Tag Archives: Action

Das Startet am 21. Juli 2016

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 21. Juli, an dem im Vergleich zur letzten Woche nur wenig los ist. Alle Blicke richten sich auf den neuesten Teil der „Star Trek“-Saga. Angesichts des späten Pressetermins sowie der austauschbaren Trailer ist es wirklich schwer zu glauben, dass sich dahinter ein Meisterwerk verbirgt. Dasselbe gilt überraschenderweise auch für den neuen Film von Steven Spielberg: „BFG – Big Friendly Giant“ ist das schwächste Werk des Altmeisters und muss sich in dieser Woche von der französischen Tragikomödie „Frühstück bei Monsieur Henri“ in die Schranken weisen lassen – eine rührende, angenehm ehrliche Geschichte darüber, dass man einander nicht verbiegen muss, um zueinander zu finden. 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

FRÜHSTÜCK BEI MONSIEUR HENRI | Regie: Ivan Calbérec | FR 2015

Frühstück bei Monsieur Henri

Monsieur Henri ist ein mürrischer alter Herr und stolz darauf. Er lebt allein mit einer Schildkröte in einer viel zu großen Pariser Altbauwohnung und ärgert sich – über die Ehefrau seines Sohnes, die jungen Leute von heute oder was sonst so anfällt. Doch weil Henris Gesundheit letzthin etwas nachgelassen hat, beschließt sein Sohn Paul, dass es Zeit wird für eine Mitbewohnerin. Mit der chronisch abgebrannten Studentin Constance kommt ihm eine junge Dame ins Haus, die all das hat, was Henri auf den Tod nicht leiden kann, die seine Pantoffeln klaut und unerlaubt das Klavier benutzt. Weil sich Constance die Miete eigentlich nicht leisten kann, bietet Henri ihr ein skurriles Geschäft an: Wenn sie es schafft, seinem Sohn Paul so lange schöne Augen zu machen, bis der seine Ehefrau verlässt, ist die Miete umsonst. Mehr übel als wohl willigt Constance ein…
4 von 5

„Frühstück bei Monsieur Henri“ ist nicht so lustig, wie es die Prämisse verspricht, geht aber vor allem deshalb zu Herzen, weil Regisseur Ivan Calbérec auf allzu seichte Handlungsentwicklungen verzichtet und er seinen Figuren Schwächen zugesteht, für die in anderen Filmen kein Platz ist.


STAR TREK BEYOND  |  Regie: Justin Lin  |  USA 2016

Star Trek Beyond

Gen Ende einer fünfjährigen Forschungsmission gerät die Enterprise in einen gnadenlosen Hinterhalt. Unter Dauerbeschuss kann die Crew um Captain Kirk (Chris Pine) nur in letzter Sekunde auf fremdem Terrain notlanden. Doch statt in Sicherheit befindet sie sich plötzlich zwischen den Fronten eines scheinbar ausweglosen Konflikts. Getrennt voneinander und ohne Kontakt zur Außenwelt ziehen Kirk und sein Team in den Kampf gegen einen mysteriösen und übermächtigen Feind. Worauf dieser es abgesehen hat, findet die Raumschiff-Besatzung nur langsam heraus. Doch als Kirk und Co. endlich wissen, womit – vor allem aber mit wem sie es hier zu tun haben, scheint es schon zu spät und einen Ausweg aus dieser Misere scheint es nicht zu geben. Wie gut, dass das Team bestens auf einander eingespielt ist, denn nur so kann es ihm gelingen, sich selbst und einmal mehr das Universum zu retten. 3 von 5

„Star Trek Beyond“ liefert genau das, was Justin Lin mit seiner Regiearbeit riskiert: wenig. Der Blockbuster punktet mit einer Grundsympathie der Figuren und einer spektakulären Optik. Inhaltlich sind Konflikte und Dramaturgie hingegen so austauschbar, dass ein während der Vorstellung stattfindender Gang auf die Örtlichkeiten nicht für das Gefühl sorgt, irgendetwas Relevantes verpasst zu haben.


BFG – BIG FRIENDLY GIANT | Regie: Steven Spielberg | USA 2016

BFG - Big Friendly Giant

Das junge Londoner Waisenmädchen Sophie (Ruby Barnhill) lernt eines Tages einen geheimnisvollen Riesen (Mark Rylance) kennen, als dieser sie zur Geisterstunde aus ihrem Bett entführt. Aus anfänglicher Angst und Skepsis erwächst schon bald eine enge Freundschaft zwischen den beiden Außenseitern. Doch das Idyll des Riesen, den Sophie BFG tauft, ist keines. Er lebt mit einer Horde menschenfressender Wüstlinge zusammen, zu denen der freundliche Gigant nicht so recht passen will. Gemeinsam mit Sophie könnte es ihm jedoch gelingen, endlich in Frieden zu leben und die Welt wieder mit Träumen zu versorgen. Fortan gehen er und Sophie durch dick und dünn, erleben Seite an Seite aufregende Abenteuer, tauchen ein in fabelhafte Welten und finden am Ende ihrer fantastischen Reise schließlich zu sich selbst. 2 von 5

„BFG – Big Friendly Giant“ ist in seiner visuellen Verspieltheit verzaubernd und beeindruckend zugleich. Inhaltlich missfallen hingegen die anstrengende Fantasiesprache, die oberflächliche Figurenzeichnung sowie die kuriose Dramaturgie, durch die sich „BFG“ in zwei vollkommen unabhängig voneinander existierende Teile aufteilen lässt.


