Das startet am 14. Dezember 2017

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um den Starttag des 14. Dezember und damit steht eines fest: Auch wenn mit „Ferdinand“ ein süßer Film für die ganze Familie hat, steht alles im Schatten von „Star Wars“. Und damit soll es das dann auch schon gewesen sein.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

FERDINAND – GEHT STIERISCH AB!  | Regie: Carlos Saldanha | USA 2017

Nachdem man den liebenswürdigen Stier Ferdinand (Daniel Aminati)  irrtümlich für ein wildes Tier hält, wird er gefangen genommen und von seinem heimeligen Zuhause weggeschafft. Hier steht ihm ein bemitleidenswertes Leben bevor: entweder als Kampfstier, um in der Arena gegen den Matador anzutreten, oder als Schlachtvieh. Fest entschlossen, zu seiner Familie zurückzukehren, trommelt er ein Team von Außenseitern unter der Leitung des exzentrischen Schafes Elvira (Bettina Zimmermann) zusammen, um mit ihnen das ultimative Abenteuer erleben und der Tradition des spanischen Stiefkampfes gehörig auf den Zahn zu fühlen. Denn die edlen Tiere ahnen nicht, dass ihr Leben mit dem Betreten der Arena so gut wie vorbei ist…

In den falschen Händen hätte „Ferdinand – Geht STIERisch ab!“ durchaus pietätlos werden können, doch das Animationsabenteuer besticht mit überdurchschnittlich viel Witz und einer gehörigen Portion Ernsthaftigkeit, wodurch die Tradition des Stierkampfes gekonnt Infrage gestellt wird.


STAR WARS: DIE LETZTEN JEDI  | Regie: Rian Johnson | USA 2017

Nachdem Rey (Daisy Ridley) den in die Jahre gekommenen Luke Skywalker (Mark Hamill) auf einer einsamen Insel gefunden hat, bittet sie ihn, sich der Rebellion anzuschließen. Doch Luke denkt nicht dran, seine beschauliche Neu-Heimat zu verlassen und sieht in seiner Besucherin außerdem eine Kraft, die er zu fürchten scheint. Trotzdem willigt er ein, Rey zur Jedi-Kämperin auszubilden. Zur gleichen Zeit setzt Keylo Ren (Adam Driver) seine Ausbildung bei Supreme Leader Snoke (Andy Serkis) fort, doch ist er der dunklen Seite wirklich schon komplett verfallen? An wieder anderer Stelle wacht Finn (John Boyega) aus seinem Koma auf und muss gemeinsam mit Poe Damaron (Oscar Isaac), Prinzessin Leia (Carrie Fisher) und vielen anderen Rebellen einen massiven Angriff der Ersten Ordnung zurück schlagen.

„Star Wars: Die letzten Jedi“ bestätigt nun zum ersten Mal die Befürchtungen, dass ein so flotter Veröffentlichungsrhythmus immer neu erscheinender Filme auch Nachteile haben kann. So hervorragend die Darsteller funktionieren und so perfekt die Effekte daherkommen, so zäh ist die Geschichte, bei der auch vereinzelte Überraschungen und viel Fanservice nicht verschleiern können, wie unausgegoren sie eigentlich ist.


MEINE SCHÖNE INNERE SONNE  | Regie: Claire Denis | FR/BEL 2017

Umgeben von Menschen und trotzdem allein: Isabelle (Juliette Binoche) lebt das Leben eines Singles in der Großstadt Paris. Sie ist eine Frau mit Vergangenheit – stark und unabhängig, als Künstlerin anerkannt, aber dafür wenig erfolgreich, wenn es um die Liebe geht. Immer wieder geht sie halbherzige Beziehungen ein, hat One-Night-Stands, doch der Richtige ist einfach nicht dabei. Ihre Suche nach der wahren Liebe scheitert immer wieder. Zu groß scheint die Kluft zwischen dem, was Frauen wollen und Männer bereit sind zu geben. In ihrer Ratlosigkeit erhofft sich Isabelle ausgerechnet von einem Wahrsager (Gérard Depardieu) die Antwort auf die Frage, die sie mehr als alles andere beschäftigt – gibt es die Liebe fürs Leben oder ist sie nur eine Utopie? 

Juliette Binoche spielt den einsamen Großstadt-Single Isabelle souverän, doch den Zuschauer hält ihre unnahbare Figur konsequent auf Distanz. Für eine Komödie ist „Meine schöne innere Sonne“ indes nur selten lustig, während es der Geschichte selbst an Substanz und Tiefgründigkeit fehlt.


