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Das startet am 13. April 2017

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 13. April, der von einem Filmstart dominiert werden wird, über den ich zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nichts sagen kann: Die Rede ist von „Fast & Furious 8“, der außerdem noch einen Tag früher – nämlich am Mittwoch – in den Kinos anlaufen wird. Zusammen mit dem langen Osterwochenende stehen dem achten Teil der starbesetzten Actionsaga großartige Zahlen ins Haus. Wem das allerdings zu aufregend ist, der findet in der charmanten Rentner-Komödie „Abgang mit Stil“ ein sympathisches Gegegenprogramm. Für Anspruch sorgt indes das hochspannende Gerichtsdrama „Verleugnung“. Wer es mit Ostern dagegen besonders genau nimmt, für den gibt es mit „40 Tage in der Wüste“ sogar eine bislang unerzählte Jesus-Geschichte zu sehen.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

VERLEUGNUNG | Regie: Mick Jackson | USA/UK 2016

Sie amerikanische Universitätsprofessorin Deborah E. Lipstadt (Rachel Weisz) wird unerwartet zur Verteidigerin der historischen Wahrheit, als der britische Autor David Irving (Timothy Spall) sie wegen Verleumdung verklagt. In ihrem jüngsten Buch hatte Lipstadt ihm die Leugnung des Holocaust vorgeworfen. Durch das britische Justizsystem in die Defensive gedrängt, steht sie nun gemeinsam mit ihren Verteidigern, angeführt von Richard Rampton (Tom Wilkinson), vor dem absurden Problem, nicht nur sich selbst zu verteidigen, sondern auch beweisen zu müssen, dass der Holocaust tatsächlich stattgefunden hat. Statt sich jedoch eingeschüchtert zu geben, weckt diese scheinbar unlösbare Aufgabe ihren Kampfgeist. Lipstadt lehnt jeden Vergleich ab und stellt sich vor Gericht ihrem unerbittlichen Gegner…
4 von 5

Mit „Verleugnung“ versucht Regisseur Mick Jackson, die Motivation hinter einem Holocausleugner zu ergründen, indem er diesen Prozess gleichermaßen lächerlich wie faszinierend darstellt. Dieser schwierige Drahtseilakt geht vor allem deshalb hervorragend auf, weil die Darsteller präzise aufspielen und über allem immer noch die Tragik der Thematik spielt. Stark!


FAST & FURIOUS 8 | Regie: F. Gary Gray | USA 2017

Alles könnte so schön sein: Nach Dom und Lettys Hochzeit, Brians und Mias Abschied und nachdem der Rest der Crew endlich von allen Anschuldigungen entlastet wurde, kann das Team beinahe ein normales Leben führen. Doch als eine rätselhafte Frau Dom verführt, ihr in die Welt der Verbrechen zu folgen, aus der er scheinbar nicht entkommen kann, und ihn dazu bringt die, die ihm am nächsten stehen, zu hintergehen, sehen sie sich mit der härtesten Prüfung ihres Lebens konfrontiert. Von der Küste Kubas über die Straßen New Yorks, bis zu den verschneiten Ebenen des arktischen Barentssees wird die etwas andere Elitetruppe die ganze Welt befahren, um eine Anarchistin daran zu hindern, das Chaos auf die Welt los zu lassen… und den Mann nach Hause bringen, der eine Familie aus ihnen gemacht hat. 4 von 5

Hirn-Aus-Action par excellence – auch wenn Vin Diesel, Charlize Theron und Co. gern noch weniger reden dürfen, will man nach 130 Filmminuten voller irrwitzig-hanebüchener Autostunts nur noch eines: ganz schnell mehr!


 ABGANG MIT STIL | Regie: Zach Braff | USA 2017

Die lebenslangen Freunde Willie (Morgan Freeman), Joe (Michael Caine) und Al (Alan Arkin), genießen den Ruhestand, bis sie eines Tages erfahren, dass die Bank ihre verdiente Rente verjubelt hat. Die drei beschließen, dem beschaulichen Leben als friedlicher Bürger den Rücken zu kehren und erstmals im Leben vom Pfad der Tugend abzuweichen. Als sie die Rechnungen nicht mehr bezahlen und ihre Familien nicht mehr versorgen können, setzen sie alles auf eine Karte und planen einen halsbrecherischen Coup, um eben jene Bank abzuzocken, die sich ihr Altenteil unter den Nagel gerissen hat. In späten Jahren beginnt für die drei Freunde das größte Abenteuer ihres Lebens – zu verlieren haben sie ja nichts.

