Schlagwort-Archiv: Ruben Fleischer

Das startet am 19. März 2020

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 19. März. Die Corona-Krise hat die Welt fest im Griff. Auch Deutschland, wo für die kommende Startwoche gleich zwei große Kinostarts gestrichen wurden: „A Quiet Place 2“ und „Berlin, Berlin – Der Film“. Wie es mit „Der Fall Richard Jewell“ und „Waves“ aussieht, steht derzeit noch in den Sternen. Zu diesem Zeitpunkt gehen wir aber davon aus, dass die Filme starten. Und auch, wenn das diese Wochenvorschau sehr übersichtlich macht, kommt diese natürlich trotzdem. Und ansonsten gibt’s ja immer noch das Heimkino… 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

DER FALL RICHARD JEWELL | Regie: Clint Eastwood  | USA 2019

„Da ist eine Bombe im Centennial Park. Sie haben 30 Minuten.“ 1996 erfährt die Welt zum ersten Mal von dem Wachmann Richard Jewell, der berichtet, die Zündvorrichtung während eines Bombenanschlags auf ein Konzert in Atlanta gefunden zu haben – seine Schilderung macht ihn zum Helden, denn sein schnelles Handeln hat unzählige Leben gerettet. Aber nur wenige Tage später nimmt sein Leben eine komplette Wendung: Der Möchtegern-Gesetzeshüter wird zum Hauptverdächtigen des FBI, gleichermaßen diffamiert durch die Presse und die Öffentlichkeit. Unerschütterlich an seiner Unschuld festhaltend, sucht Jewell Hilfe bei dem Anwalt Watson Bryant. Doch Bryant sieht sich der vereinten Gewalt von FBI, Georgia Bureau of Investigation und Atlanta Police Department nicht gewachsen, den Namen seines Klienten reinzuwaschen…

Clint Eastwoods auf wahren Ereignissen beruhendes Justizdrama „Der Fall Richard Jewell“ ist die unaufgeregte Studie einer medialen Hetzjagd, an deren Ende es keine Gewinner gibt. Großartige Hauptdarsteller und eine präzise Inszenierung können über kleine Schönheitsfehler hinwegtäuschen.


JEAN PAUL GAULTIER: FREAK & CHIC | Regie: Yann L’Hénoret | FR 2018

Jean Paul Gaultier gilt bis heute als einer der bemerkenswertesten Modeschöpfer unserer Zeit. Mit seiner prunkvollen „Fashion Freak Show“, einem exzentrischen Mix aus Modenschau, Varieté, Zirkus und Tanzdarbietung, hat er rund um den Erdball für Aufsehen gesorgt. Auch außerhalb des Modebusiness. Die Entstehung dieses glamourösen Events, mit dem Gaultier und sein Team bis heute durch die Welt touren, dauerte über zwei Jahre. Nun lässt der Designer seine Zuschauer regelmäßig in ein provokatives Universum eintauchen, das dem Publikum auch die Persona Jean Paul Gaultier selbst ein Stück weit näherbringen soll. Mit seinen visionären Designs, high-style Choreographien, pulsierender Musik, extravaganten Kostümen und einer aufwändigen Inszenierung lotet der Meister die Grenzen der Modeszene aus – und „Jean Paul Gaultier: Freak & Chic“ ist hautnah mit dabei.

„Jean Paul Gaultier: Freak & Chic“ begleitet den Modeschöpfer und sein Team bei der zweijährigen Vorbereitung der sogenannten „Fashion Freak Show“ und gibt neue Blicke auf das Verständnis für Mode und Schönheit, aber auch auf das Leben Jean Paul Gaultiers selbst frei. Nicht nur für Modeliebhaber ein Must-See!


