Schlagwort-Archiv: Roadmovie

Das startet am 9. Januar 2020

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 9. Januar 2020, dessen größte Starts wir bislang nicht sehen konnten. Im Falle von „Underwater – Es ist erwacht“ wird sich das vermutlich auch nicht ändern. Bislang sind keinerlei Infos außer des Starttages an die Öffentlichkeit gelangt, obwohl der Sci-Fi-Horrorfilm von William Eubank mit Kristen Stewart und Vincent Cassel hervorragend besetzt ist. Die Neuauflage von „The Grudge“ dagegen wird bereits in wenigen Tagen an dieser Stelle Thema sein. Ansonsten gibt’s mit „Queen & Slim“, „Little Joe“ und „Milchkrieg in Dalsmynni“ einen ersten Schwung Programmkinoware, an den sich Ende des Jahres hierzulande vermutlich keiner mehr erinnern wird.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

MILCHKRIEG IN DALSMYNNI | Regie: Grímur Hákonarson  | ISL/DK/DE/FR 2019

Nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes will Inga (Arndís Hrönn Egilsdóttir) ihrer beruflichen Misere ein Ende setzen. Den Schuldigen für die Probleme hat sie längst ausgemacht: die lokale Kooperative, die ihre Monopolstellung gnadenlos ausnutzt und die Bauern mit mafiösen Methoden drangsaliert. Doch Inga gibt nicht klein bei. Mit Einsatz von sozialen Medien, mutigen Mitstreitern und sogar stinkender Gülle macht die patente Kämpferin ihren Standpunkt klar. Dabei legt sie sich mit der alles beherrschenden, scheinbar übermächtigen Kooperative an, um ihr Ziel zu erreichen: die Gründung einer Gegengenossenschaft. Trotz heftigem Widerstand steht Inga ihre Frau im Kampf David gegen Goliath. Und eines Tages scheint es so, als hätten ihre Bemühungen tatsächlich Erfolg. Doch vielleicht hat Inga ihre Gegner unterschätzt…

Vor der exotischen Kulisse des isländischen Milchviehbetriebs erzählt „Sture Böcke“-Regisseur Grimur Hákonarson eine astreine Mafia-Geschichte, angeführt von einer starken Frauenfigur. Das macht „Milchkrieg in Dalsmynni“ trotz Längen zu einem angenehm unkonventionellen Genrebeitrag, dem es gegen Ende leider etwas an Biss fehlt.


QUEEN & SLIM | Regie: Melina Matsoukas  | CAN/USA 2019

Auf dem Rückweg nach seinem ersten Date wird ein junges schwarzes Paar wegen einer Nichtigkeit von einem Polizisten angehalten. Als die Situation aus dem Ruder gerät, erschießt Slim den Polizisten in Notwehr, um die junge Anwältin Queen zu retten, die diesen Polizeiübergriff nicht einfach hinnehmen will. Die Dashcam-Aufnahme des Vorfalls macht die beiden für die Staatsgewalt zu eindeutigen „Polizistenmördern“, aber gleichzeitig auch zu heldenhaften Symbolfiguren, während das Video zum viralen Hit wird. All der Schmerz über unschuldig getötete Schwarze, das Trauma andauernder Polizeiwillkür und die anhaltende Wut über ein immer noch rassistisches System entladen sich in einer Welle der Unterstützung und Proteste für die beiden Flüchtenden. So beginnt eine gefährliche Odyssee, auf der die zwei sich immer näherkommen und ein tiefes Verständnis und eine bedingungslose Liebe füreinander entwickeln.

Es ist ein interessanter Ansatz, den Melina Matsoukas mit ihrem ambitioniert inszenierten Drama „Queen & Slim“ verfolgt. Doch anstatt zwei zu Unrecht beschuldigten Mördern bei ihrer Flucht zuzusehen, wird das Publikum Zeuge eines stylischen Roadmovies, dessen zwei Protagonisten keinerlei Chemie miteinander haben.


