Tag Archives: Abenteuer

Das startet am 26. September 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 26. September, der zwar keine Blockbuster-Starts bietet, qualitativ aber zu den besten Kinowochen 2019 gehört. Unter anderem dank Ari Asters neuestem Streich „Midsommer“. Oder den vollkommen unterschiedlichen Animationsfilmen „Shaun das Schaf 2“ sowie „Everest“. Oder der Horrorcomedy „Ready Or Not“. Oder, oder, oder. Nur ein Kandidat sticht aufgrund des verschenkten Potenzials heraus: Die Romanverfilmung „Der Distelfink“ ist zwar ein guter Film, hätte allerdings auch ein sehr guter sein können. Und das ist irgendwie ganz schön schade… 

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

MIDSOMMAR | Regie: Ari Aster | USA/SWE/HUN 2019

Obwohl ihre Beziehung kriselt, schließt sich Dani (Florence Pugh) ihrem Freund Christian (Jack Reynor) auf einen Sommertrip in einen kleinen Ort in Schweden an. Dani muss seit einiger Zeit einen schlimmen Schicksalsschlag in ihrer Familie verarbeiten und erhofft sich, in der Ferne zur Ruhe zu kommen. Gemeinsam mit Christians Clique sind sie zu einem einmaligen Mittsommerfestival eingeladen. Einer schwedischen Tradition. Doch der anfänglich idyllische Eindruck der abgelegenen Gemeinschaft trügt, die freundlichen Dorfbewohner verhalten sich nach und nach merkwürdiger: Sie bereiten sich auf ein besonderes Mittsommer-Ritual vor, das nur alle 90 Jahre zelebriert wird. Was als puritanisches Fest der Liebe und Glückseligkeit beginnt, nimmt bald eine unheimliche Wendung, die das sonnengeflutete Paradies bis in die Eingeweide erschüttert.

„Midsommar“ ist nach „Hereditary“ das zweite Horror-Meisterwerk von Regisseur Ari Aster, das seine Stärken noch mehr im erzählerischen Subtext als in den gleichwohl bemerkenswert arrangierten Schauerbildern hat. Der Regisseur ist keine Alltagsfliege – und „Midsommar“ kein Genre-Fast-Food, sondern ein Film, auf dessen einzigartige Atmosphäre man sich einlassen muss. Fans von leicht konsumierbarem Jumpscare-Horror werden hiermit allerdings nicht viel anfangen können.


EVEREST – EIN YETI WILL HOCH HINAUS | Regie: Jill Culton | USA 2019

Ein kleiner Yeti ist aus einem Versuchslabor in Shanghai entkommen und sucht Zuflucht auf den Dächern der Millionenstadt. Dort begegnet er ausgerechnet dem neugierigen Teenager-Mädchen Yi (deutsche Stimme: Nilam Farooq) und ihren Freunden Jin (deutsche Stimme: Julien Bam) und Peng. Schnell wird klar, dass das Trio den kleinen Yeti, den sie kurzerhand auf den Namen „Everest“ taufen, nur vor dem finsteren Laborleiter Burnish und der Zoologin Dr. Zara retten können, wenn sie ihn zurück in seine Heimat – den Mount Everest – bringen.  Gemeinsam begeben sich die Freunde auf eine faszinierende Reise durch sagenhafte Landschaften Asiens, wunderliche Ereignisse und magische Momente, um Everest am höchsten Punkt der Erde wieder mit seiner Familie zu vereinen. Doch an jeder Ecke lauern Gefahren, die die Reise jederzeit beenden könnten…

Ein charmant erzählter und wunderschön bebildeter Animationsfilm, der Themen wie Trauer und Trauerarbeit kindgerecht verhandelt und trotzdem eine bemerkenswerte Reife an den Tag legt. Gerade das bittersüße Ende dürfte selbst bei einem älteren Publikum für die ein oder andere Träne gut sein.


