Spartacus: Blood and Sand

Kritiker bezeichneten den blutigen Augenschmaus SPARTACUS: BLOOD AND SAND als das Vermächtnis des 2011 an Krebs verstorbenen Schauspieler und Hauptdarsteller Andy Whitfield. Ob dem jetzt so ist, mag jeder für sich selbst entscheiden. Fakt ist, dass dem Sender Starz mit der effektvollen Neuinszenierung des klassischen Sandalenfilms ein großer Wurf gelungen ist. Sowohl in den USA, als auch in Deutschland konnte sich ein großer Erfolg einstellen. Vergangenen Freitag startete ProSieben mit der Ausstrahlung der zweiten Staffel (einem Prequel) Spartacus: Gods of the Arena. Bevor der Vorläufer nun ab Freitag endlich fürs Heimkino zu haben ist, werfe ich noch einmal einen Blick auf ihn.

Der Plot

Spartacus (Andy Whitfield) ist ein römischer Krieger um etwa 73 v. Chr. Als der Krieg gegen die Daker ausgerufen wird, verlässt er seine Frau Sura und sein Zuhause, um als thrakischer Heeresführer  in der Schlacht für Rom und gegen die Daker zu kämpfen. Als der römische Befehlshaber Claudius Glaber (Craig Parker) mitten im Krieg sein Wort bricht und nicht mehr im Sinne des römischen Volkes, sondern nur mit Bedacht auf eigenen Ruhm handelt und entscheidet, stellt sich Spartacus gegen sein eigenes Heer und wird als Verräter gefangen genommen. Ebenso wie seine Frau Sura (Erin Cummings), die als Sklavin verkauft wird. Wie auch vielen anderen Leidensgenossen Spartacus‘, blüht ihm die Todesstrafe, in Form eines Gladiatorenkampfes, den zu überleben nahezu unmöglich erscheint. Nach langer Zeit in Gefangenschaft, körperlich wie seelisch am Ende, betritt Spartacus schließlich die Arena von Capua. Doch im Gegensatz zu seinen vielen Vorgängern besteht er den Kampf gegen alle vier der massigen Schwertkämpfer und verdient sich somit das Leben. Batiatus (John Hannah), dem Besitzer der Arena, fällt das große Talent des ehemals Verbündeten ins Auge und er beschließt, ihn zum Gladiator auszubilden. Der eher unscheinbare Spartacus mausert sich schnell zu einem beachtlichen Talent im Schwertkampf. Während er zum Liebling der capuanischen Bevölkerung wird, hat er jedoch nur ein Ziel: seine Frau Sura wiederfinden und sie aus den Händen der Sklaventreiber zu befreien.

„Spartacus: Blood and Sand“ erzählt frei nach der geschichtlichen Vorlage das frühe Leben um den thrakischen Gladiator Spartacus nach, der in den Jahren 73 bis 71 vor Christus einen der größten Sklavenaufstände in der Historie des römischen Reiches führte.

„Beweist, dass ihr mehr seid als nur gewöhnliche Sklaven!“

Kritik

In einer Geschichte um Hass, Gewalt, Korruption und Sex zeigt die neue „Starz“-Actionserie, die Anfang 2010 bereits erfolgreich in den USA startete, ein freizügiges, brutales und dramatisches Rom in hypnotischen, comichaften Bildern. Die Stärke von „Spartacus: Blood and Sand“ liegt ohne Zweifel in der optischen Aufmachung. Dank beeindruckender Animation wird mit dem menschlichen Körper hier so ziemlich alles angestellt, was man sich an Brutalität nur vorstellen kann: von dem Abtrennen einzelner Gliedmaßen, über das reißerische Zerstören ganzer Köpfe bleibt der Zuschauer nicht vom Betrachten sämtlicher kreativer Tötungsmethoden verschont. Durch den gezielten Einsatz von minutiös angewandten Zeitlupen und Schnitten, der größtmöglichen Farbreduktion und beachtlichen Nah- und Detailaufnahmen erschuf das Produktionsteam, zu dem u. A. auch der für die „Tanz der Teufel“-Horrorreihe bekannte Sam Raimi gehört, eine neue, moderne Form des Sandalenfilms. Dass Setting ist passend hierzu gleichzeitig imposant, wie auch oftmals an B-Movie-Produktionen erinnernd. Die minimalistischen Landschaften, die sich auf die notwendigsten optischen Reize beschränken, wechseln sich ab mit prunkvollen Gemächern, die an Detailvielfalt kaum zu übertreffen sind.

