Monatsarchive: September 2016

Das startet am 29. September 2016

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 29. September, und seien wir ehrlich: Diese Woche steht nun mal im Zeichen des Pixar-Sequels „Findet Dorie“, weshalb die restlichen Starts ohne Zweifel verhältnismäßig untergehen werden. 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

FINDET DORIE | Regie: Andrew Stanton, Angus MacLane | USA 2016

Findet Dorie

Die blaue Paletten-Doktorfisch-Dame Dorie lebt inzwischen glücklich und zufrieden mit Nemo und Marlin im Korallenriff, als sie einen Geistesblitz hat: Irgendwo da draußen müsste doch ihre Familie sein, die vielleicht längst nach ihr sucht. Und so startet Dorie mit Marlin und Nemo in das größte Abenteuer ihres Lebens, das sie durch den Ozean bis zum berühmten Meeresbiologischen Institut in Kalifornien mit seinem Aquarium und seiner Rettungsstation für Meerestiere führt. Bei der Suche nach ihren Eltern bekommt Dorie Unterstützung von den schillerndsten Persönlichkeiten des Instituts: Da ist der mürrische Oktopus Hank, der nur noch sieben Tentakel hat, den Wärtern aber dennoch regelmäßig durchs Netz geht. Beluga Bailey glaubt, dass sein Echolot kaputt ist und Walhai Destiny ist extrem kurzsichtig. 4 von 5

„Findet Dorie“ ist eine starke, eigenständige Fortsetzung des Pixar-Klassikers von 2003, der mit hohen technischen Standards und einer erstaunlich komplexen Geschichte erzählt. Lediglich der innovative Eindruck des Vorgängers greift hier nicht mehr; dafür war „Findet Nemo“ damals einfach zu außergewöhnlich.


NEBEL IM AUGUST | Regie: Kai Wessel | DE 2016

Nebel im August

Nach einer wahren Begebenheit – Süddeutschland, Anfang der 1940er-Jahre. Der 13- jährige Ernst Lossa (Ivo Pietzcker), Sohn fahrender Händler und Halbwaise, ist ein aufgeweckter aber unangepasster Junge. Die Kinder- und Erziehungsheime, in denen er bisher lebte, haben ihn als „nicht erziehbar“ eingestuft und schieben ihn schließlich wegen seiner rebellischen Art in eine Nervenheilanstalt ab. Nach kurzer Zeit bemerkt er, dass unter der Klinikleitung von Dr. Veithausen (Sebastian Koch) Insassen getötet werden. Er setzt sich zur Wehr und versucht, den behinderten Patienten und Mitgefangenen zu helfen. Schließlich plant er die Flucht, gemeinsam mit Nandl, seiner ersten Liebe. Doch Ernst befindet sich in großer Gefahr, denn Klinikleitung und Personal entscheiden über Leben und Tod der Kinder…
4 von 5

„Nebel im August“ schlägt zwar erzählerisch keine allzu mutigen Wellen. Gleichwohl ist es das Wissen darum, dass sich die Geschehnisse im Film nicht bloß an dieser Einrichtung, sondern auch an vielen weiteren so zutrugen, die Kai Wessels Drama zu einem emotional fordernden Filmerlebnis machen. Technisch auf internationalem Niveau angesiedelt und mit herausragenden Darstellern versehen, ist „Nebel im August“ einer der stärksten deutschen Filme des Jahres.


