Schlagwort-Archiv: Hany Abu-Assad

Das startet am 7. Dezember 2017

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um den Starttag des 7. Dezember; dem letzten Starttag vor „Star Wars“. Entsprechend unspektakulär kommt er daher – fast ohne Mainstreamstart. Am besten dürfte noch das Comedy-Sequel „Daddy’s Home 2“ abschneiden, auch wenn das melancholische Mysterydrama „A Ghost Story“ den größten Mehrwert besitzt. Die Mogelpackung „Zwischen zwei Leben – The Mountain Between Us“ dürfte viele Zuschauer vor den Kopf stoßen, genauso wie die anvisierte Kinderzielgruppe an „Bo und der Weihnachtsstern“ wenig Spaß haben wird.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

A GHOST STORY  | Regie: David Lowery | USA 2017

Es geschieht ganz plötzlich und unerwartet: C kommt bei einem tragischen Autounfall ums Leben. Doch kurz darauf kehrt sein Geist zurück. Der Illusion verschrieben, seiner Frau M bei ihrem Verlust beizustehen, muss er feststellen, dass er in einer neuen Gestalt, losgelöst von jeglicher Zeit, existiert. Als passiver Beobachter ist er gezwungen, schmerzlich dabei zuzusehen, wie ihm das Leben, das er kannte, entgleitet und die Frau, die er liebte, in eine neue Zukunft entschwindet. Unfähig seine Situation zu akzeptieren, vergehen Tage, Wochen und sogar Jahre, bis C verzweifelt erkennt, dass er womöglich für immer an dieses Dasein gefesselt sein wird. Während sich die Welt um ihn drastisch verändert, verblassen Stück für Stück die Konturen seiner eigenen Existenz. 

„A Ghost Story“ fühlt sich so an, als hätte sich Kinopoet Terrence Malick an der Inszenierung eines Horrorfilms versucht. Herausgekommen ist eine melancholische Trauerstudie in hypnotischen Bildern, die vor allem eines ist: aufregend!


DIE LEBENDEN REPARIEREN  | Regie: Katell Quillévéré | FR/BEL 2016

Als Simon am frühen Morgen zum Surfen aufbricht, kann niemand etwas von der drohenden Tragödie ahnen: Ein schwerer Autounfall verändert auf einen Schlag das Leben des Teenagers. Auch seine Eltern in der Hafenstadt Le Havre müssen plötzlich Entscheidungen treffen, deren weitreichende Konsequenzen sie an ihre Grenzen führen. Unterdessen erfährt die zweifache Mutter Claire in Paris, dass ihr schwaches Herz zu versagen droht, wenn nicht umgehend etwas unternommen wird. Den Ärzten und dem medizinischen Fachpersonal in beiden Städten läuft die Zeit davon. Und so wird sich in den nächsten Stunden zeigen, auf welche Weise diese Menschen untrennbar miteinander verbunden sind und wie drei scheinbar zusammenhanglose Stränge einer Geschichte in einen gemeinsamen Kampf münden: den leidenschaftlichen Kampf ums Leben… 

„Die Lebenden reparieren“ ist trotz seiner kurzweiligen Inszenierung ein beklemmend-realistisches Drama, das aufgrund seiner nüchtern-sachlichen Betrachtungsweise dazu beitragen könnte, dass im Anschluss an den Film einige Zuschauer endlich ihren lebensrettenden Organspendeausweis beantragen.


DADDY’S HOME 2  | Regie: Sean Anders | USA 2017

Langweilig gegen cool. Spießig gegen lässig. Schusselig gegen souverän: Das Duell um den Titel als „Super-Dad“ haben der übervorsichtige Brad (Will Ferrell) und der draufgängerische Dusty (Mark Wahlberg) mittlerweile ausgefochten, auch wenn kleinere Sticheleien und Rivalitäten weiterhin an der Tagesordnung sind. Bis eines Tages ihre eigenen Väter vor der Tür stehen und die beiden sich wohl oder übel zusammenraufen müssen, um die Weihnachtsfeiertage zu retten. Denn sich gegen Dustys adrenalinstrotzenden Macho-Dad (Mel Gibson) und Brads übertrieben liebevollen und emotionalen Vater (John Lithgow) durchzusetzen, bedarf einiger Nerven und jeder Menge Männlichkeit. Ein aberwitziger Wettbewerb zwischen vier erwachsenen Männern beginnt…!

