Schlagwort-Archiv: Enrique Gato

Das startet am 11. Januar 2018

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um den Starttag des 11. Januar 2018, an dem Liam Neeson in seiner Paraderolle des bewaffneten Rächers den besten Start erwischen dürfte. Doch auch der zweimalig als Event gestartete Anime „Your Name“ könnte sich aufgrund einer recht großen Anime-Community als Erfolg erweisen. Der neue Woody Allen dürfte aufgrund schlechter Publicity und miserabler Mundpropaganda dagegen kaum etwas reißen. Alles in allem ein recht schwächer Starttag. 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

YOUR NAME  | Regie: Makoto Shinkai | JP 2016

Mitsuha lebt gemeinsam mit ihrer kleinen Schwester Yotsuha bei ihrer Großmutter in einer ländlichen Kleinstadt Japans. Insgeheim beklagt sie ihr abgeschiedenes Dasein in der Provinz und wünscht sich ein aufregendes Leben in der Großstadt. Taki würde sich freuen, so beschaulich aufzuwachsen, denn er wohnt in der Millionen-Metropole Tokio, verbringt viel Zeit mit seinen Freunden und jobbt neben der Schule in einem italienischen Restaurant. Eines Tages scheint Mitsuha einen Traum zu haben, in dem sie sich als Junge in Tokio wiederfindet. Parallel macht Taki eine ähnliche Erfahrung: Er findet sich als Mädchen in einer Kleinstadt in den Bergen wieder, wo er noch nie zuvor war. Doch wie kommt es zu dieser schicksalhaften Verstrickung und welches Geheimnis verbirgt sich wirklich hinter den Träumen der beiden Teenager? 

„Your Name“ ist eine regelrechte Wundertüte an kreativen Einfällen, die so unverhohlen auf das Publikum losgelassen werden, dass am Ende kaum ein Augen trocken bleiben dürfte.


THE COMMUTER | Regie: Jaume Collet-Serra | UK/USA 2018

Seit 10 Jahren pendelt der Versicherungsmakler Michael MacCauley (Liam Neeson) jeden Tag aus seinem beschaulichen Vorort nach Manhattan und zurück. Doch als er nach einem harten Tag mal wieder in den ewig gleichen Zug einsteigt, ist alles anders. Die Fremde Joanna (Vera Farmiga) setzt sich zu ihm und verspricht ihm eine hohe Belohnung, wenn er für sie einen ganz bestimmten Passagier findet, der etwas sehr Wertvolles zu transportieren scheint. Michael erhält nur zwei Hinweise: Einen falschen Namen und den Zielbahnhof des Unbekannten. Als er zögert, macht Joanna ihm unmissverständlich klar: Sie hat nicht nur das Leben der Passagiere in ihrer Hand, sondern auch das von Michaels Familie. Michael ist Teil einer kriminellen Verschwörung geworden. Er kann nur mitspielen, oder einen Ausweg finden – und ihm bleibt nur eine Stunde Zeit.

Nicht innovativ, aber effektiv – Mit „The Commuter“ setzt Jaume Collet-Serra die Konstanz innerhalb seiner Arbeit fort und liefert einen zwar weitgehend generischen, dafür unterhaltsamen Actionthriller mit einem charismatisch aufspielenden Liam Neeson, einigen hübschen Twists, diversen falschen Fährten und einer chicen Optik.


WONDER WHEEL  | Regie: Woody Allen | USA 2017

Die emotional instabile Ex-Schauspielerin Ginny (Kate Winslet) jobbt in einem Meeresfrüchte-Imbiss und ist unglücklich mit Humpty (Jim Belushi) verheiratet, der auf Coney Island ein Karussell betreibt. Der attraktive junge Rettungsschwimmer Mickey (Justin Timberlake) träumt derweil von einer Karriere als Bühnenautor, während sich Humptys seit Langem getrennt lebende Tochter Carolina (Juno Temple) bei ihm vor einer Gangsterbande versteckt. Ginnys und Mickeys Wege kreuzen sich eines Tages, als die traurige Frau am Strand die Aufmerksamkeit des smarten Verführers auf sich zieht. Doch während er leidenschaftlich für Ginny schwärmt und die beiden sogar eine Affäre beginnen, hat Carolina ein Auge auf Mickey geworfen, der sich dem Charme der jungen Frau nur schwer entziehen kann… 

Woody Allen bräuchte nicht einmal den Skandal um seine Person, um negative Resonanz zu seinem neuesten Werk zu erhalten. Die theaterhafte Tragikomödie „Wonder Wheel“ ist trotz der berauschenden Kulisse eine redselige Schlaftablette.