WAVES | Regie: Trey Edward Shults  | USA/CAN 2019

Der 18-jährige Tyler (Kelvin Harrison Jr.) ist erfolgreiche Ringkämpfer und an seiner Highschool sehr beliebt. Doch die sportlichen Leistungen kommen nicht von ungefähr: Allen voran Tylers Vater drillt seinen Sohn regelmäßig zu Höchstleistungen. Tylers Kindheit ist seit jeher davon geprägt, seinem Vater zu gefallen. Zeit für Entspannung bleibt da keine. Doch daraus schöpft er auch seinen Ehrgeiz. Tyler wünscht sich nichts mehr als ein Sportstipendium für eine begehrte Elite-Universität. Doch dann geschehen in Tylers Familie gleich mehrere tragische Vorfälle, die nicht nur sein Leben, sondern auch das Leben seiner Schwester Emily (Taylor Russell) auf den Kopf stellen. Es benötigt viel Zeit, um damit klarzu kommen. In ihrem zurückhaltenden Mitschüler Luke (Lucas Hedges) findet zumindest Emily einen aufmerksamen Zuhörer. Doch Tyler lebt weiterhin sein ruheloses Leben, in dem er zwangsläufig irgendwann ins Straucheln geraten muss…


SIBERIA | Regie: Abel Ferrera | IT/DE/MEX 2020

Clint (Willem Dafoe) ist ein vom Leben gezeichneter Mann. Um endlich seinen inneren Frieden zu finden, hat er sich in eine einsame Hütte in den verschneiten Bergen zurückgezogen. Dort betreibt er ein kleines Café, in das sich nur selten Reisende oder Einheimische verirren. Aber selbst in der Abgeschiedenheit findet Clint keine Ruhe. Eines schicksalhaften Abends bricht er mit seinem Hundeschlitten auf, getrieben von der Hoffnung, sein wahres Ich zu finden. Eine Reise durch seine Träume, Erinnerungen und Fantasien beginnt.

Der preisgekrönte US-Regisseur und Drehbuchautor (hier zusammen mit Christ Zois) Abel Ferrara schickt in dem magischen Drama „Siberia“ den großartigen Willem Dafoe („Der Leuchtturm“) auf eine aufregende Odyssee ins Unterbewusstsein. Seine Weltpremiere feierte der Film auf der Berlinale, wo er geteiltes Feedback erhielt.


Heimkinotipp: ZOMBIELAND: DOPPELT HÄLT BESSER | Regie: Ruben Fleischer | USA 2019

Zehn Jahre ist es her, seit Zombiehorden die Menschheit überrannt und einen Großteil der Bevölkerung dezimiert haben. Die letzten Überlebenden haben sich mit der Plage mittlerweile allerdings arrangiert. Wichita, Little Rock , Columbus und Tallahassee haben es sich im Weißen Haus gemütlich gemacht. Wenn sie nicht gerade Weihnachten feiern oder Untote (nochmal) killen, zelebrieren Wichita und Columbus ihre Liebe, während Tallahassee das Flügge werden der jüngsten Little Rock gar nicht so lieb ist. Als die beiden Frauen eines Tages Reißaus nehmen – wenngleich aus vollkommen unterschiedlichen Gründen – sind die zwei Männer wieder auf sich allein gestellt. Allerdings nicht lang, denn die Geschehnisse nehmen eine unerwartete Wendung. Und daran ist die ziemlich naive Madison nicht ganz unschuldig…

Wer Teil eins mochte, wird auch Teil zwei mögen und wer vom ersten Teil nicht so der Fan war, dem liefert Ruben Fleischer mit „Zombieland: Doppelt hält besser“ noch ein, zwei Gründe dafür an die Hand, warum das so sein könnte. Für die Fortsetzung hat sich der Regisseur nämlich sichtbar kritisch mit dem Vorgängerfilm auseinandergesetzt und generiert daraus einige neue Lacher. Auch die altbewährte Figurenkonstellation macht wieder viel Spaß. Nur der betont künstliche Look hinterlässt viele Fragezeichen.

Das startet am 7. November 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 7. November, der unter anderem die 10 Jahre nach dem ersten Teil endlich erscheinende Fortsetzung zu „Zombieland“ in die Kinos kommt und hier sicherlich für reißenden Absatz sorgen dürfte. Empfehlen möchten wir mit „Lara“ und „The Report“ diesmal allerdings zwei ganz andere Filme, die nur in ausgewählte Kinos kommen, hier aber jeden Zuschauer verdient haben. Wie wir derweil zu „Midway“ stehen, darüber müssen wir uns bis kommenden Mittwoch noch in Stillschweigen hüllen, aber dann erfahrt ihr mehr zum neuen Film von Roland Emmerich. Bis dahin bleiben Euch die Reviews zu sämtlichen anderen Filmen, ihr kennt das Spiel.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

