Schlagwort-Archiv: Ron Howard

Inferno

Mit INFERNO verfilmt Hollywoodregisseur Ron Howard bereits den dritten Roman von Dan Brown, rund um den von Tom Hanks verkörperten Symbologen Robert Langdon. Den Zuschauerzahlen der ersten beiden Filme nach zu urteilen, müsste das Thrillerabenteuer zwischen fünf und sechs Millionen Besucher in die Kinos locken. Wäre das der Qualität nach gerechtfertigt? Mehr dazu in meiner Kritik.
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Das startet am 13. Oktober 2016

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 13. Oktober 2016, der mit „Inferno“ einen potenziellen Hit in petto hat. Gemessen an den Zuschauerzahlen der Vorgängerfilme „Illiminati“ (4,6 Millionen) und „The Da Vinci Code“ (5,7 Millionen) müsste das neueste Robert-Langdon-Abenteuer eigentlich ebenfalls einen mehrfachen Millionenwert einfahren können. Bleibt abzuwarten, ob die Romanverfilmung nach wie vor so viele Fans hat, dass ihr dieses Kunststück gelingt. Qualitativ hätte sie es verdient. Der stärkste Neustark „American Honey“ hingegen, der auch auf Cannes frenetisch gefeiert wurde, wird aufgrund seiner niedrigen Kopienanzahl  vermutlich nicht einmal annähernd so viele Zuschauer in die Kinos locken können. Zu hoffen ist die übrigens auch der grauenvollen Klischeeparade „Verrückt nach Fixi“ – doch in einem Jahr, in dem die Zotenparade „Dirty Grandpa“  zu den meistbesuchten Filmen gehört, bin ich auf alles vorbereitet. Starpower könnte sich indes beim Fantasy-Filmfest-Hit „Swiss Army Man“ auszahlen. Der Film, der als jener bekannt wurde, in dem Harry Potter eine furzende Leiche spielt, hat schon vor seinem Start einen gewissen Kultstatus erreicht.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

AMERICAN HONEY | Regie: Andrea Arnold | USA 2016

American Honey

Star (Sasha Lane) ist gefangen in einem Leben, dass sie sich so nicht erträumt hat. Als sie eines Tages Jake (Shia LaBeouf) sieht, ist sie fasziniert. Er ist der vermeintliche Kopf einer Gruppe unbeschwerter Jugendlicher, denen sie in einem Supermarkt begegnet. Unvermittelt lädt er sie ein, sich ihnen anzuschließen. In Star keimt der Gedanke, alles hinter sich zu lassen. Jake hat ihr den Kopf verdreht und so stürzt sie sich ins Abenteuer, in die Freiheit und das Gefüge einer Gruppe mit ganz eigenen Regeln – tagsüber ziehen sie von Haustür zu Haustür, um halb-legal Magazine zu verkaufen, und nachts feiern sie wild und zügellos. Ein Roadtrip in das Herz Amerikas und der Beginn einer rohen jungen Liebe, die ihre Grenzen sucht….
5 von 5

Die Konfrontation mit den Reichen und Schönen, die Folgen von Drogenmissbrauch aber auch leidenschaftlicher Sex unter dem Sternenhimmel: „American Honey“ ist eine thematisch vielfältige, inszenatorisch starke und vor Enthusiasmus übersprudelnde Wundertüte über die Faszination der gesellschaftlichen Unabhängigkeit, die sich von der ersten Sekunde an auf den Zuschauer überträgt.


SWISS ARMY MAN | Regie: Dan Kwan, Daniel Schreinert | USA 2016

Swiss Army Man

Er hat weder einen „Freitag“ zur Ablenkung noch einen Volleyball zur Ansprache. Deshalb hat der auf einer einsamen Insel gestrandete Hank (Paul Dano) bereits mit seinem Leben abgeschlossen und sich den alles beendenden Strick geknüpft, als ihn ein merkwürdiges „Strandgut“ ablenkt und unverhofft zu seinem Lebensretter wird: Die aufgeblähte Leiche von Manny (Daniel Radcliffe) entpuppt sich als veritabler, (un)toter Alleskönner, mit dem sich trefflich Boot fahren, jagen und sogar kommunizieren lässt. Als Manny mit der Zeit immer aktiver wird und Hank schon bald sogar als sprechender Weggefährte zur Seite steht, ist das der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Denn obwohl die beiden völlig verschieden sind, haben sie doch mit ähnlichen Problemen zu kämpfen… 4 von 5