„Abgang mit Stil“ trägt das Herz am rechten Fleck, hat jede Menge Stil und ist trotz seiner manchmal ein wenig albernen Attitüde tatsächlich richtig lustig. Deshalb, und aufgrund der herausragenden Chemie unter den drei Hauptdarstellern, kann man sich an Zach Braffs neuester Regiearbeit gar nicht sattsehen.


ZU GUTER LETZT |  Regie: Mark Pellington | USA 2017

Harriet Lauler überlässt nichts dem Zufall. Einst eine erfolgreiche Geschäftsfrau, hat sie jeden Aspekt ihres Ruhestands bis ins letzte Detail geplant. Warum sollte es mit ihrem Nachruf anders sein? Die junge Journalistin Anne soll ihn schon zu Harriets Lebzeiten verfassen, stößt aber schon bald auf ein gravierendes Problem: Niemand, wirklich niemand hat ein gutes Wort für Harriet übrig. Mit ihrer Kontrollsucht hat sie so ziemlich jeden vergrätzt, mit dem sie es je zu tun hatte. Wie soll da ein liebenswertes Porträt der zukünftig Verstorbenen entstehen? Die kratzbürstige alte Dame hat ein Einsehen und will auf ihre alten Tage die eigene Biografie noch einmal aktiv umschreiben. Dazu muss sie sich unter anderem mit ihrer Tochter versöhnen, die sie seit zehn Jahren nicht mehr gesehen hat. So unternehmen Harriet und Anne eine Reise, die alles verändern soll…
3 von 5

„Zu guter Letzt“ ist in jeder Hinsicht durchschnittlich und geht für den Zuschauer zugleich den bequemsten, wie auch den möglichst angenehmsten Weg, wenn er eine Geschichte zeigt, die es so schon dutzendfach auf der Leinwand zu sehen gab. Das Zusammenspiel zwischen Shirley MacLaine und Amanda Seyfried ist allerdings wahrlich hinreißend.


40 TAGE IN DER WÜSTE | Regie: Rodrigo García | USA 2015

Jesus (Ewan McGregor) geht für 40 Tage in die Wüste, um fastend und betend nach Erleuchtung zu suchen. Dort wird er heimgesucht vom Teufel, der sein Vertrauen in Gott erschüttern will. Nach langen Wanderungen findet Jesus Aufnahme bei einer Familie. Der Vater ist dabei, für die Familie in der Wüste ein Haus zu bauen; allerdings trüben Spannungen zwischen Vater und Sohn das Zusammenleben, weil der Junge davon träumt, die Wildnis zu verlassen. Jesus will der Familie helfen, indem er bei der Arbeit anpackt, ihre Sorgen und Wünsche hört und zwischen Vater und Sohn zu vermitteln versucht. Der Teufel macht daraus eine Bewährungsprobe, in der es nicht nur um das Schicksal der Familie, sondern auch um Jesus‘ Mission als Sohn Gottes geht.

„40 Tage in der Wüste“ verfolgt den spannenden Ansatz, nicht nur Jesus in ein völlig neues, menschliches Licht zu rücken, sondern vor allem eine Geschichte zu erzählen, für die die Bibel nur vage Anhaltspunkte bietet. Das Ergebnis ist ein technisch enttäuschender, inhaltlich interessanter aber insgesamt ziemlich sperriger Film.


