Schlagwort-Archiv: Pascal Laugier

Das startet am 9. August 2018

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um den Starttag des 9. August, an dem mit „Meg“ die Verfilmung eines Romans in die Kinos kommt, der das zuletzt vorwiegend im Trash-Sektor angesiedelte Genre des Hai-Horrors zurück in den Mainstream holt. Leider wurde der Film der Presse bislang nicht gezeigt. Mehr zu „Meg“ erfahrt ihr am Starttag an dieser Stelle. Auf jeden Fall einen Blick wert ist das Regiedebüt von Corey Finley und gleichzeitig die letzte Arbeit von Anton Yelchin. „Vollblüter“ ist gleichermaßen lustig wie bitterböse und wirft einen radikalen Blick hinter die Kulissen der Reichen und Schönen. Auch „Deine Juliet“ ist für Liebhaber des gediegenen Romantikkinos einen Blick wert, kombiniert der Film doch gleichermaßen Liebesgeschichte mit Kriegsdrama. Für die ganz Kleinen gibt es mit „Gans im Glück“ derweil einen sehr amüsanten Animationsfilm zu sehen. 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

VOLLBLÜTER | Regie: Corey Finley | USA 2017

Zu Schulzeiten waren Lily und Amanda beste Freundinnen, eh sie sich durch den frühen Tod von Lilys Vater aus den Augen verloren. Umso überraschter ist Amanda, als ihre ehemalige Seelenverwandte eines Tages unvermittelt auf ihrer Matte steht und behauptet, ihr Nachhilfe geben zu wollen. Tatsächlich entwickelt sich aus diesem unfreiwilligen Treffen eine emotionale Beziehung. Eines Nachmittags verrät Amanda ihrer Freundin schließlich ein großes Geheimnis: Das Mädchen ist nicht in der Lage, Emotionen zu empfinden. Lily ist das genaue Gegenteil: Sie reagiert schon auf kleinste Veränderungen mit emotionalen Schwankungen und nimmt das Verhalten ihrer Mitmenschen ganz genau wahr. Als ihr Stiefvater Mark eines Tages droht, Lily ins Internat zu schicken, wird aus der spontanen Idee, ihn umzubringen, nach und nach ein genauer Plan… 

Corey Finley legt in seinem bitterbösen Debüt „Vollblüter“ einen bemerkenswerten Stilwillen an den Tag und treibt seinen herausragenden Cast zu Höchstleistungen an. Hier hat selbst manch zähe Minute ihre absolute Daseinsberechtigung.


DEINE JULIET | Regie: Mike Newell | UK/USA 2018

London, Ende der Vierzigerjahre: Juliet Ashton steht noch ganz am Anfang ihrer Karriere als Schriftstellerin, doch ihr bester Freund und Verleger Sidney sagt ihr bereits eine glorreiche Zukunft voraus. Sie ist gefragt und reist von Lesung zu Lesung, bis sie eines Tages einen Brief von der abgelegenen Kanalinsel Guernsey erhält. Darin schreibt ihr der literaturbegeisterte Farmer Dawsey Adams, der sich auf der Suche nach einem Buch befindet. Hilfe erhofft er sich dabei von der von ihm hochgeschätzten Schriftstellerin, der diese Anfrage gerade Recht kommt. Juliet, von dem Trubel um ihre Person ohnehin überfordert, gewährt sich Auszeit und bricht zu dem ihr unbekannten Briefschreiber nach Guernsey auf. Dort angekommen, macht sie Bekanntschaft mit dem Literaturverein, dem auch Dawsey angehört. Er nimmt die Fremde freudestrahlend auf und für die junge Frau steht fest: Sie hat das Thema für ihr nächstes Buch gefunden! 

Mit Ausnahme des überhasteten Finals ist Mike Newell mit „Deine Juliet“ die geschmackvolle Inszenierung eines gleichermaßen vielschichtigen wie emotional mitreißenden Romans gelungen, zu dessen Gelingen auch die hervorragend gecasteten Darstellerinnen und Darsteller beitragen.


