Schlagwort-Archiv: Nicolas Pesce

Das startet am 15. Oktober 2020

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 15. Oktober, an dem mit „Der geheime Garten“ klammheimlich ein Film in die Kinos kommt, der mit dem richtigen Marketing echt viele Leute in die Kinos locken könnte. So aber steht zu befürchten, dass kaum einer vom Release Wind bekommt. Dasselbe gilt für die Dokumentation „Horror Noire“, die allerdings auch ganz ohne Corona eher unter „ferner liefen“ gestartet wäre – Genreliebhaber sollten aber auf jeden Fall die Augen offen halten! Ansonsten startet mit „Drachenreiter“ was Neues für Kids; nur mit einer Kritik können wir leider nicht dienen. Vielleicht ist für euch ja was dabei!

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

HORROR NOIRE – A HISTORY OF BLACK HORROR | Regie: Xavier Burgin | USA 2019

#BlackLivesMatter – Auch im Horrorfilm? Xavier Burgins Dokumentarfilm zeichnet mithilfe namhafter Gesprächspartner aus dem US-amerikanischen Horrorkino die wechselvolle Geschichte Schwarzer Repräsentationen im Horrorfilm nach, von den frühen Hollywood-Klassikern, über die Blacksploitation-Filme („Blacula“) und den modernen Genrefilm („Night of the Living Dead“), „Candyman“ (1992) bis zu den neueren Werken wie „Get Out“ und „Wir“. Chronologisch hangeln sich die Interviewpartner von Regisseur Xavier Burgin („On Time“) an einprägsamen Beiträgen der Horrorgeschichte entlang (immer mit Originalausschnitten der Filme unterlegt – das dürften sich die Macher einiges haben kosten lassen!) und stellen sie in den Kontext der Geschichte der Afroamerikaner in den USA. Mal ist das eine Leidens-, aber mal auch eine Liebesgeschichte.

Die Dokumentation „Horror Noire: A History of Black Horror“ gibt einen unterhaltsamen, kurzweiligen Einblick in die Repräsentation der Black Community im US-amerikanischen Horrorkino und hält selbst für eingefleischte Genreliebhaber neue Anekdoten und Erkenntnisse bereit.


ASTRONAUT | Regie: Shelagh McLeod  | CAN 2019

The Grudge

Erneut nimmt man sich in den USA den mittlerweile zum Klassiker avancierten J-Gruselschocker THE GRUDGE zur Brust und inszeniert ein zweifellos ambitioniertes, letztlich aber doch den selbstauferlegten Gesetzen des Horrorgenres zum Opfer fallendes Remake vor. Mehr dazu verraten wir in unserer Kritik. Weiterlesen

Das startet am 9. Januar 2020

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 9. Januar 2020, dessen größte Starts wir bislang nicht sehen konnten. Im Falle von „Underwater – Es ist erwacht“ wird sich das vermutlich auch nicht ändern. Bislang sind keinerlei Infos außer des Starttages an die Öffentlichkeit gelangt, obwohl der Sci-Fi-Horrorfilm von William Eubank mit Kristen Stewart und Vincent Cassel hervorragend besetzt ist. Die Neuauflage von „The Grudge“ dagegen wird bereits in wenigen Tagen an dieser Stelle Thema sein. Ansonsten gibt’s mit „Queen & Slim“, „Little Joe“ und „Milchkrieg in Dalsmynni“ einen ersten Schwung Programmkinoware, an den sich Ende des Jahres hierzulande vermutlich keiner mehr erinnern wird.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

MILCHKRIEG IN DALSMYNNI | Regie: Grímur Hákonarson  | ISL/DK/DE/FR 2019

Nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes will Inga (Arndís Hrönn Egilsdóttir) ihrer beruflichen Misere ein Ende setzen. Den Schuldigen für die Probleme hat sie längst ausgemacht: die lokale Kooperative, die ihre Monopolstellung gnadenlos ausnutzt und die Bauern mit mafiösen Methoden drangsaliert. Doch Inga gibt nicht klein bei. Mit Einsatz von sozialen Medien, mutigen Mitstreitern und sogar stinkender Gülle macht die patente Kämpferin ihren Standpunkt klar. Dabei legt sie sich mit der alles beherrschenden, scheinbar übermächtigen Kooperative an, um ihr Ziel zu erreichen: die Gründung einer Gegengenossenschaft. Trotz heftigem Widerstand steht Inga ihre Frau im Kampf David gegen Goliath. Und eines Tages scheint es so, als hätten ihre Bemühungen tatsächlich Erfolg. Doch vielleicht hat Inga ihre Gegner unterschätzt…

Vor der exotischen Kulisse des isländischen Milchviehbetriebs erzählt „Sture Böcke“-Regisseur Grimur Hákonarson eine astreine Mafia-Geschichte, angeführt von einer starken Frauenfigur. Das macht „Milchkrieg in Dalsmynni“ trotz Längen zu einem angenehm unkonventionellen Genrebeitrag, dem es gegen Ende leider etwas an Biss fehlt.


