Tag Archives: Wessels‘ Weekly

Das startet am 9. Juni 2016

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 09. Juni, der noch einmal mit einer Unmenge an neuen Filmstarts auftrumpft und seine besonders starken Produktionen einmal mehr im Programmkino versteckt. Das deutsche Coming-of-Age-Drama „Rockabilly Requiem“ schwankt zwischen musikalischer Selbstfindungsgeschichte und hartem Familiendrama, in „Sky“ darf Diane Kruger durch den Westen der USA reisen, für Fans des skandinavischen Thrillerkinos halten die Lichtspielhäuser den neuen Jussi-Adler-Olsen-Film parat und wer auf Starpower setzt, greift zu „In ihren Augen“ mit Julian Roberts, Nicole Kidman und Chiwetel Ejiofor. Doch das ist noch längst nicht alles – dieser Tage muss man höllisch aufpassen, nicht in einer weniger gelungenen Produktion zu landen, daher empfiehlt es sich, die heutige Kinovorschau bis zum Schluss zu lesen.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

ROCKABILLY REQIUEM | Regie: Till Müller-Edenborn | DE 2016

Rockabilly Reqiuem

BRD 1982: Hubertus (Ben Münchow) und Sebastian (Sebastian Tiede) wollen niemals so werden wie ihre Väter. Die Musik und ihre gemeinsame Liebe zu Punkprinzessin Debbie (Ruby O. Fee) sind die einzigen Möglichkeiten, dem Mief von Bohnerwachs und Spießigkeit zu entkommen. Als eine coole Rockabilly-Band nach einer Vorband für ihre Tournee sucht, ist klar: Das ist die Chance, allen Zwängen zu entfliehen! Doch Hubertus’ Vater (Alexander Hauff) versucht alles, um die musikalischen Gehversuche seines Sohnes zu verhindern. Als sie zum Vorspielen eingeladen werden, eskaliert die Situation und die Jugendlichen stehen vor der größten Herausforderung ihres Lebens. Sie müssen feststellen, dass sie sich schon lange nicht mehr auf die Unterstützung der vermeintlich Erwachsenen vertrauen können…  4 von 5

Wer mit „Rockabilly Reqiuem“ einen musikalischen Streifzug durch die Zeit von Elvis und Co. erwartet, wird trotz eines fetzigen Soundtracks enttäuscht. Stattdessen gelingt Till Müller-Edenborn mit seinem Langfilmdebüt ein mit der Zeit immer tragischeres Familiendrama, dessen unberechenbare Entwicklung in ein höchst niederschmetterndes Finale mündet, das noch lange nachhallt.


SKY: DER HIMMEL IN MIR | Regie: Fabienne Berthaud | FR/DE 2015

Sky: Der Himmel in mir

Romy (Diane Kruger) fühlt sich zum ersten Mal seit langer Zeit frei und offen für die Möglichkeiten, die vor ihr liegen. Während eines Urlaubs im Westen der USA hat sie Ihre Ehe nach einem heftigen Streit mit ihrem Mann beendet und beschlossen die Reise allein fortzusetzen. Sie trampt durch die sonnendurchtränkten Wüstenlandschaften Nevadas ins bunte, schrille Las Vegas. In einem Casino lernt sie den rauen, einzelgängerischen Ranger Diego kennen und verbringt eine leidenschaftliche Nacht mit ihm. Als sie eine Nachricht mit seiner Adresse erhält, begibt sie sich spontan auf den Weg zu ihm. In dem entlegenen Ort in der Wüste findet sie einen neuen Teil von sich selbst und etwas nachdem sie sich lange schon gesehnt hat.
4 von 5

Ob aufbrechende Rebellion einer starken Frau oder feige Flucht eines wehleidigen Opfers: Mit „Sky: Der Himmel in mir“ erzählt Fabienne Berthaud die ambivalente Geschichte einer interessanten Persönlichkeit, die mehr kann, als in wunderschönen Wüstenpanoramen zu schwelgen. Zwischen melancholisch und urkomisch balancierend, wird Hauptdarstellerin Diane Kruger dieses fordernden Projekts mühelos Herr.


ERLÖSUNG |  Regie: Hans Petter Moland |  DK/DE/SWE/NOR 2016

Erlösung

Eine Flaschenpost, die auf ihrem Schreibtisch landet, stellt Carl Mørck (Nikolaj Lie Kaas) und Assad (Fares Fares) vor ein Rätsel. Nur mühsam gelingt es ihnen, ihre Botschaft zu entziffern: Ein mit menschlichem Blut geschriebener Hilfeschrei – das letzte Lebenszeichen zweier Jungen, die vor Jahren spurlos verschwunden sind, die aber niemals als vermisst gemeldet wurden. Wer sind die beiden? Und warum haben ihre Eltern ihr Verschwinden nie angezeigt? Als kurze Zeit später die Entführung eines Geschwisterpaars erschreckende Parallelen zum Flaschenpost-Fall erkennen lässt, wird klar, dass derselbe Täter sein teuflisches Spiel schon seit Jahren unerkannt treibt. Für Mørck und Assad beginnt ein Wettlauf mit der Zeit – um das Leben der entführten Kinder, bald aber auch um ihr eigenes.
4 von 5

Jussi Adler-Olsens „Erlösung“ ist einmal mehr ein sehenswerter, verstörender Thriller, der verstärkt den Fokus auf die Figureninteraktion der beiden Hauptcharaktere legt und mit einem Bösewicht auftrumpft, der es in sich hat.


VOR IHREN AUGEN  |  Regie: Billy Ray  |  USA 2015

Vor ihren Augen

Die beiden ehrgeizigen FBI-Ermittler Ray und Jess sind ein eingespieltes Team und arbeiten eng mit der Staatsanwältin Claire zusammen. Doch dann wird eines Tages Jess’ jugendliche Tochter auf brutale Weise und scheinbar ohne jegliches Motiv ermordet. Als sie meinen, den Mörder gefunden zu haben, müssen sie ihn aus Mangel an Beweisen laufen lassen. 13 Jahre später, in denen Ray jeden Tag wie besessen versucht hat, den schwer zu fassenden Täter zu finden, stößt er auf eine neue Spur. Er ist sich sicher, den Fall endlich lösen zu können, den grausamen Mörder zu überführen und mit seinem Team, den lang ersehnten Schlussstrich ziehen zu können. Doch Niemand ist auf das schockierende und entsetzliche Geheimnis vorbereitet, das die Ermittler erwartet und keinen Zweifel daran lässt, welch zerstörerische Wirkung Rache auf die menschliche Seele haben kann.
3 von 5

„Vor ihren Augen“ ist ein über weite Strecken konventionelles Drama im Stile der Neunziger, das jedoch wenige eigene Ansätze besitzt und sich inhaltlich zum Großteil an seiner Vorlage besitzt. Mit seiner bequemen Inszenierung eckt Billy Ray selbst dann nicht an, wenn sich der Inhalt dafür eigentlich anbieten würde. So ist der Film in den Hochphasen zwar spannend, bleibt aber weit hinter seinen Möglichkeiten zurück.


STOLZ UND VORURTEIL & ZOMBIES | Regie: Burr Steers | USA/UK 2016
Stolz und Vorurteil & Zombies

England, 1811. Das Land ist im Begriff, von einer neuen Zombie-Welle überrannt zu werden. Für Mrs. Bennet besteht jedoch das größere Problem darin, ihre fünf heiratsfähigen Töchter unter die Haube zu bringen. Eine davon ist Liz (Lily James), die wie der Rest ihrer Schwestern die Kampfkunst der Shaolin beherrscht und eine leidenschaftliche Kämpferin ist. Neben den Zombies ist ihre größte Herausforderung wiederum, der seltsamen Anziehung zu dem Kämpfer Mr. Darcy (Sam Riley) und dem Charme des manipulativen Mr. Wickham (Jack Huston) zu widerstehen. Liz und Darcy müssen erst persönliche Vorurteile überwinden, bevor sie im Kampf gegen die Zom-bies die wahre Liebe füreinander entdecken. Doch da brechen auch bereits Horden von Untoten über die friedliche Stadt herein. Nur gemeinsam können sich die ungleichen Liebenden vor ihnen retten. 3 von 5

„Stolz und Vorurteil & Zombies“ besticht durch einen hohen technischen Standard, eine ansehnliche Ausstattung und sympathische Figuren. Als Mash-Up-Film zwischen Romantikdrama und Zombiehorror funktioniert Burr Steers Regiearbeit aufgrund seiner blutleeren Actionszenen allerdings nur bedingt.