So einen Film gab es einfach noch nicht! Was schon ohne weitere Erklärungen ausreichen würde, um die Qualitäten von „Swiss Army Man“ hervorzuheben, unterstreicht das Regieduo The Daniels mit zwei starken Hauptfiguren, deren philosophische Gedankengänge das Geschehen zu ungeahnter Menschlichkeit verhelfen, ohne die Geschichte zu verkopfen.


INFERNO | Regie: Ron Howard | USA/JP/TUR/HUN 2016

Inferno

Nach einem mysteriösen Unfall wird der erfahrene Symbologe Robert Langdon (Tom Hanks) mit einer Reihe von Hinweisen konfrontiert, die mit Dantes „Inferno“ zusammenhängen. Nachdem er in einem italienischen Krankenhaus mit Amnesie erwacht ist, tut er sich mit der jungen Ärztin Sienna Brooks (Felicity Jones) zusammen, die mehr über die Ereignisse zu wissen scheint, als er.  Langdon hofft, dass sie ihm dabei helfen kann, seine Erinnerung wiederzuerlangen. Gemeinsam hetzen sie in einem Wettlauf gegen die Zeit durch ganz Europa, um einen Wahnsinnigen davon abzuhalten, einen globalen Virus freizusetzen, der die halbe Weltbevölkerung auslöschen würde. Seiner Auffassung nach ist die Menschheit das Virus – und Inferno die Heilung. 4 von 5

„Inferno“ ist eine über weite Strecken hochspannende Verfolgungsjagd rund um den Erdball, angereichert mit einer Handvoll Rätseln, die Ron Howards neuesten Film wie eine Erwachsenen-Version der „Drei Fragezeichen“-Abenteuer erscheinen lassen.


VERRÜCKT NACH FIXI |  Regie: Mike Marzuk | DE 2016

Verrückt nach Fixi

Tom (Jascha Rust) ist ein richtig netter Kerl, und genau das ist sein Problem: Echte Frauen stehen nicht auf nette Kerle. Kein Wunder also, dass Tom bis jetzt noch bei keinem Mädel landen konnte, und als ob das nicht schon schlimm genug wäre, wird ihm auf der Abi-Party vor dem Gelächter aller FIXI, eine lebensgroße aufblasbare Puppe, überreicht. Peinlicher geht‘s nicht. Tom ertränkt seinen Frust und will das Ding einfach nur loswerden. Doch am nächsten Morgen liegt plötzlich eine echte Traumfrau in seinem Bett: Die Puppe ist zum Leben erwacht! Mit der bildhübschen FIXI (Lisa Tomaschewsky) als Freundin wird Tom quasi über Nacht vom Normalo zum Hipster: Das erste Mal, coole Partys, neue Freunde – doch dabei bleibt nicht nur sein BFF Dodie (Roland Schreglmann) auf der Strecke.1 von 5

„Verrückt nach Fixi“ hantiert mit grauenvollen Geschlechterklischees, setzt auf unausstehliche Charaktere und zu allem Überfluss ist das, was auf der Leinwand passiert dann auch noch nicht mal im Ansatz interessant oder gar komisch. Am besten lässt man hier ganz schnell die Luft raus!


