Schlagwort-Archiv: Wim Wenders

Das startet am 2. August 2018

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um den Starttag des 2. August, an dem nichts an „Mission: Impossible – Fallout“ vorbei führt – einen der besten Actionfilme der vergangenen Jahre. Doch als wäre das nicht genug, gibt es mit „Destination Wedding“ und der italienischen Produktion „Zuhause ist es am schönsten“ noch zwei weitere höchst sehenswerte Filme, die entgegen ihres ersten Eindrucks ganz andere Unterhaltung versprechen, als man erwartet. Auch von Wim Wenders gibt’s Neues. „Grenzenlos“ wartet mit Starbesetzung auf, ist allerdings in erster Linie Chaos.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

MISSION: IMPOSSIBLE – FALLOUT | Regie: Christopher McQuarrie | USA 2018

Die Impossible Mission Force (IMF) unter der Leitung von Alan Hunley (Alec Baldwin) erhält den Auftrag, drei auf dem Schwarzmarkt im Umlauf befindliche Kugeln von waffenfähigem Plutonium an sich zu nehmen, um so zu verhindern, dass sie in die Hände der sogenannten „Apostel“ gelangen. Diese wollen mithilfe von drei schweren Atomexplosionen den Untergang der zivilen Gesellschaft hinaufbeschwören. Gemeinsam mit seinen Assistenten Benji (Simon Pegg) und Luther (Ving Rhames) begibt sich Ethan Hunt (Tom Cruise) auf die Suche nach der Beute, wird allerdings schon beim ersten Austausch übers Ohr gehauen. Die CIA-Chefin Erica Sloane (Angela Bassett) macht daraufhin Nägel mit Köpfen und setzt den Agenten August Walker (Henry Cavill) ebenfalls auf die Mission an. Doch damit fangen die Probleme erst an…

In „Mission: Impossible 4“ entlud sich all die aufgestaute Spannung noch darin, dass sich Tom Cruise nur mit eHandschuhen bewaffnet vom höchsten Gebäude der Welt schwang. Für „Mission: Impossible – Fallout“ packt sich Christopher McQuarrie das freigesetzte Adrenalin, nimmt es mal zehn und pumpt es in jede Sekunde eines Films, der mit sämtlichen Actionfilmen der vergangenen Jahre den Boden aufwischt.


DESTINATION WEDDING | Regie: Victor Levin | USA 2018

72 Stunden im Paradies wären wunderbar – wenn diese Hochzeit nicht wäre, auf der zwei grundverschiedene Zeitgenossen eingeladen sind. Dort treffen Frank (Keanu Reeves) und Lindsay (Winona Ryder) erstmals aufeinander. Sie haben vieles gemeinsam: Beide hassen die Braut, auch den Bräutigam, die Hochzeit, sich selber und – was bald klar wird – vor allem den jeweils anderen. Das unerbittlich harmonische Unterhaltungsprogramm des mehrtägigen Festes lässt sie immer wieder aufeinanderprallen. Doch unweigerlich steigt mit jedem Streit die gegenseitige Sympathie, die Anziehung zwischen den beiden ist nur schwer zu ignorieren, denn mit ihrer Antipathie haben die beiden wiederum viel gemeinsam. Und so müssen Frank und Lindsay eine Entscheidung treffen: für die aufkeimende Liebe – oder den gesunden Menschenverstand. 

 In der antiromantischen Komödie „Destination Wedding“ brillieren Winona Ryder und Keanu Reeves als streitsüchtiges Pärchen wider Willen. Die hervorragenden Dialoge und ein herausragendes Gespür für Timing erledigen den Rest – der Geheimtipp des Sommers!


