Schlagwort-Archiv: Komödie

Ghostbusters

Schon jetzt ist GHOSTBUSTERS nicht bloß der Film, dessen Trailer die schlechteste YouTube-Bewertung aller Zeiten hat, die (weibliche) Neuauflage des Achtziger-Klassikers ist obendrein auch der meist diskutierte Film des Jahres. Doch wie ist er denn nun wirklich geworden? Das und mehr verrate ich in meiner Kritik.Ghostbusters Weiterlesen

Verlosung: Der Spion und sein Bruder

Wer sich nach dem Kinobesuch von Sacha Baron Cohens neuestem Film DER SPION UND SEIN BRUDER darüber wunderte, dass das Gesehene reichlich derb daherkam, der hat sich vorab schlicht und ergreifend nicht mit der Person beschäftigt. Im Vergleich zu Filmen wie „Borat“ ist die Agentenkomödie noch harmlos, obwohl Regisseur Louis Leterrier einiges zeigt, was das Publikum so tatsächlich noch nicht gesehen hat. Nun kommt der geschmacklich durchaus fragwürdige Film endlich auch ins Heimkino. Zum DVD- und Blu-ray-Release am 21. Juli verlose ich in Kooperation mit Sony Pictures Home Entertainment zweimal die DVD zum Film. Was Ihr tun müsst, um einen der Preise abzustauben, erfahrt Ihr weiter unten in diesem Posting.

Nobby hat alles, wovon ein echter Mann aus dem heruntergekommenen Fischerstädtchen Grimsby träumt: Neun Kinder und die hübscheste Freundin im Nordosten Englands (Rebel Wilson). Er vermisst nur eines: Seinen kleinen Bruder Sebastian. Nachdem die beiden als Kinder von unterschiedlichen Familien adoptiert wurden, verbrachte Nobby die letzten 28 Jahre damit, seinen Bruder zu suchen. Als er endlich erfährt, wo Sebastian sich aufhält, macht Nobby sich gleich auf den Weg. Was er nicht weiß: Sebastian ist nicht nur Geheimagent des MI6, er hat auch gerade einen bedrohlichen Plan aufgedeckt, der die gesamte Welt in Gefahr bringt. Fälschlicherweise selbst unter Verdacht geraten, befindet sich der Spion auf der Flucht und realisiert: Wenn er eine Chance haben will, die Welt zu retten, benötigt er die Hilfe des größten Vollidioten auf dem Planeten – seines werten Bruders Nobby…

Derb, derber, Sacha Baron Cohen: Mit seinem neuesten Rundumschlag gegen Alles und Jeden beweist der streitbare Starcomedian einmal mehr seinen Wert als Anarchokomiker. Doch wer sich die Mühe macht, nicht nur den oberflächlichen Klamauk von “Der Spion und sein Bruder” zu betrachten, sondern auch hinter die Fassade zu blicken, der erkennt in der Spionagekomödie diverse politische Statements. Trotz manch fehlschlagener Pointen eine der Überraschungen des Jahres!

Der Spion und sein Bruder

Ihr wollt Euch „Der Spion und sein Bruder“ auf keinen Fall entgehen lassen? Dann müsst Ihr nichts weiter tun, als den zu dieser Verlosung gehörenden Facebook-Beitrag zu kommentieren, zu teilen oder zu liken. Da sich Wessels-Filmkritik.com immer über neue Follower freut, ist diese Verlosung ausschließlich für meine Facebook-Freunde und Twitter-Follower bestimmt. Einfach Fan werden – schon habt Ihr die Chance auf einen Gewinn!

Nach Teilnahmeschluss am 31. Juli 2016 um 23:59 Uhr wähle ich via Zufallsverfahren den Gewinner oder die Gewinnerin aus und schreibe ihn oder sie über eine Privatnachricht an, damit Ihr den Preis so schnell wie möglich erhaltet. Nach Abschluss der Verlosung werden alle personenbezogenen Daten gelöscht. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück!

