Schlagwort-Archiv: Psycho

Sag nicht, wer du bist!

Kanadisches Kino hat hierzulande eine relativ kleine Lobby. Filme aus Übersee, Frankreich oder die aus eigenen Landen machen den Großteil der jährlich in die Kinos kommenden Filme aus. Xavier Dolans betörende Charakterstudie SAG NICHT, WER DU BIST!, die international auch unter dem Titel „Tom at the Farm“ bekannt ist, startet hierzulande zwar nur in ausgewählten Kinos, ist jedoch gerade für Cineasten einen Gang ins Filmtheater wert.   Weiterlesen

Die Haut, in der ich wohne

Üblicherweise gelten die Filme des spanischen Regisseurs Pedro Almodóvar als melodramatische Meisterwerke, die mit kuriosen, unerwarteten Wendungen auftrumpfen und gleichzeitig ein Gefühl der beunruhigenden Unbekümmertheit ausstrahlen. Oftmals fällt die Wahl der Protagonisten auf Randfiguren der Gesellschaft, mit denen sich zu beschäftigen sonst kaum ein Filmemacher für angebracht hält. Vielleicht sogar deshalb, weil sich kaum einer traut. Somit sind Almodóvars Filme, zu denen unter anderem auf Zelluloid gebannte Absurditäten-Kabinette wie „Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs“ (1988) und „Zerrissene Umarmungen“ (2009) gehören, mehr Liebhaberstücke denn massentaugliche Publikumsmagneten. Sie zielen weniger auf das Gefallen der Allgemeinheit ab, sondern versuchen vielmehr, Nischenbedürfnisse zufriedenzustellen. So ist auch sein neuster Film eine Ansammlung an obskuren Thematiken, die – alle in einem Film verpackt – ein hohes Maß an Konzentration erfordern und voraussetzen, dass der Zuschauer sich allem öffnet, was ihn erwarten mag.

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Black Swan

 

Ballettfilme sind nichts Neues. Grazile Damen, die sich elegant zu klassischer Musik von Tschaikowski bewegen, perfekt geschminkt und einen Hauch von nichts tragend. Nahezu nichts erinnert an die bösen Seiten im Menschen; ein Ballett, ja, es soll den Zuschauer für ein paar Stunden alles vergessen lassen, ihn in eine andere Welt entführen. Darren Aronofsky („Requiem for a Dream“, „The Wrestler“) wirft in seiner sechsten Regiearbeit sämtliche Ballett-Assoziationen über Bord und entführt das Publikum  hinter die Kulissen dieses edlen Bühnentanzes in eine Welt, voller Neid, Missgunst und Aufopferung. Wie er das tut, lest Ihr in der ersten Kritik meiner Kategorie „Prädikat: besonders wertvoll“. Weiterlesen

Dread

Selten nahm ich mir nach der Sichtung eines Filmes fest vor, diesen nie wieder anzurühren. Na gut, bei einigen wirklich schlechten Streifen fällt es einem nicht schwer, das zu tun, allerdings muss man sich dies dann kaum vornehmen. Doch sich aus Respekt vor einer Story und deren filmischen Umsetzung konsequent einen Film nicht mehr anzusehen: das schaffte bislang nur ein Film – der äußerst Angst einflößende, allerdings brillante Horrorfilm DREAD. Lest im Folgenden, warum ich ihn nur mit Einschränkung empfehle, gleichzeitig aber denke, dass sich dieses Stückchen Filmgeschichte jeder, der auch nur ansatzweise etwas mit Horrorfilmen anfangen kann, ansehen sollte, da er sonst eine ganze Menge verpasst. Weiterlesen