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Das startet am 17. November 2016

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 17. November 2016, dessen größter Start der Presse bislang vorenthalten blieb. „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ wird aller Voraussicht nach den Rest ausstechen. In diesem Fall ist das allerdings auch nicht weiter schlimm, denn dass sich die anderen Verleiher kaum Hoffnungen machen, gegen das neueste Zaubererabenteuer zu bestehen, sieht man anhand der Filme, die von ihnen in die Kinosäle entlassen werden. Nicht einmal der neueste Jim-Jarmusch-Film kann vollends überzeugen und ob „Voll verkatert“ überhaupt noch erscheint, steht auch in den Sternen… 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

PHANTASTISCHE TIERWESEN UND WO SIE ZU FINDEN SIND | Regie: David Yates | UK/USA 2016
Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind

1926: Newt Scamander (Eddie Redmayne) hat gerade eine weltweite Exkursion abgeschlossen, mit der er die außergewöhnliche Vielfalt von magischen Geschöpfen erforschen und dokumentieren will. Ein kurzer Zwischenstopp führt ihn nach New York und wäre sicherlich ereignislos verlaufen… würden nicht ein No-Maj (Amerikanisch für Muggel) namens Jacob (Dan Fogler), ein verloren gegangener magischer Koffer und einige entlaufene phantastische Tierwesen aus Newts Sammlung sowohl in der magischen Welt als auch unter den No-Majs für reichlich Schwierigkeiten sorgen. Mit diesem Film gibt J.K. Rowling ihr Debüt als Drehbuchautorin. Als Vorlage für ihr Skript diente das Hogwarts-Lehrbuch „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“, das von ihrer literarischen Figur Newt Scamander verfasst wurde.

4 von 5

„Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ entführt den Zuschauer in eine Welt, mit der man sich als „Harry Potter“-Fan sehr gern arrangiert. Optisch und akustisch schwelgt man in Nostalgie, auch das Casting der Darsteller gefällt. Lediglich die zu Beginn noch so harmlos-verspielte Geschichte muss in der zweiten Hälfte einem standardisierten Blockbuster-Konflikt weichen, wodurch viel des vorab aufgebauten Charmes verloren geht.


PATERSON | Regie: Jim Jarmusch | FR/DE/USA 2016

Paterson

Paterson (Adam Driver) ist ein Busfahrer, der genauso heißt wie der Ort, in dem er lebt. Die Kleinstadt in New Jersey und ihre eigentümlichen Bewohner sind die Inspiration für seine Gedichte, die er Tag für Tag in der Mittagspause auf der Parkbank verfasst. Doch er fühlt sich auch gefangen. In einem Alltag, der tagein, tagaus derselbe ist und aus dem er nicht ausbrechen kann. Dagegen sieht das Leben seiner geliebten Frau ganz anders aus. Die Welt von Laura (Golshifteh Farahani) dagegen befindet sich nämlich in einem ständigen Wandel. Fast täglich hat sie neue Träume, jeder einzelne von ihnen ein anderes, inspirierendes Projekt. Paterson liebt Laura und sie ihn. Er unterstützt ihre neugefundenen Ambitionen und sie bewundert seine Gabe für Poesie. Doch können diese unterschiedlichen Leben miteinander funktionieren? 3 von 5

Jim Jarmuschs „Paterson“ findet seine nicht zu leugnende Schönheit in der Entschleunigung. Auch die Darsteller spielen absolut solide auf. Gleichzeitig bleiben Geschichte und Charaktere durchgehend oberflächlich und die vom Regisseur beabsichtigte Poesie verpufft, da sie bis zum Ende nur Behauptung bleibt.


