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Das startet am 1. Dezember 2016

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 1. Dezember 2016, der sich mit der Ausnahme von Clint Eastwoods „Sully“ vorzugsweise auf das qualitative Mittelfeld konzentriert. Für die Kleinen gibt’s eine solide Neuauflage von „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“ zu sehen, 20th Century Fox versteckt den mauen Science-Fiction-Film „Das Morgan Projekt“ aus gutem Grund und ob noch jemand nach einem weiteren „Underworld“-Sequel verlangt, bleibt abzuwarten. Der Presse wurde der Film vorab leider nicht gezeigt. 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

SULLY | Regie: Clint Eastwood | USA 2016
Sully

Am 15. Januar 2009 erlebte die Welt das „Wunder auf dem Hudson“, als Captain „Sully“ Sullenberger (Tom Hanks) in einem ebenso riskanten wie mutigen Flugmanöver sein defektes Flugzeug im Gleitflug auf dem eisigen Wasser des Hudson River notlandete und das Leben aller 155 Menschen an Bord rettete. Doch während Sully noch von der Öffentlichkeit und in den Medien für seine beispiellose flugtechnische Meisterleistung gefeiert wird, beginnt man bereits mit der Untersuchung des Falls, der droht, seinen Ruf und seine Laufbahn zu ruinieren. Das Flugsicherheitskomitee ist der Meinung, man hätte die Beinahe-Katastrophe verhindern können. Doch lässt sie dabei wohlmöglich den Faktor Mensch außer Acht? 4 von 5

Im Gegensatz zu seinem letzten Film „American Sniper“ findet Regisseur Clint Eastwood in „Sully“ genau den richtigen Erzählschwerpunkt, um einem den Irrsinn um die Held-oder-kein-Held-Diskussion besonders nahe zu bringen. Stark gespielt und auf technisch hohem Niveau ist das Oscar-taugliche Katastrophendrama außerdem.


EIN LIED FÜR NOUR | Regie: Hany Abu-Assad | PSE 2015

Ein Lied für Nou

Der zurückhaltende Mohammed (Kais Attalah/Tawfeek Barhorn) ist bereits von Kindheit an leidenschaftlicher Musiker und mit einer außergewöhnlichen Stimme gesegnet. Gemeinsam mit seiner Schwester Nour (Hiba Attalah) und einigen musikalischen Freunden stand er bereits in jungen Jahren auf Familienfeiern und Hochzeiten auf der Bühne. Und das, wo seine Familie doch zunächst eigentlich strikt dagegen war. Mittlerweile ist er erwachsen und lebt ein unaufgeregtes Leben im Gaza-Streifen. Während seiner Arbeit als Taxifahrer erfährt er, dass ein Vorsingen für die nächste Staffel der Castingshow „Arab Idol“ in Kairo stattfindet. Gegen alle Widrigkeiten versucht er an dem Casting teilzunehmen und damit nicht nur sein eigenes Leben maßgeblich zu verändern…
3 von 5

„Ein Lied für Nour“ bereitet die absolut erzählenswerte, einzigartige Geschichte um den „Arab Idol“-Gewinner Mohammed Assaf ästhetisch und zum Ende hin mitreißend auf, doch dadurch dass Regisseur Hany Abu-Assad den erzählerischen Fokus (zu) lang auf dessen Kindheit legt, lässt der Film einen verdienten Wiedererkennungswert vermissen.


ROBBI, TOBBI UND DAS FLIEWATÜÜT | Regie: Wolfgang Groos | DE 2016

Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt

Niemand kann sich so ungewöhnliche Erfindungen ausdenken, wie der 11-jährige Tobbi Findeisen (Arssemi Bultmann). Eines Tages landet vor seinen Füßen der kleine Roboter Robbi, der beim Absturz seines Raumschiffes von seinen Roboter-Eltern getrennt wurde und sich nun auf die Suche nach ihnen machen muss. Zusammen ertüfteln Robbi und Tobbi ein Gefährt das zugleich fliegen, schwimmen und fahren kann: Ein Fliewatüüt eben! Doch inzwischen sind auch der skrupellose Sir Joshua (Friedrich Mücke) und dessen Superagenten Brad Blutbad (Sam Riley) und Sharon Schalldämpfer (Alexandra Maria Lara) dem Roboter auf den Fersen, um ihn für ihre Zwecke zu nutzen. Doch auch die klügsten Superagenten sollten nicht unterschätzen, wozu die besten Freunde der Welt fähig sind!
3 von 5

„Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“ ist ein über weite Strecken harmlos-amüsantes Abenteuer, das aufgrund seiner ständig fokussierten Anpassung an den heutigen Zeitgeist allerdings nicht an den Charme bisheriger Verfilmungen heranreichen kann. Darüber hinaus geht einem der fäkallastige Slapstick irgendwann arg auf die Nerven, wenngleich ein Großteil der Darsteller wirklich punkten kann.


