Schlagwort-Archiv: Andy Muschietti

Das startet am 22. Februar 2018

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um den Starttag des 22. Februar 2018, der mit angenehm wenig Neustarts daherkommt. So eröffnet „Heilstätten“ mit wenig Konkurrenz und könnte – auch dank seines YouTube-Vorabhypes – durchaus ordentliche Zahlen schreiben. Auch Stephen Spielbergs Oscar-Kandidat „Die Verlegerin“ könnte von Awardhype und Starpower profitieren, genauso wie „Wendy 2“ als Sequel eines erfolgreichen Familienfilms solide starten dürfte. So richtig aufregend wird es allerdings beim Blick ins Heimkino: Hier startet nämlich das „Es“-Remake in vielfacher Ausführung.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

HEILSTÄTTEN  | Regie: Michael David Pate | DE 2018

Die Heilstätten, eine ehemalige Lungenklinik, sind ein düsterer Ort in der Nähe von Berlin, wo zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges abscheuliche Versuche an Menschen durchgeführt wurden. Hier wollen die erfolgreichsten YouTuber Deutschlands (Nilam Farooq, Timmi Trinks und andere) eine 24-Stunden-Angst-Challenge um den Thron der erfolgreichen Videoblogger austragen. Die Geschichte der Heilstätten ist voller Grauen und Brutalität und noch heute halten sich Berichte um paranormale Aktivitäten von diesem Ort hartnäckig. Ausgerüstet mit Nachtsicht- und Wärmekameras wollen die YouTuber diesen Gerüchten nachgehen. Sie bekommen schnell zu spüren, dass man in diesen angsteinflößenden Ruinen sein Glück besser nicht herausfordert. Doch als sie aussteigen wollen, bemerken sie, dass es dafür längst zu spät ist…

Michael David Pates Found-Footage-Horrorfilm „Heilstätten“ ist als Gruselerlebnis solide, funktioniert als Satire auf die YouTube-Branche allerdings noch viel besser und ist ein absolut gelungener Beitrag zum unterrepräsentierten deutschen Genrekino.


DIE VERLEGERIN | Regie: Steven Spielberg | UK/USA 2017

1971 steht mit Katharine „Kay“ Graham (Meryl Streep) eine Frau an der Spitze des Verlags, der die renommierte „Washington Post“ herausbringt. Als erste weibliche Zeitungsverlegerin der USA hat Kay ohnehin keinen leichten Stand in der von Männern dominierten Journalistenbranche. Außerdem steht die Zeitung kurz vor dem Börsengang – brisant wird es, als Chefredakteur Ben Bradlee (Tom Hanks) über einen gigantischen Vertuschungsskandal im Weißen Haus berichten will, in den allein vier US-Präsidenten verwickelt sein sollen. In einem nervenzerreißenden Kampf für die Pressefreiheit riskieren Kay und Ben ihre Karrieren und die Zukunft der Zeitung – ihr mächtigster Gegner ist dabei ausgerechnet niemand Geringeres als die gesamte US-Regierung… 

Steven Spielbergs „Die Verlegerin“ ist ein routiniert inszeniertes Journalismusdrama, das wichtige, wahre Ereignisse nacherzählt. Dass die Regielegende dabei aber so gar keine Experimente eingeht, macht den Film zur weitestgehend spannungsarmen „Nummer sicher“ der diesjährigen Awardsaison.


WENDY 2 – FREUNDSCHAFT FÜR IMMER  | Regie: Hanno Olderdissen | DE 2018

Wendy lebt seit einem Jahr glücklich mit ihren Eltern auf Rosenborg. Aber die Lage ist ernst, denn der Reiterhof ihrer Oma Herta steht kurz vor der Pleite. Als Wendy von dem Jugendturnier erfährt, das von Ulrike, der Chefin des großen und modernen Reiterhofs St. Georg, ausgerichtet wird, ist sie sich sicher: Ein Sieg und die damit verbundene Geldprämie wären die Rettung für Rosenborg. Aber ihr Pferd Dixie ist und bleibt ein Zirkuspferd und will einfach nicht springen. Doch dann bringt Metzger Röttgers das traumatisierte Turnierpferd Penny nach Rosenborg. Wendy erkennt sofort Pennys Potenzial und durchschaut zugleich das Problem: Penny hat Angst vorm Springen. Wird es Wendy gelingen, Pennys Angst zu heilen und mit ihr das Turnier zu gewinnen? 