RADIO HEIMAT | Regie: Matthias Kutschmann| DE 2016

Radio Heimat

Die vier Freunde Frank, Pommes, Spüli und Mücke suchen mitten im Pott, mitten in der Pubertät und mitten in den 80er Jahren nach der ersten großen Liebe. Besonders Frank hat einen schmerzlichen Wunsch, nämlich bei Carola Rösler zu landen. Unerschrocken ziehen die vier Helden in den Kleinkrieg der Geschlechter und lecken ihre Wunden zwischen Freibad, Schrebergärten und Ommas Frikadellen. Sie absolvieren die schier unüberwindbaren Initiationsriten, welche das Ruhrgebiet jeglicher Mannwerdung entgegenhält: Pilstrinken, Pöhlen und Pommes-rot-weiß. Da hatte es Franks Vatter in den 60er Jahren wohl etwas leichter: Außer einem Kanon gesellschaftlich auferlegter Pflichtübungen wie Tanzschule, keuschem Kaffeetrinkens und echtem Erröten lief es in Sachen Liebe eigentlich wie von selbst. Und so bleibt unseren Helden nur eins: Alles selber ausprobieren!
3 von 5

Dank der tollen Darsteller und der sympathischen Figuren ist „Radio Heimat“ eine hübsche Anekdotensammlung aus dem Leben von vier Jugendlichen. Der Versuch, dem Ruhrgebiet eine Liebeserklärung zu machen, funktioniert allerdings nur bedingt, da das Skript über die Verwendung von Allgemeinplätzen nicht hinaus kommt.


JEDER STIRBT FÜR SICH ALLEIN | Regie: Vincent Perez | UK/FR/DE 2016

Jeder stirbt für sich allein

Berlin 1940, Jablonskistraße 55. Die Hausgemeinschaft bildet einen Querschnitt der Bevölkerung der Zeit. Ein Blockwart, eine versteckte Jüdin, ein ehemaliger Richter, ein Denunziant, ein Kleinkrimineller, ein Hitlerjunge, eine Briefträgerin und das Arbeiterehepaar Anna und Otto Quangel. Angst in allen Facetten ist das bestimmende Gefühl dieser Zeit. Durch einen Schicksalsschlag getroffen, beschließt das Ehepaar Quangel, etwas zu tun. Auf der Suche nach Gerechtigkeit kämpfen sie mit klaren Botschaften auf schlichten Postkarten gegen Hitler. Kommissar Escherich kommt ihnen auf die Spur, die Gestapo drängt auf Ergebnisse. Der scheinbar aussichtslose gemeinsame Kampf gegen das Böse lässt Otto und Anna nach Jahren der Einsamkeit wieder zueinander finden und wird nicht nur deshalb am Ende nicht umsonst gewesen sein…
2 von 5

„Jeder stirbt für sich allein“ basiert zwar auf einem herausragenden Roman, dessen erschreckend aktuell wirkende Thematik nach wie vor für die Leinwand gemacht ist. Doch ausgerechnet auf das Werk von Vincent Perez trifft das nicht zu. Abgesehen von einigen nett inszenierten Einzelszenen im kühlen Stile handelsüblicher Spy-Thriller wirkt sein Film selbst für eine Fernsehproduktion viel zu lieb- und leidenschaftslos.


VOLL VERKATERT |  Regie: Barry Sonnenfeld | CN/FR 2016
Voll verkatert

Für den Familienvater und Geschäftsmann Tom Brand gibt es nichts Wichtigeres, als seinen Job als erfolgreicher Firmenleiter eines Milliardenunternehmens. Gerade ist er dabei, das höchste Gebäude der Stadt zu bauen. Da kann es schon mal passieren, dass Ehefrau Lara und Töchterchen Rebecca zu kurz kommen. Viel zu kurz. Mit seinem krankhaften Ehrgeiz treibt Tom regelmäßig seine Angestellten in den Wahnsinn, doch auch David, Sohn aus Toms erster Ehe, muss regelmäßig den Frust seines Dads über sich ergehen lassen. All das ändert sich jedoch, als sich Rebecca zu ihrem Geburtstag eine Katze wünscht. Widerwillig stimmt Tom zu und lernt in einer Tierhandlung den mysteriösen Katzenflüsterer Felix Perkins kennen. Dieser beschließt, dem nachlässigen Familienvater eine Lektion zu erteilen: Nach einem folgenschweren Unfall lebt Toms Verstand in der Gestalt eines Katers weiter. 1 von 5

„Voll verkatert“ hat eine Stärke: Die Synchronisation Kevin Spaceys durch Oliver Kalkofe. Ansonsten ist die vollkommen lieblos inszenierte, absolut unlustige Komödie langweiliger, als jedes Katzenvideo bei YouTube. Wenn der Film doch nicht mehr ins Kino kommt, würde es uns nicht wundern.