DER DISTELFINK | Regie: John Crowley  | USA 2019

Der 13-jährige Theo Decker (als Kind: Oakes Fegley) sah seine Mutter das letzte Mal, als sie in einen anderen Ausstellungsraum des Metropolitan Museum of Art ging. Sekunden später explodierte eine Terrorbombe, die unbezahlbare Kunstwerke zerstört und auch Theos Leben für immer erschüttert. Die Tragödie verändert seinen Lebensweg und zieht eine ergreifende Odyssee zwischen Trauer und Schuld, Neuanfang und Erlösung, Freundschaft und sogar Liebe nach sich. Im Laufe dieser turbulenten Jahre als Jugendlicher bis hin ins Erwachsenenalter klammert sich der immer noch einsame Theo (als Erwachsener: Ansel Elgort) heimlich an ein kostbares Objekt, das seine einzige greifbare Verbindung zu seiner Mutter ist, die er an jenem entsetzlichen Tag verloren hat – das Gemälde eines winzigen Vogels, festgekettet an seiner Stange: der Distelfink.

Die erlesen bebilderte Romanverfilmung „Der Distelfink“ hat alle Zutaten für ein episch-gefühlvolles Drama und ist das über weite Strecken auch. Doch das gleichermaßen vorlagentreue wie heillos konstruierte Schlussdrittel fügt sich nicht recht in den Rest des Films, was auch damit zu tun hat, dass Ansel Elgort als erwachsene Hauptfigur hier nicht so souverän aufspielt wie sonst – und sein deutlich jüngerer Kollege Oakes Fegley als Kind. Was bleibt ist ein wirklich guter Film, aber auch einer, der weit hinter seinem Potenzial zurückbleibt.


READY OR NOT – AUF DIE PLÄTZE, FERTIG, TOT | Regie: Matt Bettinelli-Olpin, Tyler Gillett |USA 2019

Mit Brettspielen hat die exzentrische Familie, die an ihren altehrwürdigen Traditionen eisern festhält, ihr Vermögen gemacht. „Die Reichen sind wirklich anders”, warnt Daniel, der Bruder von Alex, dessen zukünftige Ehefrau Grace noch wenige Stunden vor der Hochzeit, doch da ist das Ehegelübde auch schon gesprochen. Die Hochzeit verläuft planmäßig. Aber sie hält auch noch eine Überraschung für die Braut bereit. Arglos schließt sich Grace ihrem Gatten und ihrer Neu-Familie für ein mitternächtliches Spiel an – ein Spiel, das in der Familie Tradition hat. Als neues Mitglied der Le Domas’ muss sie aus einem Stapel eine Karte ziehen, die bestimmt, was gespielt werden soll. Ohne zu wissen, dass Gefahr in der Luft liegt, wählt sie die Versteckspielkarte. Bald wird Grace zu ihrem Entsetzen klar, dass sie im Zuge eines tödlichen Spiels gejagt wird.

Mit „Ready Or Not – Auf die Plätze, fertig, tot“ gelingt Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett ein weiteres Mal das große Kunststück, eine gleichermaßen ungeheuer spaßige wie nicht minder blutige und nebenbei auch noch ziemlich unheimliche Horrorcomedy zu inszenieren, mit der sich Samara Weaving als ‚Bloody Bride‘ endgültig für ganz große Rollen qualifiziert.


GELOBT SEI GOTT | Regie: François Ozon | FR/BEL 2018

Im Jahr 2014 in Lyon fasst Banker und Familienvater Alexandre den Entschluss, sich seinen stets wieder aufbrechenden Traumata zu stellen. Der streng gläubige Katholik wurde in den Achtzigern von einem Pater über drei Jahre lang immer wieder sexuell missbraucht. Um den Täter zur Rechenschaft zu ziehen, das ihn schützende System aufzubrechen, aber auch, um seine Kinder vor einem ähnlichen Schicksal zu bewahren, bittet Alexandre beim zuständigen Kardinal um ein Gespräch – und findet zwar Gehör, aber keine Hilfe. Zu allem Überfluss erfährt er sogar, dass der ihn einst missbrauchende Pater, der sich im Zusammenhang mit den Anschuldigungen als Pädophiliekranker schuldig bekannt hat, noch im Amt ist und mit Kindern arbeitet. Daraufhin erstattet er Anzeige und begibt sich auf die Suche nach weiteren Missbrauchsopfern…

Das französische Drama „Gelobt sei Gott“ ist alles andere als leicht verdaulich, aber er macht es dem Zuschauer leicht, einen Zugang zu ihm zu finden. Ein starkes, wichtiges Stück großes Kino, wie es auch schon „Spotlight“ war.


