Schlagwort-Archiv: Jim Jarmusch

Das startet am 13. Juni 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 13. Juni, dessen größten Start wir – wieder einmal – nicht vorab sehen konnten. Wie sich „Men In Black: International“ schlägt, verraten wir auch an dieser Stelle am Mittwoch. Bis dahin müssen wir Euch vertrösten. Unter anderem mit einer Zombie-Komödie von Jim Jarmusch, dem neuesten Film von „Son of Saul“-Regisseur László Nemesz und dem überraschend gelungenen zweiten Teil des Hundefilms „Bailey“. Achso, und was es mit „Hollywoodtürke“ auf sich hat, wissen wir auch nicht…

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

THE DEAD DON’T DIE | Regie: Jim Jarmusch | USA/SWE 2019

Eine Verschiebung der Erdachse löst eine Abfolge seltsamer Geschehnisse in der beschaulichen Kleinstadt Centerville aus. Während Sherriff Cliff Robertson (Bill Murray) noch rätselt, ist sich sein Kollege Ronald Peterson (Adam Driver) sicher: Es muss sich um eine Epidemie von Zombies handeln. Diese haben es allerdings nicht nur auf die Bürger von Centerville abgesehen, sondern auch auf Dinge, mit denen sie sich bevorzugt zu Lebzeiten beschäftigt haben. So wandeln sie auf den Straßen – hungrig nach Menschenfleisch, Kaffee und gerne auch einem Gläschen Chardonnay. Als sich herausstellt, wie man der untoten Ghule habhaft werden kann, macht das Polizistenduo bewaffnet mit Machete und Schrotflinte und unterstützt von ihrer jungen Kollegin (Chloë Sevigny) nun Jagd auf Zombieköpfe, um die Stadt doch noch vor der Invasion zu retten. 

Jim Jarmusch macht auch in „The Dead Don’t Die“ das was er am besten kann und setzt auf größtmögliche Reduktion – nicht nur im Hinblick auf das Tempo, sondern auch in der Kreation seiner Gags. Die starbesetzte Zombiecomedy ist vor allem deshalb so lustig, weil alles an ihr darauf angelegt ist, dass sie es nicht ist. Muss man mögen, kann man lieben.


BAILEY 2 – EIN HUND KEHRT ZURÜCK | Regie:  Gail Mancuso | CHN/IND/HKG/USA 2019

Hund Bailey ist in die Jahre gekommen. Früher tollte er noch gemeinsam mit seinem Herrchen Ethan über die Wiesen und führte ihn sogar mit seiner heutigen Frau Hannah zusammen, doch mittlerweile lässt es der gutmütige Rüde ruhiger angehen. Ethans und Hannahs Enkelin Calista Jane – kurz: CJ – hat es dem Ehepaar und Bailey besonders angetan. Doch CJs Mutter Gloria ist seit dem Tod ihres Mannes vollkommen überfordert. Sie träumt von einer Karriere als Sängerin und vernachlässigt darüber ihre Tochter. Trotzdem nimmt sie CJ eines Tages mit zu sich, als sie überstürzt von der Farm ihrer Eltern aufbricht und versucht, sich in der Stadt ein neues Leben aufzubauen. Zunächst muss CJ hier ganz allein klarkommen. Doch schon bald trifft sie über Umwege auf die junge Hündin Molly. Was CJ nicht ahnt: In Molly steckt die Seele des mittlerweile verstorbenen Bailey…

„Bailey 2 – Ein Freund fürs Leben“ erzählt eine reifere Geschichte als noch der erste Teil und profitiert von einem überzeugenderen Synchronsprecher in der Rolle des Titelhundes. Und obwohl die Story zwischenzeitlich an Kitsch und Überkonstruktion zu scheitern droht, geht man am Ende doch mit einem bemerkenswerten Wohlgefühl aus dem Kino.


MEN IN BLACK: INTERNATIONAL | Regie: F. Gary Gray | DE 2019

Schon seit frühester Kindheit weiß Molly (um die Existenz der Men in Black. Irgendwann bat sie schließlich selbst um Rekrutierung und fand bei der resoluten Agent O Gehör. Mittlerweile nennt sie sich nur noch Agent M und steht an der Seite des arroganten Agent H  vor ihrem ersten großen Auftrag: In der britischen Hauptstadt London soll sie Vungus, den Angehörigen eines außerirdischen Königshauses, beschützen. Doch kurz nach seiner Ankunft auf der Erde wird er das Opfer einer tödlichen Attacke. Gemeinsam mit dem Alien Pawny setzen die Agents M und H alles daran, Vungus‘ Mörder zu finden und eine gefährliche Waffe in Sicherheit zu bringen, die dieser M kurz vor seinem Tod überlassen hatte. Doch je näher die drei des Rätsels Lösung kommen, desto gefährlicher wird es, denn offenbar gibt es einen Maulwurf unter den Men in Black…

Die Zutaten sind da, doch Regisseur F. Gary Gray kocht sie für „Men in Black: International“ nur nochmal neu auf, anstatt sie mit eigenen Ideen abzuschmecken. Das macht den vierten Teil der Alien-Action-Reihe nicht schlecht, aber verzichtbar und vergessenswert – und das ist ja eigentlich noch viel schlimmer.