PROFESSOR LOVE  |  Regie: Tom Vaughan |  USA/UK 2014

Professor Love

Seelenverwandtschaft und ewige Liebe existieren für Richard (Pierce Brosnan) nur in der Theorie: Der Professor für Romantische Literatur an der renommierten Cambridge-Universität ist privat ein notorischer Single und Womanizer. Doch dann wird sein aktueller Flirt Kate (Jessica Alba) schwanger und plötzlich führt „Professor Love“ mit seiner viel jüngeren Frau und Sohn ein beschauliches Familienleben, an das er sich nur schwer gewöhnt. Nach ein paar Jahren ist es aber ausgerechnet Kate, die sich in einen jüngeren Mann verliebt und auszieht. Doch ihren Sohn will sie nicht in Richards unkundigen Händen wissen und quartiert kurzerhand ihre ältere Stiefschwester Olivia (Salma Hayek) bei Richard ein. Die temperamentvolle Schwägerin übernimmt schon bald das Regiment und versucht nicht nur den Sohn in den Griff zu bekommen.  2 von 5

Ein bisschen Romantik, ein bisschen Komödie, ein bisschen Drama und viel, viel Kitsch: „Professor Love“ ist vieles, aber nichts davon richtig. Trotz eines netten Ensembles und ansprechender Kulisse hätte dieser Film gern noch viele weitere Jahre im Giftschrank des Studios verweilen dürfen.


HIMMELSKIND  |  Regie: Patricia Riggen | USA 2016

Himmelskind

Als Christy (Jennifer Garner) erfährt, dass ihre 10-jährige Tochter Anna (Kylie Rogers) an einer seltenen, unheilbaren Krankheit leidet, sucht sie verzweifelt nach einer Therapie. Sie rennt von Doktor zu Doktor, reist quer durch die USA, verschuldet sich und vernachlässigt den Rest ihrer Familie – alles nur, um dem jungen Mädchen zu helfen. Doch die Möglichkeit einer Therapie besteht nicht. Stattdessen muss sich die Familie damit arrangieren, dass Anna bald sterben wird. Auf ihrer Odyssee lernt Christy viele Menschen kennen, die alle auf ihre ganz eigene Art und Weise versuchen, der Familie beizustehen. Obwohl das Schicksal längst besiegelt scheint, geschieht eines Tages etwas Unglaubliches, was sich bis heute Niemand im Ort erklären kann…
2 von 5

Vollkommen unabhängig davon, ob das, was in „Himmelskind“ erzählt wird, so tatsächlich geschah: Die Regiearbeit von Patricia Riggen überzeugt eineinhalb Stunden lang als äußerst emotionales, dabei aber auch zurückhaltendes Familiendrama, bis ein Twist, der im Trailer als Dreh- und Angelpunkt der Geschichte verkauft wird, den bis dahin so subtilen Eindruck vollends zunichte macht. Eine herbe Enttäuschung!


EINMAL MOND UND ZURÜCK | Regie: Enrique Gato | ESP 2015

Einmal Mond und zurück

Mike ist zwölf Jahre alt, sportlich begabt und der Sohn eines Astronauten. Auch sein Großvater sollte mal für die NASA zum Mond fliegen, doch aus Gründen, die noch heute Vater und Großvater entzweien, musste Opa einst auf der Erde bleiben. Als die NASA eine weitere Mond-Mission startet, sehen Mike und seine Freunde darin nicht nur die Chance seinem Großvater einen Traum zu erfüllen, sondern auch die Familie wieder zu vereinen. Doch natürlich geht bei ihrem Plan etwas mächtig schief, und durch unglückliche Umstände ist es nicht Mikes Vater, sondern Mike selbst, der schon bald gemeinsam mit seiner besten Freundin und einer Eidechse auf dem Weg in Richtung Mond ist. Doch nicht nur Mike begibt sich dort auf eine ganz besondere Mission. Ein mächtiger Gegner hat es darauf abgesehen, die Flagge vom Erdtrabanten zu stehlen…
2 von 5

Außer kleinen Kindern, die noch davon träumen einmal als Astronaut auf den Mond zu reisen, wird die zu jedem Zeitpunkt vorhersehbare, lieblose, humoristisch teilweise fragwürdige Geschichte, einschließlich der – wenn überhaupt – halbwegs soliden Animation wohl Niemanden ins Kino locken.


KEANU | Regie: Peter Artencio | USA 2016

Keanu

Keegan-Michael Key und Jordan Peele, bekannt und beliebt als Comedy-Duo Key & Peele, spielen die Hauptrollen in der abgedrehten, von Peter Artencio inszenierten Action-Komödie „Keanu“ von New Line Cinema: Die Cousins Clarence und Rell sind mit dem Großstadtleben reichlich überfordert. Als Rells geliebtes Kätzchen Keanu entführt wird, muss sich das hoffnungslos altmodisch-sittenstrenge Duo als zwei skrupellose Killer ausgeben, um sich so in eine Straßengang einzuschleusen und den gekidnappten Kater zu befreien. Doch der unglaublich kuschelige Vierbeiner schmust sich bei allen Beteiligten derart ein, dass der Streit um das Sorgerecht einen Bandenkrieg auslöst. Schon bald werden unsere beiden Helden wider Willen gezwungen, das Gesetz in die eigene Hand zu nehmen. Eine wilde Jagd beginnt, die kein Auge trocken lässt.


HANNAS SCHLAFENDE HUNDE  |  Regie: Andreas Gruber  |  DE/AT 2016

Hannas schlafende Hunde

Wels,  Oberösterreich,  1967:  Nur  nicht  aufzufallen  ist  das  oberste  Gebot  in  Hannas (Nike  Seitz) Familie, weder bei den Nachbarn, noch in der Schule. Das ist ihrer Mutter Katharina (Franziska Weisz) ebenso wichtig wie die regelmäßigen Besuche in der katholischen Messe von Pfarrer Angerer (Johannes Silberschneider). Das kluge Mädchen spürt instinktiv, dass an der Lebensweise der Familie etwas nicht stimmt, und entdeckt, unterstützt von ihrer resoluten Großmutter Ruth (Hannelore Elsner), das Geheimnis ihrer jüdischen Identität. Hanna beginnt die Angst ihrer Mutter zu verstehen, will sich aber nicht weiter verstecken. Die schlafenden Hunde der Vergangenheit in dem noch immer naziverseuchten Dorf sind ohnehin bereits geweckt. Doch wie erklärt man seinen nach Freiheit strebenden Töchtern, dass das nicht so einfach möglich ist?


WIE DIE ANDEREN | Regie: Constantin Wulff | AT 2016

Wie die Anderen

Der Dokumentarfilm „Wie die Anderen“ setzt diffusen Psychiatrieängsten einen präzisen Beobachterblick entgegen. Über eineinhalb Jahre hat Regisseur Constantin Wulff den Alltag der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie im Landesklinikum in Tulln verfolgt. Sein einfühlender Film zeigt institutionelle Arbeit als permanenten Balanceakt: zwischen Behutsamkeit und Druck, Routine und emotionaler Involviertheit, Regelwerk und Improvisation. Wie wir kann auch das Abteilungspersonal die Kinder nur ein kurzes Stück begleiten, bevor sie wieder in ihren Alltag zurückkehren. Im Direct Cinema-Modus gedreht, verzichtet der Film auf Interviews und Off-Kommentare, fokussiert stattdessen ganz auf die sozialen Situationen, die sich bei Behandlungsgesprächen und Diagnoseentscheidungen ereignen.


Heimkinotipp: BROOKLYN | Regie: John Crowley | USA 2015

Brooklyn

„Brooklyn“ erzählt die bewegende Geschichte der jungen Eilis Lacey (Saoirse Ronan), einer jungen irischen Immigrantin, die in den 1950er Jahren versucht, in Brooklyn Fuß zu fassen. Von den Versprechungen Amerikas angelockt, verlässt Eilis nicht nur Irland sondern auch das behagliche Heim ihrer Mutter, um in New York ein neues Leben zu beginnen. Anfangs leidet die junge Frau unter großem Heimweh, doch das verfliegt schnell als sie sich von einer Liebesromanze mitreißen lässt. Aber schon bald wird ihr neues Leben auf eine harte Probe gestellt und sie muss sich nicht nur zwischen zwei Ländern sondern auch zwischen zwei ganz unterschiedlichen Lebensentwürfen entscheiden.4 von 5

John Crowley inszeniert den Roman von Colm Tóibín als mitfühlendes, nie aufgesetzt wirkendes Portrait einer Frau, die sich als irische Immigrantin in den USA mit ganz neuen Gegebenheiten auseinandersetzen muss. Saoirse Ronan spielt diesen emotionalen Zwiespalt sehr authentisch. Wenn sie liebt und leidet, ist der Zuschauer ganz nah dran an ihrer Gefühlswelt.

