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12. August 2021: Die deutschen Kinostarts

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY. Diese Woche geht es um den 12. August 2021, an dem mit „Free Guy“ ein Film startet, den vorab wohl so keiner richtig auf dem Zettel hatte. Doch nun entpuppt sich das Ryan-Reynolds-Vehikel automatisch als einer der positivsten, sympathischsten Filme des Jahres. Ein Stückweit gilt das auch für „Dream Horse“, einen Film über die wahre Geschichte einer Tippgemeinschaft, die sich ohne jedwedes Fachwissen ein Rennpferd kauft und schon bald Sieg um Sieg einfährt. Nur dass es hier auch ein klein wenig dramatisch zugehen darf. Das andere Ende der Fahnenstange ist mit „Buddy Games“ dann übrigens auch erreicht. Ein Kandidat auf den Titel „schlechtester Film des Jahres“.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Übrigens: Das erste Mal in „Wessels‘ Weekly“-Zeiten gibt es diese Woche keinen Heimkinotipp. Es startet einfach nichts… Ich wünsche Euch natürlich trotzdem viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

FREE GUY | Regie: Shawn Levy | USA 2021

Guy  führt das einfache Leben eines Kassierers bei der Free City Bank. Er strahlt eine positive Einstellung und optimistische Heiterkeit aus und trinkt immer gerne eine Tasse Kaffee. Diese Lebenslust teilt er mit seinem besten Freund Buddy , bis sich eines Tages alles schlagartig ändert. Denn er entdeckt, dass er nichts weiter ist als eine Hintergrundfigur in dem brutalen Open-World Videogame „Free City“. In dem überaus populären Spiel, das von den Soonami Studios und ihrem gierigen Boss Antwan vertrieben wird, regieren Chaos und Zerstörung. Die Spieler in diesem Universum, die keine Hemmungen kennen, erreichen ein höheres Level, indem sie grundlose Gewalt- und Zerstörungsakte begehen. Guy lernt die hyper-attraktive Molotovgirl kennen, in die er sich sofort verliebt. Sie hilft ihm, sich in diesem Spiel zurechtzufinden und damit klarzukommen, dass sein Leben nicht real ist, während da draußen zwei junge Menschen versuchen, ihr Spiel aus den Händen des Konzerns zu befreien.

Für Kenner:innen der Gamingszene ist „Free Guy“ eine Goldgrube, doch auch für alle anderen halbwegs Interessierten erweist sich das Ryan-Reynolds-Vehikel als großes, positiv gestimmtes Vergnügen mit riesiger Gag-Trefferquote, zahlreichen Überraschungen und einer Story ohne Längen, in der alle Beteiligten den Spaß ihres Lebens haben. Dass der Plot in der Realität ein wenig an den Haaren herbeigezogen ist: geschenkt.


DREAM HORSE | Regie: Euros Lyn  | UK 2020

Tagsüber sitzt Jan Vokes (Toni Collette) an der Supermarktkasse, abends hilft sie im Pub des kleinen walisischen Dorfes aus, in dem sie lebt. Die Kinder sind aus dem Haus, ihr Ehemann Brian (Owen Teale) schaut kaum noch vom Fernseher auf und auch sonst ist ihr Alltag alles andere als aufregend. Doch Jan hat einen Traum: Sie will ein eigenes Rennpferd züchten. Obwohl sie weder finanzielle Mittel noch Erfahrung mitbringt, gelingt es ihr überraschend, sowohl Brian als auch den Buchhalter Howard (Damian Lewis) für die Idee zu begeistern. Gemeinsam beschließen sie ein Syndikat zu gründen, das die Kosten für ein Pferd miteinander teilt. Das irrwitzige Projekt reißt die gesamte Nachbarschaft aus ihrer Lethargie und schnell findet sich eine skurrile Gruppe, die sich mit einem Zehner pro Woche beteiligt. Tatsächlich wird bald darauf ein Fohlen namens Dream Alliance geboren…

Es ist eine eigentlich altbekannte Geschichte der Kategorie „Wenn du nur fest daran glaubst, dann wird dein Traum wahr!“. Doch nicht nur die Tatsache, dass „Dream Horse“ eine wahre Geschichte ist, macht diese bezaubernde Tragikomödie zu einem kleinen Kleinod, sondern allen voran das Ensemble, dessen Begeisterung für ihr Pferd jederzeit auf das Publikum überspringt. Einen unverfälschten Blick hinter die Kulissen des Pferderennsports gibt’s außerdem.


