Schlagwort-Archiv: Coming-of-Age-Film

2018 – Die Plätze 40 bis 31

Es ist vorbei! Zwölf Monate voller verschiedener Filme – satte 328 an der Zahl – so viele wie noch nie zuvor! Die ärgerlichsten, nervigsten und anstrengendsten Vertreter habe ich bereits in meinen Flops abgefrühstückt. Doch ich kann den Jahreswechsel nicht guten Gewissens antreten, ehe nicht auch all jene Filme ausführlich gewürdigt wurden, die mir in diesem Jahr ganz besonders am Herzen lagen. Entsprechend folgen an dieser Stelle und in den kommenden Tagen meine 40 Lieblingsfilme des Jahres 2018. Und weil das in den letzten Jahren ja immer schon so gut geklappt hat, weise ich nun noch einmal auf Folgendes hin: Hierbei handelt es sich nicht um die aus Kritikersicht besten Filme des Jahres, sondern ausschließlich um meine ganz persönlichen, vollkommen subjektiv ausgewählten Lieblingsfilme! Doch genug der Theorie! Hier kommen also meine ersten zehn Lieblingsfilme aus über 300, die zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember hierzulande in Deutschland erschienen sind. Und auch diesmal habe ich nicht bloß Kinofilme, sondern auch Direct-to-DVD-Produktionen und solche berücksichtigt, die auf Streamingplattformen erschienen sind. Viel Spaß!

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Das startet am 18. Oktober 2018

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um den Starttag des 18. Oktober, dem es nicht an Abwechslung mangelt. Der stärkste Beitrag kommt aus Dänemark, denn der dänische Oscar-Kandidat „The Guilty“ kommt ins Kino, wenn auch nur in kleiner Auflage. Die breite Masse wird sich vermutlich vor allem für zwei Filme interessieren: die sympathische Agentenkomödie „Johnny English 3“ und Sönke Wortmanns neuen Film „Der Vorname“, ein Remake des gleichnamigen französischen Kammerspiels. Völlig überraschend erscheint außerdem das Teeniedrama „Blame“, von dem vermutlich kaum einer Notiz nehmen wird. Dabei ist es wirklich einen Blick wert. Ganz im Gegensatz zu „Krystal“, von dem man nicht weiß, was er eigentlich soll.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

THE GUILTY | Regie: Gustav Möller | DK 2018

Ganz klein und zitternd ist Ibens (Laura Bro) Stimme am Telefon. Unter Todesangst tut die junge Frau so, als würde sie mit ihrer Tochter telefonieren. Ihr Entführer (Jakob Ulrik Lohmann) sitzt neben ihr im Wagen und darf unter keinen Umständen bemerken, dass sie die Notrufnummer der dänischen Polizei gewählt hat. Dort nimmt der in die Einsatzzentrale sitzende, dorthin strafversetzte Asger Holm (Jakob Cedergren), der eigentlich nur noch die Stunden zählt, bis er am nächsten Tag vor Gericht aussagen muss, Ibens Anruf entgegen. Zunächst hält er ihn für einen dummen Scherz und will schon fast wieder auflegen, bis er die Ernsthaftigkeit erkennt. Er weckt alle totgeglaubten Polizisteninstinkte in ihm. Er will ihr unbedingt helfen! Sofort! Aber dafür hat er nur sein Telefon zur Verfügung – und keine Zeit zu verlieren… 

Der dänische Thriller „The Guilty“ ist trotz seiner einfachen inszenatorischen Mittel der Genregeheimtipp des Jahres und einer der spannendsten Filme, die das Kinojahr 2018 zu bieten hat.


DER VORNAME | Regie: Sönke Wortmann | DE 2018

Es hätte ein wunderbares Abendessen werden können, zu dem Stephan (Christoph Maria Herbst) und seine Frau Elisabeth (Caroline Peters) in ihr Bonner Haus eingeladen haben. Doch als Thomas (Florian David Fitz) verkündet, dass er und seine schwangere Freundin Anna (Janina Uhse) ihren Sohn Adolf nennen wollen, bleibt den Gastgebern und dem Familienfreund René (Justus von Dohnányi) bereits die Vorspeise im Hals stecken. Man faucht einander Wahrheiten ins Gesicht, die zugunsten eines harmonischen Zusammenseins besser ungesagt geblieben wären. Starke Egos geraten aneinander, Eitelkeiten werden ausgespielt und der Abend eskaliert: Die Diskussion über falsche und richtige Vornamen geht in ein Psychospiel über, bei dem die schlimmsten Jugendsünden und die größten Geheimnisse aller Gäste lustvoll serviert werden. 

