Schlagwort-Archiv: André Téchiné

Das startet am 23. März 2017

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 23. März, der eine fast schon unübersichtlich große Menge an Neustarts für den Zuschauer bereithält. Die wichtigsten davon wurden bislang entweder der Presse nicht gezeigt („Power Rangers“), oder unterliegen einem Embargo („Life“). Zu letzterem Vertreter gibt es morgen schon mehr an dieser Stelle, auf „Power Rangers“ müsst ihr dagegen noch einen Tag länger warten. Neben diesen beiden Blockbuster-Anwärtern gibt’s nach 15 Jahren eine Fortsetzung zur Komödienüberraschung „Lammbock“, die damals knapp an der Millionenmarke scheiterte. In den Programmkinos gibt’s mit „Der Himmel wird warten“ und „Der Hund begraben“ mal wieder richtige Qualität zu sehen, auch wenn Sebastian Sterns Film das hohe Niveau nicht vom Beginn nicht konsequent halten kann. Unter dem Begriff „ferner liefen“ starten auch noch der solide „Die Jones“ und der Horrorfilm „Within“, der aufgrund der niedrigen Kopienanzahl allerdings noch nicht mal ein Pressescreening erhalten hat.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

LOMMBOCK | Regie: Christian Zübert | DE 2017

Auch Kiffer werden mal erwachsen: Der mittlerweile 41-jährige Kai (Moritz Bleibtreu) betreibt in Würzburg den angeranzten Asia-Liefer-Service „Lommbock“, während sein Kumpel Stefan (Lukas Lucas Gregorowicz), auch schon 39, seit Jahren erfolgreich im drogenfreien Dubai lebt und nun für seine anstehende Hochzeit amtliche Papiere in Deutschland besorgen muss. Stefans Kurztrip in seine Heimatstadt wird durch Kai allerdings unfreiwillig verlängert und für die Freundschaft der beiden eine echte Herausforderung, denn die Vergangenheit kickt mitunter zeitverzögert. Die Freunde müssen sich ein paar Konflikten stellen, die eigentlich längst abgeschlossen schienen…
4 von 5

Weniger Gras, mehr Charakter – „Lommbock“ ist für alle Fans von Christian Züberts Kultfilm „Lammbock“ sowieso Pflicht und könnte es mithilfe des hohen Tempos, der komplexer gezeichneten Figuren und der vielen amüsanten Ideen schaffen, auch jene Zuschauer von sich zu überzeugen, die mit dem ersten Teil bisher nicht ganz warm wurden.


DER HIMMEL WIRD WARTEN | Regie: Marie-Castille Mention-Schaar | FR 2016

Sylvie lebt allein mit ihrer Tochter Mélanie. Sie verbringen viel Zeit miteinander und Sylvie ist stolz auf das enge Verhältnis, das sie zu ihrer Tochter hat. Doch irgendwann begegnet Mélanie im Internet einem Jungen, der ihr regelmäßig zu schreiben beginnt, ihr Komplimente macht und sie schließlich fragt, wie sie es hält mit der Religion. Eines Tages ist Mélanie verschwunden und Sylvie auf halbem Weg nach Syrien, um sie zu suchen. Catherine und Samir sind die stolzen Eltern der 17-jährigen Sonia. Gerade zurück aus den Sommerferien, wird ihr Haus eines Nachts von der Polizei gestürmt und Sonia unter Arrest gestellt. Um ihrer Familie einen Platz im Paradies zu sichern, hat sich Sonia dem Dschihad angeschlossen. Catherine und Sylvie sind tief erschüttert davon, wie fremd ihre Töchter ihnen so ganz im Stillen geworden sind.

4 von 5

„Der Himmel wird warten“ hätte gut und gern zwanzig Minuten länger sein dürfen, denn nicht alle Erzählansätze führt die französische Regisseurin Marie-Castille Mention-Schaar auch zu Ende. Trotzdem ist ihr Drama über die radikale Islamisierung zweier französischer Mädchen ein ebenso mitreißender wie niederschmetternder Film über ein wichtiges, brandaktuelles Thema, das nicht verallgemeinert und einen wichtigen da aufklärerischen Wert leistet.


