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Das startet am 17. Mai 2018

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um den Starttag des 17. Mai, auf den viele warten – schließlich startet die Fortsetzung von „Deadpool“ in den deutschen Kinos, über den allerdings erst ab dem 15. Mai ausführlich berichtet werden darf. Die Konkurrenz fällt entsprechend mau aus. Lediglich in den Programmkinos finden sich mit der spannenden Doku „The Cleaners“ und der österreichischen Antwort auf „The Witch“ Alternativen. Ins Heimkino kommt mit „Greatest Showman“ dafür einer der besten Filme des bisherigen Jahres. Da lohnt sich dann doch auch mal das Zuhause bleiben. 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

THE CLEANERS | Regie: Hans Block, Moritz Riesewieck | DE/BRA/NED/IT/USA 2018

In Manila, dem weltweit größten Outsourcing-Standort für Content Moderation, befindet sich eine gigantische Schattenindustrie digitaler Zensur. Dort löschen zehntausende Menschen in Zehn-Stunden-Schichten im Auftrag der großen Silicon-Valley-Konzerne belastende Fotos und Videos von Facebook, YouTube, Twitter & Co. Komplexe Entscheidungen über Zensur oder Sichtbarkeit von Inhalten werden so an die „Content Moderatoren“ outgesourct. Die Kriterien und Vorgaben, nach denen sie agieren, ist eines der am besten geschützten Geheimnisse des Silicon Valleys. Die Grausamkeit und die kontinuierliche Belastung dieser traumatisierenden Arbeit verändert die Wahrnehmung und Persönlichkeit der Content-Moderatoren. Doch damit nicht genug. Ihnen ist es verboten, über ihre Erfahrungen zu sprechen…

In ihrem stilsicher inszenierten Debüt „The Cleaners“ werfen die beiden Regisseure Hans Block und Moritz Riesewieck einen kompromisslosen Blick hinter die Kulissen sozialer Netzwerke und machen damit Lust auf mehr, da sich mit der Zeit abzeichnet, dass es aus der Welt von Fake News, Spam, Propaganda und Co. noch so viel mehr zu erzählen gibt. Und zwar vor allem aus der Sicht derjenigen, die sich an all den Plattformen eine goldene Nase verdienen.


HAGAZUSSA – DER HEXENFLUCH  | Regie:  Lukas Feigelfeld | DE/AT 2017

Das 15. Jahrhundert. Der kalte Winter breitet sich über der Alpenlandschaft aus. In einer abgeschiedenen Berghütte lebt die junge Ziegenhirtin Albrun (Celina Peter) allein mit ihrer Mutter (Claudia Martini). Sie kümmert sich fürsorglich um sie, doch die alte Frau wird schwächer und schwächer. Als diese unerwartet einer schweren Krankheit erliegt, bleibt die Tochter alleine und traumatisiert zurück. 20 Jahre vergehen und Albrun (jetzt Aleksandra Cwen) wird selbst Mutter. Von der Dorfgemeinschaft als Heidin und Hexe ausgegrenzt beginnt Albrun eine finstere Präsenz wahrzunehmen, die in den dunklen Wäldern auf sie wartet. Angst, Alptraum und die Grenzen der Realität beginnen zu verschmelzen, bis sie schließlich mit ihrem Wahn und dem Bösen in sich selbst konfrontiert wird. 

Intensiv, beklemmend, abscheulich, schön. Dem Österreicher Lukas Feigelfelds Horrordrama „Hagazussa – Der Hexenfluch“ ist die österreichische Antwort auf „The Witch“ – und vielleicht sogar noch besser.


DEADPOOL 2 | Regie: David Leitch | DE 2018

In Wade Wilsons alias Deadpools Leben läuft es einfach nicht rund. Nach einem weiteren herben Schicksalsschlag ist der unter seiner Latexmaske entstellte Superheld wider Willen des Lebens überdrüssig und versucht, ihm ein Ende zu setzen. Doch der unkaputtbare Heroe bleibt am Leben – nicht zuletzt, weil er von seinem X-Men-Kumpan Colossus (Stefan Kapicic) gerettet wird. Dieser nimmt seinen geschwätzigen Kollegen mit auf das abgeschiedene Anwesen der Mutanten, wo Deadpool auch die mittlerweile erwachsen gewordene Mutantin Negasonic Teenage Warhead (Brianna Hildebrand) wiedertrifft. Durch einen Zwischenfall mit dem Teenager-Mutanten Russell (Julian Dennison) lernt Deadpool den Superschurken Cable (Josh Brolin) kennen, der es auf den wütenden Halbstarken abgesehen hat. Zunächst kann Deadpool die Situation entschärfen – zumindest auf seine Weise…

