Schlagwort-Archiv: Uisenma Borchu

Das startet am 23. Juli 2020

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 23. Juli und es sind noch immer weit und breit kaum Kinobesucher in Sicht. Dabei kann man sich nun wahrlich nicht beschweren, dass es kein ausreichendes Filmangebot gibt. Diese Woche stehen beispielsweise ein Sportlerdrama mit einem großartigen Ben Affleck, ein solides Horrordrama mit spannender Ausgangssituation und ein misslungenes Biopic über Thomas Edison in den Startlöchern. Nicht alles davon ist sehenswert, aber wenn einem hiervon nichts schmeckt, bleiben ja immer noch die zahlreichen Wiederaufführungen von Filmen wie „Blues Brothers“, „Herr der Ringe“ und Co. Also: Geht ins Kino und unterstützt diesen Stützpfeiler der Popkultur! 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

OUT OF PLAY – DER WEG ZURÜCK | Regie: Gavin O’Connor  | USA/CAN 2019

Damals in der High-School lief für Jack Cunningham (Ben Affleck) alles nach Plan. Als gefeierter BasketballStar hatte er sein Ticket fürs College bereits in der Tasche und hätte sogar Profi werden können. Dann aber entschloss er sich, dem Sport – und damit einer verheißungsvollen Zukunft – den Rücken zu kehren. Jacks glorreiche Tage mögen lange vorbei sein. Doch wie sich herausstellen soll, sind sie keineswegs vergessen: Jahre später erhält er das Angebot, das erfolglose Basketball-Team seiner alten Universität als Trainer auf Vordermann zu bringen. Dass Jack diese Herausforderung widerwillig annimmt, überrascht niemanden mehr als ihn selbst. Als die Spieler beginnen, sich zu einem echten Team zusammenzuraufen und erste Siege erzielen, scheint es so, als bekäme Jack seine vielleicht letzte Chance auf Erlösung.

„Out of Play: Der Weg zurück“ ist ein geradliniges Sportlerdrama, das Ben Affleck aufgrund seiner unübersehbaren Nähe zur Materie zu einem kleinen Ereignis macht. Es ist der Film, den der Schauspieler selbst am meisten verdient hat.

THE VIGIL – DIE TOTENWACHE | Regie: Keith Thomas | USA 2019

Der junge Yakov (Dave Davis) möchte die strenge chassidische Gemeinde in Brooklyn am liebsten verlassen, weil er seinen Glauben verloren hat. Da er  allerdings dringend Geld braucht, stimmt er widerwillig dem Angebot eines Rabbiners zu, die nächtliche Totenwache für ein verstorbenes Gemeindemitglied zu übernehmen. Aus irgendeinem Grund möchte die kein anderer übernehmen. Kurz nach seiner Ankunft in dem baufälligen Haus wird Yakov klar, dass hier etwas sehr, sehr falsch läuft. Schon bald findet sich der junge Held in einem unheimlichen Albtraum wieder, der von einem furchteinflößenden Wesen orchestriert wird: Einem „Mazik“, wie im jüdischen Volksglauben jener Totengeist bezeichnet wird. In dieser Nacht des surrealen Schreckens muss sich Yakov nicht nur bösen Geistern, sondern auch den Dämonen seiner Vergangenheit stellen.

„The Vigil – Die Totenwache“ ist auf dem Papier ein wahrhaft verstörendes Horrordrama, das sich mit den Gräueltaten am Judentum auseinandersetzt. In der praktischen Umsetzung hingegen hat Regisseur und Autor Keith Thomas aber leider nur einen generischen Jumpscare-Schocker vorgelegt, der weit hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt.


EDISON – EIN LEBEN VOLLER LICHT | Regie: Alejandro Gomez-Rejon  | USA/RUS/UK 2017

Amerika kurz vor Beginn des 20. Jahrhunderts: Thomas Edison , einer der genialsten Erfinder aller Zeiten, steht kurz davor, zum ersten Mal einen ganzen Straßenzug in Manhattan mit elektrischem Licht zu erleuchten und die Welt damit für immer zu verändern. Der Durchbruch macht ihn über Nacht zur Berühmtheit. Unermüdlich arbeitet Edison daran, seine Erfindung auf das ganze Land auszudehnen. Hin und her gerissen zwischen seiner fieberhaften Arbeit und seiner geliebten Frau Mary und den beiden Kindern, gerät Edison zunehmend in einen inneren Konflikt. Doch das ist nicht die einzige Herausforderung – sein schärfster Konkurrent, der vermögende Unternehmer George Westinghouse, ermutigt von seiner Frau Marguerite, engagiert den jungen Erfinder Nikola Tesla, um das Rennen um die Stromversorgung Amerikas für sich zu entscheiden.

