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Das startet am 1. Februar 2018

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um den Starttag des 1. Februar 2018, der voll ist mit interessanten Kinofilmen. Nicht mehr so wichtig für die anstehende Oscar-Verleihung ist „The Disaster Artist“ – eine richtig gute, kreative Komödie ist James Francos Arbeit aber immer noch. Auch die Macher von „Ziemlich beste Freunde“ haben mit „Das Leben ist ein Fest“ einen schönen neuen Film am Start, der sogar noch stärker ist, als ihr Überraschungserfolg mit Omar Sy. Für Fans der ersten beiden Teile ist das Finale der „Maze Runner“-Reihe Pflicht – und sehenswert, während das Familienabenteuer „Die kleine Hexe“ vermutlich die stärksten Zahlen einfahren dürfte. Und wer wissen will, weshalb Paul Thomas Andersons „Der seidene Faden“ sechs Oscar-Nominierungen erhalten konnte, wird es auch mit der Sichtung des Dramas nicht verstehen, kann es aber immerhin ab Donnerstag sehen.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

THE DISASTER ARTIST  | Regie: James Franco | USA 2017

Es gibt verschiedene Wege, um eine Legende zu werden! Das beste Beispiel dafür ist Tommy Wiseau, zum damaligen Zeitpunkt der schlechteste Filmemacher aller Zeiten, der diesen Status bis heute nicht losgeworden ist. Von Schauspielschulen abgelehnt, beschließt der gebürtige Pole Anfang der Zweitausenderjahre, gemeinsam mit seinem besten Freund Greg – ebenfalls hoffnungsloser Schauspieler –, selbst einen Film zu drehen. Er schreibt das Drehbuch zu „The Room“, organisiert ein Filmteam und beginnt, zu drehen. Doch während dieser Zeit kommt es nicht bloß zu Auseinandersetzungen zwischen Tommy und der Crew, auch seine Freundschaft mit Greg wird auf eine harte Probe gestellt. Am Ende wird „The Room“ als miesester Film aller Zeiten in die Geschichte eingehen – und einen Kult auf den Weg bringen, den bis heute keiner so richtig versteht. 

Mit „The Disaster Artist“ verneigt sich James Franco vor der Leidenschaft am Filmemachen und erzählt eine – im wahrsten Sinne des Wortes – zum Brüllen komische Geschichte darüber, wie es ist, seinen Träumen zu folgen, selbst wenn Niemand an einen glaubt.


DAS LEBEN IST EIN FEST | Regie: Olivier Nakache, Eric Toledano | FR 2017

Kann einem Wedding Planner etwas Schlimmeres passieren als ein verdorbenes Buffet, eine Hochzeitsgesellschaft, die im Stau steht, ein Fotograf, der sich daneben benimmt, eine Band, die kurzfristig absagt, und ein Team, das wegen einer Lebensmittelvergiftung ausfällt? Wenn dann noch die eigene Frau die Scheidung will und der Schwager in der Braut die große Liebe seines Lebens erkennt, ist das Chaos perfekt! Seit Jahrzehnten richtet Max luxuriöse Hochzeiten aus – routiniert und professionell. Doch sein aktuelles Projekt, eine Traumhochzeit in einem herrschaftlichen Landschloss vor den Toren Paris, droht zum Fiasko zu werden. Und das, obwohl es eigentlich ein ganz normaler Auftrag werden sollte. Als der Abend zunehmend aus dem Ruder läuft, beschließt Max, seinen Job an den Nagel zu hängen und seine Firma zu verkaufen. Oder kann sich völliges Chaos doch noch zum Guten wenden und die Feier gerettet werden? 

Das Leben in all seinen Facetten, präsentiert anhand einer aus dem Ruder laufenden Hochzeitszeremonie – „Das Leben ist ein Fest“ endet zwar auf einer allzu versöhnlichen Note, ist jedoch die meiste Zeit über eine anarchisch-unterhaltsame Ensemblekomödie mit schrägen Figuren in noch schrägeren Situationen.


MAZE RUNNER: DIE AUSERWÄHLTEN IN DER TODESZONE  | Regie: Wes Ball | USA 2018

Von ihrer vermeintlichen Freundin Teresa verraten, sind fast sämtliche Webgegleiter von Thomas in die Gefangenschaft der Forschungsorganisation WCKD geraten. Der Grund dafür ist das Blut der Teens, in denen sich das Heilmittel gegen das gefährliche Brandvirus befinden soll. Ein Großteil der Bevölkerung wurde bereits ausgelöscht. Nun versucht WCKD mit schwerem Geschütz, die Krankheit aufzuhalten. Thomas und die letzten übrig gebliebenen Rebellen der „Right Arm“-Bewegung begeben sich auf einen beschwerlichen Weg zurück ins Labyrinth, um es mit dem skrupellosen Anführer Hanson aufzunehmen und ihre Freunde aus seiner Gewalt zu befreien. Die Reise dorthin steckt allerdings voller Gefahren, denn nicht nur die WCKD-Schergen haben es auf Thomas‘ Crew abgesehen. Da draußen in der Wildnis lauern auch die Infizierten des Brandvirus‘, die nach frischem Menschenfleisch dürsten… 

„Maze Runner – Die Auserwählten in der Todeszone“ ist nicht mehr ganz so clever konstruiert wie der starke Auftakt, dafür im Längen besser als der vor sich hin dümpelnde zweite Teil und damit ein grundsolides Finale einer durchaus sehenswerten Jugenddystopie.