THE BIRTH OF A NATION – AUFSTAND ZUR FREIHEIT | Regie: Nate Parker | USA 2016

30 Jahre vor Ausbruch des Bürgerkriegs, irendwo im Süden der Vereinigten Staaten von Amerika: Nat Turner (Nate Parker), ein belesener Sklave und Prediger, arbeitet auf der Plantage von Samuel Turner (Armie Hammer). Als dieser vom Bankrott bedroht wird und das lukrative Angebot erhält, Nats Fähigkeiten als Prediger dafür zu nutzen, renitente Sklaven zu domestizieren, willigt er ein. Im Zuge seiner Tätigkeit wird Nat Zeuge unzähliger Gräueltaten – am eigenen Leib bekommt er sie zu spüren, wie auch seine Frau Cherry (Aja Naomi King) und befreundete Sklaven. Als er nicht mehr weiterweiß, zettelt er einen Aufstand an – in der Hoffnung, so sein Volk in die Freiheit zu führen.

Regisseur Nate Parker lässt die Geschehnisse in seinem äußerst brutal inszenierten „The Birth of a Nation – Aufstand zur Freiheit“ nicht für sich sprechen, sondern verlässt sich auf diverse Stilmittel, die das Gezeigte eher verwässern anstatt es zu unterstreichen. Trotz eines interessanten Erzählansatzes ist sein Film leider nur Durchschnitt.


GOLD | Regie: Stephen Gaghan | USA 2016

Eine kühne Idee, ein unglaubliches Abenteuer, ein riesiger Skandal und ein brutaler Absturz: Der Kleinkriminelle Kenny Wells (Matthew McConaughey) giert nach Gold und nach dem großen Durchbruch. Als er auf den zwielichtigen Geologen Michael Acosta (Édgar Ramírez) trifft, starten sie ein waghalsiges Abenteuer in eine ungewisse Zukunft. In den unerforschten Tiefen des Dschungels von Indonesien machen sie sich auf die Suche nach Gold. Was sie dort finden versetzt die Börsenwelt in Aufruhr und bringt ihnen den erhofften Reichtum, doch dahinter könnte auch etwas stecken, was den beiden ihr beschauliches Leben mit einem Schlag zum Einsturz bringt…

„Gold“ ist ein Potpourri bekannter Filme mit ähnlicher Thematik. Technisch ist das alles höchst ansehnlich. Doch so ganz ohne eigene Impulse, geschweige denn ohne irgendwelche interessanten Figuren gerät dieser Abenteuerfilm zu einer echten Geduldsprobe.


Heimkinotipp AUF EINMAL  |  Regie: Asli Özge | DE/NED 2016

Nach der Party in Karstens Wohnung sind alle gegangen, außer Anna. Fasziniert nähert sich Karsten (Sebastian Hülk) dieser geheimnisvollen Frau, als plötzlich ein Unglück passiert. Im Zuge geistiger Umnachtung verlässt der junge Mann die Wohnung und sucht im nahegelegenen Krankenhaus nach Hilfe. Als er wenig später in seine Wohnung zurückkehrt, ist die Frau tot und Karsten muss sich die Frage gefallen lassen, weshalb er nicht einfach den Notarzt gerufen hat. Nach und nach beginnt sein Umfeld, ihn zu meiden. Erst recht, als sich wenig später herausstellt, dass irgendwie keiner so recht weiß, wo diese Anna eigentlich herkam. Es kommt zum Prozess und zu einem Urteilsspruch. Doch beides ist für Karsten noch das geringste Problem, denn sein Umfeld hat sich schon längst seine eigenen Gedanken gemacht…4 von 5

Asli Özge gelingt mit ihrem schwer zu fassenden Drama „Auf einmal“ ein packender Blick in die Weiten der menschlichen Seele – mit all ihren guten und schlechten Seiten.

Das startet am 6. April 2017

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 6. April, der vielleicht nicht zu den stärksten Startwochen des Jahres gehört, wohl aber einen der schlechtesten Filme der vergangenen Jahre bereithält. „Die Hütte – Ein Wochenende mit Gott“ birgt derart furchtbare Botschaften, dass man sich fragt, ob ein solcher Film überhaupt in die Kinos kommen sollte. Zum Ausgleich gibt’s mit „Free Fire“ dafür einen kreativen Actionfilm zu sehen, der aufgrund seines Konzepts einer neunzigminütigen Schießerei vorab auch schon für ein wenig Furore gesorgt hat. Dasselbe gilt für den auf der Berlinale gefeierten „Tiger Girl“, der aber gar nicht so spektakulär ist, wie erwartet. Dafür ist der neue „Schlümpfe“-Film überraschend unterhaltsam und der neue Dany-Boon-Film erstaunlich furchtbar. Der österreichischen Fantasy-Film „Mindgamers“ wurde der Presse übrigens bislang vorenthalten. Mehr zu diesem schwer einschätzbaren Projekt gibt’s hier morgen zu lesen. 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

