Tag Archives: Science-Fiction

19. August 2021: Die deutschen Kinostarts

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY. Diese Woche geht es um den 12. August 2021, an dem mit „Free Guy“ ein Film startet, den vorab wohl so keiner richtig auf dem Zettel hatte. Doch nun entpuppt sich das Ryan-Reynolds-Vehikel automatisch als einer der positivsten, sympathischsten Filme des Jahres. Ein Stückweit gilt das auch für „Dream Horse“, einen Film über die wahre Geschichte einer Tippgemeinschaft, die sich ohne jedwedes Fachwissen ein Rennpferd kauft und schon bald Sieg um Sieg einfährt. Nur dass es hier auch ein klein wenig dramatisch zugehen darf. Das andere Ende der Fahnenstange ist mit „Buddy Games“ dann übrigens auch erreicht. Ein Kandidat auf den Titel „schlechtester Film des Jahres“.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Übrigens: Das erste Mal in „Wessels‘ Weekly“-Zeiten gibt es diese Woche keinen Heimkinotipp. Es startet einfach nichts… Ich wünsche Euch natürlich trotzdem viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

PROMISING YOUNG WOMAN | Regie: Emerald Fennell | UK/USA 2020

Tagsüber geht Cassie (Carey Mulligan) einem trostlosen Job im örtlichen Café nach. Doch nachts zieht sie in verführerischer Kleidung durch Clubs und Bars, um die Aufmerksamkeit von Männern zu erregen. Denn viele, da ist Cassie sicher, halten sich zwar für anständig, doch unter den entsprechenden Umständen, zögern sie nicht, hilflose Frauen auszunutzen. Und genau diesen Umstand will sie beweisen. Zugegeben: Diese Freizeitbeschäftigung ist nicht unbedingt das, was man von einer hochintelligenten jungen Frau erwartet hätte, die einst eine glänzende Zukunft vor sich zu haben schien. Doch für Cassie ist das Ganze Teil einer freiwillig gewählten Mission. Im richtigen Moment dreht sie den Spieß um und lässt die vermeintlichen Kavaliere am eigenen Leib spüren, dass sie Frauen – ganz gleich ob nüchtern oder berauscht – mit Respekt behandeln sollten.

Mit ihrem stilsicher inszenierten Thriller „Promising Young Woman“ gibt Regiedebütantin Emerald Fennell dem Genre des Rape-and-Revenge-Films einen völlig neuen Dreh. Einer bitter-realistischen Anklage lässt sie einen exaltierten Racheakt folgen, in dem Hauptdarstellerin Carey Mulligan nicht zur klassischen Heldenfigur mutiert. Die Genugtuung findet nicht im Film selbst statt. Die Genugtuung ist, dass es diesen Film überhaupt gibt.


ESCAPE ROOM 2 – NO WAY OUT | Regie: Adam Robitel | USA 2021

Zoey Davis (Taylor Russell) und Ben Miller (Logan Miller) gelang einst das vermeintlich Unmögliche: Sie entkamen gemeinsam den tödlichen Escape Rooms der sinistren Organisation Minos. Zwar schenkt ihnen niemand Glauben, doch wenigstens haben sie einander – und den Plan zurückzuschlagen. Wenn da nicht die stetigen Ängste und Albträume wären, die die beiden in ihrem Leben stark beeinträchtigen. Und überhaupt schlägt ihr Plan fehl. Denn urplötzlich – und gegen ihren Willen – befinden sie sich in einem ultrakomplexen Escape-Turnier, mit dem Minos frühere Champions triezt. Neben Zoey und Ben befinden sich die strenge Rachel Ellis (Holland Roden), der zornige Theo (Carlito Olivero), der mit seinem Glauben hadernde Nathan (Thomas Cocquerel) und die vernarbte Influencerin Brianna Collier (Indya Moore) in den Klauen von Minos. Können sie sich in die Freiheit knobeln?

Das haben wir uns doch alle gewünscht! Noch mehr von dem, was „Escape Room“ schon aufgefahren hat: Mit weniger Überraschungseffekt, aber mit einem mitreißend zügigen, erzählerischen Schmiss versehen, führt „Escape Room: No Way Out“ den Überraschungshit von 2019 konsequent fort.