ZUHAUSE IST ES AM SCHÖNSTEN | Regie: Gabriele Muccino | IT 2018

Alba und Pietro wollen Goldene Hochzeit feiern und laden die komplette Familie in ihr wunderschönes Haus auf Ischia ein. Doch in ihrer Vorfreude haben sie das Temperament ihrer Familie unterschätzt: Ihr Sohn Carlo muss die Eifersucht seiner Frau Ginevra ertragen, die große Szenen macht, weil auch seine Ex zum Fest geladen ist. Schwiegersohn Diego denkt ständig an seine Geliebte in Paris, während seine arglose Frau Sara ihn mit allen Mitteln zu bezirzen versucht. Und Albas bindungsscheuer Lieblingssohn Paolo flüchtet sich in eine romantische Affäre mit seiner reizenden Cousine Isabella. Während Alba die Idylle aufrechtzuerhalten sucht, kann Pietro es kaum erwarten, bis die verrückte Verwandtschaft mit der Fähre wieder verschwindet. Als dann ein Sturm über die Insel fegt und die illustre Gesellschaft an der Abreise hindert, ist das Chaos perfekt. 

Entgegen des seichten Titels ist „Zuhause ist es am schönsten“ ein herausragend gespielter und minimalistisch inszenierter Familienreigen, der innerhalb von noch nicht einmal zwei Stunden die ganz großen Dramen des zwischenmenschliches Beisammenseins abhandelt.


GRENZENLOS | Regie: Wim Wenders | DE/USA/FR/ESP 2017

Die Biomathematikerin Danny Flinders und der britische Geheimdienstmitarbeiter James More treffen sich durch Zufall in einem abgelegenen Hotel in der Normandie, wo sich jeder für sich auf eine gefährliche Mission vorbereitet. Sie verlieben sich fast schon gegen ihren Willen, aber erkennen schnell, dass sie füreinander die Liebe ihres Lebens sind. Kurz nach dem Abschied führt es James nach Somalia. Dort hat er den Auftrag, eine Organisation aufzuspüren, die Selbstmordattentäter nach Europa entsendet. Danny dagegen arbeitet an einem Tiefsee-Tauchprojekt mit, um ihre Theorie über den Ursprung des Lebens auf unserem Planeten zu belegen. Bald schon trennen sie Welten voneinander. James wird von Dschihadisten gefangen genommen und hat keine Möglichkeit, mit Danny Kontakt aufzunehmen, während sie in einem Tauchboot den Meeresgrund erforschen will…

Erzählerisch ist „Grenzenlos“ ganz großes Chaos, das der komplexen Romanvorlage zu keinem Zeitpunkt gerecht wird. Aber nicht nur Alicia Vikander und James McAvoy füllen dieses Chaos mit Leidenschaft, auch der Inszenierung selbst ist anzumerken, dass Wim Wenders aller Kritik zum Trotz noch lange nicht zum alten Eisen gehört.


EGAL WAS KOMMT | Regie: Christian Vogel | DE 2018

Christian Vogel ist 34 Jahre alt, als er sich seinen Herzenswunsch erfüllt: Einmal die Erde auf dem Motorrad umrunden. Er kündigt die Wohnung und hängt seinen Job als Fernsehjournalist an den Nagel. Gerade erst frisch verliebt, fällt der Abschied dann besonders schwer. Wie lange er seine Freundin und seine Familie nicht sehen wird, ist ungewiss. Am 19. Mai 2015 beginnt der Aufbruch ins Unbekannte. Vor ihm liegt eine Route, die unter anderem durch die USA, Kanada und Russland führt. Auch China, die Mongolei, Pakistan, Indien und der Iran werden von ihm durchquert. Die Reise birgt nicht nur spektakuläre Momente und unvergessliche Erlebnisse, sondern auch immense Gefahren. Immer wieder sind es hilfsbereite Menschen, die Christian Vogel in vermeintlich ausweglosen Situationen zur Seite stehen und ihn seinem Ziel näherbringen. 