„Edison – Ein Leben voller Licht“ ist der irreführende Titel eines Filmes über zwei Männer, die die Vor- und Nachteile von Gleich- und Wechselstrom ausdiskutieren. Das macht ihn nur unwesentlich spannender als den dazugehörigen Wikipedia-Artikel, was auch die unter dem schwachen Drehbuch leidende Besetzung nicht ausgleichen kann.


SCHWARZE MILCH | Regie: Uisenma Borchu | MNG/DE 2020

In der mongolischen Wüste Gobi verbringen zwei Schwestern die ersten Jahre ihrer Kindheit gemeinsam, dann werden sie getrennt. Die Eine wächst unter wohlsituierten Umständen in Deutschland auf, während die Andere in der Mongolei bleibt und dort das traditionelle Leben der Nomaden lebt. Doch auch noch Jahre später sehnen sich die beiden Schwestern nacheinander. Es kommt zu einem emotionalen Wiedersehen in der Wüste. Zwei Welten treffen aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten, zwei Menschen, die sich eigentlich von Geburt an kennen und die einander brauchen, aber nicht wissen, wie sie miteinander umgehen sollen, werden nun mit der Realität konfrontiert. Wird die frühere Vertrautheit die Kluft überwinden können, oder haben die beiden ihre gegenseitigen Anknüpfungspunkte verloren? Es ist eine Suche nach Anerkennung und Liebe, manifestiert als Kampf der Kulturen…


YUMMI | Regie: Lars Damoiseaux | BEL 2019

Wer schön sein will, muss sterben! „Yummi“ ist eine ebenso blutige wie aufregende Horrorkomödie, die in einer heruntergekommenen Schönheitsklinik in Osteuropa spielt. Hierher hat es Michael (Bart Hollanders) und seine junge Frau Alison (Maaike Neuville) verschlagen, weil sie sich die Brüste verkleinern lassen will. Während Alison auf die OP wartet, streift Michael durch das Gebäude. In einem verlassenen Flügel, findet er eine junge Frau, die gefesselt und geknebelt im Bett liegt. Michael befreit die Frau, doch zu spät erkennt er, dass es sich bei der Patientin um einen leibhaftigen Zombie handelt! Im Handumdrehen bricht in der Klinik eine Zombie-Epidemie aus. Patienten und Personal müssen sich mit allen Mitteln gegen den Ansturm der Untoten zur Wehr setzen. Zwischen Facelifts und Fettabsaugungen geht es ums nackte Überleben! „Yummi“ ist der Splatterkracher von den Fantasy Filmfest Nights 2020.


Heimkinotipp: ONWARD – KEINE HALBEN SACHEN | Regie: Dan Scanlon  | USA 2020

New Mushroomton ist eine Welt voller Zauber und wunderbarer Wesen. Oder besser gesagt: Sie war es einmal. Denn leider ist die Magie fast vollständig aus der beschaulichen Vorstadt verschwunden. Mittlerweile gehören Müll fressende Einhörner zum Stadtbild und magische Geschöpfe wie etwa Drachen findet man hier allenfalls als Haustiere wieder. Doch eines Tages erhalten die Brüder Ian und Barley von ihrer Mutter die einmalige Chance, zumindest in ihr Leben wieder einen Hauch von Magie zu lassen: Mithilfe eines Zauberstabs kann es ihnen gelingen, ihren toten Vater für einen ganzen Tag wieder zurückzuholen. Doch bei dem Versuch geht etwas gewaltig schief. Und so müssen die beiden das erste Mal seit langer Zeit wieder an einem Strang ziehen und auf einem abenteuerlichen Roadtrip eine Reihe gefährlicher Aufgaben erfüllen, eh sie ihren Dad wieder in ihre Arme schließen können…

Routiniert drückt „Onward – Keine halben Sachen“ die bewährten Pixar-Emotionsknöpfe. Doch ausgerechnet bei einem Film über Magie bleibt der heraufbeschworene Zauber aus. Was bleibt ist ein solider Abenteuer-Roadtrip, der als smarter Kommentar auf die zunehmende Verrohung der Menschheit leider hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt.