TOM & JERRY | Regie: Tim Story | UK/FR/DE/USA 2021

Einen Tag bevor dort die prächtigste Hochzeit des Jahrhunderts stattfinden soll, zieht die freche Maus Jerry in das vornehmste Hotel New Yorks ein. Jerry ist zwar eigentlich ein ganz freundlicher Kerl, aber er ist eben auch dafür bekannt, überall Chaos zu hinterlassen. Der verzweifelten Hochzeitsplanerin Kayla (Chloë Grace Moretz) bleibt nichts anderes übrig, als den Kater Tom zu engagieren, um den ungebetenen Gast loszuwerden. Doch sie ahnt ja nicht, dass sie das Chaos dadurch nur noch schlimmer macht. Dem anschließenden Katz-und-Maus-Spiel droht ihre Karriere, die Hochzeit und möglicherweise das Hotel selbst zum Opfer zu fallen. Doch schon bald taucht ein noch größeres Problem auf: ein teuflisch ehrgeiziger Mitarbeiter, der sich gegen alle drei verschwört…

Der neue Spielfilm aus dem „Tom & Jerry“-Universum punktet mit einer kurzweiligen Comedy-Handlung und  hochengagierten Schauspieler:innen auf der einen, sowie temporeichem Tom-und-Jerry-Slapstick auf der anderen Seite. So richtig zusammen kommt beides nicht. Dennoch macht der Film im Gesamten Spaß.


THE FOREVER PURGE | Regie: Everardo Gout | USA 2021

Die USA in der nahen Zukunft: Die Mauer an der Grenze zu Mexiko wurde erfolgreich errichtet. Noch immer findet jedes Jahr die Purge, die Säuberung, statt: Eine Nacht lang sind alle Verbrechen erlaubt. Doch während selbst deren flammendste Befürworter glauben, dass die wahren Werte verloren gegangen sind, formiert sich mit der Bürgerwehr „Forever Purge“ eine gefährliche Radikale. Ihr Plan ist es, die Regierung zu stürzen und ein Amerika zu errichten, in dem die Purge zum Dauerzustand wird und das Verbrechen regiert. In diesem kurz vor dem Kollaps stehenden Amerika findet sich das mexikanische Pärchen Juan und Adela wieder. Beide sind erfolgreich den Drogenkartellen ihrer Heimat entkommen. Juan verdingt sich als Rancharbeiter für die wohlhabende Familie Tucker und beeindruckt den Patriarchen Caleb. Doch das schürt den eifersüchtigen Zorn von Calebs Sohn Dylan. Da greift am Morgen nach der Säuberung eine Mörderbande die Tucker-Familie an…

Mit „The Forever Purge“ führt Franchiseschöpfer James deMonaco einmal mehr vor Augen, dass er die fantastische Idee hinter der Säuberung nicht verstanden hat, sondern sie erneut als Grundrauschen für einen austauschbaren Horror-Actionfilm nutzt, der auch ohne den Säuberungsgedanken funktioniert hätte. Naja, oder eben nicht.


BUDDY GAMES | Regie: Josh Duhamel  | USA/CAN 2019

Einmal im Jahr veranstalten die fünf Freunde Bob (Josh Duhamel), Shelly (Dan Bakkedahl), Doc (Kevin Dillon), Durf (Dax Shepard) und Bender (Nick Swardson) die sogenannten Buddy Games – einen Wettbewerb voller gefährlicher und pubertärer Aufgaben. Ähnlich der legendären „Jackass“-Stunts. Nur eben viel, viel schlechter. Als eines Jahres Shelly während der Buddy Games bei einem Paintball-Unfall seine Hoden verliert, ist jedoch vorerst Schluss. Erst fünf Jahre später ruft Bob auf Bitten von Shellys Mutter, die sich Sorgen um ihren depressiven Sohn macht, ein Comeback der Buddy Games aus. Dafür hat er sich jede Menge alberne und gefährliche Aufgaben ausgedacht, etwa Abführmittel nehmen und anschließend Frauen in einer Bar ansprechen. Was die Freunde zusammenführen soll, belastet allerdings seine Beziehung zu seiner Noch-immer-nicht-Gattin Tiffany (Olivia Munn)…

Josh Duhamel filmt die „Buddy Games“ verwaschen runter, findet kein Gespür für das Nicht-Vulgäre, rotzt das Vulgäre unmotiviert runter, und dann verweigert sich der Film auch noch, den Figuren wenigstens einen winzigen Hauch der Entwicklung zu spendieren. Wer neugierig auf „Buddy Games“ ist, sollte sich einfach „Catch Me!“ anschauen.