WELCOME TO NORWAY |  Regie: Rune Denstad Langlo | NOR 2016
Welcome to Norway

Primus ist ein Mann mit großen Visionen. Am größten aber ist bei ihm die Abneigung gegen alles Fremde. Die vielen Flüchtlinge, von denen allseits die Rede ist, kommen ihm trotzdem gerade recht. Sein Pleite gegangenes Hotel im Norden Norwegens soll dank ihnen doch noch zur Goldgrube werden, denn sie können hier kostengünstig zwischengelagert werden. Und dafür winken saubere Subventionen. Seine Frau Hanni und Tochter Oda trauen ihren Augen nicht, als ganze Busladungen in das Hotel einmarschieren, in dem Zimmer, Türen, Heizung und Strom fehlen. Nicht vorbereitet ist Primus auf die diplomatischen Verwicklungen, die nun auf ihn lauern: Christen weigern sich mit Arabern, Sunniten mit Schiiten das Zimmer zu teilen. Der optimistische Abedi erweist sich schon bald als unverzichtbarer Vermittler.


AFFENKÖNIG | Regie: Oliver Rihs | DE 2016
Affenkönig

DIE WELT DER WUNDERLICHS | Regie: Dani Levy | DE 2016
Wie Welt der Wunderlichs

Mimi Wunderlich (Katharina Schüttler) – alleinerziehend in Mannheim – hat soeben ihren Job verloren und auf dem Parkplatz einen Kunden (Steffen Groth) angefahren. Nur, weil sie schon wieder Hals über Kopf zur Schule musste, wo der hyperaktive Sohn (EWi Rodriguez) eine Lehrerin in den Schrank gesperrt hat. Mimis manischer Vater (Peter Simonischek) ist aus dem Krankenhaus getürmt und verwettet samt neuer Flamme aller Hab und Gut beim Pferderennen, Mimis Mutter (Hannelore Elsner) pflegt ihre Depression, die toughe Schwester (Christiane Paul) denkt nur an sich und ihren Frisörsalon und Ex-Mann Johnny (Martin Feifel) lebt ein Versager-Rockstar-Leben im Hotel und hat in Erziehungsfragen ganz eigene Vorstellungen. Und Mimi? Kümmert sich um alle und ist kurz vorm Durchdrehen.


SAINT AMOUR | Regie: Benoît Deléphine, Gustave Lervern  | FR/BEL 2016
Saint Amour - Drei gute Jahrgänge

So kann es nicht weitergehen! Seit Langem redet Bruno (Benoît Poelvoorde) kaum noch mit seinem Vater Jean (Gérard Depardieu). Wie jedes Jahr fahren sie zur Pariser Landwirtschaftsmesse, bei der Bruno traditionell seine „Weinreise“ unternimmt, während Jean hofft, mit seinem Zuchtbullen Preise zu gewinnen. Doch diesmal soll alles anders zu werden. Eine echte Weinreise muss her! Obwohl man die beiden eher voreinander schützen müsste, sitzen sie kurzentschlossen gemeinsam im Taxi des jungen Mike (Vincent Lacoste) und fahren schnurstracks nach Saint Amour, dem malerischen Weinort im Beaujolais. Eine idyllische Gegend der Weinberge und kleinen Restaurants, in der alles möglich scheint. Vielleicht ja auch, dass Jean und Brunos Differenzen sich auflösen, und sie wieder zueinander finden.


WEISSE RITTER | Regie: Markus Mischkowski, Kai Maria Steinkühler | DE 2015
Weiße Ritter

Mit dem Kinofilm „Weiße Ritter“ präsentiert Westendfilme die achte Episode des Kölner Westend-Zyklus:

Die beiden langzeitarbeitslosen Freunde Mike (Markus Mischkowski) und Alfred (Kai Maria Steinkühler) werden von ihrem alten Kumpel Rasto (Jens Claßen) als Mitarbeiter seines neuen Kurierdienstes rekrutiert und sollen wichtige Unterlagen „diskret“ nach Luxemburg bringen. Als Rasto jedoch, gecoacht von einer charmanten Consulterin (Claudia Basrawi), neue Methoden der Personalführung und Mitarbeitermotivation einführt und Alfred sich in die eigenwillige Tramperin Anja (Steffi Gosejohann) verliebt, gerät das Pilotprojekt schnell zu einem unwägbaren Unterfangen. Ein Abenteuer mit postmodernen Prekariern in frühmittelalterlichen Beschäftigungsverhältnissen.