Videoabend: Der Bunker

Kino ist teuer, mit einem gewissen Zeitaufwand verbunden und wer generell nicht gern unter Leute geht, der muss die Stoßzeiten meiden, um einen Film in Ruhe und ohne Störungen genießen zu können. Wenngleich die Videotheken nach und nach vom Online-Streaming verdrängt werden, geht doch nichts über einen gemütlichen Filmeabend auf dem heimischen Sofa. Obwohl die Auswahl riesig ist und Kinofilme immer schneller nach ihrem Start auch auf DVD und Blu-ray Disc erhältlich sind, lohnt sich sich ab und zu, einen Blick auf den Direct-to-Video-Markt zu werfen. Manchmal finden sich hier nämlich echte Perlen, ebenso sehr wie solche, die sich erst im Nachhinein als Rohrkrepierer erweisen. In meiner Rubrik VIDEOABEND möchte ich Euch jede Woche einen Film vorstellen, der es hierzulande nicht oder nur sehr limitiert ins Kino geschafft hat.

Diese Woche widme ich mich der deutschen Familiengroteske „Der Bunker“, die ab dem 22. Juli 2016 in unterschiedlichen Editionen auf DVD und Blu-ray Disc im Handel erhältlich ist.

Der Bunker

Ein ehrgeiziger Student (Pit Bukowski) quartiert sich als Untermieter bei einer merkwürdigen Familie ein, die ihren seltsamen Sohn Klaus (Daniel Fripan) zuhause in ihrer unterirdischen Bunkerwohnung unterrichtet. Dabei wird er Zeuge, seltsamer Erziehungsmethoden, mit einem noch merkwürdigeren Ziel, das dahinter steckt… „Der Bunker“ ist eine düstere, verstörende und witzige Geschichte über hohe Ansprüche, Familie, Bildung und Bindung. Nikias Chryssos‘ gefeierter und preigekrönter Debütfilm zeigt, dass deutsches Genrekino nicht nur lebt, sondern auch irre viel Spaß machen kann. So verwundert es nicht, dass „Der Bunker“ nicht nur auf der Berlinale 2015 seine Premiere feierte und auf dem Fantasy Filmfest Platz drei im Wettbewerb um den Fresh Blood Award belegte, sondern auch international unter anderem auf dem Fantastic Fest in Austin und dem Fantaspoa in Brasilien zum Festivalhit wurde.

Alive bewirbt ihn so: 

Der Hit von Fantasy Filmfest und Berlinale 2015!

Kritik

Mit nicht einmal zwanzig Kopien ging „Der Bunker“ vor einigen Monaten in die reguläre Kinoauswertung. Dabei wurde die Regiearbeit von Kurzfilmregisseur Nikias Chryssos („Mann liebt Hund“) sowohl auf seiner Premiere bei der Berlinale, als auch beim Fantasy Filmfest mit Lob nur so überschüttet. Und tatsächlich reiht sich die Familiengroteske in einen aktuellen Trend ein, für den sich das deutsche Genrekino auf die Schultern klopfen darf. Produktionen wie „Der Nachtmahr“, „Wild“ und Co. sorgen derzeit dafür, dass der Horror- sowie der fantastische Film aus nationalen Gefilden momentan besser dasteht, als je zuvor. Visionäre Regisseure inszenieren „frei nach Schnauze“, müssen sich im Anbetracht eines fehlenden Trends wenig bis kaum um die Anbiederung ans ohnehin interessierten Publikum scheren. Erlaubt ist, was gefällt. Entsprechend obskur wirkt „Der Bunker“ in seinem vollständigen Verzicht auf Konventionen, während gerade das dem Film zu einem interessanten (und zum mehrmaligen Anschauen einladenden!) Erlebnis macht. Nikias Chryssos Erzählung über einen Studenten, der sich bei einer undurchsichtige Pläne verfolgenden Familie einquartiert, ist eine Studio darüber, was passiert, wenn festgefahrene Muster infrage gestellt werden. In diesem Fall übernimmt das ein Eindringling stellvertretend für den Zuschauer, der wiederum Zeuge wird, wie ein für sein Alter viel zu erwachsen aussehender Junge von seinen Eltern zum Präsidenten erzogen wird. Doch ist das wirklich das Ziel?