AMERIKANISCHES IDYLL | Regie: Ewan McGregor | USA 2016

Amerikanisches Idyll

Amerika in den Sechzigerjahren: Es könnte kaum besser laufen für Seymour Levov (Ewan McGregor), aufgrund seiner Statur von allen nur „der Schwede“ genannt. Einst Sportlegende einer Highschool in Newark, ist der erfolgreiche Handschuhfabrikant inzwischen mit der Ex-Schönheitskönigin Dawn (Jennifer Connelly) verheiratet und hat eine bezaubernde Tochter. Das perfekte Idyll bekommt jedoch erste Kratzer, als Merry (Dakota Fanning) zum rebellischen Teenager heranreift und sich ohne den Zuspruch ihrer Eltern den Protesten gegen den Vietnamkrieg anschließt. Als in der Kleinstadt eine Bombe hochgeht, verschwindet sie spurlos. War Merry die Attentäterin? Für die Levovs beginnt eine Zeit der qualvollen Ungewissheit. Fest entschlossen die Unschuld seiner Tochter zu beweisen, macht sich Seymour auf die Suche nach ihr…


EGON SCHIELE – TOD UND MÄDCHEN |  Regie: Dieter Berner | AT/LUX 2016

Egon Schiele

Wien, Anfang des 20. Jahrhunderts: Der junge Egon Schiele (Noah Saavreda) ist mit seinen originellen, erotisch aufgeladenen Werken einer der meist diskutierten Künstler seiner Zeit. Leidenschaftlich lebt er für seine Kunst, die inspiriert wird von schönen Frauen und dem Geist einer zu Ende gehenden Ära. Seine jüngere Schwester Gerti (Maresi Riegner) ist seine erste Muse, doch schon bald stehen zu ihrem Missfallen immer neue Mädchen für Egon Modell. Als ihm von seinem Künstlerfreund Gustav Klimt (Cornelius Obonya) die rothaarige Wally (Valerie Pachner) vorgestellt wird, verbindet die beiden bald schon mehr als die Liebe zur Kunst. Eine ebenso stürmische wie wahrhaftige Beziehung beginnt, die sich fortan durch Schieles Schaffen ziehen wird und durch sein Gemälde „Tod und Mädchen“ unsterblich geworden ist.


IM NAMEN DER TIERE |  Regie: Sabine Kückelmann | DE 2016
Im Namen der Tiere

Wir lieben Katzen, Hunde und Pferde, sie sind die besten Freunde des Menschen. Die sogenannten „Nutztiere“ werden dagegen gequält und ausgebeutet. Ein absurder Widerspruch: Dass Fleisch, Milch, Daunen oder Pelze von Tieren mit Charakter und eigenen Bedürfnissen stammen, die einzig für unsere Zwecke gezüchtet und getötet werden, verdrängen wir erfolgreich. „Im Namen der Tiere“ zeigt die grausame Realität, die durch diese Gleichgültigkeit entsteht und erhebt die Stimme für einen gerechten Umgang mit Tieren. George Bernard Shaw sagte: „Die größte Sünde gegenüber unseren Mitgeschöpfen ist nicht der Hass, sondern die Gleichgültigkeit. Das ist das Wesen der Unmenschlichkeit.“ Mit Dr. Melanie Joy (Sozialpsychologin, Autorin), Prof. Dr. Steven Best (Autor, Aktivist), Dr. Eugen Drewermann (Theologe, Psychoanalytiker) u.v.a.