Adieu, besinnliche Weihnachtszeit! Der„Daddys Home 2“ ist quasi das männliche Pendant zur zahmen „Bad Moms“-Sause und punktet zur Feier des Tages nicht bloß mit einer hohen Gag-Trefferquote und dem Mut zur Imperfektion, sondern auch mit zwei (Groß-)Vätern, die das ohnehin absurde Daddy-Duo nochmal gehörig durcheinander bringen.


S.U.M. 1  | Regie: Christian Pasquariello | DE 2017

Unheimliche, übermächtige, außerweltliche Kreaturen zwingen die Menschheit seit Jahrzehnten dazu, Zuflucht in einem Versteck aus unterirdischen Bunkersystemen zu suchen. Der junge Militärrekrut S.U.M. 1 (Iwan Rheon) wird nach dem Rücktritt seines Vorgängers zur Erdoberfläche geschickt, um in einem entlegenen Wald von dem Wachturm eines Sicherheitskreises aus die letzten Überlebenden zu beschützen. Er soll ein Auge auf die Umgebung haben und jede Gefahr sofort eliminieren. Was als eine 100-Tage Routinemission beginnt, entwickelt sich bald zu einem Alptraum, denn die ständige Isolation und damit einhergehende Paranoia fordern ihren Tribut und S.U.M. 1 muss nicht nur um seinen Verstand, sondern auch um sein Überleben fürchten. 

„S.U.M. 1“ ist ein reduziert inszenierter, visuell überzeugender Science-Fiction-Thriller mit spannender Ausgangslage, der bis zuletzt so undurchschaubar bleibt, wie seine faszinierende Hauptfigur. Lediglich die wenigen Effekte trüben den Gesamteindruck ein wenig.


BURG SCHRECKENSTEIN 2  | Regie: Ralf Huettner | DE 2017

Es ist wieder soweit: Schreckenstein und Rosenfels überbieten sich bei den alljährlichen Wettkämpfen am Kapellsee mit ausgeklügelten Sabotageakten. Doch kurz vor Schluss kommt es zum Abbruch, als der Zeppelin des Grafen abstürzt! Zwar konnte sich Graf Schreckenstein in letzter Sekunde retten, muss nun aber mehrere Wochen im Sanatorium verbringen – und ist finanziell ruiniert. Der Vertreter des Grafen, sein Vetter Kuno, sieht im Verkauf der Burg an den chinesischen Unternehmer Wang die einzige Lösung. Den Jungs dämmert, dass Burg Schreckenstein nach China umgesiedelt werden soll, um Teil eines mittelalterlichen Themenparks zu werden. Doch Diener Jean glaubt an die Rettung von Burg Schreckenstein und will sich auf die Suche nach dem einst vergessenen Schatz im Burghof begeben. Nur Mythos – oder Realität? 

Ralf Huettner liefert mit „Burg Schreckenstein 2 – Küssen (nicht) verboten!“ eine souveräne Jugendabenteuerfortsetzung, die den Tonfall des Vorgängers gut trifft. Das Liebes-Wirrwarr hätte er sich allerdings für den dritten Teil aufheben dürfen.


ZWISCHEN ZWEI LEBEN – THE MOUNTAIN BETWEEN US | Regie: Hany Abu-Assad | USA 2017

Da ein aufziehender Sturm die Streichung ihres Fluges nach New York zur Folge hat, sieht sich die erfolgreiche Fotoreporterin Alex Martin gezwungen, die Nacht vor ihrer Hochzeit in Idaho zu verbringen. Um vielleicht doch noch rechtzeitig nach Hause zu kommen, beschließt sie, ein Privatflugzeug nach Denver zu chartern. Zufällig trifft sie auf einen ebenfalls gestrandeten Passagier, den britischen Neurochirurgen Ben Bass, der dringend an die Ostküste muss. Kurzentschlossen tun sich die beiden zusammen. Bald darauf nehmen Alex und Ben in einer viersitzigen Piper Platz. Während des Fluges erleidet ihr Pilot einen Herzinfarkt und die kleine Maschine stürzt in den verschneiten Uinta Bergen im Nordosten von Utah ab. Weitab von jeglicher Zivilisation gehen die Chancen, in dieser Einöde gefunden zu werden, gegen Null. 