„Wendy 2 – Freundschaft für immer“ ist ein ganz nach gängigen Genreformeln funktionierendes Pferdeabenteuer für die junge Zielgruppe, das durch den mittlerweile eingespielten Cast und eine wesentlich spannendere Geschichte deutlich mehr überzeugt, als der langweilige Vorgänger.


DOCTEUR KNOCK – EIN ARZT MIT GEWISSEN NEBENWIRKUNGEN | Regie: Lorraine Lévy | FR/BEL 2018

Dr. Knock ist ein sympathischer Exganove, der nicht nur auf den rechten Weg gefunden, sondern es sogar bis zu einem abgeschlossenen Medizinstudium gebracht hat. Trotzdem schlummert immer noch ein Filou in ihm. Als er in dem verschlafenen Nest Saint-Mathieu aufschlägt, führt er denn auch nichts Gutes im Schilde. Er will die quietschfidelen und vor Gesundheit strotzenden Dorfbewohner überzeugen, dass sie alle an der einen oder anderen Krankheit leiden. Der Trick: Er muss für jeden Einzelnen nur das passende Zipperlein finden. Weil sich Dr. Knock als Meister der Manipulation erweist, klimpert schon bald das Geld in seiner Kasse. Doch dann passieren Dinge, die Knock aus der Fassung bringen. Zum einen taucht eine dunkle Gestalt aus seiner Vergangenheit auf, und zum anderen erkrankt der Arzt selbst an einer Krankheit: der Liebe. 

Mit ihrem Ansatz, aus einem tyrannischen Megalomanen einen gewitzten Gauner mit Herz zu machen, hat sich Regisseurin Lorraine Lévy zu viel vorgenommen. „Docteur Knock“ scheint die von Omar Sy solide gespielte Hauptfigur gleichzeitig zu verharmlosen und zu überdramatisieren. Die Folge: Die stattdessen auf billigen Slapstick setzende Komödie verliert sich in sperriger Bedeutungslosigkeit.


Heimkinotipp: ES  | Regie: Andy Muschietti | USA 2017

Im Mittelpunkt stehen sieben junge Außenseiter, die in dem Städtchen Derry in Maine aufwachsen – sie bezeichnen sich als Club der Loser. Aus dem einen oder anderen Grund sind sie alle ausgegrenzt worden, die Rowdys des Ortes haben sie ins Visier genommen … und alle haben erlebt, wie ihre innere Angst plötzlich real wurde als uralter, aggressiver Gestaltwandler, den sie einfach nur „Es“ nennen. Seit es den Ort gibt, ist Derry immer schon das Jagdrevier dieses Monsters gewesen: Alle 27 Jahre steigt es aus der Kanalisation herauf, um sich vom Schrecken seiner bevorzugten Beute zu ernähren: nämlich den Kindern von Derry. Innerhalb eines ebenso grauenhaften wie mitreißenden Sommers tun sich die Loser zusammen und bilden eine unverbrüchliche Gemeinschaft, um so ihre eigene Angst zu überwinden und den mörderischen Amoklauf zu beenden, der an einem Regentag begonnen hat…  

Der neuen Verfilmung von Kings Bestseller „Es“ wäre damit Unrecht getan, würde man sie lediglich auf ihr Dasein als Horrorschocker reduzieren. Andy Muschietti gelingt ein feinfühliges Coming-of-Age-Drama über innere Dämonen und die Ängste des Erwachsenwerdens, garniert mit einer ordentlichen Prise Gruselhorror, starken Effekten und einem Club der Verlierer, in den man sich auf Anhieb verliebt.