SHAUN DAS SCHAF – UFO ALARM | Regie: Richard Phelan, Will Becher | UK/FR/USA 2019

Seit Neuestem tauchen immer häufiger seltsame Lichter über dem verschlafenen Städtchen Mossingham auf. Ob sie ein Hinweis auf außerirdisches Leben sind? Tatsächlich kündigen sie die Ankunft eines geheimnisvollen Besuchers aus einer fernen Galaxie an. Aber auf der nahe gelegenen Mossy Bottom Farm hat Shaun ganz andere Dinge im Kopf, denn ständig werden seine verrückten Streiche von einem entnervten Bitzer vereitelt. Doch als plötzlich ein ebenso lustiges wie bezauberndes Außerirdischen-Mädchen mit erstaunlichen Kräften in der Nähe der Farm bruchlandet, erkennt Shaun sofort die einmalige Chance: mit Hilfe der Außerirdischen kann er jede Menge neue Späße und Abenteuer anstellen! Gleichzeitig ist es aber auch der Beginn einer Mission, die Außerirdische wieder sicher nach Hause zu bringen…

Liebenswert, zuckersüß und schafkomisch! Shaun macht es sich erneut auf der großen Leinwand bequem und erlebt ein Abenteuer, das nicht von dieser Welt ist. Großen und kleinen Fans steht so ein erfrischender, wolliger, äh, wohliger Kinobesuch bevor.


GET LUCKY – SEX VERÄNDERT ALLES | Regie: Ziska Riemann | DE 2019

Sommerferien am Strand mit den besten Freunden: Für die Teenager Aaron (Bjarne Meisel), Julia (Emma-Katharina Suthe), ihre kleine Schwester Emma (Lilly Terzic), Hannah (Luissa Cara Hansen), David (Belly Opoku-Arthur) und Mehmet (Jascha Baum) ist es der aller erste Urlaub ohne ihre Eltern, bei dem sie tun und lassen können, was sie wollen. Doch jeder von ihnen hat aktuell mit einem emotionalen, sexuellen oder körperlichen Problem zu käämpfen. Die Clique verbringt ihre Tage am Meer, feiert am Strand und lernt neue Leute kennen. Die Gefühle spielen verrückt.  Mittendrin im Hormonchaos steht Ellen (Palina Rojinski), die Tante von Julia und Emma, bei der alle untergebracht sind. Im Laufe des Sommers ist nicht nur die coole Tante gefragt, denn als Sexualberaterin antwortet sie auch mal auf Fragen, die ein Jugendlicher seinen Eltern wohl eher nicht stellen würde.

Die Idee, sich Teenagerproblemen mit unverklemmtem Sextalk zu nähern und dadurch aufklären zu wollen, ist aller Ehren wert. Ein guter Film ist dabei aber nicht entstanden, da der Humor in „Get Lucky“ oft nicht zündet, die Jungdarsteller allesamt verkrampft aufspielen und das Drehbuch irgendwann völlig ausfranst.


NUREJEW – THE WHITE CROW | Regie: Ralph Fiennes | UK/FR/SRB 2018

Paris in den 1960er Jahren: Der Kalte Krieg befindet sich auf seinem Höhepunkt und die Sowjetunion schickt ihre beste Tanzkompanie in den Westen, um ihre künstlerische Stärke zu demonstrieren. Das Leningrader Kirow-Ballett begeistert die Pariser Zuschauer, aber ein Mann sorgt für die Sensation: der virtuose junge Tänzer Rudolf Nurejew (Oleg Ivenko). Attraktiv, rebellisch und neugierig, lässt er sich vom kulturellen (Nacht-)Leben der Stadt mitreißen. Begleitet von der schönen Chilenin Clara Saint (Adèle Exarchopoulos) streift er durch die Museen und Jazz-Clubs der Stadt, sehr zum Missfallen der KGB-Spione, die ihm permanent auf den Fersen sind. Doch Rudolf Nureyew genießt den Geschmack der Freiheit und beschließt in Frankreich politisches Asyl zu beantragen. Ein höchst riskantes Katz- und Mausspiel mit dem sowjetischen Geheimdienst beginnt, an dessen Ende es nur einen Gewinner geben kann…