Das startet am 2. Juni 2016

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 02. Juni, der letzten Startwoche vor der Fußball-EM. Dieser Tage fahren die Verleiher nochmal alles auf, was der Fußball-Euphorie in diesem Land nicht in die Quere kommen soll. Da ist es schwer, sich auf den relevantesten Neustart der Woche festzulegen. Den stärksten Film finden wir wieder einmal im Arthouse-Kino: Michel Gondrys neuester Film „Mikro & Sprit“ ist ein umwerfendes Kinder- und Jugendportrait, das vor Fantasie und liebevoller Detailarbeit nur so strotzt. Die breite Masse dürfte dagegen „The Nice Guys“ mit offenen Armen empfangen – Shane Blacks Gangsterkomödie ist trotz kleiner Schwächen ein irre kreativer Crime-Spaß mit namhaften Darstellern. Von den großen Starts nicht sichten konnte ich vorab übrigens „Whiskey. Tango. Foxtrot“. Eine genaue Analyse zu dem Film gibt es zum Heimkinorelease.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

MIKRO & SPRIT | Regie: Michel Gondry | FR 2015

Mikro & Sprit

Mitten im laufenden Schuljahr kommt ein Neuer in die Klasse – Théo. Wie Daniel ist auch er schnell ein Außenseiter in der Klasse: Daniel, introvertiert und immer vertieft in seine Zeichnungen, und Théo, der auf alles eine Antwort weiß und leidenschaftlich gerne tüftelt. Doch eins haben beide gemeinsam: Als die Sommerferien beginnen, will keiner die Zeit mit seiner Familie verbringen und zusammen schmieden sie einen Plan. Mit Hilfe eines Rasenmäher-Motors und einigen Brettern zimmern sie sich ein ebenso skurriles wie liebevoll gestaltetes und vor allem fahrbares Haus. Ein abenteuerlicher Roadtrip – mit maximal 20 km/h – über die französischen Landstraßen beginnt. Sie lernen neue Freunde kennen, liefern sich eine Verfolgungsjagd mit der Polizei und machen das, was sie schon immer tun wollten: die Freiheit genießen, einen wundervollen Sommer lang! 5 von 5

„Mikro & Sprit“ versinnbildlicht auf melancholisch-optimistische Weise den „Das Leben geht weiter“-Gedanken, ohne dabei zu verschweigen, dass man ja ohnehin keine andere Wahl hat. Dabei nimmt er seine jugendlichen Hauptdarsteller trotz frecher Attitüde genau so ernst, wie es sein muss, sodass trotz der absurden Prämisse außer Frage steht, dass die Geschehnisse im Film so tatsächlich möglich wären.


DER MOMENT DER WAHRHEIT | Regie: James Vanderbilt | AUS/USA 2015

Der Moment der Wahrheit

New York, September 2004. Mary Mapes wird als Produzentin von „60 Minutes“, des erfolgreichsten TV-Nachrichtenmagazins des Landes, allseits respektiert und geschätzt. Doch als ihrem Team mitten im Präsidentschaftswahlkampf „Bush vs. Kerry“ brisante Informationen über Dokumente aus den 1970er Jahren zugespielt werden, gerät ihr Leben aus den Fugen. Mapes und der angesehene CBS-Anchorman Dan Ratherenthüllen die Informationen im Rahmen eines investigativen Berichtes in „60 Minutes“. Die Meldung schlägt ein wie eine Bombe. Doch innerhalb kürzester Zeit steht plötzlich nicht mehr Bushs Militärakte im Zentrum des Skandals. Es sind Mapes, Rather und ihr Team, die unter schärfsten Attacken von Medien und Öffentlichkeit ihre Story und deren Recherche verteidigen müssen.
4 von 5

„Der Moment der Wahrheit“ ist als zweiter, auf wahren Ereignissen beruhender Journalistenthriller in diesem Jahr nicht ganz so stark wie „Spotlight“, was vor allem an der mangelnden, emotionalen Distanz liegt. Doch der sehr interessante Erzählschwerpunkt, die punktgenaue Schauspielleistung von Hauptdarstellerin Cate Blanchett und die kurzweilig-spannende Inszenierung machen aus ihm immer noch einen äußerst starken Film.


GREEN ROOM |  Regie: Jeremy Saulnier |  USA 2015

Green Room

Ein absolutes Worst-Case-Szenario: Mit dem letzten Tropfen Benzin und völlig abgebrannt, schafft es die Punkband „Ain’t Rights“ gerade noch zu ihrem Gig in einer entlegenen Kneipe im amerikanischen Nirgendwo. Das Publikum besteht ausschließlich aus Nazi-Skinheads und der Plan, sofort nach dem Auftritt abzuhauen, scheitert, als sie unfreiwillig Zeuge eines brutalen Mordes werden. Der gnadenlose Anführer der Nazi-Gang, Darcy Banker (Patrick Stewart), befiehlt seiner Kampftruppe, alle Zeugen des Verbrechens zu eliminieren. Die Band verbarrikadiert sich gemeinsam mit der Skin-Braut Amber (Imogen Poots) im Backstageraum. Es folgt ein erbarmungsloser Showdown Skins vs. Punks. Als der Bodycount steigt, müssen sich die Überlebenden etwas einfallen lassen, um dem grausamen Katz-und-Maus-Spiel ein Ende zu bereiten… 4 von 5

Jeremy Saulniers punkiger Nazi-Slasher „Green Room“ hätte noch mehr Biss und Blut vertragen können, um so richtig in die Magengrube zu treffen. Doch auch so inszeniert der Regisseur seinen erst dritten Langfilm lange Zeit fernab jedweder Konvention und ohne Rücksicht auf Verluste. Ein Muss für hartgesottene Fans kurzweiliger Psychoschocker!


THE NICE GUYS  |  Regie: Shane Black  |  USA 2016

The Nice Guys

Holland March (Ryan Gosling), ein abgehalfterter Privatdetektiv, und Jackson Healy (Russell Crowe), der als Mann fürs Grobe angeheuert wird, haben nicht viel gemeinsam. Doch dann werden beide in den Fall der vermissten Amelia (Margaret Qualley) verstrickt. Widerwillig zur Zusammenarbeit gezwungen, streifen sie gemeinsam mit Marchs pubertierender Tochter Holly (Angourie Rice) durch Los Angeles, um verworrenen Hinweisen auf den Grund zu gehen. Bis Amelias Spur sie zu einer Multi-Milliarden-Dollar-Verschwörung führt, die bis in die höchsten Kreise reicht und sie zum Ziel skrupelloser Profikiller macht. 4 von 5

Trotz hoher Gagdichte hält „The Nice Guys“ nicht ganz, was die ungemein witzigen Trailer versprechen. Dafür verläuft die Geschichte selbst einen Tick zu schematisch. Trotzdem ist Shane Blacks erst dritte Kino-Regiearbeit ein inszenatorisch herrlich gegen den Strich gebürstetes Buddy-Cop-Movie.


WHISKEY TANGO FOXTROT | Regie: Glenn Ficarra, John Requa | USA 2016

Whiskey Tango Foxtrot

TV-Reporterin Kim sucht nach einer neuen Herausforderung. Als ihr Sender unter den Mitarbeitern kamerataugliches „Kanonenfutter“ für die Berichterstattung von der afghanischen Reporter-Front sucht, meldet sie sich kurzerhand freiwillig. Überfordert von sich und Kabul, erlebt die Journalistin schon bald, dass es keinen Unterschied macht, dass man den Presseausweis um den Hals trägt. Kim lässt sich auf neue Regeln ein. 1. Was Colonel Hollanek befiehlt, ist maximal eine grobe Richtlinie für beschissene Situationen. 2. Wenn Politiker einem unter den Rock kriechen, kann man wenigstens guten Gewissens seine Kontakte nutzen. 3. Bevor man den neuseeländischen Security-Mann zum „Strammstehen“ an die blonde Korrespondenten-Granate Tanya abgibt, sollte man seine eigenen Grundbedürfnisse befriedigen. 4 von 5

Die Regisseure, die uns schon Meisterwerke wie „Crazy, Stupid, Love“ und „I Love You, Philipp Morris“ bescherten, wagen sich in „Whiskey Tango Foxtrot“ auf ganz neues Terrain und kombinieren derbe Späße mit einer einfühlsamen Kriegsdramathematik. Wer sich darauf einstellt, dass „WTF“ ernster ist, als in den Trailern dargestellt, wird hieran viel Freude haben.


EVERYBODY WANTS SOME!! | Regie: Richard Linklater | USA 2016
Everybody Wants Some!!

