Das startet am 28. Juli 2016

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 28. Juli, an dem es trotz Konkurrenz vermutlich nur einen relevanten Kinostart gibt: „Pets“! In den USA knackt der neueste Film aus den „Minions“-Studios einen Rekord nach dem anderen, auch hierzulande dürfte der Film Ende des Jahres zu den meistgesehenen gehören. „Legend of Tarzan“ war zwar teuer, doch ob die Fanbase um den halbnackten Dschungelhelden wirklich groß genug ist, um den 3D-Haustieren gefährlich zu werden, darf bezweifelt werden. Auch die Starts „Wiener Dog“ und „Zeit für Legenden“ parallel zu „Pets“ anzusetzen, ist mutig. Beide Filme sind gut, doch gegen das Highlight in dieser Woche wird man es schwer haben.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

PETS | Regie: Yarrow Cheney, Chris Renaud | USA 2016

Pets

Im Herzen von Manhattan geht es Max bei Frauchen Katie prächtig. Doch er traut seinen Augen kaum, als diese eines Tages Duke, einen weiteren Hund mit nach Hause bringt. Der freut sich tierisch über sein neues Zuhause und scheint davon auszugehen, dass er und sein neuer Bruder fortan ihr Leben bei Katie gemeinsam verbringen werden. Doch schon bald überkommt ihn das ungute Gefühl, dass sein Artgenosse ihn nicht mag. Als sicher ist, dass Max ihn wieder vertreiben will, ergreift Duke die Initiative. Beim täglichen Spaziergang in den Park, will er Max in einer Falle locken. Doch der Plan geht mächtig schief und beide landen in den Händen von Hundefängern. Nun sind Max‘ Freunde, die arrogante Katze Chloé, der hyperaktive Zwergspitz Gidget und viele andere Haustiere New Yorks gefragt, um Max und Duke zurückzuholen.
4 von 5

Emotionale Berührungspunkte sucht man in „Pets“ so gut wie vergeblich, dafür ist die Geschichte um eine Gruppe von Haustieren, die in den Wirren von New York verloren geht und wieder nach Hause finden muss, so dynamisch, frech und visuell detailreich inszeniert, dass man gar nicht anders kann, als sich in die flauschigen Vierbeiner zu verlieben.


ZEIT FÜR LEGENDEN | Regie: Stephen Hopkins | CAN/DE 2016

Zeit für Legenden

Ohio, 1934. Der schwarze Ausnahme-Athlet Jesse Owens (Stephan James) trainiert unter seinem Coach Larry Snyder (Jason Sudeikis), der ihn auf die Olympischen Spiele in Berlin vorbereiten will. Sportlich läuft es perfekt für Jesse, der immer wieder Bestzeiten läuft – aber der Trubel um seine Person macht ihm zu schaffen. Zwei Jahre später hat er mit Snyders Hilfe rechtzeitig für Olympia zu innerer Stärke gefunden. Als Jesse jedoch erfährt, dass die Nazis die Olympischen Spiele für Ihre rassistische Propaganda nutzen wollen, erwägt er, sie zu boykottieren. Doch letztlich trifft er die einzig richtige Entscheidung: Er reist nach Berlin – und macht die Spiele nicht nur zu seinem persönlichen sportlichen Triumph, sondern sorgt für eine herbe Niederlage für Hitlers Nazi-Regime. Seine Teilnahme an den Olympischen Spielen wird in die Geschichte eingehen…
3 von 5

„Zeit für Legenden“ ist ein weitestgehend überraschungsarmes Sportler-Biopic, das trotz der standardisierten Inszenierung über weite Strecken echte Emotionen freisetzt. Besonders die authentischen Kulissen und die eindringlichen Schauspielleistungen des gesamten Ensembles machen aus Stephen Hopkins‘ Film einen solchen, der trotz herkömmlicher Dramazutaten besser ist, als der Durchschnitt.


WIENER DOG | Regie: Todd Solondz | USA 2016

Wiener Dog

Kurz nach ihrer Geburt wird die von ihren Besitzern nur „Wiener Dog“ genannte Dackelhündin von Danny adoptiert. Danny ist der Vater des neunjährigen Remi, und die kleine, noch längst nicht stubenreine Hündin ist als Überraschung für den schwächlichen Jungen gedacht, der gerade erst eine Krebserkrankung überstanden hat. Remis Mutter Dina ist nicht begeistert von dem neuen Familienmitglied. Doch während die beiden Eheleute noch streiten, ist Remi längst bis über beide Ohren verliebt. Die Geschichte nimmt eine dramatische Wendung, als Wiener Dog Remis fehlendes Wissen um korrekte Hundeernährung zum Verhängnis wird. Die unscheinbare Tierarzthelferin Dawn kann die Hündin knapp vor dem Einschläfern bewahren und nimmt sich ihrer an. Gemeinsam mit ihrer Jugendliebe Brandon reisen Dawn und die Dackeldame durch die USA…3 von 5

„Wiener Dog“ ist bitterböses Ensemblekino, dessen Episoden mal pfiffig aussagekräftig, ein anderes Mal wiederum aufgesetzt prätentiös wirken. Der Darstellerleistung wegen, ist der Kauf eines Kinotickets jedoch  alles andere als eine Fehlinvestition.


