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Das startet am 7. Februar 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 7. Februar, an dem sich zwei Animationsfilme gegenseitig die Besucher klauen und dadurch keiner von beiden als Überhit herausstellen dürfte. Die Rede ist von „The LEGO Movie 2“ und „Drachenzähmen leicht gemacht 3“ – ich sehe aufgrund der größeren Fanbase trotzdem die Drachen vorne. Unter den restlichen Start wird sich kaum einer positiv hervortun. Sherlock Holmes hat hierzulande genauso keine Fanbase wie Will Farrell und der Rest läuft unter „ferner liefen“. 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

THE LEGO MOVIE 2 | Regie: Mike Mitchell | USA/DK/NOR/AUS 2019

Im Kampf gegen die Invasoren vom Planeten Duplo und für die Harmonie im LEGO-Universum sind Emmet, Lucy, Batman und ihre Freunde gescheitert. In der einst so belebten Stadt steht kein Stein mehr auf dem anderen. Stattdessen müssen sich die Figuren mittlerweile in Apocalypstadt herumschlagen und tagtäglich um ihr Überleben kämpfen. Als auch hier plötzlich Invasoren auftauchen, begibt sich die Gruppe  in weit entfernte, unerforschte Welten wie die Galaxie, die voller fantastischer Planeten, seltsamer Charaktere und einprägsamer neuer Songs steckt. Dabei müssen die Helden ihren ganzen Mut, ihre Kreativität und ihre Fähigkeiten als Meisterbauer einsetzen, um erneut zu beweisen, was wirklich in ihnen steckt. Doch die Königin Wasimmersiewilli erweist sich als größte Gegnerin in der LEGO-Geschichte… 

„The LEGO Movie 2“ schöpft das Potenzial aus, das beim ersten Teil auf der Strecke blieb. Neben unermesslicher kreativer Vielfalt und einer erneut extrem hohen Gagdichte ist es diesmal vor allem die smarte Story, die dafür sorgt, dass hiermit bereits ein erster Anwärter auf den Titel „Bester Animationsfilm 2019“ gefunden ist.


DRACHENZÄHMEN LEICHT GEMACHT 3: DIE GEHEIME WELT | Regie: Dean DeBlois | USA 2019

Hicks ist nach dem Tod seines Vaters der neue Häuptling der Wikinger von Berk. Dabei immer an seiner Seite sind der Nachtschattendrache Ohnezahn und Hicks clever-burschikose Freundin, die Jungkriegerin Astrid. Mit viel Enthusiasmus befreit der Stamm zahlreiche Artgenossen Ohnezahns aus der Gefangenschaft gewissenloser Drachenjäger und nimmt sie bei sich auf. Es sind aber schon so viele, dass das Dorf langsam zu klein wird. Hicks Gegenspieler planen derweil ihn loszuwerden, indem sie den berüchtigten Drachentöter Grimmel auf ihn und Ohnezahn ansetzen. Nach einer ersten, um ein Haar fatalen Begegnung beschließt Hicks, dass die Wikinger Berk verlassen und mit ihren feuerspeienden Freunden in Richtung einer sagenumwobenen neuen Welt aufbrechen, in der sie alle in Frieden leben können. Doch Grimmel ist bereits einen Schritt weiter…

Die Schöpfer der immens populären Animations-Abenteuerreihe haben ihre Zuschauer immer respektiert und ernst genommen – egal in welchem Alter diese sind und waren. Bei keinem der drei Teile ist das evidenter, als bei diesem visuell überwältigenden – und in Bezug auf die Handlung – ebenso emotionalen wie absolut befriedigenden Finale.


THE PRODIGY | Regie: Nicholas McCarthy | HKG/USA 2019

Der jungen Mutter Sarah und ihrem Ehemann John fällt seit einiger Zeit das beunruhigende Verhalten ihres jungen, hochbegabten Sohnes Miles auf. Alles deutet darauf hin, dass eine böse, womöglich übernatürliche Kraft von ihm Besitz ergriffen hat. Er spricht plötzlich eine fremde Sprache und murmelt böse Sätze im Schlaf, die gegenüber seinen Eltern immer bedrohlicher werden. Sarah muss sich entscheiden zwischen ihrem Mutterinstinkt, Miles zu lieben und zu schützen und dem verzweifelten Verlangen herauszufinden, was – oder wer – dafür verantwortlich ist. Sie wird gezwungen, in der Vergangenheit nach Antworten zu suchen und muss schnell feststellen, dass die Grenzen zwischen Wahrnehmung und Realität immer mehr verwischen. Gibt es Heilung für den besessenen Miles, der von Tag zu Tag unberechenbarer wird? 