GANS IM GLÜCK | Regie: Christopher Jenkins | CN/USA 2018

Als eingefleischter Junggeselle tendiert Gänserich Peng dazu sich permanent selbst zu überschätzen. Mit seinen waghalsigen Flugkunststücken sabotiert er immer wieder das Formationsflugtraining seiner Artgenossen, welche sich bald auf den langen Weg in den Süden aufmachen wollen. Doch dieses Mal hat es Peng etwas übertrieben und landet unsanft auf dem Boden der Realität: die Gänse haben den Abflug gemacht und Bruchpilot Peng bleibt mit lahmem Flügel zurück. Aber er ist nicht der einzige, der den Anschluss verloren hat: Zwei Entenküken wurden ebenfalls von den Ihren getrennt und bitten ausgerechnet Peng um Hilfe. Für die Winzlinge hat er nicht allzu viel übrig, doch Peng erkennt auch einen Vorteil in der unfreiwilligen Allianz: Die zwei Küken bieten einen hervorragenden Schutzschild auf der gefährlichen Reise, die die drei nun im Gänsemarsch antreten.

Das hervorragende animierte Vogel-Roadmovie „Gans im Glück“ erzählt sehr liebevoll von einem Vater wider Willen, der mit zwei tollpatschigen Entenküken sein größtes Abenteuer erlebt. Negativ ins Gewicht fallen nur manch fehlplatzierte Gags und ein Finale, das für die ganz kleinen Zuschauer einen Tick zu spannend sein dürfte.


SAUERKRAUTKOMA | Regie: Ed Herzog | DE 2018

Provinzpolizist Franz Eberhofer wird neuen, nervenzerfetzenden Belastungen ausgesetzt: Er wird nach München „strafversetzt“. Das bedeutet für ihn Wohngemeinschaft mit seinem eigenwilligen Kumpel Rudi und seine Widersacherin Thin Lizzy als strenge Chefin. Kein Wunder, dass Franz zurück will nach Niederkaltenkirchen. Dort wartet die größte Herausforderung auf ihn: Karl-Heinz Fleischmann, früher der pickelige „Fleischi“ und nun erfolgreicher Geschäftsmann, ist wieder aufgetaucht und macht sich an seine Susi ran. Diesmal gibt es keinen Ausweg: Franz ist seiner ewigen On-Off-Freundin den längst überfälligen Heiratsantrag schuldig. Zum Glück findet sich bald eine Frauenleiche im Kofferraum vom Papa, die den Eberhofer zurück in die Heimat und an Omas Kochtöpfe führt. Die Aufklärung erledigt der Franz so lässig wie immer, die abführende Wirkung von Sauerkraut lässt er besser Rudi ausprobieren… 

Außenstehende dürfte auch „Sauerkrautkoma“ nicht davon überzeugen, dass die Eberhofer-Krimis mehr sind, als bayerische Leinwand-„Tatorte“. Doch einmal mehr gelingt es Ed Herzog, die Gepflogenheiten rund um den Weißwurstäquator auf trockenhumorige Weise einzufangen und mit einem soliden Mordfall zu kombinieren.


MEG | Regie: Jon Turteltaub | CN/USA 2018

Die Unterwasser-Forschungsstation „Mana One“ steht vor einem historischen Durchbruch: Eine Forschungsgruppe begibt sich in bislang unentdeckte Unterwassergebiete. Jedoch kommt es bei der ersten Untersuchungsmission zu einem Unglück: Das hochmoderne U-Boot bleibt hängen. Dr. Zhangs eigensinnige Tochter Suyin macht sich auf, ihre Kollegen zu retten, was den Meeresbiologen allerdings nur weiter in Sorge bringt. Daher ruft er den aufgrund eines Jahre zurückliegenden Vorfalls in Ungnade gefallenen U-Boot-Experten Jonas Taylor zu sich. Dieser ahnt nicht, dass das nahende Wiedersehen mit seiner Ex-Frau Celeste noch zu den angenehmeren Dingen an dieser Mission gehören wird. Denn durch hat das Team der „Mana One“ ein prähistorisches Ungeheuer auf die Idee gebracht, sein Jagdgebiet massiv zu vergrößern…

„Meg“ ist handwerklich solide, aber völlig charakterlos inszeniert und holt inhaltlich aus seinem markanten Grundkonzept nichts heraus – weder parodistisch, noch auf alberne Weise.


