (Penélope Cruz) von Buenos Aires in ihr spanisches Heimatdorf, wo in wenigen Tagen ein rauschendes Fest steigen soll. Auch Paco (Javier Bardem) ist hier. Mit ihm verbindet sie nicht bloß ihre erste große Liebe, sondern auch einen viele Jahre zurückliegenden Geschäftsdeal, bei dem Laura ihre Anteile vom Familienerbe an ihn verkaufte. Doch darum soll es dieser Tage nicht gehen. Auch nicht um den Neid und die Missgunst gegenüber Paco, der ein gut laufendes Weingut betreibt. Doch am Ende kommt alles anders. Als plötzlich Lauras Tochter spurlos verschwindet und alle Spuren darauf hindeuten, dass sie sich in den Händen brutaler Verbrecher befindet, sind alle persönlichen Fehden für einen Moment unwichtig. Es zählt nur noch, das Mädchen wiederzufinden. Oder hängen die Spannungen innerhalb der Familie und die Entführung irgendwie zusammen..?

Ashgar Farhadis neuester Film „Offenes Geheimnis“ erzählt zwei Geschichten: Zum einen seziert er eine Familie so lange und so penibel, bis am Ende nur noch Einzelteile übrig sind, zum Anderen präsentiert er einen stringenten Entführungsthriller. Doch beides zusammenzufügen, gelingt ihm letztlich nur bedingt.


I CAN ONLY IMAGINE | Regie: Andrew Erwin, Jon Erwin | USA 2018

Bart Millard wächst auf einer Farm in Texas auf. Sein cholerischer Vater Arthur (Dennis Quaid) hat nichts für den sensiblen Sohn übrig und malträtiert ihn und seine Frau regelmäßig. Als die Mutter die Familie verlässt, bleibt Bart allein mit seinem gewalttätigen Vater zurück. Nach einem schweren Unfall beim Football muss er sich ein neues Wahlfach suchen und landet im Schulchor. Die Lehrerin fördert sein Talent, doch von seinem Vater erntet Bart (J. Michael Finley) nur Spott. Gleich nach dem Schulabschluss ergreift er die Flucht und tingelt mit der Band MercyMe durch die Staaten. Er hofft auf einen Plattenvertrag, doch der Durchbruch lässt auf sich warten. Erst als Bart sich endlich der Vergangenheit stellt und seinen Vater wiedersieht, kann er den Song schreiben, der zur Sensation wird: „I Can Only Imagine“.

Lange Zeit ist „I Can Only Imagine“ eine zwar nicht sonderlich innovative, aber durchaus charmant und gefällig inszenierte „Vom Tellerwäscher zum Millionär“-Geschichte über einen Mann, der seinen Traum vom Musikerdasein verwirklicht. Doch in der letzten halben Stunde bricht die hemmungslose Gottesfurcht über den Film herein – und dann wird’s peinlich!


THE MAN WHO KILLED DON QUIXOTE | Regie: Terry Gilliam | USA 2018

Der zynische Werbefilmer Toby (Adam Driver) trifft im Rahmen seiner Dreharbeiten auf einen alten spanischen Schuhmacher (Jonathan Pryce), der sich für Don Quixote hält, seitdem er selbst einst genau diese Figur für einen Film verkörpert hat. Die beiden erleben eine Reihe absurder Abenteuer, in deren Verlauf Toby sich den tragischen Auswirkungen eines Films stellen muss, den er in seiner Jugend gedreht hat ─ ein Film, der die Hoffnungen und Träume eines kleinen spanischen Dorfes für immer verändert hat. Kann Toby das Getane je wieder gut machen und so zu seiner Menschlichkeit zurückfinden? Kann Don Quixote seinen Wahn bezwingen und seinen nahenden Tod verhindern? Oder wird etwa die Liebe alle Grenzen überwinden? Toby selbst gerät immer weiter in einen Strudel aus Schein und Sein.

Man merkt Terry Gilliams Herzensprojekt die absurde Entstehungsgeschichte an. Das ist aber auch leider schon das Einzige, was sich Positives zu dieser hanebüchenen Aneinanderreihung sinnbefreiter Szenen sagen lässt, bei der die Geschichte irgendwann ohnehin keine Rolle mehr spielt.


