Das startet am 5. Mai 2016

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 5. Mai. Nachdem die Kinos mit „Civil War“, „The Jungle Book“ und Co. aktuell noch diverse starke Kracher aus den letzten Wochen zu bieten haben, kommt der kommende Donnerstag ein wenig unspektakulärer daher. Wie stark sich „Bad Neighbors 2“ nach dem überraschend erfolgreichen Vorgänger schlagen ist, ist momentan nur schwer abzusehen. Comedy-Sequels haben es immer schwer, gleichwohl haben es die Fans mit Zac Efron in diesem Jahr schon einmal sehr gut gemeint und den grauenvollen „Dirty Grandpa“ stark besucht. Damit ist die zweite Runde des Nachbarschaftskrieges aber auch der einzig erwähnenswerte Start dieser Woche. „Triple 9“ bietet solide Thrillerkost, wohingegen „A Bigger Splash“ einfach nur öde und belanglos ist. 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

BAD NEIGHBORS 2 | Regie: Nicholas Stoller | USA 2016

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Endlich haben es Mac und Kelly Radner geschafft: Töchterchen Stella schläft längst durch, ein zweites Baby ist unterwegs und in der Nachbarschaft ist wieder Ruhe eingekehrt. Doch gerade als sie ihr Haus verkaufen und in die Vorstadt ziehen wollen, hält nebenan plötzlich wieder eine Studentenverbindung Einzug. Und die Mädels von Kappa Nu lassen Teddy und seine Jungs im Rückblick fast wie Traumnachbarn erscheinen. Shelby und ihre Mitbewohnerinnen wollen in ihrem neuen Verbindungshaus einfach tun und lassen, wonach ihnen der Sinn steht. Was natürlich vor allem heißt: die Sau raus lassen und Partys feiern. Die Radners haben nur eine Chance, wenn sie die unliebsamen Störenfriede loswerden und damit den Marktwert ihres Hauses retten wollen: Sie bitten ihren Ex-Rivalen Teddy um Mithilfe. 4 von 5

„Bad Neighbors 2“ ist Sequel, Verbeugung und Meta-Kommentar auf den ersten Teil. Mit einem noch höheren Tempo und einem wesentlich pfiffigeren Skript weist „Bad Neighbors 2“ den Vorgänger auf ähnlich kluge Weise in die Schranken, wie schon „22 Jump Street“ den ersten Teil.


TRIPLE 9 | Regie: John Hillcoat | USA 2016

Triple9

Mit öffentlichen Hinrichtungen, Straßenschlachten und brutaler Folter halten rivalisierende Gangs und die übermächtige Russenmafia Atlanta in ihrem tödlichen Griff. Frischling Chris bekommt durch seinen Onkel einen Job im gefährlichsten Viertel. Sein blauäugiger Idealismus bringt ihn nicht nur bei den gesetzlosen Gangstern in Gefahr, sondern auch in die Schusslinie seines neuen Partners Marcus Atwood. Atwood gehört zu einer Gruppe von korrupten Bullen, die für die mächtige Russenmafia-Chefin Irina Vlaslov Banken ausrauben. Als Irina den Druck auf die Cops erhöht und einen unmöglich erscheinenden Raubzug verlangt, fassen die Männer einen Plan: sie wollen den Polizeicode „999“ auslösen, um im anschließenden Chaos unbehelligt von den Kollegen, ihr Ding durchziehen zu können: doch dafür muss ein Polizist im Dienst sterben. 3 von 5

„Triple 9“ ist ein solider Thriller, inhaltlich allerdings ohne Wiedererkennungswert. Im Gedächtnis bleiben nur die Namen der Darsteller, ihre Performances dafür weniger. Immerhin optisch kann sich John Willcoats sechste Regiearbeit wirklich sehen lassen.


  SCHROTTEN! |  Regie: Max Zähle |  DE 2016
Schrotten

Mirko Talhammer ist fassungslos, als zwei sonderbare Typen in seinem feinen Hamburger Versicherungsbüro auftauchen und ihn per Kopfnuss daran erinnern, wo er eigentlich herkommt: von einem Schrottplatz in der Provinz. In dieser Welt zählt nicht die große Karriere, hier sind andere Dinge wichtig: das Schrotten, die Familie und ab und an eine gepflegte Schlägerei. All das hatte Mirko hinter sich gelassen, doch sein Vater macht ihm noch im Tod einen Strich durch die Rechnung und vererbt ihm den heruntergewirtschafteten Schrottplatz – zusammen mit seinem Bruder Letschko. Schnell wird den Brüdern allerdings klar, dass die Talhammers nur eine Zukunft haben, wenn sie sich zusammenraufen und den letzten waghalsigen Plan ihres Vaters gemeinsam verwirklichen: einen Zugraub im ganz großen Stil. 3 von 5

„Schrotten!“ ist eine Hommage an die traditionsreiche Arbeit auf dem Schrottplatz und besticht in erster Linie durch die kernig-schroffe, typisch norddeutsche Atmosphäre. Die Geschichte selbst hält leider zu viele Klischees bereit, um vollends zu überzeugen. Und wenn Zähle das inszenatorische Tempo endlich anzieht, dann ist „Schrotten!“ auch schon vorbei.