FREE FIRE | Regie: Ben Wheatley | FR/UK 2016

Boston in den späten 1970ern: In einer verlassenen Lagerhalle bringt die auf heiße Ware spezialisierte Justine (Brie Larson) die beiden Iren Chris (Cillian Murphy) und Frank (Michael Smiley) mit den zwielichtigen Geschäftsmännern Ord (Armie Hammer) und Vernon (Sharlto Copley) zusammen. Eine große Ladung Waffen soll verkauft werden. Eigentlich ein simpler Deal, der jedoch dank der hitzköpfigen „Profis“ schlagartig ausartet. Die gerade verhandelten Knarren werden sogleich dem blutigen Härtetest unterzogen, sodass sich die leerstehende Halle in eine bedrohliche Kampfarena verwandelt und ein knallharter, gnadenloser Shootout um Leben und Tod beginnt, an dessen Ende es vermutlich keinen Gewinner geben kann…
4 von 5

Brutal, witzig – brutal witzig: Ben Wheatley hat mit dem von schillernden Charakteren zum Leben erweckten „Free Fire“ einen eineinhalbstündigen Shootout konzipiert, der so dreckig und realistisch daherkommt, dass wir es einem Film tatsächlich mal wieder zutrauen, in ein paar Jahren Kult zu sein.


DIE SCHLÜMPFE – DAS VERLORENE DORF | Regie: Kelly Asbury | USA 2017

Bewaffnet mit einer geheimnisvollen Landkarte begibt sich Schlumpfine (deutsche Stimme: Nora Tschirner) gemeinsam mit ihren Freunden Schlaubi (Axel Stein), Hefty (Rick Kavanian) und Clumsy (Tim Oliver Schulz) auf eine aufregende Reise in den „Verbotenen Wald“, der von vielen magischen Kreaturen bewohnt wird. In einem Wettlauf gegen die Zeit müssen sie das „verlorene Dorf“ ausfindig machen, ehe der böse Zauberer Gargamel (Christoph Maria Herbst) es entdeckt. Die Reise der Schlümpfe wird zur reinsten Achterbahnfahrt voller Action und Gefahren – und an ihrem Ende steht nichts Geringeres als die Enthüllung des größten Geheimnisses in der Schlumpf-Geschichte! 3 von 5

Gute bis sehr gute Sprecher, eine traumhaft animierte 3D-Welt und eine durchschnittliche Geschichte – „Die Schlümpfe – Das versunkene Dorf“ sticht auf solidem Niveau die misslungenen Realverfilmungen rund um die blauen Comichelden aus und liefert kurzweilige Familienunterhaltung mit einem überraschend ehrlichen Ende.


TIGER GIRL |  Regie: Jakob Lass | DE 2017

Margarethe „Maggie“ Fischer nimmt Anlauf, springt und fliegt. Durch die Polizeiprüfung. Sie wollte zur Polizei, wollte eine Aufgabe, einen Platz im Leben. Als sie heulend zurück in ihr altes Leben fährt, kostet nicht nur der Parkplatz auf einmal fünf Euro Gebühr – es ist auch keine Parklücke mehr frei. Doch die Wächterin schenkt Maggie erstens ein breites Grinsen und zweitens eine Parkmöglichkeit, indem sie einfach den Seitenspiegel eines dicken Autos abtritt. Es ist Maggies erste Begegnung mit Tiger, einem Mädchen, das als Outlaw in einem ausrangierten Bus lebt. Zur Überbrückung bis zur nächsten Aufnahmeprüfung fängt Maggie eine Ausbildung bei einem Sicherheitsdienst an. Doch Tiger kommt wieder und führt Maggie vor, dass „Leben“ auch anders geht, wenn man sich nur nimmt, was man will…
3 von 5

„Tiger Girl“ hat Power, zelebriert die Anarchie und punktet mit einer cleveren Dramaturgie. Zur Offenbarung werden in erster Linie die beiden Hauptdarstellerinnen Ella Rumpf und Maria Dragus, doch so radikal und mutig wie von vielen Seiten angekündigt, ist der Film nicht. Dafür gerät  er in zu vielen Momenten plakativer, als er müsste.


