Tag Archives: Komödie

Das startet am 27. April 2017

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 27. April, der uns die lang erwartete Marvel-Fortsetzung „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ bringt, die dann vermutlich auch an den Kinokassen krachend einschlagen wird. Doch erstmals nach einer Reihe starker Comicverfilmungen kommt mit dieser leider „nur“ ein solider Film um die Ecke. Ein Run auf die Tickets ist dennoch vorprogrammiert. So richtig begeistern können dagegen andere Filme. Allen voran das französische Drama „Die Schlösser aus Sand“ punktet mit Wahrhaftigkeit und grenzenloser Emotionalität. Der Rest wird wohl kaum der Rede wert sein, auch wenn die deutsche Tragikomödie „Happy Burnout“ dank eines einprägsamen Titels und Starbesetzung vielleicht bei all jenen punkten könnte, die ab Donnerstag keine Lust auf Star-Lord, Rocket und Co. haben.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

DIE SCHLÖSSER AUS SAND  | Regie: Olivier Nahan | FR 2015

Bretagne, Côtes d’Armor, Éléonore ist mit ihrem Ex-Freund Samuel in das Haus ihres Vaters am Meer zurückgekehrt, in dem sie und Samuel viele glückliche Sommer verbracht haben, als sie noch ein Paar waren. Nach dem Tod ihres Vaters muss Éléonore das Haus verkaufen und Samuel hat ihr angeboten ihr zu helfen es für die potentiellen Käufer herzurichten. Eigentlich wissen beide, dass sie noch viel für einander empfinden, aber dazu gemeinsam in schönen Erinnerungen zu schwelgen kommen sie nicht, denn die Immobilienmaklerin Claire führt einen potentiellen Käufer nach dem anderen durch das Haus und eine Nachbarin die das ganze aus der Ferne beobachtet, scheint ihre ganz eigenen Erinnerungen an das Haus und Éléonores Vater zu haben.

Dieses auf den ersten Blick so unscheinbare, französische Meisterwerk erzählt unter Zuhilfenahme wahrhaftiger Charaktere von den herzzerreißenden Stationen einer bitteren Liebe und findet mit der Zeit zu einer Leichtigkeit, die im romantischen Kino immer öfter ihresgleichen sucht.


 GUARDIANS OF THE GALAXY VOL. 2  | Regie: James Gunn | USA 2017

Peter Quill alias Star-Lord (Chris Pratt) und seine Bande exzentrischer Helden, von Baby Groot (Vin Diesel) über Rocket (Bradley Cooper/Fahri Yardim) bis hin zu Gamora (Zoe Saldana) haben gerade den Planeten Xandar und seine Bewohner gerettet und sind dadurch zu Popularität und Ruhm gelangt. Nun fliegen die Guardians als Söldner durchs All, um das Universum zu beschützen. Doch von einem Tag auf den anderen muss das Team darum kämpfen, die neu gefundene Familieneinheit zusammenzuhalten, als sie auf Peters Vater Ego (Kurt Russell) treffen. Aus alten Gegnern werden neue Verbündete und einmal mehr steht das Schicksal der Menschheit auf dem Spiel. Den Guardians of the Galaxy stehen aufregende Zeiten bevor.

Mit „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ setzt Regiseur James Gunn dort an, wo er beim ersten Teil aufgehört hat und hält sich an das ungeschriebene Sequel-Grundgesetz, alles immer noch eine Spur bombastischer zu gestalten. Das Ergebnis ist ein cooler Fantasy-Actionfilm mit viel Krawumm, lustigen One-Linern aber nur allzu wenigen Charaktermomenten. An den Vorgänger kommt die Fortsetzung nicht heran.


SIEBZEHN | Regie: Monja Art | AT 2017

Die letzten Wochen vor den Sommerferien, irgendwo in Niederösterreich. Die 17-jährige Internatsschülerin Paula (Elisabeth Wabitsch) ist heimlich in ihre Freundin Charlotte (Anaelle Dézsy) verliebt. Doch die ist mit Michael  (Leo Plankensteiner) zusammen. Um sich von ihrem Liebeskummer abzulenken, lässt sich Paula auf ihren Schulfreund Tim (Alexander Wychodil) ein, der selbst echte Gefühle für sie hat. Paula ahnt dabei nicht, wie oft auch Charlotte in Wahrheit an sie denkt. Und plötzlich kommt auch noch Lilli (Alexandra Schmidt) ins Spiel, die sich danach sehnt, begehrt zu werden, und selbst als wilde Verführerin auftritt. Paula muss sich entscheiden, ob sie ihren eigenen Gefühlen folgt oder denen der anderen.