„Zwischen zwei Leben – The Mountain Between Us“ entwickelt sich vom authentischen Survivaldrama vor atemberaubender Kulisse hin zum sentimentalen Kitschfilm, gegen dessen Rührseligkeit auch Kate Winslet und Idris Elba nur mit Mühe anspielen können. Ein klassischer Fall von Potenzial verschenkt!


BO UND DER WEIHNACHTSSTERN | Regie: Timothy Reckart | USA 2017

Der kleine, aber tapfere Esel Bo wünscht sich nichts sehnlicher als seinen Alltagstrott und die nicht enden wollende Schufterei an der Dorfmühle für immer hinter sich zu lassen. Für das Abenteuer seiner Träume nimmt er eines Tages all seinen Mut zusammen und reißt kurzerhand aus. Endlich in Freiheit, trifft Bo auf das liebenswerte Schaf Ruth, dass eine Herde verloren hat, sowie auf Dave, eine weiße Taube mit äußerst ambitionierten Plänen. Zusammen mit drei albernen Kamelen und einem Haufen exzentrischer Stalltiere folgen die ungleichen Freunde einem großen Stern am Horizont. Doch noch ahnen sie nicht, dass sie die unwahrscheinlichen Helden der wohl großartigsten Geschichte aller Zeiten werden sollen: dem allerersten Weihnachten…

Technisch überzeugt „Bo und der Weihnachtsstern“ mehr als auf inhaltlicher Ebene, denn auch, wenn der Film als lustiges Abenteuer mit niedlichen Tieren überzeugt, verwirrt der halbherzige Umgang mit der biblischen Vorlage ebenso wie das Andichten eines blutrünstigen Schurken.


FORGET ABOUT NICK | Regie: Margarethe von Trotta | DE 2017

Zwei starke Frauen, zwei unterschiedliche Welten: Familienorientiert die eine, karrierefixiert die andere. Frauen, die nur eins gemeinsam haben: Den Ex-Ehemann.  Vor Jahren schon hat Nick Maria mit zwei Kindern sitzen lassen, jetzt schickt er auch Jade in die Wüste. Als Abschiedsgeschenk, und um die Eheverträge einzuhalten, hat er jedoch jeder Ex die Hälfte eines luxuriösen Lofts in Manhattan überschrieben. Umgehend quartiert sich Maria bei Jade ein, und die beiden verlassenen Frauen starten einen erbitterten Kleinkrieg: um die Wohnung, die Einrichtung, die richtige Diät, die passenden Beleidigungen für den Ehe-Deserteur und den richtigen Umgang mit dem Ex: achten oder ächten? Doch mit der Zeit kommen die Frauen sich näher, finden Verständnis und Mitgefühl füreinander, sie lachen nicht mehr übereinander, sondern miteinander – und müssen feststellen, dass Uneinigkeit manchmal auch einen kann.


CLAIR OBSCUR  | Regie: Yesim Ustaoglu | TUR 2016

Chehnaz ist eine attraktive Frau um die Dreißig. Sie ist mit dem Cem (38) verheiratet, den sie bewundert, aber nicht liebt. Sie geben ein beneidenswertes Paar ab und leben in Istanbul in einer schicken Wohnung. Cem ist ein erfolgreicher Architekt. Er ist rational, neigt dazu seine Frau zu bevormunden und kritisiert sie ständig dafür, dass sie zu emotional sei. Chehnaz hat gerade ihre Ausbildung zur Psychologin beendet und muss nun wochentags ein Pflichtpraktikum in einem Krankenhaus in einer abgelegenen Küstenstadt absolvieren. Chehnaz hofft, dass sie diese Zeit übersteht, in dem sie jedes Wochenende zurück zu ihrem Mann nach Istanbul fährt. Eines Morgens, nach einem heftigen Sturm, sitzt ihr im Krankenhaus eine junge Frau gegenüber. Es ist Elmas (18). Diese Begegnung ist für Chehnaz wie ein Weckruf, denn plötzlich realisiert sie, wie unglücklich sie eigentlich ist.


Heimkinotipp: PLANET DER AFFEN: SURVIVAL  | Regie: Matt Reeves | USA/CAN/NZL 2017

Caesar (Andy Serkis) und seine ihm treuen Affen werden in einen tödlichen Konflikt mit einer Armee von Menschen getrieben, die unter der Leitung eines rücksichtslosen und nihilistischen Colonels (Woody Harrelson) Affen für ihre Zwecke missbraucht. Nach schweren Verlusten auf Seiten der Affen kämpft Caesar gemeinsam mit einer Handvoll Verbündeter und mit seinen dunkleren Instinkten und beginnt seinen eigenen mystischen Kampf um Rache für die Seinen. Als Ceasar und der Colonel sich schließlich von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen, beginnt ein epischer Kampf, der über das Schicksal beider Spezies und die Zukunft des Planeten entscheiden wird. Denn so wie es scheint, kann nur eine von ihnen überleben.

