Meine Filmflops 2018 – Die Plätze 20 bis 11

Es ist soweit: Das Jahr ist fast vorbei und es ist wieder an der Zeit, auf die vielen Filme der vergangenen 12 Monate zurückzublicken, die in mir die größten Emotionen ausgelöst haben. Getreu dem Sprichwort „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!“ widme ich mich zunächst meinen ganz persönlichen Hassfilmen 2018. Hier ist der Name Programm! Im Folgenden geht es nicht darum, welche Filme von Januar bis Dezember die objektiv schwächste Qualität aufwiesen – nicht selten sind diese Vertreter nämlich einfach nur banal und langweilig. Stattdessen geht es ganz allein darum, welche Filme bei mir persönlich die größte Antipathie hervorgerufen haben – entweder durch den Film selbst, oder aber auch durch die Penetranz in den Medien, in Diskussionen oder in der Werbung. Es ist also gut möglich, dass auf den Plätzen zwanzig bis eins der ein oder andere ordentliche Streifen dabei ist, der mir persönlich aber eben überhaupt nicht zugesagt hat. Und weil ich mich sonst immer darin bemühe, persönliche Meinungen so weit wie möglich zurückzuhalten, ziehe ich in meiner Flopliste auch diesmal ein wenig überspitzter vom Leder als sonst. In diesem Sinne: Viel Spaß auf diesem Streifzug durch das filmische Grauen 2018!

Zur Auswahl standen 326 von mir gesichtete Filme, die im Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2018 im Kino erschienen sind, die in dieser Zeit auf deutschen Filmfestivals vorgeführt wurden oder einen Direct-to-DVD- respektive Streaming-Start hatten.

20

Im ersten Halbjahr 2018 habe ich kaum ein gutes Haar am deutschen Kino gelassen. Warum? Weil es neben einigen wenigen Ausreißern nach oben, von denen sich in wenigen Tagen auch einige in meiner Jahres-Topliste wiederfinden werden, eben kaum Sehenswertes aus nationalen Gefilden zu entdecken gab. Stellvertretend dafür, was hiesige Filmemacher offenbar seit den frühen Neunzigern lustig finden, steht die alles andere als komische Episodenkomödie SAFARI – MATCH ME IF YOU CAN, die uns das Datingverhalten verschiedener in München lebender Singles vor Augen führen soll. Sie alle eint die Benutzung einer vielversprechenden Datingapp namens Safari – und damit ist die erzählerische Tiefe des Films im Grunde auch schon zusammengefasst. Der müde Aufguss aller möglicher RomCom-Klischees, der vorwiegend von entweder völlig desinteressierten, oder aber maßlos overactenden Darstellerinnen und Darstellern vorgetragen wird, hat nicht nur keinen Spaß gemacht, sondern war sogar durchgehend richtig nervig. Wer soll dafür ins Kino gehen?

19

Na, wer hat sich auf die letzten Meter des Jahres denn da noch in die Flops gekämpft? Es ist AQUAMAN, die neueste Verfilmung aus dem DC Extended Universe, oder wie ich ihn nenne: „Davidoff Cool Water – The Movie“. Mir fehlt im Anbetracht dieses potthässlichen CGI-Getöses einfach jedwedes Verständnis dafür, weshalb das erste Soloabenteuer des Wassermannes bei einem Großteil der Kritiker so gut ankommt (zugegeben: die anfängliche Euphorie ist mittlerweile verstummt, der Film hat sich auf solidem Mittelmaß eingependelt), denn dieser Film des von mir eigentlich innig geliebten Regisseurs James Wan ist der Inbegriff seelenlosen Blockbusterkinos, bei dem es um nichts mehr geht, außer darum, wie hier auf unattraktivste Weise wieder einmal Gut gegen Böse kämpft, ohne dass es irgendjemanden interessiert, ob zumindest ein Hauch Sinnhaftigkeit innerhalb der Geschichte das Ganze nicht wenigstens ein bisschen erträglich machen könnte. Und dann tun die ganzen Schauspieler auch alle noch so, als wäre das hier gerade der seriöseste Stoff der Welt – außer Jason Momoa, der offenbar weiß, in was für einem Schwachsinn er da gerade mitspielt.

18

Auch auf Platz 18 findet sich eine Komödie – oder besser etwas, was sich dafür hält. SUPER TROOPERS 2, die Fortsetzung des Comedyhits von 2001, der der Blödelcombo Broken Lizard nochmal zu einem ordentlichen Popularitätsschub verhalf, entstand durch Crowdfunding – nichts könnte besser beschreiben, dass es sich hierbei um ein Fanprojekt handelt, an dem wohl vor allem die Zuschauer Spaß hatten, die dem derben, tabulosen Pubertätshumor der Komiker ohnehin aufgeschlossen gegenüber stehen. Ich gehörte nicht dazu, denn mir war das hier alles – im wahrsten Sinne des Wortes – zu blöd. Denn außer einem tatsächlich sehr stimmigen Ensemble kann „Super Troopers 2“ nicht mehr vorweisen als Peinlichkeiten und zum Großteil nicht funktionierende Gags. Hier geht es nicht um stimmiges Timing oder halbwegs clevere Pointen, sondern eben um derben Slapstick. Damit, dass die Story hier natürlich vollkommen unwichtig ist, könnte ich leben. Damit, dass ich hier leider nicht einmal geschmunzelt habe, obwohl es noch so sehr provoziert wird, nicht.