„Egal was kommt“ haftet zu sehr an seinem Regisseur und Protagonisten, der zugleich zu sehr davor zurückscheut, sich vor der Kamera seelisch zu entblößen, um emotional zu fesseln oder mit seiner Informativität zu bestechen. Einzelne Passagen sind aber aussagekräftig genug, als dass die etwas mehr als zwei Stunden Filmzeit völlige Verschwendung wären.


PRINZ CHARMING | Regie: Ross Venokur | USA/CAN 2018

Prinz Charming wurde als Baby verflucht: Jede Frau, die in seine Augen blickt, soll sich auf der Stelle unsterblich in ihn verlieben! Somit hinterlässt der Prinz schon in jungen Jahren eine Schneise aus liebeskranken Frauen und ihren verschmähten Liebhabern, die verärgert schwören, Chaos über das ganze Königreich zu bringen. Prinz Charmings erzürnter Vater, König Charming, stellt seinem Sohn daraufhin ein Ultimatum: Entweder findet er vor seinem 21. Geburtstag die einzig wahre Liebe und hebt damit den Fluch auf, oder er verliert seinen Anspruch auf den Thron! Dass der Prinz sich gerade gleichzeitig mit Aschenputtel, Dornröschen und Schneewittchen verlobt hat, macht die Sache nicht gerade leichter…

Der Produzent von SHREK präsentiert mit „Prinz Charming“ einen respektlos-witzigen Animationsfilm über einen jungen Prinzen mit unwiderstehlicher Anziehungskraft.


Heimkinotipp: THE FLORIDA PROJECT | Regie: Sean Baker | USA 2017

Orlando, Florida, in der Nähe des Freizeitparks Disney World: Moonee (Brooklynn Prince) ist erst sechs Jahre alt und hat bereits ein höllisches Temperament. Nur wenige Meilen entfernt vom Eingang zu Disneyworld wächst sie in „The Magic Castle Motel“ an einem vielbefahrenen Highway auf. Ihre frühreifen Streiche scheinen Halley (Bria Vinaite), ihre sehr junge Mutter, kaum zu beunruhigen. Da, wie bei allen Bewohnern des Motels “Magic Castle“, ihre finanzielle Lage nicht gerade rosig ist, ist sie gezwungen, auf mehr oder weniger anständige Weise ihre wilde Tochter und sich selbst durchs Leben zu hieven. Moonee und ihre gleichaltrigen Freunde erklären derweil unter den wachsamen Augen des Motelmanagers Bobby (Willem Dafoe) die Welt um sich herum zu einem großen Abenteuerspielplatz…

„The Florida Project“ ist nach „Tangerine LA“ die zweite authentische Milieustudie von Sean Baker über eine vergessene Community am Rande der Gesellschaft, die vor allem durch die eingenommene Erzählperspektive der jungen Hauptdarstellerin an Brisanz und Emotionalität gewinnt.

Das startet am 14. Juni 2018

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um den Starttag des 14. Juni, der die blockbusterfreie Zeit einläutet und mit dem Horrordrama „Hereditary“ einen der besten Filme dieses Jahres zu bieten hat. Dieses Monster sollte sich wirklich keiner entgehen lassen, der nicht völlig zart besaitet ist! Auch das britische Drama „Vom Ende einer Geschichte“ gefällt in seiner ambitionierten Erzählung und dürfte all jene zufriedenstellen, die mit Grusel nichts am Hut haben. Während ein paar durchschnittliche Vielleicht-vielleicht-auch-nicht-Produktionen mal mehr und mal weniger überzeugen, sollte man um den furchtbaren „Das ist erst der Anfang“ derweil einen großen Bogen machen. 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