POWER RANGERS | Regie: Dean Israelite | CAN/USA 2017

Fünf Teenager, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Jason, Kimberley, Billy, Trini und Zack haben nichts weiter gemeinsam, als auf dieselbe High School im Städtchen Angel Grove zu gehen. Als Jason und Billy durch Zufall auf etwas stoßen, das sie für uralte Fossilien halten, erwecken sie eine außerirdische Macht. Die Ereignisse überschlagen sich und schweißen die fünf Teenager zusammen, als sie plötzlich auf unerklärliche Weise Superkräfte besitzen! Dass ihre Fähigkeiten nicht nur ein Spiel sind, stellt sich schnell heraus, als ihnen Zordon, der einstige Red Ranger als Hologramm erscheint. Von ihm erfahren sie, dass die Außerirdische Rita Repulsa mit ihrer Alien-Armee einen Angriff plant. Um die Welt retten zu können, müssen die fünf nun innerhalb weniger Tage lernen, was normalerweise Jahre dauert: echte Power Rangers zu werden! 3 von 5

Auf einer Superhelden-Skala, auf der die eins für solch lieblos-hektische Filme wie „Teenage Mutant Ninja Turtles“ steht, während man es bei einer zehn mit komplexer Heroen-Kost der Marke „The First Avenger: Civil War“ zu tun hat, ordnet sich „Power Rangers“ im soliden Mittelfeld ein, der vor allem mit Persönlichkeit, Herz und Verspieltheit punktet.


 DER HUND BEGRABEN | Regie: Sebastian Stern | DE 2016

Der eigentlich glückliche Familienvater Hans (Justus von Dohnányi) steckt plötzlich in einer tiefen Krise und weiß zunächst gar nicht so recht, warum. Sein Arbeitsleben hat soeben ein abruptes Ende gefunden und seine Familie scheint ihn auch nicht mehr richtig zu beachten.Da steht auf einmal ein streunender Hund vor der Türe und begehrt Einlass in das Familienleben. Während Ehefrau Yvonne (Juliane Köhler) sich augenblicklich in das Tier verliebt, wird Hans im Angesicht des neuen „Rivalen“ mehr und mehr klar, wie sehr er selbst überflüssig ist. Als der Hund eines Tages verschwindet und ein merkwürdiger Fremder (Georg Friedrich) der Familie seine Hilfe anbietet, laufen für Hans die Dinge komplett aus dem Ruder… 3 von 5

In ihren Hochphasen ist die bitterböse Familiensatire „Der Hund begraben“ eine Hommage an Coen-Brüder-Filme der Marke „A Serious Man“, doch den Machern fehlt es im Mittelteil an Mut, diese Lust an der emotionalen Zerstörung durchzuziehen. Einen Blick ist diese immer noch alles andere als typisch deutsche Komödie trotzdem wert.


DIE JONES – SPIONE VON NEBENAN |  Regie: Greg Mottola | USA 2016

Jeff und Karen Gaffney (Zach Galifianakis, Isla Fisher) sind ein ganz gewöhnliches Vorstadtpärchen. Als nebenan die Jones einziehen (Jon Hamm, Gal Gadot), wittern die beiden, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Zwar sind Tim und Natalie Jones absolut hinreißend, extrem kultiviert und suchen regelmäßig den Kontakt mit ihren bodenständigen Nachbarn, doch nicht nur die geheimen nächtlichen Ausflüge lassen die Gaffneys schon bald Nachforschungen anstellen. Es stellt sich heraus, dass die Jones Undercover-Agenten sind. Das wäre eigentlich nicht weiter schlimm, wenn Jeff und Karen nicht längst mit in den geheimen Ermittlungen ihrer Nachbarn stecken würden. Den beiden Ehepaaren steht ein absolut turbulentes Abenteuer bevor.3 von 5

„Die Jones – Spione von nebenan“ ist eine Komödie, die Niemanden vor den Kopf stößt. Die Spielfreude des Casts ist ansteckend, dafür bietet der überraschungs- und spannungsarme Film keinerlei Innovation und sieht nicht einmal unbedingt nach Leinwand aus. Am Ende bleibt ein „okay“, doch um ein „okay“ ausreicht, um ins Kino zu gehen, darf bezweifelt werden.