NICHTS ZU VERSCHENKEN | Regie: Fred Cavayé | FR 2016

Violinist François Gautier ist nicht nur hervorragend in seinem Fach, sondern auch ein Pfennigfuchser, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hat. Geld zu sparen verschafft ihm Glückseligkeit – Geld auszugeben dagegen bringt ihn ins Schwitzen und verusacht Panikattacken. Er verwendet unendlich viel Energie darauf, diese Macke zu vertuschen und ein halbwegs normales Sozialleben zu führen. Als jedoch eines Tages ohne Vorwarnung die 16-jährige Laura vor seiner Tür steht und ihm offenbart, dass sie seine Tochter ist, sieht sich der Pfennigfuchser mit einer Lawine an Kosten und Problemen konfrontiert. Vor allem, als sich herausstellt, dass Laura eine Idee im Kopf hat, die ihn sehr teuer zu stehen kommen könnte. Zudem bringt die plötzliche und gänzlich unerwartete Zuneigung einer neuen Kollegin François’ Gefühlswelt durcheinander.

Ein paar nette Gags und zwei wundervoller Hauptdarstellerinnen reichen beim besten Willen nicht aus, um die ansonsten ziemlich kläglich scheiternde Komödie „Nichts zu verschenken“ irgendwie noch auf den Durchschnitt zu hieven. Manchmal ist ein grantelnder Eigenbrötler als Hauptfigur eben nicht interessant, sondern einfach nur unausstehlich.


MINDGAMERS | Regie: Andrew Goth | AT 2015

Einer Gruppe genialer Studenten gelingt nach jahrelanger Forschung der bedeutendste wissenschaftliche Durchbruch aller Zeiten: Mithilfe eines Quantencomputers entsteht ein kabelloses neuronales Netzwerk, in dem die Gehirne aller Menschen gekoppelt werden. Die Forscher merken, dass sich mit der Quantentheorie motorische Fertigkeiten von einem Gehirn zum anderen übertragen lassen: die erste Shareware für menschliche Fähigkeiten. Das Team stellt diese Technologie jedermann zur Verfügung – sie soll die Basis für eine neue Dimension der Gleichberechtigung und intellektuellen Freiheit bieten. Doch bald stellen sie fest, dass sie selbst nur Rädchen in einem viel gewaltigeren und unheimlicheren experimentellen Getriebe sind: Finstere Mächte missbrauchen die Technik zur Kontrolle der Massen und schmieden finstere Pläne… 

Wir wüssten zu gern, wer sich den fertigen Science-Fiction-Thriller „Mindgamers“ einst als aller erstes ansah und dann auf die Idee kam, dass so ein Film ein Erfolg werden könnte. Der Zuschauer versteht nichts – und zwar von der ersten, bis zur aller letzten Sekunde.


DIE HÜTTE – EIN WOCHENENDE MIT GOTT | Regie: Stuart Hazeldine | USA 2017

Seit der treue Familienvater Mackenzie „Mack“ Phillips (Sam Worthington) vor vielen Jahren seine jüngste Tochter verlor, ist er in Trauer und Schuldgefühlen versunken. Ihre letzte Spur fand man in einer Hütte im Wald – nicht weit von dem Campingplatz, auf dem die Familie damals Urlaub machte. Eines Tages kommt ein Brief mit der Post: Es ist eine Einladung in eben jene Hütte – und ihr Absender ist Gott. Mack ist schockiert und voller Angst, all die schmerzhaften Erinnerungen kommen erneut hoch. Trotzdem bricht er auf, unsicher, was er in der Hütte finden wird. Das nun folgende Wochenende soll sein Leben erneut von Grund auf verändern.

