Schlagwort-Archiv: Sportfilm

Das startet am 19. Oktober 2017

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 19. Oktober, über dessen spannendste Starts ich bislang nichts sagen kann beziehungsweise darf. Für „Geostorm“ besteht eine Sperrfrist bis einschließlich Mittwoch, „Schneemann“ dagegen wurde der Presse bislang nicht vorgeführt. Dafür startet der schwedische Oscar-Kandidat „The Square“, der Satirefreunden unbedingt ans Herz gelegt sei, darüber hinaus gibt es für alle Fans von Filmen wie „Rush“ das biographische Drama „Borg/McEnroe“ über eines der spannendsten Tennismatches aller Zeiten. Und auch Deutschland hat mit „Es war einmal Indianerland“ ein spannendes Programm zu bieten, während das eigentliche Highlight der Woche diesmal im Heimkino zu finden ist, wo endlich „Sieben Minuten nach Mitternacht“ genossen werden kann.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

THE SQUARE  | Regie: Ruben Östlund | SWE/DE/FR/DK 2017

Christian (Claes Bang) ist der smarte Kurator eines der größten Museen in Stockholm. Die nächste spektakuläre Ausstellung, die er vorbereitet, ist „The Square“. Es handelt sich dabei um einen quadratischen Platz, der als moralische Schutzzone fungieren und das schwindende Vertrauen in die Gemeinschaft hinterfragen soll. Jeder der hier Hilfe benötigt, soll sie bekommen. Doch wie bei den meisten modernen Menschen ist es auch bei Christian nicht weit hin mit diesem Vertrauen – auch er verriegelt die Tür seines stylischen Apartments und würde seinen Tesla nicht unbeaufsichtigt in einer zwielichtigen Gegend parken. Als Christian ausgeraubt wird und ihm kurz darauf die provokante Medienkampagne zu „The Square“ um die Ohren fliegt, geraten sein eigenes Selbstverständnis wie auch sein Gesellschaftsbild schwer ins Wanken. 

Extrem bissig aber nie verächtlich sagt Ruben Östlund in seiner preisgekrönten Satire „The Square“ vor allem eines aus: Nehmt Euch doch bitte alle nicht so ernst! Und das gelingt: Mithilfe seines phänomenalen Ensembles führt er mit spitzer Zunge eine Branche vor, die immer wieder droht, den Zugang zur Realität zu verlieren. Ein wahrhaft spektakuläres Ereignis von brüllender Komik!


BORG/McENROE  | Regie: Janus Metz | SWE/DK/FIN 2017

1980: Das traditionsreichste Tennisturnier, die Wimbledon Championships, steht vor der Tür und für den besten Tennisspieler der Welt soll es ein Triumphzug werden. Björn Borg kann zum fünften Mal den Titel holen. Jedoch hat seine lange, schon im Kindesalter begonnene Karriere Spuren hinterlassen. Obwohl er erst 24 Jahre alt ist, fühlt Borg sich erschöpft und ausgebrannt, leidet unter Ängsten. Davon ist John McEnroe noch weit entfernt. Der 20jährige aufstrebende Star will Borg vom Thron stürzen und ist fest entschlossen, Wimbledon zu gewinnen. Doch mehr und mehr fühlt er sich, ebenso wie Borg, als wäre er in einem Käfig gefangen. In der Öffentlichkeit sorgt McEnroes aufbrausendes Temperament immer wieder für Schlagzeilen und die Medien stilisieren den Zweikampf immer weiter hoch: der coole Borg gegen den verzogenen McEnroe.

Janus Metz lässt in seinem skandinavischen Langfilmdebüt „Borg/McEnroe“ nicht bloß die Achtzigerjahre wiederaufleben, sondern auch eine der heißblütigsten Rivalitäten der Tennisgeschichte. Der mit ebenso dramatischen, wie komischen Zwischentönen versehene Sportfilm ist ein wenig zu sehr auf Björn Borg fokussiert, hat allerdings das Herz am rechten Fleck und ist selbst dann hochspannend, wenn einem der Ausgang des Matchs bekannt ist.