DIE REISE MIT VATER | Regie: Anca Miruna Lăzărescu | DE 2016
Die Reise mit Vater

Heimkinotipp: HIGH-RISE | Regie: Ben Wheatley | UK/BEL 2015

High-Rise

1975. Zwei Meilen westlich von London bezieht Dr. Robert Laing auf der Suche nach Anonymität sein neues Appartement, nur um bald feststellen zu müssen, dass seine Mitbewohner gar nicht daran denken, ihn in Ruhe zu lassen. So ergibt er sich schließlich in sein Schicksal, freundet sich mit den neuen Nachbarn an und wird dadurch zunehmend in das komplexe soziale Gefüge hineingezogen.Während er so seine Probleme damit hat, seinen Platz inmitten dieser Gesellschaft zu finden, bekommen Laings gute Manieren und sein Verstand ebenso deutliche Risse wie das Gebäude selbst.  Die Lichter gehen aus, die Aufzüge bleiben stehen, aber die Party hört nicht auf.  Die Menschen sind das Problem. Der Alkohol die Währung. Sex ist das Allheilmittel.  Erst sehr viel später, als er auf dem Balkon sitzt und den Hund des Architekten verspeist, fühlt Laing sich zuhause.
4 von 5

Mit der Idee, den Bestseller „High Rise“ fürs Kino zu adaptieren, geht Regisseur Ben Wheatly ein großes Wagnis ein. Immerhin droht die Gefahr, unter dem visuellen Rausch den Blick für die Figuren zu verlieren. Diese Problematik vollständig zu umfahren, gelingt ihm tatsächlich nicht. Trotzdem ist „High-Rise“ ein virtuoses Kinovergnügen, das den Rausch von der Leinwand auf den Zuschauer transportiert.

Das startet am 28. Juli 2016

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 28. Juli, an dem es trotz Konkurrenz vermutlich nur einen relevanten Kinostart gibt: „Pets“! In den USA knackt der neueste Film aus den „Minions“-Studios einen Rekord nach dem anderen, auch hierzulande dürfte der Film Ende des Jahres zu den meistgesehenen gehören. „Legend of Tarzan“ war zwar teuer, doch ob die Fanbase um den halbnackten Dschungelhelden wirklich groß genug ist, um den 3D-Haustieren gefährlich zu werden, darf bezweifelt werden. Auch die Starts „Wiener Dog“ und „Zeit für Legenden“ parallel zu „Pets“ anzusetzen, ist mutig. Beide Filme sind gut, doch gegen das Highlight in dieser Woche wird man es schwer haben.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

PETS | Regie: Yarrow Cheney, Chris Renaud | USA 2016

Pets

Im Herzen von Manhattan geht es Max bei Frauchen Katie prächtig. Doch er traut seinen Augen kaum, als diese eines Tages Duke, einen weiteren Hund mit nach Hause bringt. Der freut sich tierisch über sein neues Zuhause und scheint davon auszugehen, dass er und sein neuer Bruder fortan ihr Leben bei Katie gemeinsam verbringen werden. Doch schon bald überkommt ihn das ungute Gefühl, dass sein Artgenosse ihn nicht mag. Als sicher ist, dass Max ihn wieder vertreiben will, ergreift Duke die Initiative. Beim täglichen Spaziergang in den Park, will er Max in einer Falle locken. Doch der Plan geht mächtig schief und beide landen in den Händen von Hundefängern. Nun sind Max‘ Freunde, die arrogante Katze Chloé, der hyperaktive Zwergspitz Gidget und viele andere Haustiere New Yorks gefragt, um Max und Duke zurückzuholen.
4 von 5

Emotionale Berührungspunkte sucht man in „Pets“ so gut wie vergeblich, dafür ist die Geschichte um eine Gruppe von Haustieren, die in den Wirren von New York verloren geht und wieder nach Hause finden muss, so dynamisch, frech und visuell detailreich inszeniert, dass man gar nicht anders kann, als sich in die flauschigen Vierbeiner zu verlieben.


ZEIT FÜR LEGENDEN | Regie: Stephen Hopkins | CAN/DE 2016

Zeit für Legenden

Ohio, 1934. Der schwarze Ausnahme-Athlet Jesse Owens (Stephan James) trainiert unter seinem Coach Larry Snyder (Jason Sudeikis), der ihn auf die Olympischen Spiele in Berlin vorbereiten will. Sportlich läuft es perfekt für Jesse, der immer wieder Bestzeiten läuft – aber der Trubel um seine Person macht ihm zu schaffen. Zwei Jahre später hat er mit Snyders Hilfe rechtzeitig für Olympia zu innerer Stärke gefunden. Als Jesse jedoch erfährt, dass die Nazis die Olympischen Spiele für Ihre rassistische Propaganda nutzen wollen, erwägt er, sie zu boykottieren. Doch letztlich trifft er die einzig richtige Entscheidung: Er reist nach Berlin – und macht die Spiele nicht nur zu seinem persönlichen sportlichen Triumph, sondern sorgt für eine herbe Niederlage für Hitlers Nazi-Regime. Seine Teilnahme an den Olympischen Spielen wird in die Geschichte eingehen…
3 von 5

