Schlagwort-Archiv: Detlev Buck

Das startet am 7. Februar 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 7. Februar, an dem sich zwei Animationsfilme gegenseitig die Besucher klauen und dadurch keiner von beiden als Überhit herausstellen dürfte. Die Rede ist von „The LEGO Movie 2“ und „Drachenzähmen leicht gemacht 3“ – ich sehe aufgrund der größeren Fanbase trotzdem die Drachen vorne. Unter den restlichen Start wird sich kaum einer positiv hervortun. Sherlock Holmes hat hierzulande genauso keine Fanbase wie Will Farrell und der Rest läuft unter „ferner liefen“. 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

THE LEGO MOVIE 2 | Regie: Mike Mitchell | USA/DK/NOR/AUS 2019

Im Kampf gegen die Invasoren vom Planeten Duplo und für die Harmonie im LEGO-Universum sind Emmet, Lucy, Batman und ihre Freunde gescheitert. In der einst so belebten Stadt steht kein Stein mehr auf dem anderen. Stattdessen müssen sich die Figuren mittlerweile in Apocalypstadt herumschlagen und tagtäglich um ihr Überleben kämpfen. Als auch hier plötzlich Invasoren auftauchen, begibt sich die Gruppe  in weit entfernte, unerforschte Welten wie die Galaxie, die voller fantastischer Planeten, seltsamer Charaktere und einprägsamer neuer Songs steckt. Dabei müssen die Helden ihren ganzen Mut, ihre Kreativität und ihre Fähigkeiten als Meisterbauer einsetzen, um erneut zu beweisen, was wirklich in ihnen steckt. Doch die Königin Wasimmersiewilli erweist sich als größte Gegnerin in der LEGO-Geschichte… 

„The LEGO Movie 2“ schöpft das Potenzial aus, das beim ersten Teil auf der Strecke blieb. Neben unermesslicher kreativer Vielfalt und einer erneut extrem hohen Gagdichte ist es diesmal vor allem die smarte Story, die dafür sorgt, dass hiermit bereits ein erster Anwärter auf den Titel „Bester Animationsfilm 2019“ gefunden ist.


DRACHENZÄHMEN LEICHT GEMACHT 3: DIE GEHEIME WELT | Regie: Dean DeBlois | USA 2019

Hicks ist nach dem Tod seines Vaters der neue Häuptling der Wikinger von Berk. Dabei immer an seiner Seite sind der Nachtschattendrache Ohnezahn und Hicks clever-burschikose Freundin, die Jungkriegerin Astrid. Mit viel Enthusiasmus befreit der Stamm zahlreiche Artgenossen Ohnezahns aus der Gefangenschaft gewissenloser Drachenjäger und nimmt sie bei sich auf. Es sind aber schon so viele, dass das Dorf langsam zu klein wird. Hicks Gegenspieler planen derweil ihn loszuwerden, indem sie den berüchtigten Drachentöter Grimmel auf ihn und Ohnezahn ansetzen. Nach einer ersten, um ein Haar fatalen Begegnung beschließt Hicks, dass die Wikinger Berk verlassen und mit ihren feuerspeienden Freunden in Richtung einer sagenumwobenen neuen Welt aufbrechen, in der sie alle in Frieden leben können. Doch Grimmel ist bereits einen Schritt weiter…

Die Schöpfer der immens populären Animations-Abenteuerreihe haben ihre Zuschauer immer respektiert und ernst genommen – egal in welchem Alter diese sind und waren. Bei keinem der drei Teile ist das evidenter, als bei diesem visuell überwältigenden – und in Bezug auf die Handlung – ebenso emotionalen wie absolut befriedigenden Finale.


THE PRODIGY | Regie: Nicholas McCarthy | HKG/USA 2019

Der jungen Mutter Sarah und ihrem Ehemann John fällt seit einiger Zeit das beunruhigende Verhalten ihres jungen, hochbegabten Sohnes Miles auf. Alles deutet darauf hin, dass eine böse, womöglich übernatürliche Kraft von ihm Besitz ergriffen hat. Er spricht plötzlich eine fremde Sprache und murmelt böse Sätze im Schlaf, die gegenüber seinen Eltern immer bedrohlicher werden. Sarah muss sich entscheiden zwischen ihrem Mutterinstinkt, Miles zu lieben und zu schützen und dem verzweifelten Verlangen herauszufinden, was – oder wer – dafür verantwortlich ist. Sie wird gezwungen, in der Vergangenheit nach Antworten zu suchen und muss schnell feststellen, dass die Grenzen zwischen Wahrnehmung und Realität immer mehr verwischen. Gibt es Heilung für den besessenen Miles, der von Tag zu Tag unberechenbarer wird? 