ES WAR EINMAL INDIANERLAND  | Regie:  Ilker Çatak | DE 2017

Stell dir vor, du (Leonard Scheicher) bist 17 und lebst in den Hochhäusern einer großen Metropole am Stadtrand. Du kennst sie alle – die Rowdys, die Außenseiter und deine Verehrerinnen. Die Luft flimmert: Es ist Sommer. Dann die Nacht, als dir die geheimnisvolle Jackie (Emilia Schüle) dir den Kopf verdreht, die du zuvor noch nie gesehen hast. Im Freibad, Fuchsrotes Haar. Stell dir vor, wie dir die Funken aus den Fingern sprühen vor Glück. Und Peng. Dir fliegt die Welt aus den Angeln: Zöllner (Clemens Schick) erwürgt seine Frau. Edda (Johanna Polley), die 21-jährige aus der Videothek, stellt dir nach. Du steigst mit Kondor (Joel Basman) in den Ring. Immer wieder meinst du, diesen Indianer zu sehen. Und zum Showdown zieht ein geradezu biblisches Gewitter auf. Fühlt es sich so an – das Abenteuer, jung zu sein?

Im Rausch des Erwachsenwerdens – „Es war einmal Indianerland“ steckt voller kreativer Einflüsse und Ideen, denen Regisseur Ilker Çatak jedoch nicht immer Herr wird. An seiner Vision, eine unkonventionelle Teenager-Geschichte erzählen zu wollen, ändert das jedoch nichts. Sein Film ist ein Erlebnis, dem man inszenatorische Schwächen verzeiht.


SCHNEEMANN  | Regie: Tomas Alfredson | UK/USA/SWE 2017

Oslo, mitten im Winter. Der erste Schnee fällt. Plötzlich verschwinden diverse junge Mütter spurlos – was bleibt, ist ein Schneemann in ihren Vorgärten, den der mutmaßliche Entführer für sie hinterlässt. Er spielt ein gemeingefährliches Spiel mit seinen Opfern – und mit den auf ihn angesetzten Ermittlern. Kommissar Harry Hole (Michael Fassbender) recherchiert fieberhaft in einem Labyrinth aus Verdächtigungen und falschen Fährten nach ihrem Killer. Die brutalen Morde müssen enden, noch bevor der nächste Schnee fällt, denn der Mörder geht immer brutaler vor und wird mutig, als er nun schon vorab ankündigt, wen er als nächstes umbringen wird. Zusammen mit der Nachwuchsbeamtin Katrine Bratt (Rebecca Ferguson) vermutet der eigenwillige Einzelgänger einen nie gefassten Serienmörder hinter den Verbrechen. Als seine Freundin Rakel ins Visier des Killers gerät, entwickelt sich ein mörderisches Duell.

„Schneemann“ ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite funktioniert der auf einem Bestseller von Jo Nesbø basierende Serienkillerthriller darüber, den Zuschauer bis zuletzt über den Täter im Unklaren zu lassen und bei der Auflösung schließlich zu überraschen. Auf der anderen Seite lässt Tomas Alfredson zu viele Fragen offen und Handlungsstränge ins Leere laufen, sodass der Eindruck entsteht, der Film sei vorab der Schere zum Opfer gefallen. Die Folge: Vieles wirkt konstruiert und nicht immer logisch.


GEOSTORM  | Regie: Dean Devlin  | USA 2017

Eine beispiellose Serie außergewöhnlicher Naturkatastrophen bahnt sich ihren Weg rund um den Globus. Mitten in der Wüste rafft ein Eissturm die Einwohner eines Dorfes nieder, basketballgroße Hagelkörner krachen auf die Erde und riesige Flutwellen bedrohen die Städte. Aus diesem Anlass kommen die Regierungschefs der Welt zusammen, um ein Netz von Satelliten zu schaffen, das das Weltklima überwacht und Sicherheit für alle garantiert. Doch nun ist etwas schief gelaufen und das System, das den Planeten eigentlich schützen sollte, greift diesen an. In einem Wettlauf gegen die Zeit muss die wahre Bedrohung entdeckt werden, bevor ein weltweiter Geostorm alles ausradiert – und jeden. Dafür begibt sich der Wissenschaftler Jake (Gerard Butler) auf eine Weltraumstation um von dort aus die defekten Systeme zu reparieren. Doch die Zeit drängt – und irgendeiner in dem Team sabotiert außerdem seine Arbeit. 

