Monatsarchive: Juli 2016

Das Startet am 21. Juli 2016

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 21. Juli, an dem im Vergleich zur letzten Woche nur wenig los ist. Alle Blicke richten sich auf den neuesten Teil der „Star Trek“-Saga. Angesichts des späten Pressetermins sowie der austauschbaren Trailer ist es wirklich schwer zu glauben, dass sich dahinter ein Meisterwerk verbirgt. Dasselbe gilt überraschenderweise auch für den neuen Film von Steven Spielberg: „BFG – Big Friendly Giant“ ist das schwächste Werk des Altmeisters und muss sich in dieser Woche von der französischen Tragikomödie „Frühstück bei Monsieur Henri“ in die Schranken weisen lassen – eine rührende, angenehm ehrliche Geschichte darüber, dass man einander nicht verbiegen muss, um zueinander zu finden. 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

FRÜHSTÜCK BEI MONSIEUR HENRI | Regie: Ivan Calbérec | FR 2015

Frühstück bei Monsieur Henri

Monsieur Henri ist ein mürrischer alter Herr und stolz darauf. Er lebt allein mit einer Schildkröte in einer viel zu großen Pariser Altbauwohnung und ärgert sich – über die Ehefrau seines Sohnes, die jungen Leute von heute oder was sonst so anfällt. Doch weil Henris Gesundheit letzthin etwas nachgelassen hat, beschließt sein Sohn Paul, dass es Zeit wird für eine Mitbewohnerin. Mit der chronisch abgebrannten Studentin Constance kommt ihm eine junge Dame ins Haus, die all das hat, was Henri auf den Tod nicht leiden kann, die seine Pantoffeln klaut und unerlaubt das Klavier benutzt. Weil sich Constance die Miete eigentlich nicht leisten kann, bietet Henri ihr ein skurriles Geschäft an: Wenn sie es schafft, seinem Sohn Paul so lange schöne Augen zu machen, bis der seine Ehefrau verlässt, ist die Miete umsonst. Mehr übel als wohl willigt Constance ein…
4 von 5

„Frühstück bei Monsieur Henri“ ist nicht so lustig, wie es die Prämisse verspricht, geht aber vor allem deshalb zu Herzen, weil Regisseur Ivan Calbérec auf allzu seichte Handlungsentwicklungen verzichtet und er seinen Figuren Schwächen zugesteht, für die in anderen Filmen kein Platz ist.


STAR TREK BEYOND  |  Regie: Justin Lin  |  USA 2016

Star Trek Beyond

Gen Ende einer fünfjährigen Forschungsmission gerät die Enterprise in einen gnadenlosen Hinterhalt. Unter Dauerbeschuss kann die Crew um Captain Kirk (Chris Pine) nur in letzter Sekunde auf fremdem Terrain notlanden. Doch statt in Sicherheit befindet sie sich plötzlich zwischen den Fronten eines scheinbar ausweglosen Konflikts. Getrennt voneinander und ohne Kontakt zur Außenwelt ziehen Kirk und sein Team in den Kampf gegen einen mysteriösen und übermächtigen Feind. Worauf dieser es abgesehen hat, findet die Raumschiff-Besatzung nur langsam heraus. Doch als Kirk und Co. endlich wissen, womit – vor allem aber mit wem sie es hier zu tun haben, scheint es schon zu spät und einen Ausweg aus dieser Misere scheint es nicht zu geben. Wie gut, dass das Team bestens auf einander eingespielt ist, denn nur so kann es ihm gelingen, sich selbst und einmal mehr das Universum zu retten. 3 von 5

„Star Trek Beyond“ liefert genau das, was Justin Lin mit seiner Regiearbeit riskiert: wenig. Der Blockbuster punktet mit einer Grundsympathie der Figuren und einer spektakulären Optik. Inhaltlich sind Konflikte und Dramaturgie hingegen so austauschbar, dass ein während der Vorstellung stattfindender Gang auf die Örtlichkeiten nicht für das Gefühl sorgt, irgendetwas Relevantes verpasst zu haben.