 WITHIN | Regie: Phil Claydon | USA 2016

John Alexander (Michael Vertan) hat einst seine Frau durch tragische Umstände verloren. Nach einer langen Zeit der Trauer hat er nun wieder geheiratet, und zieht gemeinsam mit Frau seiner Tochter Hannah (Erin Moriarty) in die Vorstadt, nachdem er nach langer Arbeitslosigkeit wieder die Möglichkeit auf einen Neuanfang bekommt. Zunächst scheint die Aussicht auf das neue Heim paradiesisch und auch der günstige Preis verwundert Vater und Tochter nur auf den ersten Blick. Doch schon wenig später stellt sich heraus, weshalb das große Anwesen so einfach zu bekommen war. Es gibt nämlich ein Problem: Das Haus hat ein sehr beunruhigendes Geheimnis aus der Vergangenheit, welches sich langsam wieder zu erkennen gibt. Für die kleine Familie stellt sich die Frage nach Flucht oder dem Versucht, das Böse zu bezwingen.3 von 5

„Within“ ist ein solide erzählter und ordentlich inszenierter Horrorthriller, der lange Zeit gar nicht so vorhersehbar ist, wie man es vielleicht erwarten würde, sich gen Ende jedoch in einem abgedroschenen, hysterischen Finale verliert.


STORM UND DER VERBOTENE BRIEF | Regie: Dennis Bots | NED 2017

Im mittelalterlichen Antwerpen zur Zeit der Reformation wird der 12-jährige Storm in ein aufregendes Abenteuer verwickelt, als sein Vater Klaas den Auftrag erhält, in seiner Druckerei einen Brief von Martin Luther zu drucken. Es dauert nicht lange, da wird Klaas auf frischer Tat ertappt und Storms Leben wird über Nacht auf den Kopf gestellt. Storm gerät zwischen die Fronten und flieht mit der Druckplatte des verbotenen Briefs. In einer schier ausweglosen Situation trifft er auf das Waisenmädchen Marieke, die in den Katakomben der Stadt lebt. In einer abenteuerlichen Reise gegen die Zeit versuchen sie gemeinsam Storms Vater vor dem Scheiterhaufen zu bewahren. Aber wem kann Storm überhaupt noch trauen? Was als abenteuerliche Flucht beginnt, wird zu einem tapferen Kampf um die Freiheit. 3 von 5

Die niederländische Produktion „Storm und der verbotene Brief“ verpackt die Geschichte um die Veröffentlichung der 95 Thesen von Martin Luther als kind- und jugendgerechte Abenteuergeschichte. Herausgekommen ist ein solide inszenierter und ordentlich gespielter Historienfilm, der sich bevorzugt für die Vorführung an Schulen eignet.


LIFE | Regie: Daniel Espinosa | USA 2017

Die Forschungsmission einer Gruppe Wissenschaftlern auf einer internationalen Raumstation hat es sich zur Aufgabe gemacht, nach unentdecktem Leben zu suchen. Zum Team gehören unter anderem der charismatische Draufgänger David Jordan (Jake Gyllenhaal), der sympathische Scherzbold Roy Adams (Ryan Reynolds) sowie die gewissenhafte Miranda North (Rebecca Ferguson). Gemeinsam mit dem Rest der Belegschaft werde die Forscher eines Tages fündig: In ihrem Labor erweckt ein außerirdischer Organismus zum Leben. Dieses sich rapide entwickelnde Wesen wird für das sechsköpfige Team jedoch schon bald zur ernsten Bedrohung, denn nachdem das krakenförmige Alien schon alles Leben auf dem Mars ausgelöscht hat, steht nun der Planet Erde vor dem Aus. Darauf war die Crew nicht vorbereitet… 

Seit „Alien“ sollte die Prämisse von „Life“ ein Selbstläufer sein. Doch Regisseur Daniel Espinosa erstickt jegliche Spannung im Keim, indem er seine Geschichte auf absolut dämlichen Figuren aufbaut. Auch optisch dringt der Film irgendwann in Trash-Gefilde vor – vielleicht tut das Alien ja wirklich ganz gut daran, die Menschheit unter diesen Bedingungen einfach auszulöschen.