LICHT | Regie: Barbara Albert | AT/DE 2017

Wien 1777. Die früh erblindete 18jährige Maria Theresia „Resi“ Paradis (Maria Drahus) ist als Klavier-Wunderkind in der Wiener Gesellschaft bekannt. Spielend leicht interpretiert sie zahlreiche Klassiker bekannter Komponisten neu. Nach zahllosen medizinischen Fehlbehandlungen wird sie von ihren ehrgeizigen Eltern (Lukas Miko und Katja Kolm) dem wegen seiner neuartigen Methoden umstrittenen Arzt Franz Anton Mesmer (Devid Striesow) anvertraut. Langsam beginnt Resi in dem offenen Haus der Mesmers, zwischen Rokoko und Aufklärung, im Kreise wundersamer Patienten und dem Stubenmädchen Agnes, das erste Mal in ihrem Leben Freiheit zu spüren. Als Resi in Folge der Behandlung erste Bilder wahrzunehmen beginnt, bemerkt sie mit Schrecken, dass ihre musikalische Virtuosität verloren geht… 

Mit „Licht“ gelingt Barbara Albert ein gleichermaßen berührender wie kompromissloser Blick auf eine Frau, die nicht bloß auf gesundheitliche Heilung hoffte, sondern auch auf Anerkennung in der Gesellschaft.


DIE KLEINE HEXE  | Regie: Mike Schaerer | DE 2018

Die kleine Hexe hat ein großes Problem: Sie ist erst 127 Jahre alt und damit viel zu jung, um mit den anderen Hexen in der alljährlichen Walpurgisnacht zu tanzen. Deshalb schleicht sie sich heimlich auf das wichtigste aller Hexenfeste – und fliegt auf! Zur Strafe muss sie innerhalb eines Jahres alle Zaubersprüche aus dem großen magischen Buch auswendig lernen und allen zeigen, dass sie eine gute Hexe ist. Doch Fleiß und Ehrgeiz sind nicht wirklich ihre Stärken und obendrein versucht die böse Hexe Rumpumpel mit allen Mitteln zu verhindern, dass sie es schafft. Zusammen mit ihrem sprechenden Raben Abraxas macht sich die kleine Hexe deshalb auf, um die wahre Bedeutung einer guten Hexe herauszufinden. Und stellt damit die gesamte Hexenwelt auf die Probe…

„Die kleine Hexe“ verzaubert – im wahrsten Sinne des Wortes – durch den liebevollen Detailreichtum und eine tolle Karoline Herfurth. Doch das moralisch fragwürdige Ende dürfte durchaus den einen oder anderen irritierten Zuschauer hinterlassen.


DER SEIDENE FADEN  | Regie: Paul Thomas Anderson | USA 2017

Niemand kann Reynolds Woodcock (Daniel Day-Lewis) in Sachen Mode und Schneiderkunst das Wasser reichen. Unterstützt von seiner Schwester Cyril (Lesley Manville) kleidet er Adlige, Filmstars, Erbinnen, Damen aus der Society und Debütantinnen im London der Nachkriegsjahre ein. Alle reißen sich um die unverwechselbaren Modelle des „House of Woodcock“. Frauen kommen und gehen im Leben des Modemachers, dienen dem überzeugten Junggesellen als Inspiration und leisten ihm Gesellschaft. Bis er Alma (Vicky Krieps) kennenlernt. Eine junge, natürliche und unbefangene Frau mit starkem Willen. Bald schon ist sie aus seinem Leben nicht mehr wegzudenken. Als Muse. Als Geliebte. Und sein maßgeschneidertes Leben, kontrolliert und planvoll, beginnt sich an den Säumen aufzulösen…

Paul Thomas Andersons gefühlskaltes Melodram „Der seidene Faden“ ist ein zweischneidiges Schwert. Da sind auf der einen Seite die rauschhafte Ausstattung und das fesselnde Duell zweier Provokateure, die faszinieren. Auf der anderen Seite ist da aber auch der große erzählerische Faux Paus im Finale, ganz zu schweigen davon, dass man mit all den Figuren im Film ungern zweieinhalb Stunden Lebenszeit verbringen möchte.