„The Prodigy“ ist ein solider Gruselfilm über ein besessenes Kind, das von „Es“-Georgie Jackson Robert Scott glaubwürdig angsteinflößend verkörpert wird. Auch wenn die Story nur wenig Überraschungen bietet, hat man den positiven Eindruck, die Macher wollten vor allem eine spannende Horrorgeschichte erzählen und nicht einfach nur plump schockieren. Genau das ist ihnen gelungen.


STILLER KAMERAD | Regie: Leonard Hollmann | DE 2017

Jedes Jahr leistet die Bundeswehr im Auftrag des Deutschen Parlaments Einsätze in Krisengebieten. Jeder dieser Einsätze lässt verwundete Soldaten heimkehren. Ihre Wunden müssen nicht immer offen sichtbar sein, häufig zeigen sie sich erst viele Jahre nach dem Einsatz als eine Störung ihres seelischen Gleichgewichtes. Eine dieser Störungen ist die sogenannte „Posttraumatische Belastungsstörung“, kurz PTBS. Die Menschen leiden unter Alpträumen und dem Wiedererleben ihrer Einsätze, getriggert durch Umwelteinflüsse. Die Therapien der Bundeswehrkrankenhäuser können dabei nicht jedem helfen. Dort, wo die Schulmedizin an ihre Grenzen kommt, setzt Frau Claudia Swierczek mit ihren Pferden an. In jahrelanger Arbeit hat sie eine Therapiemethode entwickelt, die besondere Fähigkeiten von Pferden nutzt, um auch sogenannten austherapierten Patienten zu helfen. 

„Stiller Kamerad“ ist eine auch für Laien absolut nachvollziehbare Dokumentation darüber, wie Pferde traumatisierten Menschen zurück ins Leben helfen können. Das ist ergreifend und aufklärend. Schade, dass man ihr das niedrige Budget ansieht- die Macher hätten mehr verdient gehabt!


HOLMES & WATSON | Regie: Etan Cohen | USA 2018

1881 in London: Durch Zufall lernt Sherlock Holmes (Will Ferrell) den depressiven Afghanistankriegsveteranen Dr. John Watson (John C. Reilly) kennen, der sich eiligst mit ihm anfreundet. Einige Jahre später ist Sherlock Holmes im ganzen Land als genialer Meisterdetektiv bekannt, während Dr. Watson als sein treuer Begleiter dient und die gemeinsamen Abenteuer schriftlich festhält. Ihr neustes Erlebnis: Holmes wird als Zeuge bei der Gerichtsverhandlung gegen seine Nemesis Professor James Moriarty erwartet. Doch Holmes glaubt, einer perfide und meisterlich eingefädelten Verschwörung auf die Schliche gekommen zu sein. Können Watson, Haushältern Rose Hudson sowie die Amerikanerinnen Dr. Grace Hart und Millie das Chaos überstehen, das unvermeidlich ist, sobald der brillante Meisterdetektiv ohne jegliche Rücksicht auf Andere seinen Theorien nachgeht ..?

Machen wir uns nichts vor: „Holmes & Watson“ ist eine Komödie voller Rohrkrepierer und ziemlich unausgegoren – ein paar Lacher hat dieser Film aber zu bieten, nicht zuletzt dank Alan Menken, Glenn Slater und Rebecca Hall. „Schwach, aber besser als die grauenvollen US-Kritiken mutmaßen lassen“ ist ein ungeheuerlich schwaches Kompliment, aber diese Version von Sherlock Holmes und Dr. Watson braucht jedes Lob, das sie kriegen kann.


