Meine Filmflops 2016 – Die Plätze 20 bis 11

Es ist wieder soweit: Das Jahr ist fast vorbei und es ist Zeit, auf die vielen Filme der vergangenen 12 Monate zurückzublicken. Getreu dem Sprichwort „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!“ widme ich mich zunächst meinen ganz persönlichen Hassfilmen 2016. Hier ist der Name Programm! Im Folgenden geht es nicht darum, welche Filme von Januar bis Dezember die objektiv schwächste Qualität aufwiesen. Es geht ganz allein darum, welche Filme bei mir persönlich die größte Antipathie hervorgerufen haben. Es ist also gut möglich, dass auf den Plätzen zwanzig bis eins der eine oder andere ordentliche Streifen dabei ist, der mir persönlich aber eben überhaupt nicht zugesagt hat. Und weil ich mich sonst immer darin bemühe, persönliche Meinungen so weit wie möglich zurück zu halten, ziehe ich in meiner Flopliste auch diesmal ein wenig überspitzter vom Leder als sonst. In diesem Sinne: Viel Spaß auf diesem Streifzug durch das filmische Grauen 2016.

Zur Auswahl standen 250 von mir gesichtete Filme, die im Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016 im Kino erschienen sind oder in dieser Zeit auf Filmfestivals vorgeführt wurden. Direct-to-DVD-Produktionen wurden dabei nicht berücksichtigt!

20

Einmal Mond und zurück

Ich beginne meinen negativen Film-Jahresrückblick mit einem Animationsfilm, was gar nicht unbedingt stellvertretend dafür stehen soll, dass ich 2016 mit erstaunlich wenig von ihnen etwas anfangen konnte, obwohl sie so erfolgreich waren, wie schon lange nicht mehr. Doch was soll man auch so recht von einem Film erwarten, der während der Fußball-EM verheizt wird, wenn im Grunde jede noch so kleine Produktion ihren großen Auftritt im Kino bekommt, einfach weil die ganz großen Verleiher (vermeintlich wohlweislich!) davor zurück scheuen, während dieser weltumspannenden Sportveranstaltung anständige Filme in die Kinos zu bringen? EINMAL MOND UND ZURÜCK, ein spanisches Weltraumabenteuer, hat mit einer abgedrehten Echse einen einigermaßen netten Sidekick. Ansonsten ist die Story allerdings nicht bloß uninteressant, sondern versucht, mit Witzen zu punkten, die die Kleinsten nicht verstehen und die für die Erwachsenen dann doch zu unlustig sind, um wirklich darüber zu lachen.

19

Kill Billy

Die Skandinavier haben sich mit ihren düsteren Crime-Thrillern und ihren schwarzhumorigen Komödien zwei kleine Genre-Monopole aufgebaut, auf denen sie sich im Falle von KILL BILLY auszuruhen scheinen. „Irgendjemand wird es schon schauen – ist ja immer so!“ steht dem Film dick und fett ins Gesicht geschrieben. Die absolut absurde Geschichte über die fiktive Entführung des IKEA-Gründers Ingvar Kamprad gibt auf dem Papier auch genug skurriles Material her, um einmal mehr das Publikum zu verzücken. Das Problem ist nur, dass es Regisseur Gunnar Vikene vollständig versäumt, zumindest in Ansätzen zu berücksichtigen, dass der IKEA-Konzern, insbesondere dessen Gründer, nicht immer mit den besten Schlagzeilen gesegnet ist. Einerseits greift man Kritik offen auf, andererseits wird sie so oberflächlich und fast schon dummdreist geleugnet und herunter gespielt, dass man sich vorkommt, wie in einem IKEA-Propaganda-Werbefilm. Was für ein Glück, dass den Film hierzulande eh keiner gesehen hat…

18

31

Einerseits muss man den Verleih schon zu dem Mut beglückwünschen, Rob Zombies neuesten Film 31 hierzulande tatsächlich in die Kinos gebracht zu haben – und das sogar ungeschnitten. Gleichzeitig hätte man es sich auch einfach sparen können, denn mit dieser Hardcore-Variante der „Tribute von Panem“ legt der streitbare Regisseur seinen bislang schlechtesten Film vor. Es ist mir nicht bloß absolut schleierhaft, weshalb sich Zombie eine halbe Stunde Zeit nimmt, die allesamt unausstehlichen Figuren einzuführen, wenn er aus ihnen später ohnehin bloß charakterschwaches Frischfleisch macht, auch die Antagonisten sind in ihrem Dasein einfach nur pervers-widerwärtig, sodass man nicht einmal ihnen die Daumen drücken könnte. Bleibt noch der Gore-Gehalt und der ist ausgerechnet für einen Rob-Zombie-Film überraschend niedrig. Wann immer es wirklich explizit wird, wird in diesem obendrein arg frauenfeindlichen Film weggeblendet. Darauf hätten wir Horrorfans dann doch verzichten können!