HEREDITARY – DAS VERMÄCHTNIS | Regie: Ari Aster | USA 2018

Familie Graham führt ein beschauliches Leben: Annie Graham (Toni Collette) ist eine liebevolle Mutter und Künstlerin, die kleine Miniaturmodelle ihrer Umgebung baut. Sie lebt zusammen mit ihrem Mann Steve (Gabriel Byrne) und den beiden Kindern Peter (Alex Wolff) und Charlie (Milly Shapiro) etwas abgelegen am Waldrand. Als Annies Mutter Ellen, das Oberhaupt der Familie, stirbt, muss sich die Familie nicht bloß mit ihrer Trauer abfinden, sondern auch mit mysteriösen und grauenhaften Ereignissen auseinandersetzen. Nach und nach kommen die furchterregenden Geheimnisse ihrer Vorfahren ans Licht. Für Annie, Steve, Peter und Charlie beginnt plötzlich ein Wettlauf gegen ihr dunkles und unheilvolles Schicksal, welches ihre Ahnen ihnen hinterlassen haben, doch dafür ist es eigentlich schon zu spät…

Man könnte lange drumherum reden, relativieren und sich an Kleinigkeiten der Haarspalterei hingeben. Doch je länger man das versucht, desto mehr wird einem bewusst, dass Ari Aster mit „Hereditary – Das Vermächtnis“ einen Film abgeliefert hat, der sich im Großen und Ganzen mit keinem anderen vergleichen lässt. Im Jahr 2018, in dem man eigentlich schon alles gesehen haben dürfte, lässt das nur einen Schluss zu: „Hereditary“ ist einer der besten Horrorfilme aller Zeiten!


VOM ENDE EINER GESCHICHTE | Regie: Ritesh Batra | UK 2017

Tony Webster (Jim Broadbent) ist glücklich geschieden und lebt ein zurückgezogenes, ereignisloses Leben. Vor vielen Jahren waren er und die schöne Studentin Veronica ein Paar, bis sie sich damals überraschend für seinen besten Freund Adrian entschied. Was nach dessen Selbstmord aus seiner großen Liebe wurde, hat er nie herausgefunden. Doch die unerwartete Erbschaft von Adrians Tagebuch, das sich im Besitz von Veronicas Mutter Sarah befand, stellt plötzlich sein ganzes Leben auf den Kopf und weckt ungeahnte Zweifel an den vermeintlich sicheren Tatsachen der eigenen Biografie. Als er sich nach all den Jahren mit Veronica (Charlotte Rampling) trifft, erhofft er sich Aufklärung über das, was damals tatsächlich geschah. Und je tiefer Tony in seiner Vergangenheit gräbt, desto mehr beginnt er, sein bisheriges Leben infrage zu stellen… 

„The Lunchbox“-Regisseur Ritesh Batra erweckt mit seiner Arbeit den vermeintlich unverfilmbaren Roman „Vom Ende einer Geschichte“ zum Leben. Das Ergebnis ist ein stark gespieltes, clever erzähltes Drama, das trotz einiger Holprigkeiten mitreißt und berührt.


OVERBOARD  | Regie: Rob Greenberg | USA 2018

Leonardo ist ein egoistischer, verwöhnter, reicher Frauenheld aus Mexikos reichster Familie, Kate eine hart arbeitende alleinerziehende Mutter von drei Kindern, die angeheuert wird, um Leonardos Luxus-Yacht nach einer Party sauber zu machen. Nachdem Leonardo Kate ungerechter Weise feuert und sich weigert, sie zu bezahlen, fällt Leonardo im Feierrausch von Bord und wacht ohne Erinnerungen an der Küste Oregons auf. Kate taucht im Krankenhaus auf und überzeugt Leonardo, dass sie verheiratet sind und schickt ihn aus Rache zur Arbeit – zum ersten Mal in seinem Leben. Obwohl er zu Beginn sehr überfordert und unbeholfen agiert, findet er sich in seinem neuen Leben langsam zurecht. Mit der Zeit verdient er sich den Respekt seiner „Familie“ und Kollegen. Aber kann die neue Familie Bestand haben, wenn Leonardos Milliardärs-Familie nach ihm sucht und sein Gedächtnis jederzeit zurückkehren kann?  