Eigentlich ist es vollkommen irrelevant, was genau Mutter und Vater damit bezwecken wollen, ihren Sohn Klaus ohne Spaß und Spiel, dafür mit an Mittelaltermethoden erinnernder, harter Hand zu erziehen. Was zählt, ist die Faszination, die gleichsam von den streng geregelten Abläufen in diesem unterirdischen Kabuff ausgeht. Dieser kann sich nämlich weder der Zuschauer, noch der Student entziehen, der schneller als erwartet selbst zu einem Zahnrad in diesem wie selbstverständlich funktionierenden Getriebe wird. Es wird nicht lange dauern, bis auch er zum Rohrstock greifen wird; ob aus Resignation ob Klaus‘ Dummheit, oder einhergehend mit einem gewissen Genuss aufgrund der neu gewonnenen Machtposition: Der Student findet seine Position in diesem Mikrokosmos erstaunlich rasch. Insofern ist „Der Bunker“ weniger eine klassische Geschichte mit Anfang, Mittelteil und Finale, sondern vielmehr eine Aneinanderreihung von Momentaufnahmen, die von dem auf vielerlei Art und Weise interpretationsfähigen Ende fast schon einen Teil ihrer Anarchie verliert. Trotzdem steckt der Film voller Kleinstdetails, an denen selbst ein David Lynch seine Freude gehabt hätte. Und genau deshalb ist es ein Jammer, dass er der Film hierzulande nicht zu einer großflächigen Kinoauswertung gebracht hat.

DER BUNKER stammt von Nikias Chryssos, der auch das Skript zum Film schrieb. Der Cast besteht aus Pit Bukowski, Daniel Fripan, Oona von Maydell und David Scheller. Bei dem Film handelt es sich um ein komödiantisches Horrordrama, produziert in Deutschland aus dem Jahr 2015. Der Film ist hierzulande ungekürzt auf DVD und Blu-ray Disc erhältlich und ab 12 Jahren freigegeben. Die Länge beträgt 85 Minuten.

Fazit

„Der Bunker“ ist ein faszinierendes Filmerlebnis, das sich mit zwischenmenschlicher Abhängigkeit und dem unbedingten Erfolgsstreben unserer modernen Gesellschaft auseinandersetzt. Als ausschließliche Reminiszenz an David Lynch funktioniert der Film jedoch besser, denn als tiefschürfende Charakterstudie. Dafür entdeckt man bei jedem Schauen mehr in dieser undurchsichtigen Horrorperle.

Mein Tipp: kann man kaufen!

Ihr wollt eine von drei DVDs in der Doppel-Disc-Edition gewinnen? Dann ab zu Facebook und bei der Verlosung mitgemacht! Viel Glück!

Wiener Dog

Indie-Regisseur und Zyniker Todd Solondz begleitet in seiner tiefschwarzen Episodenkomödie WIENER DOG das Leben von vier Underdogs in New York. Dabei zeigt sich der Macher von „Willkommen im Tollhaus“ einmal mehr von seiner bösesten Seite, seine prätentiöse Inszenierung steht der wahrhaftigen Wirkung seines Films jedoch im Weg. Mehr dazu in meiner Kritik.Wiener Dog

Weiterlesen

Das Startet am 21. Juli 2016

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht’s um den Startdonnerstag des 21. Juli, an dem im Vergleich zur letzten Woche nur wenig los ist. Alle Blicke richten sich auf den neuesten Teil der „Star Trek“-Saga. Angesichts des späten Pressetermins sowie der austauschbaren Trailer ist es wirklich schwer zu glauben, dass sich dahinter ein Meisterwerk verbirgt. Dasselbe gilt überraschenderweise auch für den neuen Film von Steven Spielberg: „BFG – Big Friendly Giant“ ist das schwächste Werk des Altmeisters und muss sich in dieser Woche von der französischen Tragikomödie „Frühstück bei Monsieur Henri“ in die Schranken weisen lassen – eine rührende, angenehm ehrliche Geschichte darüber, dass man einander nicht verbiegen muss, um zueinander zu finden. 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

FRÜHSTÜCK BEI MONSIEUR HENRI | Regie: Ivan Calbérec | FR 2015

Frühstück bei Monsieur Henri

Monsieur Henri ist ein mürrischer alter Herr und stolz darauf. Er lebt allein mit einer Schildkröte in einer viel zu großen Pariser Altbauwohnung und ärgert sich – über die Ehefrau seines Sohnes, die jungen Leute von heute oder was sonst so anfällt. Doch weil Henris Gesundheit letzthin etwas nachgelassen hat, beschließt sein Sohn Paul, dass es Zeit wird für eine Mitbewohnerin. Mit der chronisch abgebrannten Studentin Constance kommt ihm eine junge Dame ins Haus, die all das hat, was Henri auf den Tod nicht leiden kann, die seine Pantoffeln klaut und unerlaubt das Klavier benutzt. Weil sich Constance die Miete eigentlich nicht leisten kann, bietet Henri ihr ein skurriles Geschäft an: Wenn sie es schafft, seinem Sohn Paul so lange schöne Augen zu machen, bis der seine Ehefrau verlässt, ist die Miete umsonst. Mehr übel als wohl willigt Constance ein…
4 von 5