„Zeit für Legenden“ ist ein weitestgehend überraschungsarmes Sportler-Biopic, das trotz der standardisierten Inszenierung über weite Strecken echte Emotionen freisetzt. Besonders die authentischen Kulissen und die eindringlichen Schauspielleistungen des gesamten Ensembles machen aus Stephen Hopkins‘ Film einen solchen, der trotz herkömmlicher Dramazutaten besser ist, als der Durchschnitt.


WIENER DOG | Regie: Todd Solondz | USA 2016

Wiener Dog

Kurz nach ihrer Geburt wird die von ihren Besitzern nur „Wiener Dog“ genannte Dackelhündin von Danny adoptiert. Danny ist der Vater des neunjährigen Remi, und die kleine, noch längst nicht stubenreine Hündin ist als Überraschung für den schwächlichen Jungen gedacht, der gerade erst eine Krebserkrankung überstanden hat. Remis Mutter Dina ist nicht begeistert von dem neuen Familienmitglied. Doch während die beiden Eheleute noch streiten, ist Remi längst bis über beide Ohren verliebt. Die Geschichte nimmt eine dramatische Wendung, als Wiener Dog Remis fehlendes Wissen um korrekte Hundeernährung zum Verhängnis wird. Die unscheinbare Tierarzthelferin Dawn kann die Hündin knapp vor dem Einschläfern bewahren und nimmt sich ihrer an. Gemeinsam mit ihrer Jugendliebe Brandon reisen Dawn und die Dackeldame durch die USA…3 von 5

„Wiener Dog“ ist bitterböses Ensemblekino, dessen Episoden mal pfiffig aussagekräftig, ein anderes Mal wiederum aufgesetzt prätentiös wirken. Der Darstellerleistung wegen, ist der Kauf eines Kinotickets jedoch  alles andere als eine Fehlinvestition.


LEGEND OF TARZAN |  Regie: David Yates |  USA 2016

Legend of Tarzan

Vor Jahren hat der als Tarzan bekannte Brite (Alexander Skarsgård) den afrikanischen Dschungel verlassen, um als adliger John Clayton, Lord Greystoke, mit seiner geliebten Frau Jane (Margot Robbie) ein standesgemäßes Leben zu führen. Jetzt wird er vom Parlament als Sonderbotschafter für Handelsfragen zurück in den Kongo geschickt, ohne zu ahnen, dass er nur als Schachfigur in einem tödlichen Komplott aus Rache und Habgier dienen soll – eingefädelt hat es der Belgier Leon Rom (Christoph Waltz), der finstere Ziele verfolgt. Andererseits begreifen auch die Drahtzieher dieses mörderischen Plans nicht im Mindesten, welche Lawine sie damit ins Rollen bringen. Fortan steht nicht nur das Leben von Tarzan und seiner Frau Jane auf dem Spiel, sondern auch das biologische Gleichgewicht des Dschungels. 2 von 5

Die Idee hinter „Legend of Tarzan“ ist gerade aufgrund der sehr erwachsenen Inszenierung gar nicht so schlecht. Visuell besticht der Blockbuster mit fein komponierten Bildern, in die sich jedoch weder die qualitativ wankelmütigen Effekte, noch die Darsteller so richtig einfügen mögen. Inhaltlich sagt David Yates weder etwas Neues aus, noch gestaltet sich sein Dschungeltrip sonderlich unterhaltsam.


DIBBUK – EINE HOCHZEIT IN POLEN | Regie: Marcin Wrona | PL/ISR 2015
Dibbuk - Eine Hochzeit in Polen

Eine vodkagetränkte Hochzeitsfeier auf dem Lubliner Lande gerät aus den Fugen, als der in England aufgewachsene Bräutigam Piotr zu ahnen beginnt, dass das ihm als Brautgeschenk angebotene Anwesen ein dunkles Geheimnis birgt.