Doch nicht nur im Hinblick auf die Aufmachung macht „Spartacus: Blood and Sand“ einen äußerst ambivalenten Eindruck und spielt immer wieder mit den sich optisch abwechselnden Gegensätzen. Auch die Handlung und Szenenabfolge folgt einem strikten, nämlich äußerst sprunghaften Ablaufschema. Auf blutige Kämpfe folgen an Softpornographie erinnernde, allerdings ästhetische Szenen in den Schlafgemächern der Protagonisten. Die so geschaffenen Fallhöhen sorgen für abrupte Stimmungswechsel, sowie ungewohnte Handlungsverläufe. Dialoge gibt es kaum und die Serie macht keinen Hehl daraus, augenscheinlich vor allem auf ihre Bildgewalt zu vertrauen. Allerdings sorgt vor allem diese Tatsache für einen großen Punktabzug: die Charakterisierung der Figuren und die zwischenmenschliche Entwicklung selbiger untereinander bleibt mehr oder minder unberührt und spielt sich eher nebenbei ab. Sich mit einer oder mehreren handelnden Figuren zu sympathisieren, ist zumindest zu Beginn von „Spartacus: Blood and Sand“ äußerst schwierig und in den meisten Fällen schlicht unmöglich, da man sich bei der Charakterisierung der Figuren darauf beschränkt hat, selbige hauptsächlich als brutalisierte und triebgesteuerte Wesen darzustellen. Lediglich der Protagonist Spartacus selbst lässt in einigen, wenigen Szenen Ansätze eines weitestgehend guten Charakters erkennen, eine wirkliche Charakterrolle allerdings wird ihm deshalb noch lange nicht zu Teil. Ebensolches gilt vor allem für die Frauenrollen, die insbesondere durch eine reizende Optik – zumeist hüllenlos – bestechen, allerdings weniger durch tiefgründige Interaktion mit anderen Figuren.

Die erste Staffel dieser neuen US-Serie überzeugt vor allem durch ihre beeindruckenden Bilder, die zu keinem Zeitpunkt Natürlichkeit ausstrahlen, in ihrer konsequenten Stilmittelverfolgung, vor allem durch die Nutzung der Colorkey-Technik, an Kultklassiker wie „Sin City“ erinnern. Äußerst blutige Bilder, sowie sexuell freizügige Nackt- und Beischlafszenen könnten zartbesaitete Gemüter abschrecken, vor allem aber Liebhabern von etwas obskurerem Serienprogramm gefallen. Gerade hierdurch dürften jedoch geschichtsinteressierte Zuschauer enttäuscht sein, da die historische Vorlage der Handlung lediglich grob berücksichtigt wurde und die geschichtliche Genauigkeit zum Großteil spektakulärer Effekthascherei weichen musste. Selbiges gilt für Interessierte, die sich vor allem an einer anspruchsvollen Handlung erfreuen und Gefallen an stark ausgeprägten Charakteren finden. Hauptsächlich ist „Spartacus: Blood and Sand“ nämlich ein blutiger Augenschmaus für Actionfans, einhergehend auftrumpfend mit erotischen, die Gewalt ausgleichenden Bildern. Die Serie birgt sicherlich keinen Meilenstein der Serien-Geschichte in sich, bietet aber einen unterhaltsamen – wenn auch fiktiven – Einblick in die römische Geschichte. Der Vorzug der Serie ist ganz klar die – im wahrsten Sinne des Wortes – gewaltige Optik.

Erschienen bei Quotenmeter.de

BluRay oder DVD?

Liebe Fans des blutigen Kinos / der blutigen Serie: wie nun bekannt wurde, ist die DVD der ersten Staffel von „Spartacus: Blood and Sand“ nicht in der ungeschnittenen Fassung erhältlich. Dementsprechend gibt es von mir beim besten Willen keine Empfehlung dafür, sich diese in Deutschland zu erwerben. Ich empfehle Euch den Shop Cede.de. Hier erhaltet ihr die Staffel ungekürzt und Ihr müsst noch nicht einmal Porto zahlen.