ALLES IST GUT | Regie: Eva Trobisch | DE 2018

Alles ist gut. Das war es zumindest mal. Denn Janne (Aenne Schwarz) ist sehr gut darin, diesen Eindruck nach außen zu vermitteln. Aber nichts ist gut. Nicht, seitdem ihr neuer Chef ihr seinen Schwager Martin (Hans Löw) vorgestellt hat, der am Abend ihres Kennenlernens gegen ihren Willen mit ihr schläft. Danach lässt Janne erst mal alles seinen gewohnten Gang gehen – wenn man die Dinge nicht zum Problem macht, hat man auch keins. Doch ihr Schweigen über den Vorfall weicht nach und nach einer stillen Ohnmacht. Bis Janne ihr Leben und die Liebe zu ihrem Freund Piet (Andreas Döhler) langsam entgleiten. Sie muss sich überlegen, ob sie das Problem öffentlich macht und damit sich selbst und ihre Seele schützt. Oder ob sie es so weiterlaufen lässt, keine Probleme mit ihrer Umgebung bekommt, aber dafür im Stillen ihre Familie vor den Kopf stößt, die einfach nicht versteht, wieso sich Janne so verändert.


CINDERELLA THE CAT | Regie: Alessandro Rak, Ivan Cappiello, Marino Guarnieri, Dario Sansone | IT 2017

Die junge Mia wächst in einer nicht allzu fernen Zukunft in der Megarida auf, einem riesigen Schiff, das seit über 15 Jahren im Hafen von Neapel festsitzt. Als ihr Vater, ein reicher Visionär und Wissenschaftler, starb, hat er die technischen Geheimnisse seines Schiffs und seinen Traum, den Hafen wiederzubeleben, mit ins Grab genommen, anstatt sie ihrer Tochter zu vermachen, mit der er nie richtig Kontakt hatte. Seitdem lebt das Mädchen im Schatten ihrer Stiefmutter und deren sechs hinterlistigen Töchtern, umgeben von holographischen Erinnerungen an ihre Kindheit und ihren Vater. Unterdessen floriert im Hafen der Drogenhandel. Die kriminellen Machenschaften bestimmen auch Mias Schicksal und sie findet sich unversehens im Zentrum eines Komplotts. Doch Mia weiß sich zu wehren und bekommt außerdem unerwartete Hilfe von Verbündeten aus der Vergangenheit.

Das startet am 24. Mai 2018

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um den Starttag des 24. Mai, dessen große Unbekannte ausgerechnet der „Star Wars“-Ableger „Solo“ ist. Die Zeichen stehen schlecht, selbst Disney hat einen Erfolg des Films angeblich bereits abgeschrieben. Aber immerhin reden wir hier immer noch von „Star Wars“ und die Vorgeschichte zu Han Solo könnte mehr Leute interessieren, als die Ereignisse aus „Rogue One“. Gleichzeitig macht sich aktuell große Blockbuster-Konkurrenz wie „Deadpool 2“ oder „Infinity War“ in den Kinos breit. Es wird eine spannende Woche, deren restliche Starts für das deutsche Box Office unbedeutend sind.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

SOLO: A STAR WARS STORY | Regie: Ron Howard | USA 2018

Nachdem er gewaltsam von seiner Liebsten Qi’ra (Emilia Clarke) getrennt wurde, heuert der junge Schmuggler Han Solo (Alden Ehrenreich) bei der Imperialen Armee an. Nach einer gescheiterten Pilotenausbildung liefert er sich völlig auf sich allein gestellt eine Reihe waghalsiger Abenteuer, bis er in der düsteren und gefährlichen kriminellen Unterwelt seinen späteren Co-Piloten und besten Freund Chewbacca (Joonas Suotamo) kennen lernt. Gemeinsam erobert das Duo Planeten des gesamten Universums, bis es nicht bloß auf den berühmt berüchtigten Glücksspieler Lando Calrissian (Donald Glover) trifft, sondern auch auf den Gauner Beckett (Woody Harrelson), mit denen er einen waghalsigen Raubüberfall auf einen Zug vorbereitet. Es ist der Beginn eines unglaublichen Abenteuers, auf das viele weitere folgen werden.