Heimkinotipp: WHISKEY TANGO FOXTROT | Regie: Glenn Ficarra, John Requa | USA 2016

Whiskey Tango Foxtrot

TV-Reporterin Kim sucht nach einer neuen Herausforderung. Als ihr Sender unter den Mitarbeitern kamerataugliches „Kanonenfutter“ für die Berichterstattung von der afghanischen Reporter-Front sucht, meldet sie sich kurzerhand freiwillig. Überfordert von sich und Kabul, erlebt die Journalistin schon bald, dass es keinen Unterschied macht, dass man den Presseausweis um den Hals trägt. Kim lässt sich auf neue Regeln ein. 1. Was Colonel Hollanek befiehlt, ist maximal eine grobe Richtlinie für beschissene Situationen. 2. Wenn Politiker einem unter den Rock kriechen, kann man wenigstens guten Gewissens seine Kontakte nutzen. 3. Bevor man den neuseeländischen Security-Mann zum „Strammstehen“ an die blonde Korrespondenten-Granate Tanya abgibt, sollte man seine eigenen Grundbedürfnisse befriedigen.
4 von 5

Die Regisseure, die uns schon Meisterwerke wie „Crazy, Stupid, Love“ und „I Love You, Philipp Morris“ bescherten, wagen sich in „Whiskey Tango Foxtrot“ auf ganz neues Terrain und kombinieren derbe Späße mit einer einfühlsamen Kriegsdramathematik. Wer sich darauf einstellt, dass „WTF“ ernster ist, als in den Trailern dargestellt, wird hieran viel Freude haben.

Das startet am 15. September 2016

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 15. September, der mit einer der größten Überraschungen des Kinojahres aufwarten kann. Mit „SMS für Dich“ haucht Karoline Herfurth dem RomCom-Genre nicht bloß neues Leben ein, sie küsst es regelrecht aus einem Tiefschlaf. Ein absolutes Must-See, das sicherlich die Chance hat, der meistgesehene, deutsche Film des Jahres zu werden. Dasselbe gilt auch für „Tschick“, den ich zwar schon gesehen habe, bis Dienstag allerdings noch schweigen muss. Kleiner Wink mit dem Zaunpfahl: Es geht punktemäßig sehr einseitig zu in dieser Startwoche. Der dritte Teil der „Purge“-Reihe ist qualitativ der beste und könnte angesichts der guten Platzierung – auch hierzulande ist die US-Wahl ein großes Thema – die bisher höchsten Zuschauerzahlen holen. Der Rest startet wohl zu klein, um an den Kinokassen nennenswerte Erfolge einzuholen.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

SMS FÜR DICH | Regie: Karoline Herfurth | DE 2016

SMS für Dich

Clara (Karoline Herfurth) kommt einfach nicht über den Verlust ihrer großen Liebe Ben hinweg, der vor zwei Jahren bei einem Autounfall gestorben ist. Selbst ihrer forschen Mitbewohnerin Katja gelingt es nur mühsam, ihre Freundin zurück ins Leben zu manövrieren. Stattdessen schreibt Clara voller Wehmut SMS an Bens alte Handynummer … ohne zu ahnen, dass die Nummer gerade neu vergeben wurde. So landen ihre liebevollen, romantischen Erinnerungen direkt im Display des Sportjournalisten Mark . Verblüfft und zugleich berührt liest dieser die SMS gewordene Sehnsucht … und schlittert in seiner Verwirrung bei seiner Freundin Fiona von einem Fettnapf in den nächsten. Trotzdem: Er muss die mysteriöse Unbekannte unbedingt finden und spannt auch seinen besten Freund David in die Suche ein…4 von 5

Diesen Film mag man nicht einfach, man hat ihn lieb! Karoline Herfurth gelingt mit ihrem Regiedebüt „SMS für Dich“ ein bezaubernder Spagat zwischen liebevoll-zurückhaltender Romanze und vielseitiger Komödie, der man die kleinen Schwächen in der technischen Ausführung nur zu gern verzeiht.