DAS MORGAN PROJEKT |  Regie: Luke Scott | USA 2016
Das Morgan Projekt

Lee Weathers, Krisenmanagerin, wird an einen entlegenen, streng geheimen Standort entsandt, wo sie einen schrecklichen Vorfall untersuchen und evaluieren soll. Sie findet heraus, dass das Problem von einem scheinbar unschuldigen, gleichermaßen mysteriösen „Geschöpf” hervorgerufen wurde. Das Mysterium heißt Morgan, ein mit synthetischer DNA  biotechnisch weiterentwickeltes menschliches Wesen. In nur einem Monat hat sie (es) Sprechen und Laufen gelernt, nun hat Morgan sämtliche Erwartungen ihrer Schöpfer weit übertroffen. Sie ist rätselhaft und unvorhersehbar – ein im Labor geschaffenes, zu unterschiedlichsten Gefühlen fähiges Geschöpf. Es ist nicht mehr klar zu unterscheiden, ob es sich bei ihm um ein menschliches oder synthetisches Wesen handelt. Aber was geschieht, wenn die Kreatur ihren Schöpfer überflügelt?  2 von 5

Der leider nicht mehr durchschnittliche Science-Fiction-Film „Das Morgan Projekt“ ist visuell ansprechend, doch mehr als durchschnittliches Twist-Gedöns hat der symbolisch stark aufgeladene, mit einer merkwürdigen Message versehene Film dann leider nicht zu bieten. Dass der Verleih das Debüt von Luke Scott nun ohnehin klammheimlich in der Versenkung verschwinden lässt, spricht für sich.


UNDERWORLD: BLOOD WARS | Regie: Anna Foerster | USA 2016

Underworld: Blood Wars

Vampirin und Todeshändlerin Selene (Kate Beckinsale) muss einmal mehr um ihr Leben kämpfen, als sie sich brutalen Attacken des Lykaner-Klans und der sie verratenen Vampire ausgesetzt sieht. Ihr Blut und das ihrer verschwundenen Tochter ist dazu in der Lage, Vampire und Lykaner noch stärker zu machen. Fortan wird sie zur Gejagten und kann sich nicht einmal mehr in ihren eigenen Reihen vor Feinden sicher sein. Zusammen mit ihren einzigen Verbündeten David (Theo James) und dessen Vater Thomas (Charles Dance) gilt es, den ewigen Kampf zwischen Werwölfen und Vampiren ein für alle mal zu beenden, selbst wenn sie dafür das ultimative Opfer bringen muss. Vor allem die verführerische Semira (Lara Pulver) wird für Selene zur alles entscheidenden Bedrohung…

2 von 5

„Underworld: Blood Wars“ bietet Business as Usual innerhalb der bekannten Franchise-Welt. Wem das Bestaunen einprägsamer Kostüme und annehmbarer, hier und da recht blutiger Kampfchoreographien in tristem Einheits-Grau-in-Grau ausreicht, dem sei der fünfte Teil der Reihe ans Herz gelegt, soll sich aber am Ende nicht darüber beschweren, wenn er erkennt, dass das ganze Drumherum eigentlich ganz schön dämlich ist.


DIE HÄNDE MEINER MUTTER |  Regie: Florian Eichinger | DE 2016

Die Hände meiner Mutter

Ein Familientreffen auf einem Schiff wird zum Wendepunkt im Leben des 39-jährigen Ingenieurs Markus (Andreas Döhler). Als sein vierjähriger Sohn Adam von der gemeinsamen Toilettenpause mit Großmutter Renate (Katrin Pollitt) eine kleine Schnittwunde davonträgt, erinnert sich Markus zum ersten Mal daran, was seine Mutter ihm angetan hat, als er selbst noch ein Kind war. Markus und seine Frau Monika sehen sich mit einer undenkbaren Wahrheit konfrontiert, einem Vergehen, das man einer Mutter nicht zugetraut hätte.

Florian Eichingers dritter Spielfilm „Die Hände meiner Mutter“ ist nach „Bergfest“ (2008) und „Nordstrand“ (2013) der letzte Teil einer filmischen Trilogie über die Verstrickungen von Familiengewalt.