2017 – Die Plätze 10 bis 1

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge werde ich mit den Top 10 meiner Lieblingsfilme 2017 nun endgültig mit dem vergangenen Jahr abschließen. Ein kurzes Abschlussfazit: Ich habe so viele Filme wie noch nie gesehen und habe mich erstmals auch ein wenig ausführlicher mit Produktionen auseinandergesetzt, die nicht regulär ins Kino gekommen sind. Dabei habe ich dann tatsächlich eine Handvoll Perlen entdeckt und ärgere mich etwas, dass ich Direct-to-DVD-Produktionen erst jetzt in meinen Jahrescharts berücksichtige. Unter allen Filmen, die ich gesehen habe, waren diesmal doch ein paar mehr Graupen dabei, als zuletzt. Wobei sich diese mitnichten bloß im Mainstreamkino ausmachen lassen. Es nervt mich, dass Big-Budget-Filme immer stärker von oben herab betrachtet werden, auch wenn sich manch ein Film nicht wundern braucht, wenn er das Image des Blockbusters nachhaltig schädigt. Trotzdem gibt es in absolut jedem Genre und jeder Produktionsgröße starke und schwache Filme. 2017 war für mich aber vor allem das Jahr des Horrorfilms. Als Genrefan freut mich das ganz besonders, genauso wie ich an dieser Stelle gern (mal wieder) eine Lanze für das deutsche Kino brechen möchte, das dieses Jahr wirklich stark aufgestellt war. Nun aber genug in der Vergangenheit geschwelgt – Zeit, für die letzten ehrenwerten Nennungen:

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Zehn Filme, die 2017 verdammt gruselig waren

Wie schon im vergangenen Jahr stelle ich anlässlich Halloween auch diesmal meine (bisher) zehn liebsten Horrorfilme 2017 vor. Ein Großteil davon ist bereits auf DVD und Blu-ray erschienen. Bei einigen habt ihr noch die Gelegenheit, sie im Kino zu sehen und wieder andere laufen erst in ein paar Wochen in den Lichtspielhäusern an. Dabei war es mir wichtig, das Genre des Horrorfilms möglichst großflächig abzudecken. Nicht jeder Film in meinem ZEHN FILME-Ranking lässt sich ausschließlich dem Gruselfilm zuordnen. Dafür sind hoffentlich auch einige Geheimtipps für Euch dabei. Gern seid Ihr unterhalb des Postings dazu aufgefordert, Eure besten Horror-Geheimtipps zu posten. Und nun viel Spaß!

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Das startet am 28. September 2017

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 28. September, an dem eigentlich nur ein Start so richtig interessant ist: Der in den USA sämtliche Rekorde brechende Horror-Blockbuster „Es“. Dagegen treten einige kleine Produktionen an, die allesamt sehenswert sind und von denen die Tragikomödie „Victoria & Abdul“ in den Arthäusern solide abschneiden dürfte. Für die Kleinen gibt’s ein neues Abenteuer aus dem Pixar-„Cars“-Kosmos, doch sehenswert ist das schon lange nicht mehr. 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

ES  | Regie: Andy Muschietti | USA 2017

Im Mittelpunkt stehen sieben junge Außenseiter, die in dem Städtchen Derry in Maine aufwachsen – sie bezeichnen sich als Club der Loser. Aus dem einen oder anderen Grund sind sie alle ausgegrenzt worden, die Rowdys des Ortes haben sie ins Visier genommen … und alle haben erlebt, wie ihre innere Angst plötzlich real wurde als uralter, aggressiver Gestaltwandler, den sie einfach nur „Es“ nennen. Seit es den Ort gibt, ist Derry immer schon das Jagdrevier dieses Monsters gewesen: Alle 27 Jahre steigt es aus der Kanalisation herauf, um sich vom Schrecken seiner bevorzugten Beute zu ernähren: nämlich den Kindern von Derry. Innerhalb eines ebenso grauenhaften wie mitreißenden Sommers tun sich die Loser zusammen und bilden eine unverbrüchliche Gemeinschaft, um so ihre eigene Angst zu überwinden und den mörderischen Amoklauf zu beenden, der an einem Regentag begonnen hat… 