Das startet am 16. Juni 2016

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 16. Juni, der mit zwei Knallern auftrumpft, die das zweifelhafte Glück haben, gegen die EM und damit auch so ziemlich allein auf weiter Flur anzulaufen. Die Rede ist zum einen von der großartigen Horrorfortsetzung „Conjuring 2“, sowie von Jean-Marc Vallées Tragikomödie „Demolition“. Während sich das „Conjuring“-Sequel sicher schon aufgrund des Namens durchsetzen wird, könnte es die Jake-Gyllenhaal-One-Man-Show schwer haben. Der Titel ist nichtssagend und wer mit der Filmwelt nicht allzu vertraut ist, der wird auch mit dem Namen Jean-Marc Vallée nicht so viel anfangen, obwohl seine letzten Filme alle von der Kritik hochgelobt wurden. Wie sich der diese Woche als einziger annähernd als Mainstream-Blockbuster durchgehende Film „Central Intelligence“ schlägt, kann ich zu diesem Zeitpunkt leider noch nicht sagen. Der Film wurde der Presse bislang noch nicht gezeigt.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

CONJURING 2 | Regie: James Wan | USA 2016

Conjuring 2

Ed und Lorraine Warren (Patrick Wilson du Vera Farmiga) haben sich in den USA als Berater für übernatürliche Phänomene etabliert. Als ein weiterer Einsatz Lorraine an die Grenzen des Aushaltbaren führt, beschließt das Ehepaar, ihre Arbeit für eine Weile ruhen zu lassen. Doch dieses Vorhaben lässt sich nicht lange in die Tat umsetzen. Sie hören von rätselhaften Vorkommnissen in London, die einer alleinerziehenden Mutter und ihren vier Kindern das Blut in den Adern gefrieren lassen. Ein Dämon in Gestalt eines alten Mannes scheint sie aus dem Haus vertreiben zu wollen, der schon bald von Tochter Janet (Madison Wolfe) Besitz ergreift. Immer wieder wendet er sich mit aller Gewalt gegen die Familie, die in Ed und Lorraine Warren die letzte Möglichkeit sieht, heil aus dieser Sache herauszukommen. 5 von 5

Wer dachte, mit „Conjuring“ hätte James Wan den qualitativen Gipfel seiner Vita erreicht, der irrt. Die Fortsetzung liefert mehr Story, mehr Grusel, mehr Emotionen und damit einfach noch mehr Spaß. Eine Neuerfindung des Genres ist das zwar nicht, aber es ist die ultimative Perfektion dessen, was wir sehen wollen, wenn wir ein Kinoticket für einen Horrorfilm lösen.


DEMOLITION: LIEBEN UND LEBEN | Regie: Jean-Marc Vallée | USA 2015

Demolition - Lieben und Leben

Als seine Frau bei einem Autounfall tödlich verunglückt, bricht für den erfolgreichen Investmentbanker Davis (Jake Gyllenhaal) eine Welt zusammen. Obwohl sein Schwiegervater (Chris Cooper) ihn drängt, sich zusammenzureißen, verliert Davis zusehends die Kontrolle über sich. Ein Beschwerdebrief, den er an eine Verkaufsautomaten-Firma schreibt, weckt die Neugier der Kundendienst-Mitarbeiterin Karen (Naomi Watts). Daraus entspinnt sich ein reger Briefwechsel, der viele persönliche, geradezu intime Geständnisse zur Folge hat. Die beiden Fremden lernen sich persönlich kennen und entwickeln eine tiefe Beziehung, die sich für beide als Rettung erweist. Mit Hilfe von Karen und deren 15 Jahre alten Sohn (Judah Lewis) beginnt Davis ein neues Leben – doch dafür muss er zunächst sein altes hinter sich lassen.
4 von 5

Ab und an lässt „Demolition“ eine eigene Identität vermissen, doch insgesamt beweist das Duo Gyllenhaal-Vallée ein hervorragendes Gespür im Handling kleiner Gesten. Das Drama mit vielen humoristischen Ausschlägen ist ein unaufgeregter ruhiger Film, in dessen Aussagen viel Wahrheit steckt.