„The Prodigy“ ist ein solider Gruselfilm über ein besessenes Kind, das von „Es“-Georgie Jackson Robert Scott glaubwürdig angsteinflößend verkörpert wird. Auch wenn die Story nur wenig Überraschungen bietet, hat man den positiven Eindruck, die Macher wollten vor allem eine spannende Horrorgeschichte erzählen und nicht einfach nur plump schockieren. Genau das ist ihnen gelungen.


STILLER KAMERAD | Regie: Leonard Hollmann | DE 2017

Jedes Jahr leistet die Bundeswehr im Auftrag des Deutschen Parlaments Einsätze in Krisengebieten. Jeder dieser Einsätze lässt verwundete Soldaten heimkehren. Ihre Wunden müssen nicht immer offen sichtbar sein, häufig zeigen sie sich erst viele Jahre nach dem Einsatz als eine Störung ihres seelischen Gleichgewichtes. Eine dieser Störungen ist die sogenannte „Posttraumatische Belastungsstörung“, kurz PTBS. Die Menschen leiden unter Alpträumen und dem Wiedererleben ihrer Einsätze, getriggert durch Umwelteinflüsse. Die Therapien der Bundeswehrkrankenhäuser können dabei nicht jedem helfen. Dort, wo die Schulmedizin an ihre Grenzen kommt, setzt Frau Claudia Swierczek mit ihren Pferden an. In jahrelanger Arbeit hat sie eine Therapiemethode entwickelt, die besondere Fähigkeiten von Pferden nutzt, um auch sogenannten austherapierten Patienten zu helfen. 

„Stiller Kamerad“ ist eine auch für Laien absolut nachvollziehbare Dokumentation darüber, wie Pferde traumatisierten Menschen zurück ins Leben helfen können. Das ist ergreifend und aufklärend. Schade, dass man ihr das niedrige Budget ansieht- die Macher hätten mehr verdient gehabt!


HOLMES & WATSON | Regie: Etan Cohen | USA 2018

1881 in London: Durch Zufall lernt Sherlock Holmes (Will Ferrell) den depressiven Afghanistankriegsveteranen Dr. John Watson (John C. Reilly) kennen, der sich eiligst mit ihm anfreundet. Einige Jahre später ist Sherlock Holmes im ganzen Land als genialer Meisterdetektiv bekannt, während Dr. Watson als sein treuer Begleiter dient und die gemeinsamen Abenteuer schriftlich festhält. Ihr neustes Erlebnis: Holmes wird als Zeuge bei der Gerichtsverhandlung gegen seine Nemesis Professor James Moriarty erwartet. Doch Holmes glaubt, einer perfide und meisterlich eingefädelten Verschwörung auf die Schliche gekommen zu sein. Können Watson, Haushältern Rose Hudson sowie die Amerikanerinnen Dr. Grace Hart und Millie das Chaos überstehen, das unvermeidlich ist, sobald der brillante Meisterdetektiv ohne jegliche Rücksicht auf Andere seinen Theorien nachgeht ..?

Machen wir uns nichts vor: „Holmes & Watson“ ist eine Komödie voller Rohrkrepierer und ziemlich unausgegoren – ein paar Lacher hat dieser Film aber zu bieten, nicht zuletzt dank Alan Menken, Glenn Slater und Rebecca Hall. „Schwach, aber besser als die grauenvollen US-Kritiken mutmaßen lassen“ ist ein ungeheuerlich schwaches Kompliment, aber diese Version von Sherlock Holmes und Dr. Watson braucht jedes Lob, das sie kriegen kann.