LITTLE JOE – GLÜCK IST EIN GESCHÄFT | Regie: Jessica Hausner | UK/AT/DE 2019

Die alleinerziehende Mutter eines Sohnes (Kit Connor) und Wissenschaftlerin Alice (Emily Beecham) hat sich voll und ganz ihrem Beruf verschrieben. Als Botanikerin hat sie eine purpurrote Blume erschaffen, die eine ganz einzigartige Wirkung hat – bei idealer Raumtemperatur und ausreichender Zuwendung macht ihr Duft die Menschen glücklich! Heimlich nimmt Alice eine der Pflanzen für ihren 13-jährigen Sohn Joe mit nach Hause, sie nennen sie „Little Joe“. Er ist begeistert und fasziniert. Doch je weiter die geheimnisvolle Blume wächst, desto mehr verändern sich die Menschen in Alices Umfeld. Ihr Verdacht wird zunehmend stärker, dass ihre Schöpfung womöglich nicht so harmlos und glückverheißend ist, wie es ursprünglich geplant war. Doch plötzlich ist Alice doch davon überzeugt, dass ihre Blume ungefährlich ist… 

„Little Joe – Glück ist ein Geschäft“ zelebriert einen ansehnlichen Style, hat erzählerisch allerdings kaum mehr zu bieten als die Aneinanderreihung von „Die Körperfresser kommen“-Versatzstücken. Als halb so lange „Black Mirror“-Episode wäre das Sci-Fi-Drama besser aufgehoben.


THE GRUDGE | Regie: Nicolas Pesce | CAN/USA 2020

Detective Muldoon (Andrea Riseborough) ist eine engagierte Polizistin und liebende Mutter eines Sohnes. Doch ihr neuester Fall treibt sich nicht nur an ihre körperlichen Grenzen, als sie eines Tages an einen außergewöhnlichen Tatort gerufen wird. Vor Ort findet sie eine verbrannte Leiche, deren Verschwinden offenbar über eine lange Zeit Niemandem aufgefallen ist. Der Zustand der Toten erinnert den Cop an einen anderen Fall und plötzlich eröffnet sich der jungen Frau eine ganz neue Dimension des Grauens. Vor einiger Zeit trieb ein Fluch in Japan sein Unwesen, der die Bewohner eines Hauses einer nach dem anderen dezimierte. Nun hat es dieser Fluch offenbar bis in die Vereinigten Staaten gebracht und fordert nun nach und nach immer mehr Todesopfer. Ob es Detective Muldon gelingt, den Fluch aufzuhalten?

Nicolas Pesce inszeniert zweifellos ambitioniert schon vielfach erzählten Stoff. Doch da ihm ausgerechnet bei der Geschichte selbst die Ideen für neue Impulse fehlen, übernehmen über kurz oder lang wieder einmal die Jump-Scares das Kommando.


UNDERWATER – ES IST ERWACHT | Regie: William Eubank | USA 2019

William Eubank, Regisseur von „The Signal“ und „Love“, legt mit „Underwater – Es ist erwacht“ seinen nächsten Ausflug ins Genrekino vor. Mit dabei: ein hochklassiger Cast, unter anderem bestehend aus Kristen Stewart („3 Engel für Charlie“), T.J. Miller („Ready Player One“) und Vincent Cassel („Alles außer gewöhnlich“).

In dem Science-Fiction-Horrorfilm „Underwater – Es ist erwacht“ geht es um eine Gruppe aus Unterwasser-Wissenschaftlern, die eines Tages bei ihren Arbeiten von einem schlimmen Erdbeben überrascht werden. In dieser Folge wird ihr Unterwasser-Labor verschüttet und die gesamte Crew darin eingeschlossen. Die ohnehin schon missliche Lage für Norah (Kristen Stewart) und ihre Mannschaft wird noch einmal auf dramatische Weise erschwert, als sie merken, dass sie dort unten nicht alleine sind. Etwas hat es auf sie abgesehen…


FREIES LAND | Regie: Christian Alvart | DE 2019

1992 in Ostdeutschland: Über dem Land schwebt die vage Hoffnung auf eine rosige Zukunft, doch auf dem Boden der Tatsachen macht sich Enttäuschung breit. Dieser deutsche Winter der Unzufriedenheit entführt zwei sehr unterschiedliche Ermittler in ein entlegenes Dorf, aus dem zwei Schwestern spurlos verschwunden sind. Zunächst scheint der Fall klar: in den Westen abgehauen sind sie. Wer wollte schließlich nicht dem allzu schnellen Niedergang der Region entfliehen? Die beiden Kommissare Stein und Bach wundern sich zunehmend darüber, dass sich am Verschwinden der Schwestern scheinbar niemand stört. Und auch bei der Kriminalleitung ist man selbst dann kaum interessiert als sich herausstellt, dass bereits früher Mädchen aus dem Dorf verschwunden sind. Als dann die schwer misshandelten Leichen der beiden Schwestern gefunden werden, dämmert Stein und Bach, dass sie es mit einer Mordserie zu tun haben…


