Das startet am 22. Juni 2017

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 22. Juni, der nach sieben größeren Kinostarts in der vergangenen Woche diesmal weitaus übersichtlicher ausfällt. Mit dem von uns bislang noch nicht gesichteten „Transformers: The Last Knight“ dürfte der Kinokassen-Sieger feststehen. Doch nach dem Erfolg von Filmen wie „Ein ganzes halbes Jahr“ oder „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ ist auch die Jugendromanverfilmung „Du neben mir“ nicht zu unterschätzen. Gerade weil er als einzige größere Alternative zu den kämpfenden Robotern fungiert. Den Programmkinos statten erneut die Franzosen einen Besuch ab, während eine oscarnominierte Doku enttäuscht.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

DU NEBEN MIR  | Regie: Stella Meghie | USA 2017

Was wäre, wenn du in der Außenwelt nichts anfassen könntest? Wenn du nie frische Luft atmen, nie die Wärme der Sonne auf dem Gesicht spüren… und niemals den Nachbarsjungen küssen dürftest? Die 18-jährige Maddy (Amandla Stenberg) muss sich jeden Tag diese Frage stellen. Die clevere, neugierige und fantasievolle Teenagerin ist aufgrund einer schweren Krankheit gezwungen, in ihrer hermetisch versiegelten Wohnung zu leben – doch Nachbarsjunge Olly (Nick Robinson) lässt sich davon nicht abschrecken. Obwohl sich die beiden nur durchs Fenster sehen und über Textnachrichten verständigen können, entwickelt sich zwischen ihnen eine intensive Beziehung – was dazu führt, dass die beiden alles aufs Spiel setzen. Selbst wenn sie dadurch alles verlieren sollten.

Die ebenso kreativ wie sensibel erzählte Liebesgeschichte „Du neben mir“ ist inszenatorisch ein wenig generisch geraten, kann diesen Eindruck jedoch mit zwei toll miteinander interagierenden Hauptdarstellern ausgleichen und überrascht im Finale mit einem Twist, an dem sich die Geister scheiden werden.


TRANSFORMERS: THE LAST KNIGHT  | Regie: Michael Bay | USA 2017

Zwei Spezies befinden sich im Krieg: die Menschheit gegen die Transformers; Optimus Prime hat die Erde verlassen. Die Rettung des Planeten und seine Zukunft liegt begraben in den dunklen Geheimnissen der Vergangenheit. Gibt es möglicherweise eine Vorgeschichte, die die Transformers mit der Menschheit verbindet? Und kann diese Vorgeschichte beide Spezies in Frieden vereinen? Nur eine der beiden Welten kann überleben, und der Schlüssel zur Rettung der Erde liegt allein in den Händen einer ungewöhnlichen Allianz: Cade Yaeger (Mark Wahlberg), Bumblebee, der britische Lord Edmund Burton (Sir Anthony Hopkins), die smarte Geschichtsprofessorin Vivien Wembley und die unerschrockene Izabella (Isabella Moner). Im Leben eines jeden kommt irgendwann der Moment, in dem man dazu aufgerufen wird, alles zu verändern – die Gejagten werden zu Helden! Und aus Helden werden Feinde! 

Michael Bay lässt ein letztes Mal den Wahnsinn walten! „Transformers: The Last Knight“ kombiniert Dinge, die nicht kombinierbar sind. Jagt in die Luft, was nicht niet- und nagelfest ist. Zelebriert den Bombast, als wäre es ein Kinderspiel. Und vergrault damit jeden anspruchsvollen Kinozuschauer – zu Unrecht. Genießt es doch einfach!


MONSIEUR PIERRE GEHT ONLINE  | Regie: Stéphane Robelin | FR/BEL/DE 2017

Pierre ist Witwer, Griesgram und hasst Veränderungen aller Art. Um den alten Herrn zurück ins Leben zu schubsen, verkuppelt seine Tochter Sylvie ihn mit Alex, einem erfolglosen Schriftsteller und Freund ihrer Tochter. Alex soll Pierre mit der fabelhaften Welt des Internets vertraut machen. Das ungewohnte Lernduo tut sich mächtig schwer, bis Pierre ausgerechnet über ein Datingportal stolpert. Dank der beruhigenden Anonymität des Internets entdeckt sich Pierre als Verführer und verabredet sich mit der jungen Flora – zum Glück hat er ja Alex, der sich geradezu anbietet, die Konsequenzen zu tragen. Der in großen Finanznöten steckende Alex akzeptiert Pierres unmoralisches, aber exzellent bezahltes Angebot und geht an Pierres Stelle zum Rendezvous. Dass sich Flora Hals über Kopf verliebt, bringt die Situation in eine gewisse Schieflage.  