SUPERINTELLIGENCE | Regie: Ben Falcone  | USA 2020

Der unscheinbaren Carol Peters (McCarthy) ist noch nie in ihrem Leben etwas Außergewöhnliches passiert. Sie schlägt sich durch ihren Alltag, besucht regelmäßig Bewerbungsgespräche, nach denen sie dann doch nicht genommen wird und engagiert sich ehrenamtlich. Als eines Tages ihr Fernseher, Telefon und die Mikrowelle anfangen, schnippische Antworten zu geben, nimmt sie logischerweise an, dass jemand sie veräppelt. Oder sie den Verstand verloren hat. Tatsächlich jedoch hat die erste Superintelligenz der Welt (im Original gesprochen von James Corden) sie als Forschungsobjekt auserwählt und die Kontrolle über ihr Leben übernommen – mit dem viel größeren, bedrohlichen Ziel, die Kontrolle über alles zu erlangen. Auf einmal ist Carol die letzte Hoffnung der Menschheit, um zu verhindern, dass die zickige künstliche Intelligenz sich entscheidet, den Stecker zu ziehen. Dafür muss sie erstmals über sich hinaus wachsen…

Regisseur Ben Falcone gelingt mit der Actionkomödie „Superintelligence“ seine bisher angenehmste Zusammenarbeit mit Schauspielerin Melissa McCarthy, die hier deutlich mehr schauspielern als sich zum Affen machen darf. Zusammen mit Sympathieträger Bobby Cannavale und einem akustisch stets präsenten James Corden gelingt es ihr, den trotz der Prämisse bisweilen beliebigen Plot mit dem notwendigen Herzblut zu versorgen.


SNAKE EYES – G.I. JOE ORIGINS | Regie: Robert Schwentke | CAN/USA 2021

Der junge Snake Eyes (Henry Golding), ein beharrlicher Einzelgänger, wird in den ehrwürdigen japanischen Arashikage-Clan aufgenommen, nachdem er das Leben des designierten Thronfolgers gerettet hat. Nach seiner Ankunft in Japan lehren ihn die Arashikage die Kunst der Ninja und bieten ihm gleichzeitig, wonach er sich schon immer gesehnt hat: ein Zuhause. Doch eines Tages werden Geheimnisse aus seiner Vergangenheit enthüllt: Snake Eyes Ehre und Loyalität werden auf die Probe gestellt und er läuft Gefahr, das Vertrauen derer zu verlieren, die ihm am nächsten stehen.

Der deutsche Action-Spezialist Robert Schwentke („R.E.D. – Älter.Härter.Besser.“) führt Regie bei „Snake Eyes: G.I. Joe Origins“, und auch für die Produktion zeichnen wahre Action-Profis verantwortlich: Brian Goldner („Transformers“-Reihe), Erik Howsam („G.I. JOE – Die Abrechnung“) und Lorenzo di Bonaventura („Bumblebee“,) sowie David Ellison („Star Trek: Beyond“) und Jeff G. Waxman („John Wick“, „John Wick: Kapitel 2“).


BEFLÜGELT – EIN VOGEL NAMENS PENGUIN BLOOM | Regie: Glendyn Ivin  | USA/CAN 2019

Sam Bloom führt mit ihrem Mann Cameron und ihren drei Söhnen ein erfülltes, glückliches Leben in der Nähe von Sydney. Sam und Cameron, verliebt wie am ersten Tag, verbringen ihre Tage voller Aktivität mit ihren Jungs an den traumhaften Stränden ihrer Heimat. Die Familie Bloom ist glücklich – bis eines Tages ein schrecklicher Unfall ihr Leben für immer verändert. Auf einer Urlaubsreise nach Thailand stürzt Sam schwer und ist fortan querschnittsgelähmt. Sam ist verzweifelt, hadert mit ihrem Schicksal. Es fällt ihr schwer neuen Lebensmut zu finden. Doch dann tritt Penguin in das Leben der Familie Bloom, eine kleine verletzte Elster, die ihr Sohn Noah mit nach Hause bringt. Zunächst wenig begeistert, ahnt Sam noch nicht, wie wichtig dieser kleine, fluguntüchtige Vogel für sie und ihre Familie werden wird. Dennoch sorgt sie für den Vogel und pflegt ihn gesund. Und langsam beginnt Sam, Parallelen zwischen ihrer Lebenssituation und dem Schicksal des Tieres zu spüren…