Heimkinotipp: LATE NIGHT | Regie: Nisha Ganatra | USA 2019

Das Image der Late-Night-Hostin Katherine Newbury gerät gewaltig ins Wanken, als bekannt wird, dass die Fernsehmoderatorin eine echte Frauenhasserin sein soll. Ihr Team besteht lediglich aus Männern, auch ihre Gags setzen langsam Staub an. Um ihren Ruf zu retten, beordert sie die tollpatschige, aber hochtalentierte Nachwuchsautorin Molly in ihr Team. Sie soll frischen Wind in die alteingesessene Runde bringen und Katherines Show wieder auf den richtigen Kurs führen. Das ist auch bitter nötig, denn wie Katherine mittlerweile mitgeteilt wurde, bleibt ihr nur noch ein Jahr bei ihrem Sender. Aufgrund kontinuierlich sinkender Quoten hat man dort beschlossen, sie zu ersetzen. Also muss Katherine fortan tatsächlich mit Molly an einem Strang ziehen, um die Show, vor allem aber die Karriere der TV-Legende zu retten.

Ohne stets den unangenehmen Zeigefinger zu schwingen und die Schuld für das stete Abfallen des Sendungsimages bei den „alten weißen Männern“ zu suchen, ist Kailings Geschichte ein charmanter Appell an Diversität und das, was folgt, wenn man diese wie selbstverständlich auslebt. Die Pointen treffen ins Schwarze, die emotionalen Aspekte der Geschichte zünden ebenfalls und am Ende steht das unbedingte Streben nach Harmonie und gegen die ausgeprägte Ellenbogengesellschaft. Richtig gut!

Das startet am 18. Dezember 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 18. Dezember, an dem neben „Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“ tatsächlich noch andere Filme starten. Und die sind unbedingt einen Blick wert. Ganz gleich ob die französische Tragikomödie „Einsam zweisam“, das Überraschungserfolg-Roadmovie „The Peanut Butter Falcon“ und der chinesische Indie-Hit „The Farewell“. Und wer mal nicht ins Kino möchte, für den gibt’s ab sofort „Once Upon a Time in Hollywood“ für Zuhause.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

EINSAM ZWEISAM | Regie: Cédric Klapisch  | FR/BEL 2019

Rémy ist dreißig Jahre alt und Single. Gerade hat er andere Probleme als sein brachliegendes Beziehungsleben. Auf der Arbeit wurden außer ihm alle entlassen. In seinem neuen Job findet er sich nur mühsam zurecht. Und die ihm kürzlich zugelaufene Katze hat sich ebenfalls schneller von ihm verabschiedet, als es ihm lieb war. Seit einem Schwächeanfall in der Bahn geht er regelmäßig zu einem Psychotherapeuten, von dem er sich erhofft, seinem niedergeschlagenen Gemütszustand auf den Grund zu gehen. Ganz ähnlich ergeht es nur ein Haus weiter der ebenfalls dreißigjährigen Mélanie. Sie trauert einer unglücklichen Beziehung hinterher, leidet unter Schlaflosigkeit und fühlt sich generell von ihrem Umfeld missverstanden. Immerhin ihre Therapeutin hört ihr einmal die Woche aufmerksam zu. Zwei Menschen in Paris, beide mit sich und ihrem Leben unzufrieden und beide sind sich näher als gedacht…

 Cédric Klapischs „Einsam zweisam“ erzählt die Geschichte vor der Lovestory und ist ganz nebenbei auch noch ein Porträt über eine in Überfluss und Hektik lebende Generation aus Beziehungsneurotikern, die sich am Ende doch eigentlich nur nach einem Happy End sehnen.


