Zehn Filme, die mich im 3. Quartal 2017 genervt haben

Zum Ende eines jeden Quartals veröffentliche ich in den sozialen Netzwerken meine zehn ganz persönlichen Lieblingsfilme sowie meine Flops der vergangenen drei Monate. Um diese Filme ein wenig mehr zu würdigen, oder zu erklären, weshalb mir Film XY (eben so gar nicht) gefallen hat, stelle ich in meiner ZEHN FILME-Rubrik nochmal meine zehn Lieblings- und Hassfilme inklusive Trailer vor, in der Hoffnung, Ahnungslosen einen kleine Orientierung zu geben, was man im Kino auf keinen Fall verpassen sollte und was man getrost links liegen lassen darf. Gern seid Ihr unterhalb des Postings dazu aufgefordert, Eure Lieblings- und Hassfilme der vergangenen drei Monate zu veröffentlichen. Und da erst die Arbeit und dann das Vergnügen folgt, gibt’s hier nun meine zehn Hassfilme des Quartals von Juli bis September. Viel Spaß!

Platz 10: EIN CHANSON FÜR DICH by Bavo Dafurne

Auf gewisse Szenen des merkwürdigen Musiker-Charakterdramas EIN CHANSON FÜR DICH wäre wohl selbst ein David Lynch stolz. Doch die Groteske über eine Sängerin, die mithilfe eines jungen Gönners auf ein Comeback hofft, macht sich die Absurdität nicht zunutze, sondern wirkt stattdessen so, als hätte man eher „aus Versehen“ manch surrealistische Sequenz darin untergebracht. In tristem Grau-in-Grau, das die seelische Verfassung der Hauptfigur widerspiegeln soll, ist die französische Produktion in erster Linie eine fragwürdige Ode an die Monotonie – entsprechend langweilig und öde ist der Film dann auch geworden. Selbst Isabelle Huppert wird davon leicht angewidert. So viel Konzeptlosigkeit ist schon kurios!

Platz 9: DAS LÖWENMÄDCHEN by Vibeke Idsøe

Klar, so ein Film wie DAS LÖWENMÄDCHEN tut Niemandem weh, aber wenn man schon eine spannende, tragische Ausgangslage hat, ist es umso bedauerlicher, wenn aus genau dieser nicht mehr herausgeholt wird, als ein herkömmliches Familiendrama, das die Lebensstationen einer Außenseiterin so präzise nachzeichnet, dass man diesen Film hier als Stellvertreter für sämtliche Geschichten dieser Couleur zeigen könnte – man weiß einfach, was die die einem Gendefekt leidende Protagonisten alles durchmachen muss, um am Ende zu sich selbst zu finden. Angebrachte, bissige Kommentare auf die rückständige Gesellschaft spart die Regisseurin Vibeke Idsøe fast vollständig aus. Alles ganz schön weichgespült.

Platz 8: MAX – AGENT AUF VIER PFOTEN by Brian Levant

Aus der Reihe „Fortsetzungen, die die Welt nicht braucht“ gab es im dritten Quartal 2017 mit MAX – AGENT AUF VIER PFOTEN tatsächlich ein Sequel zum hierzulande Niemanden interessierenden Hunde-Abenteuer „Max“ – allerdings mit noch weniger Budget und noch furchtbareren Hauptdarstellern. Und für die jüngeren Zuschauer erweist sich der Film dann auch noch als echte Mogelpackung, denn der eigentliche Star des Films – der Hund nämlich – ist überraschend wenig zu sehen. Dafür gibt’s viel mieses CGI. Das Design des Gartens vom Weißen Haus basiert vermutlich auf dem schlechtesten Greenscreen der Welt.

Platz 7: DER DUELLIST by Alexei Mizguirev

Das russische Actiondrama DER DUELLIST ist wohl ohnehin nur etwas für ausgewählte Zuschauer und produktionstechnisch gehört die Geschichte um einen Krieger, der im Auftrag seine Gegner zu Duellen auffordert, auf keinen Fall in diese Liste. Doch zumindest mich hat das verschwurbelt erzählte, äußerst finstere aber in seiner Brutalität immerhin sehr konsequente Actiondrama vor allem genervt, da viele Zusammenhänge bis zuletzt nicht ganz klar werden – auch, weil hier derart viele Figuren auftauchen, dass man schon sehr bald den Überblick verliert. Für mich klar verschenkte zwei Stunden Lebenszeit.