Mit einer Kiste voller Schalplatten erreicht College-Neuling Jake Bradford das Studentenwohnhaus, das die Stadt den Mitgliedern des örtlichen Baseball-Teams zur Verfügung gestellt hat. Er lernt zunächst die Hierarchien unter den verschiedenen Spielern kennen – so sehen die Schläger traditionell auf die Werfer herab, und machen sich einen Spaß daraus, dies auch bei jeder Gelegenheit zu betonen. Alle gemeinsam jedoch sind vereint, sobald es Abend wird und die nächste Party oder der nächste Disco-Besuch auf dem Programm steht. Denn ans Lernen oder Trainieren denkt von den Jungs niemand, ganz im Gegenteil geht es rund um die Uhr darum, Mädchen kennenzulernen und möglichst viele Abenteuer zu erleben. Schon kurz nach seiner Ankunft lernt Jake die hübsche Schauspielstudentin Beverly kennen… 3 von 5

„Everybody Wants Some!!“ ist ein filmisches Destillat der Achtzigerjahre, das für Kinder der damaligen Dekade ein Kultjahrzehnt wieder aufleben lässt. Abseits dieses nicht zu leugnenden Vorzugs präsentiert sich die Geschichte hingegen überraschend eintönig, setzt fast ausschließlich auf Klischees und macht dem ansonsten so authentischen Feeling einen gehörigen Strich durch die Rechnung.


SEITENWECHSEL  |  Regie: Vivian Naefe |  DE 2016

Seitenwechsel

In der Ehe von Fußballtrainer Alex (Wotan Wilke Möhring) und Psychologin Teresa (Mina Tander) ist schon seit einiger Zeit der Wurm drin. Das registriert nicht bloß die gemeinsame Teenie-Tochter Julia (Ruby O. Fee), sondern auch das gesamte Umfeld der beiden Streithähne. Nun stehen sie nach 15 Jahren Ehe kurz vor der Scheidung, als eines Nachts nach einem heftigen Streit mit allerlei Wünschen und Verwünschungen das Unfassbare geschieht: Während eines Gewitters tauschen die beiden die Körper. Jetzt ist er sie, sie ist er und das Chaos ist perfekt. Irgendwie versuchen sich die beiden mit dieser ungewöhnlichen Situation zu arrangieren. Teresa versucht sich als einfühlsame Fußballtrainerin, die den Verein ihres Mannes vor dem drohenden Abstieg bewahren soll und Alex nimmt es kurzerhand mit den psychisch labilen Patienten seiner Frau auf. 3 von 5

Neue Facetten kann Regisseurin Vivian Naefe dem bekannten Körpertausch-Thema nicht abgewinnen. Dafür ist ihr Projekt „Seitenwechsel“ beileibe nicht so anstrengend wie manch andere Genrevertreter und setzt hier und da auf leise Zwischentöne, die dank der guten Performance von Mina Tander und Wotan Wilke Möhring durchgehend glaubhaft wirken.


THE OTHER SIDE OF THE DOOR  |  Regie: Johannes Roberts|  UK/IND/USA 2016

The Other Side of the Door

Das idyllische Leben von Maria (Sarah Wayne Callies) und ihrer Familie wird jäh unterbrochen als der jüngste Sohn Oliver (Logan Creran) bei einem tragischen Unfall ums Leben kommt. Die untröstliche Mutter erfährt von ihrer Haushälterin Piki (Suchitra Pillai) von einem alten indischen Ritual, das ihren Sohn für ein letztes Lebewohl zurück bringen kann. Sie reist zu einem antiken Tempel, dessen Tür ein mysteriöses Portal zwischen zwei Welten darstellt. Als sie aber das heilige Gebot, die Tür niemals zu öffnen, missachtet, erschüttert sie das Gleichgewicht zwischen Leben und Tod. 2 von 5

Malen nach Zahlen: „The Other Side of the Door“ ist trotz interessanter Kulisse, technisch solider Umsetzung und angenehmer Schauspielleistungen zu vorhersehbar und kalkuliert.


DOKTOR PROKTORS ZEITBADEWANNE | Regie: Arild Fröhlich | NOR/DE 2015

Doktor Proktors Zeitbadewanne

Als Lise (Emily Glaister) und Bulle (Eilif Hellum Noraker) eine außergewöhnliche Postkarte, abgeschickt 1969 in Paris, bekommen, ist schnell klar, dass ihr bester Freund, der verrückte Erfinder Doktor Proktor Gard B. Eidsvold), dort in Schwierigkeiten steckt. Um ins Paris der Vergangenheit zu gelangen, kommt ihnen die jüngste Erfindung des Doktors gerade recht: die Zeitbadewanne. Einfach die Zeitseife ordentlich im Wasser schäumen lassen, untertauchen, an das gewünschte Ziel denken und – wusch! Doch das ist nicht ganz so einfach, wie gedacht und so befinden sich Lise und Bulle bald auf einer unglaublichen Reise durch Raum und Zeit…

Während der Norweger Arild Fröhlich erneut die Regie übernimmt, ist auch Komikerin Anke Engelke wieder Teil des Ensembles.


VOR DER MORGENRÖTE  |  Regie: Maria Schrader  |  AT/DE/FR 2016

Vor der Morgenröte

„Vor der Morgenröte“ erzählt episodisch aus dem Leben des österreichischen Schriftstellers Stefan Zweig im Exil. Auf dem Höhepunkt seines weltweiten Ruhms wird er in die Emigration getrieben und verzweifelt angesichts des Wissens um den Untergang Europas, den er schon früh voraussieht. Die Geschichte eines Flüchtlings, die Geschichte vom Verlieren der alten und dem Suchen nach einer neuen Heimat. Rio de Janeiro, Buenos Aires, New York, Petrópolis sind vier Stationen im Exil von Stefan Zweig, die ihn trotz sicherer Zuflucht, gastfreundlicher Aufnahme und überwältigender tropischer Natur keinen Frieden finden lassen und ihm die Heimat nicht ersetzen können. Ein bildgewaltiger historischer Film über einen großen Künstler und dabei ein Film über die Zeit, in der Europa auf der Flucht war.


AGNES | Regie: Johannes Schmid | DE 2016

Agnes

Der Sachbuchautor Walter verliebt sich in die Physikstudentin Agnes, die nicht nur in ihrem Studium den großen Fragen des Lebens nachspürt. Ihre radikale Haltung zum Leben fordert ihn, der sich in seinem unverbindlichen, gemäßigten Leben eingerichtet hat, heraus. Eines Tages macht Agnes einen frappierenden Vorschlag: Walter soll eine Geschichte über ihre gemeinsame Liebe schreiben. Anfänglich ist das ein harmloses Spiel, doch bald schon übernimmt die gemeinsame Geschichte das Kommando und die Frage ist, wer ihr Autor ist. Agnes folgt dem Bild, das Walter aufs Papier bringt und spürt doch bald, dass ihm das Erzählen wichtiger ist als die Erfüllung ihrer Liebe. Denn auf Dauer macht Glück keine guten Geschichten. Als Walter das begreift, sieht er den einzig wahren Schluss der Geschichte vor sich, einen Schluss, der sie ihre Liebe und Agnes das Leben kostet.


Heimkinotipp: THE BIG SHORT | Regie: Adam McKay | USA 2015

The Big Short

New York im Jahr 2005: Der Dollar ist stark, die Wirtschaft boomt. An der Wall Street werden jeden Tag aufs Neue Börsen- und Wertpapiergeschäfte in gigantischem Umfang getätigt. Mit immer komplexer werdenden Immobilienprodukten, hervorragenden Renditen und vermeintlich minimalem Risiko werden selbst Arbeitslose zu Villenbesitzern und den Maklern, Versicherern und Bankenbossen winkt das schnelle Geld. Was die Finanzbosse, die Medien und die Regierung nicht erkennen, durchschaut der eigenwillige Hedgefonds-Manager Michael Burry sofort: Er prognostiziert schon in wenigen Jahren das Platzen der amerikanischen Immobilienblase und den daraus resultierenden Zusammenbruch der Weltwirtschaft, der Millionen Menschen heimat- und arbeitslos machen wird. 5 von 5

 Wer dachte, nach den Eskapaden von Jordan Belfort wäre die Sexiness innerhalb der US-amerikanischen Finanzwelt ausgeschöpft, der irrt. Die namhaft besetzte Wall-Street-Komödie „The Big Short“ ist bei aller realitätsbezogener Tragik ein irrwitziges Vergnügen, das beweist, dass Geld die Welt regiert und man sich davon dennoch nicht unterkriegen lassen sollte.