„Frühstück bei Monsieur Henri“ ist nicht so lustig, wie es die Prämisse verspricht, geht aber vor allem deshalb zu Herzen, weil Regisseur Ivan Calbérec auf allzu seichte Handlungsentwicklungen verzichtet und er seinen Figuren Schwächen zugesteht, für die in anderen Filmen kein Platz ist.


STAR TREK BEYOND  |  Regie: Justin Lin  |  USA 2016

Star Trek Beyond

Gen Ende einer fünfjährigen Forschungsmission gerät die Enterprise in einen gnadenlosen Hinterhalt. Unter Dauerbeschuss kann die Crew um Captain Kirk (Chris Pine) nur in letzter Sekunde auf fremdem Terrain notlanden. Doch statt in Sicherheit befindet sie sich plötzlich zwischen den Fronten eines scheinbar ausweglosen Konflikts. Getrennt voneinander und ohne Kontakt zur Außenwelt ziehen Kirk und sein Team in den Kampf gegen einen mysteriösen und übermächtigen Feind. Worauf dieser es abgesehen hat, findet die Raumschiff-Besatzung nur langsam heraus. Doch als Kirk und Co. endlich wissen, womit – vor allem aber mit wem sie es hier zu tun haben, scheint es schon zu spät und einen Ausweg aus dieser Misere scheint es nicht zu geben. Wie gut, dass das Team bestens auf einander eingespielt ist, denn nur so kann es ihm gelingen, sich selbst und einmal mehr das Universum zu retten. 3 von 5

„Star Trek Beyond“ liefert genau das, was Justin Lin mit seiner Regiearbeit riskiert: wenig. Der Blockbuster punktet mit einer Grundsympathie der Figuren und einer spektakulären Optik. Inhaltlich sind Konflikte und Dramaturgie hingegen so austauschbar, dass ein während der Vorstellung stattfindender Gang auf die Örtlichkeiten nicht für das Gefühl sorgt, irgendetwas Relevantes verpasst zu haben.


BFG – BIG FRIENDLY GIANT | Regie: Steven Spielberg | USA 2016

BFG - Big Friendly Giant

Das junge Londoner Waisenmädchen Sophie (Ruby Barnhill) lernt eines Tages einen geheimnisvollen Riesen (Mark Rylance) kennen, als dieser sie zur Geisterstunde aus ihrem Bett entführt. Aus anfänglicher Angst und Skepsis erwächst schon bald eine enge Freundschaft zwischen den beiden Außenseitern. Doch das Idyll des Riesen, den Sophie BFG tauft, ist keines. Er lebt mit einer Horde menschenfressender Wüstlinge zusammen, zu denen der freundliche Gigant nicht so recht passen will. Gemeinsam mit Sophie könnte es ihm jedoch gelingen, endlich in Frieden zu leben und die Welt wieder mit Träumen zu versorgen. Fortan gehen er und Sophie durch dick und dünn, erleben Seite an Seite aufregende Abenteuer, tauchen ein in fabelhafte Welten und finden am Ende ihrer fantastischen Reise schließlich zu sich selbst. 2 von 5

„BFG – Big Friendly Giant“ ist in seiner visuellen Verspieltheit verzaubernd und beeindruckend zugleich. Inhaltlich missfallen hingegen die anstrengende Fantasiesprache, die oberflächliche Figurenzeichnung sowie die kuriose Dramaturgie, durch die sich „BFG“ in zwei vollkommen unabhängig voneinander existierende Teile aufteilen lässt.