Viel Gerede, wenig Zerstörung und ein gelangweilter Gerard Butler: Auch wenn ein Subplot rund um eine Verschwörung einen Hauch Spannung aus „Geostorm“ herauskitzeln kann, ist dieser technisch ambivalente Katastrophenthriller reine Zeit- und Geldverschwendung.


CLASH  | Regie: Mohamed Diab | ÄG/DE/FR 2016

Kairo im Sommer 2013. Nach der Revolution von 2011, den ersten freien Wahlen und dem anschließenden Militärputsch befindet sich Ägypten im Chaos. Muslimbrüder und Anhänger des Militärs liefern sich Strassengefechte, zwischen denen die Revolutionäre des Tahrir-Platzes aufgerieben werden. Der Film folgt einer Gruppe von Menschen, die in einem Transportfahrzeug der Polizei eingesperrt sind. Während sie die gewalttätigen Auseinandersetzungen außen hilflos mit ansehen müssen, prallen auch im Inneren des Fahrzeugs die unterschiedlichen politischen Ansichten und Emotionen der Menschen aufeinander. Anhänger der Muslimbrüder und des Militärs, desillusionierte Jugendliche und ganz normale Bürger liefern sich einen ideologischen und handfesten Schlagabtausch. In der klaustrophobischen Enge des Schauplatzes entfaltet Diab nach „Kairo 678“ ein Panorama Ägyptens unter Hochspannung.


Heimkinotipp: SIEBEN MINUTEN NACH MITTERNACHT  | Regie: J.A. Bayona | UK/ESP/USA 2016

Das Leben des jungen Conor (Lewis MacDougall) ist alles andere als sorglos: Seine Mutter (Felicity Jones) ist ständig krank, er muss deshalb bei seiner unnahbaren Großmutter (Sigourney Weaver) wohnen, und in der Schule verprügeln ihn die großen Jungs. Kein Wunder, dass er jede Nacht Albträume bekommt. Doch dann wird alles anders: Als er wieder einmal schweißgebadet – um punkt sieben Minuten nach Mitternacht – aufwacht, hat sich der alte Baum vor seinem Fenster in ein riesiges Monster verwandelt und spricht zu ihm. Ist das noch der Traum – oder ist es Realität? Das weise Monster beginnt, ihm Geschichten zu erzählen. Fortan kommt sein ungewöhnlicher Freund jede Nacht und seine Erzählungen führen Conor auf den Weg zu einer überwältigenden Wahrheit…

Ein Fazit zu „Sieben Minuten nach Mitternacht“ zu verfassen, würde bedeuten, all die von diesem Film ausgehende Wucht zusammenfassen zu wollen. Zu zähmen, was nicht gezähmt werden darf, die Kraft zu bündeln, und zum Abschluss zu bringen was auch nach seinem Ende noch fortbestehen muss. Ein Film wie dieser braucht kein Fazit. Er braucht ja noch nicht einmal eine Kritik…

Das startet am 20. April 2017

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 20. April, der es zwischen zwei Blockbuster-Wochen („Fast & Furious 8“ und „Guardians of the Galaxy Vol. 2“) nicht gerade einfach hat. Entsprechend bleiben die großen Mainstream-Filme aus, stattdessen finden sich die Highlights in den Programmkinos. Ausgerechnet zwei französische Komödien geben den Ton an und könnten sich aufgrund ähnlicher Thematiken die Zuschauer klauen. Dafür gibt es mit „Conni & Co 2“ einen neuen Til-Schweiger-Film in den Kinos zu sehen, der das Segment der Kinderunterhaltung um eine weitere Auswahl ergänzt. Filme wie „Bleed for This“ oder „Queen of Katwe“ sind zwar in Ordnung, starten aber mit einer solch geringen Kopienanzahl, dass davon kaum einer Notiz nehmen wird.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

EIN DORF SIEHT SCHWARZ  | Regie: Julien Rambaldi | FR 2016

Frankreich 1975: Seyolo Zantoko (Marc Zinga) ist ein erfolgreicher Arzt und stammt aus dem Kongo. Als er einen Job als korrupter Leibarzt ausschlägt und stattdessen eine Stelle in einem kleinen Kaff nördlich von Paris angeboten bekommt, beschließt er, mit seiner Familie umzuziehen. Sie erwarten das noble Pariser Stadtleben, treffen aber stattdessen auf skeptische Dorfbewohner, die zum ersten Mal in ihrem Leben einem afrikanischen Arzt begegnen und alles tun, um den „Exoten“ das Leben schwer zu machen. Aber wer mutig seine Heimat verlassen hat und einen Neuanfang in einem fremden Land wagt, lässt sich so leicht nicht unterkriegen und so beschließen die Zantokos, das Beste aus der Situation zu machen.