Heimkinotipp: ALADDIN | Regie: Guy Ritchie | USA 2019

Aladdin ist ein Straßenjunge, der an der Seite seines treuen Affen Abu die Straßen der Stadt Agrabah unsicher macht. Mit ihren Bazaren, Palästen und fliegenden Teppichen ist sie wie gemacht für einen Träumer wie Aladdin, der eines Tages plötzlich die Liebe seines Lebens kennenlernt. Die schöne Prinzessin Jasmin, die als Straßenmädchen verkleidet für einen Moment versucht, den strengen Gesetzen innerhalb der Palastmauern zu entkommen. Für Aladdin ist die Sache klar: Er muss das Mädchen wiedersehen. Doch der der böse Jafar macht ihm einen Strich durch die Rechnung. Dieser schickt den ahnungslosen jungen Mann in eine Höhle mitten in der Wüste und verspricht ihm Reichtum gegen eine Wunderlampe. Doch die Sache geht schief und die Höhle stürzt zusammen. Wie gut, dass der blaue Flaschengeist Genie Aladdin in sein Herz schließt…

Die Neuverfilmung von „Aladdin“ ist lieb- und lebloses Musicaltheater in dem jeder Song gleich klingt und Settings wie Disneyland-Kulissen aussehen. Ein Glück, dass Will Smith im Mittelteil ein wenig Zeit bekommt, den Film durch seine alleinige Anwesenheit zu retten.

Das startet am 25. Juli 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 25. Juli, an der es eine Woche nach dem gigantischen Start von „Der König der Löwen“ ruhiger zugeht. Die deutsche Komödie „Abikalypse“ erscheint einen Tick zu spät, um das Schulabgängerpublikum auf den Punkt abzuholen und hat obendrein das Pech, einen ziemlich miesen Trailer erhalten zu haben. Dafür dürfte „Leid und Herrlichkeit“ für Liebhaber des spanischen Regisseurs Pedro Almodóvar Pflichtprogramm sein. Mit reichlich Verspätung erscheint auch „Vox Lux“ in den Kinos, lässt aber nicht ganz erkennen, wo die Vorschusslorbeeren herkommen. Das weibliche Drei-Fragezeichen-Pendant „Die drei !!!“ hat immerhin das Jugendpublikum auf seiner Seite. Der Rest startet unter dem Radar der breiten Öffentlichkeit.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

LEID UND HERRLICHKEIT | Regie: Pedro Almodóvar  | ESP 2019

Regisseur Salvador Mallo (Antonio Banderas) entdeckte schon früh seine Leidenschaft für das große Kino und die Geschichten, die es erzählt. Aufgewachsen im Valencia der 60er Jahre, aufgezogen von seiner liebevollen Mutter (Penélope Cruz), die sich ein besseres Leben für ihn wünscht, zieht es ihn in den 80er Jahren nach Madrid. Dort trifft er auf Federico (Leonardo Sbaraglia), eine Begegnung, die sein Leben von Grund auf verändern wird. Gezeichnet von seinem exessiven Leben blickt Salvador jetzt auf die Jahre zurück, in denen er als Regisseur große Erfolge feierte, schmerzliche Verluste hinnehmen musste, aber auch zu einem der innovativsten und erfolgreichsten Filmschaffenden in Spanien wurde. Durch die Reise in seine Vergangenheit und die Notwendigkeit diese zu erzählen, findet Salvador den Weg in ein neues Leben…

Nicht nur die Frage, welche der hier geschilderten Ereignisse tatsächlich auf dem Leben des Regisseurs basieren, macht „Leid und Herrlichkeit“ zu so einem faszinierenden Kinoerlebnis. Abseits kleinerer Längen ist Pedro Almódovars autobiographisch angehauchtes Drama eine Liebeserklärung an das Leben mit all seinem Schmerz, seinen Triumphen, der Leere und der Schönheit, die einen bisweilen erschlagen kann.