WAR DOGS | Regie: Todd Phillips | USA 2016

War Dogs

David Packouz verdingt sich im sonnigen Miami Beach als Masseur der Reichen und Schönen. Auf der Beerdigung eines Freundes trifft er nach Jahren auf seinen ehemaligen Schulkumpel Efraim Diveroli, der, anders als David, mittlerweile richtig viel Geld verdient hat. Zunächst wollen die beiden ihre verlorene gemeinsame Zeit aufholen, indem sie kiffen, saufen und über Früher schwadronieren. Doch dann kommt ihnen eine Idee: Dank Efraims kruder Kontakte zur Waffenlobby wollen die Freunde eine wenig bekannte staatliche Regelung ausnutzen, nach der sich auch kleine Firmen um amerikanische Rüstungsaufträge bewerben dürfen. Nach bescheidenen Anfängen sprudelt plötzlich das Geld und erlaubt den beiden ein Leben in Saus und Braus. Doch dann verheben sie sich kräftig, als sie einen 300 Millionen schweren Auftrag erhalten…
3 von 5

Als Zuschauer weiß man nicht so recht, nach welchem Konzept Todd Phillips die Nacherzählung der absurden Waffenschieber-Ereignisse nun aufziehen wollte. „War Dogs“ fehlt es für eine reine Komödie an Biss und Tempo, als satirische Kriegsdramödie bleibt der Film zu oberflächlich. Dafür kann der Film darstellerisch sowie technisch punkten und darüber hinaus ist die Geschichte selbst skurril genug, um den Kauf eines Kinotickets zu rechtfertigen.


THE INFILTRATOR |  Regie: Brad Furman | USA 2016

The Infiltrator

In den Achtzigern arbeitet Robert Mazur für die US-amerikanische Drogenvollzugsbehörde. Undercover soll er sich in die internationale Geldwäscherszene einschleusen, um im Idealfall bis zum gefürchteten Drogenbaron Pablo Escobar vorzudringen. Gemeinsam mit seiner Kollegin Kathy Ertz und dem draufgängerischen Emir Ebreu gelingt es ihm, sich das Vertrauen der höheren Verbrecherkreise zu erschleichen, die ihn auf exklusive Partys und an die Tische von Schwerverbrechern führen. Das belastet allerdings nicht bloß seine Ehe, sondern auch die Gefühlswelt des rechtsschaffenden Agenten, denn die kriminellen Banker, Geschäftsleute und Drogendealer werden im Laufe der Zeit immer skeptischer im Anbetracht des „Neulings“. Gleichwohl weiß Robert: Wenn einer die Chance hat, die weltweiten Drogenkartelle zu stürzen, dann er… 3 von 5

„The Infiltrator“ ist ein solider Thriller aus dem Drogenmilieu, dem sein authentisches Achtzigerjahre-Flair gut zu Gesicht steht. Auch die Darsteller zeigen sich weitestgehend von ihrer engagierten Seite, doch erzählerisch bleibt der Film zu einfallslos, um wirklich zu bestechen.


FRANTZ |  Regie: François Ozon | DE/FR 2016
Frantz

Wir schreiben das Jahr 1919. Kurz nach dem Ersten Weltkrieg in einer deutschen Kleinstadt geht Anna (Paula Beer) jeden Tag zum Grab ihres Verlobten Frantz (Anton von Lucke), der in Frankreich gefallen ist. Sie wohnt bei den Eltern des Verstorbenen (Ernst Stötzner, Marie Gruber), die ihr weiterhin Halt geben und ihre Schwiegertochter durch diese schwere Zeit begleiten. Eines Tages legt Adrien (Pierre Niney), ein junger Franzose, ebenfalls Blumen auf das Grab von Frantz. Er stellt sich selbst als Freund des Verstorbenen vor und Anna ist schnell von ihm fasziniert. Doch das Geheimnis um Adriens Anwesenheit entfacht nach der deutschen Niederlage im Ort unvorhersehbare Reaktionen. Was für ein Geheimnis umgibt Adrien und wie stark belastet es die Beziehung zwischen ihm und Anna, die sich mittlerweile ineinander verliebt haben?