GLÜCK IST WAS FÜR WEICHEIER | Regie:  Anca Miruna Lazarescu | DE 2018

Stefan Gabriel ist Bademeister, engagierter Vater und stets darum bemüht, das Leben positiv zu sehen. Während er versucht, etwas an die Gesellschaft zurückzugeben und sich als Sterbebegleiter engagiert, kämpfen seine beiden Töchter, die zwölfjährige Jessica und ihre ältere Schwester Sabrina mit ihren ganz eigenen Problemen. Jessica wird oft für einen Jungen gehalten und muss ständig gegen ihre vielen seltsamen Ticks ankämpfen. Sabrina ist schwer krank. Jessica  würde gerne mit ihrer hübschen Schwester tauschen, die trotz Krankheit ihr Leben scheinbar voll im Griff hat. Je mehr sich Sabrinas gesundheitlicher Zustand verschlechtert, desto schlimmer werden auch Jessicas Ticks. Ein Plan muss her und zwar schnell. In einem alten Buch stoßen die beiden auf ein spezielles Ritual, das die Rettung bringen soll. Dafür müssen Sabrina und Jessica allerdings einen Jungen finden, der mit Sabrina schläft. 

Anca Miruna Lazarescus Tragikomödie „Glück ist was für Weicheier“ besitzt per se das Potenzial für einen unkonventionellen Film über Leben und Tod, ist in der uns gezeigten Fassung allerdings nahezu un(durch-)schaubar und dadurch regelrecht unerträglich. Vor allem ein Subplot rund um einen mehr als unangenehmen Therapeuten irritiert gewaltig.


FRÜHES VERSPRECHEN | Regie: Eric Barbier | FR/BEL 2017

Ein Wunderkind sollte er werden und die Welt ihm zu Füßen liegen. „Frühes Versprechen“ enthüllt das fabelhaft bunte Leben des berühmten, französischen Schriftstellers, Regisseurs und Diplomaten Romain Gary (Pierre Niney). Von seiner schweren Kindheit in Polen über seine Jugend unter der Sonne von Nizza bis hin zu den Heldentaten seiner Flüge in Afrika während des Zweiten Weltkriegs und seiner Ehe mit der berühmten Schauspielerin Jean Seberg…

Romain Gary lebte ein außergewöhnliches Leben. Ein Leben, dessen Wirklichkeit das mütterliche Wunschdenken noch übertrifft. Denn es ist die unerschütterliche Zuneigung seiner liebenswerten wie exzentrischen Mutter Nina, die ihn stets voranschreiten lässt und zu einem der größten Romanciers des 20. Jahrhunderts macht, zu dem Mann der als einziger zweimal den französischen Literaturpreis Prix Goncourt erhielt.


Heimkinotipp: ASPHALTGORILLAS | Regie: Detlev Buck | DE 2018

Atris und Franky haben sich schon als Kinder mit allerhand krummen Dingern durchs Leben geschlagen. Die beiden sind immer noch Freunde, haben sich durch ihre verschiedenen Lebenswege allerdings aus den Augen verloren. Also Franky eines Tages im fetten Lamborghini vor Atris‘ Tür auftaucht, könnte den beiden viel Geld winken. Franky will einen Falschgelddeal durchziehen und braucht dafür die Hilfe seines alten Kumpels. Der ist allerdings nicht nur gerade schwer in die Teilzeitgaunerin Bettina verknallt, sondern hat obendrein kaum Erfahrung mit größeren Deals. Noch dazu sitzt ihm sein Boss El Keitar im Nacken, bei dem Atris hohe Schulden hat. Als der Deal über die Bühne geht, überschlagen sich plötzlich die Ereignisse und nicht nur die Freundschaft der beiden Männer steht auf dem Spiel, sondern auch das Leben aller Beteiligter…

Detlev Buck bedient sich für seine Interpretation von Ferdinand von Schirachs „Der Schlüssel“ zwar an diversen Motiven des aktuellen Filmgeschehens, doch gleichzeitig verpasst er ihnen immer auch seine eigene Note und macht daraus eine hochunterhaltsame Milieustudie, irgendwo zwischen „John Wick“, „The Wolf of Wall Street“ und „Nur Gott kann mich richten“.