ABIKALYPSE | Regie: Adolfo Kolmerer | DE 2019

Das Abitur haben die Außenseiter Musti (Reza Brojerdi), Yannick (Jerry Hoffmann), Hannah (Lea van Acken) und Tom (Lucas Reiber) endlich in der Tasche. Bevor der Ernst des Lebens auf die vier Freunde wartet und sich ihre Wege vielleicht trennen, versprechen sie ihren Mitschülern leichtsinnig die krasseste Party des Jahres. Sie wollen endlich allen beweisen, dass sie keine Loser sind und in ihnen mehr Fame als Fail steckt. Doch die Suche nach Anerkennung und digitalen Followern wirbelt die enge Freundschaft der vier gehörig durcheinander. Inmitten des Trubels erkennen Hannah und Tom zudem ihre wahren Gefühle füreinander. Die erste romantische Nacht zu zweit verkompliziert die Dinge jedoch nur noch mehr … Für die vier Freunde wird die Party ihres Lebens zur wichtigsten Prüfung ihrer Freundschaft.

„Abikalypse“ ist ein authentisch-sympathischer, den Zeitgeist atmender Blick auf Außenseiter und zugleich eine emotionale Auseinandersetzung mit ihren Ängsten vor dem, was kommt, wenn die Schule vorbei ist. „Abikalypse“ ist aber auch ein Film über Party und Freundschaft, der beweist, dass man auch mit bereits vielfach verwendeten Zutaten etwas Kreatives und Originelles zaubern kann.


VOX LUX | Regie: Brady Corbet | USA 2018

Im Jahr 1999 überlebt Teenager Celeste eine gewaltsame Tragödie. Nachdem sie bei einem Gedenkgottesdienst gesungen hat, verwandelt sich Celeste mit Hilfe ihrer Schwester und einem Talentmanager, in einen aufblühenden Popstar. Celestes kometenhafter Aufstieg zum Ruhm ist verzahnt mit einem erschütternden Terroranschlag auf die Nation und hebt das junge Energiebündel zu einer neuen Form der Berühmtheit empor: Amerikanische Ikone, weltliche Gottheit, globaler Superstar. Etwa im Jahr 2017 schafft Celeste ein Comeback nach einem skandalösen Vorfall, der ihre Karriere zum Entgleisen gebracht hat. Auf Tour für ihr sechstes Album muss die Pop-Ikone ihre persönlichen und familiären Kämpfe überstehen, um sich durch Mutterschaft, Wahnsinn und Ruhm zu navigieren.

Was beginnt wie eine außergewöhnliche Seherfahrung, in der Regisseur Brady Corbet das Musikbusiness auf besonders provokante Weise auseinander nimmt, wird mit der Zeit ein Fake-Biopic wie jedes Andere, aus dem Natalie Portman heraussticht, das über den Zynismus der Popstarwelt aber nichts Neues zu erzählen hat.


DIE DREI !!! | Regie: Viviane Andereggen | DE 2019

Die drei !!!, das sind Franzi, Kim und Marie. Sie sind beste Freundinnen und verbringen jeden Tag zusammen. Aber sie sind ganz nebenbei noch etwas anderes: Detektivinnen. Und das hat sich bereits bis in die höchsten Kreise der ortsansässigen Polizei herumgesprochen. Über die Sommerferien wollten die drei eigentlich eine kleine Pause machen. Doch Ganoven schlafen nicht. Und so wird aus einem gemeinsamen Theaterprojekt ein aufregender Fall. Während der Proben zu „Peter Pan“ schleicht ein unheimliches Phantom durch das altehrwürdige Theatergebäude. Zunächst sind es nur Geräusche und flackernde Lichter, die die Kinder in Angst und Schrecken versetzen. Doch schon sehr bald werden die Drohungen schärfer. Doch die drei !!! lassen sich natürlich nicht lumpen und gehen den Geschehnissen auf den Grund…

Das erste Leinwandabenteuer der Kinderhörspielreihe „Die drei !!!“ ist ein über weite Strecken gelungener Kinderkrimi, der für die anvisierte Zielgruppe genug Gelegenheit zum Mitknobeln gibt, für ganz kleine Zuschauer hingegen einen Tick zu unheimlich sein dürfte. Für ein Publikum abseits der 14 Jahre ist der Kriminalfall dann allerdings doch etwas zu vorhersehbar. Dafür begeistert Jürgen Vogel einmal mehr als von der Leine gelassener Schurke.