THE GIRL KING |  Regie: Mika Kaurismäki |  FIN/DE/CAN/SWE/FR 2015

The Girl King

Herbst 1632. Inmitten des Dreißigjährigen Kriegs kämpfen Protestanten gegen Katholiken, Schwedens König Gustav II. Adolf fällt auf der Seite der Protestanten. Nach seinem Tod wird seine Tochter Kristina Wasa zur nominellen Regentin von Schweden, obwohl sie erst sechs Jahre alt ist. Sie wird wie ein Junge erzogen, so bekommt sie mehr Bildung mit auf den Weg, als es für Frauen im 17. Jahrhundert üblich war. Sie liebt die Jagd, die Kunst und die Wissenschaften. Mit achtzehn weigert sie sich zu heiraten und verfällt stattdessen sexuell wie emotional ihrer schönen Kammerzofe Ebba Sparre. Nicht genug mit diesem Skandal konfrontiert sie den konservativen Königshof weiterhin mit der modernen Welt: Nach ihrer Krönung will sie vor allem den immer noch andauernden Krieg beenden und Schweden zu einem kultivierten Land machen.


CENSORED VOICES | Regie: Mor Loushy | ISR/DE 2015
Censored Voices

1967. Der Sechstagekrieg endet mit einem triumphalen Sieg für Israel. Das kleine Land vergrößert sich um das Dreifache. Jerusalem, Gaza und West Bank sind ab nun in israelischer Hand. Die Nation wird beherrscht von lautem Jubel, rauschenden Siegesfeiern, herrschaftlichen Paraden und taumelnder Freude. Nach einem solchen Sieg werden es die Araber nie wieder wagen, Israel anzugreifen! Aber hinter der Euphorie verbergen sich andere Stimmen. Die Stimmen der Soldaten. Die jungen Krieger kehrten zurück in ihre Häuser. Verwirrt, traumatisiert, voller Angst- und Schuldgefühlen. Der 6-Tage-Krieg endet mit einem Triumph für Israel: Jerusalem, Gaza und West Bank sind ab nun in israelischer Hand. Nur einen Monat danach interviewte der Schriftsteller Amos Oz die beteiligten Soldaten, die berichteten, was wirklich geschah.


MA FOLIE  |  Regie: Andrina Mračnikar | AT/FR 2015

Ma Folie

Hanna liebt Yann und die Lettres filmées. Poetisch-essayistische, mit dem iPhone aufgenommene Kurzfilme, die er ihr schickt. Yann liebt Hanna, aber er vertraut ihr nicht. Er verlässt sie, doch lässt er sie nicht mehr allein. Seine Lettres filmées werden plötzlich zur Bedrohung und Hanna weiß nicht, wem sie noch vertrauen kann. „Ma Folie“ beginnt als romantische Lovestory, als leidenschaftliche Amour Fou, entwickelt sich aber nach und nach zu einem vielschichtigen Psychothriller, bei dem die Grenzen zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung, Vertrauen und Misstrauen, Realität und Illusion, Wahrheit und Lüge verschwimmen. Das Spielfilmdebüt der Michael-Haneke-Schülerin Andrina Mračnikar besticht durch das intensive Spiel von Alice Dwyer und Sabin Tambrea als junge Liebende, die sich gegenseitig in den Wahnsinn treiben.


Heimkinotipp: TRUMBO | Regie: Jay Roach | USA 2015

Trumbo

In den Vierzigerjahren läuft es grandios für Dalton Trumbo: Er ist einer der bestbezahlten Drehbuchautoren Hollywoods. Seine Bücher werden in den Händen der Hollywood-Studios zu großen Blockbustern. Es ist keine Frage, dass er einen Oscar® bekommen wird, die Frage ist nur: wann? Doch mit dem Kalten Krieg und dem Aufstieg des Kommunistenhassers Senator McCarthy endet Trumbos Triumphzug. Die Kolumnistin Hedda Hopper macht Stimmung gegen die hoch bezahlten Verräter Hollywoods, und die Filmstars John Wayne und Ronald Reagan helfen bei der Hexenjagd. Als sich Trumbo weigert, vor dem berüchtigten Komitee für unamerikanische Umtriebe auszusagen, landet er auf der schwarzen Liste und verliert seinen Studiovertrag mit MGM. Doch Trumbo wäre nicht Trumbo, würde er sich unterkriegen lassen. 4 von 5

Die Oscar-nominierte Tragikomödie „Trumbo“ reißt viele Themen an und verzettelt sich dabei nur minimal. Bryan Cranston glänzt als kauziger Schriftsteller und Helen Mirren liebt ihre Rolle der gehässigen Journalistin. Trotz Längen im Mittelteil empfiehlt sich dieser Film all jenen, die sich auch mit der gehässigen Seite Hollywoods einmal auseinandersetzen wollen.