Regisseurin Monja Art gelingt mit „Siebzehn“ ein stark gespielter, authentischer Film über die verirrten Gefühlswelten moderner Teenager. Dabei verliert sie jedoch ab und an den Fokus und lässt Nebenhandlungsstränge so plötzlich auf- und wieder abtauchen, dass man als Zuschauer Mühe hat, das Interesse konsequent aufrecht zu erhalten.


HAPPY BURNOUT | Regie: André Erkau | DE 2017

Alt-Punk Fussel ist Frauenheld, Lebenskünstler und Systemverweigerer aus Überzeugung. Er lässt es lieber ruhig angehen, hat immer einen Spruch parat und wickelt mit seinem jungenhaft-sympathischen Charme die Bekanntschaft vom Supermarkt genauso um den Finger wie Frau Linde, seine Sachbearbeiterin im Arbeitsamt. Sie ist ihm verfallen und unterstützt seine Zurückhaltung bei der Arbeitssuche – bis eine interne Prüfung sie zwingt, aktiv zu werden. Zu einem Job lässt Fussel sich nicht überreden, daher vermittelt sie ihm etwas anderes: ein Arbeitsunfähigkeits-Attest, Diagnose Burnout, samt Therapie in einer stationären Klinik. So findet sich Chaot Fussel plötzlich zwischen echten Burnout-Patienten wieder, den Gestrandeten einer Gesellschaft im Effizienzwahn. Mit seiner unorthodoxen Art mischt er den Klinikalltag gehörig auf. 

„Happy Burnout“ ist eine solide Tragikomödie mit starken Hauptdarstellern und einprägsamen Charaktermomenten. Gäbe es von letzteren mehr, hätte dieser Film jedoch noch viel, viel stärker sein können.


UNFORGETTABLE: TÖDLICHE LIEBE | Regie: Denise Di Novi | USA 2017

Tessa Connover (Katherine Heigl) leidet immer noch darunter, dass ihre Ehe gescheitert ist, als ihr Ex-Mann David (Geoff Stults) sein neues Glück findet und sich mit Julia Banks (Rosario Dawson) verlobt. Damit zieht Julia nicht nur in das Haus, das Tessa und David gemeinsam bewohnt haben, sondern sie mischt sich auch ins Leben ihrer gemeinsamen Tochter Lilly (Isabella Rice) ein. Obwohl es für Julia gar nicht so leicht ist, ihre neue Rolle als Ehefrau und Stiefmutter zu definieren, ist sie dennoch davon überzeugt, den Mann ihrer Träume gefunden zu haben, weil er ihr helfen wird, ihre eigene traumatische Vergangenheit hinter sich zu lassen. Doch Tessas Eifersucht steigert sich bald zur Besessenheit: Sie schreckt vor nichts zurück, um Julias Traum in den ultimativen Albtraum zu verwandeln.

„Unforgettable“ ist inszenatorisch ein generischer Stalkingthriller, der dank einer routiniert-guten Rosario Dawson eine plausible und sympathische Hauptfigur zu bieten hat. Die zuletzt so häufig enttäuschende Katherine Heigl gibt im Ivanka-Trump-Look eine eisig-fiese Performance ab, aber das hastige Finale setzt zu sehr darauf, dass das Publikum das Geschehen nicht zu sehr hinterfragt – somit bleibt der Film Genre-Durchschnittsware.


MAIKÄFER, FLIEG! |  Regie: Mirjam Unger | AT 2016

Wien 1945: Das Ende des Zweiten Weltkrieges, gesehen mit Kinderaugen. Die neunjährige Christl weiß vom Frieden genauso wenig, wie die Kinder heute vom Krieg wissen. Ausgebombt und vollkommen mittellos flüchtet sie mit ihrer Familie in eine noble Villa in Neuwaldegg. Nach der Kapitulation der Nazis quartieren sich Soldaten der Roten Armee im Haus ein. Alle fürchten sich vor den als unberechenbar geltenden Russen. Nur Christl nicht. Für sie ist die allgemeine Anarchie vor allem ein großes Abenteuer und in Cohn, dem russischen Koch, findet sie sogar einen richtigen Freund. Doch das Schicksal schlägt untermüdlich zu…

„Maikäfer, flieg!“ nimmt ganz die Perspektive der kleinen Heldin ein. So muss Krieg gewesen sein, so lapidar im Alltag, so stechend im Bauch, so lustig, weil man an einem Wundertag den Teller ablecken durfte, ohne geschimpft zu werden.