Die Fortsetzung des Megahits „Deadpool“ ist eine stilsicher inszenierte Actioncomedy, die sich voll und ganz auf die Erfolgsformel des Vorgängers verlässt. Durch die hohe Gagdichte ist an der albernen Superheldenorgie immer noch Vieles komisch, doch die Verantwortlichen machen Einiges, worüber sie sich eigentlich lustig machen wollen, selbst falsch. Wer Spaß am Vorgänger hatte, wird den zweiten Teil lieben. Alle anderen werden auch diesen Hype nicht verstehen.


WOHNE LIEBER UNGEWÖHNLICH  | Regie: Gabriel Julien-Laferrière | FR/BEL 2016

Sophie und Hugo sind frisch verliebt, haben einen kleinen bezaubernden Sohn, Gulliver, und heiraten im siebten Himmel. Von Sophies skeptischem Sohn Bastien, der schon die Trennung am Horizont sieht, wollen sie sich nichts vermiesen lassen. Bastien hat schon zu viele Väter kommen und gehen sehen und weil nicht nur Sophie nach drei Ehen drei Kinder hat, sondern auch die Väter fleißig weiter heiraten, ergibt das nach Patchwork-Arithmetik: 6 Halbgeschwister, 8 Erziehungsberechtigte und ebenso viele Zuhause. Sophie, Hugo und ihre 6 Elternkollegen haben eine komplexe Freizeitlogistik entwickelt, die die Kinder nicht nur von einem Zuhause zum nächsten, sondern auch vom Cello zum Ballett, vom Schach- zum Klavierunterricht delegiert. Ihre Kinder sind Nomaden und das geht denen maximal auf die Nerven. Eines Tages drehen Bastien und seine Halbgeschwister den Spieß um… 

Die französische Patchwork-Komödie „Wohne lieber ungewöhnlich“ lebt von einer charmanten Grundidee, der die Macher jedoch nur bedingt Herr werden. Das Chaos der Prämisse überträgt sich auf den Film, sodass trotz einiger gelungener Pointen kein emotionaler Funken überspringt.


NACH EINER WAHREN GESCHICHTE  | Regie: Roman Polanski | FR/POL/BEL 2017

Obwohl ihr letztes Buch ein voller Erfolg war, ist die Bestsellerautorin Delphine (Emmanuelle Seigner) am Ende ihrer Kräfte. Ans Schreiben ist nicht zu denken: eine klassische Blockade, die auch mit dem Inhalt ihres aktuellen Romans zusammenhängt, in dem sie über ihre Familie geschrieben hat. Zwischen Autogrammstunden und Interviews lernt sie eines Tages eine charmante Frau kennen. Sie nennt sich nur Elle (Eva Green) und offenbart sich Delphine als eine Art Muse. Elle treibt sie zu neuen Gedankengängen an, steht ihr in allen Lebenslagen mit Rat und Tat zur Seite und gibt sich sogar für sie aus, als sich Delphine dem Druck einer öffentlichen Veranstaltung wieder einmal nicht gewachsen fühlt. Als die Autorin in Elle schließlich das Thema ihres nächsten Buches erkennt, scheint es allerdings längst zu spät, denn diese hat ganz andere Pläne… 

Trotz zwei starker Hauptdarstellerinnen, deren Chemie untereinander stimmt, überzeugt Roman Polanskis „Nach einer wahren Geschichte“ nicht. Weder erzählerisch, noch audiovisuell kann der Altmeister bei einem altbekannten Thema neue Akzente setzen, sodass dem Endergebnis die Leidenschaft fehlt.