THE PURGE: ELECTION YEAR | Regie: James DeMonaco | USA 2016

The Purge: Election Year

Zwei Jahre sind vergangen, seitdem Leo Barnes (Frank Grillo) sich während der Purge-Nacht im letzten Moment dagegen entschied, an dem Mann Rache zu üben, der Schuld am Tod seiner Tochter hatte. Es ist Wahljahr und mittlerweile arbeitet er als Sicherheitschef der Senatorin Charlie Roan (Elizabeth Mitchell). Mitten in ihrer Präsidentschaftskampagne steht die alljährliche „Purge-Nacht bevor. Jene Nacht, in der für 12 Stunden alle Verbrechen bis hin zu Mord legal sind. Raons politische Gegner wollen die Chance, ihre Konkurrentin auszumerzen, natürlich nicht ungenutzt lassen wollen. Nach einem hinterhältigen Verrat ist die bedingungslose Jagd auf die Senatorin eröffnet und Leo hat alle Hände voll zu tun, die Senatorin aus der Schusslinie zu bringen und die Nacht zu überleben.
4 von 5

So pervers hatten wir uns das Franchise von Anfang an gewünscht: „The Purge: Election Year“ vereint die, mit jedem steigenden Umfrageprozent von Donald Trump realistischer wirkende Prämisse um die Säuberung mit spektakulären Bildern und absolut wahnwitzigen Charakteren, sodass am Ende nur ein Schlusszug übrig bleibt: Die Menschlichkeit ist am Ende.


MY FIRST LADY | Regie: Richard Tamme | USA 2016

My First Lady

Es ist ein sonniger Sonntagmorgen in Chicago im Jahr 1989, als sich der junge, selbstbewusste  Jurist Barack Obama auf den Weg zu der attraktiven Anwältin,  seiner ehrgeizigen Vorgesetzten, Michelle Robinson macht – für ihr erstes Date, wenn es nach ihm geht!  Für Michelle ist es ein Treffen unter Kollegen und so lässt sie sich anfangs widerstrebend aber auch ein wenig amüsiert darauf ein, begleitet Barack nicht nur zu der verabredeten Gemeindeversammlung, sondern auch in eine Ausstellung. Und in den Park. Und zum Mittagessen… Aus einem Termin wird ein ganzer, wunderbarer Sommertag. Michelle ist mehr als auf der Hut und kann doch nicht umhin, sich von dem unwiderstehlich frechen Charme des geistreichen Barack beeindrucken zu lassen.  Als es Abend wird, haben sich die beiden – die noch nicht ahnen, welcher Weg vor ihnen liegt.
4 von 5

„My First Lady“ zeichnet das erste Kennenlernen der Obamas liebevoll und zurückhaltend nach. Das mag den Einen zu geschwätzig sein, für die Anderen ergibt sich so indes ein unverfälschtes Abbild eines die US-amerikanische Politik später umso mehr prägenden Paares, dem Regisseur Richard Tamme hiermit ein jederzeit den richtigen Ton findendes Filmdenkmal gesetzt hat. Die in den nächsten Jahren sicher folgenden Biopics können dann den schweren Politstoff übernehmen.


THE BEATLES: EIGHT DAYS A WEEK – THE TOURING YEARS |  Regie: Ron Howard | UK/USA 2016

The Beatles: Eight Days a Week - The Touring Years

Bis heute sind sie die Könige des Pop: Die vier Pilzköpfe Paul, John, George und Ringo eroberten in den Sechzigern von Liverpool aus die Welt. Der Dokumentarfilm begleitet die Band während ihrer Tour-Jahre, und damit von ihren Anfängen im Hamburger Star Club Anfang der Sechziger bis zu ihrem letzten Konzert im Candlestick Park in San Francisco 1966. Wie wurde aus den vier jungen Männern aus Liverpool, John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr, die erfolgreichste Band der Popgeschichte? Der Film beleuchtet wie diese vier ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten zusammen als Band funktionierten, ihre Entscheidungen trafen, Songs schrieben und dabei die außergewöhnliche Karriere der Beatles starteten und die Welt im Sturm eroberten.
4 von 5

Neue musikalische Erkenntnisse liefert „The Beatles: Eight Days a Week – The Touring Years“ nicht unbedingt. Dafür ist Ron Howard mit seiner Beatles-Dokumentation ein mitreißender Blick hinter die Kulissen der Tourjahre der Kultband geraten, der den Beatles-Mythos auch all jenen ein Stückweit näher bringt, die mit der Musik nicht viel anfangen können.