 GIMME DANGER | Regie: Jim Jarmusch | USA 2016

Pünktlich zum siebzigsten Geburtstag: Jim Jarmuschs Musik-Doku über Rock-Ikone Iggy Pop.

Mitten in den 60er Jahren schlugen The Stooges mit ihrem gewaltigen und energischen Stil wie eine Bombe in die Musiklandschaft ein. Mit ihrem Mix aus Rock, Blues, R&B und Free Jazz hat die Band aus Ann Arbor, Michigan das Musikpublikum quasi überfallen und damit den Grundstein für das gelegt, was später gemeinhin als Punk und Alternative Rock bekannt wurde. Jim Jarmuschs „Gimme Danger“ ist die Chronik der Geschichte von The Stooges – eine der größten Geschichten des Rock’n’Roll. Die Dokumentation wirft einen einzigartigen Blick auf die Erfolge und Misserfolge der Band und erzählt von Inspiration, dem harten Weg zu kommerziellem Erfolg und dem musikalischen Vermächtnis einer Band, die nicht nur musikalisch eine der wichtigsten ihrer Zeit war.


Heimkinotipp NOCTURNAL ANIMALS  |  Regie: Tom Ford | USA 2016

Die Kunsthändlerin Susan Morrow führt in Los Angeles ein privilegiertes, aber unerfülltes Leben. Als dieser erneut zu einer seiner zahlreichen Geschäftsreisen aufbricht, erhält sie ein Manuskript mit dem Titel „Nocturnal Animals“, geschrieben von ihrem Ex-Mann Edward Sheffield, mit dem sie seit Jahren keinen Kontakt mehr hat. In der beigefügten Notiz fordert Edward sie auf, das Buch zu lesen. Der Roman ist Susan gewidmet, doch sein Inhalt ist brutal und niederschmetternd. Tief bewegt von Edwards Worten erinnert sich Susan an die intimsten Momente ihrer eigenen Liebesbeziehung zu ihm. Der Roman zwingt sie dazu, ihre selbst getroffenen Lebensentscheidungen in einem ganz neuen Licht zu sehen. Je weiter die Erzählung in „Nocturnal Animals“ auf eine Abrechnung zuläuft, desto dramatischere Auswirkungen hat sie… 

In „Nocturnal Animals“ steckt ein fieser Rachethriller alter Schule, doch Tom Ford verwässert ihn zusehends, indem er eine Erzählebene nach der anderen um ihn herum baut und am Ende ein verkopftes Psychospiel inszeniert, für das sich nach so viel berechnender Irreführung kaum noch Jemand interessiert.

Zehn Filme, die keiner mag – außer mir

Anlässlich des Kinostarts von „Fast & Furious 8“ habe ich Euch zwei Rankings versprochen: In der vergangenen Woche erschienen ZEHN FILME, DIE JEDER MAG – AUSSER MIR. Nun folgt, wie angekündigt, der Gegenentwurf. Ich präsentiere Euch heute ZEHN FILME, DIE KEINER MAG – AUSSER MIR und damit einen kleinen Einblick in meine ganz persönlichen Guilty Pleasures oder aber Filme, von denen ich finde, dass sie zu Unrecht von Kritikern und Zuschauern abgestraft wurde ich wünsche viel Spaß und weise zeitgleich darauf hin, dass einige Platzierungen im Folgenden ein wenig verstören könnten. Sagt am Ende nicht, ich hätte Euch nicht gewarnt!

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Ein Dorf sieht schwarz

Noch nie war der Drang nach einem friedlichen Zusammenleben verschiedener Ethnien so groß wie heute. Daher wundert es auch nicht, dass aktuell überdurchschnittlich viele Filme mit dieser Thematik erscheinen. Ob der französische Beitrag EIN DORF SIEHT SCHWARZ zu den guten, oder zu den weniger guten Vertretern gehört, das verrate ich in meiner Kritik.