Das startet am 14. Juli 2016

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 14. Juli, an dem wohl am ehesten noch „Independence Day“ eine Zukunft als Kassenschlager zuzutrauen ist, auch wenn der neue Film von Roland Emmerich in den USA bereits halbwegs gescheitert ist. Besonders spannend wird es sein, zu sehen, wie „Toni Erdmann“ nach großer PR-Party (die bei einem solchen Film tatsächlich mehr als beachtlich war und auch für kleinere Filme zukünftig gefeiert werden sollte) abschneidet. Auch das Doku-Experiment „Deutschland. Dein Selbstporträt“ ist schwierig, einzuschätzen. „Deutschland. Ein Sommermärchen“ lief hervorragend, doch diesmal geht es ja nun mal nicht um Fußball. Ansonsten ist mit einem neuen Teil der „StreetDance“-Reihe, „Mullewapp“ für die ganz Kleinen und der feinsinnigen Tragikomödie „Mit besten Absichten“ für jeden Filmgeschmack etwas dabei.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

MIT BESTEN ABSICHTEN | Regie: Lorene Scafaria | USA 2015

Mit besten Absichten

Nach dem Tod ihres geliebten Ehemanns ist Marnie Minervini kürzlich von New Jersey nach Los Angeles umgezogen, um wieder näher bei ihrer Tochter Lori – einer erfolgreichen, aber immer noch allein lebenden Drehbuchautorin – zu wohnen und sie mit mütterlicher Liebe zu überschütten. Ausgestattet mit einem beachtlichen Bankguthaben, das ihr von ihrem Mann hinterlassen wurde, hat Marnie es sich in einem tollen Apartment gemütlich gemacht, das neue iPhone immer griffbereit. Doch die Unmengen an SMS, Überraschungsbesuchen und Gesprächen voller ungebetener Ratschläge zwingen Lori bald dazu, klare Grenzen zwischen ihrer Mutter und ihrem Privatleben zu ziehen. Und auch Marnie findet Mittel und Wege, ihren unendlichen Optimismus und ihre energische Großzügigkeit in neue Bahnen zu lenken. 4 von 5

Ein rührender Film über Mütter und Töchter – ohne Klischees zu bedienen, legt uns Regisseurin Lorene Scafaria in „Mit besten Absichten“ nahe, dass man geliebte Menschen nicht erdrücken, aber auch nicht gänzlich von sich weisen muss, um eine lange, erfüllte Beziehung zu genießen.


INDEPENDENCE DAY: WIEDERKEHR | Regie: Roland Emmerich | USA 2016

Independence Day: Wiederkehr

Wir wussten immer, dass sie zurückkehren werden! Das nächste, zerstörerische Kapitel der Menschheit steht bevor, als eine globale Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes über die Welt hereinbricht. Mit Hilfe von Alien-Technologie haben die Nationen der Welt gemeinsam ein gigantisches Abwehrprogramm entwickelt, um die Erde zu schützen.  Aber nichts kann uns vor der hochentwickelten und nie dagewesenen Stärke der Aliens bewahren, die auf einen Schlag all ihre schlimmsten Befürchtungen um ein Vielfaches übertrifft. Lediglich durch den Einfallsreichtum einiger mutiger Männern und Frauen kann unsere Welt vor der Zerstörung gerettet werden. Doch die unheimlichen Alienwesen sind immer für eine (böse) Überraschung gut. 3 von 5

Back to the 90s! „Independence Day: Wiederkehr“ ist ein klassischer Vertreter sinnentleerten Blockbusterspektakels, das technisch überzeugt und inhaltlich Business as usual abliefert. Besser als erwartet, schwächer als gehofft.


TONI ERDMANN  |  Regie: Maren Ade  |  DE 2016

Toni Erdmann

Winfried ist 65, Hundeliebhaber, Musiklehrer und besitzt einen ausgeprägten Hang zum Scherzen. Seine Tochter Ines ist eine Karrierefrau, die um die Welt reist, um Firmen zu optimieren. Vater und Tochter könnten unterschiedlicher nicht sein: Er, der gefühlvolle, sozialromantische Alt-68er. Sie, die rationale Unternehmensberaterin, die bei einem großen Outsourcing-Projekt in Rumänien versucht aufzusteigen, und sich in einer Männerdomäne zu behaupten. Da Winfried zu Hause nicht viel von seiner Tochter sieht, beschließt er, sie nach dem Tod seines Hundes spontan zu besuchen. Statt sich anzukündigen, überrascht er sie mit Scherzgebiss und Sonnenbrille in der Lobby ihrer Firma. Ines bemüht sich, gute Miene zum bösen Spiel zu machen und schleppt ihren Vater in seinen alten Jeans mit zu Businessempfängen und Massageterminen. 3 von 5

Grandiose Darstellerleistungen und eine minimalistische Inszenierung überzeugen. Auch Ades Beobachtung der Anzugträgergesellschaft eignet sich als Grundlage für eine Büro-Satire. Ansonsten ist „Toni Erdmann“ aber ein über weite Strecken absolut standardisiertes Werk über zwei Seelen, die über Umwege zueinander finden.