LARA | Regie: Jan-Ole Gerster | DE 2019

Es ist Laras (Corinna Harfouch) sechzigster Geburtstag, und eigentlich hätte sie allen Grund zur Freude, denn ihr Sohn Viktor (Tom Schilling), angehender Weltklassepianist und große Hoffnung in der Musikerszene, gibt an diesem Abend das wichtigste Klavierkonzert seiner Karriere. Schließlich war sie es, die seinen musikalischen Werdegang entworfen und forciert hat. Doch Viktor ist schon seit Wochen nicht mehr erreichbar und nichts deutet darauf hin, dass Lara bei seiner Uraufführung willkommen ist. Auch ihr Ex-Mann und Viktors Vater macht ihr unmissverständlich deutlich, dass man sie nicht unbedingt dabei haben möchte. Kurzerhand kauft sie sämtliche Restkarten und verteilt sie an jeden, dem sie an diesem Tag begegnet. Doch je mehr Lara um einen gelungenen Abend ringt, desto mehr geraten die Geschehnisse außer Kontrolle.

„Lara“ ist ein absolut lebensechtes Porträt einer Frau, die einen trotz ihrer harten Schale von Minute zu Minute immer weiter in ihren Bann zieht, ohne einfach irgendwann nur ganz billig einen weichen Kern zu entlarven. „Lara“ ist authentisch und echt, „Lara“ ist lustig und traurig und „Lara“ ist genauso wahrhaftig wie Corinna Harfouch, die hier eine ihrer besten Leistungen überhaupt abliefert.


THE REPORT | Regie: Scott Z. Burns | USA 2019

Der engagierte Mitarbeiter Daniel J. Jones (Adam Driver) wird von seiner Chefin, Senatorin und Vorsitzende des Geheimdiensausschusses Dianne Feinstein (Annette Bening), beauftragt, eine Untersuchung über das „Detention and Interrogation Programm“ der CIA zu leiten, welches nach den Anschlägen des 11. September 2001 ins Leben gerufen wurde, um mithilfe illegaler Verhörmethoden, zu denen auch Folter gehörte, Informationen über die Hintermänner der Attentate herauszubekommen. Jones‘ begibt sich in den eigenen Reihen auf eine unerbittliche Suche nach der Wahrheit und bringt daraufhin ans Licht, wie weit der mächtigste Geheimdienst der USA bereit war zu gehen, um Beweise zu zerstören, Gesetze zu untergraben und ein schockierendes Geheimnis zu verbergen. Und plötzlich hat Daniel die Möglichkeit, all das an die Öffentlichkeit zu bringen…

Bestückt mit einem phänomenalen Adam Driver erzählt „The Report“ auf genügend nüchterne wenn auch gleichermaßen angemessen emotionale Weise den Weg von den ersten Recherchen hin zur Veröffentlichung von Informationen eines der größten CIA-Skandale in der Geschichte der USA.


ZOMBIELAND: DOPPELT HÄLT BESSER | Regie: Ruben Fleischer | USA 2019

Zehn Jahre ist es her, seit Zombiehorden die Menschheit überrannt und einen Großteil der Bevölkerung dezimiert haben. Die letzten Überlebenden haben sich mit der Plage mittlerweile allerdings arrangiert. Wichita (Emma Stone), Little Rock (Abigail Breslin), Columbus (Jesse Eisenberg) und Tallahassee (Woody Harrelson) haben es sich im Weißen Haus gemütlich gemacht. Wenn sie nicht gerade Weihnachten feiern oder Untote (nochmal) killen, zelebrieren Wichita und Columbus ihre Liebe, während Tallahassee das Flügge werden der jüngsten Little Rock gar nicht so lieb ist. Als die beiden Frauen eines Tages Reißaus nehmen – wenngleich aus vollkommen unterschiedlichen Gründen – sind die zwei Männer wieder auf sich allein gestellt. Allerdings nicht lang, denn die Geschehnisse nehmen eine unerwartete Wendung. Und daran ist die ziemlich naive Madison (Zoey Deutch) nicht ganz unschuldig…

Wer Teil eins mochte, wird auch Teil zwei mögen und wer vom ersten Teil nicht so der Fan war, dem liefert Ruben Fleischer mit „Zombieland: Doppelt hält besser“ noch ein, zwei Gründe dafür an die Hand, warum das so sein könnte. Für die Fortsetzung hat sich der Regisseur nämlich sichtbar kritisch mit dem Vorgängerfilm auseinandergesetzt und generiert daraus einige neue Lacher. Auch die altbewährte Figurenkonstellation macht wieder viel Spaß. Nur der betont künstliche Look hinterlässt viele Fragezeichen.