Das startet am 17. Juni 2021

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, der ersten seit dem 29. Oktober 2020. Seither ist viel passiert – unter anderem der zweite Lockdown und damit verbunden die erneute deutschlandweite Schließung der Kinos. Doch nun ist es endlich wieder soweit: Die Lichtspielhäuser öffnen wieder ihre Tore. Spätestens ab dem 1. Juli, wenn auch die letzten großen Multiplexketten mit eingestimmt sind, dürfen auch wir Deutsche das Kinoprogramm uneingeschränkt genießen. Und da die Verleiher in den kommenden Wochen ein Highlight nach dem anderen rausballern, war eine entsprechende Filmübersicht selten wichtiger als dieser Tage. Und die sollt ihr auch bekommen, in dieser brandneuen Ausgabe von „Wessels‘ Weekly“. Viel Spaß dabei!

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

CHAOS WALKING | Regie: Doug Liman | USA/CAN/HKG/LUX 2021

In einer nahen Zukunft findet Todd Hewitt (Tom Holland) die mysteriöse Viola (Daisy Ridley), die nach einer Bruchlandung auf dem fernen Planeten „New World“ gestrandet ist. In Todds Heimatstadt Prentisstown sind seit vielen Jahren alle Frauen verschwunden, seit diese von einer feindlichen Alienrasse eliminiert wurden. Die männlichen Bewohner stehen derweil unter dem Einfluss des rätselhaften „Lärm“ – eine seltsame Kraft, die alle Gedanken für jeden und jederzeit hörbar werden lässt. In dieser gefährlichen und feindlichen Welt ist Violas Leben von Anfang an in Gefahr, doch Todd setzt alles daran, sie sicher zu ihrem Raumschiff zurückzubringen. Gemeinsam begeben sich die beiden durch die dichten Wälder ihres Dorfes, immer auf der Flucht vor dem Anführer von Prentisstown (Mads Mikkelsen) und seinen Männern. Dabei kommen die beiden einer unglaublichen, dunklen Wahrheit auf die Spur und müssen schon bald um ihr Leben rennen…

Die schwierigen Produktionsbedingungen sind der neuesten Regiearbeit von Doug Liman nicht anzumerken. Auch wenn seine Adaption des dystopischen Romans „Chaos Walking“ gefühlt ein wenig zu spät kommt, da der Young-Adult-Hype längst abgeflaut ist, und daher auch der Cliffhanger unklug wirkt, überzeugt das Sci-Fi-Abenteuer mit einem starken Hauptdarsteller:innenduo, einer faszinierenden Welt und einem fiesen Bösewicht.


STILLSTEHEN | Regie: Elisa Mishto  | DE 2019

Julie (Natalia Belitski) lebt nur nach ihrem eigenen Grundsatz: Nichts tun. Und mit Nichts meint sie Nichts: Sie studiert nicht, arbeitet nicht, sie hat keine Freunde. Sie will einfach nur stillstehen. Um sich dem „normalen“ Leben zu entziehen, lässt sich Julie regelmäßig in ihre psychiatrische Wunschklinik einweisen. Hier kennt man sie, hier weiß man, wie sie tickt. Dass Julie ohne Gummihandschuhe nicht aus dem Haus geht, oder notfalls auch mal ein Lama aus dem Zoo auf einen Rave entführt, wundert niemanden mehr. Man lässt sie in Ruhe. Das ändert sich schlagartig, als sie erfährt, dass ihr Erbe aufgebraucht ist und Agnes (Luisa-Céline Gaffron) in ihr Leben tritt: eine vermeintlich naive Krankenschwester und ihre neue Betreuerin, die stets bemüht ist, alles richtig zu machen. Julie erkennt schnell, dass ihr bisheriges perfektes Nichtstun auf der Kippe steht. Sie fasst einen folgenschweren Entschluss: Um weiterhin stillstehen zu können, muss sie sich bewegen.


WONDER WOMAN 1984 | Regie: Patty Jenkins  | USA/UK/ESP 2020


MALASAÑA 32 – HAUS DES BÖSEN | Regie: Albert Pintó  | ESP/FR 2020

Das Glück an meiner Seite

Hilary Swank ist üblicherweise ein Garant für starke Charakterstücke. In DAS GLÜCK AN MEINER SEITE spielt sie eine im Rollstuhl sitzende ALS-Kranke, die sich in bester „Ziemlich beste Freunde“-Manier mit ihrer unkonventionellen Pflegerin anfreundet. Doch nicht nur die innovationslose Idee dieses Rührstückes nervt, sondern allen voran die fehlgeleitete Moral des Regisseurs ist es, der dem vermutlich gut gemeinten Drama sein Genick bricht. Mehr zum Film erfahrt Ihr in meiner Kritik.

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