Das startet am 30. August 2018

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um den Starttag des 30. August, an dem vor allem das deutsche Kino einen, oder sogar mehrere Blicke wert ist. Detlev Bucks experimentelle Milieustudie „Asphaltgorillas“ bringt frischen Wind ins heimische Genrekino und die vermeintlich einfältige Tragikomödie „Grüner wird’s nicht, sagte der Gärtner und flog davon“ erweist sich als überraschend vielschichtiges Charakterporträt. Die einzig große Produktion dieser Woche scheitert dagegen vor allem an seinen technischen Ambitionen – „Bad Spies“ ist dadurch einfach nicht lustig, dafür ganz schön brutal. Das trifft übrigens auch auf „Safari“ zu, nur dass hier einfach gar nichts stimmt. 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

ASPHALTGORILLAS | Regie: Detlev Buck | DE 2018

Atris und Franky haben sich schon als Kinder mit allerhand krummen Dingern durchs Leben geschlagen. Die beiden sind immer noch Freunde, haben sich durch ihre verschiedenen Lebenswege allerdings aus den Augen verloren. Also Franky eines Tages im fetten Lamborghini vor Atris‘ Tür auftaucht, könnte den beiden viel Geld winken. Franky will einen Falschgelddeal durchziehen und braucht dafür die Hilfe seines alten Kumpels. Der ist allerdings nicht nur gerade schwer in die Teilzeitgaunerin Bettina verknallt, sondern hat obendrein kaum Erfahrung mit größeren Deals. Noch dazu sitzt ihm sein Boss El Keitar im Nacken, bei dem Atris hohe Schulden hat. Als der Deal über die Bühne geht, überschlagen sich plötzlich die Ereignisse und nicht nur die Freundschaft der beiden Männer steht auf dem Spiel, sondern auch das Leben aller Beteiligter…

Detlev Buck bedient sich für seine Interpretation von Ferdinand von Schirachs „Der Schlüssel“ zwar an diversen Motiven des aktuellen Filmgeschehens, doch gleichzeitig verpasst er ihnen immer auch seine eigene Note und macht daraus eine hochunterhaltsame Milieustudie, irgendwo zwischen „John Wick“, „The Wolf of Wall Street“ und „Nur Gott kann mich richten“.


GRÜNER WIRD’S NICHT, SAGTE DER GÄRTNER UND FLOG DAVON | Regie: Florian Gallenberger | DE 2018

Schorsch ist Gärtner in einer bayerischen Kleinstadt und schuftet täglich in seinem Betrieb, der kurz vor der Pleite steht. Die Ehe mit seiner Frau ist längst entzaubert und zu allem Überfluss möchte seine Tochter jetzt auch noch an die Kunstakademie. Nur über den Wolken, in seinem klapprigen Propeller-Flugzeug fühlt sich Schorsch wirklich frei. Doch dann missfällt dem Chef des lokalen Golfplatzes, den Schorsch angelegt hat, der Grünton des Rasens und Schorsch bleibt auf seiner Rechnung sitzen. Als der Gerichtsvollzieher sein Flugzeug pfänden will, packt den Steuerknüppel und fliegt einfach davon. Es beginnt eine Reise, die ihn an unbekannte Orte führt, voller skurriler und besonderer Begegnungen – und mit jedem Start und jeder Landung öffnet der Gärtner ganz langsam sein Herz wieder für das, was man eine Ahnung von Glück nennt…

Florian Gallenberger macht es sich mit seiner Feelgood-Selbstfindungskomödie „Grüner wird’s nicht“ nicht einfach und versucht, trotz vieler verschiedener Brandherde ein positives Gefühl zu vermitteln, das echt und nicht konstruiert wirkt. Und was soll man sagen: Ihm ist genau das gelungen. Ein Wohlfühlfilm, dem man all seine positiven wie negativen Entwicklungen jederzeit abnimmt.


KINDESWOHL | Regie: Richard Eyre | UK 2017

Fiona Maye (Emma Thompson) ist eine erfahrene Familienrichterin in London, die in ihrer langjährigen Karriere schon mit allerlei schwierigen Fällen konfrontiert wurde. Erst kürzlich musste sie entscheiden, ob sie zwei siamesische Zwillinge trennen lässt, oder nicht. Ausgerechnet in einer Phase, in der ihre Ehe mit Jack (Stanley Tucci) in einer tiefen Krise steckt, wird ihr ein eiliger Fall übertragen, bei dem es um Leben und Tod geht: Der 17-jährige Adam (Fionn Whitehead) hat Leukämie, doch als Zeugen Jehovas lehnen er und seine Eltern die lebensrettende Bluttransfusion ab. Fiona muss entscheiden, ob das Krankenhaus den Minderjährigen gegen seinen Willen und den seiner Eltern behandeln darf. Die Auseinandersetzung mit dem intelligenten Jungen führt Fiona zu einer Entscheidung, die auch ihr eigenes Leben verändern wird.