LIEBER LEBEN  | Regie: Fabien Marsaud, Mehdi Idir | FR 2016

Ben hat haufenweise Pläne und einen großen Sinn für Humor. Auch Farid hatte einiges vor, bevor er vor Jahren durch einen Unfall im Rollstuhl landete. Die beiden treffen sich in einem Reha-Zentrum, in das auch Ben verlegt wird, nachdem er sich einen Halswirbel gebrochen hat. Er wird lebenslang behindert sein, heißt es. Ob telefonieren, pinkeln oder essen – nichts geht bei Ben mehr ohne die Hilfe von der ungeschickten Schwester Christiane und von dem immer viel zu gut gelaunten Pfleger Jean-Marie. Trotzdem gibt Ben nicht auf, er reißt einen Witz nach dem nächsten über die bedeutungslustige Reha-Psychologin und die unzumutbaren Stützstrümpfe. Ben trifft auch auf Toussaint und Steeve, ebenfalls Patienten, die die große Kunst gelernt haben, das Unglück einfach auszulachen. Und dann ist da noch die bildhübsche Samia, in die Ben sich auf den ersten Blick verliebt. Sie alle machen aus einer Situation das Beste, die eigentlich keine guten Seiten hat.


DIE KANADISCHE REISE  | Regie: Philippe Lioret | FR 2016

Regisseur Philippe Lioret erzählt in „Die kanadische Reise“, basierend auf den Familienromanen des Bestseller-Autors Jean-Paul Dubois, die Geschichte des 33-jährigen Mathieu, der seinen leiblichen Vater nie kennengelernt hat. Eines Tages erhält er einen mysteriösen Anruf aus Kanada, sein Vater sei tot und habe ihm ein Päckchen hinterlassen. Neugierig und erwartungsvoll entschließt er sich zu einer Reise ins Unbekannte.

In Montreal erwarten ihn zwei ahnungslose Halbbrüder. Pierre, Überbringer der Todesnachricht und Freund des Verstorbenen, will die Existenz eines weiteren Sohnes geheim halten. Ein Versteckspiel beginnt! Getarnt als Freund Pierres ergründet Mathieu seine Wurzeln und deckt dabei verborgene Familiengeheimnisse auf.


WENN ICH ES OFT GENUG SAGE, WIRD ES WAHR! | Regie: Xavier Seron | FR 2016

Nein, Michel hat keine Angst vor dem Tod, er ist ja eigentlich Schauspieler, Schauspieler können alles … spielen …

Mit pechschwarzem Humor erzählt Xavier Seron von dem verunsicherten Elektromarktangestellten Michel und seiner lebenslustigen Mutter, der zwar gesagt wurde, dass sie mit geliehener Zeit lebe, die aber genau weiß, das war schon immer so.

Michel wird irgendwann sterben, das ist klar, aber bis dahin ist noch viel Zeit zum durchdrehen. Michels Mutter hat ihr Arzt gesagt, dass sie sterben wird, daher hat sie sich entschieden zu leben. Und Leben heißt für Michels Mutter, dass sie ihre Katzen füttern muss und Sekt trinken, als ob es Champagner wäre. Dabei soll Michel ihr helfen. Doch dafür müssen sich die beiden erst einmal wieder annähern…


Heimkinotipp: DER WEIN UND DER WIND  | Regie: Cédric Klapisch | FR 2017

Es ist Spätsommer im Burgund und die Weinernte steht bevor. Der dreißigjährige Jean (Pio Marmaï) kehrt nach vielen Jahren der Funkstille auf das idyllische Familienweingut zurück. Nicht aus Nächstenliebe – es gibt einen wichtigen Grund: Sein Vater liegt im Sterben und seine Geschwister Juliette (Ana Girardot) und Jérémie (François Civil), die das Gut in der Zwischenzeit so gut es geht aufrechterhalten haben, können jede Unterstützung gebrauchen. So wie sich jedes Erntejahr nach den Jahreszeiten richtet, erkennen die Geschwister, dass manch offene Wunden auch über die Jahre hinweg nicht heilen. Gemeinsam müssen sie entscheiden, ob die Familientradition weitergeführt werden soll oder jeder seinen eigenen Weg geht…

Vor der traumhaften Kulisse des französischen Burgund erzählt „Der Wein und der Wind“ besonnen eine Geschichte über Familie, die Schweres nicht allzu schwer nimmt und trotzdem einen erstaunlichen Realismus an den Tag legt. Als manchmal ein wenig zu aufdringliches Sinnbild für menschliche Kommunikation findet Regisseur Cédric Klapisch den Weinanbau und trifft mit dieser Idee voll ins Schwarze!

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