Das startet am 9. März 2017

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 9. März, der mit „Kong: Skull island“ zwar den breitesten Start haben dürfte, der jedoch vor allem deshalb interessant ist, weil dann auch hierzulande der Oscar-Gewinner in der Kategorie „Bester Film“ in den Kinos anläuft. Die Rede ist von „Moonlight“, der eine ordentliche Anzahl an Zuschauern durchaus verdient hätte, eben ganz anders als der Big-Budget-Trash rund um den Riesenaffen. Der unterdurchschnittliche Actionthriller „Sleepless“ dürfte trotz Starbesetzung untergehen, dasselbe gilt leider auch für die wirklich gute Komödie „Wilde Maus“. Hierzulande ist Josef Hader einfach nicht der Garant wie in seiner Heimat Österreich.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

MOONLIGHT | Regie: Barry Jenkins | USA 2016

Moonlight

Der junge Chiron, genannt „Little“, wächst in Miami fernab jeglichen Glamours auf. Seine Mutter Paula ist schwer drogenabhängig und schert sich kaum um ihren zurückhaltenden, in der Schule immer wieder schweren Hänseleien ausgesetzten Sohn. Einen Vater gibt es nicht. Zuflucht findet Little bei Drogenhändler Juan und seiner Freundin Teresa . Für den Heranwachsenden wird das Paar zu der Art Ersatzfamilie, die er nie hatte. Im Teenageralter entdeckt Chiron seine homosexuellen Neigungen, hält sie jedoch vor seiner Umgebung geheim. Sein Mitschüler Kevin scheint die große Liebe zu sein, doch ein brutales Ereignis treibt die beiden auseinander. Erst Jahre später, Chiron nennt sich inzwischen „Black“ und ist wie seine Mutter ins Drogenmilieu abgerutscht, ist die Chance auf eine Aussprache zum Greifen nah…4 von 5

„Moonlight“ ist ein einzigartiges Stück Kinopoesie, das mit seinen eigentlich so kleinen Ausmaßen große Emotionen freisetzt. Herausragend gespielt und ohne störendes Award-Baiting ist Barry Jenkins der wohl größte Konkurrent von „La La Land“-Regisseur Damien Chazelle bei den diesjährigen Oscars.


WILDE MAUS |  Regie: Josef Hader | AT/DE 2017

Wilde Maus

Könige werden zuvorkommend behandelt! Das ist zumindest Georgs Ansicht, der seit Jahrzehnten als etablierter Musikkritiker mit spitzer Feder für das Feuilleton einer Wiener Zeitung schreibt. Doch dann wird er überraschend von seinem Chefredakteur gekündigt: Sparmaßnahmen. Seiner jüngeren Frau Johanna, deren Gedanken nur um ihren nächsten Eisprung und das Kinderkriegen kreisen, verheimlicht er den Rausschmiss und sinnt auf Rache. Dabei steht ihm sein ehemaliger Mitschüler Erich zur Seite, dem Georg in seiner neu gewonnenen Freizeit hilft, eine marode Achterbahn im Wiener Prater wieder in Gang zu setzen. Georgs nächtliche Rachefeldzüge gegen seinen ehemaligen Chef beginnen als kleine Sachbeschädigungen und steigern sich, zu immer größer werdendem Terror. Schnell gerät sein bürgerliches Leben völlig aus dem Ruder… 4 von 5

„Wilde Maus“ ist eine bissige Komödie über einen Mann in der Midlifecrisis, deren Wahrheit die karikatureske Oberfläche häppchenweise freigibt. Josef Hader und das gesamte Ensemble spielen herausragend. Am Ende weiß man nicht, ob man lachen oder weinen soll.


KONG: SKULL ISLAND |  Regie: Jordan Vogt-Roberts | USA/VNM 2017
Kong: Skull Island

Ein vielfältiges Team aus Wissenschaftlern, Soldaten und Abenteurern, tritt unter der Leitung von Lieutenant Colonal Packard und Bill Randa zu einer Reise auf eine unerforschte Pazifikinsel an. Mit dabei: Die toughe Fotografin Weaver und der charismatische Veteran James Conrad. Was anfangs wie eine spannende Erkundungstour anmutet, wird schnell zu einer tödlichen Falle, denn die Insel birgt nicht nur Naturschönheiten, sondern auch große Gefahren. Weil die Entdecker nicht ahnen, dass sie in das Revier des gewaltigen Kong eindringen, stehen sie schon bald Auge in Auge mit einem haushohen Menschenaffen. Weitab von der Zivilisation kommt es dort zur ultimativen Konfrontation zwischen Mensch und Natur. Schnell entwickelt sich die Forschungsreise zum Überlebenskampf, in dem es nur noch darum geht, dem urweltlichen Eden zu entkommen.
2 von 5

Eine Vollkatastrophe ist „Kong: Skull Island“ nur deshalb nicht geworden, weil die erste halbe Stunde des Monster-Blockbusters recht gelungen ist und sich die Animation der spektakulären Riesentiere durchaus sehen lassen kann. Davon aber abgesehen, gibt es hier Niemanden, der sich mit dem Mitwirken an Jordan Vogt-Roberts‘ Film mit Ruhm bekleckert hat.