THE PEANUT BUTTER FALCON | Regie: Tyler Nilson, Michael Schwartz  | USA 2019

Zak ist glühender Wrestling-Anhänger und träumt von nicht mehr, als einmal die Wrestling-Schule seines großen Idols zu besuchen. Das Problem: Er hängt in einem Pflegeheim fest. Da Zak das Down Syndrom hat, traut ihm seine Umwelt nämlich nicht zu, für sich allein zu sorgen. In seinem langen Weggefährten Carl findet er jedoch einen Verbündeten. Dieser hilft ihm eines Nachts, aus dem Pflegeheim auszubrechen. Auf seiner Reise in Richtung Florida trifft Zak zufällig auf Tyler, einen Kriminellen, der eigentlich gerade ganz andere Probleme hat, als einem dahergelaufenen Mann bei seiner Odyssee nach Florida zu helfen. Doch aus irgendeinem Grund sind sich die zwei auf Anhieb sympathisch und bestreiten den Weg gemeinsam. Als sich eines Tages auch noch Zaks Pflegerin Eleanor  an ihre Fersen heftet, wird die Reise dieses ungleichen Trios zu einem Abenteuer, das keiner von ihnen jemals vergessen wird…

„The Peanut Butter Falcon“ ist eine herzliche Tragikomödie darüber, dass wir jedem Menschen vorurteilsfrei begegnen sollten. Das Hauptdarstellertrio spielt famos auf, das Setting besticht durch berauschende Landschaftsaufnahmen und trotz der Gefahr, hin und wieder in Kitsch abzudriften, behalten die Macher abseits einiger fantastischer Elemente die betonte Verwurzelung in der Realität bei. Bei diesem Trip wär man selbst nur zu gern dabei!


Sonderstart: 18. Dezember: STAR WARS: DER AUFSTIEG SKYWALKERS | Regie: J.J. Abrams | USA 2019

Sehnsüchtig warten Millionen Fans auf das letzte Kapitel der „Star Wars“-Saga, die 42 Jahre nach dem ersten Film nun ihren Höhepunkt erreicht. J.J. Abrams wird die legendäre Saga im Dezember mit „Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“ zu einem epischen Ende führen: Etwa ein Jahr nach den Ereignissen aus „Star Wars – Die letzten Jedi“ erschallt eine bekannte, finstere Stimme durch das Universum. Der Anführer der boshaften Ersten Ordnung, Kylo Ren (Adam Driver), macht sich auf die Suche nach deren Ursprung. Widerstands-Mitglied Rey (Daisy Ridley) trainiert derweil, um sich auf ihren ultimativen Kampf vorzubereiten. Und ihre Freunde Finn (John Boyega) und Poe (Oscar Isaac) besorgen händeringend Informationen darüber, wie der Widerstand der Ersten Ordnung endlich einen fatalen Schlag verpassen kann…

Ein angestrengt zusammengehaltener, zwischendurch aber immer wieder kurzweiliger „Star Wars“-Gemischtwarenladen: Das Finale der Skywalker-Saga will jede Facette von „Star Wars“ gleichermaßen bedienen, egal, wie holprig solche vereinten Widersprüche zwangsweise geraten. Getragen von Daisy Ridley, Adam Driver und John Williams‘ Musik punktet dieser riesige Kompromiss aber öfter, als das gelegentlich verkrampfte Skript erwarten ließe.


THE FAREWELL | Regie: Lulu Wang | CHN/USA 2019

Als die in New York aufgewachsene Billi (Awkwafina) von ihren Eltern erfährt, dass ihre geliebte Großmutter Nai Nai (Shuzhen Zhao) in China an Krebs erkrankt ist nur noch kurze Zeit zu leben hat, steht ihr Leben Kopf. Die Familie beschließt, Nai Nai im Ungewissen zu lassen und ihr die tödliche Krankheit zu verschweigen. Spontan wird eine Hochzeit für Billis Cousin Hao Hao (Han Chen) organisiert, die allein  dem Zweck dient, die im Ausland verstreut lebende Familie ein letztes Mal zusammenkommen zu lassen um sich von Nai Nai zu verabschieden. Während Billi versucht, die Familienlüge aufrecht zu erhalten und dabei durch das ständige Minenfeld familiärer Erwartungen steuert, stößt sie auf Dinge, die ihr eigenes Leben verändern. Dabei bietet sich die Chance, sowohl das Land ihrer Kindheit als auch den wundersamen Geist ihrer Großmutter wieder zu entdecken.