Am Ende fließen Tränen – der technisch wegweisende „Planet der Affen: Survival“ ist nicht bloß der mit Abstand beste Teil der Filmreihe, sondern beweist auch, dass eine hochdramatische, tieftraurige und im Kern so realistische Grundidee als Basis für einen Popcorn-Blockbuster hervorragend funktionieren kann.

Das startet am 1. Dezember 2016

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 1. Dezember 2016, der sich mit der Ausnahme von Clint Eastwoods „Sully“ vorzugsweise auf das qualitative Mittelfeld konzentriert. Für die Kleinen gibt’s eine solide Neuauflage von „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“ zu sehen, 20th Century Fox versteckt den mauen Science-Fiction-Film „Das Morgan Projekt“ aus gutem Grund und ob noch jemand nach einem weiteren „Underworld“-Sequel verlangt, bleibt abzuwarten. Der Presse wurde der Film vorab leider nicht gezeigt. 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

SULLY | Regie: Clint Eastwood | USA 2016
Sully

Am 15. Januar 2009 erlebte die Welt das „Wunder auf dem Hudson“, als Captain „Sully“ Sullenberger (Tom Hanks) in einem ebenso riskanten wie mutigen Flugmanöver sein defektes Flugzeug im Gleitflug auf dem eisigen Wasser des Hudson River notlandete und das Leben aller 155 Menschen an Bord rettete. Doch während Sully noch von der Öffentlichkeit und in den Medien für seine beispiellose flugtechnische Meisterleistung gefeiert wird, beginnt man bereits mit der Untersuchung des Falls, der droht, seinen Ruf und seine Laufbahn zu ruinieren. Das Flugsicherheitskomitee ist der Meinung, man hätte die Beinahe-Katastrophe verhindern können. Doch lässt sie dabei wohlmöglich den Faktor Mensch außer Acht? 4 von 5

Im Gegensatz zu seinem letzten Film „American Sniper“ findet Regisseur Clint Eastwood in „Sully“ genau den richtigen Erzählschwerpunkt, um einem den Irrsinn um die Held-oder-kein-Held-Diskussion besonders nahe zu bringen. Stark gespielt und auf technisch hohem Niveau ist das Oscar-taugliche Katastrophendrama außerdem.


EIN LIED FÜR NOUR | Regie: Hany Abu-Assad | PSE 2015

Ein Lied für Nou

Der zurückhaltende Mohammed (Kais Attalah/Tawfeek Barhorn) ist bereits von Kindheit an leidenschaftlicher Musiker und mit einer außergewöhnlichen Stimme gesegnet. Gemeinsam mit seiner Schwester Nour (Hiba Attalah) und einigen musikalischen Freunden stand er bereits in jungen Jahren auf Familienfeiern und Hochzeiten auf der Bühne. Und das, wo seine Familie doch zunächst eigentlich strikt dagegen war. Mittlerweile ist er erwachsen und lebt ein unaufgeregtes Leben im Gaza-Streifen. Während seiner Arbeit als Taxifahrer erfährt er, dass ein Vorsingen für die nächste Staffel der Castingshow „Arab Idol“ in Kairo stattfindet. Gegen alle Widrigkeiten versucht er an dem Casting teilzunehmen und damit nicht nur sein eigenes Leben maßgeblich zu verändern…
3 von 5

„Ein Lied für Nour“ bereitet die absolut erzählenswerte, einzigartige Geschichte um den „Arab Idol“-Gewinner Mohammed Assaf ästhetisch und zum Ende hin mitreißend auf, doch dadurch dass Regisseur Hany Abu-Assad den erzählerischen Fokus (zu) lang auf dessen Kindheit legt, lässt der Film einen verdienten Wiedererkennungswert vermissen.