MIT DEM HERZ DURCH DIE WAND | Regie: Clovis Cornillac | FR 2015
Mit dem Herz durch die Wand

Mauerblümchen trifft Einsiedler. Eine junge Pianistin hat die perfekten vier Wände gefunden, um für die Aufnahmeprüfung am Konservatorium zu üben. Das glaubt sie jedenfalls. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Denn plötzlich beginnt es, in der Wohnung zu spuken, der reinste horreur! Schnell stellt sich raus, dass hinter dem einfallsreichen Spuk ein ruheliebender Nachbar steckt, der sich nur zu gern seinen erfinderischen Tüfteleien widmet und dessen Toleranzvorrat für die Welt da draußen schon lange aufgebraucht ist. So sehr er seine Wohnung liebt, so sehr hasst er ihre hellhörigen Wände und die stets wechselnden Bewohner dahinter. Doch mit solch einer hartnäckigen Nachbarin hat er nicht gerechnet und die beiden finden bald Gefallen daran, sich das Leben gegenseitig zur Hölle zu machen.


DIE LETZTE SAU | Regie: Aron Lehmann | DE 2016
Die letzte Sau

Es sind schwarze Tage für den Schweinebauern Huber. Sein Hof ist pleite. Die kleine Landwirtschaft ist nicht länger gegenüber den Agrarfabriken konkurrenzfähig. Und als schließlich vom Himmel ein Meteorit fällt und Hubers Hof in Schutt und Asche legt, hat Huber nichts mehr – außer einer letzten Sau. Zusammen mit diesem Schwein verlässt Huber die Ruine, welche einmal sein Hof war, und beginnt ein Leben als Heimatloser, als Vagabund und Indianer. Huber findet Gefallen an diesem Leben. Er ist jetzt ein Rebell und begegnet auf seiner Reise Menschen, denen es ähnlich erging wie ihm. Kleine, die von den Großen kaputt gemacht wurden. Für diese Kleinen erhebt sich Huber zum Widerstand und wird zum Symbol für Unruhe und Freiheit. Ein Streifzug durch die Welt beginnt, die ihn mit offenen Armen empfängt.


EUROPE, SHE LOVES | Regie: Jan Gassmann | CH/DE 2016
Europe, She Loves

Man könnte denken, dass in Zeiten, in denen die EU politisch auseinanderdriftet, auch die Menschen unterschiedliche Sorgen haben. „Europe, She Loves“ verwebt die Geschichten von vier Paaren an den Rändern Europas: Siobhan und Terry in Dublin wollen ohne Drogen leben; in Tallinn hofft Veronika, dass sich Harri besser mit ihrem Sohn Artur versteht; Penny will Thessaloniki und den älteren Niko verlassen, um in Italien zu arbeiten; und Juan und Caro in Sevilla, frisch verliebt, denken kaum an die Zukunft. Der Alltag bringt allen ähnliche Probleme und die Beziehungen sind eine Flucht in die Privatheit vor den sozialen und wirtschaftlichen Problemen Heimatänder. Exzessive Partys und Drogenkonsum sind für alle selbstverständlich, und sie lassen die Kamera an intimen Momenten bis zum Sex teilhaben.


MALI BLUES | Regie: Lutz Gregor | DE/MLI 2016
Mali Blues

Das westafrikanische Land Mali gilt als Wiege des Blues, den verschleppte Sklaven auf die Baumwollfelder Amerikas mitbrachten. Traditionelle Musik hält schon seit Jahrhunderten die Gesellschaft Malis zusammen. Doch Malis Musik ist in Gefahr. Radikale Islamisten führen im Norden des Landes die Scharia ein, verbieten Tanz und weltliche Musik, zerstören Instrumente und bedrohen die Musiker. Viele Musiker fürchten um ihr Leben und fliehen aus der Region um Timbuktu und Kidal. Doch der Islamistische Terror hat sich mittlerweile auch auf andere Teile Malis ausgeweitet. Die UNO-Kriegseinsätze werden weiter verstärkt, auch die deutsche Bundeswehr ist seit drei Jahren im Einsatz. „Mali Blues“ erzählt von vier Musikern, die Hass, Misstrauen und Gewalt in ihrem Land und eine radikale Auslegung des Islam nicht akzeptieren wollen.