„Overboard“ ist ein qualitatives Auf und Ab. Die Komödie beginnt nervtötend, wird im Mittelteil richtig herzlich und endet auf einer soliden Note. In erster Linie ist der Film aber ohnehin ein beeindruckendes Bewerbungsvideo für den hierzulande noch viel zu unbekannten Eugenio Derbez.


DIE BRILLANTE MADEMOISELLE NEILA | Regie: Yvan Attal | FR 2017

Neïla Salah hat es geschafft. Sie wurde an der renommierten Pariser Assas Law School angenommen und ist auf dem Weg, sich endlich ihren großen Traum zu erfüllen und Anwältin zu werden. Doch schon am ersten Tag läuft alles schief. Neïla kommt zu spät. Ausgerechnet zur Vorlesung von Professor Pierre Mazard , der für sein provokantes Verhalten und seine verbalen Ausfälle bekannt ist. In seiner so gar nicht politisch-korrekten Art nimmt er die junge Studentin vor versammeltem Hörsaal aufs Korn. Doch diese Begegnung bleibt nicht ohne Folgen. Mazard wird von der Universitätsleitung vor die Wahl gestellt: Entweder er verlässt die Uni oder er glättet die Wogen, indem er Neïla hilft, einen prestigeträchtigen Rhetorikwettbewerb zu gewinnen. Neïla ist alles andere als begeistert über das unerwartete Engagement – schließlich könnten sie und der zynische, elitäre Professor nicht unterschiedlicher sein… 

Die französische Tragikomödie „Die brillante Mademoiselle Neila“ ist lange Zeit eine charmante Geschichte über die Annäherung zweier grundverschiedener Persönlichkeiten, garniert mit jeder Menge Hintergrundwissen über die Funktionalität von Rhetorik. Im letzten Drittel nimmt der Film dann aber eine Wendung, die sehr zu Lasten von Glaubwürdigkeit und Authentizität geht.


PAPST FRANZISKUS – EIN MANN SEINES WORTES | Regie: Wim Wenders | CH/VAT/IT/DE/FR 2018

Im Zentrum dieses Porträts stehen die Gedanken des Papstes Franziskus, alle ihm wichtigen Themen, aktuelle Fragen zu globalen Herausforderungen und sein Reformbestreben innerhalb der Kirche. Das visuelle Konzept des Filmes lässt den Zuschauer mit dem Papst von Angesicht zu Angesicht sein. Ein Gespräch zwischen ihm und der Welt entsteht. Papst Franziskus teilt seine Vision einer Kirche, die von tiefer Sorge um die Armen geprägt ist, spricht über Umweltfragen, soziale Gerechtigkeit und sein Engagement für Frieden an den Kriegsschauplätzen dieser Welt und zwischen den Weltreligionen. In einer Zeit, in der das Misstrauen gegenüber Politikern groß ist und in der Lügen, Korruption und „alternative Fakten“ unser Leben bestimmen, bringt uns der Film einen Mann näher, der lebt, was er predigt, und dem die Menschen aller Glaubensrichtungen, aus aller Welt und aus unterschiedlichsten Kulturen ihr Vertrauen schenken. 

Wim Wenders erzählt in seiner Dokumentation „Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes“ in erster Linie von der Bedeutung seiner Hauptfigur für seine Anhänger und über Kirchengrenzen hinaus. Der Einblick in das Wirken und Schaffen des Papstes gerät abwechslungsreich und beeindruckend, doch ein wenig mehr Offenheit für Kritik an der Person hätte dem Film gut getan.