„Ein Dorf sieht schwarz“ greift zwar gängige Klischees auf, aber nicht, um anhand von diesen eine Geschichte zu erzählen, sondern um aufzuzeigen, was passiert, wenn sie sich weiterhin in der Gesellschaft durchsetzen. Ein starker, nie pessimistischer aber doch grundehrlicher Film über Fremdsein und Fremdfühlen.


 ALLES UNTER KONTROLLE | Regie: Philippe de Chauveron | FR 2016

Für den Polizisten José Fernandez gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht: er wird endlich befördert und darf sich vom unerfreulichen Alltag des Grenzpolizisten verabschieden. Die schlechte Nachricht: ein letztes Mal muss er nach Kabul, um den straffälligen Karzaoui in sein Heimatland abzuschieben. Jetzt heißt es, den Flüchtling unkompliziert loszuwerden, sonst wird es schwierig mit der Beförderung. Doch es gibt ein Problem: im Fall Karzaoui ist der Justiz eine Panne unterlaufen. José hat sich seinen letzten Flüchtling deutlich resignierter vorgestellt. Doch weit gefehlt! Als das Flugzeug auf einer Ferieninsel notlanden muss, nutzt Karzaoui die Gunst der Stunde und macht sich aus dem Staub. 

Die französische Komödie „Alles unter Kontrolle“ ist trotz seiner Thematik nicht das tragikomische Glanzstück hintersinniger Flüchtlingsfilme, sondern einfach nur eine lässig-erfrischende Comedy mit jeder Menge Gags und einem tollen Cast.


CONNI & CO 2 | Regie: Til Schweiger | DE 2017

Conni (Emma Schweiger) und ihre Freunde verbringen wie jedes Jahr ihre Sommerferien auf der Kanincheninsel vor den Toren von Neustadt. Doch das Kinder- und Naturparadies ist in Gefahr, weil der Bürgermeister und ehemalige Schuldirektor Möller (Heino Ferch) ein Hotel auf der Insel bauen möchte. Er verspricht den Neustädtern neue Jobs, und Connis Vater Jürgen (Ken Duken) soll der Architekt des neuen „Gigantotels“ werden. Als Hund Frodo einen Dino-Knochen auf der Ferieninsel findet, ist das für Conni und ihre Freunde die Chance, deren Zerstörung zu verhindern. Doch dann ist der Knochen plötzlich verschwunden, und Connis bester Freund Paul (Oskar Keymer) ist auch noch schuld daran, dass sie keinen Beweis für dessen Existenz haben. Das Abenteuer um das Geheimnis des T-Rex beginnt.

Til Schweiger gelingt mit „Conni & Co 2“ seine beste Regiearbeit seit „Zweiohrküken“. Der Film präsentiert sich ausbalanciert zwischen den Genres Familienfilm, Abenteuer sowie Komödie und lässt die Kinder die Helden sein. Lediglich der hektische Schnitt und manche Teile der Besetzung trüben das Seherlebnis ein wenig.


 BLEED FOR THIS | Regie: Ben Younger | USA 2016

Der aus dem US-Bundesstaat Rhode Island stammende, italienische Boxer Vinny Pazienza (Miles Teller) hat sich aufgrund seines aggressiven Kampfstils den Namen „The Pazmanian Devil“ erarbeitet. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere kommt er bei einem Autounfall zwar knapp mit dem Leben davon, bricht sich aber das Genick. Die niederschmetternde Prognose: Er wird vielleicht nie wieder laufen können. Doch Vinny schließt sich mit dem Trainer Kevin Rooney (Aaron Eckhart) zusammen und schafft das unmöglich Geglaubte – schon bald steht er nicht bloß wieder eigenständig auf beiden Beinen, sondern plant sogar seine Rückkehr in den Boxring. Doch bis dahin ist es ein weiter Weg…

Ein Boxerdrama nach bekannten Mustern, in dem der Schmerz regiert – „Bleed for This“ punktet mit starken Darstellerleistungen und einer Entzauberung des typischen „Gib niemals auf!“-Gedanken. Doch bis zuletzt bleibt Ben Youngers Arbeit zu geradlinig, um auch nur irgendwie zu überraschen.


