Bayala – Das magische Elfenabenteuer

Egal ob Freizeitparkattraktion, Comicstrip oder Videospiel – heutzutage lässt sich aus so ziemlich allem ein Film machen. Das gilt auch für eine populäre Figurensammelreihe des bekannten Schleich-Konzerns. Das Ergebnis: BAYALA – DAS MAGISCHE ELFENABENTEUER, eine animierte Fantasyerzählung, die der Kleinstkinderfilmkonkurrenz flügelweit überlegen ist. Mehr dazu verraten wir in unserer Kritik.

Der Plot

In der magischen Elfenwelt Bayala leben viele verschiedene Elfenstämme friedlich zusammen und im Einklang der Natur. Egal ob Sonnenelfen, Regenbogenelfen oder Eiselfen – man hilft sich, wo man kann oder geht sich aus dem Weg. Lediglich die Schattenelfen sind seit jeher verfeindet mit dem Rest des Landes und scheuen auch vor finsterer Magie nicht zurück. Als die Herrscherin der Schattenelfen nicht zur Krönung der neuen Sonnenelfenkönigin Eyela eingeladen wird, brechen alte Feindschaften wieder auf. Doch da ist auch etwas, was Prinzessin Surah und ihren Freundinnen Hoffnung macht: Die Begegnung mit einem riesigen Drachen, von denen viele bereits dachten, die magischen Geschöpfe seien längst ausgestorben, sowie ein echtes Drachenei legen den Grundstein für ein zauberhaftes Drachenfest, das die Welt von Bayala wieder in Einklang bringen und auch das Welken der wundersamen Bayala-Pflanzen verhindern soll. Doch dafür müssen sich Surah und ihre Freundinnen der bösen Schattenkönigin Ophira stellen, die Surah schon einmal als ihre Geisel genommen hatte…

Kritik

Der Spielzeughersteller Schleich hat seinen Sitz in Schwäbisch Gmünd und versorgt Kinder und Kind gebliebene Sammler von dort aus rund um den Erdball mit Nachbildungen allmöglicher Tiere und Figuren. Angefangen mit Hartplastiknachbildungen der Schlümpfe, „Biene Maja“-Figuren und Sammelstücken aus der „Muppet Show“, gibt es heutzutage zu so ziemlich jedem erdenklichen Lebewesen aus der Tierwelt eine eigene Schleich-Figur. Seit 2003 gehört auch die Fantasy-Spielzeugreihe „Bayala“ dazu. Es gibt Feenfiguren, Einhörner, Drachen und noch allerlei anderes magisches Fabelgetier, das sich – auch dank der vielen Vermarktungsmöglichkeiten – eine eigene Fanbase aufgebaut hat. Mittlerweile gibt es nicht nur alle möglichen Alltagsgegenstände mit „Bayala“-Aufdruck sowie ein eigenes „Bayala“-Magazin, sondern ab Oktober dieses Jahres auch den ersten eigenen Kinofilm rund um die verzauberte Elfenwelt. Ein konsequenter Schritt, wie es schon diverse andere Kleinstkinder-Franchises bewiesen haben. Man denke nur an „Käpt’n Scharky“, „Prinzessin Emmy“ oder „Feuerwehrmann Sam“.

Waschbär Piuh, der Wolf Lykos und Drachenbaby Nugur.

All diesen Beispielen hat „Bayala – Das magische Elfenabenteuer“ aber nicht nur eine durchdachte, konfliktfreie und damit angenehm harmonische Geschichte voraus, sondern auch verdammt niedliche Figuren und eine schöne Animationswelt. Die ist entgegen dessen, was einem bei dem Gedanken an Einhörner und Feen vermutlich als erstes in den Sinn kommt, nicht knallbunt und rosa („Prinzessin Emmy“ lässt grüßen!), sondern trotz ihrer farbenfrohen Blütenpracht und Tierwelt angenehm zurückhaltend. In den blumenübersäten Weiten der Bayala-Welt lässt sich zwar wunderbar schwelgen, trotzdem fühlt man sich von den Bildern nie erschlagen. Das macht „Bayala – Das magische Elfenabenteuer“ dann auch für die erwachsenen Zuschauer und Begleitpersonen deutlich erträglicher, als so viele andere Kleinstkinderfilme, woran auch die sehr solide Animation Mitschuld trägt. Die kann mit den CGI-Frontrunnern der Marke Disney, Pixar und Dreamworks Animation natürlich nicht einmal im Ansatz mithalten. Doch wo sich so viele vergleichbare Projekte nach Nachmittags-Fernsehprogramm aussehen, füllen die Bilder hier mit ihrem Detailreichtum die Leinwand. Vor allem das Design der vielen verschiedenen Vierbeiner ist herzallerliebst.

Letztlich ist es aber vor allem die konfliktscheue Umsetzung der Geschichte, mit der „Bayala – Das magische Elfenabenteuer“ am meisten überzeugt. Die Abenteuergeschichte rund um ein paar Elfenfreundinnen, die ein Drachenbaby zu seinen Eltern bringen und den Kontakt zur bösen Schattenkönigin suchen wollen, bietet genug Antrieb, damit sich das junge Publikum über die 84 Minuten nicht langweilt. Doch so richtig unheimlich wird es nie. Wann immer es finster und böse zu werden droht, schieben die Drehbuchautoren Pamela Hickey und Dennys McCoy („Sabrina: Secrets of a Teenage Witch“) der allzu großen Hysterie direkt einen Riegel vor. So hält sich der Film nicht endlos an irgendwelchen Showdowns auf und hat viel mehr Zeit, sich auf die vielen Vorzüge des Films zu konzentrieren. Und das sind nun mal niedliche Tiere, zauberhafte Drachen und eine berauschende Elfenwelt.

Nuray und ihre Tante, die böse Schattenelfen-Königin Ophira.

Fazit: Ein stimmungsvoller Animationsfilm, der sich auf das Positive fokussiert und negative Konflikte sofort im Keim erstickt – kaum zu glauben, dass es sowas noch gibt!

„Bayala – Das magische Elfenabenteuer“ ist ab dem 24. Oktober in den deutschen Kinos zu sehen.

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