SUNSET | Regie: László Nemes | HUN/FR 2018

Das Hutmachergeschäft Leiter ist nicht nur bekannt für seine außergewöhnlichen Kreationen, sondern auch ein Ort großer Träume. Zumindest für die junge Iris Leiter (Juli Jakab), die 1913 nach Budapest kommt, um in dem Laden als Hutmacherin anzufangen, der einst ihren Eltern gehörte und in dem sie bei einem verheerenden Feuer ihr Leben verloren. Der jetzige Inhaber Oskar Brill weist jedoch die junge Frau ab. Aber Iris hat nicht vor, Budapest zu verlassen. Beharrlich macht sie sich auf die Suche nach ihrer Vergangenheit. Dabei kommt sie einem Geheimnis auf die Spur, das sie nicht nur zu einem gewissen Kalman Leiter, sondern auch bis in die höchsten Kreise der österreichisch-ungarischen Gesellschaft führt. Und angeblich hat sie auch einen Bruder, der von vielen allerdings als Mörder angesehen wird…

Mit seiner sehr subjektiven Kameraperspektive, durch die man vorwiegend die Hauptdarstellerin Juli Jakab im Fokus hat, folgt László Nemes auch in „Sunset“ einer ungeheuren Formstrenge. Sein Ansatz, den Zuschauer in exakt dasselbe Gewirr zu stürzen wie auch seine ahnungslose Hauptfigur, ist mutig und konsequent. Doch auch wenn das fehlende Verständnis Methode hat, macht es einem die kaum dechiffrierbare Geschichte dadurch erst recht schwer, an sie anzudocken. Geschmackssache.


HOLLYWOODTÜRKE | Regie: Murat Ünal | DE 2018

Der erfolglose türkische Schauspieler Alper (Murat Ünal) träumt von einer erfolgreichen Hollywoodkarriere und großen Filmrollen, findet in Berlin aber keine außer Dönerverkäufer, Gangster oder Terrorist. Um seinem Traum von Hollywood und der Frau seines Herzens näher zu kommen, gibt er sich aus der Not heraus als Italiener aus. Und der Plan geht sogar auf, denn für ein bevorstehendes Filmprojekt wird er tatsächlich als Darsteller eines Migranten aus der Arbeiterklasse genommen – als Italiener. Doch Alper hat nicht mit den Folgen dieser „Notlüge“ gerechnet, denn als er auch bei seiner Angebeteten plötzlich gut ankommt, weil er eben kein Türke, sondern Italiener ist, droht die zarte Romanze auf einer Lüge zu fußen. Alper muss sich also entscheiden: Hält er seine Scheinidentität als Italiener aufrecht und kommt seinem Traum von der Hollywoodkarriere endlich näher? Oder entscheidet er sich zu Gunsten der Liebe doch für die Wahrheit?


BRITT-MARIE WAR HIER | Regie: Tuva Novotny | SWE 2019

Es ist niemals zu spät, ein neues Leben zu beginnen: Als ihre Ehe nach 40 Jahren zerbricht, räumt Britt-Marie nicht nur mit ihrem bisherigen Leben auf, sondern sorgt darüber hinaus auch in ihrem neuen Heimatort Borg für frischen Wind…

„Britt-Marie war hier“ ist die weibliche Antwort auf „Ein Mann namens Ove“: Rund 500.000 Kinozuschauer begeisterte die Verfilmung des Bestseller-Romans des schwedischen Autors Fredrik Backman 2016 in Deutschland. Mit feinsinnigem Humor erzählt die Regisseurin Tuva Novotny, die hierzulande vor allem als Schauspielerin für ihre Rollen in Filmen wie „Eat Pray Love“ oder „Borg/McEnroe“ bekannt wurde, in „Britt-Marie war hier“ davon, dass es nie zu spät ist für die Suche nach dem Lebensglück und der eigenen Identität. In der Hauptrolle des Films glänzt die schwedische Schauspielerin Pernilla August, die einst von Ingmar Bergman entdeckt wurde.