TAD JONES UND DAS GEHEIMNIS VON KÖNIG MIDAS  | Regie: Enrique Gato | ESP 2017

Der liebenswerte Tad Stones verdient seine Brötchen als Bauarbeiter, träumt aber seit seiner Kindheit davon, als Archäologe und Schatzjäger die Welt zu erkunden. Die Aufregung ist groß, als ihn eines Tages die renommierte Archäologin und sein heimlicher Schwarm Sara Lavroff bittet, ihr bei der Lösung des geheimnisvollen Rätsels um die Halskette von König Midas zu helfen. Doch dann wird während der Mission Sara plötzlich vor Tads Augen von dem zwielichtigen Millionär Jack Rackham entführt, der mit ihrer Hilfe in den Besitz der rätselhaften Kette kommen möchte.

Mit vereinten Kräften treten Tad, sein Hund Jeff, Saras Assistentin Tiffany und die tollpatschige Mumie den Wettlauf gegen die Zeit an und begeben sich auf eine spannende Verfolgungsjagd, um Sara und die Halskette aus den Händen von Fiesling Rackham zu befreien …


EIN WEG  | Regie: Chris Miera | DE 2017

Ein kleiner beschaulicher Ort in Thüringen. Andreas‘ Tischlerwerkstatt läuft wieder gut und Martin ist beruflich nicht mehr so viel unterwegs wie früher. Sohn Max ist aus dem Haus. Endlich haben die beiden wieder mehr Zeit für sich und fahren im November an die Ostsee – wie sie es früher immer gemacht haben. Doch Martin ist unzufrieden: Das Wetter ist schlecht und er wäre doch lieber zu Hause geblieben. Andreas reißt sich die Kleider vom Leib und schmeißt sich in das kalte Meer. Voller Sorge versucht Martin, ihn zurückzuziehen und schluckt das salzige Wasser, als er stolpert. Zurück in ihrem Ferienhaus ist die Stimmung von den unterschiedlichen Erwartungen gestört. Eine behutsame Annäherung an die Spuren einer langen Beziehung.

„Ein Weg“ erzählt die Liebe zweier Menschen. Nicht wie sie zusammen kommen, nicht eine Phase, die sie durchleben, sondern all ihre gemeinsame Zeit.


JULIAN SCHNABEL – A PRIVATE PORTRAIT  | Regie: Pappi Corsicato | USA/IT 2017

Extravaganz, Provokation und Genie sind nur einige der Schlagworte, die immer wieder im Zusammenhang mit Julian Schnabel fallen. Pappi Corsicato blickt in seinem Porträt hinter die Fassade des prominenten Malers und Filmemachers und offenbart den Menschen hinter dem Künstler. Schnabel öffnet sein privates Archiv, spricht über seine Anfänge als Künstler, die skandalträchtige New Yorker Kunstszene der 1980er Jahre und über künstlerische wie persönliche Krisen wie den Tod seines engen Freundes Lou Reed. Auch Schnabels Familie, Freunde und langjährige Wegbegleiter wie Al Pacino, Willem Dafoe, Bono und Emmanuelle Seigner kommen zu Wort.

„Julian Schnabel – A Private Portrait“ zeigt dem Zuschauer einen Menschen, der mehr ist als das oft beschworene Enfant terrible: Krisengerüttelter Künstler.