AUS NÄCHSTER DISTANZ | Regie: Eran Riklis | DE/ISR/FR 2017


Heimkinotipp: GHOSTLAND | Regie: Pascal Laugier | FR/CAN 2018

Nach dem Tod ihrer Tante bezieht Pauline mit ihren beiden Töchtern Beth (Crystal Reed) und Vera (Anastasia Phillips) das alte, mit Kuriositäten vollgestopfte Haus der Verstorbenen. Gleich in der ersten Nacht im neuen Heim werden sie jedoch von brutalen Einbrechern überfallen, die die drei Frauen übel zurichten. Das Trauma sitzt tief und prägt die Schwestern bis ins Erwachsenenalter. Beth hat ihre persönliche Bewältigungsstrategie im Schreiben gefunden und ist erfolgreiche Autorin von Horrorliteratur. Vera hingegen lebt immer noch mit ihrer Mutter in dem alten Haus, leidet unter paranoiden Wahnvorstellungen und verliert zunehmend den Verstand. 16 Jahre nach dem Vorfall kehrt Beth an den Ort des Geschehens zurück – was sich als schrecklicher Fehler erweist… 

Für ein ähnlich bahnbrechendes Erlebnis wie „Martyrs“ fehlt es Pascal Laugiers neuestem Film „Ghostland“ an Innovation. Doch auch ohne diese ist der äußerst beklemmend inszenierte Terrorthriller ein fieses Vergnügen und eine charmante Verbeugung vor bekannten Horrorikonen.

Auf ein Wort mit Pascal Laugier

Zum Kinostart des markerschütternden Horrorthrillers GHOSTLAND haben wir Genreregisseur Pascal Laugier in Berlin zum Interview getroffen. Mit uns sprach er nicht nur über sein neuestes Projekt, sondern auch über seinen Klassiker „Martyrs“, darüber, ob das Horrorkino feministisch ist, und was ihn und seine Kollegen so sehr an Puppen fasziniert. 

Nach dem plötzlichen Tod ihrer Tante bezieht die alleinerziehende Mutter Pauline (Mylène Farmer) mit ihren Töchtern Beth (Crystal Reed) und Vera (Anastasia Phillips) das alte, mit allerlei Kuriositäten vollgestopfte Haus der Verstorbenen. Gleich in der ersten Nacht im neuen Heim werden die drei Frauen von brutalen Einbrechern überfallen, die sie viele Stunden körperlich und psychisch malträtieren. Das Trauma sitzt tief und prägt die Schwestern bis ins Erwachsenenalter. Beth hat ihre persönliche Bewältigungsstrategie im Schreiben gefunden und ist erfolgreiche Autorin von Horrorliteratur. Ihr großes Vorbild ist H.P. Lovecraft, dem sie nacheifert. Ihre Schwester Vera hingegen lebt immer noch mit ihrer Mutter in dem alten Haus, leidet unter paranoiden Wahnvorstellungen und verliert zunehmend den Verstand. 16 Jahre nach dem Vorfall erhält Beth einen Anruf und kehrt an den Ort des Geschehens zurück, um ihrer Familie beizustehen – was sich allerdings als schrecklicher Fehler erweist, den die Frauen schon bald bitter bereuen, denn ihre Dämonen aus der Vergangenheit geben keine Ruhe…

Unser Urteil: Für ein ähnlich bahnbrechendes Erlebnis wie „Martyrs“ fehlt es Pascal Laugiers neuestem Film „Ghostland“ an Innovation. Doch auch ohne diese ist der äußerst beklemmend inszenierte Terrorthriller ein fieses Vergnügen und eine charmante Verbeugung vor bekannten Horrorikonen.

Vielen Dank für dieses sympathische Gespräch!

Das startet am 5. April 2018

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um den Starttag des 5. April, an dem ein Start besonders spannend ist: die neue Steven-Spielberg-Produktion „Ready Player One“. Entsprechend zurückhaltend präsentiert sich das restliche Programm, das zwar einige interessante und hochwertige Starts vorzuweisen hat, die allerdings eher unter die Kategorie „Geheimtipps“ fallen.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