17

Gerard Butler und mich verbindet seit Jahren eine Hassliebe. Der Grund: Der gute Mann hat einfach viel zu lange keinen guten Film mehr gedreht. Und wenn ich an einem seiner Werke dann doch mal meinen Spaß hatte, dann ging das doch eher in eine überdeutliche Guilty-Pleasure-Richtung, wie etwa im Falle von „Gesetz der Rache“. Auch in diesem Jahr hat sich Butler wieder mächtig ins Zeug gelegt und ist mit seinen darstellerischen Ergüssen sogar zweimal in meinen Flops vertreten. Den Anfang macht HUNTER KILLER, ein Film der sich als U-Boot-Thriller ausgibt, aber in Wirklichkeit eine unmotivierte Schlaftablette ist. Man muss sich das Konzept so vorstellen: Ein ätzender, uninteressanter Captain (Butler – natürlich!) redet zwei Stunden lang davon, dass er die Welt retten will. Und weil er als Einziger in der Lage ist, das zu tun, was man dafür tun muss, müssen sich alle an seine Kommandos halten. Dann wird ein bisschen geschossen, vor hässlichem Greenscreen fliegen Bomben in die Luft und am Ende haben alle ganz fest daran geglaubt, dass es gut ausgeht. Da muss (m)ein Gehirn doch zwangsläufig auf Durchzug schalten!?

16

Apropos Durchzug: kein Filmjahr ohne eine ordentliche Portion Kitsch. Und da Nicholas Sparks derzeit offenbar im Urlaub ist, hat sich diesmal Andy Serkis daran gesetzt, einmal die volle Ladung Schmalz auf sein Publikum loszulassen. Die Geschichte, die er in SOLANGE ICH ATME erzählt, ist dann auch erst einmal durchaus rührend, geht es hier doch um die Erfindung der eisernen Lunge und damit einer sehr wichtigen medizinischen Errungenschaft. Das Problem ist nur, dass der Film ausgerechnet eine erzählerische Perspektive vollkommen ausklammert: nämlich die des Patienten selbst. Serkis geht derart unsensibel mit den Wünschen und Ängsten der eigentlichen Hauptfigur um, dass man sich, genau wie er selbst, eingesperrt fühlt und sich dazu gezwungen sieht, all das Gezeigte für bare Münze zu nehmen. Damit sein Schicksal dann auch wirklich jeder richtig doll rührend findet, klatscht Serkis noch jede Menge Weichzeichner auf die Bilder und greift auf plumpe Gefühlsmusik zurück, um auch bloß die in den einzelnen Szenen erforderlichen Knöpfe beim Publikum zu drücken. Bäh!

15

Und schon wieder soll etwas eigentlich zum Lachen bringen, was am Ende aber überhaupt nicht zum Lachen ist – sondern einfach nur tragisch. DAS IST ERST DER ANFANG klingt im Anbetracht dessen, was dem Publikum hier geboten wird, fast schon wie eine Drohung. Eineinhalb Stunden lang muss sich der Zuschauer durch einen Film quälen, der vor allem daraus besteht, dass sich Tommy Lee Jones und Morgan Freeman in den Rollen von rüstigen Rentnern einen uninspirierten Hahnenkampf liefern. Sie duellieren sich in allen möglichen und unmöglichen Wettkämpfen, um sich zu beweisen, dass man besser ist als der jeweils andere. Wenn das nur langweilig wäre, ließe sich all das ja vielleicht noch als „Alterssünde“ abtun. Doch die Langeweile quillt den beiden gestandenen Schauspielern zu den Ohren heraus und dass kurz vor der Veröffentlichung Vorwürfe gegen Morgan Freeman an die Öffentlichkeit gerieten, die dem Akteur Aufdringlichkeit gegenüber jüngeren Frauen nachsagten, machten Szenen wie diese, in denen er sich lüstern einer ahnungslosen Dame nähert, nicht unbedingt erträglicher.

14

Ich befürworte es zwar nicht unbedingt, dass Zeichentrickserienklassiker heutzutage alle eine 3D-Rundumerneuerung erhalten, aber der größte Gegner bin ich auch nicht. Zumal ich weiß, weshalb sich eine derartige Taktik für die Studios anbieten kann. DIE BIENE MAJA – DIE HONIGSPIELE ist allerdings vor allem eines: unerträglich! Und das liegt in erster Linie an der wohl nervigsten Synchronstimme jüngerer Animationsfilmgeschichte, die dann auch noch die Hauptrolle spricht. Ohne übertreiben zu wollen, taten mir am Ende einer gefühlten Filmewigkeit die Ohren davon weh, mit welch kreischender Hingabe die Biene Maja ihren Zuschauern hier einbläut, immer an sich selbst zu glauben und niemals aufzugeben. Bei aller Liebe für das Original, aber wenn ich mir während eines Films mehrmals wünsche, am liebsten sofort den Saal zu verlassen, dann bleibt mir am Ende nichts Anderes übrig, als den Film in meine Flopliste aufzunehmen. Immerhin ist das der einzige Animationsfilm, der mir in diesem Jahr wirklich so richtig negativ aufgefallen ist.