„Solo: A Star Wars Story“ bleibt erzählerisch unspektakulär und konzentriert sich voll und ganz darauf, seinem Publikum den Werdegang des Titelhelden sowie die Freundschaft zwischen Han und Chewbacca näherzubringen. Die sehr klein gehaltene Story ist durchgehend sympathisch, die Action solide und Alden Ehrenreich in der Rolle des jungen Han Solo kann schauspielerisch genug eigene Akzente setzen, um sich nicht vorwerfen lassen zu müssen, lediglich Harrison Ford zu kopieren


IN DEN GÄNGEN  | Regie:  Thomas Stuber | DE 2017

Der ehemalige Kleinkriminelle Christian (Franz Rogowski) ist neu im Großmarkt und startet hier einen neuen Lebensabschnitt mit einer Ausbildung. Zumeist Schweigend taucht er in das unbekannte Universum ein: die langen Gänge, die ewige Ordnung der Warenlager, die surreale Mechanik der Gabelstapler. Der grummelige Einzelgänger Bruno (Peter Kurth), ein Kollege aus der Getränkeabteilung, nimmt sich seiner an, zeigt ihm Tricks und Kniffe, wird ein väterlicher Freund. Und dann ist da noch die zauberhafte Marion (Sandra Hüller) von den Süßwaren, die ihre kleinen Scherze mit Christian treibt. Als er sich in sie verliebt, fiebert der ganze Großmarkt mit. Doch Marion ist verheiratet – aber nicht sehr glücklich, wie es heißt. Und von einem Tag auf den nächsten ist Marion plötzlich verschwunden… 

Thomas Stubers zurückhaltend inszeniertes Charakterdrama „In den Gängen“ ist in seiner Melancholie bezaubernd, in seinen Beobachtungen präzise und bei aller Traurigkeit wunderschön poetisch. Die allesamt herausragenden Darsteller runden diesen fabelhaften Film ab.


LUIS UND DIE ALIENS | Regie: Christoph Lauenstein, Wolfgang Lauenstein | DE/LUX/DK 2018

Der 12-jährige Luis hat es in der Schule nicht leicht. Denn sein Vater Armin Sonntag ist Ufologe und besessen davon, die Existenz von Aliens nachzuweisen. Seine Mitschüler finden Luis genauso schräg wie dessen Vater – bis auf Jennifer, die coole Schulreporterin. Da keiner Luis‘ Vater glaubt, ist die Überraschung umso größer, als eines Tages die drei Aliens Mog, Nag und Wabo direkt vor Luis bruchlanden. Nach dem ersten Schreck merkt Luis, dass die drei aufgedrehten Aliens alles andere als gefährlich sind. Dafür sind sie umso witziger. Am liebsten würde Luis seinem Vater seine neuen Freunde vorstellen. Aber er kann nicht riskieren, dass er sie schockfrostet. Während Luis versucht, Mog, Nag und Wabo bei einer abgedrehten Mission zu helfen, beschließt der Schuldirektor mit Hilfe der schaurigen Internatsleiterin Miss Diekendaker, dass Luis auf ihrem Internat besser aufgehoben sei, als bei seinem Vater… 

„Luis und die Aliens“ ist ein charmantes Animationsabenteuer mit einer sympathischen Botschaft, vielen Gags und putzigen Außerirdischen, an dem kleine Zuschauer ihre helle Freude haben werden und das die erwachsenen (Begleit-)Zuschauer nicht langweilen wird. Eine runde Sache.


THE HAPPY PRINCE  | Regie: Rupert Everett | FR/POL/BEL 2017

Im Zimmer einer billigen Absteige in Paris liegt Oscar Wilde (Rupert Everett) auf seinem Sterbebett, sein Leben zieht an ihm vorüber, die Erinnerungen versetzen ihn in andere Zeiten und an andere Orte. War er wirklich einst der berühmteste Mann in London? Der Künstler, der von einer Gesellschaft gekreuzigt wurde, die ihn einst anhimmelte? Der Liebhaber, verhaftet und freigelassen, der im letzten Abschnitt seines Lebens dennoch dem Ruin entgegentaumelt? Unter dem gnadenlosen Vergrößerungsglas des Todes lässt er sein Leben Revue passieren: der gescheiterte Versuch, sich mit seiner jahrelang leidenden Ehefrau Constance (Emily Watson) zu versöhnen, die wieder aufflammende, fatale Liebesaffäre mit Lord Alfred Douglas (Colin Morgan) sowie die warmherzige Hingabe von Robbie Ross (Edwin Thomas), der vergeblich versuchte, Wilde vor sich selbst zu retten. Von Dieppe über Neapel nach Paris: Die Freiheit ist ein Trugbild. 