MARIE CURIE |  Regie: Marie Noëlle | PL/DE/FR 2016
Marie Curie

Im Jahr 1903 erhält die Wissenschaftlerin Marie Curie als erste Frau gemeinsam mit ihrem Mann Pierre den Nobelpreis für Physik. Doch nur kurze Zeit später verliert sie Pierre durch einen Unfall. In einer von Männern dominierten Welt bahnt sie sich ihren Weg unerschütterlich weiter, setzt ihre Forschungen alleine fort und erhält als erste Frau einen Lehrstuhl an der Pariser Sorbonne. Als sie sich nach Jahren der Trauer in den verheirateten Wissenschaftler Paul Langevin verliebt, löst sie damit jedoch einen Skandal aus. Denn just in dem Moment, als bekannt wird, dass sie ihren zweiten Nobelpreis – nun für Chemie – erhält, veröffentlicht die Pariser Presse Briefwechsel von Marie und Paul, die dessen rachsüchtige Ehefrau weitergegeben hat. Im vollen Glanze ihres beruflichen Ruhms wird die geniale Wissenschaftlerin Marie Curie damit zum Ziel übler Diffamierungen.


DIE HABENICHTSE | Regie: Florian Hoffmeister | DE/UK 2016
Die Habenichtse

Heimkinotipp: GHOSTBUSTERS | Regie: Paul Feige | USA 2016

Ghostbusters

Die angehende Professorin Erin Gilbert wird eines Tages von ihrer Vergangenheit eingeholt, als sie mit einem Buch über paranormale Phänomene konfrontiert wird. Das Problem: Erins Name taucht unter den Autoren auf und eigentlich wollte sie ihre Jahre als Forscherin für übernatürliche Ereignisse vergessen. Als sie Abby Yates , ihre ehemalige beste Freundin und Co-Autorin mit der Veröffentlichung des Buches konfrontiert, gibt diese sich wenig interessiert an den Bedenken der nach Seriösität strebenden Erin. Für einen handfesten Krach haben die beiden Frauen allerdings keine Zeit, als sie zu einem Haus gerufen werden, in dem es spuken soll. Erin, Abby und Abbys Assistentin Jilian stehen schon bald einem riesigen, Schleim speienden Geist gegenüber, der nicht der einzige bleiben wird.
4 von 5

„Ghostbusters“ ist eine spaßige, sich nicht an das weibliche wie männliche Publikum anbiedernde Neuauflage des Achtzigerjahre-Klassikers, der mit charmanten Figuren ebenso besticht, wie mit urkomischen One-Linern und einer virtuosen 3D-Optik. Die Schwachstellen sind indes ein standardisiertes Finale und die Tatsache, dass nicht in alle Figuren gleich viel Herzblut gesteckt wurde. Die von Leslie Jones gespielte Patty bleibt hinter ihren Möglichkeiten zurück.

Deepwater Horizon

Zum zweiten Mal unter der Aufsicht von Regisseur Peter Berg schlüpft Hollywoodstar Mark Wahlberg in die Haut eines von den Menschen zu einem solchen hochstilisierten Helden, der aber in Wirklichkeit gar keiner ist. Weshalb das nicht das einzige Problem an DEEPWATER HORIZON bleiben soll, das verrate ich in meiner Kritik.Deepwater Horizon

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Das startet am 10. November 2016

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 10. November 2016. Das große, auf die breite Masse zugeschnittene Kino kann lediglich mit einem soliden, aber nicht wirklich besonderen „Jack Reacher“-Sequel aufwarten. Feinster Durchschnitt, den auch das Horrordrama „Before I Wake“ liefert, der allerdings mit einer wirklich hervorragend durchdachten Grundidee punktet, aus der nur leider nicht viel herausholen kann. Auch Woody Allen meldet sich zurück. „Café Society“ ist schwungvolle, tragikomische Unterhaltung, das weniger Substanz zutage fördert, als es Allen sonst zu tun vermag. Absolut sehenswert ist einzig und allein das deutsche Coming-of-Age-Drama „Die Mitte der Welt“, basierend auf einem Roman von Andreas Steinhöfel. Hoffentlich bekommen davon entsprechend viele Leute etwas mit… 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