BFG – BIG FRIENDLY GIANT | Regie: Steven Spielberg | USA 2016

BFG - Big Friendly Giant

Das junge Londoner Waisenmädchen Sophie (Ruby Barnhill) lernt eines Tages einen geheimnisvollen Riesen (Mark Rylance) kennen, als dieser sie zur Geisterstunde aus ihrem Bett entführt. Aus anfänglicher Angst und Skepsis erwächst schon bald eine enge Freundschaft zwischen den beiden Außenseitern. Doch das Idyll des Riesen, den Sophie BFG tauft, ist keines. Er lebt mit einer Horde menschenfressender Wüstlinge zusammen, zu denen der freundliche Gigant nicht so recht passen will. Gemeinsam mit Sophie könnte es ihm jedoch gelingen, endlich in Frieden zu leben und die Welt wieder mit Träumen zu versorgen. Fortan gehen er und Sophie durch dick und dünn, erleben Seite an Seite aufregende Abenteuer, tauchen ein in fabelhafte Welten und finden am Ende ihrer fantastischen Reise schließlich zu sich selbst. 2 von 5

„BFG – Big Friendly Giant“ ist in seiner visuellen Verspieltheit verzaubernd und beeindruckend zugleich. Inhaltlich missfallen hingegen die anstrengende Fantasiesprache, die oberflächliche Figurenzeichnung sowie die kuriose Dramaturgie, durch die sich „BFG“ in zwei vollkommen unabhängig voneinander existierende Teile aufteilen lässt.


THE GIRL KING |  Regie: Mika Kaurismäki |  FIN/DE/CAN/SWE/FR 2015

The Girl King

Herbst 1632. Inmitten des Dreißigjährigen Kriegs kämpfen Protestanten gegen Katholiken, Schwedens König Gustav II. Adolf fällt auf der Seite der Protestanten. Nach seinem Tod wird seine Tochter Kristina Wasa zur nominellen Regentin von Schweden, obwohl sie erst sechs Jahre alt ist. Sie wird wie ein Junge erzogen, so bekommt sie mehr Bildung mit auf den Weg, als es für Frauen im 17. Jahrhundert üblich war. Sie liebt die Jagd, die Kunst und die Wissenschaften. Mit achtzehn weigert sie sich zu heiraten und verfällt stattdessen sexuell wie emotional ihrer schönen Kammerzofe Ebba Sparre. Nicht genug mit diesem Skandal konfrontiert sie den konservativen Königshof weiterhin mit der modernen Welt: Nach ihrer Krönung will sie vor allem den immer noch andauernden Krieg beenden und Schweden zu einem kultivierten Land machen.


CENSORED VOICES | Regie: Mor Loushy | ISR/DE 2015
Censored Voices

1967. Der Sechstagekrieg endet mit einem triumphalen Sieg für Israel. Das kleine Land vergrößert sich um das Dreifache. Jerusalem, Gaza und West Bank sind ab nun in israelischer Hand. Die Nation wird beherrscht von lautem Jubel, rauschenden Siegesfeiern, herrschaftlichen Paraden und taumelnder Freude. Nach einem solchen Sieg werden es die Araber nie wieder wagen, Israel anzugreifen! Aber hinter der Euphorie verbergen sich andere Stimmen. Die Stimmen der Soldaten. Die jungen Krieger kehrten zurück in ihre Häuser. Verwirrt, traumatisiert, voller Angst- und Schuldgefühlen. Der 6-Tage-Krieg endet mit einem Triumph für Israel: Jerusalem, Gaza und West Bank sind ab nun in israelischer Hand. Nur einen Monat danach interviewte der Schriftsteller Amos Oz die beteiligten Soldaten, die berichteten, was wirklich geschah.


MA FOLIE  |  Regie: Andrina Mračnikar | AT/FR 2015

Ma Folie

Hanna liebt Yann und die Lettres filmées. Poetisch-essayistische, mit dem iPhone aufgenommene Kurzfilme, die er ihr schickt. Yann liebt Hanna, aber er vertraut ihr nicht. Er verlässt sie, doch lässt er sie nicht mehr allein. Seine Lettres filmées werden plötzlich zur Bedrohung und Hanna weiß nicht, wem sie noch vertrauen kann. „Ma Folie“ beginnt als romantische Lovestory, als leidenschaftliche Amour Fou, entwickelt sich aber nach und nach zu einem vielschichtigen Psychothriller, bei dem die Grenzen zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung, Vertrauen und Misstrauen, Realität und Illusion, Wahrheit und Lüge verschwimmen. Das Spielfilmdebüt der Michael-Haneke-Schülerin Andrina Mračnikar besticht durch das intensive Spiel von Alice Dwyer und Sabin Tambrea als junge Liebende, die sich gegenseitig in den Wahnsinn treiben.