FILM STARS DON’T DIE IN LIVERPOOL  | Regie:  Paul McGuigan | UK 2017

Der träumerische Nachwuchsschauspieler Peter Turner (Jamie Bell) lernt im Jahr 1978 in Liverpool durch Zufall die exzentrische Diva und spätere Oscar-Preisträgerin Gloria Grahame (Annette Bening) kennen. Die beiden freunden sich an, tauschen sich über ihren Beruf aus, doch mit der Zeit entwickelt sich mehr aus dieser oberflächlichen Freundschaft. Was als aufregende Affäre zwischen einer legendären Femme Fatale und ihrem jungen Liebhaber weitergeht, entwickelt sich schließlich zu einer ernsthafteren Beziehung, in welcher Turner mehr und mehr zu einem engen Vertrauten für Gloria wird. Sie hält mehrere Jahre an, bis Dinge passieren, die sich ihrer Kontrolle entziehen, werden ihre Leidenschaft und ihre Lust am Leben auf eine harte Probe gestellt.

„Film Stars Don’t Die in Liverpool“ ist eine melancholische Liebesgeschichte über eine außergewöhnliche Beziehung, die sich nicht über den Altersunterschied von knapp dreißig Jahren definiert, sondern für die tiefe Verbindung der beiden Hauptfiguren, die Annette Bening und Jamie Bell mit viel Hingabe und Feingefühl verkörpern.


GHOSTLAND  | Regie: Pascal Laugier | FR/CAN 2018

Nach dem Tod ihrer Tante bezieht Pauline mit ihren beiden Töchtern Beth (Crystal Reed) und Vera (Anastasia Phillips) das alte, mit Kuriositäten vollgestopfte Haus der Verstorbenen. Gleich in der ersten Nacht im neuen Heim werden sie jedoch von brutalen Einbrechern überfallen, die die drei Frauen übel zurichten. Das Trauma sitzt tief und prägt die Schwestern bis ins Erwachsenenalter. Beth hat ihre persönliche Bewältigungsstrategie im Schreiben gefunden und ist erfolgreiche Autorin von Horrorliteratur. Vera hingegen lebt immer noch mit ihrer Mutter in dem alten Haus, leidet unter paranoiden Wahnvorstellungen und verliert zunehmend den Verstand. 16 Jahre nach dem Vorfall kehrt Beth an den Ort des Geschehens zurück – was sich als schrecklicher Fehler erweist… 

Für ein ähnlich bahnbrechendes Erlebnis wie „Martyrs“ fehlt es Pascal Laugiers neuestem Film „Ghostland“ an Innovation. Doch auch ohne diese ist der äußerst beklemmend inszenierte Terrorthriller ein fieses Vergnügen und eine charmante Verbeugung vor bekannten Horrorikonen.


PIO | Regie: Jonas Carpignano | IT/BRA/DE/FR/SWE/USA 2017

Der 14-jährige Pio wächst in in einer italienischen Küstenstadt zwischen den einheimischen Dorfbewohnern, den Geflüchteten aus Afrika und seiner Roma-Community auf. Seine älteren Geschwister, die Tag für Tag durch die Gegend ziehen, einbrechen, stehlen und sich mit rivalisierenden Clans anlegen, verehrt er. Später möchte er einmal genau so sein wie sie, weshalb er sich bereits in jungen Jahren an kleineren Vergehen probiert, um endlich ernst genommen zu werden. Als sein großer Bruder Cosimo eines Tages spurlos verschwindet, wird Pios Leben auf eine harte Probe gestellt. Fortan ist er derjenige, der die Familie versorgen muss und beginnt, auf den Pfaden seiner Geschwister, Einbrüche zu begehen, Autos zu klauen und Reisende zu bestehlen. Doch irgendwo tief im Herzen weiß er, dass er das Lenkrad vielleicht noch rumreißen könnte, um nicht dort zu landen, wo seine Familie geendet ist…

Mit „Pio“ liefert Regisseur Jonas Carpignano einen ungeschönten Einblick in die Gesellschaft eines auch in Wirklichkeit existierenden Roma-Clans im Süden Italiens, bei dem er bei aller Drastik das Urteil über derartige Zustände dem Zuschauer überlässt. Nur so gelangt er besonders nah an die von sich selbst verkörperten Mitglieder der Amato-Familie heran und schafft es, uns ein Gefühl dafür zu geben, weshalb Menschen so sind, wie sie sind – selbst, wenn sie so sind wie hier.