Platz 6: EMOJI – DER FILM by Tony Leondis

Wenn man mal ganz ehrlich ist, dann müsste der grottenschlechte Animationsfilm EMOJI – DER FILM hier ganz oben stehen. Doch bei näherer Betrachtung denke ich mir Folgendes: Dieses lieblose, unwitzige, schlecht animierte Unterfangen ist so offensichtlich so schrecklich mies, dass man sich letztlich noch nicht mal besonders emotional darüber aufregen kann. Der Film ist in jeder Hinsicht Müll – also weshalb sollte ich ihm dann noch die Ehre zuteil werden lassen, meine Flop-Liste des dritten Quartals anzuführen? Selbst dafür ist er zu schlecht…

Platz 5: VALERIAN – DIE STADT DER TAUSEND PLANETEN by Luc Besson

Sieht man einmal davon ab, dass VALERIAN – DIE STADT DER TAUSEND PLANETEN für mich all das versinnbildlicht, was ich an Science-Fiction-Filmen nicht mag, hat sich Luc Besson an seinem Vorhaben, die beliebten Comics „Valerian & Lorelai“ schlicht und ergreifend verhoben. Der Regisseur manövriert sich absolut unbeholfen durch einen holprigen Plot, der gleichermaßen völlig banal ist. Figuren oder eine erkennbare Dramaturgie interessieren Besson nicht. Stattdessen lässt er Frauenfeindlichkeit und einen latenten Rassismus durchschimmern. Ganz, ganz schlimm!

Platz 4: DIE GESCHICHTE DER LIEBE by Radu Mihaileanu

Auch im Falle von Radu Mihaileanus DIE GESCHICHTE DER LIEBE ist schief gegangen, was nur schief gehen kann. Inszenatorisch halbwegs souverän – Szenenbild und Ausstattung können sich sehen lassen – ist die Geschichte selbst ein heilloses Durcheinander. Zweiter-Weltkrieg-Drama, diverse tragische Romanzen und ein Hauch Mystery vermischen sich zu einem undefinierbaren Filmbrei, der schon nach rund der Hälfte der Laufzeit ungenießbar ist. Was soll sowas?

Platz 3: TIGERMILCH by Ute Wieland

Ich kann sie nicht mehr sehen, diese Filme über rebellierende Teenager aus den hippen Stadt Berlin. TIGERMILCH ist ein weiterer Vertreter dieses 2017 Hochkonjunktur habenden Coming-of-Age-Subgenres und ätzt nach dem immerhin einem gewissen Stilwillen folgenden „Axolotl Overkill“ und dem konzeptuell überzeugenden „Tiger Girl“ noch mehr an. Erneut müssen die Hauptfiguren hier keinerlei Konsequenzen für ihr unüberlegtes Handeln fürchten, das Drehbuch ist vollgestopft mit allerlei Themen, die Substanz allerdings nur vorgaukeln und getragen wird das Ganze von zwei Hauptdarstellerinnen, die zum Teil den Eindruck erwecken, einfach nur ihre auswendig gelernten Texte aufzusagen. Emotional und mitreißend ist anders!

Platz 2: HEREINSPAZIERT! by Philippe de Chauveron

„Monsieur Claude und seine Töchter“ war aufgrund seines unbeholfenen Skripts bereits ein latent rassistischer Film, bei dem einem das Lachen mehr als einmal im Halse stecken geblieben ist. Jetzt legt das Erfolgsteam mit HEREINSPAZIERT! noch einen drauf, nur diesmal machen die Verantwortlichen gar keinen Hehl mehr aus ihrer fragwürdigen Grundlage. Ausländer werden zu unbelehrbaren Problemen, die man nicht integrieren kann, sich nicht benehmen können und die Opfer sind allein die armen Franzosen. Dafür wird vermutlich vor allem die politische rechte Seite Beifall klatschen.

Platz 1: SMALL TOWN KILLERS by Ole Bornedal

Auf den unrühmlichen Thron setzt sich im dritten Quartal 2017 allerdings die schwarze Komödie SMALL TOWN KILLERS von „Nightwatch“-Regisseur Ole Bornedal, der in seiner Gaunerposse ein Klischee an das andere reiht. Homosexuelle, Frauen, Behinderte – wirklich jede Minderheit muss in diesem Film dran glauben. Und leider versäumt es Bornedal, die vermeintlichen Gags abzufedern. Stattdessen schießt der Autorenfilmer wahllos um sich. Sinn? Fehlanzeige. Und lustig ist sowas auch nicht. Offenbar kann man heutzutage nur noch Lacher generieren, wenn man sich über andere lustig macht…

Ein Kommentar

  • „Leider“ habe ich noch keinen Film von deiner Liste gesehen. 😃
    Den Trailer von „Hereinspaziert“ finde ich schon unter aller Kanonen.“Valerian“ werde ich mir aber demnächst wohl mal antun.
    Viele Grüße

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