 THE FOUNDER | Regie: John Lee Hancock | USA 2016

Der Vertreter für Milchshake-Mixer Ray Kroc (Michael Keaton) hat Anfang der 1950er Jahre nur äußert mäßige Erfolge vorzuweisen. Trotzdem gibt der charismatische Vollblutverkäufer nicht auf und träumt den amerikanischen Traum. Als er zufällig von einem revolutionären Schnellrestaurant im kalifornischen San Bernardino hört, wittert er die Chance seines Lebens. Trotz anfänglichem Widerstand der Betreiber, der Brüder Mac (John Carroll Lynch) und Dick McDonald (Nick Offerman), gelingt es Ray durch Hartnäckigkeit und Raffinesse, die Franchise-Rechte zu erwerben. Doch bis daraus ein erfolgreiches Fast-Food-Imperium werden kann, muss Ray noch unzählige Hindernisse aus dem Weg räumen und unliebsame Entscheidungen treffen…

„The Founder“ ergründet den verrückten Erfolgsweg des Milliardenunternehmens McDonalds und konzentriert sich dabei ganz auf die ambivalente Figur des gerissenen Unternehmers Ray Kroc. Über den Fast-Food-Riesen erfährt man viel Spannendes, doch Regisseur John Lee Hancock kann sich nicht entscheiden, ob er seine Hauptfigur nun zum Helden, oder zum gerissenen Schurken machen will.


STILLE RESERVEN |  Regie: Valentin Hitz | AT/DE/CH 2016

Der Versicherungsagent Vincent Baumann (Clemens Schick), ein kalter Karrierist, Höriger eines gnadenlosen Systems, wird selber Opfer der Konzerne, die er vertritt. Von seiner knallharten Chefin Diana Dorn (Marion Mitterhammer) zum Handlager degradiert, strengt er sich verbissen an, zurückzukommen auf den Arbeitsmarkt, kämpft um den Aufstieg. Dabei erkennt er, dass es noch andere Werte gibt als Einkommen und Erfolg. Und er entscheidet sich gegen seine bisherige Weltanschauung, für einen anderen Menschen, für Lisa Sokulowa (Lena Lauzemis). Eine Zukunft haben die beiden nicht. Aber ein kleiner Triumph bleibt ihnen gegen die Übermacht des herrschenden Systems.
3 von 5

„Stille Reserven“ ist eine atmosphärische Dystopie, die trotz ihres abgehobenen Szenarios mit Realitätsnähe und Bodenständigkeit besticht. Der Cast spielt überragend, doch leider kommt Valentin Hitz‘ Film erst spät in Gang. Bis dahin muss sich der Zuschauer leider durch allzu viel Theorie kämpfen, wird aber dafür mit einem nachhallenden Finale belohnt.


QUEEN OF KATWE | Regie: Mira Nair | USA 2016

Für Phiona Mutesi und ihre Familie ist das Leben im verarmten Katwe in Kampala, Uganda, ein ständiger Kampf. Ihre Mutter Harriet ist fest entschlossen, für ihre Familie zu sorgen. Sie arbeitet unermüdlich und verkauft Gemüse auf dem Markt, um sicherzustellen, dass ihre Kinder zu essen und ein Dach über dem Kopf haben. Als Phiona auf Robert Katende trifft, der die Kinder des Dorfes im Schachspielen unterrichtet, wird sie in den Bann des Spiels gezogen. Schach erfordert ein hohes Maß an Konzentration, strategisches Denken und Risikobereitschaft, allesamt Fähigkeiten, die für das tägliche Leben unerlässlich sind. Phiona ist beeindruckt von der Intelligenz und dem Scharfsinn, die das Spiel verlangt, und es zeigt sich sofort, dass sie ein außergewöhnliches Talent hat…

„Queen of Katwe“ ist ein ruhiges Drama, das die gängigen Motive eines Sportler-Biopics nur vage variiert, dafür mit viel Authentizität und einer herausragenden Performance von Schauspieldebütantin Madina Nalwanga punkten kann.