THE GIRL KING |  Regie: Mika Kaurismäki |  FIN/DE/CAN/SWE/FR 2015

The Girl King

Herbst 1632. Inmitten des Dreißigjährigen Kriegs kämpfen Protestanten gegen Katholiken, Schwedens König Gustav II. Adolf fällt auf der Seite der Protestanten. Nach seinem Tod wird seine Tochter Kristina Wasa zur nominellen Regentin von Schweden, obwohl sie erst sechs Jahre alt ist. Sie wird wie ein Junge erzogen, so bekommt sie mehr Bildung mit auf den Weg, als es für Frauen im 17. Jahrhundert üblich war. Sie liebt die Jagd, die Kunst und die Wissenschaften. Mit achtzehn weigert sie sich zu heiraten und verfällt stattdessen sexuell wie emotional ihrer schönen Kammerzofe Ebba Sparre. Nicht genug mit diesem Skandal konfrontiert sie den konservativen Königshof weiterhin mit der modernen Welt: Nach ihrer Krönung will sie vor allem den immer noch andauernden Krieg beenden und Schweden zu einem kultivierten Land machen.


CENSORED VOICES | Regie: Mor Loushy | ISR/DE 2015
Censored Voices

1967. Der Sechstagekrieg endet mit einem triumphalen Sieg für Israel. Das kleine Land vergrößert sich um das Dreifache. Jerusalem, Gaza und West Bank sind ab nun in israelischer Hand. Die Nation wird beherrscht von lautem Jubel, rauschenden Siegesfeiern, herrschaftlichen Paraden und taumelnder Freude. Nach einem solchen Sieg werden es die Araber nie wieder wagen, Israel anzugreifen! Aber hinter der Euphorie verbergen sich andere Stimmen. Die Stimmen der Soldaten. Die jungen Krieger kehrten zurück in ihre Häuser. Verwirrt, traumatisiert, voller Angst- und Schuldgefühlen. Der 6-Tage-Krieg endet mit einem Triumph für Israel: Jerusalem, Gaza und West Bank sind ab nun in israelischer Hand. Nur einen Monat danach interviewte der Schriftsteller Amos Oz die beteiligten Soldaten, die berichteten, was wirklich geschah.


MA FOLIE  |  Regie: Andrina Mračnikar | AT/FR 2015

Ma Folie

Hanna liebt Yann und die Lettres filmées. Poetisch-essayistische, mit dem iPhone aufgenommene Kurzfilme, die er ihr schickt. Yann liebt Hanna, aber er vertraut ihr nicht. Er verlässt sie, doch lässt er sie nicht mehr allein. Seine Lettres filmées werden plötzlich zur Bedrohung und Hanna weiß nicht, wem sie noch vertrauen kann. „Ma Folie“ beginnt als romantische Lovestory, als leidenschaftliche Amour Fou, entwickelt sich aber nach und nach zu einem vielschichtigen Psychothriller, bei dem die Grenzen zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung, Vertrauen und Misstrauen, Realität und Illusion, Wahrheit und Lüge verschwimmen. Das Spielfilmdebüt der Michael-Haneke-Schülerin Andrina Mračnikar besticht durch das intensive Spiel von Alice Dwyer und Sabin Tambrea als junge Liebende, die sich gegenseitig in den Wahnsinn treiben.


Heimkinotipp: TRUMBO | Regie: Jay Roach | USA 2015

Trumbo

In den Vierzigerjahren läuft es grandios für Dalton Trumbo: Er ist einer der bestbezahlten Drehbuchautoren Hollywoods. Seine Bücher werden in den Händen der Hollywood-Studios zu großen Blockbustern. Es ist keine Frage, dass er einen Oscar® bekommen wird, die Frage ist nur: wann? Doch mit dem Kalten Krieg und dem Aufstieg des Kommunistenhassers Senator McCarthy endet Trumbos Triumphzug. Die Kolumnistin Hedda Hopper macht Stimmung gegen die hoch bezahlten Verräter Hollywoods, und die Filmstars John Wayne und Ronald Reagan helfen bei der Hexenjagd. Als sich Trumbo weigert, vor dem berüchtigten Komitee für unamerikanische Umtriebe auszusagen, landet er auf der schwarzen Liste und verliert seinen Studiovertrag mit MGM. Doch Trumbo wäre nicht Trumbo, würde er sich unterkriegen lassen. 4 von 5

Die Oscar-nominierte Tragikomödie „Trumbo“ reißt viele Themen an und verzettelt sich dabei nur minimal. Bryan Cranston glänzt als kauziger Schriftsteller und Helen Mirren liebt ihre Rolle der gehässigen Journalistin. Trotz Längen im Mittelteil empfiehlt sich dieser Film all jenen, die sich auch mit der gehässigen Seite Hollywoods einmal auseinandersetzen wollen.

« Ältere Einträge Letzte Einträge »