DIE MITTE DER WELT | Regie: Jakob M. Erwa | DE 2016

Die Mitte der Welt

Der siebzehnjährige Phil ist auf der Suche. So wenig er über seine Vergangenheit und vor allem seinen Vater weiß, so chaotisch ist seine Gegenwart: Mit seiner Mutter Glass, die mal wieder einen neuen Liebhaber hat, der allerdings nicht so schnell aufzugeben scheint wie seine Vorgänger. Mit seiner Zwillingsschwester Dianne, die sich immer mehr in ihre eigene Welt zurückzieht, die sie mit niemandem teilt. Zwischen beiden herrscht eine rätselhafte Eiszeit, die auch Tereza und Pascal, die auch zu Phils Patchworkfamilie gehören, nicht erklären können.  Gut, dass wenigstens auf seine beste Freundin Kat Verlass ist. Und dann passiert es: Ein neuer Schüler betritt nach den Sommerferien die Klasse und Phil verliebt sich in der Sekunde unsterblich. Nicholas scheint seine Gefühle zwar zu erwidern, doch er gibt Phil auch viele Rätsel auf. Das Chaos ist perfekt. 5 von 5

Poetisch und fantasievoll, mystisch und kess, verspielt und philosophisch, melancholisch und wunderschön – um Jakob M. Erwas „Die Mitte der Welt“ ausreichend zu würdigen, gibt es schlicht und ergreifend nicht genug Superlative. Einer der beeindruckendsten Filme des Jahres 2016!


BEFORE I WAKE | Regie: Mike Flanagan | USA 2016

Before I Wake

Nachdem Jessie und Mark bei einem tragischen Unfall ihren Sohn verloren haben, droht ihre Ehe an der tiefen Trauer zu zerbrechen. Sie entscheiden sich, den 8-jährigen Cody zu adoptieren, einen sensiblen, schüchternen Jungen, den die beiden schnell in ihr Herz schließen. Doch Cody ist ängstlich, besonders vor dem Einschlafen fürchtet er sich und schon in der ersten Nacht erleben sie Seltsames: Während er schläft, tauchen mysteriöse Traumgestalten in ihrem Wohnzimmer auf. Schnell wird klar, dass der Junge eine besondere Gabe besitzt – was er träumt, wird Wirklichkeit: Wunderbare Visionen erwachen durch Cody zum Leben, aber auch die Dämonen seiner dunkelsten Albträume bahnen sich ihren Weg in die Realität und bedrohen das Leben der jungen Familie … und sie haben es nicht gern, wenn man sich ihnen in den Weg stellt. 3 von 5

„Before I Wake“ hat eine wunderschöne Grundidee und gefällt generell in seiner Aufmachung als ruhiges Horrordrama. Leider verlaufen viele erzählerische Ansätze im Sande und auch die technischen Effekte sind eher mau, sodass viel des Potenzials auf der Strecke bleibt.


CAFÉ SOCIETY | Regie: Woody Allen | USA 2016

Café Society

Amerika in den 30ern: Bobby Dorfman kommt aus der Bronx, hat sich aber immer schon mehr von seinem Leben erhofft. Sein Weg führt ihn nach Hollywood.  Hier arbeitet sein Onkel Phil als Agent für die Reichen und Schönen. Schnell verliebt er sich in Phils Assistentin Vonnie. Außerdem findet er Freunde in Rad und ihrem Mann Steve. Als Vonnies Freund sich von ihr trennt, springt Bobby in die Lücke und bemüht sich um sie.Er macht ihr einen Antrag und will mir ihr nach New York ziehen. Zu früh gefreut! Mit gebrochenem Herzen kehrt Bobby nach New York zurück und jobbt für Ben, der sich mit brachialen Mitteln einen Nachtclub unter den Nagel gerissen hat. Bobby beweist sein Naturtalent als Impresario und macht den Club unter dem neuen Namen „Les Tropiques“ im Handumdrehen zum angesagtesten Lokal der Stadt…

3 von 5

„Café Society“ weist zu jeder Sekunde das Flair eines typischen Woody-Allen-Films auf. In tragikomischer Eleganz wird über das Leben sinniert – diesmal eben in den Dreißigerjahren und in der Gesellschaft der High Society. Das ist im Großen und Ganzen äußerst amüsant. Vor allem die Darsteller spielen hervorragend auf. Doch gerade im Anbetracht des in der Medienbranche vorherrschenden Zynismus bleibt Allens neuester Film immer einen Tick zu brav.