ROBBI, TOBBI UND DAS FLIEWATÜÜT | Regie: Wolfgang Groos | DE 2016

Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt

Niemand kann sich so ungewöhnliche Erfindungen ausdenken, wie der 11-jährige Tobbi Findeisen (Arssemi Bultmann). Eines Tages landet vor seinen Füßen der kleine Roboter Robbi, der beim Absturz seines Raumschiffes von seinen Roboter-Eltern getrennt wurde und sich nun auf die Suche nach ihnen machen muss. Zusammen ertüfteln Robbi und Tobbi ein Gefährt das zugleich fliegen, schwimmen und fahren kann: Ein Fliewatüüt eben! Doch inzwischen sind auch der skrupellose Sir Joshua (Friedrich Mücke) und dessen Superagenten Brad Blutbad (Sam Riley) und Sharon Schalldämpfer (Alexandra Maria Lara) dem Roboter auf den Fersen, um ihn für ihre Zwecke zu nutzen. Doch auch die klügsten Superagenten sollten nicht unterschätzen, wozu die besten Freunde der Welt fähig sind!
3 von 5

„Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“ ist ein über weite Strecken harmlos-amüsantes Abenteuer, das aufgrund seiner ständig fokussierten Anpassung an den heutigen Zeitgeist allerdings nicht an den Charme bisheriger Verfilmungen heranreichen kann. Darüber hinaus geht einem der fäkallastige Slapstick irgendwann arg auf die Nerven, wenngleich ein Großteil der Darsteller wirklich punkten kann.


DAS MORGAN PROJEKT |  Regie: Luke Scott | USA 2016
Das Morgan Projekt

Lee Weathers, Krisenmanagerin, wird an einen entlegenen, streng geheimen Standort entsandt, wo sie einen schrecklichen Vorfall untersuchen und evaluieren soll. Sie findet heraus, dass das Problem von einem scheinbar unschuldigen, gleichermaßen mysteriösen „Geschöpf” hervorgerufen wurde. Das Mysterium heißt Morgan, ein mit synthetischer DNA  biotechnisch weiterentwickeltes menschliches Wesen. In nur einem Monat hat sie (es) Sprechen und Laufen gelernt, nun hat Morgan sämtliche Erwartungen ihrer Schöpfer weit übertroffen. Sie ist rätselhaft und unvorhersehbar – ein im Labor geschaffenes, zu unterschiedlichsten Gefühlen fähiges Geschöpf. Es ist nicht mehr klar zu unterscheiden, ob es sich bei ihm um ein menschliches oder synthetisches Wesen handelt. Aber was geschieht, wenn die Kreatur ihren Schöpfer überflügelt?  2 von 5

Der leider nicht mehr durchschnittliche Science-Fiction-Film „Das Morgan Projekt“ ist visuell ansprechend, doch mehr als durchschnittliches Twist-Gedöns hat der symbolisch stark aufgeladene, mit einer merkwürdigen Message versehene Film dann leider nicht zu bieten. Dass der Verleih das Debüt von Luke Scott nun ohnehin klammheimlich in der Versenkung verschwinden lässt, spricht für sich.


UNDERWORLD: BLOOD WARS | Regie: Anna Foerster | USA 2016

Underworld: Blood Wars

Vampirin und Todeshändlerin Selene (Kate Beckinsale) muss einmal mehr um ihr Leben kämpfen, als sie sich brutalen Attacken des Lykaner-Klans und der sie verratenen Vampire ausgesetzt sieht. Ihr Blut und das ihrer verschwundenen Tochter ist dazu in der Lage, Vampire und Lykaner noch stärker zu machen. Fortan wird sie zur Gejagten und kann sich nicht einmal mehr in ihren eigenen Reihen vor Feinden sicher sein. Zusammen mit ihren einzigen Verbündeten David (Theo James) und dessen Vater Thomas (Charles Dance) gilt es, den ewigen Kampf zwischen Werwölfen und Vampiren ein für alle mal zu beenden, selbst wenn sie dafür das ultimative Opfer bringen muss. Vor allem die verführerische Semira (Lara Pulver) wird für Selene zur alles entscheidenden Bedrohung…

2 von 5

„Underworld: Blood Wars“ bietet Business as Usual innerhalb der bekannten Franchise-Welt. Wem das Bestaunen einprägsamer Kostüme und annehmbarer, hier und da recht blutiger Kampfchoreographien in tristem Einheits-Grau-in-Grau ausreicht, dem sei der fünfte Teil der Reihe ans Herz gelegt, soll sich aber am Ende nicht darüber beschweren, wenn er erkennt, dass das ganze Drumherum eigentlich ganz schön dämlich ist.