In „Der Vorname“ fliegen die verbalen Fetzen, und das Ensemble hat ansteckende Freude daran: Filmreif ausgeleuchtet und flott erzählt macht Sönke Wortmann aus einem französischen Theaterstück eine sehr deutsche, dennoch sehr lustige Film-Angelegenheit.


BLAME – VERBOTENES VERLANGEN | Regie: Quinn Shephard | USA 2017

Nach langer Krankheit wagt sich die zurückhaltende Außenseiterin Abigail (Quinn Shephard) zum ersten Mal wieder in ihre Schule. Kaum angekommen, muss sie bereits die Provokationen ihrer manipulativen Mitschülerin Melissa (Nadia Alexander) ertragen, die es von Anfang an auf sie abgesehen zu haben scheint. Als Abigail auch noch von ihrem neuen, attraktiven Schauspiel-Aushilfslehrer Jeremy (Chris Messina) für die Hauptrolle des begehrten Schultheaterstücks ausgewählt wird, werden die beiden zu richtigen Rivalinnen. Die beginnenden Annäherungen zwischen Abigail und ihrem Lehrer spielen Melissa dabei in die Hände. Ihr ist mittlerweile jedes Mittel recht, um Abigail zu bekämpfen. Auch wenn dies dunkle Geheimnisse ans Licht bringt, die für alle Beteiligten Konsequenzen haben werden… 

Für ihr Langfilmdebüt „Blame – Verbotenes Verlangen“ geht Quinn Shephard kein Risiko ein und inszeniert ein schmuck aussehendes und unaufgeregt erzähltes Schuldrama, das sie um die spannende Komponente Schüler-Lehrer-Liebe ergänzt.


JOHNNY ENGLISH – MAN LEBT NUR DREIMAL | Regie: David Kerr | UK/FR/USA 2018

Die digitale Welt besteht nur aus Nullen und Einsen – und Johnny English (Rowan Atkinson) ist definitiv keine Eins. Durch die Attacke eines mysteriösen Hackers (Jake Lacy) auf den Geheimdienst des vereinigten Königreiches werden sämtliche britischen Undercover-Agenten enttarnt. Einzig Johnny English, der sich der Digitalisierung aufgrund mangelnder Fähigkeiten bislang erfolgreich widersetzen konnte, bleibt übrig. Der britischen Prime Ministerin (Emma Thompson) bleibt keine andere Wahl, als ausgerechnet den Spion zu reaktivieren, der bisher jede seiner Missionen vermasselt hat. Sie selbst hält von dieser Idee am wenigsten. Mit seinen kompromisslos analogen Methoden werden Johnny English und seinem Kollegen Bough (Ben Miller) zur letzten Hoffnung des Geheimdienstes Ihrer Majestät und stürzen sich in ein wagemutiges Abenteuer.

Ein solider Spionage-Plot, ein gut aufgelegter Cast und stimmig inszenierter Slapstick, der niemals unter die Gürtellinie wandert – „Johnny English – Man lebt nur dreimal“ ist in seinem Humor derart harmlos und sympathisch, dass er im Comedy-Segment eine echte Ausnahmeerscheinung darstellt, auch wenn es ihm hier und da an Überraschung mangelt.


GIRL | Regie: Lukas Dhont | BEL/NED 2018

Lara (Victor Polster) ist 15 und hat einen Traum: Sie will Balletttänzerin werden. Als sie an einer renommierten Akademie unter Vorbehalt angenommen wird, zieht sie mit ihrem Vater und ihrem kleinen Bruder nach Brüssel. Währenddessen versucht Lara noch einen zweiten Kampf zu gewinnen: Sie will sich einer Geschlechtsumwandlung unterziehen. Äußerlich ist sie bereits ein Mädchen, doch ihr Körper ist noch der eines Jungen. Ihr Vater unterstützt sie bei ihrem Vorhaben, begleitet seine Tochter bei jedem Schritt und ist für sie da, genau wie Psychologen und Ärzte. Doch der Leistungsdruck auf die junge Ballerina ist enorm und nebenbei wird Lara durch ihre Mitschülerinnen und Mitschüler ins heiß-kalte Wasser der Pubertät geworfen. Das kräftezehrende Training zwingt Lara schließlich zur Selbstkasteiung, mit der sie wiederum ihre Operation aufs Spiel setzt. 