ZWEI FREUNDE UND IHR DACHS | Regie: Rasmus A. Sivertsen, Rune Spaans | NOR 2015

Sie leben in einem Eisenbahntunnel; gemeinsam mit einem Dachs, der ihr Leben aufpeppt. Sie singen und musizieren den ganzen Tag und zanken ständig über Nichtigkeiten – das ist der Alltag für Knutsen und Ludwigson, bis eines nachts eine junge Dame vom Zug fällt und in ihrem Tunnel aufkreuzt. Es handelt sich um Amanda, die Tochter eines brillanten Wissenschaftlers, unterwegs um ihren Vater aus den Fängen des wahnsinnigen Superschurkens Rasputin zu retten. In seinem Streben nach der Weltherrschaft hat der böse Rasputin den armen Professor entführt, und zwingt ihn, ein unheimliches Serum zu erschaffen, das alle Menschen in Marionetten verwandeln soll. Furchtlos springen Knutsen und Ludwigson in die Bresche um ihre Hilfe anzubieten.Zusammen mit ihrem Dachs beginnen die Freunde die abenteuerliche Reise um gemeinsam mit Amanda den Professor zu retten und die Pläne Rasputins zu durchkreuzen.


DIE TOCHTER  | Regie: Mascha Schilinski | DE 2017

Als Jimmy und Hannah einen Käufer für ihr marodes Ferienhaus gefunden haben, kehrt das ehemalige Paar zum ersten Mal an jenen Ort zurück, an dem es sich zuletzt vor genau zwei Jahren getrennt hat. Mit im Schlepptau: ihre siebenjährige Tochter Luca, um deren Liebe die zwei Erwachsenen in ständiger Konkurrenz zueinander buhlen. Kaum angekommen treten trotz aller Bemühungen alte Spannungen und Konflikte an die Oberfläche. Vor allen Dingen Hannah ist eifersüchtig auf das sehr innige Vater-Tochter-Verhältnis, an dessen Exklusivität sie nicht ran zu reichen vermag. Doch auch bei Jimmy löst der bevorstehende Verkauf des Hauses etwas aus: es ist das unumstößliche Ende von einem einstigen Traum – der gemeinsamen Zukunft als Familie. Da geschieht etwas, womit keiner gerechnet hätte: Dem Berliner Alltag entrissen, verlieben sich Hannah und Jimmy plötzlich wieder ineinander.


MARIA BY CALLAS | Regie: Tom Volf | FR 2017

Die Geschichte hört sich an wie mäßig gut erfunden: Nach einem Opernabend in der Met sucht der damals 28-jährige in New York lebende französische Fotograf, Schauspieler und Filmemacher Tom Volf im Januar 2013 im Netz nach Interpretationen von Donizettis „Maria Stuarda“– und trifft auf die ihm bis dato unbekannte Maria Callas. Den Rest der Nacht verbringt er – von ihrer Stimme und ihrer Erscheinung zutiefst berührt – damit, zu sehen und zu hören, was Google und Youtube über die Ausnahme-Sängerin des 20. Jahrhunderts hergeben. Und ist fortan besessen von der Idee, das Maximum über Leben, Lieben und Leiden der Primadonna assoluta der 1950er und 60er Jahre für sich in Erfahrung zu bringen.

Eine Künstlerin auf der Suche nach Vollkommenheit, eine globale Ikone – und zugleich eine Frau, die liebt und der ein unvergleichliches Schicksal beschieden ist.


Heimkinotipp: GREATEST SHOWMAN  | Regie: Michael Gracey | USA 2017

P.T. Barnum stammt aus einfachen Verhältnissen. Aber er hat einen Traum: Er will die Menschen begeistern! Gemeinsam mit seiner Frau Charity und seinen beiden Töchtern Caroline und Helen kauft er ein altes Kuriositätenkabinett und ringt verzweifelt um Besucher, bis er beschließt, eine Zirkusshow auf die Beine zu stellen, wie sie die Welt noch nie gesehen hat. Er rekrutiert Artisten und Freaks, Gaukler und Künstler und inszeniert ein spektakuläres Event, das fortan jeden Abend ausverkauft ist. Doch nicht nur innerhalb der Gruppe kommt es bald zu Spannungen, auch Teile der Gesellschaft protestieren gegen Barnums Truppe. Er beschließt, Kontakt mit dem Theaterregisseur Philip Carlyle aufzunehmen, der bei den Oberen Zehntausend ein- und ausgeht. Und auch die Bekanntschaft mit der umwerfenden Sängerin Jenny Lind lenkt das Leben der Barnum-Familie in ganz neue Bahnen…

Das berauschende Musical „Greatest Showman“ ist das Kinospektakel des Winters und ein Pflichttermin für jeden, dessen Augen mal wieder so strahlen sollen, wie beim aller ersten Besuch im Zirkus. Zu sehen gibt’s unter anderem einen Hugh Jackman in Höchstform und zu hören neun eingängig-mitreißende Popsongs, die man anschließend nicht so schnell aus dem Kopf bekommt.

