Schlagwort-Archiv: Richard Levine

Das startet am 19. September 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 19. September, der neben dem höchst sehenswerten deutschen Oscar-Beitrag „Systemsprenger“ vor allem für Fans bestehender Kunst Einiges zu bieten hat. Wer „Rambo“ liebt, geht in den fünften Teil, Freunde der Serie „Downton Abbey“ bekommen ihren langersehnten Kinofilm spendiert und wer den dem Thriller „The Kitchen“ zugrunde liegenden Comic kennt, hat vielleicht daran seinen Spaß – trotz derart mieser Kritiken, dass der Film in Deutschland nicht mal der Presse gezeigt wurde. Mit „Ad Astra“ ist außerdem ein potenzieller Oscar-Anwärter am Start, von dem wir allerdings recht enttäuscht waren. Aber lest selbst…

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

SYSTEMSPRENGER | Regie: Nora Fingscheidt | DE 2019

Laut, wild, unberechenbar: Benni! Die Neunjährige treibt ihre Mitmenschen zur Verzweiflung. Dabei will sie nur eines: wieder zurück nach Hause! Pflegefamilie, Wohngruppe, Sonderschule: Egal, wo Benni hinkommt, sie fliegt sofort wieder raus. Die wilde Neunjährige ist das, was man im Jugendamt einen „Systemsprenger“ nennt. Dabei will Benni (Helena Zengel) eigentlich nur eines: Liebe, Geborgenheit und wieder bei Mama wohnen! Doch Bianca (Lisa Hagmeister) hat Angst vor ihrer unberechenbaren Tochter. Als es keinen Platz mehr für Benni zu geben scheint und keine Lösung mehr in Sicht ist, versucht der Anti-Gewalttrainer Micha (Albrecht Schuch), sie aus der Spirale von Wut und Aggression zu befreien, indem er mit ihr in eine einsame Waldhütte fährt. Doch damit fangen die Probleme – zumindest für ihn – erst so richtig an…

Am Ende von „Systemsprenger“ ist man erst einmal ganz schön geschafft, denn das, was die zum Zeitpunkt der Dreharbeiten zehnjährige Newcomerin Helena Zengel hier für einen Perforceritt abliefert, ist für den Zuschauer regelrecht am eigenen Leib zu spüren. Dass bei so einer bärenstarken Performance der eigentliche Kern der Geschichte nicht ins Hintertreffen gerät, ist der hervorragenden Schreib- und Inszenierungsleistung von Nora Fingscheidt zu verdanken, die mit ihrem Film gute Chancen auf den Oscar haben dürfte.


ANGRY BIRDS 2 – DER FILM | Regie: Thurop Van Orman  | FIN/USA 2019

Eigentlich könnten die Vögel und Schweine zufrieden nebeneinander herleben. Doch der Friede bleibt nicht lang gewahrt. Als eine neue Bedrohung auftaucht, die sowohl die Insel der Vögel als auch die Insel der Schweine in Gefahr bringt, rekrutieren die gefiederten Freunde Red (Christoph Maria Herbst), Chuck (Axel Stein), Bombe (Axel Prahl) und Mächtiger Adler (Smudo) Chucks smarte Schwester Silver (Anke Engelke) und tun sich mit den Schweinen Leonard (Ralf Schmitz), seiner Assistentin Courtney und dem Technik-Nerd Garry zusammen. Gemeinsam schmieden sie einen wackeligen Waffenstillstand und bilden ein ungewöhnliches Superteam, um ihre Heimat vor der – im wahrsten Sinne des Wortes – eiskalten Zeta (Christiane Paul) zu retten, die es auf das Zuhause von Vogel und Schwein abgesehen hat…

„Angry Birds 2 – Der Film“ ist um Längen besser als der stinklangweilige erste Teil und gefällt vor allem in seinen radikal anarchischen Momenten. Herausragend komische Slapstick-Szenen gleichen die Fehlschläge im Wortwitz aus. Und die recht einfältige Handlung wird von den starken Sprecherleistungen aufgefangen.