Das startet am 26. Mai 2016

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 26. Mai. Der größte Neustart dieser Woche ist gar nicht so genau festzumachen. Vom Staraufgebot nehmen sich Jodie Fosters „Money Monster“ und James Bobins „Alice im Wunderland“-Fortsetzung „Hinter den Spiegeln“ nichts, doch es ist gerade angesichts des tollen Sommerwetters in Deutschland schwer abzusehen, wie stark diese beiden Filme aus den Startlöchern kommen. Da gegen wird es die kleine Musikerkomödie „Sing Street“ erst recht schwer haben, auch wenn wir es beim neuen Film von John Carney mit dem stärksten Film dieser Woche zu tun haben. Und dann wäre da natürlich auch noch „Warcraft: The Beginning“, dem bereits einige Gaming-Fans entgegen fiebern. Ob sich die Community hier am Ende durchsetzen wird, ist eine spannende Frage. Wie gelungen der Film geworden ist, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt übrigens noch nicht verraten. „Warcraft: The Beginning“ urde der Presse bislang noch nicht gezeigt. 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

MONEY MONSTER | Regie: Jodie Foster | USA 2016

Money Monster

Der TV-Moderator Lee Gates hat es durch seine erfolgreiche Finanzshow im Fernsehen zu einiger Berühmtheit gebracht. Er genießt den Ruf, das Geldgenie der Wall Street zu sein. Doch nachdem er seinen Zuschauern eine High-Tech-Aktie der Firma Ibis empfohlen hat, deren Kurs anschließend auf mysteriöse Weise abstürzt, nimmt ein wütender Investor Gates, seine Crew und seine Star-Produzentin Patty Fenn Live on Air als Geisel. Verzweifelt versuchen Gates und Fenn, am Leben zu bleiben und gleichzeitig die Wahrheit hinter einem Netz aus Lügen rund um das „große Geld“ aufzudecken. Doch mit jeder Minute wird der bewaffnete Verbrecher ungeduldiger, der die Sprengstoffweste um Gates Körper mit einem Knopfdruck zum Explodieren bringen könnte. Rund um den Globus verfolgen die Zuschauer an den Fernsehgeräten das Geschehen live im Studio.
4 von 5

Trotz kleiner erzählerischer Schwächen ist „Money Monster“ ein äußerst kurzweiliges Vergnügen, dass adrenalingeladene Thrillerspannung mit dem bissigen Charme einer Finanzsatire zu verbinden weiß. Abgerundet wird dieses Filmerlebnis von den äußerst sehenswerten Darstellerleistungen von George Clooney, Julia Roberts und Jack O’Connell.


SING STREET | Regie: John Carney | IRL/UK/USA 2016

Sing Street

Irland in den Achtzigern. Vor dem Hintergrund von Rezession und Arbeitslosigkeit wächst der jugendliche Conor (Ferdia Welsh-Peelo) in Dublin auf. Als Außenseiter in der Schule gebrandmarkt, flieht er in die Welt der Popmusik und träumt nebenbei von der unerreichbaren, schönen Raphina (Lucy Boynton). Seine Idee: Er lädt Raphina ein, im Musikvideo seiner Band aufzutreten. Sein Problem: Er hat gar keine Band, kann noch nicht mal ein Instrument spielen. Aber sein Plan darf auf keinen Fall scheitern. Also gründet er mit ein paar Jungs aus der Nachbarschaft, , allesamt Außenseiter aber voller Passion für die Musik, kurzerhand eine Band und voller Leidenschaft schreiben sie ihre ersten Songs. Es soll ein Sommer werden, den keiner von ihnen vergessen wird. Auch wenn die Liebe zwischen Conor und Raphina unter keinem guten Stern steht… 4 von 5

Eine Feelgood-Komödie in Moll! Regisseur John Carney findet in „Sing Street“ die Schönheit einer musikalischen Melancholie, von der man sich direkt am Ende des Films wünscht, sie sofort noch einmal zu durchleben. Das muss man gefühlt haben!


ALICE IM WUNDERLAND: HINTER DEN SPIEGELN |  Regie: James Bobin |  USA 2016

null

Alice Kingsleigh hat drei Jahre damit zugebracht, ihren Traum zu leben und die sieben Weltmeere als Kapitän ihres eigenen Schiffs zu bereisen. Bei ihrer Rückkehr nach London entdeckt sie, dass sich zwar viel geändert hat, die antiquierten Ansichten über die Rolle der Frau in der Gesellschaft aber unverändert sind. Während eines Empfangs bei Lord Ascot wird Alice von ihren Gefühlen übermannt und verlässt fluchtartig die Veranstaltung. Draußen sieht sie Absolem . Er ist mittlerweile ein prächtiger Monarchfalter und führt Alice zu einem magischen Spiegel, durch den sie in das fantastische Reich von Unterland zurückkehren kann. Dort trifft sie alle ihre alten Freunde: das Weiße Kaninchen, die Grinsekatze, die Haselmaus, den Märzhasen und den Verrückten Hutmacher, der unglücklicherweise nicht ganz er selbst zu sein scheint. 3 von 5

Inhaltlich kann „Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln“ nicht mit der kreativen Umsetzung mithalten. Doch als packendes 3D-Erlebnis steckt die Fortsetzung des 2010er-Kassenschlagers ihren Vorgänger locker in die Tasche. Eine insgesamt recht runde Sache.


WARCRAFT: THE BEGINNING  |  Regie: Duncan Jones  |  USA 2016

Warcraft: The Beginning

In Azeroth, dem Reich der Menschen, herrscht seit vielen Jahren Frieden. Doch urplötzlich sieht sich seine Zivilisation von einer furchteinflößenden Rasse bedroht: Orc-Krieger haben ihre Heimat Draenor verlassen, um sich andernorts eine neue aufzubauen. Als sich ein Portal öffnet, um die beiden Welten miteinander zu verbinden, bricht ein unbarmherziger und erbitterter Krieg um die Vorherrschaft in Azeroth los, der auf beiden Seiten große Opfer fordert. Die vermeintlichen Gegner ahnen jedoch nicht, dass bald schon eine weitere Bedrohung auftaucht, die beide Völker vernichten könnte. Statt sich zu bekämpfen, müssen sie nun zusammenhalten. Ein Bündnis wird geschlossen und zwei Helden, ein Mensch und ein Orc, machen sich gemeinsam auf den Weg, dem Bösen im Kampf entgegenzutreten – für ihre Familien, ihre Völker und ihre Heimat. 2 von 5

„Warcraft: The Beginning“ ist „WoW“-Fanservice durch und durch. Doch abseits dessen überzeugt leider weder die technische Aufbereitung, noch der Funken Story, der hier als eine Handlung dienen soll, auf der mehrere Teile eines Franchises fußen. Es reicht also nicht aus, Fantasyfilmfan zu sein – hieran hat nur Spaß, wer mit „World of Warcraft“ ohnehin schon lange in Berührung ist.


DER NACHTMAHR | Regie: Akiz | DE 2015
Der Nachtmahr

Tina ist 17 Jahre alt und bildhübsch. Sie hat alles, was sich ein Mädchen in ihrem Alter wünschen kann. Scheinbar grundlos hat Tina eines Nachts auf einer Party Visionen und bricht zusammen. Nacht für Nacht bekommt sie fortan seltsamen Besuch: Das idyllische Mädchenschlafzimmer wird heimgesucht von einem unheimlichen Wesen, das nur Tina sehen kann. Die sprachlose Kreatur sucht Tinas Nähe und so abstoßend ihr der ungebetene Gast zunächst erscheint, umso deutlicher erkennt Tina, dass dieses Etwas sehr viel mehr mit ihr zu tun hat, als es zu Beginn den Anschein hat. Ihre Eltern halten Tina für verrückt und versuchen, die Visionen der Tochter therapeutisch zu vertreiben. Doch langsam entsteht ein fast zärtliches Verhältnis zwischen Tina und dem Wesen, bis auch Tinas Eltern und Freunde es schließlich mit eigenen Augen sehen müssen…


OUTSIDE THE BOX  |  Regie: Philip Koch |  DE 2015

Outside the Box

Frederick Schopner hat die Nase voll davon, dass seine sogenannten Teamkollegen die Lorbeeren für seine Ideen einheimsen. Beim anstehenden Outdoor Firmenevent kann er endlich den drei abgehobenen Egomanen eine Lektion in Sachen „High Performance“ erteilen. PR-Managerin Vanessa Kramer möchte einen Presse-Coup landen und setzt auf ungewöhnliche Methoden: Sie lässt eine Geiselnahme inszenieren. Für die beiden Spaghetti-Western-Darsteller liegt nichts näher als ihre Gage mit echtem Lösegeld und echten Waffen aufzubessern. Während Vanessa alles daran setzt, die Panne zu vertuschen, haben die unerfahrenen Geiselnehmer mit ganz anderen Problemen zu kämpfen: Wie sollen sie den erfolgshungrigen Managern klar machen, dass sie sich nicht länger in einem ausgeklügelten Rollenspiel befinden?