Verlosung: The Commuter

Auch in seiner vierten Zusammenarbeit mit Regisseur Jaume-Collet Serra muss sich Liam Neeson wieder einer gewaltigen Verschwörung stellen. Im Actionthriller THE COMMUTER ist ein Pendlerzug der Austragungsort eines gefährlichen Katz-und-Maus-Spiels, das ab dem 17. Mai auch fürs Heimkino erhältlich ist. Zu diesem Anlass verlosen wir in Kooperation mit STUDIOCANAL Home Entertainment einmal die DVD zum Film plus Poster. Was Ihr tun müsst, um einen dieser Preise abzustauben, erfahrt Ihr weiter unten in diesem Posting.

Seit 10 Jahren pendelt der Versicherungsmakler Michael MacCauley (Liam Neeson) jeden Tag aus seinem beschaulichen Vorort nach Manhattan und zurück. Doch als er nach einem harten Tag mal wieder in den ewig gleichen Zug einsteigt, ist alles anders. Die Fremde Joanna (Vera Farmiga) setzt sich zu ihm und verspricht ihm eine hohe Belohnung, wenn er für sie einen ganz bestimmten Passagier findet, der etwas sehr Wertvolles zu transportieren scheint. Michael erhält nur zwei Hinweise: Einen falschen Namen und den Zielbahnhof des Unbekannten. Als er zögert, macht Joanna ihm unmissverständlich klar: Sie hat nicht nur das Leben der Passagiere in ihrer Hand, sondern auch das von Michaels Familie. Michael ist Teil einer kriminellen Verschwörung geworden. Er kann nur mitspielen, oder einen Ausweg finden – und ihm bleibt nur eine Stunde Zeit.

Nicht innovativ, aber effektiv – Mit „The Commuter“ setzt Jaume Collet-Serra die Konstanz innerhalb seiner Arbeit fort und liefert einen zwar weitgehend generischen, dafür unterhaltsamen Actionthriller mit einem charismatisch aufspielenden Liam Neeson, einigen hübschen Twists, diversen falschen Fährten und einer chicen Optik.

Ihr wollt ihn Euch „The Commuter“ auf keinen Fall entgehen lassen? Dann müsst Ihr nichts weiter tun, als den zu dieser Verlosung gehörenden Facebook-Beitrag zu kommentieren. Da sich Wessels-Filmkritik.com immer über neue Follower freut, ist diese Verlosung ausschließlich für meine Facebook-Freunde und Twitter-Follower bestimmt. Einfach Fan werden – schon habt Ihr die Chance auf einen Gewinn! Nach Teilnahmeschluss am 20. Mai 2018 um 23:59 Uhr wähle ich via Zufallsverfahren den Gewinner oder die Gewinnerin aus und schreibe ihn oder sie über eine Privatnachricht an. Checkt nach Ablauf der Verlosung bitte unbedingt Eure Postfächer, da der Gewinn nach einer Woche ohne Rückmeldung verfällt. Nach Abschluss werden selbstverständlich alle personenbezogenen Daten gelöscht und ihr habt bei der nächsten Verlosung wieder eine neue Chance, zu gewinnen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Der Gewinn kann nicht ausgezahlt werden. Viel Glück!

Das startet am 10. Mai 2018

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um den Starttag des 10. Mai, der nach den starken letzten Wochen kein allzu großes Highlight zu bieten hat. In den Programmkinos dürfte Wes Andersons neuestes Werk „Isle of Dogs“ ziehen, in den Cineplex-Lichtspielhäusern dieses Landes könnte „Rampage“ dank Dwayne Johnson die Chance haben, oben mitzumischen. In Ermangelung an Genrekonkurrenz könnte sich außerdem – auch dank der starken Werbung durch Blumhouse – „Wahrheit oder Pflicht“ solide schlagen. Und dank des Themas hat vielleicht auch „I Feel Pretty“ eine Chance auf ein paar Zuschauer. 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