Basierend auf einem Theaterstück inszeniert Regisseur Marcin Wrona die jüdische Legende um den Dibbuk als stimmungsvollen Hochzeitstaumel und politische Parabel, mit reichlich heiteren, surrealen und unheimlichen Elementen. Ein Par-Force-Ritt durch die polnische Befindlichkeit und ein Genremix aus so unterschiedlichen Elementen wie Horror, Drama, Thriller, Romanze aber auch einem Funken schwarze Komödie. In Deutschland kommt „Dibbuk – Eine Hochzeit in Polen“ nur als limitierter Start in die Kinos.


HEIMATLAND  |  Regie: Andrina Mračnikar | AT/FR 2015

Heimatland

Es ist Herbst und wird kalt in der Schweiz. Plötzlich steht eine unerklärbare und furchteinflößende Wolke über dem Land. Ihre Herkunft ist den Experten ein großes Rätsel und sie können lediglich feststellen, dass sie kontinuierlich wächst und ihre Entladung nur eine Frage der Zeit ist. Noch ist es windstill draußen, doch die Wolke hängt wie ein Damoklesschwert über der Schweiz.

„Heimatland“ nutzt diesen Zustand der allgemeinen Verunsicherung für eine aktuelle Bestandsaufnahme der Schweiz: Zehn junge AutorenfilmerInnen aus der West- und Deutschschweiz beleuchten Menschen, Mentalitäten und Milieus des Landes und verweben diese persönlichen Episoden zu einer großen, gemeinsamen Geschichte.


SEEFEUER  |  Regie: Gianfranco Rosi | IT/FR 2016

Seefeuer

Samuele ist 12. Nach der Schule trifft er seine Freunde oder streift mit einer selbstgebauten Steinschleuder durch die Gegend. Er will Fischer werden, so wie sein Vater. Samuele lebt auf der Mittelmeerinsel Lampedusa, auf der das Leben schon immer von dem geprägt war, was das Meer bringt. Seit Jahren sind das nun vor allem Menschen – Tausende Flüchtlinge, die in der verzweifelten Hoffnung auf ein besseres Leben eine lebensgefährliche Reise wagen. Ein Jahr lang beobachtete Regisseur Gianfranco Rosi Leben und Alltag auf Lampedusa, der „Insel der Hoffnung“, die zur Anlaufstelle unzähliger Flüchtlinge wurde. Der bewegende Dokumentarfilm überzeugte auf der diesjährigen Berlinale Der italienische Originaltitel „Fuocoammare“ kann sowohl als „brennendes Meer“ als auch „Leuchtturm“ übersetzt werden.


Heimkinotipp: RAUM | Regie: Lenny Abrahamson | USA 2015

Raum

Ein Leben zu zweit auf neun Quadratmetern: „Raum“ erzählt die außergewöhnliche Geschichte von Jack (Jacob Tremblay), einem lebhaften Fünfjährigen, um den sich seine liebende Mutter Ma (Brie Larson) kümmert. Wie jede Mutter will sie, dass Jack glücklich und sicher ist. Sie zieht ihn liebevoll auf, spielt mit ihm, erzählt ihm Geschichten – doch ihr beider Leben ist alles andere als normal. Sie sind gefangen in diesem Raum. Ma hat daher ein ganzes Universum innerhalb des Raums für Jack erschaffen und wird vor nichts Halt machen, um sicherzugehen, dass Jack auch in dieser tückischen Umgebung in der Lage ist, ein vollkommenes und erfülltes Leben zu führen. Aber als Jack immer mehr Fragen über ihre Situation stellt, beschließen sie eine riskante Flucht. 4 von 5

Regisseur Lenny Abrahamson gelingt mit seinem Entführungsdrama „Raum“ eine intime Auseinandersetzung mit einer bedingungslosen Liebe zwischen Mutter und Sohn, die vollkommen ohne die Betrachtung von Täter und Opfer auskommt und den Fokus ganz auf die Emotionen legt. Brillant!