Der neuen Verfilmung von Kings Bestseller „Es“ wäre damit Unrecht getan, würde man sie lediglich auf ihr Dasein als Horrorschocker reduzieren. Andy Muschietti gelingt ein feinfühliges Coming-of-Age-Drama über innere Dämonen und die Ängste des Erwachsenwerdens, garniert mit einer ordentlichen Prise Gruselhorror, starken Effekten und einem Club der Verlierer, in den man sich auf Anhieb verliebt.


ROCK MY HEART  | Regie: Hanno Olderdissen | DE 2017

Wie lebt man, wenn jeder Herzschlag der letzte sein könnte? Diese Frage begleitet die 17-jährige Jana ständig, denn sie lebt mit einem angeborenen Herzfehler. Und weil das nicht fair ist, riskiert sie immer wieder Kopf und Kragen. Sie will jeden Augenblick auskosten. Sehr zum Leidwesen ihrer besorgten Eltern, die sie zu einer rettenden, aber riskanten Operation überreden wollen. Doch Jana weigert sich. Als sie dem Vollbluthengst Rock My Heart begegnet, ändert sich für sie alles. Die beiden scheinen wie füreinander gemacht. Das schwarze Pferd ist wie sie: wild, ungezähmt, rebellisch und lässt niemanden an sich heran – außer Jana. Rocks Trainer Paul Brenner wittert seine Chance: Er überredet Jana mit Rock für ein wichtiges Galopprennen zu trainieren, um mit dem Preisgeld endlich seine Schulden abzubezahlen. Von Janas Krankheit hat er keine Ahnung – und Jana wird ihr Geheimnis bestimmt nicht preisgeben.

„Rock My Heart“ kombiniert auf eine absolut authentische Weise das Drama um eine Todkranke mit einem hoffnungsvoll-optimistischen Pferdefilm, das überrascht, mitreißt und die aufgesetzte Hintergrundmusik gar nicht bräuchte, um zu Tränen zu rühren. Die fantastischen Darstellungen im Ensemble und der realistische Umgang mit dem Metier des Pferderennsports runden den starken Gesamteindruck ab.


VICTORIA & ABDUL  | Regie: Stephen Frears | UK/USA 2017

London 1887: Bei den prunkvollen Feierlichkeiten anlässlich ihres 50. Thronjubiläums lernt die manchmal etwas eigensinnige britische Monarchin Queen Victoria (Judi Dench) den jungen indischen Bediensteten Abdul Karim (Ali Fazal) kennen. Zur Überraschung ihrer Familie und Berater nimmt sie Abdul in ihr Gefolge auf – zunächst als Diener am königlichen Hof. Bald schon zeigt sich die sonst so distanzierte Queen erfrischt von ihrem neuen Bediensteten, der sich als inspirierender Gesprächspartner herausstellt und ihr seine fremde Kultur näher bringt. Abdul führt ihr vor Augen, dass sie selbst als langjährige Herrscherin noch viel über die Menschen im Britischen Empire lernen kann. Zwischen beiden entwickelt sich eine höchst außergewöhnliche Freundschaft, die bei der Entourage am Hofe schnell Misstrauen und Neid erzeugt.

Stephen Frears‘ überraschend komisches Drama „Victoria & Abdul“ ist ein liebevoller Blick hinter die Kulissen der britischen Monarchie und findet trotz seiner leichtfüßigen Inszenierung die richtige Balance zwischen aus der Absurdität heraus entstehendem Witz und niederschmetternder Tragik, wenn man erkennt, dass das sich Annäheren verschiedener Kulturen noch heute immer keine Selbstverständlichkeit ist.


