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Zehn Filme, die jeder mag – außer mir

Anlässlich des Kinostarts von „Fast & Furious 8“ präsentiere ich Euch zur Verkürzung der Wartezeit auf die Review in den kommenden Tagen ein spannendes Doppel-Ranking – die von Kritikern (und damit auch von mir) immer ein wenig belächelte Auto-Action-Reihe gilt als recht dumpfes Unterhaltungsprogramm, doch spätestens seit dem letzten Teil habe ich immer ein wenig die schützende Hand über sie gehalten. Ja, man könnte sagen, dass ich die Reihe mag, obwohl sie es eigentlich nicht wirklich verdient hat und obwohl man es ab einem gewissen Anspruch an die genossene Filmkunst auch nicht unbedingt an die große Glocke hängen sollte. Daher präsentiere ich Euch heute und am Ende dieser Woche einmal ZEHN FILME, DIE JEDER MAG – AUSSER MIR sowie das Gegenprogramm ZEHN FILME, DIE AUSSER MIR KEINER MAG. Ich wünsche Euch viel Spaß!

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Das startet am 22. Dezember 2016

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s eigentlich um den Startdonnerstag des 22. Dezember 2016, doch Wolfgang Petersen scheint das nicht zu interessieren. Seine starbesetzte Heist-Komödie „Vier gegen die Bank“, hat sich den 25. Dezember als Release-Datum ausgesucht, leider darf ich zu diesem bislang noch keine offizielle Stellung nehmen. Nur soviel sei gesagt: Ihr werdet überrascht sein! Ansonsten startet ein mächtiges Drama von Robert Zemeckis, der diesjährige Disney-Weihnachtsfilm, ein echter Weihnachtsfilm, den aber wohl kaum einer sehen wird und Tom Fords böse überschätzter Golden-Globe-Kandidat „Nocturnal Animals“. 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

VIER GEGEN DIE BANK | Regie: Wolfgang Petersen | DE 2016 (STARTET AM 25. DEZEMBER)

Vier gegen die Bank

Der in die Jahre gekommene Boxer Chris (Til Schweiger), der abgehalfterte, aber immer noch von sich und seinem Können überzeugte Schauspieler Peter (Jan Josef Liefers) und der exzentrische Werbespezialist Max (Matthias Schweighöfer) haben lange gespart – für ihren Lebenstraum, für die Zukunft! Zu dumm nur, dass Bankdirektor Schumacher ausgerechnet ihre drei Investmentkonten böswillig in den Totalverlust rasseln lässt, um so den neurotischen Anlageberater Tobias (Michael Bully Herbig) loszuwerden. Plötzlich stehen alle vier Männer ohne jede Perspektive da und schmieden einen irrwitzigen Plan: Mithilfe ihres mittlerweile gefeuerten Bankberaters wollen sie sich das Geld auf eigene Faust wiederholen. Das Problem: Irgendwie weiß keiner von ihnen, wie so ein Bankraub ablaufen muss. Da ist Chaos vorprogrammiert… 4 von 5

Auf den Spuren von „Ocean’s Eleven“: Wolfgang Petersens Heist-Komödie „Vier gegen die Bank“ ist trotz kleiner inszenatorischer Holprigkeiten ein äußerst amüsantes Filmerlebnis, das mit einem sensationell selbstironisch aufspielenden Cast besticht und sich zugleich vor dem guten alten Kriminalfilm verbeugt.


