8mm – Acht Millimeter

Auf der Darstellerebene ist Schumacher zum Großteil ein wahrer Glücksgriff gelungen. Allen voran Oscar-Gewinner Nicolas Cage („Leaving Las Vegas“, „Con Air“). Er überzeugt in “8mm – Acht Millimeter” auf derart vielen Ebenen, dass man froh ist, dass der Regisseur Cage für die Hauptrolle des Cops Tom Welles besetzte. Der Schauspieler besticht zum einen auf der dramatischen Schiene, die er vor allem mit ausgeprägter Mimik und einem gewohnt glaubhaften Schauspiel darbietet. Das gilt vor allem für die Interaktion zwischen Cage und Catherine Keener („Out of Sight“, Being John Malkovich“), die im Film die Rolle der Amy – Toms Frau – verkörpert. Gleichzeitig geht Cage vor allem im letzten Part des Films auf und zeigt in den brutalen Action-Sequenzen, wo sein Fachgebiet liegt. Einzige Wehrmutstropfen: Cages Schauspiel wirkt in einigen anfänglichen Szenen bisweilen ein wenig overacted. Ob gewollt oder nicht: vor allem in der Szene, in welcher Wells das Videoband betrachtet, wirkt die Art seiner Reaktion teilweise ein wenig befremdlich.

Neben Cage überzeugt auf dem gleichen, wenn nicht gar höheren Niveau Joaquin Phoenix („Gladiator“, „Signs – Zeichen“). Im Gegensatz zu seinem Kollegen wirkt sämtliches Handeln seiner Rolle des Max improvisierter und zwangloser. Dies ist angenehm und unterstreicht das Unbedarfte, was seine Figur ausmacht hervorragend. Leider wurde Phoenix wesentlich weniger Screentime vergönnt als Cage, was schade ist. Vor allem die Szenen, in denen die beiden als Duo agieren, gehören ganz klar zu den Höhepunkten des gesamten Films.

Vor allem die Rollen der eher als Antagonisten angelegten Figuren sind durchweg top besetzt. Niemand hätte den schmierigen und widerlichen Porno-Produzenten besser verkörpern können als ein James Gandolfini („True Romance“, „Die zwölf Geschworenen“), der sich nicht nur in seiner Aufmachung, sondern auch in seiner charakterlichen Darstellung bestens in seine Rolle fügt. Kein Funken der Sympathie und doch in irgendeiner undefinierbaren Form charismatisch präsentiert sich Gandolfinis Rolle unangenehmer als sämtliche Mitstreiter. Lediglich Peter Stormare („Das Mercury-Puzzle“, „Armageddon“) kann ihm hier das Wasser reichen, der in „8mm“ einen nicht minder unangenehmen Zeitgenossen spielt. Doch auch hier kristallisiert sich schnell eine gewisse Form der Faszination heraus. Sowohl von Stormare gegenüber seiner Figur, die sich schlussendlich auch auf das Publikum gegenüber seiner Figur überträgt. Schlussendlich gilt selbiges für Chris Bauer („Schneewittchen“, „Im Auftrag des Teufels“) und seine Rolle von „The Machine“.

Musikalisch und optisch holten die Macher mit eingängigen Sounds, die sich jedoch nicht in den Vordergrund drängen, das Maximum an Suspense aus diesem Psychothriller heraus. Vor allem in der Schlusssequenz zeigt sich, was für einen Wert bloße Geräusche haben und dass diese durchaus für weitaus mehr Gänsehaut sorgen können, als unheimliche Scores. Auf die Bildsprache wurde bereits eingegangen, jedoch sei noch einmal erwähnt, dass diese alles tut, um den Dreck, den das Milieu von vorneherein ausstrahlt besonders hervorzuheben. Die Sequenzen auf Super8-Material sind äußerst realistisch und transportieren das Feeling der Streifen hervorragend über die Fernsehschirme. Damit ist „8mm – Acht Millimeter“ nicht nur aus Sicht des Plots, der Schauspieler und der Thematik ein außergewöhnliches Stück Filmgeschichte, sondern überzeugt auch handwerklich auf allen Ebenen.

BluRay oder DVD?

Da es schlichtweg noch keine Blu-ray zum Film gibt, empfehle ich – oh Wunder! – die DVD. Die hat zwar keine nennenswerten Extras zu bieten, ist von der Bild- und Tonqualität aber vollkommen in Ordnung und versprüht wohlmöglich noch mehr Charme, als ein auf HD-Qualität aufgeputschtes Blu-ray-Bild.

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