Heimkinotipp: THE FAVOURITE | Regie: Yorgos Lanthimos | IE/UK/USA 2018

Das frühe 18. Jahrhundert. England liegt im Krieg mit Frankreich. Auf Enten-Rennen und den Genuss von Ananas wird dennoch nicht verzichtet. Auf dem Thron sitzt die gebrechliche Königin Anne, ihre enge Freundin Lady Sarah Churchill führt für sie die Regierungsgeschäfte, kümmert sich um die kranke Monarchin und erduldet deren aufbrausendes Temperament. Da tritt eine neue Dienerin ihren Dienst am Hof an – Abigail Masham, deren Charme Sarah sogleich verfällt. Sarah nimmt Abigail unter ihre Fittiche, die die Chance erkennt, zu ihren aristokratischen Wurzeln zurückzukehren. Als die Belange des Krieges Sarah immer mehr in Beschlag nehmen, nutzt Abigail die Gelegenheit, an Stelle von Sarah Vertraute und Gefährtin der Königin zu werden. Die aufkeimende Freundschaft ermöglicht ihr, ihre ehrgeizigen Ziele zu verfolgen – davon lässt sie sich von niemandem abhalten.

Der herausragend gespielte „The Favourite – Intrigen und Irrsinn“ ist das neueste Meisterwerk aus der Hand von Yorgos Lanthimos, der in der opulent ausgestatteten Kostüm-Tragikomödie den Adel bis auf den blanken Nerv zerlegt und dabei treffsichere Beobachtungen anstellt, die sich genauso gut auf gesellschaftliche Standards der Gegenwart beziehen lassen.

Verlosung: Paterson

Mit „Only Lovers Left Alive“ inszenierte Jim Jarmusch zuletzt die Gegenthese zur Faszination Unsterblichkeit. In seinem neuen Film PATERSON macht er einen ganz normalen Menschen zum Helden seiner kleinen Welt. Zu m Heimkinostart am 9. Juni 2017 verlose ich in Kooperation mit Weltkino Home Entertainment einmal die DVD und einmal die Blu-ray zum Film. Was Ihr tun müsst, um einen dieser Preise abzustauben, erfahrt Ihr weiter unten in diesem Posting.

Paterson (Adam Driver) ist ein Busfahrer, der genauso heißt wie der Ort, in dem er lebt. Die Kleinstadt in New Jersey und ihre eigentümlichen Bewohner sind die Inspiration für seine Gedichte, die er Tag für Tag in der Mittagspause auf der Parkbank verfasst. Die Welt seiner Frau Laura (Golshifteh Farahani) dagegen ist im ständigen Wandel. Fast täglich hat sie neue Träume, jeder einzelne von ihnen ein anderes, inspirierendes Projekt. Paterson liebt Laura und sie ihn. Er unterstützt ihre neugefundenen Ambitionen und sie bewundert seine Gabe für Poesie.

Jim Jarmuschs „Paterson“ findet seine nicht zu leugnende Schönheit in der Entschleunigung. Auch die Darsteller spielen absolut solide auf. Gleichzeitig bleiben Geschichte und Charaktere durchgehend oberflächlich und die vom Regisseur beabsichtigte Poesie verpufft, da sie bis zum Ende nur Behauptung bleibt.

Ihr wollt Euch „Paterson“ auf keinen Fall entgehen lassen? Dann müsst Ihr nichts weiter tun, als den zu dieser Verlosung gehörenden Facebook-Beitrag zu kommentieren, zu teilen oder zu liken. Da sich Wessels-Filmkritik.com immer über neue Follower freut, ist diese Verlosung ausschließlich für meine Facebook-Freunde und Twitter-Follower bestimmt. Einfach Fan werden – schon habt Ihr die Chance auf einen Gewinn! Nach Teilnahmeschluss am 25. Juni 2017 um 23:59 Uhr wähle ich via Zufallsverfahren den Gewinner oder die Gewinnerin aus und schreibe ihn oder sie über eine Privatnachricht an, damit Ihr den Preis so schnell wie möglich erhaltet. Checkt nach Ablauf der Verlosung bitte unbedingt Eure Postfächer, da der Gewinn nach einer Woche ohne Rückmeldung verfällt. Nach Abschluss werden selbtverständlich alle personenbezogenen Daten gelöscht. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück!

Das startet am 27. April 2017

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 27. April, der uns die lang erwartete Marvel-Fortsetzung „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ bringt, die dann vermutlich auch an den Kinokassen krachend einschlagen wird. Doch erstmals nach einer Reihe starker Comicverfilmungen kommt mit dieser leider „nur“ ein solider Film um die Ecke. Ein Run auf die Tickets ist dennoch vorprogrammiert. So richtig begeistern können dagegen andere Filme. Allen voran das französische Drama „Die Schlösser aus Sand“ punktet mit Wahrhaftigkeit und grenzenloser Emotionalität. Der Rest wird wohl kaum der Rede wert sein, auch wenn die deutsche Tragikomödie „Happy Burnout“ dank eines einprägsamen Titels und Starbesetzung vielleicht bei all jenen punkten könnte, die ab Donnerstag keine Lust auf Star-Lord, Rocket und Co. haben.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