ALLIED – VERTRAUTE FREMDE | Regie: Robert Zemeckis | UK/USA 2016

Allied - Vertraute Fremde

Der englische Geheimdienstoffiziers Max Vatan (Brad Pitt) und die französische Résistance-Kämpferin Marianne Beausejour (Marion Cotillard) lernen sich in einem geheimen Auftrag der Alliierten in Casablanca kennen und lieben. Gemeinsam bringen sie einen wichtigen Auftrag zu Ende und beschließen, auch nach den gefährlichen Ereignissen zusammen zu bleiben. In London wiedervereint, wird ihre Liebe allerdings auf eine harte Probe gestellt, als Marianne verdächtigt wird, für den Feind zu spionieren. Für Max bricht eine Welt zusammen. Gefangen in einem undurchsichtigen Netz aus Verdächtigungen und Lügen, versucht er verzweifelt herauszufinden, ob Mariannes Liebe und ihr gemeinsames Leben auf wahren Gefühlen basieren.
4 von 5

Robert Zemeckis gelingt mit seinem mächtigen Liebesdrama „Allied – Vertraute Fremde“ eine Hollywoodromanze alter Schule, in der lediglich einige zu abgehoben inszenierte Einzelszenen vom phänomenalen Spiel der beiden Hauptdarsteller ablenken. Lange hat man mit der Liebe eines Filmpaares nicht mehr so mitgelitten, wie hier. „Allied“ ist bis zum bitteren Ende ein durch und durch intensives Filmerlebnis.


EINE SCHÖNE BESCHERUNG | Regie: Helena Bergstrom | SWE 2016
Eine schöne Bescherung

Simon (Anastasios Soulis) und Oscar (Anton Lundqvist), beide 27 Jahre alt, sind schon seit drei Jahren ein Paar und immer noch so glücklich, wie am ersten Tag. Zusammen mit ihrer guten Freundin Cissi (Rakel Wärmländer) haben sie außerhalb von Stockholm ein Haus gekauft. Das Haus muss schwer renoviert werden, nur ein Zimmer ist bereits fertig: das Kinderzimmer, denn Cissi ist im neunten Monat schwanger und will das Kind gemeinsam mit den beiden Männern großziehen. Aber wer ist der Vater, Simon oder Oscar? So oder so – sie wollen eine Familie gründen. Ihren Familien haben sie die Neuigkeit noch nicht mitgeteilt, aber ihnen ist klar, dass sie das Geheimnis lüften müssen – und was wäre dafür eine bessere Gelegenheit als Weihnachten, das Fest der Liebe und Toleranz. 4 von 5

Was wie ein tragisches Familiendrama beginnt, wird in der ersten Hälfte durch standesgemäßen Horror-Mummenschanz verwässert und von einem Twist in der zweiten Hälfte der Lächerlichkeit preisgegeben. Lediglich die Darsteller und das Setting überzeugen.


VAIANA |  Regie: Ron Clements, John Musker | USA 2016
Vaiana

Vor Jahrtausenden durchsegelten die größten Seefahrer der Welt die unendlichen Weiten des Südpazifik. Dann aber stoppten diese Entdeckungsreisen aus geheimnisvollen Gründen – bis heute. Die furchtlose Vaiana, von Geburt an mit einer einzigartigen Verbindung zum riesigen Ozean gesegnet, möchte das Geheimnis ihrer Vorfahren unbedingt entschlüsseln. Mutig setzt sie die Segel und macht sich auf eine abenteuerliche Reise über das Meer. Auf ihrem Weg trifft das Mädchen ihren persönlichen Helden, den legendären und von sich selbst ziemlich eingenommenen Halbgott Maui, der sich ihr nicht ganz freiwillig anschließt. Ihre faszinierende Entdeckungsreise birgt jede Menge sagenhafte Abenteuer, Begegnungen mit furchterregenden Kreaturen und führt sie letztlich nicht nur auf die Spuren ihrer Vorfahren, sondern auch zu sich selbst. 3 von 5

„Vaiana“ brilliert mit spektakulären Bildern, für die alleine es sich schon ein Kinoticket zu lösen lohnt. Inhaltlich gefällt vor allem die erste Hälfte, in der die ironische Dynamik zwischen Vaiana und Maui besonders zum Tragen kommt. Doch als die Macher auf halber Strecke mit einer grotesken Gesangseinlage zu punkten versuchen, verliert der Film auf einen Schlag seinen poetischen Charme.