Heimkinotipp: KILLER’S BODYGUARD  | Regie: Patrick Hughes | NED/CN/BG/USA 2017

Michael Bryce ist der weltbeste Sicherheitsagent und Personenschützer und wird als solcher ausgerechnet dafür engagiert, den berühmt-berüchtigten Auftragskiller Darius Kincaid zu beschützen, mit dem er bereits mehr als einmal beruflich zu tun hatte. Kincaid soll vor einem internationalen Gerichtshof gegen den verbrecherischen, osteuropäischen Diktator Vladislav Dukhovich (Gary Oldman) aussagen. Doch dazu muss er rechtzeitig und unversehrt dort eintreffen, was Dukhovich natürlich mit allen Mitteln verhindern will. Die beiden Männer waren zwar jahrelang Feinde und haben unzählige Male versucht, sich gegenseitig zu töten, aber jetzt müssen sie wohl oder übel zusammenarbeiten, um innerhalb von 24 Stunden zu der Gerichtsverhandlung zu kommen. Der Beginn eines haarsträubenden Abenteuers…

Die Idee hinter „Killer’s Bodyguard“ ist clever, die beiden perfekt aufeinander eingespielten Hauptdarsteller machen Spaß und die Action punktet größtenteils mit Kreativität und Einfallsreichtum. Inhaltlich bietet die Actionkomödie jedoch nicht allzu viel Neues, während die hier und da hervorstechenden Mängel in der technischen Ausfertigung schon stark irritieren.

Meine Filmflops 2016 – Die Plätze 20 bis 11

Es ist wieder soweit: Das Jahr ist fast vorbei und es ist Zeit, auf die vielen Filme der vergangenen 12 Monate zurückzublicken. Getreu dem Sprichwort „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!“ widme ich mich zunächst meinen ganz persönlichen Hassfilmen 2016. Hier ist der Name Programm! Im Folgenden geht es nicht darum, welche Filme von Januar bis Dezember die objektiv schwächste Qualität aufwiesen. Es geht ganz allein darum, welche Filme bei mir persönlich die größte Antipathie hervorgerufen haben. Es ist also gut möglich, dass auf den Plätzen zwanzig bis eins der eine oder andere ordentliche Streifen dabei ist, der mir persönlich aber eben überhaupt nicht zugesagt hat. Und weil ich mich sonst immer darin bemühe, persönliche Meinungen so weit wie möglich zurück zu halten, ziehe ich in meiner Flopliste auch diesmal ein wenig überspitzter vom Leder als sonst. In diesem Sinne: Viel Spaß auf diesem Streifzug durch das filmische Grauen 2016.

Zur Auswahl standen 250 von mir gesichtete Filme, die im Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016 im Kino erschienen sind oder in dieser Zeit auf Filmfestivals vorgeführt wurden. Direct-to-DVD-Produktionen wurden dabei nicht berücksichtigt!

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Das startet am 9. Juni 2016

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 09. Juni, der noch einmal mit einer Unmenge an neuen Filmstarts auftrumpft und seine besonders starken Produktionen einmal mehr im Programmkino versteckt. Das deutsche Coming-of-Age-Drama „Rockabilly Requiem“ schwankt zwischen musikalischer Selbstfindungsgeschichte und hartem Familiendrama, in „Sky“ darf Diane Kruger durch den Westen der USA reisen, für Fans des skandinavischen Thrillerkinos halten die Lichtspielhäuser den neuen Jussi-Adler-Olsen-Film parat und wer auf Starpower setzt, greift zu „In ihren Augen“ mit Julian Roberts, Nicole Kidman und Chiwetel Ejiofor. Doch das ist noch längst nicht alles – dieser Tage muss man höllisch aufpassen, nicht in einer weniger gelungenen Produktion zu landen, daher empfiehlt es sich, die heutige Kinovorschau bis zum Schluss zu lesen.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

