Monatsarchive: Januar 2019

Chaos im Netz

In Disneys 3D-animiertem Abenteuer „Ralph reichts“ erkundete eine Computerspielfigur auf eigene Faust die Welt der Arcade-Games. Im Jahr 2018 hat genau diese Welt einen Internetzugang spendiert bekommen und Titelheld Ralph begibt sich mit seiner besten Freundin Vanellope von Schweetz auf in die endlosen Weiten des World Wide Web. Ob CHAOS IM NETZ mit dem Vorgänger mithalten kann, verraten wir in unserer Kritik. Weiterlesen

Das startet am 17. Januar 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 17. Januar, in der ein potenzieller Oscar-Anwärter startet. „Capernaum – Stadt der Hoffnung“ ist niederschmetterndes Milieukino, das ganz ohne Gefühlsduselei ganz besonders nahe geht. Ebenfalls neu in den Programmkinos starten mit „Maria Stuart“ und „Der Spitzenkandidat“ zwei Politdramen mit modernen Bezügen – und beide hochwertig gespielt! Derweil geht es in den Multiplexen enttäuschend zu, wenngleich vermutlich sehr erfolgreich. Das Pferdeabenteuer „Immenhof“ bietet der Zielgruppe solide Reiterhofromantik, während der dritte Teil der Easttrail-177-Trilogie, „Glass“, trotz der guten Vorarbeit von M. Night Shyamalan enttäuscht.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

CAPERNAUM – STADT DER HOFFNUNG | Regie: Nadine Labaki | LBN/USA 2018

Zain (Zain Al Rafeea) ist gerade einmal zwölf Jahre alt. Zumindest wird er auf dieses Alter geschätzt, denn wann genau er geboren ist, weiß niemand. Der Junge hat auch keine Papiere und die Familie weiß auch selbst nicht mehr genau, wann er geboren wurde. Nun steht er vor Gericht. Er soll in seinen jungen Jahren bereits versucht haben, einen Menschen zu ermorden. Doch vor Ort wendet sich das Blatt: Er verklagt seine Eltern, weil sie ihn auf die Welt gebracht haben, obwohl sie sich nicht um ihn kümmern können. Dem Richter schildert er daraufhin seine bewegende Geschichte: Was passierte, nachdem er von zu Hause weggelaufen ist und bei einer jungen Mutter aus Äthiopien Unterschlupf fand und wie es dazu kam, dass er sich mit ihrem kleinen Baby mittellos und allein durch die Slums von Beirut kämpfen musste.

Keine Gefühlsduselei sondern harte Realität – „Capernaum – Stadt der Hoffnung“ ist ein hochemotionales Drama über Armut, für das die Regisseurin in Gänze auf falschverstandene Sentimentalität verzichtet. Stattdessen hinterfragt sie ein ganzes System, wofür sie auf die klare Einordnung in gut, böse, Opfer und Täter verzichtet. Und gerade dadurch geht der Film besonders zu Herzen.


DER SPITZENKANDIDAT | Regie: Jason Reitman | USA 2018

Im Jahr 1988 ist Senator Gary Hart (Hugh Jackman) der große Hoffnungsträger für junge Wähler der Demokraten und gilt damit als Spitzenkandidat bei der Präsidentschaftsvorwahl. Er ist klug, charismatisch und interessiert sich für die Sorgen und Wünsche seiner Mitmenschen. Doch dann bringt ihn ausgerechnet eine außereheliche Affäre mit der jungen Donna Rice (Sara Paxton) ins Wanken und seine Wahlkampagne steht vor dem Aus. Zum ersten Mal in der US-amerikanischen Politik verschmelzen Boulevardjournalismus und politischer Journalismus miteinander – und Senator Hart droht dabei, nicht nur das Rennen um den Präsidentenposten zu verlieren, sondern auch seine Ehefrau Lee (Vera Farmiga), die von zuhause aus über die Medien mit ansehen muss, wie ihr Ehemann der Presse zum Fraß vorgeworfen wird…

„Der Spitzenkandidat“ beleuchtet gleichermaßen spannend wie emotional den ersten Fall in der US-amerikanischen Politik, in dem ein Senator durch einen privaten Fehltritt von der Presse zerfleischt wurde. Dabei nimmt Regisseur Jason Reitman bewusst die nüchterne Position des Betrachters ein. Urteilen muss der Zuschauer selbst.


MARIA STUART, KÖNIGIN VON SCHOTTLAND | Regie:  Josie Rourke | UK 2018

Maria Stuart, die bereits im Alter von nur neun Monaten zur Königin von Schottland gekrönt wurde, kehrt mit 18 Jahren nach dem Tod ihres jungen Ehemannes von Frankreich nach Schottland zurück, um rechtmäßig den Thron zu beanspruchen. Dadurch tritt sie in einen Machtkampf mit Königin Elisabeth I., die bis dahin Alleinherrscherin über das englische Königreich ist. Maria Stuart erkennt Elisabeth nicht als rechtmäßige Königin von England und Schottland an. Elisabeth, die ebenfalls keine Nebenbuhlerin akzeptiert, wird in ihrem Machtanspruch herausgefordert. Aufstände, Verschwörungen und Betrug bedrohen den Thron beider Königinnen, die trotz ihrer Rivalität voneinander fasziniert sind. Als junge, selbstbewusste Regentinnen streiten sie um die Krone, um Liebe und um Macht in einer männerdominierten Welt… 

„Maria Stuart, Königin von Schottland“ ist der überragend gespielte Machtkampf zwischen zwei Herrscherinnen, der immer dann besonders spannend ist, wenn Regisseurin Josie Rourke die Persönlichkeiten der Hauptfiguren in den Fokus rückt und weniger das politische Drumherum.

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