Der Publikumsliebling „The Farewell“ besticht durch eine fein aufeinander abgestimmte Mischung aus Komödie und Drama, in der vor allem Hauptdarstellerin Awkwafina auftrumpfen kann. Mit ihrer stets eher beobachtenden denn das Geschehen aktiv vorantreibenden Regieführung muss man sich als Zuschauer allerdings anfreunden. Sonst plätschert das Geschehen eineinhalb Stunden lang einfach vor sich hin.


CUNNINGHAM | Regie: Alla Kovgan | DE/FR/USA 2019

Der Dokumentarfilm „Cunningham“ erweckt die legendären Choreografien von Merce Cunningham – getanzt von den letzten Mitgliedern seiner berühmten Company – noch einmal zum Leben. In poetischen Bildern begleitet der Film, Cunninghams künstlerischen Werdegang in der Zeit von 1944 bis 1972, der geprägt war von Risikofreude und innovativer Kraft. Von den frühen Jahren in New York, in denen sich Cunningham als Tänzer durchzusetzen versuchte, bis zu seinem Durchbruch als einer der visionärsten Choreografen der Welt.

Unterstützt durch die 3D-Technologie verbinden sich seine Geschichte und seine Ideen zu einer emotionalen Reise in die Welt des Choreografen. Sein Lebenswerk und seine Ideen beeinflussen noch heute Künstler und Choreografen auf der ganzen Welt.


Heimkinotipp: ONCE UPON A TIME IN HOLLYWOOD | Regie: Quentin Tarantino | USA 2019

Februar 1969: Der abgehalfterte Fernsehstar Rick Dalton befindet sich in einer Karriere-Sackgasse. Seit seine Western-Serie „Bounty Law“ abgesetzt wurde, müht er sich vergeblich ab, auf der großen Leinwand Fuß zu fassen. Nun tingelt er als Gastdarsteller von Fernsehserie zu Fernsehserie. Das Angebot, in Italien Western zu drehen, sieht Rick derweil eher als Beleidigung, denn als Chance. Ricks bester Kumpel und Stunt-Double Cliff Booth hätte noch wesentlich mehr Grund zur Klage, anders als Rick lässt sich der im TV-Geschäft verachtete Kriegsveteran jedoch vom Leben treiben. Und während Rick darauf hofft, dass er mit seinen neuen Nachbarn, dem aufstrebenden Schauspielstar Sharon Tate und Regisseur Roman Polanski, ins Gespräch kommt und so seine Karrierechancen verbessert, tauscht Cliff bei seinen Autofahrten durch L.A. Blicke mit einem Hippie-Mädchen aus…

Tarantino, mal ganz verträumt: „Once Upon a Time in Hollywood“ ist ein vor nostalgischer Liebe und atmosphärischem Zeitkolorit triefender „Abhängfilm“ mit einem bestens aufgelegten Ensemble, der dem willigen Publikum noch Stunden an Denkmaterial mit nach Hause gibt. Alle anderen bekommen einen ruhig erzählten Film, der seine leichte Melancholie mit viel Situationskomik würzt.

Das startet am 22. November 2018

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um den Starttag des 22. November, dessen größter Start „Verschwörung“ am meisten enttäuscht. Der neueste Film aus der Stieg-Larsson-Reihe wird zugleich zum bisher schwächsten, trotz einer starken Claire Foy. Einen ersten Vorgeschmack auf Weihnachten gibt es dafür mit einer Geschichte über den Autor der Weihnachtsgeschichte. Das biographische Drama ist allerdings eher ein Erwachsenen-Weihnachtsmärchen. Darüber hinaus geht’s mit „So viel Zeit“ in den Ruhrpott, mit „Der Dolmetscher“ nach Bratislava und mit dem Berlinale-Zankapfel „Mein Bruder heißt Robert uns ist ein Idiot“ ins unerträgliche Nichts… Dafür gibt’s als Heimkinotipp diesmal etwas ganz Besonderes!