ROCKABILLY REQIUEM | Regie: Till Müller-Edenborn | DE 2016

Rockabilly Reqiuem

BRD 1982: Hubertus (Ben Münchow) und Sebastian (Sebastian Tiede) wollen niemals so werden wie ihre Väter. Die Musik und ihre gemeinsame Liebe zu Punkprinzessin Debbie (Ruby O. Fee) sind die einzigen Möglichkeiten, dem Mief von Bohnerwachs und Spießigkeit zu entkommen. Als eine coole Rockabilly-Band nach einer Vorband für ihre Tournee sucht, ist klar: Das ist die Chance, allen Zwängen zu entfliehen! Doch Hubertus’ Vater (Alexander Hauff) versucht alles, um die musikalischen Gehversuche seines Sohnes zu verhindern. Als sie zum Vorspielen eingeladen werden, eskaliert die Situation und die Jugendlichen stehen vor der größten Herausforderung ihres Lebens. Sie müssen feststellen, dass sie sich schon lange nicht mehr auf die Unterstützung der vermeintlich Erwachsenen vertrauen können…  4 von 5

Wer mit „Rockabilly Reqiuem“ einen musikalischen Streifzug durch die Zeit von Elvis und Co. erwartet, wird trotz eines fetzigen Soundtracks enttäuscht. Stattdessen gelingt Till Müller-Edenborn mit seinem Langfilmdebüt ein mit der Zeit immer tragischeres Familiendrama, dessen unberechenbare Entwicklung in ein höchst niederschmetterndes Finale mündet, das noch lange nachhallt.


SKY: DER HIMMEL IN MIR | Regie: Fabienne Berthaud | FR/DE 2015

Sky: Der Himmel in mir

Romy (Diane Kruger) fühlt sich zum ersten Mal seit langer Zeit frei und offen für die Möglichkeiten, die vor ihr liegen. Während eines Urlaubs im Westen der USA hat sie Ihre Ehe nach einem heftigen Streit mit ihrem Mann beendet und beschlossen die Reise allein fortzusetzen. Sie trampt durch die sonnendurchtränkten Wüstenlandschaften Nevadas ins bunte, schrille Las Vegas. In einem Casino lernt sie den rauen, einzelgängerischen Ranger Diego kennen und verbringt eine leidenschaftliche Nacht mit ihm. Als sie eine Nachricht mit seiner Adresse erhält, begibt sie sich spontan auf den Weg zu ihm. In dem entlegenen Ort in der Wüste findet sie einen neuen Teil von sich selbst und etwas nachdem sie sich lange schon gesehnt hat.
4 von 5

Ob aufbrechende Rebellion einer starken Frau oder feige Flucht eines wehleidigen Opfers: Mit „Sky: Der Himmel in mir“ erzählt Fabienne Berthaud die ambivalente Geschichte einer interessanten Persönlichkeit, die mehr kann, als in wunderschönen Wüstenpanoramen zu schwelgen. Zwischen melancholisch und urkomisch balancierend, wird Hauptdarstellerin Diane Kruger dieses fordernden Projekts mühelos Herr.


ERLÖSUNG |  Regie: Hans Petter Moland |  DK/DE/SWE/NOR 2016

Erlösung

Eine Flaschenpost, die auf ihrem Schreibtisch landet, stellt Carl Mørck (Nikolaj Lie Kaas) und Assad (Fares Fares) vor ein Rätsel. Nur mühsam gelingt es ihnen, ihre Botschaft zu entziffern: Ein mit menschlichem Blut geschriebener Hilfeschrei – das letzte Lebenszeichen zweier Jungen, die vor Jahren spurlos verschwunden sind, die aber niemals als vermisst gemeldet wurden. Wer sind die beiden? Und warum haben ihre Eltern ihr Verschwinden nie angezeigt? Als kurze Zeit später die Entführung eines Geschwisterpaars erschreckende Parallelen zum Flaschenpost-Fall erkennen lässt, wird klar, dass derselbe Täter sein teuflisches Spiel schon seit Jahren unerkannt treibt. Für Mørck und Assad beginnt ein Wettlauf mit der Zeit – um das Leben der entführten Kinder, bald aber auch um ihr eigenes.
4 von 5

Jussi Adler-Olsens „Erlösung“ ist einmal mehr ein sehenswerter, verstörender Thriller, der verstärkt den Fokus auf die Figureninteraktion der beiden Hauptcharaktere legt und mit einem Bösewicht auftrumpft, der es in sich hat.