GEMEINSAM WOHNT MAN BESSER |  Regie: François Desagnat | FR 2016
Gemeinsam wohnt man besser

Eigentlich wollte der pensionierte Witwer Hubert Jacquin (André Dussollier) nur eine Putzfrau einstellen, doch durch ein Missverständnis nistet sich in seiner großen Pariser Altbauwohnung eine junge Mitbewohnerin ein. Die quirlige Studentin Manuela (Bérengère Krief) versteht zwar nichts davon wie man einen Haushalt führt, aber davon wie man den Alltag eines Rentners gehörig auf den Kopf stellt umso mehr. Am Ende eines rauschenden Abends lässt sich Hubert sogar überreden die Wohngemeinschaft zu erweitern. Schon kurz darauf ziehen die etwas verspannte Krankenschwester Marion (Julia Piaton) und der in Scheidung lebende, neurotische Anwalt Paul-Gérard (Arnaud Ducret) ein. Trotz aller Unterschiede wächst die ungewöhnliche Wohngemeinschaft schon bald zusammen. Und auch Hubert erkennt, dass man für eine Wohngemeinschaft nie zu alt ist.
3 von 5

„Gemeinsam wohnt man besser“ macht als weitestgehend oberflächliche Komödie rund um das Thema generationenübergreifende Verständigung mächtig Laune, was vor allem an den starken Dialogen und einem exzellenten Gespür für Timing liegt. Wer sich jedoch eher an ausgereiften Figuren und den emotionalen Verwicklungen derselben erfreut, der sollte auf einen Ticketkauf verzichten.


 NOCTURNAL ANIMALS |  Regie: Tom Ford | USA 2016

Nocturnal Animals

Die Kunsthändlerin Susan Morrow führt in Los Angeles ein privilegiertes, aber unerfülltes Leben. Als dieser erneut zu einer seiner zahlreichen Geschäftsreisen aufbricht, erhält sie ein Manuskript mit dem Titel „Nocturnal Animals“, geschrieben von ihrem Ex-Mann Edward Sheffield, mit dem sie seit Jahren keinen Kontakt mehr hat. In der beigefügten Notiz fordert Edward sie auf, das Buch zu lesen. Der Roman ist Susan gewidmet, doch sein Inhalt ist brutal und niederschmetternd. Tief bewegt von Edwards Worten erinnert sich Susan an die intimsten Momente ihrer eigenen Liebesbeziehung zu ihm. Der Roman zwingt sie dazu, ihre selbst getroffenen Lebensentscheidungen in einem ganz neuen Licht zu sehen. Je weiter die Erzählung in „Nocturnal Animals“ auf eine Abrechnung zuläuft, desto dramatischere Auswirkungen hat sie… 2 von 5

In „Nocturnal Animals“ steckt ein fieser Rachethriller alter Schule, doch Tom Ford verwässert ihn zusehends, indem er eine Erzählebene nach der anderen um ihn herum baut und am Ende ein verkopftes Psychospiel inszeniert, für das sich nach so viel berechnender Irreführung kaum noch Jemand interessiert.


 Heimkinotipp: TONI ERDMANN |  Regie: Maren Ade | DE 2016

Toni Erdmann

Winfried besitzt einen ausgeprägten Hang zum Scherzen. Seine Tochter Ines ist eine Karrierefrau, die um die Welt reist, um Firmen zu optimieren. Vater und Tochter könnten unterschiedlicher nicht sein: Er, der gefühlvolle, sozialromantische Alt-68er. Sie, die rationale Unternehmensberaterin, die bei einem großen Outsourcing-Projekt in Rumänien versucht aufzusteigen, und sich in einer Männerdomäne zu behaupten. Da Winfried zu Hause nicht viel von seiner Tochter sieht, beschließt er, sie nach dem Tod seines Hundes spontan zu besuchen. Statt sich anzukündigen, überrascht er sie mit Scherzgebiss und Sonnenbrille in der Lobby ihrer Firma. Ines bemüht sich, gute Miene zum bösen Spiel zu machen und schleppt ihren Vater in seinen alten Jeans mit zu Businessempfängen und Massageterminen. 3 von 5