GLÜCK IST WAS FÜR WEICHEIER | Regie:  Anca Miruna Lazarescu | DE 2018

Stefan Gabriel ist Bademeister, engagierter Vater und stets darum bemüht, das Leben positiv zu sehen. Während er versucht, etwas an die Gesellschaft zurückzugeben und sich als Sterbebegleiter engagiert, kämpfen seine beiden Töchter, die zwölfjährige Jessica und ihre ältere Schwester Sabrina mit ihren ganz eigenen Problemen. Jessica wird oft für einen Jungen gehalten und muss ständig gegen ihre vielen seltsamen Ticks ankämpfen. Sabrina ist schwer krank. Jessica  würde gerne mit ihrer hübschen Schwester tauschen, die trotz Krankheit ihr Leben scheinbar voll im Griff hat. Je mehr sich Sabrinas gesundheitlicher Zustand verschlechtert, desto schlimmer werden auch Jessicas Ticks. Ein Plan muss her und zwar schnell. In einem alten Buch stoßen die beiden auf ein spezielles Ritual, das die Rettung bringen soll. Dafür müssen Sabrina und Jessica allerdings einen Jungen finden, der mit Sabrina schläft. 

Anca Miruna Lazarescus Tragikomödie „Glück ist was für Weicheier“ besitzt per se das Potenzial für einen unkonventionellen Film über Leben und Tod, ist in der uns gezeigten Fassung allerdings nahezu un(durch-)schaubar und dadurch regelrecht unerträglich. Vor allem ein Subplot rund um einen mehr als unangenehmen Therapeuten irritiert gewaltig.


FRÜHES VERSPRECHEN | Regie: Eric Barbier | FR/BEL 2017

Ein Wunderkind sollte er werden und die Welt ihm zu Füßen liegen. „Frühes Versprechen“ enthüllt das fabelhaft bunte Leben des berühmten, französischen Schriftstellers, Regisseurs und Diplomaten Romain Gary (Pierre Niney). Von seiner schweren Kindheit in Polen über seine Jugend unter der Sonne von Nizza bis hin zu den Heldentaten seiner Flüge in Afrika während des Zweiten Weltkriegs und seiner Ehe mit der berühmten Schauspielerin Jean Seberg…

Romain Gary lebte ein außergewöhnliches Leben. Ein Leben, dessen Wirklichkeit das mütterliche Wunschdenken noch übertrifft. Denn es ist die unerschütterliche Zuneigung seiner liebenswerten wie exzentrischen Mutter Nina, die ihn stets voranschreiten lässt und zu einem der größten Romanciers des 20. Jahrhunderts macht, zu dem Mann der als einziger zweimal den französischen Literaturpreis Prix Goncourt erhielt.


Heimkinotipp: ASPHALTGORILLAS | Regie: Detlev Buck | DE 2018

Atris und Franky haben sich schon als Kinder mit allerhand krummen Dingern durchs Leben geschlagen. Die beiden sind immer noch Freunde, haben sich durch ihre verschiedenen Lebenswege allerdings aus den Augen verloren. Also Franky eines Tages im fetten Lamborghini vor Atris‘ Tür auftaucht, könnte den beiden viel Geld winken. Franky will einen Falschgelddeal durchziehen und braucht dafür die Hilfe seines alten Kumpels. Der ist allerdings nicht nur gerade schwer in die Teilzeitgaunerin Bettina verknallt, sondern hat obendrein kaum Erfahrung mit größeren Deals. Noch dazu sitzt ihm sein Boss El Keitar im Nacken, bei dem Atris hohe Schulden hat. Als der Deal über die Bühne geht, überschlagen sich plötzlich die Ereignisse und nicht nur die Freundschaft der beiden Männer steht auf dem Spiel, sondern auch das Leben aller Beteiligter…

Detlev Buck bedient sich für seine Interpretation von Ferdinand von Schirachs „Der Schlüssel“ zwar an diversen Motiven des aktuellen Filmgeschehens, doch gleichzeitig verpasst er ihnen immer auch seine eigene Note und macht daraus eine hochunterhaltsame Milieustudie, irgendwo zwischen „John Wick“, „The Wolf of Wall Street“ und „Nur Gott kann mich richten“.

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