„Girl“ zerfällt in zwei Teile. Die erste Hälfte zeigt auf bemerkenswert authentische Weise und ohne abgegriffene Klischees den inneren Kampf einer jungen Frau, gefangen in einem männlichen Körper. Die zweite Hälfte kippt dann plötzlich in austauschbaren Betroffenheitskitsch, der in ein streitbares Finale mündet, das aber immerhin im Gedächtnis bleibt.


CHAMPAGNER & MACARONS – EIN UNVERGESSLICHES GARTENFEST | Regie: Agnès Jaoui | FR 2018

Nathalie, die vielbeschäftigte Fernsehproduzentin, lädt zur großen Einweihungsparty in ihre Villa vor den Toren Paris` – mit einer illustren Gästeliste: Ihr Schwager Castro hat seine besten Jahre als Star-Moderator im Fernsehen hinter sich. Castros Ex-Frau Hélène und Schwester von Nathalie macht wieder einmal nur Werbung für ihr neustes Flüchtlingsprojekt. Deren Tochter Nina ist kurz davor, ihren zweiten Roman zu veröffentlichen, in dem ihre Eltern nicht gerade gut wegkommen. Unaufhaltsam füllt sich der Garten mit Menschen aller Art, aus der Stadt und vom Land, Möchtegern-Stars, Hipstern und Lebenskünstlern, YouTubern und Influencern, Musikern und mittendrin die hoffnungslos verknallte Kellnerin Samantha, die nur Eines will – ein Selfie mit Castro. Man bewundert und verachtet sich, tanzt und singt, fühlt sich cool und lebendig – und vielleicht ein bisschen einsam auf dem Jahrmarkt der Eitelkeiten. 

In der Tragikomödie „Champagner & Macarons – Ein unvergessliches Gartenfest“ sieht man dem Klischee der High Society eineinhalb Stunden beim Sinnieren über ihre First World Problems zu. Trotz kleinerer amüsanter Momente ist das vermutlich nur für die spannend, die selbst dazugehören.


PLOEY | Regie: Árni Ásgeirsson | ISL/BEL 2018

Um die rauen Wintermonate zu überleben, muss sich Ploey (Originalstimme: Jamie Oram), ein junger Goldregenpfeifer, ganz allein auf eine gefährliche Reise machen, um ein sagenumwobenes Tal zu finden, das im Herzen des Berglands liegt. Eigentlich wollte er gemeinsam mit seiner Mutter und dem Schwarm gemeinsam fliegen, doch die halten ihn für tot. Währenddessen versucht er, sich vor den stets wachsamen Augen eines heißhungrigen Falken zu verstecken, der seine Familie und Freunde seit Jahren terrorisiert und erst kürzlich seinen Vater getötet hat. Leider hat Ploey massive Schwierigkeiten mit dem Fliegenlernen! Doch glücklicherweise lernt er auf seiner Reise viele neue Freunde kennen, die ihn nicht bloß vor dem Räuber beschützen, sondern vielleicht sogar helfen können, an sich selbst zu glauben und damit auch daran, dass er fliegen kann… 

„Ploey“ folgt über weite Strecken den Erzählkonventionen typischer Mutmach-Kinderfilme, stellt sich mit einer merkwürdigen Botschaft allerdings selbst ein Bein und irritiert zusätzlich durch eine sehr einfältige Zeichnung der Schurkenfigur. Und optisch macht der Film ebenfalls keine gute Figur.