BAUER UNSER | Regie: Robert Schabus | AT 2016

Der in Österreich produzierte Dokumentarfilm „Bauer Unser“ zeigt gleichermaßen ungeschönt wie unaufgeregt, wie es auf den Bauernhöfen im Land zugeht. Regisseur Robert Schabus bleibt in seiner Doku vordergründig unparteiisch. Doch so vielfältig die Bauern, vom Biobauern bis zum konventionellen Agraringenieur, so einhellig der Tenor: So kann und wird es nicht weitergehen. Das Mantra der Industrie – schneller, billiger, mehr – stellen die meisten von ihnen in Frage. „Bauer Unser“ ist ein sehenswerter und spannender Film, in dem deutlich wird, wie Wirtschaftspolitik und Gesellschaft immer öfter vor der Industrie kapitulieren. Weit entfernt von rosigen Bildern einer ländlichen Idylle gibt es dennoch Momente der Hoffnung. Etwa wenn der Gemüsebauer und Rinderzüchter Simon Vetter stolz darauf ist, ein Bauer zu sein, der seine Kunden kennt und der Entfremdung entgegenhält.


Heimkinotipp UNSERE ZEIT IST JETZT  |  Regie: Martin Schreier | DE 2016

Der erfolgreiche deutsche Rapper CRO fordert Fans und Profis auf, in einem offenen Wettbewerb Ideen zum geplanten CRO-Kinofilm vorzustellen. Drei völlig gegensätzliche Konzepte überzeugen das Filmteam, und bei den Vorbereitungen lernen die drei jungen Nachwuchsfilmer nicht nur handfeste Lektionen in der Kinopraxis, sondern kommen auch einander näher: Plötzlich wird die scheue Asperger-Patientin Vanessa (Peri Baumeister) von Männern umschwärmt: CRO selbst lernt ihre kreative Professionalität schätzen, während sich der in den Tag hineinlebende Drehbuchautor Dawid (David Schütter) und der in seinem Brotjob frustrierte Comic-Zeichner Ludwig (Marc Benjamin) Hals über Kopf in die unnahbare Vanessa verlieben. So werden die schicksalhaften Begegnungen bei der Arbeit am CRO-Film selbst zum Film. 4 von 5

„Unsere Zeit ist jetzt“ wirkt bisweilen konfus, macht nicht immer Sinn und widerspricht sich tonal so oft selber, dass man es gar nicht recht glauben kann, dass Regisseur Martin Schreier und sein top aufgelegtes Ensemble das Kuddelmuddel letztlich doch noch zu einem absolut stimmig-amüsanten Endergebnis bringen.

Das startet am 16. März 2017

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 16. März, der mit „Die Schöne und das Biest“  einen der potenziell erfolgreichsten Filme 2017 an den Start bringt. Die ganze Vorabdiskussion um den Film dürfte die Besucherzahlen noch zusätzlich in die Höhe schnellen lassen. Alternativprogramm bietet „Der Hunderteinjährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand“. Der erste Teil entwickelte sich in den Programmkinos zu einem echten Sleeperhit. In Ermangelung an Alternativen könnte das für die Fortsetzung ebenfalls gelten. Für die ganz Kleinen kommt die Verfilmung von „Die Häschenschule“ in die Kinos, ältere Zeichentrickfreunde hingegen dürften schon länger dem Start von „Die rote Schildkröte“ entgegenfiebern, der bei den diesjährigen Oscars für den besten Animationsfilm nominiert wurde.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

DIE SCHÖNE UND DAS BIEST | Regie: Bill Condon | USA 2017

Die kluge und anmutige Belle (Emma Watson) lebt mit ihrem leicht exzentrischen Vater und Uhrmacher Maurice (Kevin Kline) ein beschauliches Leben in einem kleinen Dorf in der Nähe von Paris, das nur durch die Avancen des Dorfschönlings Gaston (Luke Evans) gestört wird. Doch als Maurice auf einer Geschäftsreise in die Fänge eines Ungeheuers (Dan Stevens) gerät, bietet die mutige junge Frau ihre Freiheit im Austausch gegen das Leben ihres Vaters an. Trotz ihrer Furcht freundet sich Belle mit den verzauberten Bediensteten im verwunschenen Schloss des Biests an. Mit der Zeit lernt sie hinter dessen abscheuliche Fassade zu blicken und erkennt seine wahre Schönheit…4 von 5

Bill Condons „Die Schöne und das Biest“ ist ein starbesetztes Märchen-Musical am Puls der Zeit, das trotz kleiner technischer Schwächen ein ähnlich magisches Flair versprüht, wie die Zeichentrickvorlage aus dem Jahr 1991.