Rupert Everett bringt mit seinem Oscar-Wilde-Biopic „The Happy Prince“ ein ambitioniert inszeniertes Drama auf die große Leinwand, dass mit dem Stilwillen des Regisseurs inhaltlich nicht mithalten kann.


EUPHORIA  | Regie: Lisa Langseth | SWE/DE 2017

Seit Jahren hatten die beiden ganz unterschiedlichen Schwestern Ines (Alicia Vikander) und Emilie (Eva Green) keinen Kontakt mehr zueinander. Jetzt aber erhält Ines eine dringliche Einladung Emilies, sie auf einer mysteriösen Europareise zu begleiten. Sie willigt ein, wenn auch widerstrebend, da sie eigentlich genug eigene Probleme hat. Erst als sie ihr Ziel erreichen, ein geheimnisvolles Schloss inmitten einer abgelegenen Waldlichtung, begreift Ines, warum Emilie sie an genau diesen Ort geführt hat. Sechs Tage bleiben den Schwestern sich mit ihrer bewegten Vergangenheit, die sie auf völlig unterschiedliche Lebenswege geführt hat, mal temperamentvoll, mal melancholisch auseinanderzusetzen. Marina (Charlotte Rampling), die Leiterin des surrealen Anwesens, wird dabei für die Schwestern zu einer vermittelnden Instanz…

Das starbesetzte Drama „Euphoria“ ist als filmischer Beitrag zum Thema Sterbehilfe völlig missraten und als Charakterporträt über zwei sich entfremdete Schwestern zeitweise sogar unfreiwillig komisch. Dagegen können auch Alicia Vikander und Eva Green nicht viel ausrichten, deren Figuren konsequent unterbelichtet bleiben.


EIN LEBEN | Regie: Stéphane Brizé | FR/BEL 2016

Normandie 1819. Die junge Landadelige Jeanne kehrt nach ihrer Ausbildung in einem Convent auf das Landgut ihrer Eltern an der Küste der Normandie zurück. Die wohlbehütete Jeanne träumt von der Liebe, die sie nur aus Büchern kennt.  Voller romantischer Ideen willigt sie ein, den verarmten Viscount Julien de Lamare zu heiraten. Nach der Trauung überlassen die Eltern Jeannes Ehemann das Landgut der Familie und Jeanne muss erkennen wie naiv sie die Welt bisher gesehen hat. Denn schon bald betrügt Julien sie. Wie die Jahreszeiten wechseln die Lebensphasen: Im Sommer ein leichtes Leben dank vieler Besucher, im Winter eine Einsamkeit, in der man auch die eigene Persönlichkeit gegen die Stürme verteidigen muss. In einer eigenwilligen Adaption des berühmten Romans von Guy de Maupassants erzählt Stéphane Brizé mit großer Intensität die zeitlose Geschichte einer jungen Frau auf der Suche nach Liebe.


TASTE OF CEMENT – DER GESCHMACK VON ZEMENT  | Regie: Ziad Kalthoum | LBN/DE/SYR/QAT/ARE 2017

Der junge syrische Dokumentarfilm-Regisseur Ziad Kalthoum hat mit „Taste of Cement“ ein bildgewaltiges, emotionales und intensives Werk geschaffen, das mehr ist als ein Film – es ist eine Erfahrung. In den strahlend blauen Himmel über Beirut wachsen neue Wolkenkratzer mit Traumblick auf das Mittelmeer. Tagsüber werden sie von syrischen Bauarbeitern errichtet. Zu Hause in ihrer Heimat zerstört der Krieg zur gleichen Zeit ihre eigenen Häuser. Selbst in der Nacht dürfen sie die Baustelle nicht verlassen. Sie müssen hinunter in die Keller der Betongiganten, wo sie kochen, hoffen, schlafen. Die poetische Sicht des Erzählers vermischt sich in diesem ästhetisch aufregenden Werk mit den Klängen und Bildern von Aufbau und Zerstörung in einer traumähnlichen Dissonanz. „Taste of Cement“ ist ein schillerndes Essay über die Bedeutung des Lebens, das der Filmemacher in Deutschland fertigstellte.