ISLE OF DOGS – ATARIS REISE | Regie: Wes Anderson | USA/DE 2018

Atari (im Original gesprochen von Koyu Rankin) ist der 12-jährige Pflegesohn des korrupten Bürgermeisters Kobayashi. Als die Hundepopulation explodiert und sich eine gefährliche Seuche ausbreitet, ergeht der Regierungserlass, alle Hunde der japanischen Stadt Megasaki City auf eine riesige Mülldeponie zu verbannen. Als Atari seinen Bodyguard-Hund Spots (Liev Schreiber) vermisst, macht er sich allein in einem Miniatur-Junior-Turboprop auf den Weg und fliegt nach Trash Island, in der Hoffnung, ihn dort wiederzufinden. Auf der Insel angekommen, freundet er sich mit einem Rudel Mischlingshunde an: Boss (Bill Murray), Chief (Bryan Cranston), Duke (Jeff Goldblum), King (Bob Balaban) und Rex (Edward Norton) wollen ihm helfen und gemeinsam brechen sie auf zu einer epischen Reise, die das Schicksal und die Zukunft der ganzen Präfektur entscheiden wird.

Wes Andersons „Isle of Dogs – Ataris Reise“ ist nicht bloß ein exzellent designter, sondern auch smarter Film. Doch mehr als Staunen lässt sich kaum, denn in den hervorragend animierten Figuren steckt wenig Leben. Am Ende hat man das Gefühl, eher einem Hörspiel gelauscht, als einem aufregenden Abenteuer zugesehen zu haben.


RAMPAGE – BIG MEETS BIGGER  | Regie:  Brad Peyton | USA 2018

Primatenforscher Davis Okoye verbindet eine unerschütterliche Freundschaft mit Albino-Silberrückengorilla George, den er als Baby mit der Hand großzog. Doch als ein illegales Genexperiment aus dem Ruder läuft, mutiert dieser sanftmütige Affe zu einem rasenden Monster. Bald stellt sich heraus, dass auch weitere Tiere auf diese Art manipuliert worden sind. Während diese neu geschaffenen Alpha-Raubtiere Nordamerika unsicher machen und alles vernichten, was sich ihnen in den Weg stellt, tut sich Okoye mit der in Ungnade gefallenen Genetikerin Kate Caldwell zusammen, um ein Gegenmittel zu entwickeln, wobei er auf einem sich ständig wandelnden Schlachtfeld einen schweren Stand hat. Denn es geht nicht nur darum, eine weltweite Katastrophe zu verhindern, sondern auch das fürchterliche Biest zu retten, das einst sein Freund war. 

„Rampage – Big Meets Bigger“ ist ein herrlich hohler No-Brainer mit zum Großteil sehr starken Effekten, der sich in der ersten Hälfte ein wenig zu ernst nimmt, in der zweiten dafür umso mehr aufdreht und Dwayne Johnson einmal mehr in seinem Element zeigt.


DER BUCHLADEN DER FLORENCE GREEN  | Regie: Isabel Coixet | ESP/UK/DE 2017

Florence Green hat früh ihren Mann verloren, doch ihre gemeinsame Liebe zu Büchern aller Art lässt sie nicht los. Sie investiert ihr gesamtes Vermögen in die Verwirklichung ihres Traums von einem eigenen Buchladen – ausgerechnet im verträumten englischen Hardborough, Ende der 50er Jahre, wo die Arbeiter dem Bücherlesen skeptisch gegenüberstehen und die Aristokratie energisch vorgibt, was Hochkultur ist und was nicht. Doch trotz der Widerstände hat sie Erfolg und rasch finden auch progressive, polarisierende Werke wie Nabokovs Lolita oder Bradburys Fahrenheit 451 bei den Dorfbewohnern Anklang. Vor allem der seit langem zurückgezogen lebende Mr. Brundish findet Gefallen am neuen Buchladen. Doch Florence Greens sanfte Kulturrevolution bleibt nicht unbemerkt: Die alteingesessene graue Eminenz Violet Gamart befürchtet einen Kontrollverlust in ihrem Heimatdorf und steht den radikalen Veränderungen mit Argwohn gegenüber. 

Die tragikomische Romanverfilmung „Der Buchladen der Florence Green“ ist ein oberflächlicher Film über oberflächliche Menschen, dem es nicht hilft, dass er immerhin ganz nett anzuschauen ist.