ENTE GUT! MÄDCHEN ALLEIN ZU HAUS  |  Regie: Norbert Lechner|  DE 2016

Ente gut! Mädchen allein zu Haus

Die elfjährige Linh (Lynn Dortschack) und ihre kleine Schwester Tien (Linda Anh Dang) sind plötzlich auf sich allein gestellt, als ihre Mutter nach Vietnam muss, um sich um die kranke Oma zu kümmern. Doch das darf niemand erfahren – vor allem nicht das Jugendamt. Linh ist jetzt nicht nur für Tien verantwortlich, sondern muss sich neben der Schule auch um den Haushalt und den vietnamesischen Imbiss ihrer Mutter kümmern. Doch die selbsternannte Spionin Pauline (Lisa Wihschutz) aus dem Wohnblock gegenüber entdeckt das Geheimnis und droht, die beiden Mädchen zu verraten. Aus der anfänglichen Erpressung wächst bald eine Freundschaft, die jedoch immer wieder auf die Probe gestellt wird. Denn auch die Polizei und Frau Trost vom Jugendamt sind nah dran, hinter das Geheimnis zu kommen. Eine turbulente Zeit beginnt.


MEIN PRAKTIKUM IN KANADA | Regie: Philippe Falardeau | CAN 2015

Mein Praktikum in Kanada

Guibord ist ein unabhängiger Abgeordneter, der Prescott-Makadewà-Rapides-aux-Outardes vertritt, einen großen Wahlkreis im Norden Québecs. Zu seinem großen Leidwesen wird der Politiker zum Zünglein an der Waage bei einer Abstimmung von nationaler Tragweite: Soll Kanada sich an einem Kriegseinsatz im Nahen Osten beteiligen? Guibords Stimme ist entscheidend. Das ganze Land schaut auf ihn. In Begleitung seiner Frau, seiner Tochter und eines idealistischen Praktikanten aus Haiti tourt der Parlamentarier durch seinen Bezirk, um sich mit seinen Wählern zu beratschlagen. „Mein Praktikum in Kanada“ ist eine Politsatire, in der sich Politiker, Bürger und Lobbyisten einen Wettlauf darum liefern, wer als erster die Demokratie zur Strecke bringt.


Heimkinotipp: THE HATEFUL 8 | Regie: Quentin Tarantino | USA 2015

The Hateful 8

Wyoming, einige Jahre nach dem amerikanischen Bürgerkrieg: Eine Kutsche bahnt sich mühsam ihren Weg durch den Schnee in Richtung der Stadt Red Rock. An Bord befinden sich der Kopfgeldjäger John „Der Henker“ Ruth, dessen Gefangene Daisy Domergue sowie der Anhalter Major Marquis Warren, der früher Soldat war und nun ebenfalls als Kopfgeldjäger sein Geld verdient, und Chris Mannix, ein Deserteur aus den Südstaaten, der behauptet, der neue Sheriff der Stadt zu sein. Ein Schneesturm zwingt die Gruppe zu einem Zwischenstopp in Minnies Miederwarenladen. Sie treffen dort zwar nicht auf Minnie aber dafür auf den mysteriösen Mexikaner Bon, auf den verschwiegenen Cowboy Joe Gage , auf den Konföderierten-General Sandford Smithers sowie auf Oswaldo Mobray. Während der Sturm draußen immer heftiger tobt, begreifen die acht Fremden, dass ihr Zusammentreffen vielleicht gar nicht so zufällig ist und sie Red Rock möglicherweise nie erreichen werden… 3 von 5

„The Hateful 8“ ist ein von langatmig bis knackig-brutal reichender Rachewestern, mit dem Quentin Tarantino zwar nicht sein bestes, wohl aber sein bösestes Werk abliefert.

Das startet am 19. Mai 2016

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 19. Mai. Der größte Neustart dieser Woche dürfte ganz klar „X-Men: Apocalypse“ sein, der sich ganz ordentlich schlägt, qualitativ allerdings nicht an den französischen Geheimtipp „Monsieur Chocolat“ heranreicht, das in seiner ehrlichen Tragik sehr berührt. Des Weiteren erscheint hierzulande auch endlich der international gefeierte Genrehit „The Witch“, der jedoch an den hohen hoch gesteckten Zielen des Regisseurs zerbricht. 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

MONSIEUR CHOCOLAT | Regie: Roschdy Zem | FR 2015

Monsieur Chocolat

Frankreich, kurz vor Beginn des 20. Jahrhunderts: Auf der Suche nach neuem Talent entdeckt der Clown George Footit (James Thiérrée) den aus der Sklaverei entflohenen Chocolat (Omar Sy), der mit einem kleinen Wanderzirkus durchs Land reist. Die beiden Außenseiter freunden sich an und entwickeln eine gemeinsame Bühnenshow, die schnell zu einem großen Zuschauermagneten wird. Auftritte in den größten Zirkushäusern von Paris machen Footit und Chocolat schließlich landesweit bekannt. Doch der große Ruhm treibt nicht nur einen Keil in die Freundschaft der beiden, sondern zieht auch die Aufmerksamkeit der Polizei auf sich. Chocolat muss feststellen, dass er viele Feinde hat, die den Erfolg eines schwarzen Künstlers nicht dulden werden…
4 von 5

Vorhang auf für den vielleicht besten französischen Film des Jahres! Roschdy Zem inszeniert mit „Monsieur Chocolat“ ein tieftrauriges und doch optimistisches Drama über ein Thema, das aktueller ist, als es sein sollte. Die Performance von Omar Sy ist Oscar-würdig. Ein Muss!


X-MEN: APOCALYPSE | Regie: Bryan Singer | USA 2016

X-Men: Apocalypse

1983 wird der unbesiegbare, unsterbliche Apocalypse (Oscar Isaac), seines Zeichens mächtigster Mutant aller Zeiten, nach fünftausendjähriger Gefangenschaft befreit. Wütend, dass er und seine Artgenossen nicht länger als Götter verehrt werden, schart er mächtige Mutanten um sich – unter ihnen der durch den tragischen Tod seiner Tochter entmutigte Magneto (Michael Fassbender) –, um der Welt unter seiner Führung eine neue Ordnung zu geben. Um Apocalypses Pläne weltweiter Zerstörung zu durchkreuzen, führen Raven (Jennifer Lawrence) und Professor X (James McAvoy) ein junges X-Men-Team in eine epische Schlacht, um dem scheinbar unbezwingbaren Feind Einhalt zu gebieten.
3 von 5

„X-Men: Apocalypse“ beginnt auf dem erzählerisch komplexen Niveau von „The First Avenger: Civil War“ und verliert sich schließlich in einer lieblosen Materialschlacht der Marke „Batman v Superman“. Wenngleich der erzählerisch angenehme Teil den Großteil des Films ausmacht, ist es doch ausgerechnet die Schlussphase, die den bleibenden Eindruck des Zuschauers prägt.


 THE WITCH |  Regie: Robert Eggers |  USA/UK/CAN/BRA 2015
The Witch

Neuengland, 1630. Farmer William (Ralph Ineson) findet, gemeinsam mit Frau Katherine (Kate Dickie) und den fünf Kindern, ein neues Zuhause auf einem abgelegenen Stück Land, nahe eines düsteren Waldes.  Bald kommt es zu beunruhigenden Vorfällen: Tiere verhalten sich aggressiv, eines der Kinder verschwindet, während ein anderes von einer dunklen Macht besessen zu sein scheint. Misstrauen und Paranoia wachsen und die älteste Tochter Thomasin (Anya Taylor-Joy) wird der Hexerei beschuldigt. Als sich die Lage immer weiter zuspitzt, werden Glaube, Loyalität und Liebe jedes einzelnen Familienmitgliedes auf eine schreckliche Probe gestellt…
2 von 5

„The Witch“ beginnt atmosphärisch, doch als Regisseur Robert Eggers merkt, dass die Stimmung allein seinen Film nicht besonders macht, verliert sich seine Produktion in handelsüblichem Genre-Gewäsch, dem Figuren zum Opfer fallen, die ohne jedes Profil auskommen. Potenzial verschenkt!


NUR FLIEGEN IST SCHÖNER  |  Regie: Bruno Podalydès  |  FR 2015

Nur Fliegen ist schöner

Michel, in den Fünfzigern, verheiratet, die Kinder aus dem Haus, Nine-to-Five-Job, steckt in seiner täglichen Routine fest. Nach der Arbeit, wenn er auf sein Motorrad steigt, träumt er von einem anderen Leben. Wie gerne würde er wie sein Held, Luftpost-Pionier Jean Mermoz, in einer Propellermaschine durch den Abendhimmel schweben. Eines Tages stößt Michel durch Zufall auf das Foto eines Kajaks – und ist begeistert von der formvollendeten Schönheit und Eleganz des Objekts. Es ist Liebe auf den ersten Blick! Ein Klick, und ein Grand Raid 416 zum Selbstzusammenbauen liegt in seinem virtuellen Einkaufskorb. Einige Tage gelingt es Michel, den Kauf vor seiner Frau Rachelle zu verheimlichen. Doch aus der anfänglichen Träumerei erwächst immer stärker der Traum von einer Auszeit, bis er beschließt, endlich zu tun, was er will…


PETTING ZOO | Regie: Mecah Magee | DE/GRC/USA 2015
Petting Zoo

Layla steht kurz vor ihrem Schul­ab­schluss, als sie erfährt, dass sie schwan­ger ist. Ihren Freund hat sie gerade ver­las­sen und weil sich ihre Fami­lie wei­gert, einer Abtrei­bung zuzu­stim­men, fügt sich Layla in ihre Situa­tion und lässt den Plan, auf’s Col­lege zu gehen, fal­len. Weil es zwi­schen ihr und den Eltern nicht funk­tio­niert, zieht sie zur Groß­mut­ter, wo auch der Onkel mit sei­ner Fami­lie lebt. Sie hält sich mit einem Job in einem Call Cen­ter über Was­ser und lernt neben­bei für ihre Abschluss­prü­fun­gen. Auf einem Kon­zert wirft Layla einen Blick auf Aaron, der so ganz anders ist als der Junge, von dem sie schwan­ger ist.