DIE HÄNDE MEINER MUTTER |  Regie: Florian Eichinger | DE 2016

Die Hände meiner Mutter

Ein Familientreffen auf einem Schiff wird zum Wendepunkt im Leben des 39-jährigen Ingenieurs Markus (Andreas Döhler). Als sein vierjähriger Sohn Adam von der gemeinsamen Toilettenpause mit Großmutter Renate (Katrin Pollitt) eine kleine Schnittwunde davonträgt, erinnert sich Markus zum ersten Mal daran, was seine Mutter ihm angetan hat, als er selbst noch ein Kind war. Markus und seine Frau Monika sehen sich mit einer undenkbaren Wahrheit konfrontiert, einem Vergehen, das man einer Mutter nicht zugetraut hätte.

Florian Eichingers dritter Spielfilm „Die Hände meiner Mutter“ ist nach „Bergfest“ (2008) und „Nordstrand“ (2013) der letzte Teil einer filmischen Trilogie über die Verstrickungen von Familiengewalt.


MARIE CURIE |  Regie: Marie Noëlle | PL/DE/FR 2016
Marie Curie

Im Jahr 1903 erhält die Wissenschaftlerin Marie Curie als erste Frau gemeinsam mit ihrem Mann Pierre den Nobelpreis für Physik. Doch nur kurze Zeit später verliert sie Pierre durch einen Unfall. In einer von Männern dominierten Welt bahnt sie sich ihren Weg unerschütterlich weiter, setzt ihre Forschungen alleine fort und erhält als erste Frau einen Lehrstuhl an der Pariser Sorbonne. Als sie sich nach Jahren der Trauer in den verheirateten Wissenschaftler Paul Langevin verliebt, löst sie damit jedoch einen Skandal aus. Denn just in dem Moment, als bekannt wird, dass sie ihren zweiten Nobelpreis – nun für Chemie – erhält, veröffentlicht die Pariser Presse Briefwechsel von Marie und Paul, die dessen rachsüchtige Ehefrau weitergegeben hat. Im vollen Glanze ihres beruflichen Ruhms wird die geniale Wissenschaftlerin Marie Curie damit zum Ziel übler Diffamierungen.


DIE HABENICHTSE | Regie: Florian Hoffmeister | DE/UK 2016
Die Habenichtse

Heimkinotipp: GHOSTBUSTERS | Regie: Paul Feige | USA 2016

Ghostbusters

Die angehende Professorin Erin Gilbert wird eines Tages von ihrer Vergangenheit eingeholt, als sie mit einem Buch über paranormale Phänomene konfrontiert wird. Das Problem: Erins Name taucht unter den Autoren auf und eigentlich wollte sie ihre Jahre als Forscherin für übernatürliche Ereignisse vergessen. Als sie Abby Yates , ihre ehemalige beste Freundin und Co-Autorin mit der Veröffentlichung des Buches konfrontiert, gibt diese sich wenig interessiert an den Bedenken der nach Seriösität strebenden Erin. Für einen handfesten Krach haben die beiden Frauen allerdings keine Zeit, als sie zu einem Haus gerufen werden, in dem es spuken soll. Erin, Abby und Abbys Assistentin Jilian stehen schon bald einem riesigen, Schleim speienden Geist gegenüber, der nicht der einzige bleiben wird.
4 von 5

„Ghostbusters“ ist eine spaßige, sich nicht an das weibliche wie männliche Publikum anbiedernde Neuauflage des Achtzigerjahre-Klassikers, der mit charmanten Figuren ebenso besticht, wie mit urkomischen One-Linern und einer virtuosen 3D-Optik. Die Schwachstellen sind indes ein standardisiertes Finale und die Tatsache, dass nicht in alle Figuren gleich viel Herzblut gesteckt wurde. Die von Leslie Jones gespielte Patty bleibt hinter ihren Möglichkeiten zurück.

Ein Lied für Nour

Seit 2002 wirbt RTL damit, die Castingshow „DSDS“ könne Leben verändern und Träume wahr werden lassen. Im Falle von Mohammed Assaf, der 2013 die arabische Version des Formats für sich entscheiden konnte, stimmt das dann auch tatsächlich mal. Das Biopic EIN LIED FÜR NOUR erzählt sein aufwühlendes Schicksal als Mischung aus Feel-Good-Movie und herbem Drama. Wie gelungen das ist, verrate ich in meiner Kritik.Ein Lied für Nou

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