5. August 2021: Die deutschen Kinostarts

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY. Diese Woche geht es um den 5. August 2021, an dem ein Film startet, von dem wir nicht erwartet hätten, ihn in dieser Ausführung jemals zu Gesicht zu bekommen. Insbesondere für Comicfans wird „The Suicide Squad“ ein Triumph sein. Vielleicht trauen sich auch deshalb keine weiteren großen Filme an den Start. Robin Wrights nur mäßig gelungenes Regiedebüt könnte immerhin Liebhaber:innen von „Wild“ und Co. abholen, während mit „Fabian“ ein Film startet, auf den die deutschen Kritiker:innen große Stücke halten. Schon bald erfahrt ihr hier mehr.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

THE SUICIDE SQUAD | Regie: James Gunn | USA 2021

Das Belle Reve ist das Gefängnis mit der höchsten Sterblichkeitsrate in den USA. Hier sitzen die schlimmsten Superschurken ein und würden alles tun, um wieder rauszukommen – selbst der streng geheimen Spezialeinheit Task Force X beitreten. Schon bald begibt sich ein bunt zusammengewürfelter Haufen von Verbrechern auf tödliche Mission, darunter Bloodsport, Peacemaker, Captain Boomerang, Ratcatcher II, Savant, King Shark, Blackguard, Javelin – und natürlich jedermanns Lieblingspsychopathin Harley Quinn. Bis an die Zähne bewaffnet fällt (buchstäblich) die Bande auf der abgelegenen, von Feinden nur so wimmelnden Insel Corto Maltese ein. Auf ihrem Weg durch den von militanten Widersachern und Guerillas bevölkerten Dschungel lassen sie kaum einen Stein auf dem anderen. Einzig Colonel Rick Flag ist als Stimme der Vernunft mit von der Partie … und Amanda Wallers Regierungsspitzel verfolgen jeden Schritt, den das Selbstmordkommando tut.

Zuckerschock trifft Epilepsieanfall trifft James Gunn, der die Synapsen seines Publikums zum Durchknallen bringt. „The Suicide Squad“ ist schon deshalb ein Triumph, weil es bisher schier unmöglich schien, dass ein solcher Film mithilfe eines großen Studios überhaupt entstehen kann. Auch wenn man dafür in Kauf nehmen muss, dass der Film nach der ersten Hälfte nur noch an einem vorbeirauscht, weil man diesen Wahnsinn so schnell gar nicht verarbeiten kann.


FABIAN ODER DER GANG VOR DIE HUNDE | Regie: Dominik Graf  | UK 2021

Berlin im Jahr 1931: Der Germanist und Werbetexter Jakob Fabian (Tom Schilling) ist ebenso orientierungslos wie energisch darin, das Leben aus vollen Zügen zu genießen. Tagsüber erdenkt er Werbung für eine Zigarettenmarke, nachts streunt er mit seinem Studienkollegen Labude (Albrecht Schuch) umher und macht die Unterweltkneipen, Bordelle und Künstlerateliers der Stadt unsicher. Dieses sorglose Leben wird allerdings zunehmend durch Anspannungen im gesellschaftlichen Klima bedroht. Während Labude sich ausmalt, dass die unteren Klassen bald gegen die Obrigkeit revolutionieren, steckt Fabian den Kopf in den Sand – es sei denn, ihm bietet sich ein ironischer Kommentar der Geschehnisse an. Eines Tages trifft er in einem Atelier auf Cornelia (Saskia Rosendahl) und verliebt sich Hals über Kopf in sie. Fabians naives Dasein nimmt eine dramatische Wende, als er einer Entlassungswelle zum Opfer fällt, Cornelias Karriere als Schauspielerin hingegen an Fahrt aufnimmt…

„Fabian oder der Gang vor die Hunde“, frei nach „Fabian. Die Geschichte eines Moralisten“ ist eine grandiose, formal kreative und äußerst stark inszenierte Erich-Kästner-Verfilmung, die der tragischen Vorlage und der Geschichte um sie herum mehr als gerecht wird. Darüber hinaus glänzt das Ensemble, allen voran Tom Schilling.