DAS IST ERST DER ANFANG  | Regie: Ron Shelton | USA 2017

Duke Diver liebt seinen Job als Manager des luxuriösen Resorts Villa Capri im kalifornischen Palm Springs. Seine Vergangenheit mag zwar nicht astrein sein. Aber wenn es darum geht, das Leben der gutgelaunten Bewohner der Villa zu einer einzigen großen Party zu machen, ist er unschlagbar. Seine Schützlinge fühlen sich im wahrsten Sinne des Wortes als „Best Ager“: Er flirtet mit den Damen, pokert mit den Herren, und auf dem Golfplatz ist er sowieso der Größte. Dieses sonnige Gleichgewicht des dolce-far-niente gerät aus den Fugen, als Leo in die Villa einzieht. Der Ex-Militär und erfolgreiche Geschäftsmann entpuppt sich nicht nur als Charmebolzen, sondern obendrein als exzellenter Golfer! Plötzlich ist Dukes Position gefährdet, und der Machtkampf zwischen den männlichen Alphatieren eröffnet. Wer ist in Zukunft die Nummer Eins? Und wer kann bei der unerwartet auftauchenden, mysteriösen und äußerst reizvollen Suzie punkten? 

Die eineinhalb Stunden von „Das ist erst der Anfang“ fühlen sich so an, als sähe man Morgan Freeman und Tommy Lee Jones beim Untergang zu. Die beiden Darsteller schlafwandeln sich durch ein totlangweiliges Skript, was dazu führt, dass diese Komödie zu keinem Zeitpunkt lustig ist.


STERNENJÄGER – ABENTEUER NACHTHIMMEL  | Regie: Christian Schidlowski u.A. | DE 2018

Der ungetrübte Blick in den Sternenhimmel ist im Zeitalter extensiver Beleuchtung nur in den entlegensten Gegenden möglich. Die international renommierten Astrofotografen zieht es an Orte, an denen das Licht unserer Zivilisation die Sterne nicht verblassen lässt: Sie gehen auf die Jagd nach Meteoritenschauern in den australischen Outbacks, sie reisen auf der Iceroad zu den Polarlichtern Nordkanadas, in die Atacama Wüste und auf die Hochebenen bis über 5000 Meter nach Chile. Weitere Expeditionen führen sie ins winterliche Norwegen auf der Suche nach geheimnisvollen Lichtern und zur totalen Sonnenfinsternis auf die indonesischen Molukken. Auf ihren Reisen treffen die Fotografen auf die Ureinwohner der Regionen und erfahren viel über die Bedeutung des Sternenhimmels in deren Kultur, müssen aber auch immer wieder mit vielen Hindernissen und Widrigkeiten kämpfen und verbringen Nächte in der Wildnis.


Heimkinotipp: THE DISASTER ARTIST | Regie: James Franco | USA 2017

Es gibt verschiedene Wege, um eine Legende zu werden! Das beste Beispiel dafür ist Tommy Wiseau, zum damaligen Zeitpunkt der schlechteste Filmemacher aller Zeiten, der diesen Status bis heute nicht losgeworden ist. Von Schauspielschulen abgelehnt, beschließt der gebürtige Pole Anfang der Zweitausenderjahre, gemeinsam mit seinem besten Freund Greg – ebenfalls hoffnungsloser Schauspieler –, selbst einen Film zu drehen. Er schreibt das Drehbuch zu „The Room“, organisiert ein Filmteam und beginnt, zu drehen. Doch während dieser Zeit kommt es nicht bloß zu Auseinandersetzungen zwischen Tommy und der Crew, auch seine Freundschaft mit Greg wird auf eine harte Probe gestellt. Am Ende wird „The Room“ als miesester Film aller Zeiten in die Geschichte eingehen – und einen Kult auf den Weg bringen, den bis heute keiner so richtig versteht. 

Mit „The Disaster Artist“ verneigt sich James Franco vor der Leidenschaft am Filmemachen und erzählt eine – im wahrsten Sinne des Wortes – zum Brüllen komische Geschichte darüber, wie es ist, seinen Träumen zu folgen, selbst wenn Niemand an einen glaubt.