SUBMISSION | Regie: Richard Levine | USA 2017

Ted Swenson (Stanley Tucci) ist ein angesehener Literaturprofessor und Romanautor. Aktuell befindet er sich mitten in den Arbeiten für sein nächstes Buch und kämpft mit der ein oder anderen Schreibblockade, als seine attraktive Schülerin Angela (Addison Timlin) ihn an ihren Ergüssen teilhaben lässt. Regelmäßig legt sie ihm die neuesten Kapitel ihres Buches „Eggs“ vor, in dem sie die Liebesbeziehung einer jungen Frau zu einem älteren Mann schildert, die erstaunliche Ähnlichkeiten zu den Umständen in der Universität aufweist. Sei es nun, weil sich Ted in Angelas Arbeit wiedererkennt oder weil er so vom Schreibstil der Frau angetan ist: Nach und nach wird die Beziehung zwischen den beiden enger, bis sie sogar gemeinsam im Bett landen. Doch Angela scheint vor allem an Teds Kontakten als Schriftsteller interessiert zu sein…

Richard Levine erzählt die Geschichte von der skandalösen Liebschaft zwar nicht auf völlig neue Weise, setzt mit Verweisen in die Literatur aber punktuelle Akzente, die genauso gut gefallen wie die starken Performances der beiden Hauptdarsteller.


AD ASTRA – ZU DEN STERNEN | Regie: James Gray | USA 2019

Der schweigsame Astronaut Roy McBride (Brad Pitt) ist ein Einzelgänger und hat sich seit dem Weggang seines ebenfalls als Raumfahrer tätigen Vaters Clifford (Tommy Lee Jones) von seiner Umwelt abgekapselt. Selbst seine ihn liebende Ehefrau Eve (Liv Tyler) kommt nicht mehr an ihn heran. Doch vielleicht kann eine neue Mission den verbitterten Außenseiter wieder zu neuem Lebensmut verhelfen. Im Auftrag der Raumfahrtbehörde reist er an den äußersten Rand des Sonnensystems, um dort seinen vermissten Vater zu finden und mysteriöse Vorgänge aufzudecken, die das Überleben auf der Erde bedrohen. Auf seiner Reise enthüllt er Geheimnisse, die die menschliche Existenz und unseren Platz im Universum in Frage stellen. Und das Verhältnis zu seinem Vater in einem ganz neuen Licht dastehen lassen…

„Ad Astra – Zu den Sternen“ fühlt sich an wie „Gravity“ auf Valium, nur dass hier noch weitaus mehr ausformuliert und symbolisch unterfüttert wird als in Alfonso Cuaróns Weltraummeisterwerk. Die eigentlich anvisierten großen Themen können sich darunter kaum entfalten. Es ist, als würde man ein Gemälde betrachten, auf dessen Oberfläche die Interpretation des Werks bereits mit dickem Filzstift geschrieben steht.


DOWNTON ABBEY | Regie: Michael Engler | UK 2019

Aufregung auf Downton Abbey: Der König und die Königin erweisen dem Hause Grantham die Ehre. Es müssen ein royaler Lunch, eine Parade und ein Dinner organisiert werden. Aber wir befinden uns im Jahr 1927 und der Earl of Grantham sinnt, ob sie nach all den Veränderungen der letzten Jahre überhaupt noch einem königlichen Besuch gewachsen sind. Als wäre diese Aufgabe nicht schon schwer genug zu bewältigen, muss sich das Personal mit dem furchteinflößenden royalen Haushalt herumärgern, und schon bald keimt eine kleine Revolte im unteren Teil des Hauses auf. Währenddessen quält Lady Mary die Frage, ob der Erhalt von Downton überhaupt noch zeitgemäß ist. Soll das Familienanwesen vielleicht doch einer bürgerlichen Institution weichen? Auch die Dowager Countess of Grantham sieht dem königlichen Besuch mit gemischten Gefühlen entgegen, gehört ihre Cousine Lady Bagshaw doch zum royalen Gefolge.