Das startet am 28. Juni 2018

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um den Starttag des 28. Juni, der einen die Fußball-Weltmeisterschaft ordentlich spüren lässt. Während „Meine teuflisch gute Freundin“ immerhin das aktuell brach liegende Kinder- Jugendkino mit neuem Stoff versorgt, dürfte einzig und allein „Love, Simon“ die Chance haben, wenigstens ein paar Zuschauer für sich zu gewinnen. Nach eine großen Werbekampagne und in Ermangelung an Konkurrenz tippe ich auf den stärksten Neustart. Der Rest ist guten Gewissens vernachlässigbar. 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

LOVE, SIMON | Regie: Greg Berlanti | USA 2018

Auf den ersten Blick führt Simon ein Bilderbuchleben. Doch in ihm drin sieht es anders aus, denn Simon ist schwul und zu einem Coming Out konnte er sich bislang nicht durchringen. Erst als sich eines Tages ein Schulkamerad auf einem anonymen Blog outet, fühlt er sich zum ersten Mal verstanden. Der geheimnisvolle Unbekannte nennt sich nur ‘Blue‘ und fortan offenbaren sie sich Nacht für Nacht die intensivsten Gefühle, bis sie sich schließlich sogar ein wenig ineinander verlieben. Aufgrund einer Unachtsamkeit könnte Simons Geheimnis jedoch schneller als Licht kommen, als ihm lieb ist: Ein Klassenkamerad entdeckt die Chatverläufe und erpresst Simon fortan damit. Aus Angst davor geht Simon auf verschiedene Forderungen ein und bringt schon bald Chaos in seine Clique, denn der Erpresser will vor allem eines: mit seinem Schwarm verkuppelt werden…

Gelacht, geweint, geträumt – die Romanadaption „Love, Simon“ ist ohne Zweifel einer der besten Filme des Jahres und könnte das Genre des Coming-of-Age-Films allein schon deshalb maßgeblich prägen, da Homosexualität nun endlich auch den Mainstream erreicht hat.


MEINE TEUFLISCH GUTE FREUNDIN | Regie: Marco Petry | DE 2018

Lilith (Emma Bading) ist 14 Jahre alt und macht ihren Mitmenschen gern das Leben schwer. Ihrem Vater (Samuel Finzi) kommt das nur gelegen – ist er doch niemand Geringeres als der leibhaftige Teufel. Als Bewerbung für den Außendienst, erhält die Teenagerin den Auftrag, eine von ihrem Vater ausgewählte Zielperson zum Bösen zu bekehren. Dafür hat sie eine Woche Zeit. Doch diese Aufgabe ist schwerer als gedacht! Mit der Außenseiterin Greta Birnstein (Janina Fautz) und ihren Eltern (Alwara Höfels, Oliver Korittke) hat Liliths Vater nämlich die wohl netteste Familie auf diesem Planeten ausgesucht. Lilith muss sich ganz schön anstrengen, um ihr Ziel zu erreichen, das in noch weitere Ferne rückt, als sie den Schulrowdy kennenlernt, in den sich Lilith Hals über Kopf verliebt. Doch Lilith weiß: Verliebte Teufel sind zu nichts mehr zu gebrauchen…

Mit „Meine teuflisch gute Freundin“ gelingt Marco Petry ein charmantes Jugendabenteuer voller fieser kleiner Spitzen, tollen Gags und einem zurückhaltenden Schuss Romantik, für das er fantastische Newcomer mit Wiedererkennungswert gewinnen konnte.


DIE WUNDERÜBUNG  | Regie: Michael Kreihsl | AT 2018

Die Liebe kann fast alles: Herzen brechen, Berge versetzen, Königreiche zerstören. Die ganz, ganz großen Sachen. Aber eines kann sie nicht: Den Graben überbrücken, der entsteht, wenn ein Paar sich, wie man so schön sagt, auseinandergelebt hat. Zwei Menschen, die einst zusammenkamen, weil sie sich blind verstanden und besser als alle anderen aufeinander ein- und verlassen konnten. Jetzt, viele Jahre und viele Erfahrungen später, sprechen sie eine völlig unterschiedliche Sprache. Joana und Valentin stehen auf den entgegengesetzten Seiten des erwähnten Grabens. Nach über einer Dekade Ehe kommunizieren sie zwar miteinander, aber nur noch gehässig und polemisch. Die gemeinsame Tochter zwingt sie zum Paartherapeuten. Dieser Therapeut hat mit den beiden seine helle Freude.