DIE SCHLÖSSER AUS SAND  | Regie: Olivier Nahan | FR 2015

Bretagne, Côtes d’Armor, Éléonore ist mit ihrem Ex-Freund Samuel in das Haus ihres Vaters am Meer zurückgekehrt, in dem sie und Samuel viele glückliche Sommer verbracht haben, als sie noch ein Paar waren. Nach dem Tod ihres Vaters muss Éléonore das Haus verkaufen und Samuel hat ihr angeboten ihr zu helfen es für die potentiellen Käufer herzurichten. Eigentlich wissen beide, dass sie noch viel für einander empfinden, aber dazu gemeinsam in schönen Erinnerungen zu schwelgen kommen sie nicht, denn die Immobilienmaklerin Claire führt einen potentiellen Käufer nach dem anderen durch das Haus und eine Nachbarin die das ganze aus der Ferne beobachtet, scheint ihre ganz eigenen Erinnerungen an das Haus und Éléonores Vater zu haben.

Dieses auf den ersten Blick so unscheinbare, französische Meisterwerk erzählt unter Zuhilfenahme wahrhaftiger Charaktere von den herzzerreißenden Stationen einer bitteren Liebe und findet mit der Zeit zu einer Leichtigkeit, die im romantischen Kino immer öfter ihresgleichen sucht.


 GUARDIANS OF THE GALAXY VOL. 2  | Regie: James Gunn | USA 2017

Peter Quill alias Star-Lord (Chris Pratt) und seine Bande exzentrischer Helden, von Baby Groot (Vin Diesel) über Rocket (Bradley Cooper/Fahri Yardim) bis hin zu Gamora (Zoe Saldana) haben gerade den Planeten Xandar und seine Bewohner gerettet und sind dadurch zu Popularität und Ruhm gelangt. Nun fliegen die Guardians als Söldner durchs All, um das Universum zu beschützen. Doch von einem Tag auf den anderen muss das Team darum kämpfen, die neu gefundene Familieneinheit zusammenzuhalten, als sie auf Peters Vater Ego (Kurt Russell) treffen. Aus alten Gegnern werden neue Verbündete und einmal mehr steht das Schicksal der Menschheit auf dem Spiel. Den Guardians of the Galaxy stehen aufregende Zeiten bevor.

Mit „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ setzt Regiseur James Gunn dort an, wo er beim ersten Teil aufgehört hat und hält sich an das ungeschriebene Sequel-Grundgesetz, alles immer noch eine Spur bombastischer zu gestalten. Das Ergebnis ist ein cooler Fantasy-Actionfilm mit viel Krawumm, lustigen One-Linern aber nur allzu wenigen Charaktermomenten. An den Vorgänger kommt die Fortsetzung nicht heran.


SIEBZEHN | Regie: Monja Art | AT 2017

Die letzten Wochen vor den Sommerferien, irgendwo in Niederösterreich. Die 17-jährige Internatsschülerin Paula (Elisabeth Wabitsch) ist heimlich in ihre Freundin Charlotte (Anaelle Dézsy) verliebt. Doch die ist mit Michael  (Leo Plankensteiner) zusammen. Um sich von ihrem Liebeskummer abzulenken, lässt sich Paula auf ihren Schulfreund Tim (Alexander Wychodil) ein, der selbst echte Gefühle für sie hat. Paula ahnt dabei nicht, wie oft auch Charlotte in Wahrheit an sie denkt. Und plötzlich kommt auch noch Lilli (Alexandra Schmidt) ins Spiel, die sich danach sehnt, begehrt zu werden, und selbst als wilde Verführerin auftritt. Paula muss sich entscheiden, ob sie ihren eigenen Gefühlen folgt oder denen der anderen.

Regisseurin Monja Art gelingt mit „Siebzehn“ ein stark gespielter, authentischer Film über die verirrten Gefühlswelten moderner Teenager. Dabei verliert sie jedoch ab und an den Fokus und lässt Nebenhandlungsstränge so plötzlich auf- und wieder abtauchen, dass man als Zuschauer Mühe hat, das Interesse konsequent aufrecht zu erhalten.


HAPPY BURNOUT | Regie: André Erkau | DE 2017

Alt-Punk Fussel ist Frauenheld, Lebenskünstler und Systemverweigerer aus Überzeugung. Er lässt es lieber ruhig angehen, hat immer einen Spruch parat und wickelt mit seinem jungenhaft-sympathischen Charme die Bekanntschaft vom Supermarkt genauso um den Finger wie Frau Linde, seine Sachbearbeiterin im Arbeitsamt. Sie ist ihm verfallen und unterstützt seine Zurückhaltung bei der Arbeitssuche – bis eine interne Prüfung sie zwingt, aktiv zu werden. Zu einem Job lässt Fussel sich nicht überreden, daher vermittelt sie ihm etwas anderes: ein Arbeitsunfähigkeits-Attest, Diagnose Burnout, samt Therapie in einer stationären Klinik. So findet sich Chaot Fussel plötzlich zwischen echten Burnout-Patienten wieder, den Gestrandeten einer Gesellschaft im Effizienzwahn. Mit seiner unorthodoxen Art mischt er den Klinikalltag gehörig auf. 