A BIGGER SPLASH  |  Regie: Luca Guadagnino  |  IT/FR 2015

A Bigger Splash

Das berühmte Künstlerpaar Paul (Matthias Schoenaerts) und Marianne (Tilda Swinton) reist auf die idyllische Insel Pantelleria, um in der malerischen Abgeschiedenheit Süditaliens einen romantischen Urlaub zu verbringen. Es scheint der perfekte Ort, um sich zu erholen. Besonders Marienne genießt die Ruhe, nachdem sich die Sängerin einer Stimmband-OP unterziehen musste und erstmal nicht sprechen darf. Doch die Harmonie der beiden gerät abrupt ins Wanken, als sie unerwartet Besuch von ihrem alten Freund Harry (Ralph Fiennes) und dessen äußerst attraktiven Tochter Penelope (Dakota Johnson) bekommen. Während Paul bald der lasziven Ausstrahlung der jungen Frau verfällt, erwacht zwischen Marianne und Harry eine „alte“ Leidenschaft. Ein gefährlicher Sog zieht die vier immer tiefer in einen Abgrund aus Eifersucht, Leidenschaft und sexueller Obsession…2 von 5

Irgendwo im Kern mag in dem wirklich schön gefilmten „A Bigger Splash“ ja eine sozialkritische Charakterstudie stecken, doch Regisseur Luca Guadagnino ist viel lieber daran gelegen, dass sich seine durch und durch ätzenden Figuren durch ein bedeutungsschwangeres Skript overacten, das am Ende nicht viel bleibt, außer der Wunsch nach dem baldigen Sommerurlaub!


LA BELLE SAISON – EINE SOMMERLIEBE | Regie: Catherine Corsini | FR/BE 2015
La Belle Saison

Im Frankreich der 1970er Jahre zieht die 23-jährige Delphine vom Bauernhof ihrer Eltern nach Paris, um Engstirnigkeit und ländlichen Moralvorstellungen zu entkommen. Dort lernt sie die extrovertierte Carole kennen, mit der sie sich gemeinsam in der Frauenrechtsbewegung engagiert und sich sogleich unsterblich in sie verliebt. Es dauert nicht lange, bis auch Carole, die noch nie mit einer Frau zusammen war, ihre Gefühle für Delphine entdeckt. Ihre stürmische Affäre wird jäh unterbrochen, als Delphines Vater schwer erkrankt und sie aufs Land zurückkehren muss, um ihrer Mutter bei der Arbeit auf dem elterlichen Bauernhof zu helfen. Von Sehnsucht getrieben, beschließt Carole ihren langjährigen Freund zu verlassen und Delphine zu folgen. Für die beiden Frauen beginnt ein Sommer voller leidenschaftlicher und glücklicher Momente.


FRAUEN  |  Regie: Nikolai Müllerschön |  DE 2016

Frauen

K.O. Schott, ein steinreicher Industrieller (Heiner Lauterbach) muss dringend zu einem Termin nach Bad Honnersheim. Durch eine Verwechslung wird er vom falschen Chauffeur – Rüdiger Kneppke (Martin Brambach) – abgeholt. Liz Tucha (Blerim Destani), gebürtiger Mazedonier, entscheidet sich im allerletzten Moment seine Verlobte Aysche doch nicht zu ehelichen und entkommt nur mit Müh und Not ihrer blutrünstigen Verwandtschaft – indem er die Limousine mit Kneppke und Schott als Fluchtfahrzeug kidnappt… Unterwegs geraten drei völlig unterschiedliche Philosophien das `Andere Geschlecht´ betreffend aneinander. Immer wieder geht es um Frauen, diese Wesen, die so faszinieren und doch so fremd sind. Diese intensive, durchaus kritische Auseinandersetzung zwingt alle Drei, ihr festgefahrenes Frauenbild zu korrigieren.