CRIMINAL SQUAD  | Regie: Christian Gudegast | USA 2018

Der brodelnde Hexenkessel Los Angeles – in kaum einer anderen Stadt auf der ganzen Welt werden so viele Banken überfallen und Transporter ausgeräumt wie hier. Auch die routinierte Gangster-Bande des Ex-Sträflings Ray Merrimen (Pablo Schreiber) ist süchtig nach dem schnellen Geld. Doch als einer ihrer Raubzüge zu mehreren Toten führt, geraten die Outlaws ins Visier des skrupellosen Cops Nick O’Brien (Gerard Butler) und seiner Spezialeinheit des Sheriff’s Departments. Selbst bereit die Grenze zwischen Gut und Böse zu überschreiten, beginnen die Ermittler eine provokante Jagd auf die Verbrecher. Denn diese planen nichts Geringeres, als das am besten gesicherte Geldinstitut der Stadt zu knacken: die Federal Reserve Bank in Downtown L.A. 

Ätzende Figuren, gelangweilte Darsteller und austauschbare Action ergeben zweieinhalb Stunden verschenkte Lebenszeit. Christian Gudegasts „Criminal Squad“ bewirbt sich damit jetzt schon auf die wenig rühmliche Auszeichnung „schlechtester Film des Jahres“.


THE WOMAN WHO LEFT  | Regie: Lav Diaz | PHL 2017

Es ist 1997 und Horacia sitzt seit 30 Jahren wegen Mordes im Gefängnis. Dann tauchen neue Beweise auf, die ihre Unschuld beweisen – und die Schuld ihres reichen Liebhabers aus Jugendtagen. Horacia ist eine freie Frau, doch die Jahrzehnte haben ihr alles genommen. Was ihr bleibt, ist die kalte Wut auf den Mann, der sie einst ins Gefängnis brachte. Der ist noch wohlhabender als zuvor, verbarrikadiert sich aber aus Angst vor einer Entführung in seinem Anwesen. Im Schatten dieser Mauern lernt Horacia weitere Nachtgestalten kennen: eine transsexuelle Prostituierte, eine von Dämonen geplagte Obdachlose und einen buckligen Eierverkäufer. Während sie ihnen eine großherzige Freundin wird, wartet Horacia geduldig auf ihre Gelegenheit zur Rache. Lav Diaz gelingt ein visuell überwältigendes, archaisches und tief menschliches Drama über Schuld und Solidarität, Absolution und Rache.


Heimkinotipp: MOTHER!  | Regie: Matthew Vaughn | UK/USA 2017

Die in Großbritannien stationierten Kingsmen sind ein unabhängiger, internationaler Geheimdienst, der auf höchstem Level von Diskretion operiert und dessen ultimatives Ziel ist, die Welt sicher zu halten. Als der streng geheime Verband attackiert und all ihre Hauptquartiere zerstört werden, führt es Eggsy (Taron Egerton) und seinen Kollegen Merlin (Mark Strong) in die USA, wo eine verbündete US-Spionageorganisation namens Statesman (u.A. Channing Tatum, Halle Berry und Jeff Bridges) auf sie wartet, die bis in die Tage der Gründung beider Organisationen zurückreicht. In einem neuen Abenteuer, das die Stärke und den Einfallsreichtum der Agenten bis zum Äußersten fordert, verbünden sich die beiden Elite Geheimorganisationen, um einen rücksichtslosen, gemeinsamen Feind zu zerstören, der seinerseits nicht weniger vorhat, als sich die Welt zu unterjochen… 

Alles beim Alten und genau deshalb so gut – „The Golden Circle“ spinnt die Absurditäten des ersten „Kingsman“-Films ebenso mühelos wie gekonnt weiter und besticht als starke Mischung aus Agentenfilmparodie, -Hommage und eigenständigem Franchise-Film, der für Fans tolle Details bereithält und allen Anderen nicht minder einen fantastischen Kinoabend beschert.

Zehn Filme, die jeder mag – außer mir

Anlässlich des Kinostarts von „Fast & Furious 8“ präsentiere ich Euch zur Verkürzung der Wartezeit auf die Review in den kommenden Tagen ein spannendes Doppel-Ranking – die von Kritikern (und damit auch von mir) immer ein wenig belächelte Auto-Action-Reihe gilt als recht dumpfes Unterhaltungsprogramm, doch spätestens seit dem letzten Teil habe ich immer ein wenig die schützende Hand über sie gehalten. Ja, man könnte sagen, dass ich die Reihe mag, obwohl sie es eigentlich nicht wirklich verdient hat und obwohl man es ab einem gewissen Anspruch an die genossene Filmkunst auch nicht unbedingt an die große Glocke hängen sollte. Daher präsentiere ich Euch heute und am Ende dieser Woche einmal ZEHN FILME, DIE JEDER MAG – AUSSER MIR sowie das Gegenprogramm ZEHN FILME, DIE AUSSER MIR KEINER MAG. Ich wünsche Euch viel Spaß!

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Heute bin ich Samba

Mit der Tragikomödie HEUTE BIN ICH SAMBA könnte sich der Trend zum französischen Mainstreamfilm fortsetzen. Die Macher von „Ziemlich beste Freunde“ inszenieren einen Film mit ähnlicher Thematik, können jedoch von einer interessanteren Figurenkombination profitieren und verpassen ihrem Streifen somit immerhin ein paar Ecken und Kanten. Mehr zum Film in meiner Kritik.Heute bin ich Samba

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