„Happy Burnout“ ist eine solide Tragikomödie mit starken Hauptdarstellern und einprägsamen Charaktermomenten. Gäbe es von letzteren mehr, hätte dieser Film jedoch noch viel, viel stärker sein können.


UNFORGETTABLE: TÖDLICHE LIEBE | Regie: Denise Di Novi | USA 2017

Tessa Connover (Katherine Heigl) leidet immer noch darunter, dass ihre Ehe gescheitert ist, als ihr Ex-Mann David (Geoff Stults) sein neues Glück findet und sich mit Julia Banks (Rosario Dawson) verlobt. Damit zieht Julia nicht nur in das Haus, das Tessa und David gemeinsam bewohnt haben, sondern sie mischt sich auch ins Leben ihrer gemeinsamen Tochter Lilly (Isabella Rice) ein. Obwohl es für Julia gar nicht so leicht ist, ihre neue Rolle als Ehefrau und Stiefmutter zu definieren, ist sie dennoch davon überzeugt, den Mann ihrer Träume gefunden zu haben, weil er ihr helfen wird, ihre eigene traumatische Vergangenheit hinter sich zu lassen. Doch Tessas Eifersucht steigert sich bald zur Besessenheit: Sie schreckt vor nichts zurück, um Julias Traum in den ultimativen Albtraum zu verwandeln.

„Unforgettable“ ist inszenatorisch ein generischer Stalkingthriller, der dank einer routiniert-guten Rosario Dawson eine plausible und sympathische Hauptfigur zu bieten hat. Die zuletzt so häufig enttäuschende Katherine Heigl gibt im Ivanka-Trump-Look eine eisig-fiese Performance ab, aber das hastige Finale setzt zu sehr darauf, dass das Publikum das Geschehen nicht zu sehr hinterfragt – somit bleibt der Film Genre-Durchschnittsware.


MAIKÄFER, FLIEG! |  Regie: Mirjam Unger | AT 2016

Wien 1945: Das Ende des Zweiten Weltkrieges, gesehen mit Kinderaugen. Die neunjährige Christl weiß vom Frieden genauso wenig, wie die Kinder heute vom Krieg wissen. Ausgebombt und vollkommen mittellos flüchtet sie mit ihrer Familie in eine noble Villa in Neuwaldegg. Nach der Kapitulation der Nazis quartieren sich Soldaten der Roten Armee im Haus ein. Alle fürchten sich vor den als unberechenbar geltenden Russen. Nur Christl nicht. Für sie ist die allgemeine Anarchie vor allem ein großes Abenteuer und in Cohn, dem russischen Koch, findet sie sogar einen richtigen Freund. Doch das Schicksal schlägt untermüdlich zu…

„Maikäfer, flieg!“ nimmt ganz die Perspektive der kleinen Heldin ein. So muss Krieg gewesen sein, so lapidar im Alltag, so stechend im Bauch, so lustig, weil man an einem Wundertag den Teller ablecken durfte, ohne geschimpft zu werden.


 GIMME DANGER | Regie: Jim Jarmusch | USA 2016

Pünktlich zum siebzigsten Geburtstag: Jim Jarmuschs Musik-Doku über Rock-Ikone Iggy Pop.

Mitten in den 60er Jahren schlugen The Stooges mit ihrem gewaltigen und energischen Stil wie eine Bombe in die Musiklandschaft ein. Mit ihrem Mix aus Rock, Blues, R&B und Free Jazz hat die Band aus Ann Arbor, Michigan das Musikpublikum quasi überfallen und damit den Grundstein für das gelegt, was später gemeinhin als Punk und Alternative Rock bekannt wurde. Jim Jarmuschs „Gimme Danger“ ist die Chronik der Geschichte von The Stooges – eine der größten Geschichten des Rock’n’Roll. Die Dokumentation wirft einen einzigartigen Blick auf die Erfolge und Misserfolge der Band und erzählt von Inspiration, dem harten Weg zu kommerziellem Erfolg und dem musikalischen Vermächtnis einer Band, die nicht nur musikalisch eine der wichtigsten ihrer Zeit war.