STREETDANCE: NEW YORK |  Regie: Michael Damian |  USA/ROU 2016

Streetdance: New York

Ruby ist eine Balletttänzerin, die an der renommiertesten Musikschule New Yorks studiert. Sie ist talentiert und voller Hingabe, lediglich der moderne Tanz liegt ihr nicht sehr. Als sie den britischen Violinisten Johnnie zufällig kennenlernt, ahnt sie noch nicht, wie er ihr Leben verändern wird. Johnnie, der mit seinen StreetDancer-Freunden zusammenwohnt und mit improvisierten Konzerten seinen Lebensunterhalt verdient, eröffnet Ruby eine völlig neue, faszinierende und spannende Seite der Musik.  Doch als Johnnie eines Tages von den New Yorker Behörden aufgegriffen wird und keine Green Card vorweisen kann, droht sein Traum von einem Leben im angesagten Manhattan zu zerplatzen. Es gibt nur einen Ausweg: Der Gewinner eines Tanzwettbewerbes an Rubys Schule erhält ein Studentenvisum für die USA sowie ein Stipendium.  3 von 5

„Streetdance: New York“ wird nicht dazu beitragen, dass sich sämtliche Klischees über Tanzfilm-Romanzen in Luft auflösen. Doch der Film ist nicht nur technisch astrein inszeniert, auch die selbstironische Ader und – natürlich – einmal mehr atemberaubende Tanzsequenzen sorgen für amüsante, kurzweilige Unterhaltung.


DEUTSCHLAND. DEIN SELBSTPORTRÄT | Regie: Sönke Wortmann | DE 2016
Deutschland. Dein Selbstportät

Am 20. Juni 2015 startete in Deutschland ein einmaliges Filmexperiment: Alle Menschen im Land waren eingeladen, an diesem einen Tag ein riesiges Filmteam zu bilden und gemeinsam ein Selbstporträt des Landes zu erstellen: Mit Videokamera, Tablet oder Smartphone, alles war erlaubt. Aus den vielen Tausend eingereichten Filmen realisierte Sönke Wortmann als künstlerischer Leiter einen Kinofilm. In mal kurzen, mal längeren Momentaufnahmen – und durchaus subjektiv – zeichnet „Deutschland. Dein Selbstportrait“ ein Bild des Landes: mal lustig, mal emotional, manchmal tieftraurig und nachdenklich, im nächsten Moment wieder atemberaubend und überraschend. Und wir erhalten einen Einblick, was die Menschen im Großen wie im Kleinen bewegt, von denen man sonst nichts in der Zeitung liest. 3 von 5

„Deutschland. Dein Selbstporträt“ beeindruckt aufgrund seiner aufwändigen Realisierung und fühlt sich dank des einzigartigen Konzepts durchgehend echt an. Der Unterhaltungswert ist für den Zuschauer allerdings stark von der Qualität der einzelnen Filmchen abhängig – sowohl inhaltlich, als auch visuell.


MULLEWAPP – EINE SCHÖNE SCHWEINEREI  |  Regie: Theresa Strozyk  | DE 2016

Mullewapp - Eine schöne Schweinerei

Einen Tag vor Waldemars großer Geburtstagsparty steigt die Aufregung in Mullewapp. Waldemar kann sich kaum zurückhalten, die schokoladig-sahnige Erdbeertorte, die es zur Feier geben soll, schon jetzt zu vernaschen Aber dann taucht unerwarteter Besuch auf dem beschaulichen Bauernhof auf. Das rüde Wildschwein Horst von Borst und seine Bande haben ein Auge auf die Geburtstags-Leckereien geworfen und nehmen die Mullewapp-Bewohner in Beschlag. Die drei Freunde Waldemar, Franz von Hahn und Johnny Mauser ahnen sofort: Hier stimmt was nicht! Doch sie werden vom windigen Wildschwein-Chef Horst reingelegt und mit einem Trick schickt er sie dabei ungewollt auf eine ganz besonders abenteuerliche Fahrrad-Tour. Wie können sie ihr geliebtes Zuhause jetzt bloß von den Eindringlingen befreien? 3 von 5

„Mullewapp – Eine schöne Schweinerei“ ist (Klein-)kindgerechte Kinounterhaltung mit süßen Figuren und einer einfach zu folgenden Geschichte. Optik und Länger dürften auch die Kleinsten nicht überfordern. Für die Erwachsenen gibt’s außerdem einen fantastischen Kurzauftritt von Christian Ulmen zu hören.