SYMPATHISANTEN | Regie: Felix Moeller | DE 2018

In „Sympathisanten“ kombiniert Felix Moeller einzigartige zeitgenössische Dokumente und intensive Gespräche mit Zeitzeugen und versucht, die Frage zu beantworten, wie es zu so einer polarisierenden und aggressiven Stimmung in der Bundesrepublik der 1970er Jahre kommen konnte, wie eine radikale kleine Gruppe wie die RAF so viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen konnte – und wieso die sogenannten Sympathisanten zwischen die Fronten von RAF und Staat gerieten. Mit zahlreichen Filmausschnitten und Archivmaterial sowie Margarethe von Trottas Tagebüchern entfaltet sich eine emotional bewegende Geschichte zwischen Privatheit und Politik vor größerem zeitgeschichtlichen Hintergrund. Dieser außergewöhnliche Dokumentarfilm beleuchtet ein kaum bekanntes Kapitel unserer Geschichte, als aus einem Kampf für eine gerechtere Gesellschaft Sympathien für eine militante Bewegung entstanden.


Heimkinotipp: DIE DUNKELSTE STUNDE  | Regie: Joe Wright | UK 2017

Mai 1940: Das anfängliche Kriegsglück der Nazis stürzt die britische Regierung in eine existenzielle Krise, Premierminister Chamberlain tritt zurück. Nur dem reichlich unpopulären Winston Churchill traut man zu, die scheinbar ausweglose Lage in den Griff zu bekommen. Er übernimmt das Amt, sieht sich aber bald von Öffentlichkeit und Regierungsmitgliedern bedrängt, mit den scheinbar unaufhaltsamen Nazis über einen Friedensvertrag zu verhandeln. Doch durch seine außerordentliche Weitsicht und Integrität gelingt es Churchill dennoch, an seiner Überzeugung festzuhalten und für die Freiheit seiner Nation zu kämpfen. Als die Luftschlacht um England entbrennt und die deutsche Invasion droht, wenden sich das überrumpelte britische Volk, der skeptische König und sogar seine eigene Partei von Churchill ab. Wie soll es ihm so gelingen, den Lauf der Weltgeschichte zu ändern? 

Der Oscar als Bester Hauptdarsteller wird Gary Oldman für seine spektakuläre Performance in „Die dunkelste Stunde“ nicht mehr zu nehmen sein. Doch auch davon einmal abgesehen, ist der überraschend leichtfüßig inszenierte Film eine Sternstunde des modernen Politkinos auf einem hohen technischen Niveau.

Inferno

Mit INFERNO verfilmt Hollywoodregisseur Ron Howard bereits den dritten Roman von Dan Brown, rund um den von Tom Hanks verkörperten Symbologen Robert Langdon. Den Zuschauerzahlen der ersten beiden Filme nach zu urteilen, müsste das Thrillerabenteuer zwischen fünf und sechs Millionen Besucher in die Kinos locken. Wäre das der Qualität nach gerechtfertigt? Mehr dazu in meiner Kritik.
Inferno

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Das startet am 13. Oktober 2016