TSCHICK |  Regie: Fatih Akin |  DE 2016
Tschick

Während die Mutter in der Entzugsklinik und der Vater mit seiner Assistentin auf „Geschäftsreise“ ist, verbringt der 14-jährige Außenseiter Maik Klingenberg /Tristan Göbel) die großen Ferien allein am Pool der elterlichen Villa. Doch dann kreuzt Tschick (Anand Batbileg) auf. Tschick, eigentlich Andrej Tschichatschow, stammt aus dem tiefsten Russland, kommt aus einem der Hochhäuser in Berlin-Marzahn – und hat einen geklauten Lada dabei. Damit beginnt eine Reise ohne Karte und Kompass durch die sommerglühende ostdeutsche Provinz. Die Geschichte eines Sommers, den wir alle einmal erleben… „Tschick“ erschien am 17. September 2010 und hält sich bis heute in der Spiegel-Bestsellerliste. Der mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Roman zählt zu den größten literarischen Erfolgen der vergangenen Jahre. 4 von 5

Der Sommer ihres Lebens – Fatih Akins Verfilmung des Kultromans „Tschick“ ist eine Ode an das Anderssein und strotzt nur so vor verschrobener Energie. Die beiden Hauptdarsteller stoßen sich mit ihren Performances die Tür zu einer großen Schauspielkarriere auf. Ihnen und ihrem Regisseur gelingt es, ein einzigartiges Lebensgefühl von der Leinwand in den Kinosaal zu transportieren.


AUF AUGENHÖHE | Regie: Evi Goldbrunner, Joachim Dollhopf | DE 2016
Auf Augenhöhe

Heimkind Michi (Luis Vorbach) muss sich in seiner Wohngruppe behaupten und den Respekt der anderen Kids erkämpfen. Am liebsten würde er sofort die Kurve kratzen und endlich zu einer richtigen Familie gehören. Als er die Adresse seines bisher unbekannten Vaters findet, erfüllt sich sein größter Traum  – bis er erfährt, dass sein Vater Tom (Jordan Prentice) kleinwüchsig ist. Damit wird Michis Vorstellung von seiner idealen Vaterfigur total auf den Kopf gestellt. Er hatte sich einen großen, starken Mann an seiner Seite gewünscht. Der Weg der beiden zueinander ist schwierig: Michi schämt sich für Tom, und der wiederum ist enttäuscht über die Ablehnung seines Sohnes. Als sich die beiden schließlich doch annähern, sich auf Augenhöhe begegnen, bringt ein unerwartetes Ereignis noch einmal alles durcheinander. Steht das Verhältnis zwischen Vater und Sohn auf dem Spiel?


ENTERTAINMENT | Regie: Rick Alverson | USA 2015
Entertainment

Ein kaputter, alternder Comedian tourt durch die kalifornische Wüste, verloren in einem Teufelskreis aus heruntergekommenen Spielorten, neuartiger Touristenattraktionen und vergeblicher Versuche, seine von ihm entfremdete Tochter zu erreichen. Tagsüber schleppt er sich durch die karge Landschaft und stößt ungewollt jede Bekanntschaft vor den Kopf. Nachts sucht er Trost in der Verkörperung seiner Bühnenfigur. Angestachelt von der Aussicht auf ein lukratives Hollywood-Engagement quält er sich durch eine Reihe zunehmend unwirklicher und flüchtiger Begegnungen. In Alversons halluzinogener Fuge spielt Gregg Turkington Den Comedian, der zwischen den beiden Extremen gefangen ist, einerseits im Mittelpunkt zu stehen, andererseits aber allen vor den Kopf zu stoßen, und der immer wieder auf überraschende Charaktere trifft.