CLEO | Regie: Erik Schmitt | DE 2019

Die verträumte Cleo (Marleen Lohse) fühlt sich ihrer Heimatstadt Berlin auf ganz besondere Weise verbunden. Ihr größter Wunsch ist es, endlich die Zeit zurückdrehen zu können – mit Hilfe einer magischen Uhr, die einst von den legendären Gebrüdern Sass erbeutet wurde und seither verschollen ist. Die junge Frau hofft, mit ihr den frühen Tod ihrer Eltern verhindern zu können und noch einmal von vorn anzufangen. Eines Tages begegnet sie dem Abenteurer Paul (Jeremy Mockridge), der auf einem Hausboot lebt und eine Schatzkarte ersteigert hat. Die beiden sind sofort auf einer Wellenlänge. Gemeinsam begeben sie sich auf einen aufregenden Trip durch die pulsierende Großstadt, bei der Cleo nicht nur auf verrückte Typen und urbane Legenden trifft, sondern auch Paul langsam näher kommt. Angekommen im Untergrund Berlins muss sich Cleo die wichtigste aller Fragen stellen: Soll sie die Zeit überhaupt zurückdrehen?


EIN GANZ GEWÖHNLICHER HELD | Regie: Emilio Estevez | USA 2018

Eine ungewöhnliche Kälte hält Einzug in der Innenstadt von Cincinnati und macht auch vor den Türen der öffentlichen Bibliothek nicht halt. Von nun an gehören die von Jackson angeführten Bibliotheksbesucher, allen voran Obdachlose und psychisch Kranke, zu den Stammkunden, da sie es auf den Straßen nicht mehr aushalten. Dazu kommt ein mittlerweile erschöpfter und überforderter Mitarbeiterstab , der eine emotionale Beziehung zu den Besuchern aufbaut und sich verpflichtet fühlt, ihren regelmäßigen Gästen zu helfen. Obwohl die Leiter der Bibliothek dem nicht zustimmen, verwandeln die Mitarbeiter das Gebäude quasi über Nacht in ein Obdachlosenheim. Das ruft die Polizei unter Leitung des Verhandlungsführers Bill Ramstead auf den Plan, der den Streik beenden soll. Doch die Lage spricht sich schnell herum, sodass sich schon bald auch die Presse gezwungen sieht, über den Fall zu berichten…


Heimkinotipp: WIR | Regie: Jordan Peele | USA 2019

Familie Wilson freut sich auf ihren langersehnten Urlaub. Adelaide, ihr Ehemann Gabe sowie die beiden Kinder Zora und Jason fahren an einem sonnigen Wochenende nach Santa Cruz, um hier die Zeit am Strand zu genießen und endlich mal wieder ihre Freunde, die Tylers, zu treffen. In ihrem Ferienhaus angekommen, fühlt sich Adelaide aber schon bald unwohl. „Wie eine große schwarze Wolke“ hängt eine Atmosphäre der Angst über ihr. Merkwürdige Zufälle häufen sich und als ihr Sohn für ein paar Minuten wie vom Erdboden verschwunden ist, entsteht in der besorgten Mutter der Wunsch, möglichst schnell wieder heimzufahren. Doch dazu soll es nicht kommen. Eines Nachts steht eine Familie in der Einfahrt der Wilsons. Vier Menschen, ein Ehepaar und zwei Kinder, die aussehen wie die Familie, die sie gerade überfallen, scheinen einen finsteren Plan zu verfolgen.

Jordan Peeles neuer Geniestreich „Wir“ ist gruseliger als „Get Out“, fordert den Zuschauer gedanklich aber auch noch mehr heraus. Aus einem sehr effektiven, äußerst blutigen Home-Invasion-Schocker wird ein symbolträchtiges Spiel mit dem klassischen Verständnis von Gut und Böse. Am Ende weiß man nicht mehr, ob man diese Grenze wirklich ziehen kann.

Die drei !!!

Das weibliche Pendant zum Hörspielkult „Die drei Fragezeichen“ erobert die Leinwand. DIE DREI !!! heißt der erste Film zur gleichnamigen Serie und begleitet ein Mädelstrio durch einen spannenden Kriminalfall. Wie der geworden ist, das verraten wir in unserer Kritik.

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