I FEEL PRETTY  | Regie: Abby Cohn, Mark Silverstein | CN/USA 2018

Renee (Amy Schumer) weiß sehr wohl wie es ist, gerade so knapper Durchschnitt in der Welt der Schönen zu sein. Doch ihr wenig überzeugendex Selbstbild ändert sich buchstäblich schlagartig mit einem ungebremsten Sturz vom Fitnessrad: plötzlich sieht sie sich wunderschön, auch wenn ihre Umgebung das nicht genauso erkennt und der Kopf dazu noch ganz schön brummt. Auf einmal steht sie zu ihren Kurven und ist völlig mit sich im Reinen Mit ganz neuem Selbstvertrauen klettert sie unerwartet auf der Karriereleiter einer Kosmetikfirma nach oben und gewinnt endlich den Respekt der von ihr so bewunderten Chefin Avery LeClaire (Michelle Williams). Auch in der Liebe läuft es plötzlich wie am Schnürchen. Doch was passiert, wenn sich die anfängliche Wirkung verflüchtigt und die Realität wieder einsetzt?

„I Feel Pretty“ soll vor allem Frauen darin bekräftigen, sich schön zu fühlen, so wie man ist. Doch die Macher denken diesen lobenswerten Ansatz nicht zu Ende. Das oberflächliche Skript und eine weit unter ihren Möglichkeiten aufspielende Amy Schumer lassen die angestrebte „Love Yourself!“-Message im Nichts verpuffen.


LILIANE SUSEWIND – EIN TIERISCHES ABENTEUER | Regie: Joachim Masannek | DE 2018

Liliane Susewind, genannt Lilli, hat eine außergewöhnliche Fähigkeit: Sie kann mit Tieren sprechen! Diese besondere Gabe hat Lilli bis jetzt allerdings immer nur in Schwierigkeiten gebracht. Als ein Stadtfest wegen ihrer Fähigkeiten komplett im Chaos versinkt, muss sie mit ihren Eltern Regina und Ferdinand und ihrem Hund Bonsai umziehen. In der neuen Stadt schwört Lilli, ihr Geheimnis für sich zu behalten. Doch dann macht ein gemeiner Tierdieb den städtischen Zoo, in dem Zoodirektorin „Oberst Essig“ mit dem gutmütigen Tierpfleger Toni arbeitet, unsicher – und Tonis berechnende Freundin, die aufgetakelte Vanessa, spielt ein falsches Spiel. Nur Lilli kann – unterstützt vom Nachbarsjungen Jess – helfen, Babyelefant Ronni und die anderen Tiere zu retten. Das Abenteuer kann beginnen!

Die „Liliane Susewind“-Reihe erzählt eigentlich Geschichten über den respektvollen Umgang zwischen Mensch und Tier. In der tricktechnisch missratenen Verfilmung gibt es außer albernen Slapstick und nervtötenden Figuren nichts, was auch nur ansatzweise an die ehrenwerte Essenz der Vorlage erinnert.


WAHRHEIT ODER PFLICHT | Regie: Jeff Wadlow | USA 2018

Die kalifornische College-Studentin Olivia lässt sich nur ungern von ihrer besten Freundin Markie überzeugen, den letzten Spring Break vor ihrem Abschluss in Mexiko zu verbringen. Dort angekommen, sind ihre Bedenken aber schnell vergessen und sie feiert ausgelassen und feuchtfröhlich mit ihrer Freundin Markie. Während einer Partynacht lernt sie den charmanten Carter kennen, der die Gruppe zu einer geheimnisvollen Höhle führt und sie überredet, das Partyspiel „Wahrheit oder Pflicht“ zu spielen. Die erst lustige Stimmung schlägt schnell um, als Carter anfängt, von einem Fluch zu erzählen. Zurück in Kalifornien hat Olivia den Vorfall schon fast vergessen, als sie unheimliche Botschaften erreichen, die sie auffordern, zwischen Wahrheit oder Pflicht zu wählen.  Anfangs hofft sie noch, dass sie sich alles nur einbildet, doch dann erkennt sie, dass sie die Regeln befolgen muss, um zu überleben…