JACK REACHER: KEIN WEG ZURÜCK |  Regie: Edward Zwick | CN/USA 2016
Jack Reacher: Kein Weg zurück

Jahre nachdem er sich aus dem Kommando einer Eliteeinheit der Militärpolizei zurückgezogen hat, wird der umherziehende Rächer Jack Reacher von seinem alten Leben eingeholt. Als seine geschätzte Nachfolgerin im Amt, Major Susan Turner, zu Unrecht der Spionage bezichtigt wird, setzt Reacher setzt alles aufs Spiel, um ihre Unschuld zu beweisen und die wahren Verantwortlichen hinter dem Mordan mehreren Soldaten zu entlarven. Dabei muss sich der top trainierte Hüne nicht bloß mit zwielichtigen Gestalten herumschlagen und das Gesetz wieder einmal zu seinen Gunsten ganz neu auslegen, sondern auch mit der Frage, ob die ins Visier der Schurken geratene Teenagerin Samantha seine leibliche Tochter ist. Zu dritt begeben sich Reacher, Susan und Samantha auf die Spur der Schurken und versuchen, herauszufinden, was hinter den Angriffen steckt.
3 von 5

Regisseur Edward Zwick bietet solide Blockbusterkost für den Hausgebrauch. Der stark von der Präsenz seines Hauptdarstellers Tom Cruise profitierende Actionthriller „Jack Reacher: Kein Weg zurück“ punktet nicht über Originalität und Überraschung, sondern mittels seiner handwerklich starken, erzählerisch schnörkellosen Inszenierung.


SOY NERO |  Regie: Rafi Pitts | FR/MEX/DE/ESP 2016
Soy Nero

Nero ist Mexikaner. Aufgewachsen ist er in L.A., irgendwann musste er wieder gehen. Doch Nero hat sich sein Zuhause selbst ausgesucht und dorthin will er wieder zurück. Es gelingt ihm, an den Grenzkontrollen vorbei, sich durchzuschlagen bis nach Los Angeles. Hier lebt sein Bruder in Beverly Hills, in einem prachtvollen Möglichkeitsraum, der eindrücklich vermittelt, was es bedeuten kann, echter U.S. Bürger zu sein. Doch wie begrenzt auch dieser Raum ist, wird Nero schneller klar als ihm lieb ist. Nur noch eine Möglichkeit bleibt ihm, auch rechtlich zu denen gehören, mit denen er im selben Land leben will: Nero wird zum Green-Card-Soldaten und zieht in die Kriegsgebiete der USA, wird zum Kämpfer für diese seltsame Freiheit, die der Westen einst versprochen hat. Kehrt er lebendig zurück, gewinnt er die Staatsbürgerschaft der USA.


MANCHE HATTEN KROKODILE | Regie: Christian Hornung | DE 2016

Manche hatten Krokodile

Vor Jahrzehnten sind sie auf St. Pauli gestrandet, auf der Flucht vor kleinbürgerlicher Enge, auf der Suche nach Arbeit und einem anderen, unkonventionelleren Leben: Als Tänzerin oder Stripperin, Wirt oder Bardame, Seemann oder Zuhälter haben sie sich durchgeschlagen. Sie treffen sich tagsüber in ihrer Stammkneipe, dem „Hong Kong“, dem „Utspann“ oder der „Kaffeepause“, um sich an frühere Zeiten zu erinnern. Sie erzählen von der Suche nach Gold und von sinkenden Schiffen, vom Kiezalltag und von Krokodilen. Und natürlich von den Sparclubs, in denen sie bis heute Mitglied sind. Sparer wollen sie dabei gar nicht sein, sie sehen sich als Lebemenschen. War Geld da, wurde es mit vollen Händen ausgegeben, ohne an die Zukunft zu denken. Aber in dem Sparschrank an der Kneipenwand sind zumindest ein paar Euro sicher.


WAS MÄNNER SONST NICHT ZEIGEN |  Regie: Joonas Berghäll, Mika Hotakainen | FIN/SWE 2010

Was Männer sonst nicht zeigen

In der wohligen Wärme der Sauna tauschen finnische Männer sowohl humorvolle als auch traurige, tiefgründige und bewegende Lebensgeschichten aus und kehren ihr Innerstes nach außen. Im Mittelpunkt steht immer: die Sauna. Die ist in Finnland wohl aus jedem Raum mit vier Wänden zu machen – auch Telefonzellen, alte Wohnwagen und Erntemaschinen sind bestens geeignet, um Menschen zusammen zu bringen. Mit Laien besetzt und auf analogem Filmmaterial gedreht, besticht der Film durch eine tolle Ästhetik, verstärkt Emotionen durch wundervoll komponierte Musik und hallt lange nach. In Skandinavien wurde der Film zum Publikumsliebling. „Der beste Saunafilm, den es je geben wird.“, schreibt Variety. Das deutsche Filmplakat hat der polnische Plakat-Künstler Marcin Podolec entworfen. Es ist handgemalt!


