Videoabend: Dark House

Kino ist teuer, mit einem gewissen Zeitaufwand verbunden und wer generell nicht gern unter Leute geht, der muss die Stoßzeiten meiden, um einen Film in Ruhe und ohne Störungen genießen zu können. Wenngleich die Videotheken nach und nach vom Online-Streaming verdrängt werden, geht doch nichts über einen gemütlichen Filmeabend auf dem heimischen Sofa. Obwohl die Auswahl riesig ist und Kinofilme immer schneller nach ihrem Start auch auf DVD und Blu-ray Disc erhältlich sind, lohnt sich sich ab und zu, einen Blick auf den Direct-to-Video-Markt zu werfen. Manchmal finden sich hier nämlich echte Perlen, ebenso sehr wie solche, die sich erst im Nachhinein als Rohrkrepierer erweisen. In meiner Rubrik VIDEOABEND möchte ich Euch jede Woche einen Film vorstellen, der es hierzulande nicht oder nur sehr limitiert ins Kino geschafft hat.

Diese Woche widme ich mich dem US-amerikanischen Horrorfilm „Dark House“, der seit dem 24. März 2015 auf DVD und Blu-ray Disc im Handel erhältlich ist.

Dark House

Bevor Nick von seiner geisteskranken Mutter die Wahrheit über seinen Vater und seine mysteriöse Gabe erfahren kann, stirbt die Mutter bei einem rätselhaften Brand in der Irrenanstalt. Sie vererbt ihrem Sohn ein großes Anwesen bei Rivers End. Ein Haus, das Nick seit seiner Kindheit wie besessen zeichnet – ohne es je gesehen zu haben. Nick und seine Freunde machen sich auf die Suche nach dem Haus. Doch Rivers End wurde bei einer Flutkatastrophe zerstört. Bei ihren Nachforschungen treffen die drei auf eine Gruppe Landvermesser, die das Haus in einem verlassenen Tal gesehen haben wollen. Als sie es finden, wird das Haus von einer Armee düsterer Axtmänner unter der Führung des mysteriösen Seth (Tobin „Jigsaw“ Bell) bewacht, die sogleich Jagd auf die Gruppe macht. Nick will unbedingt in die Villa eindringen und Antworten finden. Doch was ihn dort erwartet, ist viel größer als alles, wonach er je gesucht hat. Kommt die Clique hier wirklich lebend raus?

Pandastorm Pictures bewirbt ihn so: 

Regisseur Victor Salva (Jeepers Creepers) hat mit Dark House einen packenden Horror-Trip geschaffen, der den Zuschauer auf eine rasante Achterbahnfahrt voller Twists und Wendungen schickt.

Kritik

Von 2004 bis 2010 schlüpfte Tobin Bell in die Haut des berühmt-berüchtigten Jigsaw-Killers und schuf mit seiner eindringlichen Performance eine der gefürchtetsten Horrorikonen des neuen Jahrtausends. Seit die „Saw“-Reihe mit dem siebten Teil „Vollendung“ offiziell beendet wurde, bekam man den 72-jährigen New Yorker nicht mehr auf der großen Leinwand zu sehen. Stattdessen findet man ihn immer mal wieder in kleinere Nebenrollen sowie bevorzugt im Fernsehen wieder. Bevor Bell die große Kinokarriere an den Nagel hing, sah man den Darsteller jedoch noch in der Low-Budget-Horrorproduktion „Dark House“ und damit einmal mehr voll in seinem Element; aus dem Puzzle-Mörder, der Menschen in ausweglose Situationen treibt, um sie entweder in den Selbstmord zu führen, oder sie – mit Verlaub – elendig verrecken zu lassen, ist ein Axt schwingender Psychopath geworden, der mit Leib, Seele und dem Blick eines Wahnsinnigen eine alteingesessene, jedoch nicht minder heruntergekommene Villa zu beschützen versucht. Und seien wir einmal ehrlich: Mittlerweile nimmt man es dem eigentlich so sympathischen Schauspieler ohnehin nicht mehr ab, dass seine Figuren auch nur ansatzweise etwas Gutes im Schilde führen könnten. In den USA erhielt der Streifen sogar eine limitierte Leinwandauswertung, hierzulande kam man lediglich auf dem Fantasy Filmfest in den Genuss des obskuren Haushüters. Zugegeben: Die breite Masse hätte der Streifen im Falle eines regulären Kinostarts wohl tatsächlich nicht erreicht. Unter den Direct-to-DVD-Veröffentlichungen gehört „Haunted“, wie der Film im Original heißt, jedoch zu der deutlich stärkeren Sorte.

Die Axt als Mordwaffe gibt recht schnell den blutigen Tonfall vor, mit dem „Dark House“ gesegnet ist. Trotz eines ausgewogenen Storytellings, durch das der Streifen von der eindringlichen Eröffnungssequenz an eine beißende Atmosphäre wiedergibt, die immer wieder durch spannende Plottwists am Leben gehalten wird, kombiniert Regisseur Victor Salva („Jeepers Creepes“) ebenjene intensive Stimmung mit brutalen Splatter-Sequenzen, die jedoch nicht bloßer Selbstzweck sind, sondern sich sowohl in die Story integrieren, als auch humoristische Spitzen setzen. Dabei ist es insbesondere und erwartungsgemäß Tobin Bell, der das surrealistisch angehauchte Setting mit seiner wahnhaften Performance zusätzlich unterstreicht. Luke Kleintank („Bones – Die Knochenjägerin“) funktioniert dagegen als geerdeter Gegenspieler und lässt in mancher Szene durchaus aufblitzen, dass auch er nicht vollkommen frei von Sünden sein könnte. Ein unberechenbares Duell, das die Macher mithilfe einer fiebrigen Bildsprache und eines „Shining“-gleichen Soundtracks gekonnt zu untermauern wissen.

DARK HOUSE stammt von Victor Salva, der gemeinsam mit Charles Agron auch das Skript zum Film geschrieben hat. Unter den Darstellern finden sich Robert Luke Kleintank, Alex McKenna, Lesley-Anne Down und Tobin Bell. Bei dem Film handelt es sich um eine US-amerikanische Horrorthriller-Produktion aus dem Jahr 2014. Der Film ist hierzulande ungekürzt auf DVD und Blu-ray Disc erhältlich und ab 18 Jahren freigegeben. Die Länge beträgt 102 Minuten.

Fazit

„Dark House“ ist ein origineller und blutiger Psychohorrorfilm, in dem insbesondere „Saw“-Star Tobin Bell so richtig auftrumpfen darf. Kennt man die Twists und Wendungen aber einmal, büßt der Film spürbar an Unterhaltungswert ein. Einmal anschauen reicht!

Mein Tipp: wenn schon nicht kaufen, dann leihen!

 

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