Heimkinotipp NOCTURNAL ANIMALS  |  Regie: Tom Ford | USA 2016

Die Kunsthändlerin Susan Morrow führt in Los Angeles ein privilegiertes, aber unerfülltes Leben. Als dieser erneut zu einer seiner zahlreichen Geschäftsreisen aufbricht, erhält sie ein Manuskript mit dem Titel „Nocturnal Animals“, geschrieben von ihrem Ex-Mann Edward Sheffield, mit dem sie seit Jahren keinen Kontakt mehr hat. In der beigefügten Notiz fordert Edward sie auf, das Buch zu lesen. Der Roman ist Susan gewidmet, doch sein Inhalt ist brutal und niederschmetternd. Tief bewegt von Edwards Worten erinnert sich Susan an die intimsten Momente ihrer eigenen Liebesbeziehung zu ihm. Der Roman zwingt sie dazu, ihre selbst getroffenen Lebensentscheidungen in einem ganz neuen Licht zu sehen. Je weiter die Erzählung in „Nocturnal Animals“ auf eine Abrechnung zuläuft, desto dramatischere Auswirkungen hat sie… 

In „Nocturnal Animals“ steckt ein fieser Rachethriller alter Schule, doch Tom Ford verwässert ihn zusehends, indem er eine Erzählebene nach der anderen um ihn herum baut und am Ende ein verkopftes Psychospiel inszeniert, für das sich nach so viel berechnender Irreführung kaum noch Jemand interessiert.

Das startet am 17. November 2016

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 17. November 2016, dessen größter Start der Presse bislang vorenthalten blieb. „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ wird aller Voraussicht nach den Rest ausstechen. In diesem Fall ist das allerdings auch nicht weiter schlimm, denn dass sich die anderen Verleiher kaum Hoffnungen machen, gegen das neueste Zaubererabenteuer zu bestehen, sieht man anhand der Filme, die von ihnen in die Kinosäle entlassen werden. Nicht einmal der neueste Jim-Jarmusch-Film kann vollends überzeugen und ob „Voll verkatert“ überhaupt noch erscheint, steht auch in den Sternen… 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

PHANTASTISCHE TIERWESEN UND WO SIE ZU FINDEN SIND | Regie: David Yates | UK/USA 2016
Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind

1926: Newt Scamander (Eddie Redmayne) hat gerade eine weltweite Exkursion abgeschlossen, mit der er die außergewöhnliche Vielfalt von magischen Geschöpfen erforschen und dokumentieren will. Ein kurzer Zwischenstopp führt ihn nach New York und wäre sicherlich ereignislos verlaufen… würden nicht ein No-Maj (Amerikanisch für Muggel) namens Jacob (Dan Fogler), ein verloren gegangener magischer Koffer und einige entlaufene phantastische Tierwesen aus Newts Sammlung sowohl in der magischen Welt als auch unter den No-Majs für reichlich Schwierigkeiten sorgen. Mit diesem Film gibt J.K. Rowling ihr Debüt als Drehbuchautorin. Als Vorlage für ihr Skript diente das Hogwarts-Lehrbuch „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“, das von ihrer literarischen Figur Newt Scamander verfasst wurde.

4 von 5

„Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ entführt den Zuschauer in eine Welt, mit der man sich als „Harry Potter“-Fan sehr gern arrangiert. Optisch und akustisch schwelgt man in Nostalgie, auch das Casting der Darsteller gefällt. Lediglich die zu Beginn noch so harmlos-verspielte Geschichte muss in der zweiten Hälfte einem standardisierten Blockbuster-Konflikt weichen, wodurch viel des vorab aufgebauten Charmes verloren geht.


PATERSON | Regie: Jim Jarmusch | FR/DE/USA 2016

Paterson

Paterson (Adam Driver) ist ein Busfahrer, der genauso heißt wie der Ort, in dem er lebt. Die Kleinstadt in New Jersey und ihre eigentümlichen Bewohner sind die Inspiration für seine Gedichte, die er Tag für Tag in der Mittagspause auf der Parkbank verfasst. Doch er fühlt sich auch gefangen. In einem Alltag, der tagein, tagaus derselbe ist und aus dem er nicht ausbrechen kann. Dagegen sieht das Leben seiner geliebten Frau ganz anders aus. Die Welt von Laura (Golshifteh Farahani) dagegen befindet sich nämlich in einem ständigen Wandel. Fast täglich hat sie neue Träume, jeder einzelne von ihnen ein anderes, inspirierendes Projekt. Paterson liebt Laura und sie ihn. Er unterstützt ihre neugefundenen Ambitionen und sie bewundert seine Gabe für Poesie. Doch können diese unterschiedlichen Leben miteinander funktionieren? 3 von 5

Jim Jarmuschs „Paterson“ findet seine nicht zu leugnende Schönheit in der Entschleunigung. Auch die Darsteller spielen absolut solide auf. Gleichzeitig bleiben Geschichte und Charaktere durchgehend oberflächlich und die vom Regisseur beabsichtigte Poesie verpufft, da sie bis zum Ende nur Behauptung bleibt.