Mit genauem und empa­thi­schem Blick erzählt „Petting Zoo“ davon, wie es sich anfühlt, als Min­der­jäh­rige aus der Bahn gewor­fen zu wer­den.


FÜR IMMER EINS  |  Regie: Maria Sole Tognazzi |  IT 2015

Für immer eins

Alles ist perfekt. Restaurant-Besitzerin Marina, wunderschöner ehemaliger Schauspiel-Star, und die umwerfende Architektin Federica sind ein Traumpaar. Beide stehen erfolgreich mitten im Leben, sind seit fünf Jahren unzertrennlich.. Doch die glatte römische Marmor-Fassade zeigt feine Risse… Federica war verheiratet und hat einen erwachsenen Sohn. Noch gibt es Momente, in denen es ihr schwerfällt, zu ihrer lesbischen Beziehung zu stehen, was Marinas Stimmung mitunter verhagelt. Als eine ehemalige Flamme Federicas unvermittelt auftaucht, stehen beiden Frauen stürmische Zeiten bevor. „Für immer eins“ ist Italiens erste romantische Komödie, in der zwei Lesben im Mittelpunkt stehen. Federleicht im Ton, brillant in Szene gesetzt und mit zwei Hauptdarstellerinnen, die uns mit “Grande Bellezza“ in ihr leidenschaftliches Leben und Lieben führen.


PARCHIM INTERNATIONAL  |  Regie: Stefan Eberlein|  DE 2015

Parchim International

2007 kauft der chinesische Investor Jonathan Pang einen alten Militärflughafen in Mecklenburg-Vorpommern. In einer kleinen Stadt namens Parchim will er eine internationale Drehscheibe fur Flugfrachtverkehr zwischen China, Europa und Afrika schaffen. Herr Pang hat sich nicht weniger vorgenommen, als die internationalen Warenströme umzulenken und aus Parchim ein neues Zentrum der Globalisierung zu machen. Aber passt seine Idee auch in die norddeutsche Provinz? Die Arbeitslosenquote ist hoch, der Flughafen liegt seit 17 Jahren brach. Ein Container auf Stelzen dient als provisorischer Tower und die Belegschaft spricht kein Englisch. Während Jonathan Pangs deutscher Berater Werner Knan sich weiter und weiter in den Sumpf deutscher Bürokratie verrennt, reist Herr Pang durch die Welt, um andere von seiner Idee zu begeistern.


Heimkinotipp: THE REVENANT | Regie: Alejandro González Iñárritu | USA/HKG/RC/CAN 2015

The Revenant - Der Rückkehrer

Bei einer Expedition tief in der amerikanischen Wildnis wird der legendäre Jäger und Abenteurer Hugh Glass (Leonardo DiCaprio) von einem Bären attackiert und von seinen Jagdbegleitern, die überzeugt sind, dass er dem Tod geweiht ist, zurückgelassen. Allein und dem Tode nah, denkt Glass aber nicht daran, aufzugeben. Durch die Liebe zu seiner Familie und durch seinen übermenschlichen Willen zu überleben, begibt er sich auf eine Odyssee, durch einen unerbittlichen Winter und eine feindliche Wildnis. Er folgt  dem Mann, der ihn betrogen hat: John Fitzgerald (Tom Hardy). Was als Rachefeldzug beginnt, mündet in einem heroischen Abenteuer, in dessen Verlauf Glass allen Herausforderungen trotzt. Angetrieben von der Hoffnung, dass ihm am Ende Erlösung widerfährt.
5 von 5

„The Revenant – Der Rückkehrer“ zieht seinen Meilensteincharakter nicht aus der bahnbrechenden Geschichte. Um einiges komplexer hätte sie dem Gesamtkunstwerk Film vermutlich nur im Wege gestanden. Hier greifen Momente der Angst, des Triumphes, des Schocks, des Staunens und der Sprachlosigkeit ineinander, denn die Macher schaffen etwas, von dem man glaubte, es wäre Geschichte: Sie kreieren Bilder, die man noch nie gesehen hat.

Das startet am 12. Mai 2016

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 12. Mai. Ganz gleich, was für Titel die Verleiher dieser Tage in die Kinos entlassen: Das Wetter macht den Starts gehörig zu schaffen. Daher ist es auch schwer, abzuschätzen, wie sich doch recht große Starts wie „Angry Birds“ wohl schlagen werden. Qualitativ ist das allerdings weniger relevant, denn das Highlight der Woche trifft man ohnehin in viel zu wenigen Kinos an. Die Rede ist von der Tragikomödie „Mängelexemplar“ – eine echte, deutsche Filmperle. Derweil bleibt „Victor Frankenstein“ hinter seinen Möglichkeiten zurück und „Wie Männer über Frauen reden“ hätte eigentlich auch mehr Potenzial, als es der Film schlussendlich zeigt.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

MÄNGELEXEMPLAR | Regie: Laura Lackmann | DE 2016

Mängelexemplar

Karo (Claudia Eisinger) hat kein Problem. Karo ist das Problem: Für ihre Chefin, ihren Freund und für einen Baumarktmitarbeiter, der Karo nach einem sonderbaren Wutausbruch in Gewahrsam nehmen muss. Und es stimmt, mit Karo stimmt was nicht. Sie ist ungeduldig, viel zu emotional und hat sich selbst nicht unter Kontrolle. Als Karo deswegen ihren Job verliert und selbst ihre beste Freundin nichts mehr von ihr wissen will, wird ihr klar, dass sich etwas ändern muss. Voller Übereifer stürzt sie sich in eine Therapie, will die Superpatientin sein und macht gerade deshalb alles falsch. Als daraufhin ihr Freund mit ihr Schluss macht wird es ernst. Von Panikattacken in die Depression getrieben muss sie feststellen, dass es nicht leicht ist, ein Problem zu lösen, wenn man es selber ist.
4 von 5

„Mängelexemplar“ ist ein unglaublich spannendes, wenngleich nicht einfach so zu konsumierendes Filmerlebnis, das Depressionen so einfängt, wie sie sind: unbequem. Kleiner Tipp: Wer der Meinung ist, Depressive seien doch „einfach nur traurig“, sollte sein Geld vielleicht lieber in einen anderen Film investieren.


ANGRY BIRDS – DER FILM | Regie: Clay Kaytis, Fergal Reilly | USA 2016

Angry Birds - Der Film

In der animierten 3D-Komödie „Angry Birds – Der Film“ finden wir endlich heraus, warum die Vögel so sauer sind. Der Film entführt uns auf eine Insel, die ausschließlich von glücklichen, flugunfähigen Vögeln bewohnt wird – oder zumindest fast. In diesem Paradies gehörten Red (deutsche Stimme: Christoph Maria Herbst), ein Vogel mit der Neigung zu cholerischen Wutausbrüchen, der blitzschnelle Chuck (deutsche Stimme: Axel Stein) und der unberechenbare Bombe (deutsche Stimme: Axel Prahl) schon immer zu den Außenseitern. Doch als die Insel eines Tages von mysteriösen grünen Schweinchen besucht wird, liegt es an diesen drei Ausgestoßenen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, herauszufinden, was die Schweine im Schilde führen. 2 von 5

Eine Handlung, die innerhalb eines Handyspiels etwa drei Sekunden einnimmt, lässt sich eben schwer auf über 60 Minuten strecken. Erst im Finale kommt jener anarchische Humor zum Tragen, der im Trailer angekündigt wurde. Bis dahin bekommt der Zuschauer trotz tollem 3D nur wenig geboten.