QUEEN & SLIM | Regie: Melina Matsoukas  | CAN/USA 2019

Auf dem Rückweg nach seinem ersten Date wird ein junges schwarzes Paar wegen einer Nichtigkeit von einem Polizisten angehalten. Als die Situation aus dem Ruder gerät, erschießt Slim den Polizisten in Notwehr, um die junge Anwältin Queen zu retten, die diesen Polizeiübergriff nicht einfach hinnehmen will. Die Dashcam-Aufnahme des Vorfalls macht die beiden für die Staatsgewalt zu eindeutigen „Polizistenmördern“, aber gleichzeitig auch zu heldenhaften Symbolfiguren, während das Video zum viralen Hit wird. All der Schmerz über unschuldig getötete Schwarze, das Trauma andauernder Polizeiwillkür und die anhaltende Wut über ein immer noch rassistisches System entladen sich in einer Welle der Unterstützung und Proteste für die beiden Flüchtenden. So beginnt eine gefährliche Odyssee, auf der die zwei sich immer näherkommen und ein tiefes Verständnis und eine bedingungslose Liebe füreinander entwickeln.

Es ist ein interessanter Ansatz, den Melina Matsoukas mit ihrem ambitioniert inszenierten Drama „Queen & Slim“ verfolgt. Doch anstatt zwei zu Unrecht beschuldigten Mördern bei ihrer Flucht zuzusehen, wird das Publikum Zeuge eines stylischen Roadmovies, dessen zwei Protagonisten keinerlei Chemie miteinander haben.


LITTLE JOE – GLÜCK IST EIN GESCHÄFT | Regie: Jessica Hausner | UK/AT/DE 2019

Die alleinerziehende Mutter eines Sohnes (Kit Connor) und Wissenschaftlerin Alice (Emily Beecham) hat sich voll und ganz ihrem Beruf verschrieben. Als Botanikerin hat sie eine purpurrote Blume erschaffen, die eine ganz einzigartige Wirkung hat – bei idealer Raumtemperatur und ausreichender Zuwendung macht ihr Duft die Menschen glücklich! Heimlich nimmt Alice eine der Pflanzen für ihren 13-jährigen Sohn Joe mit nach Hause, sie nennen sie „Little Joe“. Er ist begeistert und fasziniert. Doch je weiter die geheimnisvolle Blume wächst, desto mehr verändern sich die Menschen in Alices Umfeld. Ihr Verdacht wird zunehmend stärker, dass ihre Schöpfung womöglich nicht so harmlos und glückverheißend ist, wie es ursprünglich geplant war. Doch plötzlich ist Alice doch davon überzeugt, dass ihre Blume ungefährlich ist… 

„Little Joe – Glück ist ein Geschäft“ zelebriert einen ansehnlichen Style, hat erzählerisch allerdings kaum mehr zu bieten als die Aneinanderreihung von „Die Körperfresser kommen“-Versatzstücken. Als halb so lange „Black Mirror“-Episode wäre das Sci-Fi-Drama besser aufgehoben.


THE GRUDGE | Regie: Nicolas Pesce | CAN/USA 2020

Detective Muldoon (Andrea Riseborough) ist eine engagierte Polizistin und liebende Mutter eines Sohnes. Doch ihr neuester Fall treibt sich nicht nur an ihre körperlichen Grenzen, als sie eines Tages an einen außergewöhnlichen Tatort gerufen wird. Vor Ort findet sie eine verbrannte Leiche, deren Verschwinden offenbar über eine lange Zeit Niemandem aufgefallen ist. Der Zustand der Toten erinnert den Cop an einen anderen Fall und plötzlich eröffnet sich der jungen Frau eine ganz neue Dimension des Grauens. Vor einiger Zeit trieb ein Fluch in Japan sein Unwesen, der die Bewohner eines Hauses einer nach dem anderen dezimierte. Nun hat es dieser Fluch offenbar bis in die Vereinigten Staaten gebracht und fordert nun nach und nach immer mehr Todesopfer. Ob es Detective Muldon gelingt, den Fluch aufzuhalten?