DIE BESTE ALLER WELTEN  | Regie: Adrian Goiginger | AT/DE 2017

Lagerfeuer, Feuerwerkskracher, Abenteuergeschichten: Der siebenjährige Adrian (Jeremy Miliker) erlebt eine auf den ersten Blick harmonische Kindheit im außergewöhnlichen Milieu einer Drogenszene am Rand einer österreichischen Stadt, und mit seiner liebenswerten Mutter Helga (Verena Altenberger) zwischen Fürsorglichkeit und Drogenrausch. Wenn er groß ist, möchte er unbedingt Abenteurer werden. Trotz aller Schwierigkeiten ist es für ihn eine behütete Kindheit, die beste aller Welten. Er ist kein unglückliches Kind, Helga ist eine liebevolle Mutter, spielt mit ihm Fußball, erzählt ihm Zaubermärchen, bestärkt ihn. Bis sich die Außenwelt nicht mehr länger aussperren lässt. Helga weiß, sie muss clean werden, um ihren Sohn nicht für immer zu verlieren. Doch dazu muss sie ihre eigenen Dämonen besiegen… 

An dem autobiographischen Filmdrama „Die beste aller Welten“ hat man schwer zu knabbern. So authentisch und lebensecht inszeniert Regie-Newcomer Adrian Goiginer seine eigene Kindheit, die dem Zuschauer einen emotionalen, fast traumatisch-intensiven Einblick hinter die Kulissen der österrichischen Drogenszene liefert. Jungdarsteller Jeremy Miliker spielt Weltklasse – genauso wie der Rest.


CARS 3: EVOLUTION  | Regie: Brian Fee | USA 2017

Unvorbereitet wird Lightning McQueen von einer neuen Generation Rennwagen aus dem Sport verdrängt, den er so liebt. Um wieder mithalten zu können, ist er auf die Hilfe der ehrgeizigen Renntechnikerin Cruz Ramirez angewiesen. Um Lightning zurück an die Spitze zu bringen, hat sie auch schon einen Plan: Mit dem verstorbenen Doc Hudson als Vorbild und einigen unerwarteten Fahrmanövern will sie ihr Vorhaben umsetzen. Um zu beweisen, dass die Startnummer #95 noch nicht zum alten Eisen gehört, muss Lightning sein Kämpferherz beim Piston Cup Rennen unter Beweis stellen. Regisseur Brian Fee hisst die Startflagge für „Cars 3: Evolution“! Dabei gibt es nicht nur ein Wiedersehen mit den Stars der ersten Filme – das dritte Abenteuer präsentiert zahlreiche neue Charaktere, die ordentlich Speed auf die Leinwand bringen.

„Cars 3: Evolution“ ist zwar nicht ganz so missraten wie der vollkommen lieblose Vorgänger, stattdessen ist das zweite Sequel des Erfolgsfranchises ein absolut generisches Animationsabenteuer, das mit so wenigen eigenen Ideen daherkommt, dass man ihn sich auch direkt sparen kann. Die als Zielgruppe anvisierten Kiddies wird das vermutlich kaum interessieren. Immerhin das Ende überzeugt.


WANN ENDLICH KÜSST DU MICH?  | Regie: Julia Ziesche | DE 2016

Die halbwegs erfolgreiche Schauspielerin Doris (Olivia Grigolli) will noch immer über das Leben ihrer beiden erwachsenen Töchter bestimmen, wobei ihr das eigene Leben doch eigentlich selbst fast entglitten ist. Ihre ältere Tochter Mascha (Marie Rosa Tietjen) ist immer noch auf der Suche nach sich selbst und verkennt dabei, dass sie eigentlich schon ziemlich viel gefunden hat. Die 16-jährige Viola hingegen glaubt, dass sie ihre Pläne und Träume mühelos mit einem Baby in Einklang bringen kann. Dass nicht nur Viola (Luise von Finckh), sondern auch ihre Mutter ungeplant schwanger wird, setzt die beiden unter Entscheidungszwang – und verlangt in den wechselhaft-spannungsvollen Mutter-Tochter-Beziehungen ein neues Verständnis für die Entscheidungen der anderen. Die ungeborenen Kindern könnten die beiden Frauen endlich wieder enger zusammenführen – oder sie auf ewig auseinander treiben…