MIDWAY | Regie: Roland Emmerich  | CHN/USA 2019

Pazifik, 4. bis 7. Juni 1942: Demokratie und Freiheit stehen auf dem Spiel, als es nach dem unvorhergesehenen Angriff auf Pearl Harbor bei den abgelegenen Midwayinseln zu einem entscheidenden Aufeinandertreffen kommt, bei dem die zahlenmäßig geschwächte US-amerikanische Marine und Luftwaffe allen Widrigkeiten trotzt, um sich einem in jeder Hinsicht überlegenen Gegner zu stellen. Im Mittelpunkt dieses Manövers: Lieutenant Richard ‚Dick‘ Best (Ed Skrein), der zwar noch nicht lange an der Front kämpft, mit diesem Einsatz aber bereits vor der Herausforderung seines Lebens steht. Für die ihm unterstellte Fliegerstaffel wird er zum Vorbild. Mit Mut, außergewöhnlicher Entschlossenheit und historisch beispielloser Gefechtskunst konfrontieren sie die Kaiserliche Japanische Marine in einer atemberaubenden Luft- und Seeschlacht, die den entscheidenden Wendepunkt des Pazifikkrieges einleiten soll…

Zurück in die Neunziger, als man Filme wie „Midway“ noch machen konnte und durfte – ihren Reiz haben diese tumben, patriotismusgeschwängerten Kriegsactioner nicht verloren, auch wenn sie schon mal deutlich besser ausgesehen haben als hier.


UNSERE LEHRERIN, DIE WEIHNACHTSHEXE | Regie: Michele Soavi | IT/ESP 2018

Paola hat ein Geheimnis: Tagsüber arbeitet die beliebte Lehrerin an der örtlichen Schule, hat einen lieben Freund und steht kurz vor der Verlobung. Doch des Nachts verwandelt sie sich in die schrullige Weihnachtshexe Befana und ist mit ihrer langen Nase und den Warzen im Gesicht kaum mehr wieder zu erkennen. Trotzdem liebt sie ihre Berufung. Ihre Kinder, denen sie zu Weihnachten die Geschenke bringt, sind ihr heilig. Doch vor vielen, vielen Jahren ist einer ihrer Einsätze schiefgegangen. Und ausgerechnet jetzt folgt die Rache des kleinen Jungen, der damals von ihr „vergessen“ wurde. Aus dem ist mittlerweile der erfolgreiche Spielzeughersteller Mr. Johnny geworden, der Befana erst wieder rausrückt, wenn die ihm verraten hat, wo sie die vielen Briefe der Kinder aufbewahrt. Apropos Kinder: Als eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern das Verschwinden ihrer Lehrerin bemerkt, begibt sie sich auf eigene Faust auf die Suche nach ihr…

Hier passt nichts zusammen: Der Kinder-Weihnachtsfilm „Meine Lehrerin, die Weihnachtshexe“ ist zu gruselig und gewalttätig für Kinder und versprüht für einen Weihnachtsfilm viel zu wenig Harmonie. Auch die vielen technischen Ungenauigkeiten wie die miese Soundabmischung oder unzählige Schnitt- und Anschlussfehler schmälern das Sehvergnügen erheblich. Immerhin die Darsteller, allen voran Judith Rakers als Synchronsprecherin, können in der (deutschen) Fassung überzeugen.