RADIO HEIMAT | Regie: Matthias Kutschmann| DE 2016

Radio Heimat

Die vier Freunde Frank, Pommes, Spüli und Mücke suchen mitten im Pott, mitten in der Pubertät und mitten in den 80er Jahren nach der ersten großen Liebe. Besonders Frank hat einen schmerzlichen Wunsch, nämlich bei Carola Rösler zu landen. Unerschrocken ziehen die vier Helden in den Kleinkrieg der Geschlechter und lecken ihre Wunden zwischen Freibad, Schrebergärten und Ommas Frikadellen. Sie absolvieren die schier unüberwindbaren Initiationsriten, welche das Ruhrgebiet jeglicher Mannwerdung entgegenhält: Pilstrinken, Pöhlen und Pommes-rot-weiß. Da hatte es Franks Vatter in den 60er Jahren wohl etwas leichter: Außer einem Kanon gesellschaftlich auferlegter Pflichtübungen wie Tanzschule, keuschem Kaffeetrinkens und echtem Erröten lief es in Sachen Liebe eigentlich wie von selbst. Und so bleibt unseren Helden nur eins: Alles selber ausprobieren!
3 von 5

Dank der tollen Darsteller und der sympathischen Figuren ist „Radio Heimat“ eine hübsche Anekdotensammlung aus dem Leben von vier Jugendlichen. Der Versuch, dem Ruhrgebiet eine Liebeserklärung zu machen, funktioniert allerdings nur bedingt, da das Skript über die Verwendung von Allgemeinplätzen nicht hinaus kommt.


JEDER STIRBT FÜR SICH ALLEIN | Regie: Vincent Perez | UK/FR/DE 2016

Jeder stirbt für sich allein

Berlin 1940, Jablonskistraße 55. Die Hausgemeinschaft bildet einen Querschnitt der Bevölkerung der Zeit. Ein Blockwart, eine versteckte Jüdin, ein ehemaliger Richter, ein Denunziant, ein Kleinkrimineller, ein Hitlerjunge, eine Briefträgerin und das Arbeiterehepaar Anna und Otto Quangel. Angst in allen Facetten ist das bestimmende Gefühl dieser Zeit. Durch einen Schicksalsschlag getroffen, beschließt das Ehepaar Quangel, etwas zu tun. Auf der Suche nach Gerechtigkeit kämpfen sie mit klaren Botschaften auf schlichten Postkarten gegen Hitler. Kommissar Escherich kommt ihnen auf die Spur, die Gestapo drängt auf Ergebnisse. Der scheinbar aussichtslose gemeinsame Kampf gegen das Böse lässt Otto und Anna nach Jahren der Einsamkeit wieder zueinander finden und wird nicht nur deshalb am Ende nicht umsonst gewesen sein…
2 von 5

„Jeder stirbt für sich allein“ basiert zwar auf einem herausragenden Roman, dessen erschreckend aktuell wirkende Thematik nach wie vor für die Leinwand gemacht ist. Doch ausgerechnet auf das Werk von Vincent Perez trifft das nicht zu. Abgesehen von einigen nett inszenierten Einzelszenen im kühlen Stile handelsüblicher Spy-Thriller wirkt sein Film selbst für eine Fernsehproduktion viel zu lieb- und leidenschaftslos.


VOLL VERKATERT |  Regie: Barry Sonnenfeld | CN/FR 2016
Voll verkatert

Für den Familienvater und Geschäftsmann Tom Brand gibt es nichts Wichtigeres, als seinen Job als erfolgreicher Firmenleiter eines Milliardenunternehmens. Gerade ist er dabei, das höchste Gebäude der Stadt zu bauen. Da kann es schon mal passieren, dass Ehefrau Lara und Töchterchen Rebecca zu kurz kommen. Viel zu kurz. Mit seinem krankhaften Ehrgeiz treibt Tom regelmäßig seine Angestellten in den Wahnsinn, doch auch David, Sohn aus Toms erster Ehe, muss regelmäßig den Frust seines Dads über sich ergehen lassen. All das ändert sich jedoch, als sich Rebecca zu ihrem Geburtstag eine Katze wünscht. Widerwillig stimmt Tom zu und lernt in einer Tierhandlung den mysteriösen Katzenflüsterer Felix Perkins kennen. Dieser beschließt, dem nachlässigen Familienvater eine Lektion zu erteilen: Nach einem folgenschweren Unfall lebt Toms Verstand in der Gestalt eines Katers weiter. 1 von 5

„Voll verkatert“ hat eine Stärke: Die Synchronisation Kevin Spaceys durch Oliver Kalkofe. Ansonsten ist die vollkommen lieblos inszenierte, absolut unlustige Komödie langweiliger, als jedes Katzenvideo bei YouTube. Wenn der Film doch nicht mehr ins Kino kommt, würde es uns nicht wundern.