DIE ROTE SCHILDKRÖTE |  Regie: Michael Dudok de Wit | FR/BEL/JPN 2016

Ein schiffbrüchiger Mann strandet eines Tages auf einer einsamen Insel. Zum Überleben gibt es dort genug. Er findet eine Wasserquelle, genug Essen und bringt sich selbst bei, Tiere zu erlegen. Gefahren lauern jedoch überall. Nach einer gewissen Zeit auf der Insel beginnt er, sich ein Floss zu bauen, um mit dessen Hilfe von der Insel fortzukommen. Daran wird er allerdings jedes Mal von einer roten Schildkröte, die sein Holzgefährt zerstört, gehindert. Als die Schildkröte eines Tages an Land kommt, versucht der Mann, sie zu überwältigen, so dass seine Flucht endlich gelingen möge. Doch nach der tatsächlich geglückten Attacke auf das Tier entpuppt es sich als eine magische Kreatur, die das Leben des Mannes von Jetzt auf Gleich grundlegend verändert.

4 von 5

„Die rote Schildkröte“ ist die sanfte, feinfühlige Erzählung über einen Schiffbrüchigen, der sich mit dem Leben auf einer einsamen Insel arrangieren muss. Ohne ein gesprochenes Wort lässt diese Studio-Ghibli-Produktion die lebensecht gezeichneten Bilder ganz für sich allein sprechen und lässt aus ihnen etwas Märchenhaftes emporsteigen. Ein minimalistisch, aber absolut atemberaubendes Konzept.


ZWISCHEN DEN JAHREN |  Regie: Lars Henning | DE 2017

Nachdem er eine „lebenslängliche“ Haftstrafe verbüßt hat, wird der Mörder Becker in die Freiheit entlassen. Er hat nur ein Ziel: Ein neues Leben zu beginnen und die furchtbare Tat von damals endgültig hinter sich zu lassen. Becker findet einen Job, Freunde und in der einsamen Putzfrau Rita sogar eine Frau, die sich für ihn interessiert. Eines Tages aber wird er völlig überraschend von seiner Vergangenheit eingeholt: Der Witwer Dahlmann steht vor ihm, jener Mann, dessen Frau und Tochter er vor 18 Jahren bei einem tragisch aus dem Ruder gelaufenen Einbruch erschossen hatte. Offenbar weiß Dahlmann genau über den Ex-Häftling und dessen neues Leben Bescheid. Becker lässt nichts unversucht, um den Stalker zu besänftigen, fleht ihn an, ihn in Frieden zu lassen. Aber Dahlmann will Rache – und Becker wird klar, dass es scheinbar nur einen Ausweg gibt… 4 von 5

„Zwischen den Jahren“ beginnt als das ruhige Porträt eines geläuterten Mörders, das sich mit der Zeit immer mehr in einen düsteren, jedoch nicht minder spannenden Rachethriller verwandelt. Am Ende steht wieder einmal eine Schuldfrage – und der Zuschauer muss sie ganz alleine beantworten.


DER HUNDERTEINJÄHRIGE, DER DIE RECHNUNG NICHT… | Regie: Felix Herngren | SWE 2016

Allan Karlsson (Robert Gustafsson) und sein Kumpel Julius Jonsson (Iwar Wiklander) haben sich gut in ihrem Leben auf Bali eingerichtet. Inzwischen bringt Allan es auf stattliche 101 Lebensjahre. Das Entspannen und Schlürfen der einheimischen Erfrischungsgetränke auf der traumhaften Insel kann aber auf Dauer selbst der größte Faulenzer nicht lange aushalten. Als Allan durch Zufall eine alte Flasche der legendenumwitterten Limonade Volkssoda entdeckt, fangen die Probleme erst so richtig an. So begibt sich der rastlose Rentner auf ein neues Abenteuer, bei dem er auf rachsüchtige Gangster, die CIA und alte Bekannte aus Russland trifft.
2 von 5

Felix Herngrens Fortsetzung zu „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ versucht mit aller Gewalt das (fast) einzigartige Konzept des Vorgängers zu wiederholen, doch sein „Hunderteinjähriger“ mag zwar denselben Tonfall treffen, doch so ganz ohne inhaltliche Substanz geht dieses Projekt ziemlich baden.


