Zehn Filme, die mir das 3. Quartal 2018 versüßt haben

Zum Ende eines jeden Monats veröffentliche ich in den sozialen Netzwerken meine fünf ganz persönlichen Lieblingsfilme sowie meine Flops der vergangenen Wochen. Um diese Filme in Zukunft ein wenig mehr zu würdigen, oder zu erklären, weshalb mir Film XY eben so gar nicht gefallen hat, präsentiere ich in meiner ZEHN FILME-Rubrik nun nochmal meine zehn Lieblings- und Hassfilme des vergangenen Quartals inklusive Trailer, in der Hoffnung, Ahnungslosen einen kleine Orientierung zu geben, was man im Kino auf keinen Fall verpassen sollte und was man getrost links liegen lassen darf. Gern seid Ihr unterhalb des Postings dazu aufgefordert, Eure Lieblings- und Hassfilme der vergangenen drei Monate zu veröffentlichen. Viel Spaß!

Platz 10: MILE 22 by Peter Berg

Ganz frisch in diese Liste geschafft hat es ein Film, von dem ich das, ehrlich gesagt, überhaupt nicht erwartet hätte. Obwohl ich „Boston“ als letzte Kollaboration von Regisseur Peter Berg und Mark Wahlberg sehr mag, schien mir MILE 22 von den Trailern her doch weitaus generischer und vor allem deutlich patriotischer zu sein. Bei dieser Kombination würde mich das alles andere als wundern. Doch der sehr knackig, sehr brutal und sehr abwechslungsreich erzählte Actionthriller traut sich am Ende, ein Statement abzugeben, das so richtig in die Magengrube trifft – und das eine ganze Menge US-Amerikaner vor den Kopf stoßen dürfte. Hinzu kommt eine Actionszene mit „The Raid 2“-Star Iko Uwais, die richtig wehtut und sich in dem leider sehr hektischen Schnittgewitter optimal hervortun kann. Ich bin sehr angetan und hoffe darauf, dass es die angedachte Fortsetzung nicht ins Kino schafft. Die Reihe, aus der hoffentlich keine wird, darf gern auf dieser ganz besonders bitteren Note enden.

Platz 9: VOLLBLÜTER by Cory Finley

Weiter geht es mit zwei Damen, die ein ganz besonderes Ding planen. In VOLLBLÜTER wird viel geredet – über Gott, die Welt und vor allem über die Probleme der oberen Zehntausend. Und dazwischen müssen Anya-Taylor Joy und Olivia Cook mit ihren emotionalen Stimmungsschwankungen umgehen. Als sie eines Tages aus Spaß einen Mord planen und aus diesem Spaß langsam ernst wird, eskaliert alles. „Vollblüter“ ist bitterböse und trotzdem unglaublich komisch. Der mit einem herausragenden Gespür für Szenenarrangements ausgestattete Regiedebütant (!) Cory Finley demontiert die Reichen und Schönen mit viel Liebe zum bösen Detail. Und wenn hier eine Fortsetzung nicht von vorherein ausgeschlossen wäre, würde man glatt mehr von den beiden Frauen sehen wollen.

Platz 8: THE EQUALIZER 2 by Antoine Fuqua

Der Actionthriller THE EQUALIZER 2 ist der Film, den ich mir vom ersten erhofft hatte. In der Geschichte von dem schweigsamen Rächer, erneut fantastisch gespielt von Denzel Washington, steckt viel, viel Tragik. Antoine Fuqua stülpt dem auf den ersten Blick austauschbaren Actionszenario pure Melancholie über und macht aus Washingtons erstem Sequel überhaupt das Porträt eines traurigen alten Mannes, der in Gewalt und Rache den einzigen Weg sieht, seiner gescheiterten Existenz einen Sinn zu geben. Und die Actionszenen, allen voran das – im wahrsten Sinne des Wortes – stürmische Finale, können sich ebenfalls sehen lassen!

Platz 7: DESTINATION WEDDING by Victor Levin

Kontrastprogramm gibt es auf Rang sieben – und eine der schönsten antiromantischen Komödien obendrein. Wie sich Keanu Reeves und Winona Ryder in DESTINATION WEDDING auf die Nerven gehen, einander nicht ausstehen können und trotzdem immer wieder zum anderen zurückfinden, ist astrein geschriebenes Comedygold mit hervorragenden Dialogen und einem formidablen Gespür für Timing und Pointen. Regisseur Victor Levin macht im Laufe der noch nicht einmal eineinhalb Stunden so viele Themen auf, dass einem am Ende der Kopf raucht und man sich doch freut, an den Gedankengängen der beiden hervorragend aufgelegten Darsteller teilgenommen zu haben. So geht unverkitschtes Romantikkino!

