Die Oscar-Verleihung 2014: Prognose Teil 1

Und wieder einmal steht eine Preisverleihung an und im Falle der Oscar-Verleihung ist dies nicht minder der wichtigste Filmpreis der Welt. Rund 6000 Mitglieder der Academy stimmten in den letzten Monaten über die Highlights der vergangenen Filmsaison ab. Auch ich habe mich vorab mit den Favoriten und Außenseitern des Events befasst und stelle nun meine umfassende Prognose vor. Man darf gespannt sein, mit welcher Trefferquote ich den Oscar in diesem Jahr zu den Akten legen darf.

Bester Film

Unter den drei Frontrunnern „12 Years a Slave“, „Gravity“ und „American Hustle“ gibt Steve McQueens Sklavendrama das passionierteste und vollkommenste Werk ab, das auf sämtlichen Ebenen überzeugt und „American Hustle“ in puncto Nachhaltigkeit sowie „Gravity“ auf Seiten der Story übertrumpft. Der Rest ist chancenlos.

 

Beste Regie

  • Alfonso Cuarón – Gravity
  • Steve McQueen – 12 Years a Slave
  • Alexander Payne – Nebraska
  • David O. Russell – American Hustle
  • Martin Scorsese – The Wolf of Wall Street
Auf inszenatorischer Ebene stielt Alfonso Cuarón seiner starken Konkurrenz die Show und begeistert mit Plansequenzen, einer beeindruckenden Kulissenwahl und einem großartigen Zusammenspiel sämtlicher technischer Attribute. Ihm gefährlich werden könnten Steve McQueen sowie Martin Scorsese.

 

Leonardo DiCaprio in seiner Rolle des Jordan Belfort in Martin Scorseses Finanzsatire „Wolf of Wall Street“.

Bester Hauptdarsteller

  • Christian Bale – American Hustle
  • Bruce Dern – Nebraska
  • Leonardo DiCaprio – The Wolf of Wall Street
  • Chiwetel Ejiofor – 12 Years a Slave
  • Matthew McConaughey – Dallas Buyers Club
Ein starkes Feld! Für Leonardo DiCaprio ist dies bereits die fünfte Nominierung. Seine Vollblut-Performance in „The Wolf of Wall Street“ ist in allen Belangen auszeichnungswürdig. Bietet sie doch die volle Bandbreite an Emotionen, wogegen die (ebenfalls überragenden) Leistungen von Chiwetel Ejiofor und Matthew McConaughey fast einen Tick zu einseitig wirken.

 

Beste Hauptdarstellerin

  • Amy Adams – American Hustle
  • Cate Blanchett – Blue Jasmine
  • Sandra Bullock – Gravity
  • Judi Dench – Philomena
  • Meryl Streep – Im August in Osage County
Zwischen Cate Blanchett und Sandra Bullock könnte es eng werden: Beide Schauspielerinnen lieferten in ihren Filmen jeweils eine Herzublut-Performance ab, die den gesamten Film allein trugen. Cate Blanchett als ambivalent gezeichnete High-Societey-Lady kurz vor dem emotionalen Koller und Sandra Bullock, ebenso zerbrechlich wie tough. Gleichzeitig sollte man bei aller Euphorie diesen beiden Aktricen gegenüber auch die Grande Dame Meryl Streep nicht aus den Augen lassen. Gerüchten zufolge ist sie in „August Osage County“ der Grund, weshalb der Film so gut ist, wie er ist.

Gegen Cate Blancetts großartige Performance in „Blue Jasmine“ wird es die gesamte Konkurrenz in diesem Jahr schwer haben.

Bester Nebendarsteller

  • Barkhad Abdi – Captain Phillips
  • Bradley Cooper – American Hustle
  • Michael Fassbender – 12 Years a Slave
  • Jonah Hill – The Wolf of Wall Street
  • Jared Leto – Dallas Buyers Club
Für seine Rolle eines AIDS-kranken Transexuellen hat Jared Leto bereits über dreißig internationale Filmpreise abgeräumt. Gegen ihn und seine mitreißend-intensive Leistung in „Dallas Buyers Club“ wird in diesem Jahr kein Mitstreiter eine Chance haben. MIichael Fassbender agiert in „12 Years a Slave“ als abgrundtief böser Sklavenhalter, bleibt insgesamt jedoch verhältnismäßig facettenlos. Für Jonah Hill ist bereits die Nominierung der eigentliche Sieg, Bradley Cooper gibt in „American Hustle“ die am wenigsten denkwürdige Leistung des gesamten Ensembles ab und Barkhad Abdi ist vermutlich der stärkste Konkurrent für Leto, hat ihm schlussendlich jedoch auch kaum etwas entgegenzusetzen.

Beste Nebendarstellerin

  • Sally Hawkins – Blue Jasmine
  • Jennifer Lawrence – American Hustle
  • Lupita Nyong’o – 12 Years a Slave
  • Julia Roberts – Im August in Osage County
  • June Squibb – Nebraska
Jennifer Lawrence gehört in „American Hustle“ zu den darstellerischen Highlights. Ihre Performance als hysterisches Weib ist großartig und aufgrund der zerbrechlichen Nuancen durchaus ambivalent gezeichnet. Gegen die Darbietung von Lupita Nyong’o, die in „12 Years a Slave“ die Leiden einer der Sklaverei zum Opfer gefallenen Frau regelrecht spürbar macht, hat Hollywoods Beauty jedoch nichts entgegenzusetzen.

 

In den nächsten Tagen widme ich mich den weiteren Kategorien…