 WAS WERDEN DIE LEUTE SAGEN?  | Regie: Iram Haq | NOR/DE/SWE 2017

Die fünfzehnjährige Nisha (Maria Mozhdah) lebt ein geheimes Doppelleben, von dem ihre Eltern nichts mitbekommen dürfen. Zuhause gehorcht sie strikt den Traditionen und Werten ihrer pakistanischen Familie. Draußen mit ihren Freunden verhält sie sich wie ein ganz normaler norwegischer Teenager und kann die daheim vorherrschenden Zwänge für eine Weile vergessen. Doch als ihr Vater sie mit ihrem Freund erwischt, kollidieren ihre beiden Welten brutal. Nisha wird von ihren Eltern gekidnappt und nach Pakistan gebracht. Sie hat Angst und fühlt sich allein in der Fremde. Aber Stück für Stück entdeckt sie das Land und die Kultur ihrer Familie. ‚Was werden die Leute sagen‘ ist ein emotionaler Film über Liebe und Courage und darüber, seinen eigenen Weg zu finden. Und es ist eine komplexe Geschichte über die Liebe zwischen Eltern und Kindern und wie schwer es manchmal ist, beide Seiten zu verstehen.


 AUF DER JAGD – WEM GEHÖRT DIE NATUR? | Regie: Alice Agneskirchner | DE/CAN 2018

„Auf der Jagd – Wem gehört die Natur?“ ist wie ein spannender Waldspaziergang, bei dem man unverhofft einer Seite unserer Natur begegnet, die einem sonst verborgen bliebe. Zugleich ist der Film eine Liebeserklärung an unseren Wald und die Natur, die uns mit eindrucksvollen Landschafts- und Tieraufnahmen daran erinnert, welche Verantwortung wir unserer Umwelt und damit letztlich auch uns selbst gegenüber tragen. Denn eines ist klar: Unser menschliches Dasein hat das Leben auf der Erde vor allem in den letzten 200 Jahren unumkehrbar verändert. Natur und Wald können ohne uns überleben – wir aber nicht ohne sie.

Regisseurin Alice Agneskirchner versucht in ihrem Dokumentarfilm eine Antwort auf die Frage zu finden, wie Mensch, Tier und Natur friedlich und im Einklang miteinander leben können.


SYSTEM ERROR | Regie: Florian Opitz | DE 2018

Es ist verrückt: Wir sehen die schwindenden Regenwälder und Gletscher, wissen um die Endlichkeit der Natur und sind dennoch wie besessen vom Wirtschaftswachstum. Warum treiben wir das Wachstum immer weiter, obwohl wir wissen, dass man auf unserem endlichen Planeten nicht unendlich wachsen kann?

„System Error“ sucht Antworten auf diesen großen Widerspruch unserer Zeit und macht begreifbar, warum trotzdem alles so weiter geht wie gehabt. Der Film zeigt die Welt aus der Perspektive von Menschen, die von den Möglichkeiten des Kapitalismus fasziniert sind. Ob europäische Finanzstrategen, amerikanische Hedgefondsmanager oder brasilianische Fleischproduzenten: Eine Welt ohne eine expandierende Wirtschaft können, dürfen oder wollen sie sich gar nicht erst vorstellen.


 Heimkinotipp: AUS DEM NICHTS  | Regie: Fatih Akin | DE/FR 2017

Aus dem Nichts zerbricht Katjas Leben: Ihr Mann Nuri und ihr Sohn Rocco sterben bei einem Bombenanschlag in der Hamburger City. Die Polizei geht davon aus, dass Nuri die Schatten seiner Vergangenheit als Drogendealer eingeholt haben. Je weniger Vertrauen Katja in die gezielt gegen ihre Familie arbeitenden Ermittler hat, umso mehr zerbricht sie am Leid und Kummer. Als auch Drogen der jungen Frau nicht mehr dabei helfen können, den Schmerz zu betäuben, begeht sie einen Suizidversuch – und rettet sich gerade noch rechtzeitig, um von ihrem Anwalt Danilo Fava zu erfahren, dass die Beamten zwei Verdächtige geschnappt haben. Bei André und Edda Möller handelt es sich um ein Neo-Nazi-Paar. Der Prozess ist trotz erdrückender Beweislage ein zermürbendes Ereignis – und in Katja schwillt der Gedanke an Gerechtigkeit. 

Fatih Akin gelingt mit „Aus dem Nichts“ ein famoses Schlachtengemälde über Schmerz, Wut, Trauer und den bedingungslosen Willen, um das zu kämpfen, was einen am Leben hält – und wenn es das Verlangen nach Vergeltung ist.

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