 VICTOR FRANKENSTEIN – GENIE UND WAHNSINN |  Regie: Paul McGuigan |  GB 2015
Victor Frankenstien - Genie und Wahnsinn

Der radikale Wissenschaftler Victor Frankenstein (James McAvoy) rettet den in einem Zirkus arbeitenden Igor Strausmann vor den brutalen Misshandlungen seiner Vorgesetzten. Er nimmt ihn mit in sein Labor, wo er ihn mit der Anatomie des Menschen vertraut macht. Gemeinsam teilen die beiden ungleichen Männer schon bald eine düstere Vision: Durch ihre bahnbrechenden Forschungen wollen sie der Menschheit zur Unsterblichkeit verhelfen. Aber Victors Experiment geht zu weit und seine Obsession hat grauenvolle Konsequenzen. Nur Igor kann seinen Freund am Rande des Wahnsinns erreichen und ihn vor seiner monströsen Kreation retten. Schon bald hat es auch die Polizei auf die beiden abgesehen und eine Flucht scheint ausweglos. Da entscheidet sich Victor, all die düsteren Pläne in die Tat umzusetzen… 2 von 5

„Victor Frankenstein“ fährt das in der ersten halben Stunde dargebrachte Potenzial mit Schwung an die Wand, um Platz für ein halbherziges Effektegewitter zu machen. Am Ende bleibt ein nicht mal durchschnittliches Horrordrama übrig, das so viel mehr könnte.


WIE MÄNNER ÜBER FRAUEN REDEN  |  Regie: Henrik Regel  |  DE 2016

Wie Männer über Frauen reden

„Frankies Club ist wie Disneyland: Hier stehen nur die neuesten Spielsachen rum“, sagt DJ über die Bar seines besten Freundes Frankie. Hier treffen sich regelmäßig die Kumpels von DJ und Frankie, die ihr Leben in vollen Zügen auskosten – und nicht die geringste Absicht haben, dies zu ändern, obwohl sie eigentlich längst aus dem Alter raus sein sollten. Aber sie haben Angst, es könnte ihnen so gehen wie Marco, der früher immer an ihrer Seite war, jetzt aber domestiziert ist. Oder man könnte so werden wie der 21-jährige Sohn von DJ, Martini, der große Romantiker, den die Frauen umschwärmen, der aber stets auf der Suche nach der großen Liebe ist. Obwohl Martini längst flügge ist, lebt er immer noch unter einem Dach mit seinem alten Herrn – und manchmal will man glauben, dass er längst erwachsener ist als sein Daddy.2 von 5

„Wie Männer über Frauen reden“ ist der Hipster unter den deutschen Romantic Comedies. Und wie das mit Hipstern nun mal so ist, wissen nur die Wenigsten, was sie mit ihm anfangen sollen, wenn er direkt vor einem steht.


DIE POESIE DES UNENDLICHEN | Regie: Matthew Brown | UK 2015
Die Poesie des Unendlichen

Im Indien des Jahres 1913 arbeitet Srinavasa als einfacher Büroangestellter. Seine Berufung ist jedoch eine andere: Er hat ein einzigartiges Gespür für Mathematik. Wild entschlossen, seine Hingabe an die Zahlen zu verwirklichen, schreibt Ramanujan an G. H. Hardy, einen bedeutenden britischen Mathematikprofessor. Dieser erkennt Ramanujans Originalität und Brillanz und setzt sich gegen Widerstände aus den eigenen akademischen Reihen durch, den „Rohdiamanten“ samt seiner unkonventionellen Ideen nach Cambridge zu bringen. Für eine Reise ins Ungewisse verlässt Ramanujan sein Land, seine Familie und Ehefrau Janaki. Angekommen in England, kann er auf das Verständnis und Vertrauen seines Mentors Hardy bauen. Unter seiner Protektion entwickeln sich Ramanujans Theorien zu Formeln, die die Welt für immer verändern.


DER JUNGE MESSIAS  |  Regie: Cyrus Nowrasteh |  USA 2016

Der junge Messias

Der siebenjährige Jesus lebt mit seinen Eltern Maria und Josef in Alexandria, wohin sie geflüchtet sind. Jesus, der wegen seiner besonderen Fähigkeiten immer wieder in Schwierigkeiten gerät, erweckt eines Tages einen toten Jungen wieder zum Leben und zieht damit den Argwohn der Bewohner auf sich. In einem Traum erfährt Josef, dass Herodes gestorben ist und er mit seiner Familie nach Palästina zurückkehren soll. Er beschließt, die Abreise nach Nazareth zügig anzutreten. Schon fast zuhause angekommen, erkrankt Jesus‘ Onkel. Vor allen Augen heilt Jesus ihn. Die Nachricht verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Der römische Centurio Severus erhält den Auftrag, das wundertätige Kind zu finden und zu töten. Kaum in Nazareth angekommen, sieht sich Jesus erneut den Gefahren römischer Verfolgung ausgesetzt, versteht aber nicht, warum…


JUNGES LICHT  |  Regie: Adolf Winkelmann|  DE 2016

Junges LichtDie 60er-Jahre, ein Sommer im Ruhrgebiet. Der Krieg ist vorbei. Das Ruhrgebiet sorgt mit Kohle und Stahl für das Wirtschaftswunder und den Fortschritt der gesamten Republik. Die Gastarbeiter sind schon da und Tante-Emma-Läden noch rentabel; Rauchen gilt nicht als gesundheitsgefährdend und Currywurst als nahrhaft. Während die Männer unter Tage malochen, vertreiben sich die Jungen ihre Zeit mit Zigaretten, Bier und Obszönitäten. Doch der 12-jährige Julian ist anders. Er kümmert sich liebevoll um seine kleine Schwester, schmiert Brote für seinen Vater und dient sonntags in der Messe. Mit Neugier beobachtet er, was um ihn herum geschieht. Die Nachbarstochter Marusha hat es ihm angetan, die jedoch nicht nur den Jungen fasziniert. Als sich die latente erotische Spannung plötzlich entlädt, gerät das Leben von Julian und seiner Familie aus der Bahn.


HAPPY HOUR  | Regie: Franz Müller |  DE/IE 2015

Happy Hour

„Happy Hour“, das ist in diesem Fall die Bezeichnung für das regelmäßige Schäferstündchen von HCs Frau und ihrem Liebhaber, wie der gehörnte Ehemann zufällig per fehlgeleiteter SMS erfährt. Zutiefst erschüttert, aber friedfertig wie eh und je, klagt er seinen Jugendfreunden Wolfgang und Nic sein Leid. Die reagieren mäßig mitfühlend – fühlen sich aber trotz eigener Probleme in Beziehungsdingen dazu berufen, HC und seine Männlichkeit zu retten. So fliegt das ungleiche Trio zu einem Kurztripp in Wolfgangs Cottage in Irland, wo sie es in rauer Natur und bei viel Guinness ordentlich krachen lassen wollen. Wolfgangs spießige Hausregeln stehen dem wilden Leben zunächst noch mehr im Weg als HCs Lethargie, doch als die irischen Frauen ins Spiel kommen, sieht sich jeder der Dreien plötzlich vor ganz eigene Aufgaben gestellt…


REMAINDER|  Regie: Omar Fast |  UK/DE 2015

Remainder

Wie die unendliche Schleife eines Möbiusbands beginnt und endet „Remainder“ im selben Moment. Darin liegt der Ausschnitt eines Lebens: Nachdem er sein Gedächtnis bei einem schweren Unfall verloren hat, versucht ein junger Mann, sich selbst zu verstehen, indem er in seine bruchstückhafte Erinnerung eintaucht. Die achteinhalb Millionen Pfund Schadensersatz, die er unter der Maßgabe des Stillschweigens erhalten hat, ermöglichen es ihm, sich immer obsessiver eine Welt und eine Identität zusammenzubauen, in der sich die mögliche Vergangenheit in der Gegenwart realisiert.

„Remainder“ ist der erste Spielfilm des weltweit renommierten Videokünstlers Omer Fast, nach dem internationalen Bestseller von Tom McCarthy.


Heimkinotipp: DIE WINZLINGE | Regie: Helene Giraud, Thomas Szabo | FR/BE 2015

Die Winzlinge - Operation Zuckerdose

In einem wunderschönen Tal leben winzige Bewohner friedlich miteinander, bis eines Tages eine schwarze Ameise einen fabelhaften Schatz entdeckt: Eine vergessene Zuckerdose. Darin versteckt sich ein kleiner Marienkäfer, der seine Familie verloren hat. Die Ameisen und der Käfer freunden sich schnell an und begeben sich zusammen auf eine abenteuerliche Reise zum heimatlichen Hügel. Doch ein Stamm roter Ameisen hat es ebenfalls auf die wertvolle Fracht abgesehen. Es beginnt eine wilde Jagd durch Wälder und Wiesen und auf einem reißenden Fluss…
4 von 5

Familienbespaßung der minimalistischen Art: Das Regieduo aus Hélène Giraud und Thomas Szabo kombiniert in seinem 3D-Animationsfilm „Die Winzlinge“ moderne Tricktechnik und die Schönheit der Natur. Vor realer Kulisse liefern sich animierte Winzlinge einen abenteuerlichen Kampf um eine Zuckerdose, der vor Kreativität nur so strotzt.

« Older Entries Recent Entries »