Nicolas Pesce inszeniert zweifellos ambitioniert schon vielfach erzählten Stoff. Doch da ihm ausgerechnet bei der Geschichte selbst die Ideen für neue Impulse fehlen, übernehmen über kurz oder lang wieder einmal die Jump-Scares das Kommando.


UNDERWATER – ES IST ERWACHT | Regie: William Eubank | USA 2019

William Eubank, Regisseur von „The Signal“ und „Love“, legt mit „Underwater – Es ist erwacht“ seinen nächsten Ausflug ins Genrekino vor. Mit dabei: ein hochklassiger Cast, unter anderem bestehend aus Kristen Stewart („3 Engel für Charlie“), T.J. Miller („Ready Player One“) und Vincent Cassel („Alles außer gewöhnlich“).

In dem Science-Fiction-Horrorfilm „Underwater – Es ist erwacht“ geht es um eine Gruppe aus Unterwasser-Wissenschaftlern, die eines Tages bei ihren Arbeiten von einem schlimmen Erdbeben überrascht werden. In dieser Folge wird ihr Unterwasser-Labor verschüttet und die gesamte Crew darin eingeschlossen. Die ohnehin schon missliche Lage für Norah (Kristen Stewart) und ihre Mannschaft wird noch einmal auf dramatische Weise erschwert, als sie merken, dass sie dort unten nicht alleine sind. Etwas hat es auf sie abgesehen…


FREIES LAND | Regie: Christian Alvart | DE 2019

1992 in Ostdeutschland: Über dem Land schwebt die vage Hoffnung auf eine rosige Zukunft, doch auf dem Boden der Tatsachen macht sich Enttäuschung breit. Dieser deutsche Winter der Unzufriedenheit entführt zwei sehr unterschiedliche Ermittler in ein entlegenes Dorf, aus dem zwei Schwestern spurlos verschwunden sind. Zunächst scheint der Fall klar: in den Westen abgehauen sind sie. Wer wollte schließlich nicht dem allzu schnellen Niedergang der Region entfliehen? Die beiden Kommissare Stein und Bach wundern sich zunehmend darüber, dass sich am Verschwinden der Schwestern scheinbar niemand stört. Und auch bei der Kriminalleitung ist man selbst dann kaum interessiert als sich herausstellt, dass bereits früher Mädchen aus dem Dorf verschwunden sind. Als dann die schwer misshandelten Leichen der beiden Schwestern gefunden werden, dämmert Stein und Bach, dass sie es mit einer Mordserie zu tun haben…


Heimkinotipp: LATE NIGHT | Regie: Nisha Ganatra | USA 2019

Das Image der Late-Night-Hostin Katherine Newbury gerät gewaltig ins Wanken, als bekannt wird, dass die Fernsehmoderatorin eine echte Frauenhasserin sein soll. Ihr Team besteht lediglich aus Männern, auch ihre Gags setzen langsam Staub an. Um ihren Ruf zu retten, beordert sie die tollpatschige, aber hochtalentierte Nachwuchsautorin Molly in ihr Team. Sie soll frischen Wind in die alteingesessene Runde bringen und Katherines Show wieder auf den richtigen Kurs führen. Das ist auch bitter nötig, denn wie Katherine mittlerweile mitgeteilt wurde, bleibt ihr nur noch ein Jahr bei ihrem Sender. Aufgrund kontinuierlich sinkender Quoten hat man dort beschlossen, sie zu ersetzen. Also muss Katherine fortan tatsächlich mit Molly an einem Strang ziehen, um die Show, vor allem aber die Karriere der TV-Legende zu retten.

Ohne stets den unangenehmen Zeigefinger zu schwingen und die Schuld für das stete Abfallen des Sendungsimages bei den „alten weißen Männern“ zu suchen, ist Kailings Geschichte ein charmanter Appell an Diversität und das, was folgt, wenn man diese wie selbstverständlich auslebt. Die Pointen treffen ins Schwarze, die emotionalen Aspekte der Geschichte zünden ebenfalls und am Ende steht das unbedingte Streben nach Harmonie und gegen die ausgeprägte Ellenbogengesellschaft. Richtig gut!