Heimkinotipp: TRUMBO | Regie: Jay Roach | USA 2015

Trumbo

In den Vierzigerjahren läuft es grandios für Dalton Trumbo: Er ist einer der bestbezahlten Drehbuchautoren Hollywoods. Seine Bücher werden in den Händen der Hollywood-Studios zu großen Blockbustern. Es ist keine Frage, dass er einen Oscar® bekommen wird, die Frage ist nur: wann? Doch mit dem Kalten Krieg und dem Aufstieg des Kommunistenhassers Senator McCarthy endet Trumbos Triumphzug. Die Kolumnistin Hedda Hopper macht Stimmung gegen die hoch bezahlten Verräter Hollywoods, und die Filmstars John Wayne und Ronald Reagan helfen bei der Hexenjagd. Als sich Trumbo weigert, vor dem berüchtigten Komitee für unamerikanische Umtriebe auszusagen, landet er auf der schwarzen Liste und verliert seinen Studiovertrag mit MGM. Doch Trumbo wäre nicht Trumbo, würde er sich unterkriegen lassen. 4 von 5

Die Oscar-nominierte Tragikomödie „Trumbo“ reißt viele Themen an und verzettelt sich dabei nur minimal. Bryan Cranston glänzt als kauziger Schriftsteller und Helen Mirren liebt ihre Rolle der gehässigen Journalistin. Trotz Längen im Mittelteil empfiehlt sich dieser Film all jenen, die sich auch mit der gehässigen Seite Hollywoods einmal auseinandersetzen wollen.

Pets

In den USA hat PETS in den ersten Tagen direkt den Rekord für das erfolgreichste Startwochenende eines Original-Films gebrochen. Nun kommt das neueste Werk aus den Illumination-Studios auch in unsere Kinos und ein Endergebnis in mehrstelliger Millionenhöhe dürfte ziemlich sicher sein. Warum, das verrate ich in meiner Kritik.Pets Weiterlesen

Videoabend: Holidays

Kino ist teuer, mit einem gewissen Zeitaufwand verbunden und wer generell nicht gern unter Leute geht, der muss die Stoßzeiten meiden, um einen Film in Ruhe und ohne Störungen genießen zu können. Wenngleich die Videotheken nach und nach vom Online-Streaming verdrängt werden, geht doch nichts über einen gemütlichen Filmeabend auf dem heimischen Sofa. Obwohl die Auswahl riesig ist und Kinofilme immer schneller nach ihrem Start auch auf DVD und Blu-ray Disc erhältlich sind, lohnt sich sich ab und zu, einen Blick auf den Direct-to-Video-Markt zu werfen. Manchmal finden sich hier nämlich echte Perlen, ebenso sehr wie solche, die sich erst im Nachhinein als Rohrkrepierer erweisen. In meiner Rubrik VIDEOABEND möchte ich Euch jede Woche einen Film vorstellen, der es hierzulande nicht oder nur sehr limitiert ins Kino geschafft hat.

Diese Woche widme ich mich der amerikanischen Horroranthologie „Holidays – Surviving Them is Hell“, die ab dem 15. Juli 2016 auf DVD und Blu-ray Disc im Handel erhältlich ist.

Ein junges Mädchen wird von ihren Mitschülern drangsaliert und entlädt ihren Zorn in einer unfassbaren Verzweiflungstat. Die Schwangerschaft einer Lehrerin nimmt einen unerwarteten Verlauf. Die nächtliche Begegnung mit dem Osterhasen wird zu einem Albtraum ohnegleichen. In der Einsamkeit der kalifornischen Wüste treibt ein seltsamer Kult sein Unwesen. Die plötzlich auftauchende Botschaft ihres seit Jahren verstorben geglaubten Vaters führt einen rebellischen Teenager in die vergessenen Straßen ihrer Stadt. Das diesjährige Halloween-Fest hält für den schmierigen Möchtegern-Pornoproduzenten Ian eine bittere Lektion in Sachen Schmerz bereit. Selbst Weihnachten verläuft anders als sonst, nachdem sich ein verzweifelter Vater auf unfeine Art das letzte Exemplar eines begehrten Hightech-Geschenks sichert. Und zum Jahresausklang trifft schließlich ein psychopathischer Killer auf ein vermeintlich wehrloses Opfer.

Meteor Film bewirbt ihn so: 

Von den Regisseuren von DRACULA UNTOLD, DARK SKIES, TUSK, STARRY EYES, MIDNIGHT SWIM, THE PACT und SOME KIND OF HATE.