UNTERWEGS MIT JACQUELINE  |  Regie: Mohamed Hamidi | FR/SA 2015

Unterwegs mit Jacqueline

Die schöne Kuh Jacqueline ist Fatahs (Jamel Debbouze) ganzer Stolz. Der größte Traum des algerischen Bauers ist es, sie eines Tages auf der Landwirtschaftsmesse in Paris zu präsentieren. Als er tatsächlich eine offizielle Einladung aus Frankreich bekommt, gibt es für ihn kein Halten mehr. Mit der Unterstützung der gesamten Dorfgemeinschaft treten Fatah und seine Kuh eine abenteuerliche Reise an: zuerst mit dem Boot übers Mittelmeer nach Marseille und von dort zu Fuß einmal quer durch Frankreich. Im Laufe dieser Odyssee, die viele Überraschungen und unerwartete Wendungen bereithält, trifft Fatah viele ungewöhnliche Menschen, die ihm dabei helfen, seinen Traum wahr werden zu lassen. Und dann ist er endlich da: auf der Landwirtschaftsmesse. Ob Jacqueline auch dort alle Blick auf sich ziehen wird? 3 von 5

„Unterwegs mit Jacqueline“ ist ein unaufgeregtes Roadmovie über einen Mann, der aller Widerstände zum Trotz seinen Traum verwirklichen will. Das ist bisweilen charmant und besitzt aufgrund der stimmigen Besetzung ein gewisses Grundamusement. Handlungsverlauf und Message sind allerdings zu standardisiert, um wirklich für Aufsehen zu sorgen.


ATOMIC FALAFEL  |  Regie: Dror Shaul | DE/NZL/ISR 2015

Atomic Falafel

Mit ihrem Falafel-Truck mitten in der Wüste Israels sorgen Mimi und ihre 15-jährige Tochter Nofar dafür, dass die israelischen Truppen nach ihren Manövern etwas was im Bauch haben. Die Soldaten lieben die Bällchen mit extrascharfer Sauce. Was Mutter und Tochter nicht ahnen: Sie sitzen buchstäblich auf dem Pulverfass, denn nur ein paar Meter unter ihnen befindet sich eine geheime Kommandozentrale der israelischen Armee. Dort haben sich hochgradige Militärs versammelt, die einem drohenden Atomangriff zuvorkommen wollen. Ausgerechnet da hat die Internationale Atomenergie-Kommission einen Kontrollbesuch angekündigt. Als sich Mimi in den deutschen Atominspektor Oli verliebt, bringt sie das Militär und den Geheimdienst gegen sich auf, denn je länger Oli im Land bleibt, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass er das Plutonium entdeckt.


MEINE BRÜDER UND SCHWESTERN IM NORDEN  |  Regie: Sung-Hyung Cho | DE 2016

Meine Brüder und Schwestern im Norden

Wer weiß wirklich etwas über Nordkorea? Was wir von diesem Land zu sehen bekommen, ist immer das gleiche: Militär-Paraden mit Panzern und Raketen, Soldaten, die wie Roboter marschieren, Kriegsdrohungen, Hungersnöte, abgemagerte Kinder und nicht zuletzt die drei Generationen von scheinbar wahnsinnigen Diktatoren und die ihnen hysterisch huldigende Gefolgschaft. Sung-Hyung Cho geht diesen Fragen nach, mitten drin – in Nordkorea: „Meine Brüder und Schwestern im Norden“ porträtiert die Menschen hinter den hartnäckigen Klischees und Stereotypen eine unverstandenen Landes und gibt Einblicke hinter die protzige Propagandafassade einer uns verschlossenen Lebenswelt. Die Menschen, denen er auf der Reise begegnet sind keine Zufallsbekanntschaften, sondern wurden vom Regime ausgesucht.


Heimkinotipp: ZOOMANIA | Regie: Byron Howard, Rich Moore, Jared Bush | USA 2016

Zoomania

Zoomania ist eine Metropole wie keine andere, eine Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten und Schmelztiegel der unterschiedlichsten Tierarten aus aller Welt. In Zoomania scheint für jeden alles möglich. Doch als Polizistin Judy Hopps – jung, ehrgeizig, Häsin – nach Zoomania versetzt wird, stellt sie schnell fest, dass es gar nicht so einfach ist, sich als einziges Nagetier in einer Truppe aus knallharten und vor allem großen Tieren durchzubeißen. Eben noch dazu verdonnert, Knöllchen zu schreiben, erhält die aufgeweckte Hasendame vom Polizeichef ihren ersten großen Auftrag: Sie soll eine zwielichtige Verschwörung aufdecken, die ganz Zoomania in Atem hält. Ihr erster richtiger Fall erweist sich bald als eine Nummer größer als gedacht.3 von 5

„Zoomania“ kommt wie zu erwarten auf dem höchsten, technischen Niveau daher, das man sich im Animationsfilmsegment derzeit vorstellen kann, doch die Geschichte besitzt zu wenig eigene Akzente, um auch zwischen vereinzelt herausstechenden Gagszenarien zu bestehen. So ist der Film solide – aber für Disney ist solide eben noch lange nicht gut.