SLEEPLESS | Regie: Baran bo Odar | USA 2017

Sleepless

Las Vegas, Nevada. Die Cops Vincent (Jamie Foxx) und Sean (Tip „T.I.“ Harris) arbeiten hin und wieder auf eigene Rechnung. Als sie bei einem nächtlichen Einsatz eine millionenschwere Kokainlieferung erbeuten, haben sie keine Ahnung, dass der Stoff für den mächtigen Casino-Boss Stan Rubino (Dermot Mulroney) bestimmt ist. Der skrupellose Geschäftsmann fackelt nicht lange und kidnappt im Gegenzug Vincents Sohn Thomas (Octavius J. Johnson). So bleibt Vincent keine andere Wahl, als die heiße Ware zurückzugeben – allerdings durchkreuzen eine misstrauische Kollegin (Michelle Monaghan) und ein sadistischer Drogenbaron (Scoot McNairy) immer wieder seine Pläne. Im Lauf einer langen, schlaflosen Nacht muss Vincent all seine Cleverness und Muskelkraft aufbieten, um das Leben seines Sohns und sich selbst zu retten.
2 von 5

Baran bo Odar hat sich mit seiner ersten US-Regiearbeit zwar alles andere als blamiert, doch seinem Actionthriller „Sleepless“ mangelt es nicht nur an Persönlichkeit. Vor allem schafft er es nicht, dem Genre neue Facetten beizufügen. Der geradlinig und flott inszenierte Rache-Reißer punktet mit hübschen Schauwerten, doch eine Geschichte wie diese hat man einfach schon viel zu oft – und eben auch besser – gesehen.


MARIJA | Regie: Michael Koch | DE/CH 2016
Marija

Marija, eine junge Ukrainerin, verdient sich ihren Lebensunterhalt als Reinigungskraft in einem Hotel in Dortmund, träumt jedoch von einem eigenen Friseursalon. Monatlich legt sie etwas Geld beiseite, als eine fristlose Kündigung ihren Traum in weite Ferne rückt. Ohne Arbeit und finanziell unter Druck, sieht sie sich dazu gezwungen, nach anderen Möglichkeiten Ausschau zu halten. Dabei ist sie bereit, ihren Körper, ihre sozialen Beziehungen und zuletzt die eigenen Gefühle dem erklärten Ziel unterzuordnen. Das Spielfilmdebüt von Michael Koch ist das Portrait einer jungen Frau, die am Rand unserer Produktions- und Konsumgesellschaft lebt, sich jedoch nicht auf die ihr zugeschriebene Opferrolle reduzieren lässt. Fordernd, entschlossen und kompromisslos kämpft sie für ein freieres, selbstbestimmtes Leben.


Heimkinotipp: DOCTOR STRANGE  |  Regie: Scott Derrickson | USA 2016

Doctor Strange

Das Leben des weltberühmten Neurochirurgen Dr. Stephen Strange (Benedict Cumberbatch) ändert sich unwiederbringlich, als er nach einem schweren Autounfall seine Hände nicht mehr benutzen kann. Da die klassische Medizin ihm nicht helfen kann, sucht er Heilung an einem ungewöhnlichen Ort – dem geheimnisvollen Kamar-Taj. Schnell merkt er, dass es sich dabei nicht nur um ein Heilungszentrum handelt, sondern von hier der Kampf gegen unsichtbare dunkle Mächte gefochten wird, die unsere Realität zerstören möchten. Ausgestattet mit neuerworbenen magischen Fähigkeiten, muss Dr. Strange sich entscheiden: Kehrt er in sein altes Leben als angesehener reicher Arzt zurück, oder gibt er dieses auf, um als mächtigster Magier aller Zeiten die Welt zu retten…
4 von 5

Mit dem ersten reinen Fantasiefilm im Marvel Cinematic Universe ergänzt Horror-Regisseur Scott Derrickson die Welt der Avengers – im wahrsten Sinne des Wortes – um völlig neue Dimensionen. „Doctor Strange“ ist spannend, witzig und profitiert klar von seinem herrlich trocken aufspielenden Hauptdarsteller Benedict Cumberbatch, während Tilda Swinton Film und Franchise eine beachtliche, neue Grandezza verleiht.

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