THE KITCHEN: QUEENS OF CRIME | Regie: Andrea Berloff | USA 2019

New York City in den späten Siebzigerjahren. Die 20 Häuserblocks zwischen 8th Avenue und dem Hudson, genannt Hell’s Kitchen –, eine Ansammlung von Pfandhäusern, Pornopalästen und Spelunken im Besitz der irischen Mafia – waren noch nie der einfachste oder sicherste Ort zum Leben. Dann nehmen die Dinge für die Mafioso-Ehefrauen Kathy (Melissa McCarthy), Ruby (Tiffany Haddish) und Claire (Elisabeth Moss) eine radikale und dramatische Wendung. Nachdem das FBI ihre Ehemänner inhaftiert hat, nehmen die Frauen die Sache selbst in die Hand: Ab sofort führen sie die kriminellen Geschäfte und schalten die Konkurrenz aus … im wahrsten Sinne des Wortes. Jetzt gehört ihnen das Viertel und die Bewohner von New York City leben fortan in Angst vor einem Trio, das schon genau wie seine Gatten keine Gefangenen macht. Doch die Ereignisse spitzen sich zu und die drei Frauen müssen beweisen, wie tough sie sind…


RAMBO: LAST BLOOD | Regie: Adrian Grunberg | USA 2019

John Rambo (Sylvester Stallone) hat viele große Schlachten in seinem Leben geschlagen – nun soll endlich Schluss sein. Zurückgezogen lebt der Kriegsveteran inzwischen auf einer abgelegenen Farm in Arizona und verbringt den lieben langen Tag mit Reiten und Reparaturen an seinem Haus. Er ist glücklich. Doch der einstige Elitekämpfer kommt einfach nicht zur Ruhe. Als die von ihm liebgewonnene Enkelin seiner Haushälterin Maria (Adriana Barraza) verschleppt wird, begibt sich Rambo auf eine Rettungsmission jenseits der amerikanischen Grenze nach Mexiko. Hier sind die Gesetze der Unterwelt besonders hart und John muss sich auf seine alte Stärken besinnen, um das Opfer wieder nach Hause zu holen. Schon bald sieht er sich dort einem der mächtigsten und skrupellosesten Drogenkartelle gegenüber. Die vielen Jahre im Kampf mögen Rambo gezeichnet haben, aber sie haben ihn nicht weniger gefährlich gemacht.


Heimkinotipp: STAN & OLLI | Regie: John S. Baird | UK/USA/CAN 2018

Die beiden Schauspieler Stan Laurel (Steve Coogan) und Oliver Hardy (John C. Reilly), das beliebteste Komiker-Duo der Welt, befindet sich 1953 auf einer Tour durch Großbritannien. Ihre besten Jahre als die „Könige der Hollywoodkomödie“ hinter sich, sehen sie sich mit einer ungewissen Zukunft konfrontiert. Zu Beginn ihrer Tour kreuz und quer durchs Land, sind die Zuschauerräume enttäuschend leer. Doch durch ihr Talent, sich immer wieder gegenseitig zum Lachen zu bringen, beginnt der Funke auf ihr Publikum überzuspringen. Es gelingt ihnen durch den Charme und die Brillanz ihrer Aufführungen, alte Fans zurückzugewinnen und neue zu begeistern: Die Tour wird zum einem Riesenerfolg! Doch die Gespenster ihrer Vergangenheit holen sie ein und stellen Stan und Ollies Freundschaft auf eine Bewährungsprobe…

Regisseur Jon S. Baird befasst sich in seinem überragend besetzten und fantastisch ausgestatteten Biopic „Stan & Ollie“ über die Komiker Stan Laurel und Oliver Hardy mit der Zeit nach der großen Karriere des gleichnamigen Komikerduos und kommt den widersprüchlichen Figuren dabei ganz nah.

Submission

Wenn der Professor mit der Studentin: Regisseur Richard Levine lässt in seinem Drama SUBMISSION Stanley Tucci ein Verhältnis mit einer schreibenden jungen Frau eingehen. Ein abgegriffenes Motiv, das in den Händen des Regisseurs wieder neu an Poesie gewinnt – im wahrsten Sinne des Wortes. Mehr dazu verraten wir in unserer Kritik.

Weiterlesen