Verlosung: Der Himmel über Berlin

Wim Wenders‘ unvergleichliches Meisterwerk DER HIMMEL ÜBER BERLIN von 1987 erscheint in einer aufwendig in 4K restaurierten Fassung, die auf der Berlinale 2018 ihre Weltpremiere feierte. Unvergesslich bleiben nicht nur die eindrucksvollen Bilder des geteilten Berlins von Kameramann Henri Alekan und das außergewöhnliche Drehbuch aus der Feder von Peter Handke, sondern auch die Musik von Nick Cave, der im Film selbst bei einem Live-Auftritt zu sehen ist. DVD und Blu-ray erscheinen einzeln sowie als Doppelpack in der limitierten Collector’s Edition, die wir in Kooperation mit ARTHAUS Home Entertainment je einmal als DVD und Blu-ray verlosen. Was Ihr tun müsst, um einen dieser Preise abzustauben, erfahrt Ihr weiter unten in diesem Posting.

Der Engel Damiel (Bruno Ganz) wandelt in Begleitung seines himmlischen Kollegen Cassiel (Otto Sander) durch das geteilte Berlin. Sie blicken auf eine Welt in Schwarz-Weiß. Auf der Suche nach Gefühlen wie Sehnsucht und Leidenschaft träumt Damiel von der wahrhaftigen, irdischen Existenz, die einzig den Menschen vorbehalten ist. Als er sich in die Trapezkünstlerin Marion (Solveig Dommartin) verliebt, wagt er den Schritt in die Sterblichkeit und erlebt die Welt in neuen Farben …

„Der Himmel über Berlin“ gilt als Klassiker des deutschen Autorenkinos und wurde mehrfach international prämiert, u.a. 1987 in Cannes mit der Goldenen Palme für die Beste Regie und 1988 mit dem Deutschen, dem Bayerischen und dem Europäischen Filmpreis. 1993 schuf Wenders gemeinsam mit den Hauptdarstellern Bruno Ganz, Solveig Dommartin und Otto Sander eine Fortsetzung des Films mit dem Titel „In weiter Ferne, so nah“.

Im Zuge der digitalen Restaurierung von „Der Himmel über Berlin“ in 4K durch die Wim Wenders Stiftung wurden auch die Magnettonbänder der originalen englisch-deutsch-französischen Fassung restauriert und die Mischung auf einen heute üblichen 5.1 Standard gebracht. Dabei wurde auch die Fassung mit MARIONs Gedankenstimme auf Deutsch ebenfalls erstmals in 5.1 zur Verfügung gestellt. Die Schauspielerin Solveig Dommartin hatte diese für die deutsche Kinofassung 1987 selbst eingesprochen. Diese Fassung war bisher auf keinem digitalen Medium verfügbar und ist Wenders’ bevorzugte Sprachfassung.

Ihr wollt ihn Euch den restaurierten Klassiker „Der Himmel über Berlin“ auf keinen Fall entgehen lassen? Dann müsst Ihr nichts weiter tun, als den zu dieser Verlosung gehörenden Facebook-Beitrag zu kommentieren. Da sich Wessels-Filmkritik.com immer über neue Follower freut, ist diese Verlosung ausschließlich für meine Facebook-Freunde und Twitter-Follower bestimmt. Einfach Fan werden – schon habt Ihr die Chance auf einen Gewinn! Nach Teilnahmeschluss am 3. Juni 2018 um 23:59 Uhr wähle ich via Zufallsverfahren den Gewinner oder die Gewinnerin aus und schreibe ihn oder sie über eine Privatnachricht an. Checkt nach Ablauf der Verlosung bitte unbedingt Eure Postfächer, da der Gewinn nach einer Woche ohne Rückmeldung verfällt. Nach Abschluss werden selbstverständlich alle personenbezogenen Daten gelöscht und ihr habt bei der nächsten Verlosung wieder eine neue Chance, zu gewinnen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Der Gewinn kann nicht ausgezahlt werden. Viel Glück!

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