„Kindeswohl“ beginnt als klassischer Gerichtsfilm und rückt im weiteren Verlauf immer mehr das Innenleben seiner Protagonistin in den Fokus. Durch die zweigespaltene Inszenierung als mal kühler Gerichtsfilm und mal hochemotionales Charakterdrama bleibt Richard Eyres Werk allerdings weit hinter seinen Möglichkeiten zurück, obwohl sich Emma Thompson und Stanley Tucci alle Mühe geben, „Kindeswohl“ mit brillanten Darstellungen zu veredeln.


KÄPT’N SHARKY | Regie: Jan Stolz, Hubert Weiland | DE 2017

Er ist der Schrecken der sieben Weltmeere – denkt er zumindest! Doch von den anderen Seefahrern wird Käpt’n Sharky alles andere als ernst genommen. Vor allem der Alte Bill und seine Crew haben es auf den kleinen Piraten abgesehen und liefern sich so manches Duell mit ihm. Als Sharky mal wieder auf der Flucht vor seinen Widersachern ist, landen durch Zufall zwei blinde Passagiere auf seinem Boot: Während der zehnjährige Michi Schutz sucht, weil er dank Sharky versehentlich für einen Straßendieb gehalten wird, versteckt sich Admiralstochter Bonnie an Bord, um nicht aufs Internat zu müssen. Der kleine Pirat ist gar nicht begeistert von den ungebetenen Gästen, schließlich hat er schon eine Crew – PiRatte, den Affen Fips und den Papagei Coco. Doch für die nächste Mission fehlt Sharky noch ein Kompass – und den hat Bonnie im Gepäck! 

Das erste Kinoabenteuer der beliebten Kinderbuchfigur „Käpt’n Sharky“ ist perfekt auf die Bedürfnisse ganz kleiner Zuschauer zugeschnitten und dürfte auch die erwachsenen Begleitpersonen nicht allzu sehr langweilen. Lediglich die minimalistische Animation ist gewöhnungsbedürftig.


BAD SPIES | Regie: Susanna Fogel | USA/CAN 2018

Audrey (Mila Kunis) hat Geburtstag – und ihre Überraschungsfeier muss ohne ihren Freund Drew Thayer (Justin Theroux) auskommen. Der ist nämlich von der Bildfläche verschwunden. Nur ihre beste Freundin Morgan (Kate McKinnon) schafft es, die geknickte Audrey aufzumuntern. Als das Frauengespann Drew via Textnachricht androht, all seine Sachen zu verbrennen, steht er auf einmal wieder vor der Matte. Aufgeregt erklärt er, Spion zu sein und dass er abhauen musste, um Audrey zu beschützen. Nun ist es aber zu spät: Ungewollt zieht er Audrey und Morgan in seinen Berufsalltag hinein. Schon bald werden sie von ein paar Profikillern verfolgt, die es auf einen USB-Stick abgesehen haben, den sie im Besitz der Freundinnen vermuten. Es beginnt eine Hatz, einmal über den großen Teich und dann quer durch Europa… 

Eine Actionkomödie, in der die Action stärker (und härter) zündet als der Humor: „Bad Spies“ verdient sich durch das Zusammenspiel von Kate McKinnon und Mila Kunis ein paar Sympathiepunkte, schlussendlich gehen aber zu viele Gags den Bach runter.