„Die Hütte – Ein Wochenende mit Gott“ ist ein moralisch vollkommen fehlgeleitetes Stück Gotteskino, das sich vorwurfsvoll gegen andere Meinungen auflehnt und und mit seiner Penetranz und Symbolik gar nicht erst in die Lichtspielhäuser kommen sollte.


ES WAR EINMAL IN DEUTSCHLAND | Regie: Sam Garbarski | DE/LUX/BEL 2016

Frankfurt am Main, 1946. David Bermann (Moritz Bleibtreu) und seine jüdischen Freunde sind dem Naziregime nur knapp entkommen und träumen jetzt wie viele von der Ausreise nach Amerika. Doch wie das nötige Geld in diesen kargen Zeiten dafür aufbringen? Dem eloquenten Geschäftsmann kommt die zündende Idee: Was brauchen die Deutschen jetzt am meisten? Feinste Wäsche aller Art, hübsch verpackt in unglaubliche Geschichten. Gemeinsam ziehen die sechs begnadeten Entertainer von Haus zu Haus und preisen den Hausfrauen mit hinreißender Chuzpe ihre Ware an, so dass die geschmeichelten Damen gar keine andere Wahl haben, als bei diesem unwiderstehlichen Angebot zuzugreifen. Das Geschäft floriert, die schöne, neue Zukunft naht. Doch bald holt Bermann seine eigene Vergangenheit ein.


TU NICHTS BÖSES | Regie: Claudio Caligari | IT 2015

Die Vorstädte von Rom und Ostia, in den 90er Jahren. Die „Ragazzi di vita“, einst von Pasolini beschrieben, gehören nun zu einer Welt – der Unterwelt Italiens – , in der Geld, schnelle Autos, Nachtlokale und Kokain scheinbar leicht zu haben sind. Es ist die Welt, in der sich Vittorio (Alessandro Borghi) und Cesare (Luca Marinelli), beide 20 Jahre alt, auf der Suche nach Erfolg und Bestätigung bewegen. Das neue „dolce vita“ fordert jedoch einen sehr hohen Preis. Und irgendwann trennen sich die Wege: Vittorio verliebt sich, versucht eine Rückkehr in die bürgerliche Gesellschaft, Cesare hingegen versinkt immer tiefer in einem Sumpf aus Drogen und Dealen. Doch Vittorio gibt seinen Freund nicht auf und versucht, ihn aus der Unterwelt zu befreien. Und wenn das bedeutet, dafür sein eigenes Leben aufs Spiel zu setzen.


Heimkinotipp WILLKOMMEN BEI DEN HARTMANNS  |  Regie: Simon Verhoeven | DE 2016

Alles beginnt, als Angelika Hartmann, frisch pensionierte Lehrerin und Mutter einer von Alltagsproblemen geplagten gutbürgerlichen Familie, eines Tages beschließt, einen Flüchtling aufzunehmen. Angelika ist einsam, seit die Kinder aus dem Haus sind. Ihr Mann, Chefarzt einer Klinik, versucht mit allen Mitteln, den Alterungsprozess aufzuhalten. Sohn Philip driftet in Businesswelten zwischen Shanghai und München, dabei bleibt die Beziehung zu seinem Sohn Basti etwas auf der Strecke, Tochter Sophie weiß mit 31 immer noch nicht, was sie will. Der ganz normale Familienwahnsinn also, in den der Nigerianer Diallo gerät – und auf seine charmantnaive Art das Leben der Hartmanns ziemlich durcheinanderwirbelt. Ein turbulenter Zustandsbericht aus einem fast normalen Land, in dem alle etwas verwirrt sind…
4 von 5

„Willkommen bei den Hartmanns“ will keine Lösungen bieten, sondern uns für zwei Stunden daran erinnern, dass wir uns eine ohnehin verwirrende Zeit nicht noch verwirrender machen müssen. Dabei besticht die sämtliche Facetten des Flüchtlingsthemas anreißende Satire mit teils ziemlich gewagtem Humor, einem herrlich aufgelegten Ensemble und einem melancholischen roten Faden, der die bisweilen ein wenig zu überhastete Handlung gut erden kann.