DAS WUNDER VON MARSEILLE | Regie: Pierre François Martin-Laval | IT/ESP 2018

Der achtjährige Fahim (Assad Ahmed) muss Hals über Kopf mit seinem Vater Nura (Mizanur Rahaman) von Bangladesch nach Paris fliehen. Dort beginnt für die beiden ein Spießrutenlauf. Wo sollen sie eine Unterkunft finden und der Vater einen Job herbekommen? Dank seines außerordentlichen Schachtalents findet Fahim in dem Schachtrainer Sylvain (Gérard Depardieu) einen Förderer und wahren Freund. Aber kurz vor den Meisterschaften droht dem Vater die Ausweisung. Fahim bleibt nur eine Wahl: Er muss französischer Champion werden, damit ihre Flucht nicht umsonst war.

Regisseur Pierre François Martin-Laval („Gaston“, Essaye-moi“) erzählt in „Das Wunder von Marseille“ mit viel Gefühl, aber auch Humor die unglaubliche wahre Geschichte eines Jungen, der für seinen Traum alles aufs Spiel setzt.


DER LETZTE BULLE | Regie: Peter Thorwarth  | DE 2019

25 Jahre Koma liegen hinter dem knallharten Polizisten Mick Brisgau (Henning Baum), als er in einer ihm unbekannten Welt erwacht. Alles ist neu, alles ist anders: Sein altes Team wird von einer Kommissarin geleitet, der raue Ton ist der Bürokratie gewichen, und seine ehemalige Freundin Lisa hat einen neuen Kerl. Mit Andreas Kringge bekommt Mick den spießigsten Typen des Reviers als Aufpasser zur Seite gestellt, der sich zu allem Überfluss als neuer Mann an Lisas Seite herausstellt. Das ungleiche Duo muss seine Rivalität hintanstellen, denn ein Maulwurf scheint in den eigenen Reihen zu sein. Gemeinsam müssen Brisgau und Kringge versuchen, miteinander statt gegeneinander zu arbeiten, und zusätzlich die Frage klären: Wer hat Mick vor 25 Jahren ins Koma befördert? Erzählt mit viel Humor, rasanter Action und jeder Menge Herz von Peter Thorwarth – natürlich mit Henning Baum und Maximilian Grill!


Heimkinotipp: BAILEY 2 – EIN HUND KEHRT ZURÜCK | Regie: Gail Mancuso | CHN/IND/HKG/USA 2019

Hund Bailey ist in die Jahre gekommen. Früher tollte er noch gemeinsam mit seinem Herrchen Ethan über die Wiesen und führte ihn sogar mit seiner heutigen Frau Hannah zusammen, doch mittlerweile lässt es der gutmütige Rüde ruhiger angehen. Ethans und Hannahs Enkelin Calista Jane – kurz: CJ – hat es dem Ehepaar und Bailey besonders angetan. Doch CJs Mutter Gloria ist seit dem Tod ihres Mannes vollkommen überfordert. Sie träumt von einer Karriere als Sängerin und vernachlässigt darüber ihre Tochter. Trotzdem nimmt sie CJ eines Tages mit zu sich, als sie überstürzt von der Farm ihrer Eltern aufbricht und versucht, sich in der Stadt ein neues Leben aufzubauen. Zunächst muss CJ hier ganz allein klarkommen. Doch schon bald trifft sie über Umwege auf die junge Hündin Molly. Was CJ nicht ahnt: In Molly steckt die Seele des mittlerweile verstorbenen Bailey…

„Bailey 2 – Ein Freund fürs Leben“ erzählt eine reifere Geschichte als noch der erste Teil und profitiert von einem überzeugenderen Synchronsprecher in der Rolle des Titelhundes. Und obwohl die Story zwischenzeitlich an Kitsch und Überkonstruktion zu scheitern droht, geht man am Ende doch mit einem bemerkenswerten Wohlgefühl aus dem Kino.

Venom

Nach „Solo: A Star Wars Story“, „Justice League“ und „Der dunkle Turm“ kommt mit VENOM wieder eine Hollywood-Großproduktion, bei der hinter den Kulissen allerlei schief ging. Doch wie sehr ist es diesem selbsternannten Anti-Superheldenfilm anzumerken? Das verraten wir in unserer Kritik.