Kritik

Bis zum Ende der Achtzigerjahre hatte das Slashergenre so ziemlich jeden Feiertag rund um den Erdball mindestens einmal zum Dreh- und Angelpunkt eines Horrorfilms werden lassen. Nun begeben sich Kevin Smith („Tusk“), Gary Shore („Dracula Untold“), Nicholas McCarthy („At the Devil’s Door“) und noch viele weitere Horrorveteranen zurück an die Quelle und sind mit ihren Kurzfilmen Teil von „Holidays“, einer Horroranthologie, die – wie der Name schon sagt – Feiertage und ihre blutrünstigen Seiten zu einem skurrilen Schlitzerspaß werden lässt. Erwartungsgemäß bilden die ganz unterschiedlich aufbereiteten Filmchen zusammen eine echte Horror-Wundertüte, bei der ein guter Schuss Humor jedoch nicht fehlen darf. An all den Feiertagen, vom Valentinstag über Ostern bis hin zum St. Patricks-Day oder Weihnachten, kommen die Protagonistinnen und Protagonisten in merkwürdigste Situationen, die sich aus allen möglichen Subgenres des Horrorkinos zusammensetzen. In der Episode zum St. Patricks Day etwa muss sich eine Frau mit der bevorstehenden Geburt eines Babys auseinandersetzen, das alles andere als menschlich ist – Creature-Feature-Spaß ist da vorprogrammiert, ohne dass wir bereits an dieser Stelle schon zu viel verraten wollen. Wenn im Kurzfilm zu Ostern derweil ein kleines Mädchen des Nachts auf den Osterhasen trifft, kann das zwangsläufig nicht ohne Folgen bleiben. Immerhin hat sie etwas gesehen, was nie jemand hätte sehen sollen. Was unterdessen passiert, wenn ein Mädchen am Valentinstag so schwer gemobbt wird, dass sie ihrem angehimmelten Sportlehrer schließlich wortwörtlich das Herz zu Füßen legt, dann geht es splatterig und dramatisch zugleich zu.

Zu sagen, welche der Episoden, die sich zum Teil sichtbar an Klassikern wie „Carrie“, „Hard Candie“ oder auch alten „Akte X“-Folgen orientieren, die beste ist, ist schwer. Denn obwohl jeder der Kurzfilme von einem anderen Regisseur inszeniert wurde, ist „Holidays“ von allen Horror-Anthologien der letzten Jahre („ABCs of Death“, „V/H/S“, „Tales of Halloween“) jener, der den besten Gesamteindruck macht. Sich vom Tonfall her stark unterscheidend, wirken die einzelnen Episoden inszenatorisch so ähnlich, dass nicht der Eindruck von Stückwerk entsteht, sondern der eines in sich geschlossenen, runden Films. Technisch spielt „Holidays“ jedoch bei weitem nicht in der Liga der Obersten mit. Kevin Smith, Gary Shore und Co. legen den Fokus lieber auf den Inhalt und verlassen sich bei der produktionstechnischen Ausstattung nur auf das Nötigste. Das ist allerdings auch nicht weiter schlimm, denn gerade im Fall der Episoden St. Patricks Day, Muttertag und Halloween wirkt die bewusste Verwendung von eher trashigen Effekten gewollt und dadurch charmant-antiquiert.

HOLIDAYS stammt von Anthony Scott Burns, Kevin Kolsch, Nicholas McCarthy, Adam Egypt Mortimer, Ellen Reid, Gary Shore, Kevin Smith, Sarah Adina Smith, Scott Stewart und Dennis Widmyer, die jeweils auch das Skript zu ihrer Episode schrieben. Der Cast besteht unter anderem aus Lorenza Izzo, Kevin Smith, Seth Green, Harley Quinn Smith, Michael Gross, Ruth Bradley und Aleksa Palladino. Bei dem Film handelt es sich um einen Horrorfilm, produziert in den USA aus dem Jahr 2016. Der Film ist hierzulande ungekürzt auf DVD und Blu-ray Disc erhältlich und ab 16 Jahren freigegeben. Die Länge beträgt 105 Minuten.

Fazit

Psychohorror, Creature-Feature-Spaß und Torture-Porn: „Holidays“ ist eine Horror-Wundertüte, bei der Grusel, Ekel und Spaß Hand in Hand gehen und die ganz nebenbei auch noch den einen oder anderen Knalleffekt bereithält.

Mein Tipp: kann man kaufen!