VOR IHREN AUGEN  |  Regie: Billy Ray  |  USA 2015

Vor ihren Augen

Die beiden ehrgeizigen FBI-Ermittler Ray und Jess sind ein eingespieltes Team und arbeiten eng mit der Staatsanwältin Claire zusammen. Doch dann wird eines Tages Jess’ jugendliche Tochter auf brutale Weise und scheinbar ohne jegliches Motiv ermordet. Als sie meinen, den Mörder gefunden zu haben, müssen sie ihn aus Mangel an Beweisen laufen lassen. 13 Jahre später, in denen Ray jeden Tag wie besessen versucht hat, den schwer zu fassenden Täter zu finden, stößt er auf eine neue Spur. Er ist sich sicher, den Fall endlich lösen zu können, den grausamen Mörder zu überführen und mit seinem Team, den lang ersehnten Schlussstrich ziehen zu können. Doch Niemand ist auf das schockierende und entsetzliche Geheimnis vorbereitet, das die Ermittler erwartet und keinen Zweifel daran lässt, welch zerstörerische Wirkung Rache auf die menschliche Seele haben kann.
3 von 5

„Vor ihren Augen“ ist ein über weite Strecken konventionelles Drama im Stile der Neunziger, das jedoch wenige eigene Ansätze besitzt und sich inhaltlich zum Großteil an seiner Vorlage besitzt. Mit seiner bequemen Inszenierung eckt Billy Ray selbst dann nicht an, wenn sich der Inhalt dafür eigentlich anbieten würde. So ist der Film in den Hochphasen zwar spannend, bleibt aber weit hinter seinen Möglichkeiten zurück.


STOLZ UND VORURTEIL & ZOMBIES | Regie: Burr Steers | USA/UK 2016
Stolz und Vorurteil & Zombies

England, 1811. Das Land ist im Begriff, von einer neuen Zombie-Welle überrannt zu werden. Für Mrs. Bennet besteht jedoch das größere Problem darin, ihre fünf heiratsfähigen Töchter unter die Haube zu bringen. Eine davon ist Liz (Lily James), die wie der Rest ihrer Schwestern die Kampfkunst der Shaolin beherrscht und eine leidenschaftliche Kämpferin ist. Neben den Zombies ist ihre größte Herausforderung wiederum, der seltsamen Anziehung zu dem Kämpfer Mr. Darcy (Sam Riley) und dem Charme des manipulativen Mr. Wickham (Jack Huston) zu widerstehen. Liz und Darcy müssen erst persönliche Vorurteile überwinden, bevor sie im Kampf gegen die Zom-bies die wahre Liebe füreinander entdecken. Doch da brechen auch bereits Horden von Untoten über die friedliche Stadt herein. Nur gemeinsam können sich die ungleichen Liebenden vor ihnen retten. 3 von 5

„Stolz und Vorurteil & Zombies“ besticht durch einen hohen technischen Standard, eine ansehnliche Ausstattung und sympathische Figuren. Als Mash-Up-Film zwischen Romantikdrama und Zombiehorror funktioniert Burr Steers Regiearbeit aufgrund seiner blutleeren Actionszenen allerdings nur bedingt.


PROFESSOR LOVE  |  Regie: Tom Vaughan |  USA/UK 2014

Professor Love

Seelenverwandtschaft und ewige Liebe existieren für Richard (Pierce Brosnan) nur in der Theorie: Der Professor für Romantische Literatur an der renommierten Cambridge-Universität ist privat ein notorischer Single und Womanizer. Doch dann wird sein aktueller Flirt Kate (Jessica Alba) schwanger und plötzlich führt „Professor Love“ mit seiner viel jüngeren Frau und Sohn ein beschauliches Familienleben, an das er sich nur schwer gewöhnt. Nach ein paar Jahren ist es aber ausgerechnet Kate, die sich in einen jüngeren Mann verliebt und auszieht. Doch ihren Sohn will sie nicht in Richards unkundigen Händen wissen und quartiert kurzerhand ihre ältere Stiefschwester Olivia (Salma Hayek) bei Richard ein. Die temperamentvolle Schwägerin übernimmt schon bald das Regiment und versucht nicht nur den Sohn in den Griff zu bekommen.  2 von 5

Ein bisschen Romantik, ein bisschen Komödie, ein bisschen Drama und viel, viel Kitsch: „Professor Love“ ist vieles, aber nichts davon richtig. Trotz eines netten Ensembles und ansprechender Kulisse hätte dieser Film gern noch viele weitere Jahre im Giftschrank des Studios verweilen dürfen.