Grandiose Darstellerleistungen und eine minimalistische Inszenierung überzeugen. Auch Ades Beobachtung der Anzugträgergesellschaft eignet sich als Grundlage für eine Büro-Satire. Ansonsten ist „Toni Erdmann“ aber ein über weite Strecken absolut standardisiertes Werk über zwei Seelen, die über Umwege zueinander finden.

Das startet am 14. Juli 2016

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 14. Juli, an dem wohl am ehesten noch „Independence Day“ eine Zukunft als Kassenschlager zuzutrauen ist, auch wenn der neue Film von Roland Emmerich in den USA bereits halbwegs gescheitert ist. Besonders spannend wird es sein, zu sehen, wie „Toni Erdmann“ nach großer PR-Party (die bei einem solchen Film tatsächlich mehr als beachtlich war und auch für kleinere Filme zukünftig gefeiert werden sollte) abschneidet. Auch das Doku-Experiment „Deutschland. Dein Selbstporträt“ ist schwierig, einzuschätzen. „Deutschland. Ein Sommermärchen“ lief hervorragend, doch diesmal geht es ja nun mal nicht um Fußball. Ansonsten ist mit einem neuen Teil der „StreetDance“-Reihe, „Mullewapp“ für die ganz Kleinen und der feinsinnigen Tragikomödie „Mit besten Absichten“ für jeden Filmgeschmack etwas dabei.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

MIT BESTEN ABSICHTEN | Regie: Lorene Scafaria | USA 2015

Mit besten Absichten

Nach dem Tod ihres geliebten Ehemanns ist Marnie Minervini kürzlich von New Jersey nach Los Angeles umgezogen, um wieder näher bei ihrer Tochter Lori – einer erfolgreichen, aber immer noch allein lebenden Drehbuchautorin – zu wohnen und sie mit mütterlicher Liebe zu überschütten. Ausgestattet mit einem beachtlichen Bankguthaben, das ihr von ihrem Mann hinterlassen wurde, hat Marnie es sich in einem tollen Apartment gemütlich gemacht, das neue iPhone immer griffbereit. Doch die Unmengen an SMS, Überraschungsbesuchen und Gesprächen voller ungebetener Ratschläge zwingen Lori bald dazu, klare Grenzen zwischen ihrer Mutter und ihrem Privatleben zu ziehen. Und auch Marnie findet Mittel und Wege, ihren unendlichen Optimismus und ihre energische Großzügigkeit in neue Bahnen zu lenken. 4 von 5

Ein rührender Film über Mütter und Töchter – ohne Klischees zu bedienen, legt uns Regisseurin Lorene Scafaria in „Mit besten Absichten“ nahe, dass man geliebte Menschen nicht erdrücken, aber auch nicht gänzlich von sich weisen muss, um eine lange, erfüllte Beziehung zu genießen.


INDEPENDENCE DAY: WIEDERKEHR | Regie: Roland Emmerich | USA 2016

Independence Day: Wiederkehr

Wir wussten immer, dass sie zurückkehren werden! Das nächste, zerstörerische Kapitel der Menschheit steht bevor, als eine globale Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes über die Welt hereinbricht. Mit Hilfe von Alien-Technologie haben die Nationen der Welt gemeinsam ein gigantisches Abwehrprogramm entwickelt, um die Erde zu schützen.  Aber nichts kann uns vor der hochentwickelten und nie dagewesenen Stärke der Aliens bewahren, die auf einen Schlag all ihre schlimmsten Befürchtungen um ein Vielfaches übertrifft. Lediglich durch den Einfallsreichtum einiger mutiger Männern und Frauen kann unsere Welt vor der Zerstörung gerettet werden. Doch die unheimlichen Alienwesen sind immer für eine (böse) Überraschung gut. 3 von 5

Back to the 90s! „Independence Day: Wiederkehr“ ist ein klassischer Vertreter sinnentleerten Blockbusterspektakels, das technisch überzeugt und inhaltlich Business as usual abliefert. Besser als erwartet, schwächer als gehofft.