AMERIKANISCHES IDYLL | Regie: Ewan McGregor | USA 2016

Amerikanisches Idyll

Amerika in den Sechzigerjahren: Es könnte kaum besser laufen für Seymour Levov (Ewan McGregor), aufgrund seiner Statur von allen nur „der Schwede“ genannt. Einst Sportlegende einer Highschool in Newark, ist der erfolgreiche Handschuhfabrikant inzwischen mit der Ex-Schönheitskönigin Dawn (Jennifer Connelly) verheiratet und hat eine bezaubernde Tochter. Das perfekte Idyll bekommt jedoch erste Kratzer, als Merry (Dakota Fanning) zum rebellischen Teenager heranreift und sich ohne den Zuspruch ihrer Eltern den Protesten gegen den Vietnamkrieg anschließt. Als in der Kleinstadt eine Bombe hochgeht, verschwindet sie spurlos. War Merry die Attentäterin? Für die Levovs beginnt eine Zeit der qualvollen Ungewissheit. Fest entschlossen die Unschuld seiner Tochter zu beweisen, macht sich Seymour auf die Suche nach ihr…


EGON SCHIELE – TOD UND MÄDCHEN |  Regie: Dieter Berner | AT/LUX 2016

Egon Schiele

Wien, Anfang des 20. Jahrhunderts: Der junge Egon Schiele (Noah Saavreda) ist mit seinen originellen, erotisch aufgeladenen Werken einer der meist diskutierten Künstler seiner Zeit. Leidenschaftlich lebt er für seine Kunst, die inspiriert wird von schönen Frauen und dem Geist einer zu Ende gehenden Ära. Seine jüngere Schwester Gerti (Maresi Riegner) ist seine erste Muse, doch schon bald stehen zu ihrem Missfallen immer neue Mädchen für Egon Modell. Als ihm von seinem Künstlerfreund Gustav Klimt (Cornelius Obonya) die rothaarige Wally (Valerie Pachner) vorgestellt wird, verbindet die beiden bald schon mehr als die Liebe zur Kunst. Eine ebenso stürmische wie wahrhaftige Beziehung beginnt, die sich fortan durch Schieles Schaffen ziehen wird und durch sein Gemälde „Tod und Mädchen“ unsterblich geworden ist.


IM NAMEN DER TIERE |  Regie: Sabine Kückelmann | DE 2016
Im Namen der Tiere

Wir lieben Katzen, Hunde und Pferde, sie sind die besten Freunde des Menschen. Die sogenannten „Nutztiere“ werden dagegen gequält und ausgebeutet. Ein absurder Widerspruch: Dass Fleisch, Milch, Daunen oder Pelze von Tieren mit Charakter und eigenen Bedürfnissen stammen, die einzig für unsere Zwecke gezüchtet und getötet werden, verdrängen wir erfolgreich. „Im Namen der Tiere“ zeigt die grausame Realität, die durch diese Gleichgültigkeit entsteht und erhebt die Stimme für einen gerechten Umgang mit Tieren. George Bernard Shaw sagte: „Die größte Sünde gegenüber unseren Mitgeschöpfen ist nicht der Hass, sondern die Gleichgültigkeit. Das ist das Wesen der Unmenschlichkeit.“ Mit Dr. Melanie Joy (Sozialpsychologin, Autorin), Prof. Dr. Steven Best (Autor, Aktivist), Dr. Eugen Drewermann (Theologe, Psychoanalytiker) u.v.a.


DIE REISE MIT VATER | Regie: Anca Miruna Lăzărescu | DE 2016
Die Reise mit Vater

Heimkinotipp: HIGH-RISE | Regie: Ben Wheatley | UK/BEL 2015

High-Rise

1975. Zwei Meilen westlich von London bezieht Dr. Robert Laing auf der Suche nach Anonymität sein neues Appartement, nur um bald feststellen zu müssen, dass seine Mitbewohner gar nicht daran denken, ihn in Ruhe zu lassen. So ergibt er sich schließlich in sein Schicksal, freundet sich mit den neuen Nachbarn an und wird dadurch zunehmend in das komplexe soziale Gefüge hineingezogen.Während er so seine Probleme damit hat, seinen Platz inmitten dieser Gesellschaft zu finden, bekommen Laings gute Manieren und sein Verstand ebenso deutliche Risse wie das Gebäude selbst.  Die Lichter gehen aus, die Aufzüge bleiben stehen, aber die Party hört nicht auf.  Die Menschen sind das Problem. Der Alkohol die Währung. Sex ist das Allheilmittel.  Erst sehr viel später, als er auf dem Balkon sitzt und den Hund des Architekten verspeist, fühlt Laing sich zuhause.
4 von 5

Mit der Idee, den Bestseller „High Rise“ fürs Kino zu adaptieren, geht Regisseur Ben Wheatly ein großes Wagnis ein. Immerhin droht die Gefahr, unter dem visuellen Rausch den Blick für die Figuren zu verlieren. Diese Problematik vollständig zu umfahren, gelingt ihm tatsächlich nicht. Trotzdem ist „High-Rise“ ein virtuoses Kinovergnügen, das den Rausch von der Leinwand auf den Zuschauer transportiert.

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