Independence Day: Wiederkehr

Zwanzig Jahre hat es gedauert. Nun wird die Erde in INDEPENDENCE DAY: WIEDERKEHR ein weiteres Mal von außerirdischen Übermächten angegriffen und setzt sich mit allen möglichen Mitteln zur Wehr. Waren zwei Jahrzehnte Wartezeit zwischen Auftakt und Fortsetzung zu viel, oder tut uns ein wenig nostalgische Action in den Kinos ganz gut? Die Antwort auf diese Frage, lest Ihr in meiner Kritik.Independence Day: Wiederkehr

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Das startet am 23. Juni 2016

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 23. Juni, an dem Qualität vor Quantität rangiert. Unter den großen Starts sorgen „Ein ganzes halbes Jahr“ und „Bastille Day“ für die wohl meiste Aufmerksamkeit und beide Filme legen ordentlich vor, indem sie Bekanntes fein variieren, oder sich gar gekonnt an einer ernsten Message versuchen, die sie ansprechend für die Zielgruppe aufbereiten können. Am meisten gefällt allerdings der neueste Streich von Nicolas Winding Refn – „The Neon Demon“ ist ein Film, den man 2016 unbedingt gesehen haben muss, um mitreden zu können.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

THE NEON DEMON | Regie: Nicolas Winding Refn | FR/USA/DK 2016

The Neon Demon

Los Angeles. Es ist die Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten, eine Glamourwelt und Schauplatz zahlloser Träume, aber auch ihrer Abgründe. Als das junge aufstrebende Model Jesse (Elle Fanning) nach hierher kommt, um ihrer Karriere endlich den notwendigen Anstoß zu verpassen, kann sie nicht ahnen, dass ihre Jugend und Lebendigkeit schon bald den Neid einer Gruppe schönheitsfanatischer Frauen auf sich ziehen wird. Sie alle leben die Schönheit. Doch wer zu alt ist, ist schon bald nicht mehr gefragt. Als unverbrauchte Schönheit wird Jesse schon bald der neue Star am Modehimmel, erhält die lukrativsten Jobs, wickelt Fotografen um den Finger und baut sich so nach und nach eine immer größer werdende Gruppe von Feindinnen auf. Und die scheuen keinerlei Mittel, um das zu bekommen, was Jesse hat…
4 von 5

Nicolas Winding Refn erfindet den Begriff „Schönheit“ neu und liefert mit „The Neon Demon“ eine gnadenlose unterhaltsame, für Gelegenheitskinogänger jedoch nicht zwingend zugängliche Satire auf das Leben der Reichen und vor allem Schönen ab, deren diabolisches Grinsen noch lange nach dem Verlassen des Kinosaals nachwirkt. Einer der besten Filme des Jahres!


EIN GANZES HALBES JAHR | Regie: Thea Sharrock | USA 2016

Ein ganzes halbes Jahr

Louisa „Lou“ Clark (Emilia Clarke) wohnt auf dem Lande in einem malerischen englischen Städtchen. Ohne sich je ein konkretes Lebensziel vorzunehmen, hangelt sich die spleenige, kreative 26-Jährige von einem Job zum nächsten, um ihre unverdrossen fest zusammenhaltende Familie über die Runden zu bringen. Ihr sprichwörtlicher Optimismus wird jedoch mit ihrem neuesten Broterwerb erstmals auf eine harte Probe gestellt: Im „Schloss“ des kleinen Ortes wird sie die Pflegerin des wohlhabenden jungen Bankers Will Traynor (Sam Claflin), der seit einem Unfall vor zwei Jahren an den Rollstuhl gefesselt ist – von einem Augenblick zum anderen hat sich sein Leben dramatisch verändert. Seine große Abenteuerlust gehört der Vergangenheit an. Übrig bleibt ein Zyniker, der seine jetzige Existenz als sinnlos empfindet. Doch Lou nimmt sich vor, Will zu beweisen, dass das Leben sich weiterhin lohnt… 4 von 5

„Ein ganzes halbes Jahr“ ist eine moderne Liebesgeschichte, die sich sowohl für Selbstbestimmung, als auch für die Überwindung naturgegebener Hindernisse ausspricht. Inszenatorisch ist Thea Sharrock dabei wenig mutig. Doch ihre tollen Hauptdarsteller und der überraschend hohe Anteil an Humor lassen darüber ohne viel Aufwand hinwegsehen.