KAISERSCHMARRNDRAMA | Regie: Ed Herzog | DE 2021

Die Idylle des niederbayerischen Provinzpolizisten Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel) ist in Gefahr. Das liegt weniger daran, dass das dorfbekannte Webcam-Girl ermordet wurde – diesen Fall geht der Franz mit der gewohnten Tiefenentspanntheit an. Ausgerechnet jetzt sitzt sein aufdringlicher, aber stets hilfreicher Co-Ermittler Rudi (Simon Schwarz) nach einem Unfall im Rollstuhl und gibt natürlich Franz die Schuld dafür. Als Rudi sich dann auch noch auf dem Hof einnistet und eine Rundumbetreuung von Franz erwartet, ziehen erste dunkle Wolken im Paradies auf. Richtig bedroht wird Eberhofers Ruhe aber durch Dauerfreundin Susi (Lisa Maria Potthoff), die sich mit Franz‘ verhasstem Bruder Leopold (Gerhard Wittmann) verbündet hat, um neben dem Hof ein Doppelfamilienhaus mit Gemeinschaftssauna zu bauen – was auch Papa Eberhofer gehörig gegen den Strich geht.

Es ist, wie es immer ist und das ist gut. Nach sechs Filmen kennt (und entweder liebt oder hasst) die Figuren aus Ed Herzogs Eberhofer-Krimireihe und kommt auch damit klar, dass „Kaiserschmarrndrama“ mehr denn je den Krimipart in den Hintergrund rückt und mehr und mehr die privaten Verwicklungen des Protagonisten Franz thematisiert. Doch je mehr man die Charaktere kennt, desto mehr Charme haben sie. Das hätten wir uns vor ein paar Jahren auch noch nicht vorstellen können… 


ABSEITS DES LEBENS | Regie: Robin Wright | USA/CAN 2021

Nach einem schmerzhaften Verlust verfällt die einst so lebensfrohe Edee (Robin Wright) in eine tiefe Depression. Mit Suizidgedanken spielend, bricht sie kurzerhand sämtliche Brücken hinter sich ab und entscheidet sich für ein neues Leben in der Einsamkeit der Rocky Mountains – einer gnadenlosen Umgebung, die nichts verzeiht. Zunächst erweisen sich lediglich solch banale Dinge wie Feuerholzhacken als echte Herausforderung für die vom Schicksal gebeutelte Frau. Auch die unverhoffte Begegnung mit einem Bären bringt Edee nicht von ihrem neuen Lebensplan ab. Doch als schließlich ein Sturm über sie hinwegzieht, droht Edee, der schroffen Natur zum Opfer zu fallen. Gerade noch rechtzeitig findet sie ein einheimischer Jäger (Demián Bichir). Er rettet sie und bringt ihr bei, wie man jagt und in der rauen Wildnis überlebt. Doch wie sie mit den schmerzhaften Erinnerungen, die sie umtreiben, weiterleben soll, kann sie nur selbst herausfinden.

„Abseits des Lebens“ ist genauso wenig aussagekräftig wie sein generischer Originaltitel „Land“. Robin Wright erweist sich in ihrem melancholischen Regiedebüt zwar als gute Beobachterin und starke Inszenatorin wirkungsvoller Naturbilder, doch das plakative Skript macht ihrem Film einen Strich durch die Rechnung – und die Sinnsuche von Wrights Protagonisten allzu austauschbar.


DAS LETZTE LAND | Regie: Marcel Barion  | DE 2019

Ein fremder Planet jenseits unseres Sonnensystems: Zwei wortkarge Männer stoßen in einem gestrandeten Raumschiff aufeinander. Unwissend, in was für eine Situation sie sich nun befinden. Adem (Torben Föllmer) ist gerade aus dem Gefängnis ausgebrochen und hat sich durch einen starken Sandsturm gekämpft, bis er auf dieses vermeintliche Wrack gestoßen ist. Sein Verfolger Novak (Milan Pesl) soll ihn wieder zurückbringen. Als der aber erkennt, dass das Schiff keineswegs fluguntauglich ist, desertiert er. Gemeinsam entkommen sie mit ihrer Rostlaube ins Weltall und machen sich auf die Suche nach einem neuen Zuhause – bis sie plötzlich ein Signal empfangen…

Klaustrophobisches, intelligentes No-Budget-Sci-Fi-Kino aus Deutschland.  Ab 5.8.2021 in ausgewählten Kinos (ursprünglich geplanter Kinostart: 3.12.2020 & 29.04.2021 (zweimal verschoben)).