VIVA | Regie: Paddy Breathnach | IR 2015
Viva

Havanna, Kuba. Jesus arbeitet als Friseur in einer Travestie-Bar, würde aber viel lieber selbst auf die Bühne. Als ihm die resolute Barchefin Mama endlich die Chance dazu gibt, wird Jesus von einem Gast auf offener Bühne attackiert. Erst auf den zweiten Blick erkennt er den Mann: Es ist sein Vater Angel, den er seit 15 Jahren nicht mehr gesehen hat.

Ungefragt nistet sich Angel bei seinem Sohn ein und verbietet ihm, weiter als Sängerin aufzutreten. Jesus ist hin und hergerissen: zwischen dem Wunsch, seinen Vater besser kennenzulernen, dessen aggressiven Trinkerlaunen und seinen eigenen Sehnsüchten, wieder Viva zu sein, die hingebungsvolle Diva. Erst als Jesus erfährt, warum sein Vater wirklich zurückgekehrt ist, findet er zu seiner eigenen Stimme zurück…


MULTIPLE SCHICKSALE | Regie: Jann Kessler | CH 2015
Multiple Schicksale

Seit Jahren leidet Janns Mutter an MS – Multipler Sklerose. Als er mehr über ihre Krankheit wissen will, kann sie bereits nicht mehr sprechen. In der Hoffnung mehr zu erfahren, begibt sich der damals 18-jährige Filmemacher auf eine Reise quer durch die Schweiz und trifft andere Menschen, die mit MS leben: Er begegnet Bernadette, die immer noch lacht, obwohl ihr nicht mehr so oft danach zu Mute ist. Luana, die sich ermutigende Worte auf den Arm tätowieren lässt. Er trifft auf Melanie, die einen wortreichen Schutzwall um sich herum aufbaut. Oliver, der seine Kräfte im Alltag gezielt einteilen muss. Graziella, die versucht, die Normalität aufrechtzuerhalten. Und er begegnet Rainer, der aus eigenem Willen aus dem Leben scheidet. Viele der Protagonisten sprechen offen über ihr Leben, das sie trotz Einschränkungen auch immer wieder genießen können.


Heimkinotipp: BAUERNOPFER – SPIEL DER KÖNIGE | Regie: Edward Zwick | USA/CAN 2016

Bauernopfer - Spiel der Könige

1972 – Amerika verfällt dem Schachfieber als sein jüngster Schach-Großmeister der Geschichte, Bobby Fischer (Tobey Maguire), in einem spektakulären Spiel um die Weltmeisterschaft auf seinen russischen Rivalen Boris Spassky (Liev Schreiber) trifft. Die amerikanisch-russische Konfrontation auf dem Schachbrett mitten in den Wogen des Kalten Krieges löst einen wahren Medienzirkus aus und Fischer findet sich plötzlich als Spielball der Interessen zweier Weltmächte wieder, während er gleichzeitig mit seinen ganz eigenen Dämonen zu kämpfen hat. Es geht nicht nur darum, wer das alles entscheidende Schachspiel bei der Weltmeisterschaft in Reykjavik gewinnt. Das Schachspiel übernimmt nach und nach die Kontrolle über Bobby, für den der Sport schon lange nicht mehr nur ein Sport ist. Boris Spassky geht es auf der Seite der Russen ganz genau so…5 von 5

„Bauernopfer – Spiel der Könige“ ist ein herausragendes Biopic über eine der streitbarsten Sportlerpersönlichkeiten der vergangenen Jahrzehnte, deren Faszination in der Akribie von Steven Knight und Edward Zwick das perfekte Team gefunden hat, um jene angemessen auf der Leinwand zu würdigen.

The Beatles: Eight Days a Week – The Touring Years

Blockbuster-Regisseur Ron Howard blickt für seine Musikdokumentation THE BEATLES: EIGHT DAYS A WEEK – THE TOURING YEARS auf ein Stück Musikgeschichte zurück, über das eigentlich alles erzählt schien. Doch mithilfe neuen Archivmaterials und diversen Zeitzeugen-Interviews macht er aus seiner Beatles-Reportage etwas ganz Besonderes. Mehr dazu in meiner Kritik.The Beatles: Eight Days a Week - The Touring Days

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