HIMMELSKIND  |  Regie: Patricia Riggen | USA 2016

Himmelskind

Als Christy (Jennifer Garner) erfährt, dass ihre 10-jährige Tochter Anna (Kylie Rogers) an einer seltenen, unheilbaren Krankheit leidet, sucht sie verzweifelt nach einer Therapie. Sie rennt von Doktor zu Doktor, reist quer durch die USA, verschuldet sich und vernachlässigt den Rest ihrer Familie – alles nur, um dem jungen Mädchen zu helfen. Doch die Möglichkeit einer Therapie besteht nicht. Stattdessen muss sich die Familie damit arrangieren, dass Anna bald sterben wird. Auf ihrer Odyssee lernt Christy viele Menschen kennen, die alle auf ihre ganz eigene Art und Weise versuchen, der Familie beizustehen. Obwohl das Schicksal längst besiegelt scheint, geschieht eines Tages etwas Unglaubliches, was sich bis heute Niemand im Ort erklären kann…
2 von 5

Vollkommen unabhängig davon, ob das, was in „Himmelskind“ erzählt wird, so tatsächlich geschah: Die Regiearbeit von Patricia Riggen überzeugt eineinhalb Stunden lang als äußerst emotionales, dabei aber auch zurückhaltendes Familiendrama, bis ein Twist, der im Trailer als Dreh- und Angelpunkt der Geschichte verkauft wird, den bis dahin so subtilen Eindruck vollends zunichte macht. Eine herbe Enttäuschung!


EINMAL MOND UND ZURÜCK | Regie: Enrique Gato | ESP 2015

Einmal Mond und zurück

Mike ist zwölf Jahre alt, sportlich begabt und der Sohn eines Astronauten. Auch sein Großvater sollte mal für die NASA zum Mond fliegen, doch aus Gründen, die noch heute Vater und Großvater entzweien, musste Opa einst auf der Erde bleiben. Als die NASA eine weitere Mond-Mission startet, sehen Mike und seine Freunde darin nicht nur die Chance seinem Großvater einen Traum zu erfüllen, sondern auch die Familie wieder zu vereinen. Doch natürlich geht bei ihrem Plan etwas mächtig schief, und durch unglückliche Umstände ist es nicht Mikes Vater, sondern Mike selbst, der schon bald gemeinsam mit seiner besten Freundin und einer Eidechse auf dem Weg in Richtung Mond ist. Doch nicht nur Mike begibt sich dort auf eine ganz besondere Mission. Ein mächtiger Gegner hat es darauf abgesehen, die Flagge vom Erdtrabanten zu stehlen…
2 von 5

Außer kleinen Kindern, die noch davon träumen einmal als Astronaut auf den Mond zu reisen, wird die zu jedem Zeitpunkt vorhersehbare, lieblose, humoristisch teilweise fragwürdige Geschichte, einschließlich der – wenn überhaupt – halbwegs soliden Animation wohl Niemanden ins Kino locken.


KEANU | Regie: Peter Artencio | USA 2016

Keanu

Keegan-Michael Key und Jordan Peele, bekannt und beliebt als Comedy-Duo Key & Peele, spielen die Hauptrollen in der abgedrehten, von Peter Artencio inszenierten Action-Komödie „Keanu“ von New Line Cinema: Die Cousins Clarence und Rell sind mit dem Großstadtleben reichlich überfordert. Als Rells geliebtes Kätzchen Keanu entführt wird, muss sich das hoffnungslos altmodisch-sittenstrenge Duo als zwei skrupellose Killer ausgeben, um sich so in eine Straßengang einzuschleusen und den gekidnappten Kater zu befreien. Doch der unglaublich kuschelige Vierbeiner schmust sich bei allen Beteiligten derart ein, dass der Streit um das Sorgerecht einen Bandenkrieg auslöst. Schon bald werden unsere beiden Helden wider Willen gezwungen, das Gesetz in die eigene Hand zu nehmen. Eine wilde Jagd beginnt, die kein Auge trocken lässt.