TONI ERDMANN  |  Regie: Maren Ade  |  DE 2016

Toni Erdmann

Winfried ist 65, Hundeliebhaber, Musiklehrer und besitzt einen ausgeprägten Hang zum Scherzen. Seine Tochter Ines ist eine Karrierefrau, die um die Welt reist, um Firmen zu optimieren. Vater und Tochter könnten unterschiedlicher nicht sein: Er, der gefühlvolle, sozialromantische Alt-68er. Sie, die rationale Unternehmensberaterin, die bei einem großen Outsourcing-Projekt in Rumänien versucht aufzusteigen, und sich in einer Männerdomäne zu behaupten. Da Winfried zu Hause nicht viel von seiner Tochter sieht, beschließt er, sie nach dem Tod seines Hundes spontan zu besuchen. Statt sich anzukündigen, überrascht er sie mit Scherzgebiss und Sonnenbrille in der Lobby ihrer Firma. Ines bemüht sich, gute Miene zum bösen Spiel zu machen und schleppt ihren Vater in seinen alten Jeans mit zu Businessempfängen und Massageterminen. 3 von 5

Grandiose Darstellerleistungen und eine minimalistische Inszenierung überzeugen. Auch Ades Beobachtung der Anzugträgergesellschaft eignet sich als Grundlage für eine Büro-Satire. Ansonsten ist „Toni Erdmann“ aber ein über weite Strecken absolut standardisiertes Werk über zwei Seelen, die über Umwege zueinander finden.


STREETDANCE: NEW YORK |  Regie: Michael Damian |  USA/ROU 2016

Streetdance: New York

Ruby ist eine Balletttänzerin, die an der renommiertesten Musikschule New Yorks studiert. Sie ist talentiert und voller Hingabe, lediglich der moderne Tanz liegt ihr nicht sehr. Als sie den britischen Violinisten Johnnie zufällig kennenlernt, ahnt sie noch nicht, wie er ihr Leben verändern wird. Johnnie, der mit seinen StreetDancer-Freunden zusammenwohnt und mit improvisierten Konzerten seinen Lebensunterhalt verdient, eröffnet Ruby eine völlig neue, faszinierende und spannende Seite der Musik.  Doch als Johnnie eines Tages von den New Yorker Behörden aufgegriffen wird und keine Green Card vorweisen kann, droht sein Traum von einem Leben im angesagten Manhattan zu zerplatzen. Es gibt nur einen Ausweg: Der Gewinner eines Tanzwettbewerbes an Rubys Schule erhält ein Studentenvisum für die USA sowie ein Stipendium.  3 von 5

„Streetdance: New York“ wird nicht dazu beitragen, dass sich sämtliche Klischees über Tanzfilm-Romanzen in Luft auflösen. Doch der Film ist nicht nur technisch astrein inszeniert, auch die selbstironische Ader und – natürlich – einmal mehr atemberaubende Tanzsequenzen sorgen für amüsante, kurzweilige Unterhaltung.