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Das startet am 20. April 2017

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 20. April, der es zwischen zwei Blockbuster-Wochen („Fast & Furious 8“ und „Guardians of the Galaxy Vol. 2“) nicht gerade einfach hat. Entsprechend bleiben die großen Mainstream-Filme aus, stattdessen finden sich die Highlights in den Programmkinos. Ausgerechnet zwei französische Komödien geben den Ton an und könnten sich aufgrund ähnlicher Thematiken die Zuschauer klauen. Dafür gibt es mit „Conni & Co 2“ einen neuen Til-Schweiger-Film in den Kinos zu sehen, der das Segment der Kinderunterhaltung um eine weitere Auswahl ergänzt. Filme wie „Bleed for This“ oder „Queen of Katwe“ sind zwar in Ordnung, starten aber mit einer solch geringen Kopienanzahl, dass davon kaum einer Notiz nehmen wird.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

EIN DORF SIEHT SCHWARZ  | Regie: Julien Rambaldi | FR 2016

Frankreich 1975: Seyolo Zantoko (Marc Zinga) ist ein erfolgreicher Arzt und stammt aus dem Kongo. Als er einen Job als korrupter Leibarzt ausschlägt und stattdessen eine Stelle in einem kleinen Kaff nördlich von Paris angeboten bekommt, beschließt er, mit seiner Familie umzuziehen. Sie erwarten das noble Pariser Stadtleben, treffen aber stattdessen auf skeptische Dorfbewohner, die zum ersten Mal in ihrem Leben einem afrikanischen Arzt begegnen und alles tun, um den „Exoten“ das Leben schwer zu machen. Aber wer mutig seine Heimat verlassen hat und einen Neuanfang in einem fremden Land wagt, lässt sich so leicht nicht unterkriegen und so beschließen die Zantokos, das Beste aus der Situation zu machen.

„Ein Dorf sieht schwarz“ greift zwar gängige Klischees auf, aber nicht, um anhand von diesen eine Geschichte zu erzählen, sondern um aufzuzeigen, was passiert, wenn sie sich weiterhin in der Gesellschaft durchsetzen. Ein starker, nie pessimistischer aber doch grundehrlicher Film über Fremdsein und Fremdfühlen.


 ALLES UNTER KONTROLLE | Regie: Philippe de Chauveron | FR 2016

Für den Polizisten José Fernandez gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht: er wird endlich befördert und darf sich vom unerfreulichen Alltag des Grenzpolizisten verabschieden. Die schlechte Nachricht: ein letztes Mal muss er nach Kabul, um den straffälligen Karzaoui in sein Heimatland abzuschieben. Jetzt heißt es, den Flüchtling unkompliziert loszuwerden, sonst wird es schwierig mit der Beförderung. Doch es gibt ein Problem: im Fall Karzaoui ist der Justiz eine Panne unterlaufen. José hat sich seinen letzten Flüchtling deutlich resignierter vorgestellt. Doch weit gefehlt! Als das Flugzeug auf einer Ferieninsel notlanden muss, nutzt Karzaoui die Gunst der Stunde und macht sich aus dem Staub. 

Die französische Komödie „Alles unter Kontrolle“ ist trotz seiner Thematik nicht das tragikomische Glanzstück hintersinniger Flüchtlingsfilme, sondern einfach nur eine lässig-erfrischende Comedy mit jeder Menge Gags und einem tollen Cast.


CONNI & CO 2 | Regie: Til Schweiger | DE 2017

Conni (Emma Schweiger) und ihre Freunde verbringen wie jedes Jahr ihre Sommerferien auf der Kanincheninsel vor den Toren von Neustadt. Doch das Kinder- und Naturparadies ist in Gefahr, weil der Bürgermeister und ehemalige Schuldirektor Möller (Heino Ferch) ein Hotel auf der Insel bauen möchte. Er verspricht den Neustädtern neue Jobs, und Connis Vater Jürgen (Ken Duken) soll der Architekt des neuen „Gigantotels“ werden. Als Hund Frodo einen Dino-Knochen auf der Ferieninsel findet, ist das für Conni und ihre Freunde die Chance, deren Zerstörung zu verhindern. Doch dann ist der Knochen plötzlich verschwunden, und Connis bester Freund Paul (Oskar Keymer) ist auch noch schuld daran, dass sie keinen Beweis für dessen Existenz haben. Das Abenteuer um das Geheimnis des T-Rex beginnt.

Til Schweiger gelingt mit „Conni & Co 2“ seine beste Regiearbeit seit „Zweiohrküken“. Der Film präsentiert sich ausbalanciert zwischen den Genres Familienfilm, Abenteuer sowie Komödie und lässt die Kinder die Helden sein. Lediglich der hektische Schnitt und manche Teile der Besetzung trüben das Seherlebnis ein wenig.