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

CHARLES DICKENS: DER MANN, DER WEIHNACHTEN ERFAND | Regie: Bharat Nalluri | IE/CAN 2017

Mit 31 Jahren hat der Autor Charles Dickens im Jahr 1843 alles erreicht. Das Feuilleton und die Leser lieben ihn für seinen bahnbrechenden Roman „Oliver Twist“, er wird durch die ganze Welt kutschiert und für sein Werk gefeiert. Drei Flops später sieht sich Dickens am gesellschaftlichen Abgrund. Er ist pleite und eine Schreibblockade verhindert, dass sich daran so schnell etwas ändert. Als er eines Tages durch Zufall einer Beerdigung beiwohnt, an dem kein einzelner Freund oder Verwandter des Verstorbenen anwesend ist, kommt er auf die Idee, ein Buch über Weihnachten als die Zeit des Miteinanders und des Zusammenrückens zu schreiben. Einen Protagonisten hat er in dem griesgrämigen Greis Ebenezer Scrootch schnell gefunden. Doch auf dem Weg zum Bestseller suchen ihn nicht bloß seineGeldsorgen und Streitereien mit seinem Vater heim… 

„Charles Dickens: Der Mann, der Weihnachten erfand“ ist ein ebenso liebevoller wie ernsthafter Einblick in eine spannende Lebens- und Arbeitsphase von Charles Dickens, das durch seine technische Aufmachung einen ähnlichen Charme erreicht wie das Werk, das hier überhaupt erst entsteht.


SO VIEL ZEIT | Regie: Philipp Kadelbach | DE 2017

Sex & Drugs & Rock ’n‘ Roll? Nein, Rainers Leben läuft ganz und gar nicht so, wie er sich das als junger Mann erträumt hat. Sein Job langweilt ihn, seine Frau hat ihn verlassen und sein Sohn hätte sich einen tolleren Papa gewünscht. Außerdem gibt es eine Sache, die Rainer in seinem Leben richtig verbockt hat: Damals vor 30 Jahren hat er den Durchbruch seiner Band „Bochums Steine“ auf offener Bühne ruiniert. Seine Bandkollegen Bulle, Konni, Thomas und besonders Ole haben ihm das nie verziehen. Das verfolgt ihn bis heute. Als wäre das alles nicht genug, eröffnet ihm seine Ärztin, dass er nicht mehr lange zu leben hat. Ende der Durchsage? Im Gegenteil. Rainer beschließt, noch einmal alles zu geben und startet durch. Eine Sache will er in seinem Leben richtig machen: Das Comeback von „Bochums Steine“! 

„So viel Zeit“ ist eine sympathische Tragikomödie über ein paar Freunde, die sich nach langer Zeit noch einmal zum Musikmachen zusammenfinden. Das verläuft hin und wieder in formelhaften Bahnen, doch die toll aufgelegten und unkonventionell zusammengecasteten Hauptdarsteller können das die meiste Zeit über ausgleichen.


VERSCHWÖRUNG | Regie: Fede Alvarez | UK/DE/SWE/CAN/USA 2018

Es ist schon lange her, seit sich die unkonventionelle Hackerin Lisbeth Salander und der von ihr heimlich angehimmelte Journalist Mikael Blomkvist gesehen haben. Erst ein neuer Fall führt die beiden zusammen, als es die NSA auf Lisbeth abgesehen hat. Sie hat Beweise für eine Verschwörung des Auslandsgeheimdienstes aufgedeckt, die auf gar keinen Fall an die Öffentlichkeit gelangen sollen. Und um das zu verhindern, ist Lisbeths Gegnern jedes Mittel recht! Nachdem ihr Haus in Flammen aufgegangen ist und der Wissenschaftler Frans Balder ermordet wird, tickt für die vom Schicksal gebeutelte Hackerin langsam die Zeit herunter. Zum Glück kann sie sich auf Mikael verlassen, der längst die Fäden zusammengeführt hat, die alle zu Lisbeth führen. Und zu Balders hochintelligentem Sohn August, der der Schlüssel zu allem zu sein scheint… 

Wenig Thrill, kaum Gewalt und eine Lisbeth Salander, über die man nur erfährt, dass sie auch von Claire Foy toll gespielt werden kann – „Verschwörung“ ist eine der größten Enttäuschungen des Kinojahres.

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