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Das startet am 4. Oktober 2018

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um den Starttag des 4. Oktober, der gar nicht zwingend der Haupt-Starttermin ist. Sowohl Florian Henckel von Donnersmarcks atemberaubendes Drama-Epos „Werk ohne Autor“, als auch der bislang nicht der Presse gezeigte „Venom“ kommen bereits einen Tag früher in die Kinos. Zu „Venom“ können wir entsprechend noch nichts sagen, dafür bieten die Lichtspielhäuser hochwertiges Alternativprogramm, von dem wir vor allem den dreistündigen Oscar-Kandidaten empfehlen wollen. Doch allein für die Schauspielleistungen ist auch „A Star Is Born“ einen Blick wert.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

WERK OHNE AUTOR | Regie: Florian Henckel von Donnersmarck | DE/IT 2018

Eine Kunstausstellung zu Zeiten des Dritten Reichs: Der junge Kurt Barnert sieht sich mit neugierigen Augen die Exponate einer Ausstellung an. Während seine Tante Elisabeth ihn ermutigt, sich ebenfalls in dieser Form künstlerisch zu betätigen, rümpft der Ausstellungsführer mit der Nase. Entartete Kunst wie jene, die derzeit zur Schau gestellt wird, habe keinen Wert, sie sei bestenfalls das Produkt eines handwerklich ungeschulten Kindes und schlimmstenfalls der Ausdruck eines kranken Geistes. Später wird an anderer Stelle im Nazi-Reich eine unmenschliche Entscheidung über solche „kranken Geister“ gefällt: Ärzte wie Prof. Carl Seeband werden dazu angehalten, ihre Patientinnen und Patienten in Klassen zu unterteilen – jene, die sie für erhaltenswert erachten und jene, die fortan nur die „Blutlinie“ verunreinigen würden und daher sterilisiert oder gar getötet gehören. Auch Kurts Familie wird durch diese Politik persönlich getroffen.

Florian Henckel von Donnersmarcks Mammutfilm „Werk ohne Autor“ ist ein ruhig erzähltes Drama großer Gefühle, das vor dem Hintergrund aufwühlender Geschichtsereignisse über das Werden eines Künstlers erzählt. Thematisch dicht und mit Gänsehaut-Musik untermalt, ist dieses mehr als drei Stunden lange Epos trotz kleinerer Momente, in denen die sonst stilsichere Hand von Donnersmarcks verkrampft, bewegend, geistreich und spannend zugleich.


A STAR IS BORN | Regie: Bradley Cooper | USA 2018

Der erfolgreiche Countrystar Jackson Maine hat seine besten Zeiten hinter sich, als er eines Abends die zurückhaltende Singer-Songwriterin Ally in einer Bar kennenlernt und sich Hals über Kopf in sie verliebt. Auch das Star-Potenzial bleibt ihm nicht verborgen und so überredet er die optisch nicht ganz dem Schönheitsideal entsprechende Frau, ihn bei einem seiner Auftritte zu besuchen. Gemeinsam performen sie ein Duett, das sich anschließend viral über das Internet verbreitet. Ally zieht fortan alle Blicke auf sich und damit auch die Aufmerksamkeit des erfolgreichen Musikproduzenten Rez, der ihr das Angebot macht, eine Platte zu produzieren. Schon wenige Wochen später kennt jeder ihren Namen und Ally wird zum Megastar, deren Erfolg mit einem Grammy als beste Newcomerin gekrönt wird. Doch während Ally gen Star-Himmel schwebt, erlebt Jackson einen Tiefschlag nach dem anderen… 

„A Star Is Born“ funktioniert als ergreifende Liebesgeschichte mit spektakulären Musiknummern hervorragend, an der eigentlichen Story vom aufsteigenden Starlet, an dessen Seite der alternde Mentor nach und nach zu Grunde geht, hat sich Neu-Regisseur Bradley Cooper dagegen (noch) ein wenig verhoben.


VENOM | Regie: Ruben Fleischer | USA 2018

Als Journalist versucht Eddie Brock schon seit Langem den zwielichtigen, aber genialen Gründer der Life Foundation, Carlton Drake, zu überführen – eine Besessenheit, die ihn bereits seine Karriere und die Beziehung zu seiner Freundin Anne Weying gekostet hat. Bei der aktuellen Recherche zu Drakes Experimenten verbindet sich das Alien Venom mit Eddies Körper und verleiht ihm nicht nur erstaunliche Superkräfte, sondern auch die Freiheit, zu tun, was immer er will. Durchtrieben, düster, unberechenbar und voller Zorn: Eddie muss lernen, die gefährlichen Kräfte, die von Venom ausgehen, zu kontrollieren. Und ist gleichzeitig berauscht von der Macht, die er nun in sich spürt. Da sich Eddie und Venom gegenseitig brauchen, um ihre Ziele zu erreichen, verschmelzen sie miteinander. Schließlich stellt sich die Frage: Ist das noch Eddie oder schon Venom?