 BLEED FOR THIS | Regie: Ben Younger | USA 2016

Der aus dem US-Bundesstaat Rhode Island stammende, italienische Boxer Vinny Pazienza (Miles Teller) hat sich aufgrund seines aggressiven Kampfstils den Namen „The Pazmanian Devil“ erarbeitet. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere kommt er bei einem Autounfall zwar knapp mit dem Leben davon, bricht sich aber das Genick. Die niederschmetternde Prognose: Er wird vielleicht nie wieder laufen können. Doch Vinny schließt sich mit dem Trainer Kevin Rooney (Aaron Eckhart) zusammen und schafft das unmöglich Geglaubte – schon bald steht er nicht bloß wieder eigenständig auf beiden Beinen, sondern plant sogar seine Rückkehr in den Boxring. Doch bis dahin ist es ein weiter Weg…

Ein Boxerdrama nach bekannten Mustern, in dem der Schmerz regiert – „Bleed for This“ punktet mit starken Darstellerleistungen und einer Entzauberung des typischen „Gib niemals auf!“-Gedanken. Doch bis zuletzt bleibt Ben Youngers Arbeit zu geradlinig, um auch nur irgendwie zu überraschen.


 THE FOUNDER | Regie: John Lee Hancock | USA 2016

Der Vertreter für Milchshake-Mixer Ray Kroc (Michael Keaton) hat Anfang der 1950er Jahre nur äußert mäßige Erfolge vorzuweisen. Trotzdem gibt der charismatische Vollblutverkäufer nicht auf und träumt den amerikanischen Traum. Als er zufällig von einem revolutionären Schnellrestaurant im kalifornischen San Bernardino hört, wittert er die Chance seines Lebens. Trotz anfänglichem Widerstand der Betreiber, der Brüder Mac (John Carroll Lynch) und Dick McDonald (Nick Offerman), gelingt es Ray durch Hartnäckigkeit und Raffinesse, die Franchise-Rechte zu erwerben. Doch bis daraus ein erfolgreiches Fast-Food-Imperium werden kann, muss Ray noch unzählige Hindernisse aus dem Weg räumen und unliebsame Entscheidungen treffen…

„The Founder“ ergründet den verrückten Erfolgsweg des Milliardenunternehmens McDonalds und konzentriert sich dabei ganz auf die ambivalente Figur des gerissenen Unternehmers Ray Kroc. Über den Fast-Food-Riesen erfährt man viel Spannendes, doch Regisseur John Lee Hancock kann sich nicht entscheiden, ob er seine Hauptfigur nun zum Helden, oder zum gerissenen Schurken machen will.


STILLE RESERVEN |  Regie: Valentin Hitz | AT/DE/CH 2016

Der Versicherungsagent Vincent Baumann (Clemens Schick), ein kalter Karrierist, Höriger eines gnadenlosen Systems, wird selber Opfer der Konzerne, die er vertritt. Von seiner knallharten Chefin Diana Dorn (Marion Mitterhammer) zum Handlager degradiert, strengt er sich verbissen an, zurückzukommen auf den Arbeitsmarkt, kämpft um den Aufstieg. Dabei erkennt er, dass es noch andere Werte gibt als Einkommen und Erfolg. Und er entscheidet sich gegen seine bisherige Weltanschauung, für einen anderen Menschen, für Lisa Sokulowa (Lena Lauzemis). Eine Zukunft haben die beiden nicht. Aber ein kleiner Triumph bleibt ihnen gegen die Übermacht des herrschenden Systems.
3 von 5

„Stille Reserven“ ist eine atmosphärische Dystopie, die trotz ihres abgehobenen Szenarios mit Realitätsnähe und Bodenständigkeit besticht. Der Cast spielt überragend, doch leider kommt Valentin Hitz‘ Film erst spät in Gang. Bis dahin muss sich der Zuschauer leider durch allzu viel Theorie kämpfen, wird aber dafür mit einem nachhallenden Finale belohnt.