Platz 6: UPGRADE by Leigh Whannell

Leigh Whannells Actionthriller UPGRADE kam hierzulande bislang noch nicht in die Kinos, hatte dafür im August seinen US-amerikanischen Heimkinorelease, sodass ich ihn sehen konnte und ihn über diesem Wege ins Ranking mogeln konnte. „Crank“ trifft „Hardcore“ trifft eine Folge von „Black Mirror“ – „Upgrade“ ist nicht bloß technisch fantastisch mit seinen wie auf Schienen eingefangenen Actionsequenzen, sondern hat auch einen schön fiesen Humor, der daraus resultiert, dass die Hauptfigur einfach überhaupt nicht damit klar kommt, dass ihr Körper regelmäßig zur Kampfmaschine mutiert. Eine absolut stimmige Kombination aus innovativem Konzept, starken Kampfchoreographien und Witz!

Platz 5: SEARCHING by Aneesh Chaganty

Nach zwei vermurcksten Versuchen, das Internet auf der Kinoleinwand zu visualisieren, gelingt es Aneesh Chaganty mit ihrem Vermisstenthriller SEARCHING nun das erste Mal, eine spannende Geschichte nur über Computerbildschirme zu erzählen. Der Fall an sich mag auf den ersten Blick gar nicht so spannend anmuten und natürlich ist die Inszenierung über die vielen verschiedenen Screens reiner Selbstzweck. Aber das Gesamtkonstrukt funktioniert in seiner Kurzweil, Spannung und den allesamt überzeugenden Schauspielleistungen einfach hervorragend. Chaganty hat unseren selbstverständlichen Umgang mit den sozialen Netzwerken einfach komplett verinnerlicht.

Platz 4: DIE FARBE DES HORIZONTS by Baltasar Kormákur

Das Survivaldrama DIE FARBE DES HORIZONTS kombiniert die Geschichte über ein Seglerunglück mit dem damit verwobenen Schicksal eines jungen Liebespaares. Und zwar auf so geschickte Weise, dass man nicht die Befürchtung haben muss, irgendwann das Interesse zu verlieren, da man bereits weiß, wie die dem Film zugrunde liegende, wahre Begebenheit ausgegangen ist. Abwechselnd erzählt Regisseur Balthasar Kormákur das Kennenlernen und den Verlauf der Katastrophe nach und lässt das Ganze außerdem auf einen Twist hinauslaufen, der in anderen Filmen viel reißerischer wäre, hier dagegen durch und durch plausibel ist. Darüber hinaus sind Sam Claflin und Shailene Woodley einfach ein verdammt sympathisches Paar!

Platz 3: ANT-MAN AND THE WASP by Peyton Reed

Wenn mein liebster Held aus dem Marvel Cinematic Universe einen neuen Solo-Film erhält, ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich groß, dass er in meiner Topliste der besten Filme des zweiten Quartals auftaucht. ANT-MAN AND THE WASP fehlt ein wenig der visuelle Innovationsbonus des ersten Teils und leider, leider ist dieser Film hier auch der erste Marvel-Beitrag mit nahezu verhunzter, deutscher Synchronisation. Letztlich reicht mir das aber alles nicht aus, um den winzigen Superhelden nicht auch weiterhin in mein Herz zu schließen. Ein wirklich harmloses, witziges, sympathisches Superhelden-Abenteuer mit stark aufgelegtem Cast, viel Humor und dem Herz am rechten Fleck.

Platz 2: DAS SCHÖNSTE MÄDCHEN DER WELT by Aron Lehmann

Er kam, sah und verzauberte – DAS SCHÖNSTE MÄDCHEN DER WELT ist eine Ausnahmeerscheinung im deutschen Jugendkino und erzählt dabei ein althergebrachte Geschichte im durch und durch modernen Gewand. Aus Cyrano De Bergerac wird Cyril, aus Roxane wird Roxy. Und er dichtet nicht, er rappt. Das Ganze funktioniert hervorragend. Denn an „Das schönste Mädchen der Welt“ ist nichts peinlich, nichts wirkt gestellt. Die Songs sind eingängig, die Dialoge treffsicher, der Humor auf den Punkt – und am Ende ist da dieses Liebespaar, das endlich das Happy End erhält, das dem in der Originalvorlage nicht vergönnt war. Bitte lasst Euch nicht von den bisweilen anstrengenden Trailern irritieren! Schaut diesen Film im Kino, denn er ist eine Rarität!

Platz 1: MISSION: IMPOSSIBLE – FALLOUT by Christopher McQuarrie

Ja nun, dass ein anderer Film als der von mir (zum jetzigen Zeitpunkt!) fünfmal im Kino gesehen MISSION: IMPOSSIBLE – FALLOUT auf Platz eins dieses Rankings stehen würde, war unwahrscheinlich. Und ja, ich habe in diesem Quartal keinen besseren Film gesehen, als Tom Cruises virtuose Actioneskapaden, die einem zweieinhalb Stunden lang das Adrenalin durch den Körper pumpen, bis man sich am Ende fühlt, als hätte man all die atemberaubenden Stunts im Film selbst gemacht. Und die Story? Die wird von vielen ja gern ein wenig nebensächlich betrachtet, aber auch hier bekommt man nichts Geringeres geboten, als Agentenkino at its Best!

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