17

Batman v Superman: Dawn of JusticeIch bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube, Zack Snyder wollte mit BATMAN V SUPERMAN: DAWN OF JUSTICE so etwas wie die DC-Version des Marvel’schen Bürgerkrieges inszenieren. Blöd nur, dass die Helden aus der Konkurrenzschmiede tatsächlich nachvollziehbare Probleme hatten, während der Fledermausmann und der Mann aus Stahl hier nur irgendwelchen… ja, was eigentlich nachjagen? Nicht nur die Antriebskraft das Heroenclashs basiert auf absolut irrwitzigen Gründen, vor allem die Umsetzung ist es letztlich, durch die das unverschämt lange Unterfangen wach kaum noch zu ertragen ist. Wenn Superman seine Herzdame nämlich nicht gerade aus irgendeiner Misere rettet, ist er darum bemüht, seine Antipathie gegenüber seines Widersachers auszusprechen, was aber ganz egal wird, als beide feststellen, dass ihre Mütter die gleichen Namen trugen. Ein wenig Computerspielaction und noch ein halbes Dutzend andere Superhelden und fertig ist eine undefinierbare Grütze.

 16

BFG - Big Friendly Giant

Für viele hat Steven Spielberg mit diesem Film wieder zu seiner alten Form gefunden. Für meine Begriffe hat der „War Horse“-Regisseur hiermit die Schwelle vom ehrlichen Kitsch hin zur kalkulierten Gefühlsduselei überschritten. Und nicht nur das! Seine Kinderbuchverfilmung BFG – BIG FRIENDLY GIANT ist vor allem eines: unglaublich nervig! Neben der zunächst nur mutlos dahinplätschernden Handlung, hin zu einem völlig ziellos inszenierten Schlussakt inklusive der lächerlichsten Finalschlacht der Kinogeschichte, treibt einen vor allem die Fantasiesprache der Riesen zur Weißglut. Wenn sich der große freundliche Gigant dann auch noch äußerst lernresistent zeigt, fragt man sich doch, weshalb sich so ein pfiffiges Mädchen wie Sophie überhaupt ihres neuen Freundes annimmt. Aber ist ja nun mal alles Magie und Märchen und überhaupt. Nur, dass mir die Figuren hier alle so dermaßen egal sind, dass ich hoffe, dass sie auf ewig in ihrem Riesenland bleiben. Over and out!

15

Smaragdgrün

Eigentlich hatte sich die Edelstein-Trilogie vom ersten zum zweiten Teil ja ordentlich gesteigert. Eigentlich hat das deutsche Genrekino in diesem Jahr einen Höhepunkt nach dem anderen erlebt. Und eigentlich wertet Jannis Niewöhner so ziemlich jeden Film auf. Eigentlich. Nur eben im Falle von SMARAGDGRÜN nicht, dem Abschluss von Kerstin Giers Fantasyromanze, die mich nach der Sichtung tatsächlich darüber nachdenken ließ, ob diese denn überhaupt schon fertig war. Technisch über alle Maße unausgegoren, mit furchtbaren Effekten und einem anstrengenden Score  versehen, waren es aber besonders die Darsteller – und damit sind alle, von den Newcomern bis hin zu den alten Hasen, gemeint -, deren hier präsentiertes Agieren nicht einmal für eine durchschnittliche Seifenoper taugt. Es bleibt die Frage nach dem „Warum?“, nur dass mir der Film letztlich nicht wichtig genug ist, da jetzt wirklich ausgiebig drüber nachzudenken. Hauptsache, die ganze Filmreihe ist nun endlich vorbei…