BASTILLE DAY  |  Regie: James Watkins  |  UK/FR/USA 2016

Bastille Day

Der US-Amerikaner Michael Mason (Richard Madden), der mithilfe gerissener Taschendiebstähle seinen Lebensunterhalt bestreitet, gerät nach einem Anschlag in Paris ins Visier der Geheimdienste. Das Problem: Er ist unschuldig, obwohl alle Zeichen gegen ihn sprechen. Der CIA-Agent Sean Briar (Idris Elba) wird auf ihn angesetzt, um ihn in die USA zu überführen. Aber Mason ist nicht nur unschuldig, er ist auch der Einzige, der die Spur zu den Attentätern zurückverfolgen kann. Gemeinsam decken Briar und Mason eine Verschwörung auf, deren Netz bis in die obersten Reihen des französischen Staatsapparates reicht. Und sie haben nur 24 Stunden, um den nächsten Anschlag zu verhindern. Ein nervenaufreibender Wettlauf gegen die Zeit beginnt, bei dem es um mehr geht, als das eigene Überleben… 4 von 5

„Bastille Day“ ist ein feiner Actionthriller, dessen leider ohne Innovation auskommende Story durch eine zielstrebige Geradlinigkeit besticht. Idris Elba unterstreicht seinen Status als Bond-Anwärter und auch technisch pendelt sich die erst dritte Regiearbeit von James Watkins schon nach wenigen Minuten auf höchstem Niveau ein.


KILL BILLY |  Regie: Gunnar Vikene |  NOR 2014

Kill Billy

Seit mehr als 40 Jahren schuftet Harold Lunde (Bjørn Sundquist) gemeinsam mit seiner Frau Marny (Grethe Selius) in seinem Möbelgeschäft „Lunde Furniture“. Doch damit ist es schlagartig vorbei. IKEA eröffnet eine große Filiale direkt nebenan und zerstört dadurch sein Lebenswerk. Harold und Marny verlieren nicht nur ihr Geschäft, sondern auch ihr Haus an die Bank. In seiner Wut und Verzweiflung denkt Harold nur an eins: Rache. Er besorgt sich eine Pistole und startet seinen alten Saab. Er hat nur ein Ziel: Den IKEA- Gründer Ingvar Kamprad (Bjørn Granath) zu entführen! Entgegen aller Erwartungen gelingt der Plan – doch die Aktion nimmt schon bald eine unerwartet tragisch-komische Wendung.
2 von 5

„Kill Billy“ ist der Versuch einer plumpen Kapitalismuskritik, die weder besonders komisch, noch besonders tragisch geraten ist. Denn das ganz große Problem dieses wenig subtilen IKEA-Imagefilms ist in erster Linie, dass im Laufe der 80 Minuten Laufzeit nichts, aber auch rein gar nichts passiert.


CAFÉ BELGICA | Regie: Felix van Groeningen | BEL/FR 2016
Café Belgica

„Café Belgica“ ist die Geschichte von Jo und Frank, zwei ziemlich unterschiedlichen Brüdern, die sich aus den Augen verloren haben. Doch das soll sich schlagartig ändern, als Frank seinem kleinen Bruder anbietet, ihm an den Wochenenden hinter dem Tresen seiner Bar auszuhelfen. Hierdurch finden die beiden wieder zusammen. Und plötzlich gibt es kein Halten mehr: Das heruntergekommene „Café Belgica“ wird zum Anlaufpunkt für das nächtliche Partyvolk. Willkommen sind alle, die wissen, was Spaß macht. Schon bald gleicht dieses Idyll einer Arche Noah für die Feierwütigen, wo der Schweiß von der Decke tropft und der Rock’n’Roll aus jeder Pore trieft. Für eine Weile ist das Leben der Brüder ein einziger Trip, doch dann holt die Realität sie ein, denn auf die Dauer kann eine derartige Laissez-Faire-Mentalität einfach nicht gut gehen…


GOD OF HAPPINESS  |  Regie: Dito Tsintsadze |  DE/FR/GEO 2015

God of Happiness

Giorgi, georgischer Auswanderer und Möchtegernschauspieler wurschtelt sich seit einigen Jahren erfolglos durchs Leben. Zusammen mit dem Afrikaner Ngudu bewohnt er eine verfallene Baracke in einem Industriegebiet am Rande Stuttgarts. Sein festgefahrenes Leben wird mit einem Mal durcheinander gewirbelt als seine Tochter Tina, die er seit der Scheidung von seiner Frau nicht mehr gesehen hat, ihren Besuch ankündigt. Nun steht Giorgi vor einem Problem: Seit zehn Jahren spielt er seiner Tochter aus der Ferne das Leben eines erfolgreichen Künstlers vor. Diese Illusion gerät jetzt in Gefahr. Doch Ngudu entpuppt sich als geschickter Organisator und liefert Giorgi eine passende Villa, samt dickem Schlitten. Um die Illusion perfekt zu machen, bittet Giorgi die abgehalfterte Varieté Künstlerin Mia seine Frau zu mimen.