THE BYE BYE MAN | Regie: Stacy Title | USA 2017

Als drei ahnungslose College-Freunde auf die schockierenden Ursprünge des sogenannten Bye Bye Man stoßen, erkennen sie, dass es nur einen einzigen Weg gibt, um seinem Fluch zu entgehen: „Denk ihn nicht! Sag ihn nicht!“ Denn sobald sich der Bye Bye Man im Kopf eingenistet hat, übernimmt er die Kontrolle und lässt einen die bösartigsten Dinge tun. Gibt es eine Möglichkeit, seiner Macht zu entkommen …? Wir fragen uns oft, was die Menschen tagtäglich zu grausamen Taten antreibt – aber was, wenn man sich gar nicht die Frage nach dem „was“, sondern nach dem „wer“ stellen muss? Was, wenn eine dunkle, unbarmherzige Macht hinter all dem Bösen und den Gräueltaten steckt?

So leidenschaftslos hat sich schon lange kein Horrorfilm mehr präsentiert. Gegen „The Bye Bye Man“ sieht selbst ein „Rings“ hochwertig aus. Holzschnittartige Figuren, schlechte Darsteller und hanebüchene Dialoge machen diesen Film zu einer Mutprobe für die Nerven.


CHIPS | Regie: Dax Shepard | USA 2017

Jon Baker (Dax Shepard) und Frank „Ponch“ Poncherello (Michael Peña) haben sich erfolgreich bei der California Highway Patrol (CHP) in Los Angeles beworben – aber aus ganz unterschiedlichen Gründen. Baker hat seine beste Zeit als Motorrad-Profi hinter sich und braucht einen frischen Start, um seine Ehe zu retten. Ein Platz bei der CHP könnte ihm wieder Respekt bei seiner Ehefrau einbringen. Poncherello ist ein arroganter Undercover-Agent des FBI – er untersucht einen Millionenraub, der möglicherweise von CHP-Beamten ausgeführt wurde. Der unerfahrene Neuling und der abgebrühte Profi sollen ein Team bilden, doch weil sie ständig aneinandergeraten, ist es mit ihrer Partnerschaft nicht weit her. Allerdings könnten Bakers Erfahrungen im Motorradsattel und Ponchs Herkunft aus den Problemvierteln eine unschlagbare Kombination ergeben – falls sich die beiden nicht vorher gegenseitig in den Wahnsinn treiben.


Heimkinotipp ELVIS & NIXON  |  Regie: Liza Johnson | USA 2016

Im Jahr 1970 erscheint der King of Rock‘n Roll unangekündigt vor dem Weißen Haus und möchte den mächtigsten Mann der Welt treffen: US-Präsident Richard Nixon (Kevin Spacey). Elvis (Michael Shannon) hat dabei ein dringendes Anliegen: Er möchte undercover als Federal Agent für sein Land arbeiten. Seine Martial Arts-Kenntnisse, seine Schauspielerfahrung sowie sein Geschick im Verkleiden und nicht zuletzt seine stattliche Waffensammlung sollen dabei helfen, den Kommunismus zu Fall zu bringen. Nixon hat zunächst keine große Lust, den berühmten Entertainer kennen zu lernen, aber im Tausch gegen ein Autogramm für seine Tochter lässt er sich doch überreden. Und erstaunlicherweise finden die beiden unterschiedlichen Männer überraschende Gemeinsamkeiten…
4 von 5

Auch wenn „Elvis & Nixon“ im Großen und Ganzen recht oberflächlich bleibt und sich in der ersten Hälfte ein wenig zieht, macht das süffisante Aufeinandertreffen zwischen dem legendären Musiker und dem einflussreichen Politiker eine Menge Laune, was in erster Linie den schnittig geschriebenen Dialogen und der Spielfreude sämtlicher Darsteller zu verdanken ist.

« Ältere Einträge Letzte Einträge »