Starke Dialoge bilden eine solide Grundlage für „Die Wunderübung“. Doch die Kammerspielkomödie schaut sich nicht nur wie abgefilmtes Theater, sie greift vor allem auf einen Twist zurück, dessen Pointe sich bereits nach der Hälfte der Laufzeit erahnen lässt und dem Film dadurch jedwede Spannung nimmt.


RENEGADES – MISSION OF HONOR | Regie: Steven Quale | FR/BEL/DE/USA 2017

1995: Die Navy SEALs Matt Barnes, Stanton Baker, Ben Moran, Kurt Duffy und Jack Porter befinden sich im Einsatz in Sarajevo. Bei ihrem Nato-Auftrag, einen Kriegsverbrecher aufzuspüren und auszuschalten, kommen sie trotz ihrer Tarnung als Journalisten nicht weit. Früh werden sie vom serbischen General Petrovic enttarnt. Bei der anschließenden Verfolgungsjagd ziehen sie eine Schneise der Zerstörung durch die Stadt, weshalb sie von ihrem Befehlshaber Levin suspendiert werden. Da der Auftrag, aller Verwüstung zum Trotz, ein Erfolg war, begießen die fünf Soldaten ihre Leistungen in einer örtlichen Bar. Die einheimische Kellnerin Lara erzählt ihrem Liebling aus der Truppe bald darauf vom Goldschatz, von dem ihr einst ihr Großvater berichtete. Dieser schwört, dass die Nazis in einer versunkenen Kirche tonnenweise Goldbarren versteckt haben… 

„Renegades – Mission of Honor“ kocht eine fast in Vergessenheit geratene Stilrichtung des 90er-Actionkinos wieder auf – wenn auch nur auf mittlerer Flamme.


ELIAS – DAS KLEINE RETTUNGSBOOT | Regie: Simen Alsvik | NOR 2017

Das kleine Rettungsboot Elias ist jung und mutig: Bei einem wilden Sturm zögert es nicht, einem Kutter in Seenot zu helfen. Diese Heldentat beschert Elias einen Job in Großhafen, den Elias begeistert annimmt, obwohl er dafür seine Freunde in der behaglichen Bucht zurücklassen muss. Bald merkt er jedoch, dass die Tage in Großhafen zu anstrengend sind: Elias verschläft seinen Einsatz so oft, dass er heimgeschickt wird. Doch dort ist sein Job jetzt besetzt und seine alten Freunde sind beleidigt. Traurig dümpelt Elias auf dem Meer herum, bis er zufällig ein paar Schmuggelbooten auf die Spur kommt. Da wird ihm klar, dass er jetzt seine Freunde braucht. Also bittet er sie um Hilfe und sie lassen ihn nicht im Stich: sie fahren mit ihm zusammen los und verfolgen die Gangster. Dabei wird es noch ganz schön gefährlich, aber am Ende haben alle gelernt: Auch wenn das Abenteuer groß ist und wir klein sind – gemeinsam sind wir stark.


Heimkinotipp: DIE VERLEGERIN | Regie: Steven Spielberg | USA/UK 2017

1971 steht mit Katharine „Kay“ Graham (Meryl Streep) eine Frau an der Spitze des Verlags, der die renommierte „Washington Post“ herausbringt. Als erste weibliche Zeitungsverlegerin der USA hat Kay ohnehin keinen leichten Stand in der von Männern dominierten Journalistenbranche. Außerdem steht die Zeitung kurz vor dem Börsengang – brisant wird es, als Chefredakteur Ben Bradlee (Tom Hanks) über einen gigantischen Vertuschungsskandal im Weißen Haus berichten will, in den allein vier US-Präsidenten verwickelt sein sollen. In einem nervenzerreißenden Kampf für die Pressefreiheit riskieren Kay und Ben ihre Karrieren und die Zukunft der Zeitung – ihr mächtigster Gegner ist dabei ausgerechnet niemand Geringeres als die gesamte US-Regierung…

Steven Spielbergs „Die Verlegerin“ ist ein routiniert inszeniertes Journalismusdrama, das wichtige, wahre Ereignisse nacherzählt. Dass die Regielegende dabei aber so gar keine Experimente eingeht, macht den Film zur weitestgehend spannungsarmen „Nummer sicher“ der diesjährigen Awardsaison.

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