DEUTSCHLAND. DEIN SELBSTPORTRÄT | Regie: Sönke Wortmann | DE 2016
Deutschland. Dein Selbstportät

Am 20. Juni 2015 startete in Deutschland ein einmaliges Filmexperiment: Alle Menschen im Land waren eingeladen, an diesem einen Tag ein riesiges Filmteam zu bilden und gemeinsam ein Selbstporträt des Landes zu erstellen: Mit Videokamera, Tablet oder Smartphone, alles war erlaubt. Aus den vielen Tausend eingereichten Filmen realisierte Sönke Wortmann als künstlerischer Leiter einen Kinofilm. In mal kurzen, mal längeren Momentaufnahmen – und durchaus subjektiv – zeichnet „Deutschland. Dein Selbstportrait“ ein Bild des Landes: mal lustig, mal emotional, manchmal tieftraurig und nachdenklich, im nächsten Moment wieder atemberaubend und überraschend. Und wir erhalten einen Einblick, was die Menschen im Großen wie im Kleinen bewegt, von denen man sonst nichts in der Zeitung liest. 3 von 5

„Deutschland. Dein Selbstporträt“ beeindruckt aufgrund seiner aufwändigen Realisierung und fühlt sich dank des einzigartigen Konzepts durchgehend echt an. Der Unterhaltungswert ist für den Zuschauer allerdings stark von der Qualität der einzelnen Filmchen abhängig – sowohl inhaltlich, als auch visuell.


MULLEWAPP – EINE SCHÖNE SCHWEINEREI  |  Regie: Theresa Strozyk  | DE 2016

Mullewapp - Eine schöne Schweinerei

Einen Tag vor Waldemars großer Geburtstagsparty steigt die Aufregung in Mullewapp. Waldemar kann sich kaum zurückhalten, die schokoladig-sahnige Erdbeertorte, die es zur Feier geben soll, schon jetzt zu vernaschen Aber dann taucht unerwarteter Besuch auf dem beschaulichen Bauernhof auf. Das rüde Wildschwein Horst von Borst und seine Bande haben ein Auge auf die Geburtstags-Leckereien geworfen und nehmen die Mullewapp-Bewohner in Beschlag. Die drei Freunde Waldemar, Franz von Hahn und Johnny Mauser ahnen sofort: Hier stimmt was nicht! Doch sie werden vom windigen Wildschwein-Chef Horst reingelegt und mit einem Trick schickt er sie dabei ungewollt auf eine ganz besonders abenteuerliche Fahrrad-Tour. Wie können sie ihr geliebtes Zuhause jetzt bloß von den Eindringlingen befreien? 3 von 5

„Mullewapp – Eine schöne Schweinerei“ ist (Klein-)kindgerechte Kinounterhaltung mit süßen Figuren und einer einfach zu folgenden Geschichte. Optik und Länger dürften auch die Kleinsten nicht überfordern. Für die Erwachsenen gibt’s außerdem einen fantastischen Kurzauftritt von Christian Ulmen zu hören.


UNTERWEGS MIT JACQUELINE  |  Regie: Mohamed Hamidi | FR/SA 2015

Unterwegs mit Jacqueline

Die schöne Kuh Jacqueline ist Fatahs (Jamel Debbouze) ganzer Stolz. Der größte Traum des algerischen Bauers ist es, sie eines Tages auf der Landwirtschaftsmesse in Paris zu präsentieren. Als er tatsächlich eine offizielle Einladung aus Frankreich bekommt, gibt es für ihn kein Halten mehr. Mit der Unterstützung der gesamten Dorfgemeinschaft treten Fatah und seine Kuh eine abenteuerliche Reise an: zuerst mit dem Boot übers Mittelmeer nach Marseille und von dort zu Fuß einmal quer durch Frankreich. Im Laufe dieser Odyssee, die viele Überraschungen und unerwartete Wendungen bereithält, trifft Fatah viele ungewöhnliche Menschen, die ihm dabei helfen, seinen Traum wahr werden zu lassen. Und dann ist er endlich da: auf der Landwirtschaftsmesse. Ob Jacqueline auch dort alle Blick auf sich ziehen wird? 3 von 5

„Unterwegs mit Jacqueline“ ist ein unaufgeregtes Roadmovie über einen Mann, der aller Widerstände zum Trotz seinen Traum verwirklichen will. Das ist bisweilen charmant und besitzt aufgrund der stimmigen Besetzung ein gewisses Grundamusement. Handlungsverlauf und Message sind allerdings zu standardisiert, um wirklich für Aufsehen zu sorgen.