„Venom“ ist zügig erzählt und hat selbst als offensichtlich zerstückelter Film noch immer mehr erzählerischen Zusammenhang als solche Desaster wie „Justice League“ oder „Der dunkle Turm“. Das ist keine Hürde, an der man seinen 100-Millionen-Dollar-Franchisebeginn messen möchte, aber es dürfte wenigstens Fans der Comicvorlage und/oder Tom Hardy beruhigen, dass „Venom“ szenenweise unterhält.

DIE ABENTEUER VON WOLFSBLUT | Regie: Alexandre Espigares | FR/LUX 2018

Alaska, zur Zeit des großen Goldrausches. Der Welpe Wolfsblut, halb Hund, halb Wolf, erkundet die noch unberührte Wildnis und wird von seiner Mutter, einer Schlittenhündin, liebevoll umsorgt und ein ums andere Mal vor den Gefahren des Waldes gerettet. Doch trotz seiner unbeschwerten Jugend lernt Wolfsblut lernt, dass das Leben ein andauernder Existenzkampf ist. Nach dem Tod der Mutter gerät er in Gefangenschaft und wird von einem alten Indianer als Schlittenhund ausgebildet. Mittlerweile zu einem stattlichen Vierbeiner herangewachsen, erkämpft er sich in seinem Rudel die Position des Leittiers unter den Schlittenhunden, bis er eines Tages in die Hände von skrupellosen Geschäftemachern fällt und für Hundekämpfe missbraucht werden soll. Doch Wolfsblut erlangt das Mitleid eines Marshalls, der ihn vor dem sicheren Tod rettet. Der Beginn einer unzertrennlichen Freundschaft…


DIE DEFEKTE KATZE | Regie: Susan Gordanshekan | DE 2018

Als die moderne, im Iran lebende, Mina und Kian durch eine arrangierte Heirat zusammen kommen, bricht nicht gleich die große Romantik aus. Aber die Jungvermählten hoffen auf eine glückliche Beziehung in Deutschland, wo Kian aufgewachsen ist und als Arzt arbeitet. Doch obwohl sich beide bemühen, scheint die Beziehung zunehmend ebenso defekt wie die graue Katze, die sich Mina kauft und die Kian nicht ausstehen kann. Jeden Tag versucht das Paar aufs Neue sich zu finden. Eine Wendung ist erst in Sicht, als sie es schaffen, sich langsam von den aufgeladenen Erwartungen, ihren eigenen sowie denen von Freunden und Familie, zu lösen.

Regisseurin Susan Gordanshekan hat mit ihrem leisen, unaufgeregten Film über eine gewissermaßen umgekehrt verlaufende Liebesgeschichte einen der Publikumslieblinge der diesjährigen Berlinaleinszeniert.


DURCH DIE WAND | Regie: Josh Lowell, Peter Mortimer | AUT 2017

Spitzenkletterer Tommy Caldwell hat seine eigene Methode Rückschläge zu überwinden, als er als Erster die 1000 Meter hohe, senkrechte Felswand Dawn Wall im Yosemite Nationalpark in den USA zu erklimmen versucht. Die atemberaubende Dokumentation zeigt die waghalsige Erstbesteigung der Dawn Wall, die weltweites Medieninteresse hervorgerufen hat. Von der Kamera begleitet leben Tommy Caldwell und Kevin Jorgeson 19 Tage lang an der Felswand. Um den über knapp 1000 Meter hohen Felsen zu bezwingen, schlafen, essen und klettern sie dabei stets über einem hunderte Meter tiefen Abgrund.

Regie führten die erfahrenen Bergfilmer Josh Lowell und Peter Mortimer, die Bildgestaltung übernahm Brett Lowell. Der Film wurde produziert von Red Bull Media House (Philipp Manderla) zusammen mit Sender Films (Josh Lowell, Peter Mortimer).