READY PLAYER ONE | Regie: Steven Spielberg | USA 2018

Im Jahr 2045 ist die reale Welt nur schwer zu ertragen. Wirklich lebendig fühlt sich Wade Watts nur, wenn er in das gigantische virtuelle Universum OASIS entfliehen kann, in dem die Grenzen der Geografie, der Gesetze und auch der Identität aufgehoben sind – solange man nur seiner Fantasie freien Lauf lässt. Dort verbringen die meisten Menschen ihre Tage. Entwickelt wurde OASIS vom genialen, exzentrischen James Halliday, der sein ungeheures Vermögen und die totale Kontrolle über OASIS der ersten Person hinterlässt, die siegreich aus einem dreiteiligen Wettbewerb hervorgeht: Dadurch will Halliday sicherstellen, dass ein würdiger Erbe sein Nachfolger wird. Als Wade die erste Aufgabe der realitätsverändernden Schatzsuche löst, geraten er und seine Freundesclique, die High Five genannt wird, in ein fantastisches Universum voller Entdeckungen und Gefahren und bemühen sich, OASIS und ihre Welt zu retten. 

„Ready Player One“ wäre ein Durchschnittsblockbuster, hätte sich Steven Spielberg nicht dazu entschlossen, seine Reise in die virtuelle Welt zu einem spektakulären Abenteuerspielplatz zu machen, auf dem die erzählerischen Finessen nicht halb so viel zählen, wie die Verneigen vor der Popkultur an sich.

GRINGO  | Regie: Nash Edgerton | USA/AUS 2018

Eben noch war Harold Soyinka (David Oyelowo) ein unbescholtener US-Bürger mit glücklichem Privatleben und gutem Job in der Pharmaindustrie. Doch als er während eines Businesstrips nach Mexiko erfährt, dass seine Bosse Richard (Joel Edgerton) und Elaine (Charlize Theron) einen intriganten Coup planen und seine Frau Bonnie (Thandie Newton) ihn betrügt, hat er schlagartig nichts mehr zu verlieren. Harold inszeniert seine eigene Entführung und fordert ein hohes Lösegeld. Der vermeintlich geniale Plan geht allerdings mächtig nach hinten los, denn Harold ist ohne es zu wissen tief in schmutzige Deals verstrickt. Plötzlich macht alle Welt Jagd auf den Gringo: das mexikanische Drogenkartell, ein gnadenloser Ex-Söldner, schließlich gar die US-Drogenfahndung. Harold wird viel Glück brauchen, um diesen Schlamassel lebend zu überstehen… 

Als schnörkellose Actioncomedy rund um ein vorgetäuschtes Kidnapping könnte „Gringo“ richtig gut sein, doch Nash Edgerton verzettelt sich in Belanglosigkeiten, die seine Geschichte verwässern. Daran ändern auch die stark aufspielenden Darsteller nichts.


DAS ZEITRÄTSEL | Regie: Ava DuVernay | USA 2018

Meg Murry ist ein typischer Teenager, der einfach nur dazugehören möchte. Die Tochter zweier weltberühmter Physiker ist, genau wie ihr kleiner Bruder Charles Wallace, hochintelligent und auf einzigartige Weise begabt. Was ihr Leben allerdings noch komplizierter macht, ist das plötzliche Verschwinden ihres Vaters. Als Meg herausfindet, dass es etwas mit dem geheimen Projekt ihrer Eltern zu tun haben muss, nimmt die Sache ganz neue Dimensionen an: Um ihren Vater zu finden müssen Meg, ihr Klassenkamerad Calvin und ihr Bruder dieser mysteriösen Erfindung auf den Grund gehen und sich auf eine gewagte Expedition durch Raum und Zeit begeben, in der sie in Welten vordringen, die sich jenseits jeder Vorstellungskraft befinden. Neben vielen Gefahren gibt es allerdings auch unerwartete Hilfe von drei rätselhaften überirdischen Wesen Mrs. Welche, Mrs. Soundso und Mrs. Wer, die sie auf ihrem Weg begleiten. 

Dieser Flop ist hausgemacht! Mit einer dahinsiechenden Geschichte, ätzenden Figuren und größtenteils unecht wirkenden Effekten, gehört „Das Zeiträtsel“ zu den schlechtesten Filmen, die der Disney-Konzern in den letzten Jahren veröffentlicht hat. Das ändern auch eine Handvoll schmucker Setpieces und eine stark aufspielende Hauptdarstellerin nicht.