Heimkinotipp: THE WITCH | Regie: Robert Eggers | USA/UK/CAN/BRA 2015

The Witch

Neuengland, 1630. Farmer William (Ralph Ineson) findet, gemeinsam mit Frau Katherine (Kate Dickie) und den fünf Kindern, ein neues Zuhause auf einem abgelegenen Stück Land, nahe eines düsteren Waldes.  Bald kommt es zu beunruhigenden Vorfällen: Tiere verhalten sich aggressiv, eines der Kinder verschwindet, während ein anderes von einer dunklen Macht besessen zu sein scheint. Misstrauen und Paranoia wachsen und die älteste Tochter Thomasin (Anya Taylor-Joy) wird der Hexerei beschuldigt. Als sich die Lage immer weiter zuspitzt, werden Glaube, Loyalität und Liebe jedes einzelnen Familienmitgliedes auf eine schreckliche Probe gestellt… 2 von 5

„The Witch“ beginnt atmosphärisch, doch als Regisseur Robert Eggers merkt, dass die Stimmung allein seinen Film nicht besonders macht, verliert sich seine Produktion in handelsüblichem Genre-Gewäsch, dem Figuren zum Opfer fallen, die ohne jedes Profil auskommen. Potenzial verschenkt!

The Infiltrator

Die Geschichte um den kubanischen Drogenbaron Pablo Escobar ist auch weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Dass THE INFILTRATOR trotzdem nicht über den Status „nett“ hinaus kommt, liegt nicht an der zweifelsfrei faszinierenden Persönlichkeit Escobars, die den Film maßgeblich prägt, sondern daran, dass die Handlung ansonsten austauschbar und beliebig ist. Mehr dazu in meiner Kritik.
The Infiltrator

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Verlosung: A Bigger Splash

Der auf visueller Ebene bestechende Erotikthriller A BIGGER SPLASH ging trotz Startbesetzung an den deutschen Kinokassen unter. Zum DVD- und Blu-ray-Start am 15. September verlose ich in Kooperation mit STUDIOCANAL Home Entertainment einmal die DVD und einmal die Blu-ray zum Film. Was Ihr tun müsst, um einen der Preise abzustauben, erfahrt Ihr weiter unten in diesem Posting.

Das berühmte Künstlerpaar Paul (Matthias Schoenaerts) und Marianne (Tilda Swinton) reist auf die idyllische Insel Pantelleria, um in der malerischen Abgeschiedenheit Süditaliens einen romantischen Urlaub zu verbringen. Es scheint der perfekte Ort. Doch die Harmonie der beiden gerät abrupt ins Wanken, als sie unerwartet Besuch von ihrem alten Freund Harry (Ralph Fiennes) und dessen äußerst attraktiven Tochter Penelope (Dakota Johnson) bekommen. Während Paul bald der lasziven Ausstrahlung der jungen Frau verfällt, erwacht zwischen Marianne und Harry eine „alte“ Leidenschaft. Ein gefährlicher Sog zieht die vier immer tiefer in einen Abgrund aus Eifersucht, Leidenschaft und sexueller Obsession…

Irgendwo im Kern mag in dem wirklich schön gefilmten „A Bigger Splash“ ja eine sozialkritische Charakterstudie stecken, doch Regisseur Luca Guadagnino ist viel lieber daran gelegen, dass sich seine durch und durch ätzenden Figuren durch ein bedeutungsschwangeres Skript overacten, dass am Ende nicht viel bleibt, außer der Wunsch nach dem baldigen Sommerurlaub!