SOLNESS  |  Regie: Michael Klette | DE 2015

Solness

Solness führt noch immer eines der angesehensten Architekturbüros, aber kreativ ist er schon lange nicht mehr. Er schart begabte junge Menschen um sich, lässt sie für sich arbeiten. Er beutet sie aus, tritt mit ihnen in den Wettbewerb. Er weiß, er wird es nicht ewig durchhalten; die Jungen werden ihn irgendwann besiegen, demütigen, triumphieren.Sein Privatleben liegt auf Eis. Seit dem Tod seiner beiden Kinder hat sich seine Frau Aline emotional immer weiter von ihm entfernt. Die Ehe steht vor dem Scheitern. Im Moment der Krise bricht die 22jährige Architekturstudentin Hilde Wangel in sein Leben. Golden glänzt ihr Haar im Gegenlicht der Sonne, eine mädchenhafte Erscheinung, unschuldig wie ein Botticelli-Engel. Hilde, der Solness zehn Jahre zuvor ein Königreich und ein Schloss versprochen haben soll, fordert die Einlösung dieses Versprechens.


TREPPE AUFWÄRTS  |  Regie: Mia Maariel Meyer | DE 2015

Treppe aufwärts

Adam ist ein Zocker. Seine Zeit verbringt er in kleinen Spielhöllen und Automatencasinos. Allerdings ist er kein gewöhnlicher Spieler. Er manipuliert Automaten hinsichtlich ihrer Gewinnausschüttung und tilgt somit den Schuldenberg, den sein einst spielsüchtiger Vater angehäuft hat. Sein mittlerweile an Demenz erkrankter Vater Woyzeck fristet derweil ein eingesperrtes Dasein in ihrem kleinen, verkommenen Familienhaus am Rande der Plattenbauten.

Ein letztes Wohlstandssymbol, das Adam händeringend versucht zu erhalten. Während seiner Streifzüge hat sich Adam der ukrainischen Thekenwirtin Dosie (Dorota) angenähert. Auch wenn er sich ihr nicht öffnen kann, zieht es ihn immer wieder zu ihr und er erlebt ein kleines bisschen Hoffnung in einem von Monotonie geprägten Alltag. Doch dieses Glück währt nicht lange.


ATHOS – IM JENSEITS DIESER WELT  |  Regie: Peter Bardehle, Andreas Martin | DE 2015

Athos

Die Halbinsel Athos in Griechenland ist eines der letzten Geheimnisse Europas: Dort leben über 2000 Mönche abgeschieden von der Außenwelt. Der Zugang ist Frauen untersagt, Touristen sind nicht erwünscht. Nur Arbeiter und Pilger erhalten ein Visum. Die Mönchsrepublik lockt Menschen an, denen im modernen Leben etwas fehlt. Mit Hilfe dreier Athos-Mönche entstand mit „Athos – Im Jenseits dieser Welt“ ein noch nie erzähltes Filmtagebuch. Leitmotiv ist der Weg, den wir Menschen finden und gehen müssen – jeder für sich. „Erst müssen wir unsere eigenen Seelen heilen, dann können wir anderen helfen“, ist eine der Kernbotschaften von Vater Galaktion, einem Einsiedler am Heiligen Berg. Doch nicht alle Mönche leben wie Vater Galaktion, zurückgezogen und demütig, woraus der eine oder andere Konflikt entsteht.


Heimkinotipp: UNFRIEND | Regie: Simon Verhoeven | DE 2016

Unfriend

Die beliebte Studentin Laura (Alycia Debnam-Carey) führt ein zufriedenes College-Leben. Sie hat einen liebevollen Freund, ihre Clique hält fest zusammen und ihre Noten sind nicht die schlechtesten. Eines Tages nimmt sie unbedarft die Facebook-Freundschaftsanfrage ihrer geheimnisvollen Kommilitonin Marina (Liesl Ahlers) an. Das dunkelhaarige Mädchen, das sich stets in die hinterste Ecke des Hörsaals verzieht, gibt sich fortan ganz der Obsession hin, in Laura eine beste Freundin gefunden zu haben, muss jedoch enttäuscht feststellen, dass ihre Gefühle nicht erwidert werden. Zum Entsetzen aller begeht sie Selbstmord und hält diese schreckliche Tat mit ihrer Webcam fest. Während sich Laura und ihre Freunde langsam von diesem Schrecken erholen, entwickelt das Facebook-Profil von Marina ein merkwürdiges Eigenleben. 4 von 5

„Unfriend“ ist ein feiner Horrorfilm, der ein Thema beleuchtet, das uns alle angeht. Die unendlichen Weiten des Internets könnten gruseliger nicht sein – vermutlich hätte sich das kultige Brunnenmädchen Samara heute genau so ihren Weg in unser Leben gebahnt. Absolut sehenswert!

Central Intelligence

Schon einmal verdingte sich Kevin Hart an der Seite eines Muskelpakets als Nachwuchs-Cop – und Hasenfuß! Nach „Ride Along“ 1 und 2 wechselt er nun von Ice Cube an die Seite von Dwayne Johnson und dank der wohl höchsten Gagdichte des bisherigen Kinojahres und einer spannenden, wendungsreichen Story wird er in CENTRAL INTELLIGENCE zum Bestandteil des bisher lustigsten Films des Jahres.

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