DESIRE WILL SET YOU FREE  |  Regie: Yony Leyser|  DE 2015
Desire Will Set You Free

Ezra, ein junger Amerikaner, verbringt seine Zeit hauptsächlich damit, Drogen zu nehmen, die berüchtigte Berliner Clubszene zu erkunden und pseudo-philosophische Gespräche zu führen, gleichzeitig träumt er davon, seine Karriere als Schriftsteller voranzutreiben. Zusammen mit seiner düsteren und geistreichen Freundin Catharine, die einen ausgeprägten Fetisch für Nazi-Accessoires hegt, begibt er sich auf eine Suche nach immer neuen Kicks, welche die beiden schließlich in eine von Berlins bekanntesten Stricher-Bars führt. Hier trifft Ezra auf Sasha, einen russischen Einwanderer, der seinen Lebensunterhalt durch seine Arbeit als Escort bestreitet. Gemeinsam erkunden sie fortan das Berliner Nachtleben doch ähnlich eines Drogenexzesses verschwimmen im Zuge ihrer Abenteuer allmählich die Grenzen zwischen Realität und Begehren.


MANNHEIM  | Regie: Thomas Oberlies |  DE 2016

Mannheim

Peter, Mike und Enzo spielen nach Feierabend gemeinsam in einer Blues-Band. Während Peter vom großen Durchbruch als Musiker träumt, der Jung-Literat Enzo vergeblich auf der Suche nach der großen Liebe ist, versucht Mike erfolglos, mit seiner Frau Nachwuchs zu zeugen. Das Leben der drei Jungs wird auf den Kopf gestellt als sie die weltoffene, lebenslustige und attraktive Türkin Aylin kennenlernen. Aylin studiert an der Popakademie und schnappt den Jungs einen Auftritt vor der Nase weg. Es dauert nicht lang, bis alle Drei der ausgeflippten und unkonventionellen Schönen hinterher laufen und sich die Ereignisse überschlagen. Eine turbulente Komödie über das Leben, rau und emotional wie ein Blues-Song im Mannheimer Arbeiter-Dialekt, bunt und schnell wie ein durchgestylter Popsong aus den Kreativschmieden in den Hafen-Lofts.


PEGGY GUGGENHEIM: EIN LEBEN FÜR DIE KUNST|  Regie: Lisa Immordino Vreeland |  DE 2016

Peggy Guggenheim

Der Dokumentarfilm „Peggy Guggenheim“ zeichnet ein facettenreiches Bild der berühmten Kunst-Ikone: Ein Leben im kulturellen Umbruch des 20. Jahrhunderts, das von Affären und Beziehungen zu einigen der größten Künstler des letzten Jahrhunderts geprägt war. Ihre Leidenschaft ließ Peggy Guggenheim zu einer der einflussreichsten amerikanischen Kunstmäzeninnen, Sammlerinnen und Galeristinnen moderner Kunst werden. Bisher verschwunden geglaubte Tonaufnahmen von Interviews mit Peggy Guggenheim bringen den sensiblen und temperamentvollen Charakter der schillernden Kunstfigur ans Licht. Ihre Erzählungen werden dabei von einem umfangreichen Foto- und Filmarchiv unterstrichen. „Peggy Guggenheim“ ist das einfühlsame Porträt einer Frau, deren Leben mindestens ebenso faszinierend war, wie die Kunst, die sie sammelte.


Heimkinotipp: CREED – ROCKY’S LEGACY | Regie: Ryan Coogler | USA 2015

Creed

Adonis Johnson hat seinen Vater, den Schwergewicht-Weltmeister Apollo Creed, nie kennengelernt, denn der starb bereits vor Adonis’ Geburt. Aber dass ihm das Boxen im Blut liegt, daran besteht kein Zweifel. Also macht sich Adonis auf nach Philadelphia, wo Apollo Creed einst seinen berühmten Kampf gegen den zähen Nachwuchsboxer namens Rocky Balboa bestritt. In der Stadt der Bruderliebe sucht Adonis Rocky auf und bittet ihn, sein Trainer zu werden. Rocky lehnt das entschieden ab, weil er mit dem Kampfsport nichts mehr zu tun haben will. Er erkennt allerdings sofort, dass Adonis jene Kraft und Entschlossenheit geerbt hat, für die Apollo bekannt war – aus der erbitterten Rivalität zwischen Apollo und Rocky entstand später eine enge Freundschaft. Rocky gibt also nach und beginnt den jungen Fighter zu trainieren…4 von 5

„Creed – Rocky’s Legacy“ kombiniert ein klassisches Boxerdramamit optimistischen Elementen des Feelgood-Kinos und trumpft nicht bloß mit einem überzeugenden Sylvester Stallone auf, sondern erweist sich als  endgültiges Karrieresprungbrett für das Duo Coogler-Jordan.

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