1. Juli 2021: Die deutschen Kinostarts

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, die insgesamt mit 24 (!!) Neustarts aufwartet. Eine derart unübersehbare Anzahl an Filmen kann kaum einer in einer Woche schauen. Und deshalb haben wir uns der Übersicht halber – mal wieder – auf die vermutlich wichtigsten Neuerscheinungen beschränkt. Neben dem Oscarabräumer „Nomadland“, der unter anderem die Trophäe als „Bester Film“ gewann, freuen sich vor allem Genrefans seit Monaten auf Brandon Cronenbergs zweiten Film „Possessor“. Auch der dritte Teil der „Conjuring“-Reihe befriedigt die Lust nach kurzweiligem Horror. Während „100% Wolf“, „Catweazle“ und „Peter Hase 2“ sich hervorragend für die ganze Familie eignen.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

 

PETER HASE 2: EIN HASE MACHT SICH VOM ACKER | Regie: Will Gluck | AUS/IND/USA/UK/CAN 2021

Nach den nervenaufreibenden Ereignissen der Vergangenheit haben Bea (Rose Byrne), Thomas (Domhnall Gleeson) und die Hasenbande, angeführt von dem frechen aber liebenswerten Peter Hase (in der deutschen Fassung gesprochen von Christoph Maria Herbst) als Familie ihren Frieden geschlossen. Aber auch wenn er sich redlich bemüht, gelingt es Peter einfach nicht, seinen Ruf als kleiner Schlawiner loszuwerden. Etwas, was Thomas sehr entgegenkommt, denn so ganz überzeugt von der ungewöhnlichen Familienkonstellation ist er immer noch nicht. Als er sich gemeinsam mit seinem neuen Kumpel Barnabas, einem alten Freund von Peters verstorbenem Vater, auf ein aufregendes Abenteuer außerhalb des Gartens einlässt, findet er sich auf den Straßen der Großstadt in einer Umgebung wieder, wo seine spitzbübische Art gut ankommt. Aber als seine vierbeinigen Freunde in Gefahr geraten, muss Peter sich selbst fragen, was für ein Hase er sein will.

Anarchischer Spaß, großes Gefühlskino und jede Menge Meta-Schabernack: „Peter Hase 2 – Ein Hase macht sich vom Acker“ steht dem fantastischen Vorgänger in Nichts nach und ist einmal mehr ein herrlich chaotisches Familienabenteuer, das für die Großen im Publikum diesmal ganz besonders viel zu bieten hat.


POSSESSOR | Regie: Brandon Cronenberg | CAN/UK 2020

Der Firmenagentin Tasya Vos (Andrea Riseborough) ist es dank einer neuartigen Technologie möglich, mithilfe von Hirnimplantaten in die Körper anderer Menschen einzudringen. Ihre Opfer bekommen im Idealfall nichts davon mit. Sie führen lediglich das aus, was Tasya von ihnen verlangt. Im Auftrag ihrer Chefin Girder (Jennifer Jason Leigh) arbeitete sie auf diese Weise als Serienkillerin, indem sie auf diese Weise fremde Menschen dazu bewegt, Morde zum Wohle des Konzerns zu begehen, für den die beiden Frauen tätig sind. Doch bei einem dieser längst zur Routine gewordenen Aufträge geht etwas schief und plötzlich findet sich Vos im Körper eines fremden Mannes (Christopher Abbott) wieder, dessen Identität ihre eigene auszulöschen droht. Denn dieser Mann ist sich seiner selbst bewusster als sämtliche anderen, von Tasya eingenommenen Personen zuvor…

„Possessor“ ist ein visuell starker und akustisch überragender Science-Fiction-Horrorfilm, der mit Ausnahme einiger heftiger Gewaltspitzen voll und ganz über seine unterkühlt-unberechenbare Atmosphäre funktioniert. Andrea Riseborough lässt sich in ihrer Performance ebenso wenig in die Karten schauen wie der Film selbst, der inhaltlich wie ein verquerer Hybrid aus Pixars „Soul“ und Jonathan Glazers „Under the Skin“ daherkommt. Nur eben in der FSK-18-Version.