MAGNUS |  Regie: Benjamin Ree | NOW 2016
Magnus

Im Alter von 13 Jahren trifft ein schüchterner Junge aus Norwegen eine entscheidung: eines tages wird er der beste Schachspieler der Welt sein! Der Dokumentar lm „Magnus“ zeigt den rasanten und einzigartigen Aufstieg des heute 25-jährigen Magnus carlsen, bekannt als der „Mozart des Schachs“. Dabei gewähren dem zuschauer erstmals veröffentlichte Archivbilder und private Aufnahmen einblicke in die Gedankenwelt eines modernen Genies. Angefangen bei seiner Kindheit begleiten wir Magnus carlsen auf seinem ungewöhnlichen Weg an die Spitze der Schachwelt, einem Weg, geprägt von persönlichen opfern, außerordentlichen Freundschaften und einer fürsorglichen Familie. Regisseur Benjamin ree erzählt eine coming-of-Age-Geschichte, die inspiriert und nicht nur Schach- Fans in ihren Bann zieht.


BOX | Regie: Florin Serban | ROU/FR/DE 2016
Box

DIE FLORENCE FOSTER JENKINS STORY | Regie: Ralf Pfleger | DE 2016
Die Florence Foster Jenkins Story

Florence Foster Jenkins gilt als die schlechteste Sängerin aller Zeiten. Dennoch macht die selbsternannte Operndiva im New York der 1920er Jahre unaufhaltsam Karriere: In hemmungsloser Hingabe tritt sie vor einem stetig wachsenden Publikum auf – immer in dem Glauben, eine große Künstlerin zu sein Sie veröffentlicht Schallplatten, wird von Fans verehrt und bricht 1944 mit ihrem legendären Auftritt in der Carnegie Hall alle Verkaufsrekorde. In einer flamboyanten Mischung aus Drama und Dokumentarfilm erzählt „Die Florence Foster Jenkins Story“ die unglaubliche Geschichte der „Königin der Dissonanzen“. Der Film taucht dazu in den skurrilen Kosmos einer Frau ein, die sich unbekümmert über Geschlechterrollen und ihren gesellschaftlichen Rang hinwegsetzte und durch ihre phänomenale Talentlosigkeit zur Kultfigur wurde.


Heimkinotipp: DAS TALENT DES GENESIS POTINI | Regie: James Napier Robertson | NZL2015

Das Talent des Genesis Potini

Genesis Potini ist manisch-depressiv und seit vielen Jahren Psychiatriepatient. Als er wieder einmal aus der Klinik entlassen wird, sucht er Unterschlupf bei seinem Bruder Ariki. Der ist Mitglied einer kriminellen Biker-Gang, was in Kombination mit Genesis‘ extremen Stimmungsschwankungen jede Menge Zündstoff birgt. Die brüchige familiäre Harmonie ist somit nicht von Dauer, zumal Genesis die Sorge um seinen schüchternen Neffen Mana umtreibt: Gegen seinen Willen soll dieser in die Biker-Gang seines Vaters eingeführt werden. Trost und Ablenkung bietet jedoch bald seine eher ungewöhnliche Leidenschaft: das Schachspiel. Genesis beherrscht das Spiel der Könige wie ein Weltmeister. Als er die jugendlichen Mitglieder eines örtlichen Schachclubs kennenlernt, erhält er die Chance seine Gabe zu nutzen und beschließt die unterprivilegierten Kids zu trainieren…
3 von 5

Das neuseeländische Drama „Das Talent des Genesis Potini“ erzählt vom typischen Werdegang eines Verlierers, der sich durch eine einzigartige Gabe zurück in die Gesellschaft manövriert. Das ist, gerade aufgrund authentischer Schauspielleistungen, äußerst rührend, inszenatorisch zurückhaltend, inhaltlich aber vorhersehbar und wirkt teilweise konstruiert, obwohl man sich an wahre Tatsachen hält.

Doctor Strange

Das Marvel Cinematic Universe wird um einen weiteren Superhelden ergänzt. DOCTOR STRANGE ist ein exzentrischer Neurochirurg, der nach einem Unfall in die Welt der Magie eingeführt wird. Ein Zugewinn für das MCU oder wird es langsam unübersichtlich? Das verrate ich in meiner Kritik.Doctor Strange

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