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 13. Oktober 2016, der mit „Inferno“ einen potenziellen Hit in petto hat. Gemessen an den Zuschauerzahlen der Vorgängerfilme „Illiminati“ (4,6 Millionen) und „The Da Vinci Code“ (5,7 Millionen) müsste das neueste Robert-Langdon-Abenteuer eigentlich ebenfalls einen mehrfachen Millionenwert einfahren können. Bleibt abzuwarten, ob die Romanverfilmung nach wie vor so viele Fans hat, dass ihr dieses Kunststück gelingt. Qualitativ hätte sie es verdient. Der stärkste Neustark „American Honey“ hingegen, der auch auf Cannes frenetisch gefeiert wurde, wird aufgrund seiner niedrigen Kopienanzahl  vermutlich nicht einmal annähernd so viele Zuschauer in die Kinos locken können. Zu hoffen ist die übrigens auch der grauenvollen Klischeeparade „Verrückt nach Fixi“ – doch in einem Jahr, in dem die Zotenparade „Dirty Grandpa“  zu den meistbesuchten Filmen gehört, bin ich auf alles vorbereitet. Starpower könnte sich indes beim Fantasy-Filmfest-Hit „Swiss Army Man“ auszahlen. Der Film, der als jener bekannt wurde, in dem Harry Potter eine furzende Leiche spielt, hat schon vor seinem Start einen gewissen Kultstatus erreicht.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

AMERICAN HONEY | Regie: Andrea Arnold | USA 2016

American Honey

Star (Sasha Lane) ist gefangen in einem Leben, dass sie sich so nicht erträumt hat. Als sie eines Tages Jake (Shia LaBeouf) sieht, ist sie fasziniert. Er ist der vermeintliche Kopf einer Gruppe unbeschwerter Jugendlicher, denen sie in einem Supermarkt begegnet. Unvermittelt lädt er sie ein, sich ihnen anzuschließen. In Star keimt der Gedanke, alles hinter sich zu lassen. Jake hat ihr den Kopf verdreht und so stürzt sie sich ins Abenteuer, in die Freiheit und das Gefüge einer Gruppe mit ganz eigenen Regeln – tagsüber ziehen sie von Haustür zu Haustür, um halb-legal Magazine zu verkaufen, und nachts feiern sie wild und zügellos. Ein Roadtrip in das Herz Amerikas und der Beginn einer rohen jungen Liebe, die ihre Grenzen sucht….
5 von 5

Die Konfrontation mit den Reichen und Schönen, die Folgen von Drogenmissbrauch aber auch leidenschaftlicher Sex unter dem Sternenhimmel: „American Honey“ ist eine thematisch vielfältige, inszenatorisch starke und vor Enthusiasmus übersprudelnde Wundertüte über die Faszination der gesellschaftlichen Unabhängigkeit, die sich von der ersten Sekunde an auf den Zuschauer überträgt.


SWISS ARMY MAN | Regie: Dan Kwan, Daniel Schreinert | USA 2016

Swiss Army Man

Er hat weder einen „Freitag“ zur Ablenkung noch einen Volleyball zur Ansprache. Deshalb hat der auf einer einsamen Insel gestrandete Hank (Paul Dano) bereits mit seinem Leben abgeschlossen und sich den alles beendenden Strick geknüpft, als ihn ein merkwürdiges „Strandgut“ ablenkt und unverhofft zu seinem Lebensretter wird: Die aufgeblähte Leiche von Manny (Daniel Radcliffe) entpuppt sich als veritabler, (un)toter Alleskönner, mit dem sich trefflich Boot fahren, jagen und sogar kommunizieren lässt. Als Manny mit der Zeit immer aktiver wird und Hank schon bald sogar als sprechender Weggefährte zur Seite steht, ist das der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Denn obwohl die beiden völlig verschieden sind, haben sie doch mit ähnlichen Problemen zu kämpfen… 4 von 5

So einen Film gab es einfach noch nicht! Was schon ohne weitere Erklärungen ausreichen würde, um die Qualitäten von „Swiss Army Man“ hervorzuheben, unterstreicht das Regieduo The Daniels mit zwei starken Hauptfiguren, deren philosophische Gedankengänge das Geschehen zu ungeahnter Menschlichkeit verhelfen, ohne die Geschichte zu verkopfen.