LEGEND OF TARZAN |  Regie: David Yates |  USA 2016

Legend of Tarzan

Vor Jahren hat der als Tarzan bekannte Brite (Alexander Skarsgård) den afrikanischen Dschungel verlassen, um als adliger John Clayton, Lord Greystoke, mit seiner geliebten Frau Jane (Margot Robbie) ein standesgemäßes Leben zu führen. Jetzt wird er vom Parlament als Sonderbotschafter für Handelsfragen zurück in den Kongo geschickt, ohne zu ahnen, dass er nur als Schachfigur in einem tödlichen Komplott aus Rache und Habgier dienen soll – eingefädelt hat es der Belgier Leon Rom (Christoph Waltz), der finstere Ziele verfolgt. Andererseits begreifen auch die Drahtzieher dieses mörderischen Plans nicht im Mindesten, welche Lawine sie damit ins Rollen bringen. Fortan steht nicht nur das Leben von Tarzan und seiner Frau Jane auf dem Spiel, sondern auch das biologische Gleichgewicht des Dschungels. 2 von 5

Die Idee hinter „Legend of Tarzan“ ist gerade aufgrund der sehr erwachsenen Inszenierung gar nicht so schlecht. Visuell besticht der Blockbuster mit fein komponierten Bildern, in die sich jedoch weder die qualitativ wankelmütigen Effekte, noch die Darsteller so richtig einfügen mögen. Inhaltlich sagt David Yates weder etwas Neues aus, noch gestaltet sich sein Dschungeltrip sonderlich unterhaltsam.


DIBBUK – EINE HOCHZEIT IN POLEN | Regie: Marcin Wrona | PL/ISR 2015
Dibbuk - Eine Hochzeit in Polen

Eine vodkagetränkte Hochzeitsfeier auf dem Lubliner Lande gerät aus den Fugen, als der in England aufgewachsene Bräutigam Piotr zu ahnen beginnt, dass das ihm als Brautgeschenk angebotene Anwesen ein dunkles Geheimnis birgt.

Basierend auf einem Theaterstück inszeniert Regisseur Marcin Wrona die jüdische Legende um den Dibbuk als stimmungsvollen Hochzeitstaumel und politische Parabel, mit reichlich heiteren, surrealen und unheimlichen Elementen. Ein Par-Force-Ritt durch die polnische Befindlichkeit und ein Genremix aus so unterschiedlichen Elementen wie Horror, Drama, Thriller, Romanze aber auch einem Funken schwarze Komödie. In Deutschland kommt „Dibbuk – Eine Hochzeit in Polen“ nur als limitierter Start in die Kinos.


HEIMATLAND  |  Regie: Andrina Mračnikar | AT/FR 2015

Heimatland

Es ist Herbst und wird kalt in der Schweiz. Plötzlich steht eine unerklärbare und furchteinflößende Wolke über dem Land. Ihre Herkunft ist den Experten ein großes Rätsel und sie können lediglich feststellen, dass sie kontinuierlich wächst und ihre Entladung nur eine Frage der Zeit ist. Noch ist es windstill draußen, doch die Wolke hängt wie ein Damoklesschwert über der Schweiz.

„Heimatland“ nutzt diesen Zustand der allgemeinen Verunsicherung für eine aktuelle Bestandsaufnahme der Schweiz: Zehn junge AutorenfilmerInnen aus der West- und Deutschschweiz beleuchten Menschen, Mentalitäten und Milieus des Landes und verweben diese persönlichen Episoden zu einer großen, gemeinsamen Geschichte.


SEEFEUER  |  Regie: Gianfranco Rosi | IT/FR 2016

Seefeuer

Samuele ist 12. Nach der Schule trifft er seine Freunde oder streift mit einer selbstgebauten Steinschleuder durch die Gegend. Er will Fischer werden, so wie sein Vater. Samuele lebt auf der Mittelmeerinsel Lampedusa, auf der das Leben schon immer von dem geprägt war, was das Meer bringt. Seit Jahren sind das nun vor allem Menschen – Tausende Flüchtlinge, die in der verzweifelten Hoffnung auf ein besseres Leben eine lebensgefährliche Reise wagen. Ein Jahr lang beobachtete Regisseur Gianfranco Rosi Leben und Alltag auf Lampedusa, der „Insel der Hoffnung“, die zur Anlaufstelle unzähliger Flüchtlinge wurde. Der bewegende Dokumentarfilm überzeugte auf der diesjährigen Berlinale Der italienische Originaltitel „Fuocoammare“ kann sowohl als „brennendes Meer“ als auch „Leuchtturm“ übersetzt werden.


Heimkinotipp: RAUM | Regie: Lenny Abrahamson | USA 2015

Raum

Ein Leben zu zweit auf neun Quadratmetern: „Raum“ erzählt die außergewöhnliche Geschichte von Jack (Jacob Tremblay), einem lebhaften Fünfjährigen, um den sich seine liebende Mutter Ma (Brie Larson) kümmert. Wie jede Mutter will sie, dass Jack glücklich und sicher ist. Sie zieht ihn liebevoll auf, spielt mit ihm, erzählt ihm Geschichten – doch ihr beider Leben ist alles andere als normal. Sie sind gefangen in diesem Raum. Ma hat daher ein ganzes Universum innerhalb des Raums für Jack erschaffen und wird vor nichts Halt machen, um sicherzugehen, dass Jack auch in dieser tückischen Umgebung in der Lage ist, ein vollkommenes und erfülltes Leben zu führen. Aber als Jack immer mehr Fragen über ihre Situation stellt, beschließen sie eine riskante Flucht. 4 von 5

Regisseur Lenny Abrahamson gelingt mit seinem Entführungsdrama „Raum“ eine intime Auseinandersetzung mit einer bedingungslosen Liebe zwischen Mutter und Sohn, die vollkommen ohne die Betrachtung von Täter und Opfer auskommt und den Fokus ganz auf die Emotionen legt. Brillant!

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