A Bigger Splash

Euch hat „A Bigger Splash“ dennoch gefallen und ihr wollt ihn euch auf keinen Fall entgehen lassen? Dann müsst Ihr nichts weiter tun, als den zu dieser Verlosung gehörenden Facebook-Beitrag zu kommentieren, zu teilen oder zu liken. Da sich Wessels-Filmkritik.com immer über neue Follower freut, ist diese Verlosung ausschließlich für meine Facebook-Freunde und Twitter-Follower bestimmt. Einfach Fan werden – schon habt Ihr die Chance auf einen Gewinn!

Nach Teilnahmeschluss am 2. Oktober 2016 um 23:59 Uhr wähle ich via Zufallsverfahren den Gewinner oder die Gewinnerin aus und schreibe ihn oder sie über eine Privatnachricht an, damit Ihr den Preis so schnell wie möglich erhaltet. Nach Abschluss der Verlosung werden alle personenbezogenen Daten gelöscht. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. 

Videoabend: When Animals Dream

Kino ist teuer, mit einem gewissen Zeitaufwand verbunden und wer generell nicht gern unter Leute geht, der muss die Stoßzeiten meiden, um einen Film in Ruhe und ohne Störungen genießen zu können. Wenngleich die Videotheken nach und nach vom Online-Streaming verdrängt werden, geht doch nichts über einen gemütlichen Filmeabend auf dem heimischen Sofa. Obwohl die Auswahl riesig ist und Kinofilme immer schneller nach ihrem Start auch auf DVD und Blu-ray Disc erhältlich sind, lohnt sich sich ab und zu, einen Blick auf den Direct-to-Video-Markt zu werfen. Manchmal finden sich hier nämlich echte Perlen, ebenso sehr wie solche, die sich erst im Nachhinein als Rohrkrepierer erweisen. In meiner Rubrik VIDEOABEND möchte ich Euch jede Woche einen Film vorstellen, der es hierzulande nicht oder nur sehr limitiert ins Kino geschafft hat.

Diese Woche widme ich mich dem dänisch-französischen Horrordrama „When Animals Dream“, das seit dem 8. Januar 2015 auf DVD und Blu-ray Disc im Handel erhältlich ist.

When Animals Dream

Wie in Wasserfarben gemalt bewegt sich die raue Kulisse der dänischen Küste über die Leinwand. Die Wellen peitschen gegen Felsen, bärtige, muskelbepackte Arbeiter zerlegen Unmengen an Fisch und zwischen alledem steht die 16-jährige Marie (in einer grandiosen Debütrolle: Sonja Suhl). Unter ihren grobmotorisch veranlagten Kollegen irgendwie fehl am Platz wirkend, versucht sie, nicht aufzufallen. Doch mit ihrem zarten Erscheinungsbild bettelt sie nahezu um Aufmerksamkeit. Zuhause erwartet sie ihre im Rollstuhl sitzende Mutter (Sonja Richter), die in der Lethargie ihres beschränkten Alltags jedwede Lebensfreude verloren hat, sowie ihr Vater („Sherlock“-Bösewicht Lars Mikkelsen) Thor. In dieser grauen Tristesse vernimmt Marie alsbald Veränderungen an ihrem Körper. Hautausschlag und verstärkter Haarwuchs kündigen ein Unheil an, auf das nicht nur ihre eigene Familie seit jeher zu warten scheint…

 Prokino bewirbt ihn wie folgt: 

Nordischer Horror ist skandinavische Melancholie, die Schönheit unserer Natur und die Leere unserer Seelen, die nach Antworten sucht.