TRANSIT  | Regie: Christian Petzold | DE/FR 2018

Die deutschen Truppen stehen vor Paris. Georg, deutscher Flüchtling, entkommt im letzten Moment nach Marseille. Im Gepäck hat er die Hinterlassenschaft des Schriftstellers Weidel, der sich aus Angst vor seinen Verfolgern das Leben genommen hat: Ein Manuskript, Briefe, die Zusicherung eines Visums durch die mexikanische Botschaft. In Marseille darf nur bleiben, wer beweisen kann, dass er gehen wird. Visa für die möglichen Aufnahmeländer werden gebraucht, Transitvisa, die raren Tickets für die Schiffspassage. Georg erinnert sich der Papiere Weidels und nimmt dessen Identität an. Er taucht ein in die ungefähre Existenz des Transits. Flüchtlingsgespräche in den Korridoren des kleinen Hotels, der Konsulate, in den Cafés und Bars am Hafen. Er freundet sich mit Driss an, dem Sohn seines auf der Flucht gestorbenen Genossen Heinz. Wozu weiterreisen? Lässt sich anderswo ein neues Leben beginnen?


DAS MÄDCHEN AUS DEM NORDEN | Regie: Amanda Kernell | NOR/DK/SWE 2016

Im traditionellen Schweden der 1930er-Jahre besucht die ehrgeizige angehende Rentierzüchterin Elle Marja (Lene Cicilia Sparrok) mit ihrer Schwester (Mia Erika Sparroks) eine gehobene Internatsschule in Lappland. Sie gehört dem Volk der Samen an, deren Alltag von Vorurteilen und Ausgrenzung durch ihre Mitschüler und Lehrer geprägt ist. Elle Marja bemüht sich um die Anerkennung ihrer ihr zugewandten Lehrerin in der Hoffnung, so ihrem Traum von einem freien Leben näher zu kommen. Doch als an der Schule erniedrigende, rassen-biologische Untersuchungen durchgeführt werden, entscheidet sie sich für einen radikalen Schritt: Das intelligente, willensstarke und rebellische Mädchen bricht mit ihrer Familie und macht sich auf den Weg nach Uppsala, um eines neues, unabhängiges Leben zu führen. Vielleicht als Rentierzüchterin, vielleicht als etwas ganze Anderes…


Heimkinotipp: DETROIT  | Regie: Kathryn Bigelow | USA 2017

Der Sommer 1967 ist ein ausschlaggebender Moment in der modernen amerikanischen Geschichte, als das Land von wachsenden politischen und sozialen Unruhen heimgesucht wird. Die Eskalation des Vietnamkriegs sowie jahrzehntelange Ungleichheit und Unterdrückung fordern ihren Tribut. Die Unzufriedenheit und kochende Wut finden schließlich ihren Höhepunkt in den Großstädten, wo die afroamerikanische Gemeinschaft seit jeher mit systematischer Diskriminierung sowie hoher Arbeitslosigkeit zu kämpfen hat. Als zwei Tage nach Beginn der Rebellionen auf der Anlage eines Motels Pistolenschüsse gemeldet werden, rückt die Polizei mit einem Großaufgebot an. Statt sachlich zu ermitteln, kommt es zu einer von Vorurteilen und Gewalt geprägten Razzia. Die anwesenden Motelgäste müssen sich einem gefährlichen Verhör unterziehen, bis alles eskaliert.

„Detroit“ ist ein erschütterndes Dokument sinnlosen Rassenhasses und veranschaulicht die Ereignisse einer Nacht im sozialpolitisch äußerst angespannten Detroit Ende der Sechzigerjahre. Eine Tour de Force für Zuschauer und Darsteller, die sich die Seele aus dem Leib spielen, um daran zu erinnern, dass es so etwas wie damals nie wieder geben darf.

Ghostland

Nach seinem Genre-Meilenstein „Martyrs“ begibt sich der französische Filmemacher Pascal Laugier zurück ins Horrorkino für die ganz Hartgesottenen. Sein Terrorfilm GHOSTLAND ist eine Hommage an das dreckige Kino der Siebzigerjahre und ein Fest für Liebhaber von Filmen, die fast ausgestorben schienen. Mehr dazu verrate ich in meiner Kritik.

Weiterlesen