INFERNO | Regie: Ron Howard | USA/JP/TUR/HUN 2016

Inferno

Nach einem mysteriösen Unfall wird der erfahrene Symbologe Robert Langdon (Tom Hanks) mit einer Reihe von Hinweisen konfrontiert, die mit Dantes „Inferno“ zusammenhängen. Nachdem er in einem italienischen Krankenhaus mit Amnesie erwacht ist, tut er sich mit der jungen Ärztin Sienna Brooks (Felicity Jones) zusammen, die mehr über die Ereignisse zu wissen scheint, als er.  Langdon hofft, dass sie ihm dabei helfen kann, seine Erinnerung wiederzuerlangen. Gemeinsam hetzen sie in einem Wettlauf gegen die Zeit durch ganz Europa, um einen Wahnsinnigen davon abzuhalten, einen globalen Virus freizusetzen, der die halbe Weltbevölkerung auslöschen würde. Seiner Auffassung nach ist die Menschheit das Virus – und Inferno die Heilung. 4 von 5

„Inferno“ ist eine über weite Strecken hochspannende Verfolgungsjagd rund um den Erdball, angereichert mit einer Handvoll Rätseln, die Ron Howards neuesten Film wie eine Erwachsenen-Version der „Drei Fragezeichen“-Abenteuer erscheinen lassen.


VERRÜCKT NACH FIXI |  Regie: Mike Marzuk | DE 2016

Verrückt nach Fixi

Tom (Jascha Rust) ist ein richtig netter Kerl, und genau das ist sein Problem: Echte Frauen stehen nicht auf nette Kerle. Kein Wunder also, dass Tom bis jetzt noch bei keinem Mädel landen konnte, und als ob das nicht schon schlimm genug wäre, wird ihm auf der Abi-Party vor dem Gelächter aller FIXI, eine lebensgroße aufblasbare Puppe, überreicht. Peinlicher geht‘s nicht. Tom ertränkt seinen Frust und will das Ding einfach nur loswerden. Doch am nächsten Morgen liegt plötzlich eine echte Traumfrau in seinem Bett: Die Puppe ist zum Leben erwacht! Mit der bildhübschen FIXI (Lisa Tomaschewsky) als Freundin wird Tom quasi über Nacht vom Normalo zum Hipster: Das erste Mal, coole Partys, neue Freunde – doch dabei bleibt nicht nur sein BFF Dodie (Roland Schreglmann) auf der Strecke.1 von 5

„Verrückt nach Fixi“ hantiert mit grauenvollen Geschlechterklischees, setzt auf unausstehliche Charaktere und zu allem Überfluss ist das, was auf der Leinwand passiert dann auch noch nicht mal im Ansatz interessant oder gar komisch. Am besten lässt man hier ganz schnell die Luft raus!


WELCOME TO NORWAY |  Regie: Rune Denstad Langlo | NOR 2016
Welcome to Norway

Primus ist ein Mann mit großen Visionen. Am größten aber ist bei ihm die Abneigung gegen alles Fremde. Die vielen Flüchtlinge, von denen allseits die Rede ist, kommen ihm trotzdem gerade recht. Sein Pleite gegangenes Hotel im Norden Norwegens soll dank ihnen doch noch zur Goldgrube werden, denn sie können hier kostengünstig zwischengelagert werden. Und dafür winken saubere Subventionen. Seine Frau Hanni und Tochter Oda trauen ihren Augen nicht, als ganze Busladungen in das Hotel einmarschieren, in dem Zimmer, Türen, Heizung und Strom fehlen. Nicht vorbereitet ist Primus auf die diplomatischen Verwicklungen, die nun auf ihn lauern: Christen weigern sich mit Arabern, Sunniten mit Schiiten das Zimmer zu teilen. Der optimistische Abedi erweist sich schon bald als unverzichtbarer Vermittler.


AFFENKÖNIG | Regie: Oliver Rihs | DE 2016
Affenkönig

DIE WELT DER WUNDERLICHS | Regie: Dani Levy | DE 2016
Wie Welt der Wunderlichs

Mimi Wunderlich (Katharina Schüttler) – alleinerziehend in Mannheim – hat soeben ihren Job verloren und auf dem Parkplatz einen Kunden (Steffen Groth) angefahren. Nur, weil sie schon wieder Hals über Kopf zur Schule musste, wo der hyperaktive Sohn (EWi Rodriguez) eine Lehrerin in den Schrank gesperrt hat. Mimis manischer Vater (Peter Simonischek) ist aus dem Krankenhaus getürmt und verwettet samt neuer Flamme aller Hab und Gut beim Pferderennen, Mimis Mutter (Hannelore Elsner) pflegt ihre Depression, die toughe Schwester (Christiane Paul) denkt nur an sich und ihren Frisörsalon und Ex-Mann Johnny (Martin Feifel) lebt ein Versager-Rockstar-Leben im Hotel und hat in Erziehungsfragen ganz eigene Vorstellungen. Und Mimi? Kümmert sich um alle und ist kurz vorm Durchdrehen.