STROMAUFWÄRTS  | Regie: Mari­on Hän­sel | BEL/NED/HRV 2016

Die bei­den Halb­brü­der Homer (Oli­ver Gour­met) und Joé (Ser­gi López) wuss­ten bis vor kur­zem nichts von der Exis­tenz des jeweils ande­ren, erfah­ren haben sie von­ein­an­der erst nach dem Tod des gemein­sa­men Vaters. Um sich bes­ser ken­nen­zu­ler­nen, unter­neh­men sie eine gemein­sa­me Boots­fahrt in Kroa­ti­en, dort­hin, wo sich der Vater zuletzt auf­ge­hal­ten hat. Was sich dabei schnell zeigt, ist, dass bei­de zu ver­schie­den sind, um eine gute Zeit mit­ein­an­der zu ver­brin­gen. Wor­über die bei­den wort­kar­gen Män­ner auch kaum spre­chen kön­nen, sind die unter­schied­li­chen Ver­let­zun­gen, die bei­de durch den Vater erlit­ten haben. Mehr schwei­gend als redend tuckern sie den Fluß hin­auf, der sich durch eine wun­der­schö­ne Fels­land­schaft schlän­gelt. Kurz vor ihrem Ziel, einem alten Klos­ter, tref­fen sie auf einen drit­ten Mann, den Iren Sean (John Lynch), der mit dem Vater geschäft­lich zu tun hat­te und der mehr über des­sen Ver­gan­gen­heit weiß als die Söhne.


Heimkinotipp: UNA UND RAY  | Regie: Benedict Andrews | UK/USA/CAN 2017

Als eines Tages plötzlich die schöne Una (Rooney Mara) in seinem Büro auftaucht, wird der eigentlich Mitten im Leben eines erfolgreichen Unternehmers stehende Ray (Ben Mendelsohn) ungewollt mit seiner dunklen Vergangenheit konfrontiert. 15 Jahre zuvor verband ihn mit der damals noch minderjährigen Tochter (Ruby Stokes) seines Nachbarn eine verbotene Liebesaffäre, für die Ray schließlich verhaftet und verurteilt wurde. Inzwischen hat sich Ray unter anderem Namen ein neues Leben aufgebaut – für Una hingegen scheint die Zeit stillgestanden zu haben. Es folgt eine erbarmungslose Aufarbeitung längst begrabener Erinnerungen mit fatalen Konsequenzen, denn Una weiß nach wie vor nicht, ob das damals echte Liebe war, oder ob sie von Ray nur benutzt wurde. 

„Una und Ray“ begeistert nicht bloß mit formidablen Darstellerleistungen und einer auf das Wesentliche reduzierten Inszenierung, sondern lebt in erster Linie davon, dass man nicht weiß, ob das Gezeigte richtig oder falsch ist.

Zehn Filme, die mir das 3. Quartal 2017 versüßt haben

Zum Ende eines jeden Monats veröffentliche ich in den sozialen Netzwerken meine fünf ganz persönlichen Lieblingsfilme sowie meine Flops der vergangenen Wochen. Um diese Filme in Zukunft ein wenig mehr zu würdigen, oder zu erklären, weshalb mir Film XY eben so gar nicht gefallen hat, präsentiere ich in meiner ZEHN FILME-Rubrik nun nochmal meine zehn Lieblings- und Hassfilme inklusive Traile, in der Hoffnung, Ahnungslosen einen kleine Orientierung zu geben, was man im Kino auf keinen Fall verpassen sollte und was man getrost links liegen lassen darf. Gern seid Ihr unterhalb des Postings dazu aufgefordert, Eure Lieblings- und Hassfilme der vergangenen drei Monaten zu veröffentlichen. Viel Spaß!

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