NOMADLAND | Regie: Chloé Zhao  | USA/DE 2020

Wie viele ihrer Landsleute hat auch Fern (Frances McDormand) nach der großen Rezession im Jahr 2008 alles verloren was ihr lieb war. Nach dem wirtschaftlichen Zusammenbruch einer Industriestadt im ländlichen Nevada packt sie ihre Sachen und bricht in ihrem Van auf, ein Leben außerhalb der konventionellen Regeln als moderne Nomadin zu erkunden. Dort, wo sie einen (Aushilfs-)Job findet, lässt sich Fern eine Weile nieder. Ist ihre Arbeit vorbei, zieht sie weiter. Dabei macht sie die Bekanntschaft mit vielen Gleichgesinnten, muss aber auch feststellen, dass das auf den ersten Blick so verwegene Leben auch seine Tücken mit sich bringt. Insbesondere die permanenten Geldsorgen bereiten der engagierten Frau Kopfzerbrechen. Eine Sorge, die Menschen, denen sie auf ihrer Reise begegnet, teilen. Doch Fern ist fest davon überzeugt, der Zivilisation ein für alle Mal den Rücken zu kehren…

„Nomadland“ hätte sehr leicht ein Problemfilm werden können. Doch Chloé Zhao arbeitet in ihrem modernen Nomad:innenporträt die Faszination für das nicht-sesshafte Leben heraus, ist dabei weder romantisch verklärend noch analytisch nüchtern, sondern im besten Sinne lebensecht.


JUDAS AND THE BLACK MESSIAH | Regie: Shaka King  | USA 2021


NOBODY | Regie: Ilya Naishuller  | USA/JPN 2021

Hutch Mansell (Bob Odenkirk) ist ein typischer Niemand, den keiner so richtig wahrnimmt. Wortlos erträgt der Ehemann und Vater die Demütigungen seines Alltags, ohne sich dagegen zu wehren. Selbst als eines Nachts zwei Unbekannte in sein Vorstadtzuhause einbrechen, weigert er sich, seine Familie zu verteidigen, um eine Eskalation zu verhindern. Davon ist sein jugendlicher Sohn Blake (Gage Munroe) schwer enttäuscht, und auch seine Frau Becca (Connie Nielsen) entfernt sich in der Folge nur noch mehr von ihm. Doch tatsächlich ist dieser Vorfall der Tropfen, der das Fass mit Hutchs lange brütender Wut zum Überlaufen bringt – dunkle Geheimnisse kommen zum Vorschein und wecken seine tödlichen Instinkte. Plötzlich begibt sich der unscheinbare Hutch auf einen brutalen Feldzug, um seine Familie vor einem gefährlichen Gegenspieler zu retten (Aleksey Serebryakov) – unterschätze niemals einen Nobody!

24. Juni 2021: Die deutschen Kinostarts

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, die hoffentlich einen tollen Kinosommer 2021 einläuten. Trotz der laufenden Fußball-Europameisterschaft ballern die Filmstudios munter ihre Filme raus. Und das, obwohl die großen Kinoketten ihre Tore erst ab dem 1. Juli wieder für ihr Publikum öffnen. Immerhin: Mögliche Filme, um das Programm zu füllen, gibt es dann zuhauf. Und wir bringen mal wieder Licht ins Dunkel mit dieser brandneuen Ausgabe von „Wessels‘ Weekly“. Viel Spaß dabei!

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

FREAKY | Regie: Christopher Landon | USA 2020

Eigentlich wollte die 17-jährige Millie Kessler (Kathryn Newton) nur noch ihr Abschlussjahr an der High School hinter sich bringen, doch mit einem Mal gerät ihr Leben auf sehr unerwartete Weise durcheinander. Der berüchtigte Serienmörder ‚Blissfield Butcher‘ (Vince Vaughn) versetzt die Stadt in Angst und Schrecken und trifft dabei auch bald auf Millie. Beim Versuch, sie zu seinem nächsten Opfer zu machen, löst er versehentlich einen uralten Fluch aus, der die Teenagerin und den Killer im Körper des jeweils anderen erwachen lässt. Jetzt hat Millie nur 24 Stunden Zeit, um den Fluch zu brechen und nicht für ewig in der Gestalt des Psychopathen gefangen zu sein, nach dem überall gefahndet wird. Mit Hilfe ihrer Freunde Nyla (Celeste O’Connor), Joshua (Misha Osherovich) und ihres Schwarms Booker (Uriah Shelton) kämpft Millie gegen die Zeit. Der ‚Blissfield Butcher‘ findet indes Gefallen an seinem neuen Aussehen. Der Körper eines Teenagers ist für ihn die perfekte Tarnung…