SAFARI – MATCH ME IF YOU CAN | Regie: Rudi Gaul | DE 2018


DIE 1000 GLOTZBÖBBEL VOM DR. MABUSE | Regie: Dominik Kuhn aka. Dodokay | DE 2018

Wir schreiben das Jahr 1960. Deutschland. Die Stuttgarter Polizei ist einem mysteriösen Gangster-Mastermind auf der Spur, dessen Vorgehen sehr stark an das des in den 30er Jahren verstorbenen Dr. Mabuse erinnert. Jetzt scheint es dieser Verbrecher auf die neueste schwäbische Erfindung abgesehen zu haben: Das bahnbrechende Internet, dessen geheime Schaltzentrale im Hotel ‚Zum güldenen Grasdackel’ in einem kleinen Ort auf der schwäbischen Alb untergebracht ist. Kommissar Krass wird mit den Ermittlungen beauftragt. Im Hotel trifft er unter anderem den Millionär Helmut Wurster, die suizidale Sabine Hirrlinger, den Vertreter Hans-Martin B. Lamparter, der den Verdacht zu hegen scheint, dass im Hotel die geheime technische Internet-Zentrale eingebaut ist. Und dann taucht auch noch der schmierige Internet-Betreiber Mark Sackerberg auf, der zweifelsohne auch nicht alles sagt, was er weiß…


BREAKDOWN IN TOKYO | Regie: Zoltan Paul | DE/JPN 2018

Der eitle Künstler Lászlo, der sich in einer Lebens- und Schaffenskrise befindet, fühlt sich wie beflügelt durch die Liebe von Nahoko – und die tolerante Emma würde ihm das kleine Abenteuer sogar gönnen, wenn er sie nicht bloßstellt und den Film und seine Gesundheit nicht gefährdet. Aber natürlich schlägt er über alle Stränge. Schließlich hat Emma die Nase voll von seiner Rücksichtslosigkeit und verlangt das sofortige Ende der Affäre. Schweren Herzens bricht Lászlo seine aufkeimende Beziehung mit Nahoko ab. Er hat aber nicht mit ihren Rachegefühlen gerechnet. Sie sabotiert von nun an die Produktion und provoziert, wo sie nur kann. Als Laszlo sie schließlich zur Rede stellt, rastet sie aus und verschwindet ausgerechnet mit dem Laptop von Emma, auf dem alle Produktionsdaten, Hotelbuchungen, Flüge und Züge gespeichert sind. Lászlo muss Nahoko also um jeden Preis finden und zurückholen…

 

Heimkinotipp: NUR GOTT KANN MICH RICHTEN | Regie: Regie: Özgür Yildirim | DE 2017

Vor fünf Jahren hat Ricky nach einem Überfall für seinen Bruder Rafael und seinen Kumpel Latif den Kopf hingehalten. Jetzt ist er raus aus dem Knast, und Latif möchte sich erkenntlich zeigen: er hat ein scheinbar sicheres Ding in Aussicht. Ricky könnte sich mit dem Geld, das dabei herausspringt, eine neue Existenz aufbauen. Nach anfänglichem Zögern stimmt Ricky zu, aber sobald die Vorbereitungen stehen, beginnen auch schon die Komplikationen. Ricky ist gezwungen, Rafael an Bord zu holen, den er eigentlich nie mehr in Schwierigkeiten bringen wollte, und auch sonst scheint sich die Welt gegen ihn zu verschwören. Vor allem in Form von Diana, einer Polizistin in Geldnot, die plötzlich kriminelle Energie entwickelt, um die Pläne der Jungs auf ganz unvorhergesehene Weise zu durchkreuzen. 

„Nur Gott kann mich richten“ ist trotz seiner Brachialität ein eleganter Clash aus harter Milieustudie, intensivem Charakterdrama und spannendem Crimethriller, in dem Özgür Yildirim seine Darsteller brillieren lässt.

Asphaltgorillas

Nach vier „Bibi & Tina“-Filmen adaptiert Detlev Buck die Kurzgeschichte „Der Schlüssel“ des gefeierten Schriftstellers Ferdinand von Schirach und kreiert daraus einen irren Trip durch das Berliner Milieu. Weshalb ASPHALTGORILLAS trotz vielen Einflüssen von außen verdammt viel Spaß macht, dass verraten wir in unserer Kritik.