13

Ob ihr es glaubt oder nicht, aber bei SLENDER MAN handelt es sich nicht einfach nur um den Platz Nummer 13 meiner diesjährigen Flopcharts, sondern auch um meine größte Enttäuschung. Obwohl sich die Indizien für das formvollendete Scheitern dieses Films zum Kinostart hin immer weiter verdichteten, habe ich bis zum Schluss daran geglaubt, es hier doch wenigstens mit einem halbwegs akzeptablen Schocker zu tun zu bekommen. Doch am Ende wurden selbst meine noch so geringen Erwartungen unterboten, denn bei „Slender Man“ handelt es sich tatsächlich um einen der schlechtesten Horrorfilme, die es überhaupt in den letzten Jahren zu sehen gab. Wobei „sehen“ in diesem Fall Auslegungssache ist. Eines der größten Probleme, die dieser Film mit sich bringt, ist nämlich, dass man eben kaum etwas erkennt, weil es einfach die ganze Zeit viel zu dunkel ist. Gruselig ist hier auch nichts, die Dialoge reichen von dumm bis maximal hohl, permanent hat man das Gefühl, dass Szenen fehlen und überhaupt: Nichts an „Slender Man“ wird dem Potenzial gerecht, das die Vorlage zu bieten hätte. Traurig!

12

Jetzt kommen wir zu einem Film, bei dem es mir rückblickend immer schwerer fällt, zu erklären, was genau denn überhaupt sein Sinn war. Das Einzige, was ich mit FÜHLEN SIE SICH MANCHMAL AUSGEBRANNT UND LEER? verbinde, ist die inszenatorische und darstellerische Dilettanz, die es mir fast unmöglich gemacht hat, diesen kruden Versuch einer Verwechslungskomödie bis zum Ende anzuschauen. Es geht um eine Frau, die eines Tages ein exaktes Ebenbild ihrer selbst bei sich zuhause entdeckt und dieses fortan damit beauftragt, immer dann ihren desinteressierten Ehemanm zu bespaßen, wenn sie gerade etwas völlig Anderes machen will. Machen wir es kurz: Trotz einer wirklich guten Besetzung mit Lina Beckmann, Charly Hübner und Benno Fürmann ist der als Comedy angepriesene Film zu keinem Zeitpunkt komisch, als ernsthafte Eheanalyse bleibt er derweil bis zum Schluss viel zu oberflächlich und die Schauspielerinnen und Schauspieler hangeln sich mittels brachialem Overacting von einer übertriebenen Szene zur nächsten. Sowas kann ich nicht ernst nehmen…

11

Beenden wir die Top 20 meiner Flopfilme, wie wir sie angefangen haben: mit einem deutschen Film! HILFE, ICH HAB MEINE ELTERN GESCHRUMPFT war einer der letzten Filme, die ich noch 2017 sehen konnte und doch war mir klar, dass ich einen klaren Anwärter auf den Titel „schlechtester Film 2018“ bereits gefunden hatte. Bis heute kamen zwar noch ein paar miesere hinzu, doch der Sprung zum Treppchen ist sehr klein geblieben. Trotz einiger charmanter Szenen, die vor allem mit den plötzlich verschobenen Größenverhältnissen der geschrumpften Erwachsenen zu tun haben, ist die Fortsetzung von „Hilfe, ich hab meine Lehrerin geschrumpft“ ein reinstes Sammelsurium von Elementen, die ich an modernen Familienfilmen hasse. Aufgesetzter Jugendsprech, miese Trickeffekte (dann lasst sie halt weg, wenn ihr kein Geld habt!!) und eine lahme Story haben übrigens nicht bloß einen der schlechtesten Filme des Jahres zutage gefördert, sondern auch einen der furchtbarsten Kinobesuche. Doch letztlich kann man es Niemandem verübeln, der an diesem Film kein Interesse zeigt. Was soll denn da jetzt noch kommen?

 

In den nächsten Tagen folgen an dieser Stelle meine Flop 10 der Filme 2018…

Ein Kommentar

  • Hallo Antje: Was ich bei all Deinen hervorrganden Verrissen dennoch nicht verstehe ist, dass Du ausgerechnet „Hereditary“ als einen der besten Horrorfilme aller Zeiten titulierst. Man bräuchte einfach in allem, was Du an „Slender Man“ kritsiertst, die Passagen mit „Slender Man“ durch „Hereditary“ auszutauschen, und dann bekämst Du mit, was „Herditary“ wirklich ist

Und was sagst Du dazu?