So wird „Freaky“ eben ein Kinohighlight im Jahr 2021, anstatt wie ursprünglich angedacht noch 2020. Die gleichermaßen hochamüsante wie verdammt blutige Mischung aus Bodyswitchkomödie und Serienkillerfilm eignet sich vielleicht nicht für ebenjene Horrorfans, die ihr Genrekino so richtig spannend mögen. Doch Christopher Landon ist es nach „Happy Deathday“ zum zweiten Mal gelungen, Genremechanismen gleichermaßen auf links zu drehen, neu zu erfinden und einfach nur zu bedienen. Und Vince Vaughn und Kathryn Newton haben in ihren Rollen hohes Kultpotenzial.


GEFANGEN IM NETZ | Regie: Barbora Chalupová, Vít Klusák  | CZE 2019

Es reicht nur ein Klick: Jugendliche sind in den digitalen Medien täglich der massiven Bedrohung durch Cybergrooming ausgesetzt. Erwachsene Männer nutzen dabei die Naivität, die Unwissenheit oder Unerfahrenheit von jungen Menschen im Netz schamlos aus. „Gefangen im Netz“ dokumentiert in eindringlichen Bildern, was nahezu überall auf der Welt passiert. Die Dokumentation ist ein filmisches Experiment, das ein Schlaglicht auf das Tabuthema Missbrauch an Kindern und Jugendlichen im Netz wirft: Drei volljährige Darstellerinnen, drei Kinderzimmer, 10 Tage und 2.458 Männer mit eindeutigen Absichten. Die drei sehr mädchenhaft aussehenden Akteurinnen, die sich im Netz mit fiktiven Profilen als 12-Jährige ausgeben, chatten aus sorgfältig nachgebauten ‚Kinderzimmern’ in einem Filmstudio mit Männern aller Altersgruppen. Sechs Kameras drehen die Ereignisse mit, während das Experiment zudem von Juristen und Psychologen begleitet wird.

Ein Dokumentarfilmexperiment, das später sogar Pate stand für eine deutsche Variation, die einst zur besten Sendezeit im Privatfernsehen ausgestrahlt wurde: „Gefangen im Netz“ ist immer wieder nur schwer mitanzusehen, doch die Präzision des Versuchsaufbaus und der aufklärerische Mehrwert sowie die damit einhergehende Dringlichkeit dessen machen diese Film zu einem schmerzhaften Must-See.


A QUIET PLACE 2 | Regie: John Krasinski  | USA 2020


CATS & DOGS 3: PFOTEN VEREINT! | Regie: Sean McNamara  | USA 2020

Es gab mal eine Zeit, da waren sich Hund und Katze spinnefeind. Doch über die Jahre – auch aufgrund diverser gemeinsamer Einsätze im Spionenbusiness – haben beide Spezies gelernt, dass es sich miteinander besser lebt als gegeneinander. Das gilt auch für Hund Roger (Originalsprecher: Max Greenfield) und Katze Gwen (Melissa Rauch), zwei fellige Agenten auf tierischer Mission, die wieder einmal – quasi – die (Tier-)Welt retten müssen. Doch ein finsterer, gefiederter Widersacher namens Pablo (George Lopez) will die Feindschaft der beiden Arten wiederaufleben lassen, damit die Menschen die Lust an ihren Vierbeinern verlieren und sich fortan stattdessen Vögel, Reptilien und andere Kleintiere in Haus holen. Roger und Gwen müssen diesen finsteren Plan vereiteln. Doch dazu benötigen sie auch die Unterstützung von Herrchen Max (Callum Seagram Airlie) und Frauchen Zoe (Sarah Giles)…

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