QUEEN OF KATWE | Regie: Mira Nair | USA 2016

Für Phiona Mutesi und ihre Familie ist das Leben im verarmten Katwe in Kampala, Uganda, ein ständiger Kampf. Ihre Mutter Harriet ist fest entschlossen, für ihre Familie zu sorgen. Sie arbeitet unermüdlich und verkauft Gemüse auf dem Markt, um sicherzustellen, dass ihre Kinder zu essen und ein Dach über dem Kopf haben. Als Phiona auf Robert Katende trifft, der die Kinder des Dorfes im Schachspielen unterrichtet, wird sie in den Bann des Spiels gezogen. Schach erfordert ein hohes Maß an Konzentration, strategisches Denken und Risikobereitschaft, allesamt Fähigkeiten, die für das tägliche Leben unerlässlich sind. Phiona ist beeindruckt von der Intelligenz und dem Scharfsinn, die das Spiel verlangt, und es zeigt sich sofort, dass sie ein außergewöhnliches Talent hat…

„Queen of Katwe“ ist ein ruhiges Drama, das die gängigen Motive eines Sportler-Biopics nur vage variiert, dafür mit viel Authentizität und einer herausragenden Performance von Schauspieldebütantin Madina Nalwanga punkten kann.


THE BYE BYE MAN | Regie: Stacy Title | USA 2017

Als drei ahnungslose College-Freunde auf die schockierenden Ursprünge des sogenannten Bye Bye Man stoßen, erkennen sie, dass es nur einen einzigen Weg gibt, um seinem Fluch zu entgehen: „Denk ihn nicht! Sag ihn nicht!“ Denn sobald sich der Bye Bye Man im Kopf eingenistet hat, übernimmt er die Kontrolle und lässt einen die bösartigsten Dinge tun. Gibt es eine Möglichkeit, seiner Macht zu entkommen …? Wir fragen uns oft, was die Menschen tagtäglich zu grausamen Taten antreibt – aber was, wenn man sich gar nicht die Frage nach dem „was“, sondern nach dem „wer“ stellen muss? Was, wenn eine dunkle, unbarmherzige Macht hinter all dem Bösen und den Gräueltaten steckt?

So leidenschaftslos hat sich schon lange kein Horrorfilm mehr präsentiert. Gegen „The Bye Bye Man“ sieht selbst ein „Rings“ hochwertig aus. Holzschnittartige Figuren, schlechte Darsteller und hanebüchene Dialoge machen diesen Film zu einer Mutprobe für die Nerven.


CHIPS | Regie: Dax Shepard | USA 2017

Jon Baker (Dax Shepard) und Frank „Ponch“ Poncherello (Michael Peña) haben sich erfolgreich bei der California Highway Patrol (CHP) in Los Angeles beworben – aber aus ganz unterschiedlichen Gründen. Baker hat seine beste Zeit als Motorrad-Profi hinter sich und braucht einen frischen Start, um seine Ehe zu retten. Ein Platz bei der CHP könnte ihm wieder Respekt bei seiner Ehefrau einbringen. Poncherello ist ein arroganter Undercover-Agent des FBI – er untersucht einen Millionenraub, der möglicherweise von CHP-Beamten ausgeführt wurde. Der unerfahrene Neuling und der abgebrühte Profi sollen ein Team bilden, doch weil sie ständig aneinandergeraten, ist es mit ihrer Partnerschaft nicht weit her. Allerdings könnten Bakers Erfahrungen im Motorradsattel und Ponchs Herkunft aus den Problemvierteln eine unschlagbare Kombination ergeben – falls sich die beiden nicht vorher gegenseitig in den Wahnsinn treiben.


Heimkinotipp ELVIS & NIXON  |  Regie: Liza Johnson | USA 2016

Im Jahr 1970 erscheint der King of Rock‘n Roll unangekündigt vor dem Weißen Haus und möchte den mächtigsten Mann der Welt treffen: US-Präsident Richard Nixon (Kevin Spacey). Elvis (Michael Shannon) hat dabei ein dringendes Anliegen: Er möchte undercover als Federal Agent für sein Land arbeiten. Seine Martial Arts-Kenntnisse, seine Schauspielerfahrung sowie sein Geschick im Verkleiden und nicht zuletzt seine stattliche Waffensammlung sollen dabei helfen, den Kommunismus zu Fall zu bringen. Nixon hat zunächst keine große Lust, den berühmten Entertainer kennen zu lernen, aber im Tausch gegen ein Autogramm für seine Tochter lässt er sich doch überreden. Und erstaunlicherweise finden die beiden unterschiedlichen Männer überraschende Gemeinsamkeiten…
4 von 5

Auch wenn „Elvis & Nixon“ im Großen und Ganzen recht oberflächlich bleibt und sich in der ersten Hälfte ein wenig zieht, macht das süffisante Aufeinandertreffen zwischen dem legendären Musiker und dem einflussreichen Politiker eine Menge Laune, was in erster Linie den schnittig geschriebenen Dialogen und der Spielfreude sämtlicher Darsteller zu verdanken ist.

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