14

Jason BourneWenn es in diesem Jahr einen vollkommen überflüssigen Film gab, dann war es das Sequel zur „Bourne“-Reihe namens JASON BOURNE. Das liegt zum einen daran, dass die Geschichte keinerlei Mehrwert besitzt. Die Ausgangslage und das Ende sind nahezu identisch, mit der Ausnahme, dass die eine oder andere Figur während des Films das Zeitliche segnet. Ansonsten sind Charakterentwicklung und inhaltlicher Fortschritt nicht zu erkennen. Und während des Films? Da malträtiert uns Regisseur Paul Greengrass damit, was er und sein Kameramann für übersichtliche Actionsequenzen halten. Verwackelt, zerhackschüttelt und ohne jedwede Ordnung sehen wir allenfalls Fetzen von Verfolgungsjagden und Schießereien, doch was da genau passiert? Keinen Schimmer. Da zu guter Letzt auch keiner der Darsteller so richtig Bock auf all das hatte, frage ich mich, warum wir das dann haben sollen. Eine herbe Enttäuschung, die aber eigentlich gar keine ist, weil mir das „Bourne“-Franchise schon immer herzlich egal war.

13

Allein gegen die Zeit

Kaum zu glauben, dass die Serie ALLEIN GEGEN DIE ZEIT weltweit gefeiert und sogar für einen International Emmy nominiert wurde. Der Qualität der Leinwandadaption nach zu schließen, ist die jugendfreundliche Variante von „24“ nämlich der letzte Trash. Von den sagenhaft schlechten Computereffekten einmal abgesehen, stimmt von der stocksteifen Inszenierung, über die bemühten Gags bis hin zum lachhaften Overacting diverser Darsteller nämlich absolut gar nix. So richtig lächerlich wird es allerdings dann, wenn die eigentlich fähigen Jungschauspieler fast schon im Minutentakt ihren Beziehungsstatus ändern – und das gern in jenen Momenten unternehmen, in denen eigentlich gerade die ganze Welt in Gefahr ist. Die Grundidee des Science-Fiction-Tohuwabohus ist in ihrer skurrilen Konsequenz fast schon so albern, dass man den Film einmal gesehen haben muss, um zu glauben, was sich die Macher hier ausgedacht haben. Dabei gehen einem aber auch eineinhalb Stunden seines Lebens verloren…

12

Everybody Wants Some!!

Jaja… für die Kinder der Achtziger war Richard Linklaters EVERYBODY WANTS SOME!! sicher ne ganz tolle Sause. Wiedererkennung der eigenen Jugend, Nostalgiegefühl und so weiter. Nun bin ich aber kein Kind der Achtziger und muss sagen, dass ich mit diesem Film über ein paar Sportstudenten, die vor dem beginnenden Semester die letzten Tage „in Freiheit“ verbringen wollen, so überhaupt gar nichts anfangen konnte. Der Grund dafür sind auch hier in erster Linie von langweilig bis unausstehlich reichende Figuren, deren Entwicklung mich nicht interessiert, wenn das Drehbuch ohnehin bloß standardisierte Klischee-Stationen aus dem Leben von College-Studenten abfrühstückt. Und so richtig was passieren tut in „Everybody Wants Some!!“ dann auch gar nichts, denn am Ende soll all das ja nur ein Lebensgefühl einfangen. Schade nur, dass ich nach dem Kinobesuch das Gefühl hatte, dass ich gar nicht so unglücklich darüber bin, dass die Achtziger noch gerade so an mir vorbeigezogen sind.

11

Liebe HalalKennt ihr das, wenn ihr an einen Film denkt und noch wisst, dass ihr den echt nicht gut fandet, aber wenn ihr nacherzählen müsstet, worum es geht, dann fehlen euch irgendwie die Worte? Genau so geht es mir bei LIEBE HALAL, einem deutsch-libanesischen Episodenfilm, der die Liebeswirren verschiedener Menschen nacherzählt, die alle eines eint: sie sind Muslime. Der Ansatz, anhand dieser Prämisse einen Einblick in das Leben verschiedener Islam-Gläubiger zu geben, ist an sich gar nicht so schlecht. Nur leider ist „Liebe Halal“ letztlich nicht viel smarter, als jede unterdurchschnittliche RomCom, denn auch hier steht und fällt die vollständige Sympathie mit den Figuren. Diese verhalten sich in diesem Fall alle derart doof und rückständig, dass man nach einer Weile überhaupt nicht mehr interessiert ist, wie sich die einzelnen Liebeswirren nun wohl auflösen mögen. Gähnende Langeweile, anstatt flotter Liebesreigen: Damit lasse ich „Liebe Halal“ guten Gewissens meine Flop 20 beenden.

 

In den nächsten Tagen folgen an dieser Stelle meine Flop 10 der Filme 2016…

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