DIE HÄSCHENSCHULE | Regie: Ute von Münchow-Pohl | DE 2017

Hasenjunge Max lebt allein auf einer Verkehrsinsel inmitten der Stadt. Sein größter Traum ist, Gang-Mitglied bei den „Wahnsinns-Hasen“ zu werden. Um seinen Kumpels zu beweisen, dass er auch wirklich das Zeug dazu hat, schwingt sich Max auf einem ferngesteuerten Flugzeug in die Lüfte und wird von einer Böe erfasst, die ihn hinein in den Wald treibt. Max landet inmitten der Häschenschule, in der die Zeit stehengeblieben zu sein scheint. Dieses Ausbildungscamp für Osterhasen findet er allerdings ziemlich uncool und hat nur einen Gedanken: weg von hier! Seine Flucht scheitert dramatisch an der hinter einer schützenden Hecke lebenden Fuchsfamilie, an der nur ausgebildete Osterhasen vorbeikommen. Der verwöhnte Stadtlümmel muss sich den Regeln im Internat anpassen. 2 von 5

„Die Häschenschule – Jagd nach dem goldenen Ei“ überzeugt mit einer sehr hübschen Optik und einer einfach zu folgenden Geschichte, doch dringt man tiefer in die Materie vor, stecken überraschend fragwürdige Botschaften in der Osterhasenstory.


MIT SIEBZEHN | Regie: André Téchiné | FR/ESP 2016

Aus einem Teil der Pyrenäen wird die Landärztin Marianne (Sandrine Kiberlain) auf einen abgelegenen Berghof gerufen, um die Bäuerin zu untersuchen. Thomas (Corentin Fila), der Adoptivsohn der Kranken, gefällt ihr auf Anhieb gut: ein hübscher Kerl mit halbafrikanischen Wurzeln, dessen ruhige männliche Tatkraft sie beeindruckt. Als die Mutter des Jungen ins Krankenhaus muss, fordert Marianne Thomas dazu auf, bei ihr und ihrem ehrgeizigen Sohn Damien (Kacey Mottet Klein) in der Stadt zu wohnen, um der Mutter nahe zu sein. Sie ahnt nicht, dass die beiden sich nicht mögen und in der Schule beim geringsten Anlass aufeinander losgehen. Doch als Marianne ihre Raufereien entdeckt, weiß keiner zu sagen, wo diese seltsame Feinschaft in Wirklichkeit herrührt. Als sich der Grund herauskristallisiert, fangen die Probleme erst an…


Heimkinotipp BEFORE I WAKE  |  Regie: Mike Flanagan | USA 2016

Nachdem Jessie und Mark bei einem tragischen Unfall ihren Sohn verloren haben, droht ihre Ehe an der tiefen Trauer zu zerbrechen. Sie entscheiden sich, den 8-jährigen Cody zu adoptieren, einen sensiblen, schüchternen Jungen, den die beiden schnell in ihr Herz schließen. Doch Cody ist ängstlich, besonders vor dem Einschlafen fürchtet er sich und schon in der ersten Nacht erleben sie Seltsames: Während er schläft, tauchen mysteriöse Traumgestalten in ihrem Wohnzimmer auf. Schnell wird klar, dass der Junge eine besondere Gabe besitzt – was er träumt, wird Wirklichkeit: Wunderbare Visionen erwachen durch Cody zum Leben, aber auch die Dämonen seiner dunkelsten Albträume bahnen sich ihren Weg in die Realität und bedrohen das Leben der jungen Familie… 3 von 5

„Before I Wake“ hat eine wunderschöne Grundidee und gefällt generell in seiner Aufmachung als ruhiges Horrordrama. Leider verlaufen viele erzählerische Ansätze im Sande und auch die technischen Effekte sind eher mau, sodass viel des Potenzials auf der Strecke bleibt.