CENTRAL INTELLIGENCE |  Regie: Rawson Marshall Thurber |  USA 2016

Central Intelligence

Einst war er in der Schule der Nerd, auf dem alle herumgehackt haben. Heute, ganze zwanzig Jahre später, steht das Klassentreffen bevor und aus Bob (Dwayne Johnson) ist ein muskelbepackter Strahlemann geworden. Doch es kommt noch besser: Für einen vermeintlich streng geheimen Fall rekrutiert er seinen ehemaligen Klassenkameraden (Kevin Hart) Calvin, dem Bob damals die Rettung aus einer äußerst misslichen Lage zu verdanken hatte. Calvin, der früher den Schulhof im Griff hatte, ist heute ein verheirateter Buchhalter und träumt noch immer von seinen glorreichen Tagen an der High School. Die Zusammenarbeit mit Bob könnte ihn aus seinem Alterstrott herausbringen, doch worauf er sich eingelassen hat, merkt der seriöse Schreibtischtäter erst, als sein unberechenbarer neuer Freund ihn längst in ein bleihaltiges Spionage-Abenteuer verwickelt hat. 4 von 5

In „Central Intelligence“ werden früh die richtigen humoristischen Weichen gestellt, die das Publikum wenig später an einer der lustigsten, cleversten und liebenswertesten Komödien des Jahres teilhaben lassen. Das Tüpfelchen auf dem i bilden eine Handvoll feiner Cameoauftritte sowie die unschlagbare Chemie zwischen Kevin Hart und Dwayne Johnson.


 DAS TALENT DES GENESIS POTINI  |  Regie: James Napier Robertson  |  NZL 2016

Das Talent des Genesis Potini

Genesis Potini ist manisch-depressiv und seit vielen Jahren Psychiatriepatient. Als er wieder einmal aus der Klinik entlassen wird, sucht er Unterschlupf bei seinem Bruder Ariki. Der ist Mitglied einer kriminellen Biker-Gang, was in Kombination mit Genesis‘ extremen Stimmungsschwankungen jede Menge Zündstoff birgt. Die brüchige familiäre Harmonie ist somit nicht von Dauer, zumal Genesis die Sorge um seinen schüchternen Neffen Mana umtreibt: Gegen seinen Willen soll dieser in die Biker-Gang seines Vaters eingeführt werden. Trost und Ablenkung bietet jedoch bald seine eher ungewöhnliche Leidenschaft: das Schachspiel. Genesis beherrscht das Spiel der Könige wie ein Weltmeister. Als er die jugendlichen Mitglieder eines örtlichen Schachclubs kennenlernt, erhält er die Chance seine Gabe zu nutzen und beschließt die unterprivilegierten Kids zu trainieren… 3 von 5

Das neuseeländische Drama „Das Talent des Genesis Potini“ erzählt vom typischen Werdegang eines Verlierers, der sich durch eine einzigartige Gabe zurück in die Gesellschaft manövriert. Das ist, gerade aufgrund authentischer Schauspielleistungen, äußerst rührend, inszenatorisch zurückhaltend, inhaltlich aber vorhersehbar und wirkt teilweise konstruiert, obwohl man sich an wahre Tatsachen hält.


 7 GÖTTINNEN | Regie: Pan Nalin | IND/DE 2015
7 Göttinnen

Freida hat ihre besten Jugendfreundinnen zu sich nach Goa eingeladen. In der traumhaften Umgebung des indischen Küstenstaats will sie mit ihnen – zur großen Überraschung aller – ihre Hochzeit feiern. Die Hochzeitsgesellschaft könnte unterschiedlicher kaum sein: Suranjana ist eine toughe Geschäftsfrau und Mutter, Joanna eine aufstrebende Schauspielerin, Mad eine mit dem Erfolg ringende Musikerin, Nargis engagierte Umweltaktivistin, und die ehemalige Spitzenstudentin Pam ist inzwischen Hausfrau. Umsorgt werden alle von Freidas Hausmädchen Laxmi. Zwar verrät Freida ihren erstaunten Freundinnen noch nicht, wen sie heiraten wird, zum Feiern muss sie sie aber nicht überreden. Und während alle über die Identität des Bräutigams rätseln, beginnen die sieben jungen Frauen wild und ausgelassen über Gott und die Welt zu philosophieren…