Verlosung: Son of Saul

Es ist ein erschütterndes, hochgelobtes und mit diversen Filmpreisen ausgezeichnetes Spielfilmdebüt, das der 38-jährige ungarische Regisseurs Lászlo Nemes mit SON OF SAUL abliefert. Die Kamera, die Saul auf Schritt und Tritt folgt und die eindringlichen Toneffekte lassen den Zuschauer mit ihm durch die Hölle gehen – aber auch verstehen, dass er alles tut, um einen Funken Menschenwürde unter unwürdigsten Bedingungen aufrecht zu erhalten. Ein schmerzhafter, wichtiger Film gegen das Vergessen, der ab dem 21. Juli endlich auch fürs Heimkino erhältlich ist. Zum DVD- und Blu-ray-Release am verlose ich in Kooperation mit Sony Pictures Home Entertainment zweimal die DVD zum Film. Was Ihr tun müsst, um einen der Preise abzustauben, erfahrt Ihr weiter unten in diesem Posting.

Oktober 1944, Auschwitz-Birkenau. Saul (Géza Röhrig) ist Ungar und arbeitet im Sonderkommando einer Gruppe Juden, die den Nazis assistieren muss. Bei der Arbeit entdeckt Saul die Leiche eines Jungen, in dem er seinen Sohn zu erkennen glaubt. Als das Sonderkommando eine Rebellion plant, wagt Saul das Unmögliche: Er will den Leichnam vor der Schändung bewahren, einen Rabbiner finden der das Kaddisch der Trauernden betet und seinem Jungen eine angemessene Bestattung ermöglicht.

„Es war gut, aber es ist ist gut, dass es war!“ – dieser Satz passt wie die Faust aufs Auge zu „Son of Saul“, dem diesjährigen Oscar-Gewinner in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“. Wie der Ungar Lászlo Nemes anhand des (fiktiven, jedoch von wahren Ereignissen geformten) Einzelschicksals seiner Hauptfigur Saul die unvorstellbaren Vorgänge im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau nachzeichnet, ist so aufwühlend, kraftvoll und niederschmetternd zugleich, dass man diesen Film auf der einen Seite gesehen haben muss, um zumindest im Ansatz eine Vorstellung von dem zu haben, was im zweiten Weltkrieg hinter den Mauern des KZs geschah; auf der anderen Seite wünscht man sich, diesen beklemmend-nüchternen, in keinem Moment effekthascherischen oder gar voyeuristische Film nie erlebt zu haben. Die Kamera von Mátyás Erdély ist stets so nah an der Hauptfigur, dass das um Saul herum stattfindende Geschehen nur selten direkt sichtbar wird. Umrisse sind verschwommen, das Grauen spiegelt sich entweder im Gesicht der Hauptfigur wieder, oder spielt sich auf der einschneidenden Tonspur ab. Eine deutsche Synchronisation gibt es nicht, würde diese der Authentizität dieses Films doch so sehr schaden, wie aktuell wohl keinem anderen Film. Damit gelingt es Lászlo Nemes als Einzigem neben Steven Spielberg („Schindlers Liste“), eine angemessene Betrachtung des Holocausts zu finden, indem er die Menschlichkeit aus der Szenerie verbannt, woran nicht zuletzt auch die Hauptfigur zugrunde gehen wird. Der wohl wichtigste Film des Jahres!

Son of Saul

Ihr wollt Euch „Son of Saul“ auf keinen Fall entgehen lassen? Dann müsst Ihr nichts weiter tun, als den zu dieser Verlosung gehörenden Facebook-Beitrag zu kommentieren, zu teilen oder zu liken. Da sich Wessels-Filmkritik.com immer über neue Follower freut, ist diese Verlosung ausschließlich für meine Facebook-Freunde und Twitter-Follower bestimmt. Einfach Fan werden – schon habt Ihr die Chance auf einen Gewinn!

Nach Teilnahmeschluss am 24. Juli 2016 um 23:59 Uhr wähle ich via Zufallsverfahren den Gewinner oder die Gewinnerin aus und schreibe ihn oder sie über eine Privatnachricht an, damit Ihr den Preis so schnell wie möglich erhaltet. Nach Abschluss der Verlosung werden alle personenbezogenen Daten gelöscht. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück!

Frühstück bei Monsieur Henri

Eine unbedarfte junge Französin mietet sich bei einem unzufriedenen alten Witwer ein. Sie gibt ihm etwas von ihrer Leichtigkeit ab, er öffnet ihr die Augen fürs Wesentliche. Das sind die Zutaten, durch die FRÜHSTÜCK BEI MONSIEUR HENRI überraschenderweise weniger klischeehaft daherkommt, als es die Thematik anmuten lässt. Wie gut der Film genau geworden ist, das verrate ich in meiner Kritik.Frühstück bei Monsieur Henri Weiterlesen

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