SAINT AMOUR | Regie: Benoît Deléphine, Gustave Lervern  | FR/BEL 2016
Saint Amour - Drei gute Jahrgänge

So kann es nicht weitergehen! Seit Langem redet Bruno (Benoît Poelvoorde) kaum noch mit seinem Vater Jean (Gérard Depardieu). Wie jedes Jahr fahren sie zur Pariser Landwirtschaftsmesse, bei der Bruno traditionell seine „Weinreise“ unternimmt, während Jean hofft, mit seinem Zuchtbullen Preise zu gewinnen. Doch diesmal soll alles anders zu werden. Eine echte Weinreise muss her! Obwohl man die beiden eher voreinander schützen müsste, sitzen sie kurzentschlossen gemeinsam im Taxi des jungen Mike (Vincent Lacoste) und fahren schnurstracks nach Saint Amour, dem malerischen Weinort im Beaujolais. Eine idyllische Gegend der Weinberge und kleinen Restaurants, in der alles möglich scheint. Vielleicht ja auch, dass Jean und Brunos Differenzen sich auflösen, und sie wieder zueinander finden.


WEISSE RITTER | Regie: Markus Mischkowski, Kai Maria Steinkühler | DE 2015
Weiße Ritter

Mit dem Kinofilm „Weiße Ritter“ präsentiert Westendfilme die achte Episode des Kölner Westend-Zyklus:

Die beiden langzeitarbeitslosen Freunde Mike (Markus Mischkowski) und Alfred (Kai Maria Steinkühler) werden von ihrem alten Kumpel Rasto (Jens Claßen) als Mitarbeiter seines neuen Kurierdienstes rekrutiert und sollen wichtige Unterlagen „diskret“ nach Luxemburg bringen. Als Rasto jedoch, gecoacht von einer charmanten Consulterin (Claudia Basrawi), neue Methoden der Personalführung und Mitarbeitermotivation einführt und Alfred sich in die eigenwillige Tramperin Anja (Steffi Gosejohann) verliebt, gerät das Pilotprojekt schnell zu einem unwägbaren Unterfangen. Ein Abenteuer mit postmodernen Prekariern in frühmittelalterlichen Beschäftigungsverhältnissen.


Heimkinotipp: WHISKEY TANGO FOXTROT | Regie: Glenn Ficarra, John Requa | USA 2016

Whiskey Tango Foxtrot

TV-Reporterin Kim sucht nach einer neuen Herausforderung. Als ihr Sender unter den Mitarbeitern kamerataugliches „Kanonenfutter“ für die Berichterstattung von der afghanischen Reporter-Front sucht, meldet sie sich kurzerhand freiwillig. Überfordert von sich und Kabul, erlebt die Journalistin schon bald, dass es keinen Unterschied macht, dass man den Presseausweis um den Hals trägt. Kim lässt sich auf neue Regeln ein. 1. Was Colonel Hollanek befiehlt, ist maximal eine grobe Richtlinie für beschissene Situationen. 2. Wenn Politiker einem unter den Rock kriechen, kann man wenigstens guten Gewissens seine Kontakte nutzen. 3. Bevor man den neuseeländischen Security-Mann zum „Strammstehen“ an die blonde Korrespondenten-Granate Tanya abgibt, sollte man seine eigenen Grundbedürfnisse befriedigen.
4 von 5

Die Regisseure, die uns schon Meisterwerke wie „Crazy, Stupid, Love“ und „I Love You, Philipp Morris“ bescherten, wagen sich in „Whiskey Tango Foxtrot“ auf ganz neues Terrain und kombinieren derbe Späße mit einer einfühlsamen Kriegsdramathematik. Wer sich darauf einstellt, dass „WTF“ ernster ist, als in den Trailern dargestellt, wird hieran viel Freude haben.

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