SCHAU MICH NICHT SO AN  |  Regie: Uisenma Borchu |  DE 2016

Schau mich nicht so an

Hedi und Iva sind Nachbarinnen. Sie begegnen sich durch Ivas Tochter Sofia. Die aufgeweckte Kleine ist das erste Bindeglied zwischen den beiden jungen Frauen, doch schon bald entwickelt sich aus der Freundschaft eine leidenschaftliche Beziehung. Iva ist von Hedis geheimnisvoller und exotischer Art fasziniert und lässt sich mit Leib und Seele auf die Beziehung zu ihr ein. Als jedoch Ivas Vater nach vielen Jahren wieder auftaucht, um das belastete Verhältnis zu seiner Tochter in Ordnung zu bringen, verändern sich schlagartig Hedis Gefühle gegenüber Iva. Sie beginnt ein seltsames Spiel und zieht Vater und Tochter immer weiter in ein Netz aus Begierde, Verrat und Schuld, bis die Situation schließlich eskaliert. Die Geschlechterrollen werden in Uisenma Borchus fulminantem Erstlingsfilm provokant in Frage gestellt.


EIN NEUES LEBEN  |  Regie: Edoardo Winspeare | IT 2014

Ein neues Leben

Salento, Süditalien: Die eigene kleine Textilfabrik muss schließen, das Wohnhaus wird verkauft, eine Drei-Generationen-Familie kämpft um ihre Existenz. Nachdem ihr Bruder emigriert ist, sucht die energische Adele nach Auswegen. Ihre Schwester denkt nur daran, Schauspielerin zu werden, die halbwüchsige Tochter reagiert aggressiv, nur die Großmutter nimmt die Schicksalsschläge gelassen hin. Alles scheint verloren, auch das menschliche Miteinander. Die einzige Möglichkeit, das tägliche Überleben zu sichern, liegt in der Feldarbeit und der Rückkehr zu einfachen Tauschgeschäften. Und genau das ist der Beginn eines Weges, auf dem die vier Frauen das Leben und ihre Zuneigung zueinander ganz neu erfahren. Liebevoll und authentisch erzählt Edoardo Winspeare eine Geschichte, die zugleich die Wirtschaftskrise und die Identität einer Region skizziert.


Heimkinotipp: ZOOLANDER NO. 2 | Regie: Ben Stiller | USA 2016

Zoolander No. 2

Die Welt braucht Derek Zoolander mehr denn je! Denn bereits mehrere Berühmtheiten wurden ermordet. Und alle haben während ihres letzten Atemzugs noch schnell ein Selfie im „Blue Steel“-Look gemacht. Eigentlich hat die Modebranche Derek vergessen, er und Hansel haben sich zur Ruhe gesetzt. Doch ohne ihre Hilfe ist die gesamte VIP-Welt in großer Gefahr. Dass auch Modezar Mugatu wieder seine Finger im Spiel zu haben scheint, macht das Ganze nicht einfacher. Die Rettung aus dieser mehr als bedrohlichen Lage erfordert den geballten Intellekt der beiden Ex-Models. Die notwendige Unterstützung bekommen sie dabei von der resoluten Interpol-Agentin Valentina, die immer noch darunter leidet, dass sie wegen ihrer beachtlichen Oberweite als Model nie High Fashion präsentieren durfte.
4 von 5

Mehr Gaststars, mehr Mode, mehr Zeitgeist – das fetzt! In „Zoolander No. 2“ ist alles noch eine Spur pompöser und bombastischer, doch trotz der Konzentration auf den Klamauk hat auch diese absurde Komödie das Herz am rechten Fleck. Ben Stillers neueste Regiearbeit legt die Latte für das Komödiengenre im Jahr 2016 ganz weit nach oben. Wir sagen: Blu-ray gekauft und Cameos gezählt!