„Monsieur Pierre geht online“ ist eine charmante Dreiecksgeschichte, der Regisseur Stéphane Robelin leider nicht genug zutraut. Er setzt zu oft auf Altbewährtes und verpasst es dadurch, seine Geschichte vollständig außerhalb der Komfortzone des französischen Wohlfühlkinos zu platzieren.


LIFE, ANIMATED  | Regie: Roger Ross Williams | USA 2016

Im Alter von drei Jahren hört ein gesunder und aufgeweckter Junge namens Owen Suskind plötzlich und ohne Vorwarnung auf zu sprechen. Er verschwindet völlig und scheinbar ausweglos in seiner eigenen Welt. Die Diagnose: Autismus. Fast vier Jahre vergehen, in denen Owen ausschließlich auf Disney-Filme zu reagieren scheint. Eines Tages streift sein Vater im Spiel eine Handpuppe über – Jago, den Sprüche klopfenden Papagei aus „Aladdin“ – und fragt seinen Sohn: „Wie ist das eigentlich, wenn man so ist wie du?“ Und – Peng! – Owen spricht seine ersten Worte seit Jahren – und antwortet mit Dialogen aus seinen heißgeliebten Disney-Filmen. „Life, Animated“ erzählt die unglaubliche Geschichte des Autisten Owen, der durch Disney-Animationen seinen Weg zur Sprache wiederfindet und somit einen Weg mit seiner Umwelt in Kontakt zu treten.

Mit Ausnahme einer Handvoll Szenen gelingt es Regisseur Roger Ross Williams die meiste Zeit über nicht, den Eindruck zu erwecken, „Life, Animated“ sei nicht von vorn bis hinten durchgeplant und gescripted. So wirkt sein Film selektiv rührselig, nicht authentisch und auch wenn er immer im Sinne seiner Hauptfigur handelt, bleibt am Ende die Frage offen, wie viel Mitspracherecht Owen eigentlich beim Drehen hatte.


INNEN LEBEN | Regie: Philippe Van Leeuw | BEL 2017

Während draußen der Krieg tobt, verwandelt die resolute Oum Yazan ihre kleine Wohnung in einen sicheren Hafen für Familie und Nachbarn. Verzweifelt versucht sie, zum Schutz der Gemeinschaft den Alltag aufrechtzuerhalten und das Geschehen außerhalb auszublenden. Doch früher oder später muss auch sie die Tür öffnen und die Wirklichkeit hereinlassen.

Bestürzend intensiv zieht „Innen Leben“ den Zuschauer hinein in die Kriegswirklichkeit der einfachen Menschen, für die das einst traute Heim zum Gefängnis wird und jede noch so kleine Entscheidung über Leben und Tod bestimmen kann. „Innen Leben“ ist ein universelles, humanistisches Plädoyer von großer Dringlichkeit. Der Film gewann auf der 67. Berlinale den Publikumspreis der Sektion Panorama.


Heimkinotipp: JOHN WICK: KAPITEL 2  |  Regie: Chad Stahelski | USA 2017

Nachdem er Rache an den Kriminellen genommen hat, die seinen Hund getötet haben, erhält Profikiller John Wick seinen geliebten 1969er Mustang zurück – nur um sofort in eine spektakuläre Verfolgungsjagd durch die überfüllten Straßen New Yorks verwickelt zu werden. Bei seiner Rückkehr nach Hause werden Johns Pläne, endlich ein friedliches Zivilleben aufzunehmen, jäh durchkreuzt, als der italienische Gangster Santino D’Antonio an seine Tür klopft – mit einem goldenen Schuldschein in der Hand, der John verpflichtet, sich für frühere Gefallen zu revanchieren. Auf Anordnung von Winston, dem Kopf der geheimen Killervereinigung des Continental, den uralten Kodex der Organisation zu respektieren, akzeptiert John widerwillig den Auftrag, Santinos eigene Schwester Gianna auszuschalten.

„John Wick: Kapitel 2“ ist ein betörend schön inszenierter Actionfilm mit surrealistischen Anleihen, der immer dann ein wenig an Tempo verliert, wenn Regisseur Chad Stahelski den Mythos um die Titelfigur weiter ausbauen will. Dafür entschädigen die spektakulären Kampfsequenzen ebenso wie ein toll aufgelegter Keanu Reeves.

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