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2017 – Die Plätze 10 bis 1

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge werde ich mit den Top 10 meiner Lieblingsfilme 2017 nun endgültig mit dem vergangenen Jahr abschließen. Ein kurzes Abschlussfazit: Ich habe so viele Filme wie noch nie gesehen und habe mich erstmals auch ein wenig ausführlicher mit Produktionen auseinandergesetzt, die nicht regulär ins Kino gekommen sind. Dabei habe ich dann tatsächlich eine Handvoll Perlen entdeckt und ärgere mich etwas, dass ich Direct-to-DVD-Produktionen erst jetzt in meinen Jahrescharts berücksichtige. Unter allen Filmen, die ich gesehen habe, waren diesmal doch ein paar mehr Graupen dabei, als zuletzt. Wobei sich diese mitnichten bloß im Mainstreamkino ausmachen lassen. Es nervt mich, dass Big-Budget-Filme immer stärker von oben herab betrachtet werden, auch wenn sich manch ein Film nicht wundern braucht, wenn er das Image des Blockbusters nachhaltig schädigt. Trotzdem gibt es in absolut jedem Genre und jeder Produktionsgröße starke und schwache Filme. 2017 war für mich aber vor allem das Jahr des Horrorfilms. Als Genrefan freut mich das ganz besonders, genauso wie ich an dieser Stelle gern (mal wieder) eine Lanze für das deutsche Kino brechen möchte, das dieses Jahr wirklich stark aufgestellt war. Nun aber genug in der Vergangenheit geschwelgt – Zeit, für die letzten ehrenwerten Nennungen:

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Verlosung: Bibi & Tina – Tohuwabohu total

Hiernach ist endgültig Schluss. Und dem Liebhaber blutet bei dieser Erkenntnis ein wenig das Herz! Mit BIBI & TINA – TOHUWABOHU TOTAL geht ein einzigartiges Filmprojekt nach vier Teilen zu Ende – auf einem Höhepunkt! Zum Start am 22. September verlose ich in Kooperation mit Kiddinx dreimal DVD und zweimal die Blu-ray zum Film. Was Ihr tun müsst, um einen dieser Preise abzustauben, erfahrt Ihr weiter unten in diesem Posting.

Das Tohuwabohu ist perfekt: Bibi (Lina-Larissa Strahl) und Tina (Lisa-Marie Koroll) begegnen einem ruppigen Ausreißer (Lea van Acken), der sich als Mädchen entpuppt und von seiner Familie verfolgt wird. Das Familienoberhaupt ist weltfremd, engstirnig und stur, den kann man nicht überzeugen und selbst Bibi kommt mit Hexerei nicht weiter. Außerdem ist Schloss Falkenstein „under contruction“ und der Graf (Michael Maertens) völlig überfordert, während Alex (Louis Held) ein Musik-Festival auf Falkenstein plant und sich seinem Vater widersetzt. Und als wäre das nicht genug, wird Tina schließlich auch noch entführt. Bei all dem Chaos wird am Ende eines ganz klar: Wirkliche Veränderungen entstehen durch gemeinsame Aktionen und Anstrengungen, nicht durch Hexerei.

Wer nach „Bibi & Tina – Tohuwabohu total“ immer noch die Meinung vertritt, das ursprünglich mal als Familienfilmreihe angefangene Franchise sei doch nur etwas für kleine Mädchen, der glaubt auch, dass Donald Trumps Idee mit der Mauer eine gute ist. Bibi und Tina machen es vor: Die beiden weltoffenen Mädels bekommen mit diesem weltoffenen, komplexen und ungemein kreativen Film genau den Abschlussfilm, den sie verdienen.

Ihr wollt Euch „Bibi & Tina – Tohuwabohu total“ auf keinen Fall entgehen lassen? Dann müsst Ihr nichts weiter tun, als den zu dieser Verlosung gehörenden Facebook-Beitrag zu kommentieren, zu teilen oder zu liken. Da sich Wessels-Filmkritik.com immer über neue Follower freut, ist diese Verlosung ausschließlich für meine Facebook-Freunde und Twitter-Follower bestimmt. Einfach Fan werden – schon habt Ihr die Chance auf einen Gewinn! Nach Teilnahmeschluss am 1. Oktober 2017 um 23:59 Uhr wähle ich via Zufallsverfahren den Gewinner oder die Gewinnerin aus und schreibe ihn oder sie über eine Privatnachricht an. Checkt nach Ablauf der Verlosung bitte unbedingt Eure Postfächer, da der Gewinn nach einer Woche ohne Rückmeldung verfällt. Nach Abschluss werden selbstverständlich alle personenbezogenen Daten gelöscht und ihr habt bei der nächsten Verlosung wieder die Chance, zu gewinnen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück!

 

Mit freundlicher Unterstützung von  

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