ATOMIC FALAFEL  |  Regie: Dror Shaul | DE/NZL/ISR 2015

Atomic Falafel

Mit ihrem Falafel-Truck mitten in der Wüste Israels sorgen Mimi und ihre 15-jährige Tochter Nofar dafür, dass die israelischen Truppen nach ihren Manövern etwas was im Bauch haben. Die Soldaten lieben die Bällchen mit extrascharfer Sauce. Was Mutter und Tochter nicht ahnen: Sie sitzen buchstäblich auf dem Pulverfass, denn nur ein paar Meter unter ihnen befindet sich eine geheime Kommandozentrale der israelischen Armee. Dort haben sich hochgradige Militärs versammelt, die einem drohenden Atomangriff zuvorkommen wollen. Ausgerechnet da hat die Internationale Atomenergie-Kommission einen Kontrollbesuch angekündigt. Als sich Mimi in den deutschen Atominspektor Oli verliebt, bringt sie das Militär und den Geheimdienst gegen sich auf, denn je länger Oli im Land bleibt, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass er das Plutonium entdeckt.


MEINE BRÜDER UND SCHWESTERN IM NORDEN  |  Regie: Sung-Hyung Cho | DE 2016

Meine Brüder und Schwestern im Norden

Wer weiß wirklich etwas über Nordkorea? Was wir von diesem Land zu sehen bekommen, ist immer das gleiche: Militär-Paraden mit Panzern und Raketen, Soldaten, die wie Roboter marschieren, Kriegsdrohungen, Hungersnöte, abgemagerte Kinder und nicht zuletzt die drei Generationen von scheinbar wahnsinnigen Diktatoren und die ihnen hysterisch huldigende Gefolgschaft. Sung-Hyung Cho geht diesen Fragen nach, mitten drin – in Nordkorea: „Meine Brüder und Schwestern im Norden“ porträtiert die Menschen hinter den hartnäckigen Klischees und Stereotypen eine unverstandenen Landes und gibt Einblicke hinter die protzige Propagandafassade einer uns verschlossenen Lebenswelt. Die Menschen, denen er auf der Reise begegnet sind keine Zufallsbekanntschaften, sondern wurden vom Regime ausgesucht.


Heimkinotipp: ZOOMANIA | Regie: Byron Howard, Rich Moore, Jared Bush | USA 2016

Zoomania

Zoomania ist eine Metropole wie keine andere, eine Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten und Schmelztiegel der unterschiedlichsten Tierarten aus aller Welt. In Zoomania scheint für jeden alles möglich. Doch als Polizistin Judy Hopps – jung, ehrgeizig, Häsin – nach Zoomania versetzt wird, stellt sie schnell fest, dass es gar nicht so einfach ist, sich als einziges Nagetier in einer Truppe aus knallharten und vor allem großen Tieren durchzubeißen. Eben noch dazu verdonnert, Knöllchen zu schreiben, erhält die aufgeweckte Hasendame vom Polizeichef ihren ersten großen Auftrag: Sie soll eine zwielichtige Verschwörung aufdecken, die ganz Zoomania in Atem hält. Ihr erster richtiger Fall erweist sich bald als eine Nummer größer als gedacht.3 von 5

„Zoomania“ kommt wie zu erwarten auf dem höchsten, technischen Niveau daher, das man sich im Animationsfilmsegment derzeit vorstellen kann, doch die Geschichte besitzt zu wenig eigene Akzente, um auch zwischen vereinzelt herausstechenden Gagszenarien zu bestehen. So ist der Film solide – aber für Disney ist solide eben noch lange nicht gut.