Kritik

Wenn der dänische Regie-Neuling Jonas Alexander Arnby eines versteht, dann ist es das Ausnutzen einer bestimmten Atmosphäre, um anhand dieser eine elektrisierende Geschichte zu erzählen. „When Animals Dream“ ist visuell von einer solchen Durchschlagskraft, dass das Storytelling schnell zur Nebensache wird. Schlussendlich schlägt der Filmemacher Kritikern gerade dadurch ein Schnippchen: Die Story seines neuen Projekts ist für sich allein stehend betrachtet nicht allzu außergewöhnlich, übt aufgrund ihrer Bildästhetik dennoch durchgehend eine enorme Faszination aus, sodass es fast scheint, als würde das Leinwandgeschehen die Sinne benebeln. Sonja Suhl lässt in ihrer Verkörperung der Marie Faktoren einer Alltagsheldin mit der einer nicht einzuschätzenden Gefahr vermischen. Dabei entsteht eine Anziehungskraft, die Suhl sämtliche ihrer Schauspielkollegen an die Wand spielen lässt. Lars Mikkelsen, Sonja Richter („Erbarmen“) sowie  Jakob Oferbro („Kon-Tiki“), der als ihr potenzieller Love Interest die Faszination für Marie wiederspiegelt, wirken neben Suhl wie hypnotisiert.

Bedächtig, fast lethargisch und ohne viel Dialog wird das Publikum Zeuge, wie eine junge Frau nicht nur unheimliche Veränderungen an sich selbst, sondern auch ihr sexuelles Verlangen entdeckt. Die Symbiose beider Elemente versteht Arnby in mehreren Szenen perfekt und ohne aufdringlichen Symbolismus einzufangen und zieht durch die Unberechenbarkeit der Prämisse die Spannungsschraube weiter an. So folgt „When Animals Dream“ zwar bewährten Horrortrends, gibt ihnen aufgrund von philosophischen Beiklängen allerdings eine vollkommen andere Bedeutung als andere Genrevertreter. Allzu viel sei dazu an dieser Stelle allerdings nicht verraten. Der beim Filmfestival in München einst seine Deutschlandpremiere feiernde Mystery-Horrorthriller ist aufgrund seiner auf den ersten Blick behäbig wirkenden Inszenierungsweise und der unkonventionellen Story gewiss kein Film für die breite Masse. Dabei ist „When Animals Dream“ in seinem Auftreten so einzigartig, dass die Nische möglicherweise einen neuen Kultfilmanwärter für sich finden wird. Ähnlich des Edel-Thrillers „Only God Forgives“, der mit Nicolas Winding Refn ebenfalls von einem experimentierfreudigen Dänen stammt, ist der Schlüssel zum Erfolg, sich voll und ganz auf das Szenario einzulassen.

WHEN ANIMALS DREAM stammt von Jonas Alexander Arnby, das Skript zum Film schrieb Rasmus Birch. Der Cast besteht unter anderem aus Sonia Suhl, Lars Mikkelsen, Sonja Richter, Jakob Oftebro und Stig Hoffmeyer. Bei dem Film handelt es sich um ein Horrordrama, produziert in Dänemark und Frankreich aus dem Jahr 2014. Der Film ist hierzulande ungekürzt auf DVD erhältlich und ab 16 Jahren freigegeben. Die Länge beträgt 84 Minuten.

Fazit

„When Animals Dream“ ist vor allem eines: ein Erlebnis. Während sich der Kulisse schon ab der ersten Szene kaum jemand entziehen kann, kommt das Storytelling des 40-jährigen Dänen durchaus gewöhnungsbedürftig daher. Für ein Langfilmdebüt ist die inszenatorische Fokussierung beachtlich. Schnörkellos manövriert Arnby seinen grandiosen Cast durch eine einzigartige Geschichte, die in ein eindringliches und konsequentes Finale mündet.

Mein Tipp: kann man kaufen!

War Dogs

Wie zwei Vollpfosten die US-amerikanische Waffenindustrie auf den Kopf stellten: Die Ereignisse in WAR DOGS haben sich so tatsächlich zugetragen. Trotzdem macht „Hangover“-Regisseur Todd Phillips aus diesem Szenario keinen derben Komödienkracher, sondern eine versuchte Kriegssatire mit Hintersinn. Mehr dazu in meiner Kritik.
War Dogs

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