HANNAS SCHLAFENDE HUNDE  |  Regie: Andreas Gruber  |  DE/AT 2016

Hannas schlafende Hunde

Wels,  Oberösterreich,  1967:  Nur  nicht  aufzufallen  ist  das  oberste  Gebot  in  Hannas (Nike  Seitz) Familie, weder bei den Nachbarn, noch in der Schule. Das ist ihrer Mutter Katharina (Franziska Weisz) ebenso wichtig wie die regelmäßigen Besuche in der katholischen Messe von Pfarrer Angerer (Johannes Silberschneider). Das kluge Mädchen spürt instinktiv, dass an der Lebensweise der Familie etwas nicht stimmt, und entdeckt, unterstützt von ihrer resoluten Großmutter Ruth (Hannelore Elsner), das Geheimnis ihrer jüdischen Identität. Hanna beginnt die Angst ihrer Mutter zu verstehen, will sich aber nicht weiter verstecken. Die schlafenden Hunde der Vergangenheit in dem noch immer naziverseuchten Dorf sind ohnehin bereits geweckt. Doch wie erklärt man seinen nach Freiheit strebenden Töchtern, dass das nicht so einfach möglich ist?


WIE DIE ANDEREN | Regie: Constantin Wulff | AT 2016

Wie die Anderen

Der Dokumentarfilm „Wie die Anderen“ setzt diffusen Psychiatrieängsten einen präzisen Beobachterblick entgegen. Über eineinhalb Jahre hat Regisseur Constantin Wulff den Alltag der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie im Landesklinikum in Tulln verfolgt. Sein einfühlender Film zeigt institutionelle Arbeit als permanenten Balanceakt: zwischen Behutsamkeit und Druck, Routine und emotionaler Involviertheit, Regelwerk und Improvisation. Wie wir kann auch das Abteilungspersonal die Kinder nur ein kurzes Stück begleiten, bevor sie wieder in ihren Alltag zurückkehren. Im Direct Cinema-Modus gedreht, verzichtet der Film auf Interviews und Off-Kommentare, fokussiert stattdessen ganz auf die sozialen Situationen, die sich bei Behandlungsgesprächen und Diagnoseentscheidungen ereignen.


Heimkinotipp: BROOKLYN | Regie: John Crowley | USA 2015

Brooklyn

„Brooklyn“ erzählt die bewegende Geschichte der jungen Eilis Lacey (Saoirse Ronan), einer jungen irischen Immigrantin, die in den 1950er Jahren versucht, in Brooklyn Fuß zu fassen. Von den Versprechungen Amerikas angelockt, verlässt Eilis nicht nur Irland sondern auch das behagliche Heim ihrer Mutter, um in New York ein neues Leben zu beginnen. Anfangs leidet die junge Frau unter großem Heimweh, doch das verfliegt schnell als sie sich von einer Liebesromanze mitreißen lässt. Aber schon bald wird ihr neues Leben auf eine harte Probe gestellt und sie muss sich nicht nur zwischen zwei Ländern sondern auch zwischen zwei ganz unterschiedlichen Lebensentwürfen entscheiden.4 von 5

John Crowley inszeniert den Roman von Colm Tóibín als mitfühlendes, nie aufgesetzt wirkendes Portrait einer Frau, die sich als irische Immigrantin in den USA mit ganz neuen Gegebenheiten auseinandersetzen muss. Saoirse Ronan spielt diesen emotionalen Zwiespalt sehr authentisch. Wenn sie liebt und leidet, ist der Zuschauer ganz nah dran an ihrer Gefühlswelt.